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Er will mich überall dabei haben! Ich spüre Druck!

Atusturaliken87x7 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich war bisher stille Mitleserin, habe aber mitbekommen, dass hier einigen Leuten gut geholfen wird und hoffe sehr, dass ich den ein oder anderen Ratschlag zu meinem Problem bekomme.

Zu meiner Person- 25 Jahre alt, Studentin, und seit ca. einem Jahr in einer Beziehung mit meinem Freund!

Wir haben einige Gemeinsamkeiten, aber auch unterschiedliche Ansichten, was vollkommen normal ist. Allerdings habe ich derzeit ein sehr großes Problem und heute hatte ich richtig das Gefühl, dass es mich verschlingt, deswegen schreibe ich hier.

Ich bitte Euch um eure Ehrlichkeit, falls Ihr den Eindruck habt, dass eigentlich ICH das Problem bin, bzw. meine Unzufriedenheit/ Undankbarkeit!

Ein paar Beispiele:

Es geht um folgendes (Eigentlich ein Luxusproblem, deswegen fühle ich mich auch sehr schlecht und schuldig!):

Mein Freund ist ein sehr offener und unternehmungslustiger Mensch, mit einem recht großen Freundeskreis, dem seine Familie total wichtig ist. Alles schön und gut soweit.

Ich mag seine Freunde, und auch seine Eltern sehr gerne! Ganz liebe Menschen :-)

Das Problem, welches daraus resultiert ist das folgende: Er möchte mich gerne überall und ständig dabei haben. Sprich: Seine Eltern finden es angemessen und schön, wenn er ein-bis zwei die Woche zum essen kommt! (3-4 Stunden!)Seine Mutter ist eine phänomenale Köchin und sehr gastfreundlich und herzlich, aber manchmal wird mir dieser Anspruch zu viel. Er möchte das ich jedesmal dabei bin! Aber ich fühle mich davon irgendwie unter Druck gesetzt. Ich mag meine Familie auch sehr gerne, aber bin auch froh, wenn ich einfach mal für mich sein kann und brauche diese Ruhe mit mir selbst!

Leider zieht sich dieses Problem eigentlich auch über seinen Freundeskreis! Seine Freunde sind auch untereinander befreundet (Die meisten zumindest), darum finden oft Feste, bzw Kneipen-Abende statt, oft verabredet Er sich auch so gerne 1-2 mal die Woche mit einem Freund zum essen.

Das Problem: Auch hier soll ich überall dabei sein! Ich mag diese Menschen gerne, und verstehe mich auch gut mit ihnen, aber es löst Druck und Erwartung an mich aus. Ich fühle mich überrannt, vorallem weil ER mir das Gefühl gibt, dass es so zu sein hat, da all die Freundinnen seiner Freunde auch dabei sind, und er wünscht sich das natürlich auch (Was ich auch irgendwo total verstehe, darum habe ich auch ein schlechtes Gewissen!)

Ein Beispiel: Vor ein paar Monaten, lud sein Freund S. zusammen mit seiner Freundin zu einer Hausparty ein. Mein Freund war natürlich eingeladen und ich auch herzlich willkommen. An diesem Tag hatte ich keine Zeit, da ich selbst ein "Date" mit meinen Eltern hatte, und somit nicht mitkommen konnte.

Ich teilte es ihm mit , und merkte das es ihn total runterzog. Er war nicht sauer, aber enttäuscht. Ich sprach mit ihm darüber und er gestand mir, dass er es so schade fand, da alle ihre Freundin mit dabei haben werden, nur er nicht! Außerdem ist bei seinem Freund und dessen Freundin, welche die gemeinsame Hausparty gaben, alles PERFEKT, und er wollte mit mir gemeinsam daran teilhaben... Ich habe das nicht so ganz genau verstanden, aber so wie er es mir erklärt hat, klang es erstens danach: Das WIR als Paar, an diesem Glanz der von der perfekten Beziehung der beiden ausgeht teilhaben, und anderseits auch, dass auch er zeigen kann vor den anderen, wie glücklich wir sind!

Einerseits verstehe ich das, aber andererseits hat es mich verunsichert. Da ich irgendwie das Gefühl habe, er möchte auch vor seinen Freunden sein Glück zur Schau stellen, und zeigen, dass wir ein total glückliches Paar sind und immer alles zusammen machen! Das stößt mir irgendwie auf!

Hinzukommt, dass ich auch EIGENE Freunde habe, die ich gerne sehen würde, war Zeitmäßig extrem schwer ist , aufgrund meines Studiums und meines Nebenjobs! Das nimmt Zeit und Energie in Anspruch.

Gerade im Moment bin ich irgendwie total ausgelaugt und einfach nur kaputt.

Oft ist es eben auch so, dass er etwas ausmacht mit einem Freund z.B. zum Fußball schauen, und dann möchte das ich mitkomme, und mich mit dessen Frau zu unterhalten! Das ist einfach nicht mein Ding!

Ich fühle mich dann wie ein Anhang, der dabei sein soll, weil es einfach so gehört und irgendwie gut aussieht für die Außenstehenden.

Ganz aktuelle Probleme:

Nächsten Montag hat seine Mutter Geburtstag. Es steht SA- Nachmittag folgendes Programm an: Gemeinsam Essen und Kaffee/Kuchen mit seiner gesamten Familie, welche nur am Wochenende kommen kann. Montag Abend nochmal das selbe Spiel, da dort der eigentliche Geburtstag ist.

Am Freitag habe ich meine letzte Prüfung, und irgendwie überrollt mich das Ganze gerade so :°( Ich könnte irgendwie gerade heulen und weiß nichtmal wieso!

Ich fände es total okay an einem der beiden Tage etwas mit seinen Eltern zu machen(Zumal das locker 4-5 Stunden in Anspruch nimmt!Früher gehen ist keine Option!), aber ich hatte mich jetzt erstmal auf eine ruhige Zeit gefreut, wo ich mich etwas erholen kann!

Ein paar Tage später hat einer seiner besten Freunde Geburtstag und feiert! Ich kann an diesem Tag nicht, da eine Freundin von mir ebenfalls feiern wird, wie ich heute erfuhr. Ich weiß, dass dies wieder zu enormer Enttäuschung seinerseits führen wird. :( Das macht mich jetzt schon total fertig.

So nun die berechtigte Frage: Warum liebe ich Ihn bzw führe eine Beziehung mit ihm?

Weil er unglaublich liebevoll ist und mich eigentlich immer unterstützt ! Er nimmt sich Zeit für mich, wenn ich ihn brauche und ich mag seine humorvolle Art! Er ist sehr tough und packt die Dinge an! Außerdem ist er treu und zuverlässig.

Wir können zusammen schöne Dinge unternehmen und teilen unsere Vorliebe für Reisen und gutes Essen/kochen!

Mir ist bewusst, dass jede Beziehung auch negative Seiten hat und kein Mensch perfekt ist, aber in mir wächst eben dieser Druck immer mehr. Ich kenne das so extrem auch nicht aus meinen vorherigen Beziehungen! Da blieb es jedem offen, ob man lieber gemeinsam wohin geht oder alleine.

Wir haben schon darüber gesprochen, aber es ändert nichts daran, dass er sich eben wünscht, dass ich überall dabei bin.

Das war jetzt extrem viel Input! Ich wäre Euch sehr dankbar für Ratschläge oder einfach nur ein paar Worte.

Antworten
R,egenmäcdchexn


Du bist unzufrieden, weil dein Partner deine Grenzen überschreitet. Du brauchst Raum für dich, deine Familie und deine Freunde.

Er beansprucht deine Zeit für sich. So ist ein Konflikt entstanden.

Du fühlst dich in dieser Rolle unwohl, weil du mehr gibst, als du geben möchtest.

Ich hab manchmal dasselbe Problem. Mir hilft, dass wir einen Tag in der Woche vereinbaren, den ich nur für mich habe. Er kann dann machen, was er will - nur eben ohne mich.

Für mich ist das jeden Mal wie Urlaub. Ich könnte mir vorstellen, dass dir das auch helfen würde? :)z

Begleitet er dich denn zu deinen Freunden oder zu deiner Familie?

Was sagt er denn dazu, dass du dich überfordert fühlst und Raum für dich brauchst?

Adustr*alienx877


Er begleitet mich schon, aber bei mir findet einfach nicht so viel statt. Außerdem ist es bei meiner Familie schon immer so gewesen, dass es kein Problem ist, wenn jemand mal keine Zeit/Lust hat zu kommen!

Bei seiner Familie ist das anders. Er wurde davon natürlich auch geprägt, und somit ist es für ihn irgendwo vollkommen normal, dass der Partner/Partnerin überall dabei ist.

Nun steht also Samstag den kompletten Tag etwas mit seiner Familie an, und Montag Abend auch! Und das ist der Punkt: Mir wird es zuviel. Ich habe Freitag die letzte Prüfung und bin noch dazu nicht ganz fit. Hier entsteht das Dilemma: Er erwartet das ich an beiden Tagen dabei bin, was ich aber nicht möchte. Montag bis Freitag muss ich sowieso wieder arbeiten und habe also nur Sa/So zum erholen!

Andererseits werde ich dann wütend auf mich selbst, dass ich in der Hinsicht so kompliziert bin und ihm seine Wünsche diesbezüglich nicht erfülle. Außerdem habe ich etwas Angst, dass mich die Familie dann nicht mehr sonderlich mag.

Ich bin also irgendwie in der Zwickmühle. Und solche Situationen entstehen sehr oft.

Cxogmraxn


So nun die berechtigte Frage: Warum liebe ich Ihn bzw führe eine Beziehung mit ihm?

Warum vermischst du die Gefühle für ihn mit seiner Freizeitgestaltung?

In meiner Familie war es auch üblich, dass jeder Anlass im großen Rahmen begangen wurde. Und es war für mich auch selbstverständlich, dass Feiern bei Freunden mit der Partnerin besucht wurden. Es konnte auch mal für mich ein wenig viel werden, gerade die Verwandschaftsbesuche. Aber andererseits - wenn man ehrlich ist - bleibt immer noch genug Zeit als Paar oder für sich alleine.

Ich will auch deine Prüfungen nicht in Abrede stellen, aber ganz ehrlich: im Laufe des Lebens wird es noch viel mehr Dinge geben, die dich binden. Täglich 8-9 Stunden für den Beruf verbringen, einen eigenen Haushalt führen, Hobbies, Vereine, Ehrenamt oder was-auch-immer. Dass du da schon die Krise bekommst, nur weil seine Mutter Geburtstag hat, ist eigentlich wirklich ein Luxusproblem.

Daher empfehle ich dir, die anlassfreien und lockeren Events eher mit Distanz zu betrachten, z.B. Kumpel-Treffen, obligatorische Essens-Besuche o.ä.. Und wenn ihr eben "formell" als Paar eingeladen seid, dann vereinbart ihr eben eine Balance, dass ihr mal zu "deinen" Einladungen geht, mal zu seinen. Das ist alles zu bewerkstelligen und er wird es sicher verstehen, wenn du mal Wichtigeres zu tun hast, als seinen Kumpel oder seine Mutter bei einem Essen zu beglücken.

SHhoxjo


Herrgott, ich würde durchdrehen und ihn erschlagen, zackbumm und fertig. So einfach ists natürlich nicht, aber: Nee, ich finde nicht, dass Du übertreibst, ich kriege schon beim Lesen keine Luft mehr.

Andererseits werde ich dann wütend auf mich selbst, dass ich in der Hinsicht so kompliziert bin und ihm seine Wünsche diesbezüglich nicht erfülle.

Ich finde Dich ü-ber-haupt nicht kompliziert, sondern ihn scheißanstrengend. Unterm Strich muss man aber vermutlich gerechterweise sagen: Keiner von euch hat "recht", ihr seid da einfach nur sehr unterschiedlich. Auf eine Art unterschiedlich, dass es eine Zerreißprobe für eure Beziehung bedeutet, weil ihr schauen müsst, ob ihr irgendwie zu einem Kompromiss gelangt, mit dem ihr beide klarkommt (und vermutlich wird das eine Sache bleiben, die ihr immer mal wieder neu austarieren müsst).

Mein Kerl wollte anfangs auch alles zusammen machen, allesallesalles. Ich brauche viel Zeit für mich, nicht mal, um was Bestimmtes zu machen, sondern weil ich gern allein bin (das, äh, kan man Leuten, denen es nicht so geht, im Normalfall wirklich schwer vermitteln, viel schwerer jedenfalls als andere Termine und Verpflichtungen). Zum Beispiel fahre ich sehr gern mal allein weg. Oder sitze allein auf der Fensterbank am offenen Fenster, wackle mit den Zehen und halte die Füße in den strömenden Regen und will dabei nicht gestört werden. Oder halt so Zeug. Mir platzt der Kopf, wenn ich nicht regelmäßig für mich bin, mir wachsen Reißzähne, und der unstete Blick meiner blutunterlaufenen Augen sucht mit zunehmender Dringlichkeit die herrlich stahlblaue, beruhigende Kühle einer frisch geschliffenen Axtklinge. Wir haben ein paar Jahre gebraucht, bis wir uns da richtig miteinander sortiert hatten, ich mich nicht mehr reflexartig oft bedrängt und er sich nicht mehr abgewiesen gefühlt hat. Dazu ist es notwendig, miteinander zu reden, und es ist auch notwendig, dass beide den Wunsch haben, den anderen zu verstehen und sich auf ihn einzulassen.

Siehst Du bei Deinem Freund die Chance, dass er das tut? Er kommt mir nämlich schon ein bisschen, hm, insistierend vor (was für ein nettes Wort mir da doch eingefallen ist, als Alternative zu "penetrant", hihi), wenn er nicht versteht, dass Du nach einer Prüfung und ziemlich angeschlagen mal Deine Ruhe haben willst.

Er hat es so gelernt, so erlebt, es hat ihn geprägt, es passt ihm offenbar gut so. Nun ist die Frage, ob er bereit ist, um Deinetwillen umzulernen und sich auf ein anderes Konzept von Miteinander einzulassen. Kann sein, dass es ihm sogar gut gefällt, wenn ihr euch zurechtgeruckelt habt, das bliebe abzuwarten, und erst mal gibts ordentlich Gewurschtel und Rumprobieren und Rantasten - wenn er denn überhaupt bereit ist, es mal auszuprobieren, das müsstet ihr schauen.

Bei uns haben sehr klare Absprachen geholfen und deutliche Ansagen beiderseits, also kein halbgares, entschuldigendes oder gar manipulatives Rumgestotter, sondern so was wie: "Ich möchte mich am Samstag ausruhen und im Bett bleiben. Ich weiß, dass das für dich total schade ist, aber ich brauche ein bisschen Zeit für mich/ich brauche ein bisschen Zeit zu Hause." Und eher sagen, was man möchte, nicht, was man nicht möchte (also eher nicht "Ich habe keine Lust, mitzukommen", sondern: "Ich möchte mich ausruhen und zu Hause bleiben".)
Und entschuldige Dich nicht zu viel, es ist völlig okay. Sein Wunsch, dass Du mitkommst, ist auch völlig okay. Die Frage ist, wie ihr diese unterschiedlichen Wünsche kommuniziert und damit umgeht.

Smp!hinxx4


Ich kann dich sehr gut verstehen. Es ist glaube ich eher das Problem das er es erwartet und das erzeugt druck. Du bist niemanden zu irgendwas verpflichtet. Ich bin auch nicht der Typ Mensch der bei sowas Juhu schreit aber ich habe mich nie dazu zwingen lassen. Zum Glück ist mein Freund ganz genauso und würde sowas niemals von mir erwarten.

S:h/ojxo


Nun steht also Samstag den kompletten Tag etwas mit seiner Familie an, und Montag Abend auch! Und das ist der Punkt: Mir wird es zuviel. Ich habe Freitag die letzte Prüfung und bin noch dazu nicht ganz fit. Hier entsteht das Dilemma: Er erwartet das ich an beiden Tagen dabei bin, was ich aber nicht möchte. Montag bis Freitag muss ich sowieso wieder arbeiten und habe also nur Sa/So zum erholen!

Da wäre übrigens mein Kompromiss vermutlich, dass ich Samstag dabei bin, mich Sonntag erhole und Montagabend nicht mitkomme.

L#ewijan


Australien877

Ich finde es sehr wichtig, auf sich selber zu achten und zu wissen, was einem gut tut und was einem weniger gut tu, und dann fuer sich zu sorgen.

Ich glaube, das ist ganz zentral in Beziehungen. Es geht darum, eine Beziehung so zu fuehren, dass sie sich fuer beide richtig anfuehlt, aber das ist nicht einfach, weil Menschen, auch Beziehungspartner, sehr unterschiedlich sind. Es gibt da so eine romantische Vorstellung, dass alles perfekt sein soll, alles perfekt passen, und die Wuensche der beiden sollen harmonisch sein, und dann macht man sich leicht ein schlechtes Gewissen, wenn man in irgendeiner Sache mehr Abstand will als der (doch schliesslich liebende) Partner.

In langen Partnerschaften prallen unterschiedliche Vorstellungen der Partner immer mal wieder aufeinander, das ist einfach so, zwischen zwei Menschen in einer Partnerschaft werden sich immer mehr oder weniger tiefe Graeben auftun; und das Geheimnis der langfristigen Partnerschaft besteht darin, wie die beiden dann damit umgehen.

Dass etwas nach aussen perfekt aussieht und "normal sein" oder eher scheinen nach dem Motto "die anderen haben auch immer ihre Freundin dabei" ist dabei nicht wichtig. Du hast deine Beduerfnisse und du spuerst sei, und du trittst fuer sie ein. Das finde ich gut und wichtig. Natuerlich wirst du auch Kompromisse machen und machen muessen in der Partnerschaft, aber erstmal ist es sehr wichtig, dass du deinem Freund klar und sichtbar machst, was deine Beduerfnisse sind, wo du stehst, wer du bist quasi.

Das ist einfach nicht mein Ding!

Genau! Tritt dafuer ein, was "dein Ding" ist! Er muss es wissen. Du bist du, du bist nicht sein Schmuckstueck, du bist nicht dazu da, dass seine Beziehung nach aussen harmonisch und perfekt aussieht.

Die Beziehung so zu gestalten, dass sie fuer euch beide gut ist, das ist eure Aufgabe, das ist nicht einfach, und das muesst ihr zwischen euch austragen, so offen, ehrlich und gutwillig, wie ihr halt koennt, aber eben auch, jeder muss zu sich selber stehen!

A$ustraAlienx877


COMRAN

Und es war für mich auch selbstverständlich, dass Feiern bei Freunden mit der Partnerin besucht wurden. Es konnte auch mal für mich ein wenig viel werden, gerade die Verwandschaftsbesuche. Aber andererseits - wenn man ehrlich ist - bleibt immer noch genug Zeit als Paar oder für sich alleine.

Ich will auch deine Prüfungen nicht in Abrede stellen, aber ganz ehrlich: im Laufe des Lebens wird es noch viel mehr Dinge geben, die dich binden. Täglich 8-9 Stunden für den Beruf verbringen, einen eigenen Haushalt führen, Hobbies, Vereine, Ehrenamt oder was-auch-immer. Dass du da schon die Krise bekommst, nur weil seine Mutter Geburtstag hat, ist eigentlich wirklich ein Luxusproblem.

Danke für deine Antwort. Ich muss dir aber sagen, ich führe einen eignen Haushalt und arbeite auch neben der Uni und in den Semesterferien täglich 8 Stunden! Also was diesen Punkt angeht: Ich bin nicht überfordert von den Anforderungen meines Lebens. Außdem habe ich einige Hobbys und auch einen Freundeskreis.

Es geht mir hauptsächlich darum, dass ich das Gefühl habe Erwartungen erfüllen zu MÜSSEN, damit er mich liebt und glücklich ist.

Das ich in meinem Sein nicht so akzeptiert werde wie ich bin.

@ Shojo:

Vielen Dank für deine Antwort! Genau so eine Art Mensch bin ich eben auch, ich brauche meine Rückzugsmöglichkeiten um auch einmal meinen Gedanken nachzuhängen bzw nichts zu tun.

Mein Freund ist in dieser Hinsicht einfach anders. Er muss immer etwas tun, redet sehr viel und gerne und kann vermutlich schwer nachvollziehen, dass ich anders ticke. Das ist aber nicht nur bei mir das Problem, er kann sich schwer in andere Leute reinversetzten.

Du hast Recht, ich rede dann oft etwas herum um das Problem und entschuldige mich bzw. verweichliche den eigentlich Inhalt um ihn nicht zu verletzten.

@ Lewian :

Das ist auch ein großer Punkt. PERFEKT! Er ist ein Mensch, der sehr nach "Perfekt" aus ist. Er hat sehr klare Vorstellungen vom Leben, was ich einerseits sehr liebe aber andererseits auch schwierig für mich ist.

Er ist auch jemand der nicht gerne streitet und Konflikten weit gehend aus dem Weg geht, weil es nicht seinem Wesen entspricht.

Was Frauen angeht, hatte er schon zwei großes Pecht ( Das spielt sicher auch mit rein)

Seine Ex- Freundin, war einerseits total kontrollierend und andererseits hatte sie eigentlich nie Zeit für ihn.

Hinzu kam (Und hier entsteht auch irgendwie Druck), dass sie auch sehr selten mitkommen wollte zu seinen Freunden/Familie.

Das hat er sehr kritisiert an ihr und war auch Grund weshalb er sich trennte. Das macht mir Angst!

Sie war einfach vom Typ her diesbezüglich anders (Wie ich eben auch), aber er hat versucht sie zu ändern bzw es nicht verstanden und sie konnte ihn nicht verstehen. Das war der Trennungsgrund.

Seine Eltern führen in seinen Augen, perfekte Ehe! Sie unternehmen alles zusammen, seine Mutter kümmert sich perfekt um Haushalt/Kochen/Vereine etc.

Ich glaube sowas wünscht er sich auch insgeheim.

Aber ich verspüre nur Druck wenn ich daran denke. Ich wünsche mir auch eine Familie, möchte gerne mal Kinder haben, heiraten, aber ich bin sehr freiheitsliebend und möchte nicht alles zusammen machen. Ich möchte mich nicht zwingen lassen etwas zusammen zu machen, und es letztendlich nur tun, damit er nicht böse ist oder traurig ist. Das fühlt sich für mich nicht gut an.

Ich glaube ich reagiere auch deswegen so sensibel auf das Thema mit dem Wochenende, da es gerade allgemein so viel war/ist.

Er ist gerade nur am planen, unsere Urlaube (August) und was wir noch so alles vorhaben etc. Ich fühle mich dann so erschlagen. Aber so ist er. Ich habe etwas Angst, dass wir zu unterschiedlich sind.

Das sich auf Dauer diese Verschiedenheit nicht vereinbaren lässt und irgendwann zur Trennung führt.

qvuahcksLalbxerei


Andererseits werde ich dann wütend auf mich selbst, dass ich in der Hinsicht so kompliziert bin und ihm seine Wünsche diesbezüglich nicht erfülle.

Ich finde Dich in der Hinsicht null kompliziert. Kompliziert fände ich es, wenn Du nicht klar äußern würdest, dass Du lieber zu Hause bleiben möchtest. Du gehst doch auch oft mit, wenn ich das richtig verstanden habe?

Geht er eigentlich selbstverständlich davon aus, dass Du mitkommst, oder kommt auch mal die Frage: "Möchtest du mitkommen oder lieber zu Hause bleiben?"? DAS fände ich eine Selbstverständlichkeit.

APust,raliOen87x7


@ quacksalberei

Das ist das nächste Problem: Vor 1/2 Monaten war es noch so, dass er es einfach festgelegt hat. Er ging einfach davon aus, dass ich Zeit habe!

"Am Samstag steht ja bei uns XY an, und am Donnerstag YX , aber danach haben wir dann Ruhe bis zum XY" So ungefähr.

Das hat mich teilweise richtig verärgert.

Inzwischen frägt er ob ich am Tag XY Zeit habe. Das finde ich schonmal eine gute Entwicklung.

A3ed{gixva


Den Beitrag von Lewian kann ich nur unterschreiben.

Vor allem brauchst Du kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn Du mal nicht bei den Verabredungen Deines Freundes dabei sein kannst oder willst. Du hast ja auch Dein eigenes Leben. Gerade vor einer wichtigen Prüfung sollte das selbstverständlich sein.

Ich hatte vor über 20 Jahren auch einen Freund, der mich ständig bei sich oder seiner Familie haben wollte. Er fing dann immer gleich an, meine Liebe anzuzweifeln, wenn ich mal Nein gesagt habe. Das hat meine Gefühle für ihn dann auch stark abgekühlt! Dummerweise war ich damals dann nicht immer ehrlich, sondern habe Ausreden gebraucht, nur um mal für mich sein zu können. Also ein bißchen wie "krankfeiern" im Job oder Schule. So etwas ist natürlich ein totaler Beziehungskiller!

Also, erkläre ihm nochmal deutlich und ehrlich, daß Du einfach Zeit für Dich, Deine Ausbildung und Deine eigenen Freunde brauchst! Und laß Dich nicht unter Druck setzen von Sprüchen wie" alle anderen sind doch auch da.., die wären alle so enttäuscht, usw.

Übrigens sind meine Eltern auch so unterschiedliche Typen: mein Vater hat sehr die Ruhe weg, sitzt gern mal nachmittags mit Zeitung, Buch und Fernseher auf der Couch. Für meine Mutter ist das absolut nichts. Sie hat, seit sie Rentnerin ist, mehr Termine als früher :-) : englisch, Sport, Gemeindearbeit, Wandern usw. Trotzdem verstehen meine Eltern sich noch nach über 50 Jahren super, weil sie sich eben so akzeptieren, wie sie sind! Das ist viel besser, als sich zu verbiegen, um den Ansprüchen des Partners zu entsprechen. *:)

Blenita!B.


A.sch in der Büx haben und Tacheles reden. Und es mal aushalten, wenn er enttäuscht ist.

Du hast längst versäumt, Grenzen zu setzen. Also tu es jetzt.

R@ogerRxabbit


Oh weh, ich habe allein beim Lesen einen Kloß im Hals bekommen; der Zustand, den du beschreibst, würde mich langfristig sehr unglücklich machen.

Andererseits werde ich dann wütend auf mich selbst, dass ich in der Hinsicht so kompliziert bin und ihm seine Wünsche diesbezüglich nicht erfülle.

Ich finde nicht, dass du einen Grund hast, wütend auf dich zu sein. Du erfüllst ihm seine Wünsche ja sogar und es geht ja sicher gar nicht darum, ihm in dieser Hinsicht alle Wünsche abzuschlagen, aber eben manche, denn auch du hast ja deine Bedürfnisse.

Ich habe mich beim Lesen gefragt, ob in eurer Beziehung eigentlich dein Leben bleibt; also nicht euer Leben als Paar, sondern dein ganz individuelles, das ja auch vor deiner Beziehung existiert hat. Zum Beispiel:

Mein Freund war natürlich eingeladen und ich auch herzlich willkommen. An diesem Tag hatte ich keine Zeit, da ich selbst ein "Date" mit meinen Eltern hatte, und somit nicht mitkommen konnte.

Ich teilte es ihm mit , und merkte das es ihn total runterzog. Er war nicht sauer, aber enttäuscht.

Ein paar Tage später hat einer seiner besten Freunde Geburtstag und feiert! Ich kann an diesem Tag nicht, da eine Freundin von mir ebenfalls feiern wird, wie ich heute erfuhr.

Hier hast du ja nun sogar ganz konkrete Gründe, weshalb es dir nicht möglich ist, seine Termine wahrzunehmen.

Bei Studium, Nebenjob und offenbar ständigen Besuchen bei seiner Familie und seinen Freunden, bleibt doch dann gar keine Zeit für deine Freunde, Hobbys oder, für mich ganz wichtig, gepflegtes Nichtstun. Habt ihr darüber denn mal in Ruhe gesprochen? Also am besten nicht, wenn es wieder aktuell ist, sondern ohne konkreten situativen Anlass?

Seine Eltern finden es angemessen und schön, wenn er ein-bis zwei die Woche zum essen kommt! (3-4 Stunden!)

Also wirkliche jede Woche 1-2x essen bei den Eltern nun dann noch über mehrere Stunden?

Er möchte das ich jedesmal dabei bin!

Warum? Gerade bei einem normalen Essenbesuch bei den Eltern kann ich das nicht nachvollziehen. Vor allem nicht in dieser Häufigkeit.

Seine Freunde sind auch untereinander befreundet (Die meisten zumindest), darum finden oft Feste, bzw Kneipen-Abende statt, oft verabredet Er sich auch so gerne 1-2 mal die Woche mit einem Freund zum essen.

Das Problem: Auch hier soll ich überall dabei sein!

Auch hier: warum? Warum kann er sich nicht (mal) allein mit seinen Freunden treffen?

Außerdem ist bei seinem Freund und dessen Freundin, welche die gemeinsame Hausparty gaben, alles PERFEKT, und er wollte mit mir gemeinsam daran teilhaben... Ich habe das nicht so ganz genau verstanden, aber so wie er es mir erklärt hat, klang es erstens danach: Das WIR als Paar, an diesem Glanz der von der perfekten Beziehung der beiden ausgeht teilhaben, und anderseits auch, dass auch er zeigen kann vor den anderen, wie glücklich wir sind!

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Ich fände es total okay an einem der beiden Tage etwas mit seinen Eltern zu machen(Zumal das locker 4-5 Stunden in Anspruch nimmt!Früher gehen ist keine Option!), aber ich hatte mich jetzt erstmal auf eine ruhige Zeit gefreut, wo ich mich etwas erholen kann!

Ich finde schon auch, dass es durchaus angemessen ist, zum Geburtstag der Mutter zusammen zu gehen, aber das lehnst du ja auch nicht ab. Die Erwartung, dass du das zweimal machst, finde ich sehr hoch.

Mich würde solche eine Beziehung erdrücken und würde vermutlich langfristig zur Trennung führen. Damit will ich um Himmels Willen nicht sagen "Mensch trenn dich, das passt ja nicht", sondern dass dieses Thema bei euch meiner Meinung nach eine intensive Auseinandersetzung fordert. Sonst werdet ihr wohl Beide nicht froh damit.

Mir geht es wie Shojo: Ich bin ein Mensch, für den es unglaublich wichtig ist, alleine zu sein und auch ich habe mich schon oft damit konfrontiert gesehen, dass das manchen Leuten unglaublich schwer zu vermitteln ist. Ich möchte meinen Partner, Freunde und Familie wirklich nicht missen - aber ich kann sie nicht ununterbrochen um mich herum haben. Das hat aber nichts mit ihnen zu tun, sondern mit mir.

Zum Glück funktioniert das sowohl in meiner Beziehung als auch in meinem Freundeskreis gut und ich kenne es tatsächlich überhaupt nicht so, dass man sich da nur gemeinsam trifft (eher andersrum). Mein Partner kann sich sehr gut selbst beschäftigen und das, obwohl er hier eigentlich weder Familie noch Freundeskreis hat. Es ist nie ein Problem, wenn ich allein zum Sport gehe oder mich mit Freundinnen treffe. Wir verbringen trotzdem Zeit zusammen.

@ Comoran

Warum vermischst du die Gefühle für ihn mit seiner Freizeitgestaltung?

Na sie ist ja ungewollt in der Regel Teil seiner Freizeitgestaltung.

In meiner Familie war es auch üblich, dass jeder Anlass im großen Rahmen begangen wurde. Und es war für mich auch selbstverständlich, dass Feiern bei Freunden mit der Partnerin besucht wurden. Es konnte auch mal für mich ein wenig viel werden, gerade die Verwandschaftsbesuche.

Es ist sicher in viele Familien Usus, dass man zu Feierlichkeiten als Paar erscheint. Wenn es einem aber zu viel wird, liegt es doch aber an einem selbst, sich entsprechend abzugrenzen. Manche haben riesige Familien und ständig gibt es etwas zu feiern. Ich finde nicht, dass man automatisch vom Partner erwarten kann, dass er einen Großteil seiner Freizeit dafür hergeben möchte.

Aber andererseits - wenn man ehrlich ist - bleibt immer noch genug Zeit als Paar oder für sich alleine.

Das kann man doch so pauschal bei Anderen gar nicht beurteilen. Bei uns gibt es so gut wie keine Familienfeiern, aber ich wüsste nicht, wo ich die im Fall der Fälle alle unterbringen sollte, ohne mich massiv einzuschränken.

Täglich 8-9 Stunden für den Beruf verbringen, einen eigenen Haushalt führen, Hobbies, Vereine, Ehrenamt oder was-auch-immer.

Das sind ja dann aber eben auch ihre Aktivitäten und weitgehend wahrscheinlich frei gewählt.

Dass du da schon die Krise bekommst, nur weil seine Mutter Geburtstag hat, ist eigentlich wirklich ein Luxusproblem.

Ich sehe da gar kein Luxusproblem. Und nur weil seine Mutter Geburtstag hat trifft ja überhaupt nicht den Kern des Problems.

Das ist alles zu bewerkstelligen und er wird es sicher verstehen, wenn du mal Wichtigeres zu tun hast, als seinen Kumpel oder seine Mutter bei einem Essen zu beglücken.

Das ist wohl genau der Knackpunkt: Versteht und akzeptiert er es ohne größere Dramen und Enttäuschungen oder eben nicht.

AHustra`li]enx877


Ich tue mir diesbezüglich schwer Grenzen zu setzten, da er mir (Ich denke es ist keine Absicht), dass Gefühl gegeben hat, dass es sonst irgendwann vorbei sein könnte.

Sein bester Freund, verheiratet , ein Kind, ist totunglücklich darüber, dass seine Frau so faul ist und nie etwas unternehmen will.

Sein Freund findet das nicht gut, vorallem des Kindes wegen. Er möchte das seine Frau mehr unternimmt, mehr rausgeht und mit ihm Fahrrad fährt. Er hat ihr extra ein Rad geschenkt, aber seine Frau möchte einfach nicht. Auch möchte seine Frau nicht oft etwas mit gemeinsamen Freunden unternehmen.

Sein Freund hat sogar schonmal überlegt sich deswegen zu trennen, da er so nicht auf Dauer leben will und er hofft seine Frau ändert sich.

Mein Freund versteht das total. Er hat betont wie schrecklich er sowas findet, und auf Dauer ist das kein Zustand.

Besonders mies war es zu betonen: Seinem Kumpel gehört die Wohnung sowieso alleine, und die Frau müsste sich halt dann was anderes suchen.

Mein Freund besitzt auch ein eignes Heim, und möchte das ich zu ihm ziehe. Aber diese Einstellung und Aussagen habe mich irgendwie schockiert.

Vorallem da wir ein ähnliches Problem habe - Ich möchte nicht immer gemeinsam etwas unternehmen, brauche viel Zeit für mich etc.

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