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Polygame Beziehung vs Freundschaft+

Ttestrxale hat die Diskussion gestartet


Also, ich sehe beim besten willen kaum Unterschiede zwischen diesen beiden Beziehungsformen. Einige meiner polygamen Bekannten versuchen mir zu erklären, das eine offene Beziehung sehr viel tiefer geht als eine Freundschaft+, ist dem wirklich so?

Antworten
E-volquz^zexr


Beides sind Worthülsen. Wie du eine Beziehungsform nennst und wie du sie lebst, ist eine komplett individuelle Angelegenheit.

Wenn du versuchst, eine Beziehungsform nach einem allgemein gültigen Muster zu leben, dann machst du etwas prinzipiell verkehrt, denn dann lebst du nicht dich selbst, sondern versuchst eine Vorgabe zu imitieren. Schau, womit du glücklicher wirst. Manche finden Schubladen ja auch sehr schön, vor allem, wenn sie einem ein Gefühl von Sicherheit geben.

P%lüschJbiIexst


Freundschaft bedeutet es ist eine Form der Zuneigung vorhanden, aber keine Liebe.

Und bei offenen Beziehungen ist Liebe vorhanden,

aber der Partner darf Freundschaft plus mit Anderen pflegen.

Polygamie bedeutet für mich man führt Liebesbeziehungen mit mehreren Personen gleichzeitig.

Wer in einer offenen Beziehung ist ist nicht unbedingt polygam veranlagt.

Eine Gruppe in der jeder jeden liebt.

KPlexio


Testrale

Also, ich sehe beim besten willen kaum Unterschiede zwischen diesen beiden Beziehungsformen. Einige meiner polygamen Bekannten versuchen mir zu erklären, das eine offene Beziehung sehr viel tiefer geht als eine Freundschaft+, ist dem wirklich so?

Bei ihm es so. Bei mir ist jede Beziehung unterschiedlich. Es hängt davon ab, wie jemand subjektiv kategorisiert. Oder Du nimmst die ganz normalen allgemeinen Definitionen und da sind ja die Unterschiede erklärt. Was eine polygame Beziehung betrifft, so führe ich keine. In jeder Beziehungsform, die ich führe, ist auch Liebe. In Freundschaften eben im klassischen Sinne keine sexuelle Ebene.

C'innnamxon4


Ich finde, Plüschbiest hat das super erklärt. Um es nochmal auf den Punkt zu bringen:

Freundschaft + -> Beziehung: Nein Liebe: Vielleicht Sex: Ja

Offene Beziehung -> Beziehung: Ja, zu einem der Sexualpartner Liebe: Ja, zu einem der Sexualpartner Sex: Ja, mit allen Sexualpartnern (klar ^^)

Polyamorie -> Beziehung: Ja, zu einem oder mehreren Sexualpartnern Liebe: Ja, zu mehr als einem Sexualpartner Sex: Ja, auch mit allen, wobei Polyamorie sich auch nur auf das Gefühl der Liebe beschränken kann, ohne ausgelebt zu werden. Es geht dabei eben darum, mehrere Menschen zur gleichen Zeit auf romantische Art und Weise zu lieben.

Ein großer Unterschied ist auch, dass man in einer Freundschaft + dem Sexualpartner meist keine Rechenschaft darüber schuldig ist, mit wem man sonst noch so vögelt, solange es safe ist. Das hat den schlicht nicht zu interessieren. In einer Partnerschaft, also einer offenen Beziehung oder einen polyamoren Beziehung, gibt es hierzu Regeln, die beide bzw. alle miteinander verhandeln.

Naürlich kann auch das von Beziehung zu Beziehung variieren, das stimmt schon. Aber grob gesagt ist es wohl das, was man gemeinhin unter solchen Beziehungen versteht. Was man dann individuell daraus macht, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Btw. ist Polygamie, meines Wissens, einfach der Überbegriff für eine Lebensgestaltung, bei der man mit mehreren Menschen in einem eng gesteckten Zeitraum und/oder trotz Beziehung schläft. Das ist also der Überbegriff für das, was Menschen pflegen, die oft ONS haben oder eben eine der genannten Formen pflegen, also z.B. auch mehrere Freundschaften + nebeneinander haben. Polyamorie hingegen ist eben im Gegensatz zur offenen Beziehung die Form, bei der nicht nur der Sex geteilt wird, sondern man eben auch für andere Menschen romantische Liebe empfindet und vielleicht sogar mehrere Beziehungen parallel führt oder eine Dreier-Beziehung oder sowas. Zumindest, wenn die Polyamorie offen gelebt wird.

COinnapmon4


Waaah, da hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen! Polyamorie ist ungleich Polyamore Beziehung! Also muss das eigentlich so aussehen:

Polyamore Beziehung -> Beziehung: Ja, zu einem oder mehreren Sexualpartnern Liebe: Ja, zu mehr als einem Sexualpartner Sex: Ja, auch mit allen.

Polyamorie -> Beziehung: Vielleicht; zu einem oder keinem oder mehreren Sexaulpartnern Liebe: Ja, zu mehreren Menschen zur gleichen Zeit Sex: Ja, zu mehreren Sexualpartnern, muss aber auch nicht sein. Im Vordergrund steht das Gefühl der Liebe für mehrere Menschen zur gleichen Zeit, wie auch immer das ausgelebt oder auch nicht ausgelebt wird.

Jetzt noch darauf einzugehen, dass natürlich auch in einer offenen Beziehung zwischen den Partnern der Sex ausbleiben kann und sie die Beziehung trotzdem öffnen für Sex mit anderen, sie aber noch sich und nur sich lieben... ja... das gibt es auch.

Ich merke, es ist doch recht komplex und daher schwierig zu erklären. Es hilft, sich mal in die Materie einzulesen.

Vielleicht kann man es trotzdem dann noch so auf einen Nenner bringen:

Freundschaft + -> Liebe: Vielleicht

Offene Beziehung -> Liebe: In der Regel ja, zwischen dem monamoren Paar

Polyamorie/Polyamore Beziehung -> Liebe: Wird für mehrere Menschen gleichzeitig empfunden

E;hemaliOger Nutze\r (#5686M97)


Cinnamon4 hat das schon super getrennt.

Aus meiner Sicht dienen die Begriffe hauptsächlich dazu wenn man jemanden neu kennenlernt schneller eine Diskussionsbasis mit dem Gegenüber zu haben. Ausgestalten tut mans dann individuell, aber man muss halt wenn man diese Begriffe einigermaßen "sauber" verwendet nicht bei 0 anfangen, wenn man jemanden noch nicht gut kennt. Dadurch erkennt man da allerdings auch schnell "Anfänger" und "Fortgeschrittene". Insofern helfen diese Unterscheidungen wohl vor allem denjenigen, die da schon "weiter" sind, sprich schon genauere Vorstellungen aufgrund von vorheriger Beziehungen / Erfahrungen gebildet haben. Indem man als Paar die Begriffe bespricht arbeitet man automatisch die eigenen Vorstellungen raus und merkt wo bei einem selber und beim Partner die Grenzen liegen.

Mein Eindruck ist, dass das vielen "zu kompliziert ist" und sich in solchen Diskussionen oft klar diejenigen rauskristallisieren, denen es eigentlich hauptsächlich um freien Sex ohne Beziehung zusätzlich zur Beziehung geht. Für die ist offene Beziehung oder unter Umständen Freundschaft+ eigentlich eh das richtige.

Besonders die polyamoröse Variante in der die Beteilligten zusammenleben verlangt von allen Partnern ein ordentliches Maß an Persönlichkeitsreife und Kommunikationsvermögen, weil es eben zu Konstellationen kommen kann in der einzelne Beteilligte über einen längeren Zeitraum möglicherweise nur eine Beziehung haben, wärend andere eben aktuell mehrere Beziehungen unterhalten. Dazu kommen eben in speziell der Variante in der alle Zusammenleben mittelfristig auch eine Menge rechtlicher Dinge die geregelt werden müssen. Wenn jemand da ein instabiles Selbstbewusstsein hat und das aus der falschen Motivation heraus tut ohne das es ihm wirklich entspricht, funktioniert das meistens nicht sehr lange.

C+inn\amoFn4


Aus meiner Sicht dienen die Begriffe hauptsächlich dazu wenn man jemanden neu kennenlernt schneller eine Diskussionsbasis mit dem Gegenüber zu haben.

Ganz genau! Das wollte ich auch noch einflechten, wusste aber nicht so recht, wie. Danke, NotMichaelCaine!

T3est=raxle


Also, der Erste und Stärkste Gedanke, der mir in den Sinn kommt, wenn Ich Offene Beziehung, Freundschaft+ usw höre ist schlicht und einfach UNVERBINDLICHKEIT! sehe ich das falsch?

DIaqdeStwarxn


@ Testrale

Ja, das vereinfacht ganze Geflecht ganz gut. Freundschaft+ beschreibt eine Beziehung zwischen zwei Personen mit den Regeln: Keine Ansprüche, man trifft sich einfach und hat Sex. Alles was nicht mit den beiden Zutun hat läuft in etwa "Don't ask, don't tell".

Alle anderen Formen nehmen tendenziell mehr als 2 Partner in Betracht, die gemeinsame Absprachen treffen.

Da gibt es dann extrem viele Formen Unterscheidungen entlang den Dimensionen

* Ist jemand "Nummer 1"?

* Gibt es Überschneidungen zwischen Partnern?

* Ist bei mehr als einem Liebe im Spiel?

etc...

C$iInnamao,n4


Also, der Erste und Stärkste Gedanke, der mir in den Sinn kommt, wenn Ich Offene Beziehung, Freundschaft+ usw höre ist schlicht und einfach UNVERBINDLICHKEIT! sehe ich das falsch?

Ja, das siehst du falsch. Denn natürlich folgen auch diese Beziehungen Regeln, an die man sich halten muss. Wild durch die Gegend vögeln ist das auch nicht, außer, man vereinbart das explizit so. Und auch das:

"Don't ask, don't tell"

Kann ich so nicht unterschreiben. In einer Freundschaft + ist eben auch der freundschaftliche Gedanke enthalten, man tauscht sich aus, wenn man es nicht explizit anders vereinbart. "Don't ask, don't tell" passt für mich besser zu einer Affäre, vielleicht auch zu einem ONS. Aber selbst hier kann man das anders handhaben, das liegt dann an den jeweiligen Sexualpartnern selbst.

K]lexio


Testrale

Also, der Erste und Stärkste Gedanke, der mir in den Sinn kommt, wenn Ich Offene Beziehung, Freundschaft+ usw höre ist schlicht und einfach UNVERBINDLICHKEIT! sehe ich das falsch?

Was hast Du mit Deinem richtig/falsch? Da gibt es kein allgemeingültiges Richtig oder Falsch. Wenn das für Dich richtig ist, dann ist es so.

Ich sehe in jeder Beziehung eine Verbindlichkeit, sonst wäre es per Definition für mich keine Beziehung. Die Rahmenbedingungen werden doch freiwillig eingegangen. Auch bei einer offenen Beziehung bzw. Freundschaft + gäbe es für mich Verbindlichkeiten. Aber ich frage mich, worauf Du eigentlich hinauswillst?

DFadeSywaMrn


Oh Moment. Mein Beitrag bezieht sich ausschließlich auf Freundschaft+. Also nochmal strukturiert:

Wenn man ehrlich ist, wird diese ganze Kategorisierung irgendwann bescheuert. Aber in einem (vereinfachenden Modell) verstehe ich die Begriffe so:

Nehmen wir an, es gäbe diese 3 Arten der Beziehung: platonisch / romantisch / sexuell. Platonisch und romantisch schließen sich gegenseitig aus. Sexuell kann in Kombination mit beiden anderen auftreten.

Nehmen wir mal eine "klassische" Beziehung als Ausgangspunkt. Zwei Menschen haben eine romantische (und optional) sexuelle Beziehung. Sobald mindestens eine der beiden Personen mindestens eine romantische und/oder sexuelle Beziehung zu einem Dritten unterhalten darf (mit abgesprochenem Einverständnis des Anderen) würde ich das als eine offene Beziehung bezeichnen. Insofern fasst offene Beziehung meine Verständnis nach fast alles zusammen, bei dem Absprachen bezüglich nicht-Exklusivität bestehen. Alle anderen Bezeichnungen bezeichnen bestimmte Konstellationen in diesem unendlich großen Feld von Möglichkeiten. Angenommen wird aber weiterhin ein gewisser Grad von Absprache und häufig auch relativ große Verbindlichkeiten zwischen den Beteiligten. Der Klassiker (und vermutlich deswegen synonym mit "offene Beziehung" verwandt) ist eben die, wo zwei Menschen eine relativ "klassische" Beziehung haben (romantisch/sexuell miteinander). Mindestens einer der Partner darf aber andere (häufig platonisch/sexuell) Beziehungen eingehen.

Freundschaft+ ist in diesem Rahmenwerk so ein komischer Sonderfall in dem angenommen wird, dass beide Seiten platonisch/sexuell füreinander fühlen (aber nicht romantisch). Deswegen werden andere Verpflichtungen für die Beteiligten angenommen. Nämlich praktisch keine (außer wohl Vorsorge gegen Geschlechtskrankheiten).

BSlac&kMonKday


Also, der Erste und Stärkste Gedanke, der mir in den Sinn kommt, wenn Ich Offene Beziehung, Freundschaft+ usw höre ist schlicht und einfach UNVERBINDLICHKEIT! sehe ich das falsch?

In einer Freundschaft+ stimmt das eigentlich sogar. Allerdings nicht bei polyamurösen Beziehungen. Weil eine Liebesbeziehung schließt Unverbindlichkeit aus.

Allerdings schließt auch Liebe eine Unverbindlichkeit aus. Da wir bei Liebe jedoch schnell dazu neigen diese mit monogamen, exklusiven Beziehungen gleichzusetzen, wird Polyamorie häufig falsch verstanden.

Djad`eS3warxn


@ Cinnamon4

Kann ich so nicht unterschreiben.

Ich glaube, wir sind da ähnlicher Meinung. Dass jeder mitbekommt, dass zu Freundschaft+ eine freundschaftliche Verbindung gehört, davon bin ich einfach mal ausgegangen.

Und die anderen Kritiken nehme ich auch an: Natürlich kann es auch in einer Freundschaft+ recht genaue Absprachen darüber geben, was noch so erlaubt ist.

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