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Tristesse in unserer Beziehung

BWlackIforwestMaxn hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich wende mich heute aus einem sehr wichtigen Grund an euch und hoffe, dass ihr mir helfen könnt. Ich bin derzeit Student im höheren Semester und genauso ist es meine Freundin, jedoch in einem anderen Studiengang an der selben Hochschule. Wir sind nun schon über 1,5 Jahre zusammen und sie hat ein Kind aus einer früheren Beziehung, was für mich aber nicht direkt ein Problem darstellt, da ich keine Vaterpflichten oder sonstige Dinge übernehmen muss. Es geht hierbei mehr um sie. Seit einiger Zeit häufen sich Phasen des extremen Pessimismus bei ihr, da sie manchmal nicht weiß, wie sie weitermachen soll. Sei es, wenn ihr Kind krank ist und sich der Vater nicht kümmern will, sie Probleme mit dem Vater des Kindes hat, oder es um die Uni geht: Schnell ist "alles scheiße" und sie ist nur noch am jammern. Ich kann ihre Frustration verstehen, versuche ihr so gut es geht zu helfen. Doch nach nun fast einem Jahr, seitdem sich dieses Verhalten stetig häuft, wird auch meine Geduldsschnur dünner. Ich habe wirklich sehr viel versucht, habe mit ihr Reisen unternommen, habe für sie gekocht, also kleine und große Dinge getan, um ihr ein gutes Gefühl zu geben. Ich habe ihr immer zugehört und sie beraten, wenn sie Probleme hatte. Anfangs fruchtete das auch, doch nun nach Monaten, in denen es immer schlimmer wird, kann ich auch nicht mehr lange so weiter machen. Die Momente, in denen sie einfach gute Laune hat, sind fast nicht mehr existent. Das belastet mich und unsere Beziehung gleichermaßen. Meine Probleme stelle ich vollkommen zurück um sie nicht zu belasten, wobei ich eine Beziehung eigentlich für eine Partnerschaft halte, in der beide sich gegenseitig helfen, nicht nur so einseitig. Es beschleicht mich das Gefühl, dass sie sich in ihrer "Opferrolle" einfach wohl fühlt und dies die einfachste Lösung für sie darstellt. Auch ihre Freunde, mit denen ich mich im Vertrauen darüber ausgetauscht habe, denken genauso.

Nun meine Frage an euch, die ihr unbefangen eine Meinung bilden könnt: Habt ihr einen Rat, wie man dem Problem Herr werden kann? Ich danke euch sehr im Voraus.

Antworten
nCimude88


Hast du ihr mal gesagt, wie du die Lage und eure Beziehung empfindest?

Pessimismus und Jammern sind nicht immer leicht abzustellen :-| es wird einfach ihre Lebenseinstellung sein. Ob du da was machen kannst - ich denke nicht. Das kann nur sie selbst {:(

C-lodxine


Hast du ihr den Text da oben schon mal in einem richtigen Gespräch gesagt?

Wenn eine nach der Zeit die ihr euch kennt schon so sehr am Jammern ist, dann kann das Leben sehr lange werden, falls du bei ihr bleibst!

D{ie Seh`erin


wenn ich ihr verhalten mal positiv deute, fühlt sie sich bei dir geborgen, sicher und sie weiß, dass sie auch ihre durchhänger pflegen darf, weil eure liebe das aushält - aus ihrer sicht!

dass du aber an deine grenzen stößt, ihr vertrauen aber nun wirklich an den bestand eurer beziehungsbasis zu gehen scheint, ist es wohl überfällig, dass du ihr das, was du geschrieben hast, ganz deutlich kommunizierst.

das ist nicht einfach, aber wenn du ihr das so sagst, wie du es oben getan hast, ist das bestimmt nicht schädlich. lass bitte allerdings außen vor, was dritte dazu sagen - das müssen die freunde und bekannte dann schon selber tun!

Bnl3acWkfore*stMaxn


Hallo, vielen Dank für eure Antworten!

Ja, ich habe ihr das auch schon ganz deutlich gesagt, auch mit dem Hinweis, dass ich trotz der Liebe eine Beziehung unter diesen Umständen nicht langfristig führen kann. Es besserte sich daraufhin für etwa einen Monat, bis ich von ihrer Mutter mitbekam, dass sie sich ihr gegenüber negativ geäußert hätte, sie könne mit mir nicht mehr über Probleme sprechen. Nachdem ich sie darauf angesprochen habe, erzählt sie wieder, fast pausenlos, von ihren Problemen.

Es ist für mich kein Problem, sich über Probleme zu unterhalten. Lade ich sie aber ein, nach Rom zu reisen, um eine schöne Zeit zu haben und man steht dann vor dem Vatikan, man hat super Laune und fühlt sich toll und dann beginnt die Partnerin wieder zu jammern wegen ihrer angeblich aussichtslosen Situation, dann verletzt das auch sehr.

Aus diesem Grund habe ich eben auch das Gefühl, dass sie nicht zu schätzen weiss, dass ich ihr immer zuhöre und dass das nicht selbstverständlich ist.

K#rabbe$lkäf<erlxe


Ich denke, dass es manchmal nicht schadet, wenn man den Jammerleuten nicht ständig so viel Spielraum zum jammern gibt.

Man kann trösten und aufbauen, aber gleichzeitig weise ich auch gerne darauf hin, dass einem der ständige Pessimismus nichts bringt oder wenn es wirklich keinen Grund zum jammern gibt, dann teile ich das auch so mit. Und wenn es mir bei jemanden auf den Zeiger geht, weil ich ständig/jahrelang nur ein seelischer Mülleimer bin, dann ziehe ich darauß die Konsequenzen für mich. Es saugt mir regelrecht die Energie aus.

Ich kenne viele Leute, die werden wie ein rohes Ei behandelt und das schaffte ihnen nur noch mehr Raum zu frustiert sein, jammern usw. Sie bekamen Zustimmung.

Geändert hat sich das oft, wenn Freunde, Familie usw. IHRE Grenzen aufgezeigt und einfach mal gesagt haben, dass das jammern auf hohem Niveau ist.

D<ie SDeherxin


Aus diesem Grund habe ich eben auch das Gefühl, dass sie nicht zu schätzen weiss, dass ich ihr immer zuhöre und dass das nicht selbstverständlich ist.

das liegt aber eher in dir selber! nicht, dass ich unterstelle, du würdest bewusst "dankbarkeit" erwarten, aber die wunschvorstellungen in eine schöne beziehung werden nicht erfüllt.

die frage ist halt, kannst und willst du deine erwartungen für eine weile zurück schrauben, oder stellst du ganz offen und rigoros die beziehung in frage.

C;laFlalWala


Hast du ihr schonmal vorgeschlagen zu einer psychologischen Beratung zu gehen? Viele Hochschulen bieten das kostenfrei an und haben kurze Wartezeiten. Wenn die Probleme sich um Studium mit Kind, Studium allgemein, Berufsaussichten, Zukunftsängste, finanzielle Sorgen etc drehen, sind die Psychologen dort eine gute Anlaufstelle.

Deine Freundin fühlt sich, als sei sie in einer ausweglosen Situation und als könne sie im Moment nichts daran ändern. Wichtig wäre also aufzuzeigen, wo sie doch Möglichkeiten hat eine Verbesserung zu erwirken.

Es würde ihr einen professionellen Raum geben, in dem sie richtig losjammern kann, aber mit jemanden, der es auch versteht, das dann auch in eine gewisse produktive Richtung zu lenken.

Vielleicht versteht sie dann auch besser, dass sie mit allen Problemen zu dir kommen kann, aber nicht 24/7 die Probleme immer wieder umgewälzt werden müssen.

nIimXuex88


Das Problem in solchen Fällen ist meist, dass es "unproduktives Jammern" ist. Du schreibst, sie hätte bemängelt, dass sie mit dir nicht mehr über Probleme sprechen kann. Da gibt es zwei Möglichkeiten:

1) eine blöde Situation, man kotzt sich bei Freunden und Partner aus, sortiert sich neu, schaut nach vorne. Produktives jammern, das seinen Zweck (Neuausrichtung/Problemlösung) erfüllt.

2) man jammert über Dinge, die man nicht ändern kann - oder auch nicht ändern will. Es geht nicht um eine Problemlösung, man missbraucht den anderen einfach als seelischen Mülleimer. Das einzige was du tun kannst, ist dich dafür nicht mehr zur Verfügung zu stellen (und ggfs. auch die Konsequenzen zu tragen). Denn wenn man so eine Persönlichkeit hat, dann findet sich immer ein Grund zum jammern - und auch ein Mülleimer, den man vollkotzen kann. Das entzieht dir Energie und Lebenfreude - deswegen nennt man Menschen mit so einer Persönlichkeitsstruktur gerne Energievampire.

Wer kennt das nicht, man möchte einen schönen Tag verbringen und die Begleitung findet alles scheiße. Der Busfahrer fährt schlecht, der Sitznachbar stinkt, das Wetter ist nicht gut genug .. Das ist dann meist Ausdruck eines unbewussten Schemas - wie du richtig sagst, Opfer. Das kann aber nur sie ändern, und so lange wird sie ihr Umfeld weiter zumüllen - wenn dieses es zulässt.

dKesap@arexcida


Meine Probleme stelle ich vollkommen zurück um sie nicht zu belasten, wobei ich eine Beziehung eigentlich für eine Partnerschaft halte, in der beide sich gegenseitig helfen, nicht nur so einseitig.

Hast Du mal versucht, das zu ändern? Sprich doch mal Deine Probleme und Sorgen an, bitte sie einfach mal um Rat und Hilfe. Rück Dich mal in den Mittelpunkt. Vielleicht bringt das ein bisschen Gleichgewicht in die Beziehung. Vielleicht sind Deine Sorgen gar keine Belastung für sie.

C^losdine


WAS für eine Ausweglose Situation hat sie denn ???

Krebs im Endstadium, oder was noch schlimmeres ???

SLünxtje


sie hat Sorgen? Zukunftsängste besonders was das Kind angeht? Du schreibst, sie weiß nicht weiter, wenn das Kind krank ist und der Vater sich nicht kümmert. Andererseits du aber lt deinen Worten keine Vaterpflichten und sonstige Dinge übernehmen musst. Wo ist denn das Kind, wenn ihr in Rom vor dem Vatikan steht und du Begeisterung von ihr erwartest?

tNecma>re


@ BlackforestMan

Wir sind nun schon über 1,5 Jahre zusammen und sie hat ein Kind aus einer früheren Beziehung, was für mich aber nicht direkt ein Problem darstellt, da ich keine Vaterpflichten oder sonstige Dinge übernehmen muss.

Könnte nicht sein, dass hierin das Hauptproblem liegt?

Du kannst nicht mit ihr eine Beziehung führen ohne auch in gewissem Maße Verantwortung (damit meine ich nicht finanziell) für das Kind zu übernehmen.

Wenn eure Beziehung ernsthaft ist, muss dir doch klar sein, dass das Kind ein Teil Deiner Familie ist. Für mich ist es verständlich, dass sie von dir erwarten würde, dass du eben im Falle einer Krankheit des Kindes auch mal einspringen könntest.

Ist es denn wirklich so, dass das Kind quasi für eure Beziehung von deiner Seite keine Rolle spielt?

B{lackLforxestMan


Ja, das mit dem "konstruktiven" Jammern ist wahr. Hier treffen wohl auch zwei Extreme aufeinander: Ich bin im gegensatz zu ihr eher der "Macher" und akzeptiere aber auch manchmal zu viel, d.h. ich nehme manchmal Sachen, bei denen sich andere aufregen als gegeben hin, was nicht immer super ist.

Zu den Vaterpflichten: Ja, sie macht sich zum einen Sorgen, wie sie das Studium mit Kind schaffen soll, obwohl sie es in den letzten 3 Jahren super hinbekommen hat. Dass ich ihr dabei helfen möchte sie nicht, da rede ich ihr auch nicht rein, obwohl ich es ihr auch angeboten habe. Zu der Frage, wo das Kind sei, wenn wir in Rom sind: Der Vater kümmert sich, in sehr eingeschränktem Maße, schon um das Kind. Nach voriger Absprache nimmt er ihn auch manchmal. Unter der Woche weigert er sich jedoch, wenn er, so wie jetzt, das Kind nehmen soll, wenn es krank ist. Wie gesagt, ich habe ihr bereits öfters angeboten hier einzuspringen, jedoch wird das nicht akzeptiert.

Was das erwarten von Dankbarkeit angeht muss ich folgendes Klarstellen: Für mir gehört es in einer Beziehung dazu, aufeinander Acht zu geben und sich beizustehen. Da das Maß aber enorm gestiegen ist, sie aber dennoch Dinge sagt wie "Keiner interessiert sich für meine Probleme" dann fühle ich mich nicht gerade besonders mit Dankbarkeit bedacht. Da frage ich mich, wieso ich ihr dann eigentlich zuhöre.

Dqie Seherxin


Was das erwarten von Dankbarkeit angeht muss ich folgendes Klarstellen: Für mir gehört es in einer Beziehung dazu, aufeinander Acht zu geben und sich beizustehen. Da das Maß aber enorm gestiegen ist, sie aber dennoch Dinge sagt wie "Keiner interessiert sich für meine Probleme" dann fühle ich mich nicht gerade besonders mit Dankbarkeit bedacht. Da frage ich mich, wieso ich ihr dann eigentlich zuhöre.

hast du ihr das mal in einem ruhigen moment deutlich gesagt - also nicht in einer situation, in der du selber gerade "enttäuscht" warst?

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