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Verhalten gegenüber Vorgesetzten

J^une-38


Hallo alle,

die Situation hat sich wie folgt entwickelt: Mein Chef ist ein Verfahrensfehler unterlaufen, bei demich acuh mit drin hänge. Hätte er das nicht im Kollegium erzählt, würde ich jetzt nicht gemobbt werden von meinen Kollegen - bin ja die Verräterin, weil ich keinem etwas davon erzählt habe und das alleinige Vertrauen meines Chefs genoss. Jedenfalls zog das ganze in der Firma dann seine Kreise. Mittlerweile stehen heftige Anschuldigungen, die nicht haltbar sind, über meine Arbeit im Raum. Weil ich nicht mehr wusste, wie ich mit meinem Chef noch zusammenarbeiten kann, bin ich zum Oberboss gegangen und bat ihn im Vertrauen um Rat. Er glaubte mir interessanter Weise sofort, ohne dass ich meine Unterlagen zeigen musste. Und ließ mich bei der Gelegenheit noch einiges über meinen neuen Chef wissen. Jedenfalls will er nun mit meinem Chef noch einmal ein Gespräch führen. Damit ich wegen der Situation nicht noch meinen Job verliere, sagte er mir, ich solle meinen Chef per Mail noch einmal um entsprechende Informationen bitten, damit ich meine Arbeit vernünftig machen kann. Dabei sollte ich in jedem Fall den Abteilungsleiter ins CC und ihn ins BCC setzen. Das tat ich dann auch.

Mein Chef reagiert, allerdings nicht unbedingt mit der Notwendigen Klarheit sondern mit Vorwürfen - dabei hatte ich sachlich neutral geschrieben und ihm erklärt, warum ich ihm maile. Jedenfalls hatte ich gestern ein Gespräch mit meinem Chef. Er ließ mich wissen, dass er die Zusammenarbeit beenden würde, wenn ich nochmal seinen Chef ins CC setze, ohne vorher mit ihm zu sprechen - was ich die ganzen letzten vier Monate getan hatte, sogar per Mail. Mein Chef war hart und wertete meine Arbeit auf subtile Weise ab. Er ließ mich deutlich spüren, dass er von meinen Methoden nichts halten würde. Als ich ihm von den verbalen Angriffen von Kollegen auf dem Flur berichtete, wurde er auf einmal richtig sauer und entschied sich, die Mail ans Kollegium doch alleine zu schreiben - ich hatte ihn über die Situation informiert und ein klärendes Gespräch mit allen Beteiligten vorgeschlagen. Seinen Vorschlag, dass er einfach mit ihnen reden würde, weil es ja seine Aufgabe sei, diejenigen, für die er verantwortlich ist, zu schützen, lehnte ich dankend ab. Ich ließ ihn auch direkt wissen, dass ich nicht wollte, dass er Probleme für mich löst und dass ich ohnehin vermute, dass sich keiner an ihn wenden würde. Jedenfalls hat er mich dann überzeugt, dass er die Mail an alle schickt. Dabei sagte er mir aber auch, dass er darauf eigentlich keine Lust habe - als wenn ich dazu Lust haben würde!!! Beim Formulieren der Nachricht musste ich ihn dann sogar zurückhalten, dass er selbst nicht zur verbalen Attacke übergeht. Zum Schluss unseres Gespräches empfahl er mir, vorerst auf Abstand zu den Leuten zu gehen und nur in die Firma zu kommen, wenn es notwendig sei. Außerdem schien er sich richtig zu freuen, dass ich morgen in den Urlaub fahre. - Er hatte sich bereits vor vier Wochen besorgt über meinen Kaffeekonsum geäußert...

Ich habe mich nach dem Gespräch unglaublich erschlagen gefühlt. Jedenfalls habe ich mich gleich sachkundig gemacht, inwiefern mich mein Chef, der mich nicht eingestellt hat, wofür herauswerfen kann. Ich empfinde seine Ansage auch als Drohung bzw. meinem Verständnis nach ist das schon Erpressung.

Sein Verhalten gibt mir insgesamt zu denken: Er hat gestern im Gespräch sogar Dinge geleugnet, die er mir in Mails geschrieben hat. Jedenfalls verstehe ich es kein bisschen, wie sich jemand, der mir droht, gleichzeitig Sorgen um mich macht (Kaffeekonsum, Urlaub).

Aus meiner Perspektive gesehen sind da auch Abreits- und Beziehungsebene irgendwie miteinander verwurschtelt. Ich finde es ganz komisch, wie er sich verhält.

Und was ich noch viel merkwürdiger finde, das sind meine Gefühle. Einerseits will ich von diesem Typen nur noch klare Arbeitsanweisungen haben, damit ich ihn möglichst wenig kontaktieren muss. Andererseits will ich nicht glauben, dass er mir gedroht hat. Und zudem empfinde ich doch irgendwie Zuneigung - das macht mir selbst richtig Angst.

Ich habe ein wenig den Eindruck, dass wir als Arbeitsteam kein starkes abgeben, uns privat aber viel besser verstehen könnten... Und dann gibt es ja immer noch die von mir abgelehnte Einladung zum Essen... Ich habe seither ein bisschen das Gefühl, dass er seine Gefühle für mich hinter irgendwelchen Abwertungen verbirgt...

Was kann ich denn jetzt tun? Ich habe Angst, die Situation nicht klar genug zu sehen bzw. dass mein Glaube daran, dass mein Chef nicht so ein dummer Mensch ist, für den ich ihn z.T. erachte, mein Urteilsvermögen trübt und ich wieder viel zu naiv bzw. gutgläubig bin.

Ich finde es auch ganz seltsam, dass ich trotz allem noch irgendwie Gefühle für ihn habe - allerdings weiß ich, dass ich sofort kündigen würde, wenn ich nur noch Ablehnung empfände.

Also... wie sieht das denn für jemanden von außen aus... ???

Fcemrxi


arbeite doch unbedingt an deinem innrern Selbstwertgefühl. Das du einfach für dich stehen kannst, egal was alle anderen denken und auch deine Gefühle dich nicht umwerfen.

Du bist nicht deine Gefühle.

Du hast Gefühle.

Oder sie haben dich (suboptimal).

Robert Betz, dessen Angebote ich sehr mag und die hier auch sehr gut rein passen, hat immer gesagt, "Die Firma ist wie ein Kindergarten, weil wir alle mit unseren verletzten inneren Kindern aus der Kindheit herunlaufen".

Dieser Tip mit dem Coaching, der hier schon mal kam find ich ganz gut. Sogar im moment mehrmals die Woche.

Auf der Robert betz Seite sind Coaches aufgelistet.

In einem etwas weiteren Rahmen mach doch mal etwas Eltern Arbeit, also inneren Frieden schließen mit dem inneren Bild über deine Eltern und auch mit deinem Inneren Kind. Da gibts von Robert Betz CDs wo man das günstig und effektiv machen kann. Gerne PN.

Das akute ist doch das ihr euch und du dich dort in dieser Firma nicht zerschießt gegenseitig.

Aber wenn man es nicht halten kann, dann geh halt.

Oder du holst dir so viel Beratung, das du diese ganze Situation integrieren kannst und transformieren kannst und gut weiter arbeiten kannst.

Viel Erfolg!

J^uGne3x8


Hallo an alle,

danke für die Hinweise.

Obgleich sich die Zusammenarbeit mit meinem Chef noch herausfordernd gestaltet, ist es erst einmal besser geworden. Ich bin gespannt, wie es weitergeht, wenn er von seiner langen Dienstreise zurück sein wird.

Interessant finde ich - und nicht mehr irritiert, da ich es geschafft habe, innerlich etwas Abstand zu gewinnen und meine Emotionen etwas besser wieder zu kontrollieren - dass er mir vorhin von seiner Reise schrieb; er bedankte sich dafür, dass ich vor seinem Chef und Kollegen Loyalität bewiesen hatte, wie er erfuhr, und nannte mich wieder beim Kurznamen - nach den Problemen hatte er das gelasse. "Liebe "nickname", danke, das ist sehr lieb von dir! :)" seine emotionalen Aeusserungen finde ich nach wie vor interessant. Ich hoffe, die Zusammenarbeit wird besser... Bin jetzt jedenfalls etwas zuversichtlicher.

Viele Grüße @:)

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