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Noch ein Kind? Wessen Wunsch "wiegt" schwerer?

Alias 736023 hat die Diskussion gestartet


Hallo Forengemeinde,

ich stehe hier vor einem großen Problem und erhoffe mir Input von außen.

Da es um Beziehung und Familie geht, habe ich es mal in diesem Forum plaziert. Ich hoffe, das ist so okay.

Meine Frau und ich (38 und 40) sind glückliche Eltern von drei wunderbaren Kindern (7, 5, 2).

Nun ist es so, dass meine Frau seit einigen Monaten immer wieder erwähnt, dass sie sich ein viertes Kind wünscht. Es sei ein Herzenswunsch von ihr.

Ich liebe unsere Familie und bin zufrieden, genau so wie es ist. Einem vierten Kind sehe ich sehr skeptisch entgegen. %:|

Nun hatten wir letzte Woche einen heftigen Streit deswegen, weil das Fell auf beiden Seiten dünn ist, wenn es um das Thema geht.

Sie ist der Meinung, dass wir das schaffen und behauptet, sich der "Nachteile" bzw. "Gefahren" durchaus bewusst zu sein. Wir schaffen das trotz aller Bedenken, meint sie...

Es liegt also quasi nur an mir. Meine Skepsis und Vorbehalte hindern uns daran, das Familienglück zu vervollständigen. Leider klingt das etwas sarkastisch... ich ärgere mich und bin überfordert damit, dass sie mir diese Entscheidung aufbürdet. {:(

So stehe ich also vor einer extrem schweren Entscheidung: über meinen Schatten springen und ihr diesen Wunsch "gewähren" (das hört sich blöd an, aber ich denke es ist klar, wie das gemeint ist), oder auf meinem Standpunkt bleiben und riskieren, dass meine Frau den Rest des Lebens damit hadert...

Welcher Wunsch wiegt schwerer? Wie trifft man so eine schwere Entscheidung?

Ich liste mal ein paar meiner Bedenken auf (nicht nach Priorität sortiert):

- reicht das Geld?

- reicht der Platz in der (Eigentums-)Wohnung (ist mit 5 Personen schon gut gefüllt)?

- der Platz im Auto wird zu wenig

- die Zeit, die für die Kinder bleibt, ist sowieso schon sehr wenig. Wie soll die Zeit reichen, wenn es noch ein Kind mehr ist?

- schaffen wir das tatsächlich? Wir sind eigentlich mit drei Kids schon ausgelastet und für eigene Hobbies ist nicht viel Zeit

- es gibt nicht viel Unterstützung von außen. Die Großeltern haben selbst viel um die Ohren und können uns nicht wirklich aktiv helfen

- wir müssten sehr viel neu kaufen, da wir vieles schon auf Basaren verkauft haben...

- ich wollte eigentlich nie so spät noch ein Kind bekommen. Gesetzt den Fall, dass es schnell klappt, bin ich dann mindestens schon 41.

Oh je... kann mir jemand den Kopf gerade richten? {:(

Antworten
PZerWsexida


Warum setzt ihr euch nicht zusammen und rechnet einfach alles durch? Was müsste sich ändern, dass du dich mit einem Kind besser abgesichert fühlst? Was könnte man besser organisieren und planen?

Gebt euch etwas Zeit. Man muss ja nicht alles sofort entscheiden.

Meine Eltern haben später (mein Vater war Mitte 40) auch noch ein Kind bekommen.

Ich würde davon abraten, einfach rational zu bewerten, wer denn nun mehr 'Recht' hat. Versucht gemeinsam eine Lösung zu finden.

Hwatsch-epsuxt_


Ein "mehr Recht" gibt es in solchen Fällen meines Erachtens nicht, warum sollen deine Wünsche mehr oder weniger Wert sein? Wichtig ist eher, den Standpunkt des anderen zu verstehen und zu gucken, ob sich eine Lösung für unterschiedliche Standpunkte finden lassen.

Konkret zu deinen Punkten:

reicht das Geld? - Das würde ich mir durchrechnen. Bist du Alleinverdiener oder trägt deine Frau etwas dazu bei? Würde sich an der Konstellation etwas ändern?

reicht der Platz in der (Eigentums-)Wohnung - Habt ihr da unterschiedliche Vorstellungen? Und wie sähe es mittelfristig aus?

der Platz im Auto wird zu wenig - konkret: Müsst ihr ein neues Auto kaufen und ist das finanziell drin?

die Zeit, die für die Kinder bleibt, ist sowieso schon sehr wenig. Wie soll die Zeit reichen, wenn es noch ein Kind mehr ist? - Hast du das Gefühl, dass du eigentlich jetzt schon mehr mit deinen Kindern unternehmen möchtest? Welche Hindernisse gibt es?

- schaffen wir das tatsächlich? Wir sind eigentlich mit drei Kids schon ausgelastet und für eigene Hobbies ist nicht viel Zeit.

Dies sehe ich als sehr wichtig an. Wie viel Zeit habt ihr für euch und für euch als Paar? Hast du die Befürchtung, dass ihr zu kurz kommt?

gCaulgoisxe


Das ist sehr schwierig! Ich glaube nicht, dass man wirklich gute Ratschläge erteilen kann. Ich denke aber, dass das ein Entschluss ist, den ihr wirklich beide tragen müsst - und dass deine Ablehnung genauso berechtigt ist, wie der Wunsch deiner Frau.

Meine drei haben ungefähr denselben Abstand wie eure. Und ja, ich wollte auch immer vier, bin von heute aus aber sehr froh, dass es bei dreien blieb, weil ich mir damals in meiner Babyverblendung nie auch nur einen Strich Gedanken darüber gemacht hatte, was einem da eigentlich blüht, wenn sie jahrelang immer und immer größer, hungriger und anspruchsvoller werden, darüber hatte ich damals nie richtig nachgedacht.

Warum will deine Frau so dringend noch ein Kind? Weil das alles so heimelig, so wunderschön und großartig ist? Weil sie dringend nochmal schwanger sein, ein Baby haben möchte? Das reicht nicht. Schon mit dreien wird es schwierig, du erwähntest ja schon Auto, Wohnung - und: Zeit für euch.

Für die andere Seite: klar könnt ihr das schaffen. Wenn ihr drei schafft, gehen auch vier. Setzt euch zusammen, sprecht darüber, wie ihr eure Zukunft seht, fragt euch, was ihr in so ca. zehn Jahren noch machen wollt. Ich drücke euch die Daumen.

jveri


Vier Kinder sind eine Herausforderung. ...

Nicht nur finanziell.

Ich glaube, an so ein Abenteuer kann man sich nur heranwagen, wenn wirklich beide ohne große Bedenken dahinterstehen. Und auch die großen Kinder sind ja noch recht klein.

LzolwaX5


Also ich finde, dass in diesem Fall deine Bedenken eindeutig schwerer wiegen (sollten). Ich meine ihr habt doch schon drei (!!!) Kinder. Das sollte doch echt auch einer Frau mit großem Kinderwunsch reichen. Nur weil man Kinder - sofern keine Fruchtbarkeitsprobleme vorliegen - gratis und eins nach dem anderen erzeugen könnte, muss man diesbezüglich meiner Meinung nach nicht gleich "unersättlich" werden. ":/

Hat deine Partnerin keinen anderen Sinn im Leben als Mutterschaft? ":/

LhoolaX5


Für die andere Seite: klar könnt ihr das schaffen. Wenn ihr drei schafft, gehen auch vier.

Das kann einem niemand garantieren. Vielleicht würde die Beziehung daran zerbrechen, wenn er sich zu einem vierten Kind breitschlagen lässt?!

Es kann auch sein, dass das vierte Kind sehr viel mehr Betreuung braucht als die ersten drei zusammen (aus welchen Gründen auch immer: Sei es, dass man ein Schreibaby bekommt, sei es, dass eine schwere körperliche und/oder geistige Behinderung zu bewältigen ist.)

Insofern würde ich nicht automatisch davon ausgehen, dass es auch mit vier Kindern klappt, nur weil es mit dreien klappt.

LyolapXx5


Oder es wird zufällig eine Mehrlingsschwangerschaft und dann wären es nicht vier Kinder sondern gleich 5 oder 6. Auch nicht ausgeschlossen.

EZhemamligTer Nut?zerx (#15)


Ich gehe mal von einer anderen Seite ran:

Ich lese hier rein pragmatische Punkte - wie sieht es denn bei Dir gefühlsmäßig aus? Willst Du vom Gefühl her noch ein 4. Kind?

m<ond+3sterxne


Ich gehe mal von der rationalen Seite ran. So betrachtet, sehe ich kaum einen Grund, ein weiteres Kind zu bekommen. Neben den von Dir genannten Gründen spricht auch das Kindeswohl und die heute schon bedenkliche Überbevölkerung gegen ein weiteres Kind.

Aber, genauso rational gesehen, gegen einen Hormonrausch gibt es keine Argumente. Deshalb würde ich sagen, der Wunsch Deiner Frau wiegt eindeutig schwerer.

L&o!laX5


Aber, genauso rational gesehen, gegen einen Hormonrausch gibt es keine Argumente.

Sehe ich nicht so. Wir reden hier von einem erwachsenen Menschen, der Verantwortung für seine Beziehung und drei Kinder trägt. Von so jemandem wird man doch wohl auch die Existenz einer Ratio erwarten dürfen! Man kann doch nicht irgendwelche Launen und Befindlichkeiten (sei es psychisch oder hormonbedingt) über alles stellen!

Jedenfalls stelle ich mir verantwortungsvolle Elternteile anders vor.

mPonvdE+^stNernxe


Ja, ich auch.

G(rie ssp;uddixng


Was hast Du als Mann davon?

Sie hat schon drei Kinder, reicht das nicht?

Wenn Du nicht willst, solltest Du Dich nicht bedrängen oder erpressen lassen.

wshatamttragedy


Ehrlich gesagt, sehe ich nur ein einziges Argument für noch ein Kind - deine Frau will unbedingt.

Davon abgesehen, dass dieser Wunsch nach einer weiteren Schwangerschaft durchaus weiter bestehen kann, finde ich das ohnehin recht dünn.

3 Kinder sollten nicht nur reichen, wenn sie euch an die Grenzen der Belastbarkeit bringen, ist ein weiteres letztlich auch unverantwortlich.

Ich würde mich dann durchsetzen.

KRlLeixo


Alias 736023

Welcher Wunsch wiegt schwerer? Wie trifft man so eine schwere Entscheidung?

Ich liste mal ein paar meiner Bedenken auf (nicht nach Priorität sortiert):

- reicht das Geld?

- reicht der Platz in der (Eigentums-)Wohnung (ist mit 5 Personen schon gut gefüllt)?

- der Platz im Auto wird zu wenig

- die Zeit, die für die Kinder bleibt, ist sowieso schon sehr wenig. Wie soll die Zeit reichen, wenn es noch ein Kind mehr ist?

- schaffen wir das tatsächlich? Wir sind eigentlich mit drei Kids schon ausgelastet und für eigene Hobbies ist nicht viel Zeit

- es gibt nicht viel Unterstützung von außen. Die Großeltern haben selbst viel um die Ohren und können uns nicht wirklich aktiv helfen

- wir müssten sehr viel neu kaufen, da wir vieles schon auf Basaren verkauft haben...

- ich wollte eigentlich nie so spät noch ein Kind bekommen. Gesetzt den Fall, dass es schnell klappt, bin ich dann mindestens schon 41.

Das heißt, Du hast schon einmal materielle Bedenken, die heutzutage durchaus gewichtig sein können. Es hängt natürlich davon ab, wie Dein Einkommen ist, denn ich gehe davon aus, dass Du arbeiten gehst und Deine Frau zu Hause ist. Wenn nicht, bitte berichtigen.

Genauso erwähnst Du, dass ihr keine Unterstützung habt und die Zeit mit den Kindern jetzt schon knapp. Wie schaut die Erziehung der Kinder aus? Wie sind die Aufgaben aufgeteilt und wie wird es mit einem vierten Kind sein? Werden ihr oder wohl Deine Frau in der Hauptsache in der Lage sein, vier Kinder zu erziehen, so dass nicht das älteste oder oder die älteren zwei Elternaufgaben übernhemen müssen, je älter sie werden, denn so schön große Familien auch sein mögen, so schaffen es Eltern ab einer Anzahl Kinder sie schlichtweg nicht alleine zu versorgen, sondern teilen die älteren Kinder ein. Gut, bei Euch ist es keine Großfamilie im Sinne von 8-10 oder 12 Kinder, denn nicht jedes Kind solcher Familien fand es prickelnd Ersatzmutter oder -vater ihrer Geschwister zu sein, anstatt Kind oder Teenager sein zu dürfen. Manche schaffen schon 3 Kinder nicht mehr alleine und damit meine ich nicht unbedingt die materielle Komponente, wenn auch die schlicht eine Rolle spielt.

Letztlich bist es meiner Ansicht nach nicht Du, der die Entscheidungsgewalt hat, sondern beide und wenn Du kein Kind mehr willst, dann wüsste ich nicht, warum Deine Frau noch ein Kind haben wollen würde, denn damit würdest Du die Vaterrolle schon nicht so übernehmen, wie es sein sollte. Das gehört für mich genauso zu einem verantwortungsvollen Verhalten, sowohl einer Erwachsenen als auch einer Partnerin.

Dass Du in der Hauptsache die materiellen Grundbedürfnisse abcheckst liegt Nahe, wenn Du der Alleinverdiener bist und mit einem 4. Kind es sich wohl auch "für immer" erledigt hat, dass Deine Frau jemals materiell etwas zum Haushalt beisteuert, es sei denn, Du bist so ein Großverdiener, dass Ihr Euch entsprechende Kräfte leisten könnt, damit sie doch wieder arbeiten geht. Aber auch wenn Ihr Euch von vorne herein auf eine klassische Rollenverteilung geeinigt hättet, so bliebe die Verantwortung der materiellen Versorgung bei Dir und die ist schon jetzt enorm. Das sind jetzt Annahmen von mir, die von einem halbwegs angenehmen Mittelstand ausgehen. Das müsstenst Du berichtigen, falls es irgendwo anders ist, egal was die Rollenaufteilungen betrifft, Alleinverdiener, generelles Einkommen und Zukunftspläne.

Welche Frage noch offen ist, was mit Euch als Paar ist? Habt ihr jetzt eine Zweierbeziehung, die ihr leben könnt und wie würde es mit einem 4. Kind ausschauen, sofern der Wunsch überhaupt von Euch beiden da ist. Wenn ihr natürlich nur als Eltern leben wollt, erübrigen sich diese Fragen.

Ich schließe mich auch der Frage

Hat deine Partnerin keinen anderen Sinn im Leben als Mutterschaft? ":/

an. Ich habe Mütter erlebt, die mit ihren 3 Kindern nicht zurecht kamen. Nur, weil es jetzt funktioniert, heißt es nicht, dass es so bleibt und die Erziehung in 2 Jahren nicht zusätzliche Herausforderungen bringen wird. Worum also ging/geht es Deiner Frau und/oder Dir, wenn es um den Wunsch der drei Kinder ging/geht, die ihr schon habt und worin sieht sie den Wunsch begründet, ein viertes Kind haben zu wollen? Geht es um die Kinder oder um etwas anderes?

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