» »

Kommunikation in Beziehungen mit whatsapp und Co.

s`enscibSelmaxnn99


Ich bekenne mich schuldig: Ich habe Whatsapp noch nie zur Kommunikation genutzt (obwohl ich sehr technikaffin bin). Ich halte von Kurzkommunikation nicht viel- in Ausnahmefällen (für wichtige Informationen rufe ich an oder lasse mich anrufen (dann zur Not auch auf Anrufbeantworter oder SMS). Ansonsten verläuft die Fernkommunikation per Email.

C,omraxn


Ich habe es sprachlich gerne ausführlich und ausformuliert. Messenger wie WhatsApp verleiten zur schnellen, oberflächlichen Kommunikation, die Emotionen schon durch Bildchen ersetzen muss. Für mich ist das nur ein Werkzeug im echten Bedarfsfall und ich habe nicht einmal eine richtige Flatrate auf dem Handy. Ich schreibe meiner Frau z.B. im Normalfall den ganzen Tag nicht, obwohl wir uns beruflich bedingt nicht sehen. Das meiste hat Zeit bis zum Feierabend, wenn wir unsere gemeinsame Zeit verbringen und uns in Ruhe unterhalten können. Wenn ich alles Neue sofort schreiben würde, dann hätten wir deutlich weniger Dialog, was ich schade fände.

K;lexio


Lomax

Ich habe es sprachlich gerne ausführlich und ausformuliert.

Ich denke, dass das, was Comran schreibt, eine große Rolle spielt. Nach meiner Beobachtung ist das der springende Punkt, nämlich inwieweit jemand überhaupt in der Lage ist sprachlich zu kommunizieren, ob jemand reflektiert ist, sich gerne sprachlich ausdrückt, an einer persönlichen Auseinandersetzung interessiert ist (seiner eigenen oder anderen Personen), etc. etc. Das ist auch hier zu beobachten: Wenn jemand einen Faden eröffnet und nicht in der Lage ist sein Problem halbwegs zu formulieren (drei Sätze hinknallt), nicht auf die Beiträge eingeht, dann schlicht, weil er das nicht will. Dass es zu Missverständnissen kommen kann, ist klar, das gilt sowohl für das persönliche Gespräch als auch der schriftlichen Kommunikation, trotzdem hängt es noch davon ab, ob jemand überhaupt in der Lage ist einen ganzen Satz zu formulieren und vielleicht noch einige, die im Zusammenhang dazu stehen. Ich meine - gehst Du heute einkaufen oder ich, ist zwar Kommunikation, aber kein Gespräch und angeblich sprechen die meisten Paare täglich sowieso über nichts anderes als diese Alltagsdingen. Es ist ja nicht so, als hätte Whatsapp die Gesprächskultur in der Paarbeziehung verändert. Whatsapp & Co. zeigen sie vielleicht nur deutlicher auf. Derjenige, der jetzt per Whatsapp Schluss macht, hat es früher vielleicht gar nicht oder per Telefon. Das war bzw. ist ja genauso verpönt. Jetzt ist es halt verpönt über Whatsapp Schluss zu machen. Welcher Typ Mensch macht das denn? Jemand, mit dem man generell gut kommunizieren kann? Mit dem man lange und tiefsinnige Gespräche führt?

sven>sibeKlm0annx99


Das meiste hat Zeit bis zum Feierabend, wenn wir unsere gemeinsame Zeit verbringen

:)z

Die Auge in Auge Kommunikation halte ich ohnehin für die schönste und facettenreichste. Ich sehe die Mimik, ich sehe die Gestik, ich höre die Betonung, ich höre den Klang der Stimme ...

Digitale Kommunikation ist ziemlich trostlos- eher dafür gut, um wichtige Nachrichten zu übermitteln oder für sachlichen Austausch.

S1olaxmie


Ich bin Mitte 30 und nutze WhatsApp im Grunde nur für Sachinfos a là "kannst Du noch Brot mitbringen" oder "wann kommst Du heim" oder "treffen wir uns Dienstag...". Manchmal kriege ich nette Videos, die ich mag, wenns persönlich ist (also Kinder etc.) und doof und nervig finde, wenns so Dinge sind, mit denen man auf facebook eh zugeschmissen wird.

Beziehungstechnisch würde ich nie und nimmer was über WhatsApp regeln. Wenn ich das Gefühl habe, es müsste was geklärt werden, dann greife ich immer zum persönlichen Gespräch. Leider hat meine Mutter z.B. da überhaupt kein Gespür dafür und hat mir schon mehrfach echt heikle und schmerzhafte Dinge über Kurznachrichten mitgeteilt. Leider hat sie auch im Nachhinein da überhaupt keine Einsicht, dass sowas unpassend ist. Das ist also nicht nur eine Frage der Generationen...

MOir.sanmixr


Ich beginne allmählich eine Handy Aversion zu entwickeln, egal wo man hinkommt, nach 5 Minuten klopft oder bimmelt so ein Ding, mein Gegenüber muss SOFORT nachschauen (weil sonst die Welt untergeht), dann beugen sich 5 Köpfe über das kleine Display und müssen einen ach so lustigen Film anschauen, brechen in Gelächter aus und haben natürlich selbst so unglaublich lustige Filme auf ihren Handys...

Spätestens da mische ich mich ein, frage, ob man noch an einem Gespräch mit mir interessiert sei und gewöhnlich wird das Ding dann auch weggesteckt und man kann sich endlich unterhalten.

Mein Handy ist grundsätzlich auf lautlos gestellt (es vibriert nur) und ich bringe meine Bekannten zum Wahnsinn, weil ich am Abend vielleicht mal nachschaue, ob es was Neues gegeben hat. Hat natürlich den Nachteil, dass ich schon wichtige Sachen nicht mitkriegte, wie verschobene Termine oder Anfragen, ich möge doch bitte etwas Dringendes erledigen. Ist dann eben so! Ich mache mich nicht zum Sklaven von dem Ding und wer mir etwas zu sagen hat, spricht mit mir, schreibt mir ein mail (meinen Computer checke ich öfter) oder ruft mich tatsächlich auf dem Festnetz an (wenn da einer anruft, weiß ich, es ist dringend und ich gehe gewöhnlich ran oder rufe zurück).

Es gibt aber tatsächlich Fälle, da ist ein Handy nützlich und auch Whatsapp, nämlich dann, wenn man unterwegs ist und sich wichtige Dinge zu sagen hat, wie, wo man sich wann trifft oder was man evtl. mitzubringen hat. Oder wenn jemand beim Arzt / Prüfung ist und man auf ein Ergebnis wartet, dann passiert es sogar mir, dass ich mit Handy in der Hand dasitze und warte und auch mal rangehe, auch wenn gerade jemand gegenüber sitzt, derjenige weiß aber Bescheid, weil ich mich schon im Vorfeld entschuldige, dass ich auf etwas Dringendes warte. Das würde ich bei jedem akzeptieren.

Nachrichten wie "hi wie gehts, ich sitz grad auf dem Klo" beantworte ich nicht und ich sehe es auch nicht ein, dass jemand, mit dem ich rede, auf so etwas reagieren muss.

Mir würde auch etwas abgehen, wenn mein Mann und ich abends zusammentreffen und wir nicht reden könnten über das, was am Tag passiert ist, weil man schon alles über Handy geschrieben hat. Mein Mann würde mir einen Vogel zeigen, wenn ich ihn mit Belanglosigkeiten zumüllen würde.

RDalphx_HH


Ich bin 45, zu einer Zeit groß geworden, als ich zur Untermiete wohnend noch in die Telefonzelle gehen musste, Handys gabs noch nicht, Internet auch nicht, die einzige Telefonleitung im Haus war blockiert, wenn einer telefonierte. Der liebsten hat man Briefe von Hand geschrieben, die Antwort kam eine Woche später, nicht nach 2 Minuten.

Ich habe lange Zeit ohne Handy gelebt, erst mit den Kindern kam der Wunsch, für die Partnerin auch mal erreichbar zu sein im Notfall oder heute für die Schule.

Whatssapp nutze ich, um mit Menschen, die ich gut kenne hin und wieder das eine oder andere auszutauschen. Urlaubsfotos schicken, eine kurze Nachricht, die ausdrücken kann, dass ich an jemanden denke. Praktisches wie "kaufst Du noch eben Brot ein". Die ganzen Sachen, die ein langes Telefonat nicht lohnen würde. Der große Vorteil von Nachrichten ist, dass man sie lesen kann, wenn man Zeit hat während ein Telefonanruf genau jetzt entgegen genommen werden muss. Was mich etwas nervt ist die Erwartungshaltung, die das weckt. Du hast ein Telefon bei Dir, also melde Dich gefälligst... Ging vorher gut ohne.

Was ich nicht verstehe, ist, dass Jugendliche sich ihre Gefühlswelt in Kurznachrichten verpackt übermitteln, voller Missverständnisse. Dass sie sich mit Freunden austauschen, was es bedeuten könnte, was da jemand geschrieben hat, oder warum jemand nicht antwortet. Da ließe sich mit einem persönlichen Gespräch oder per Telefon sicher so manches einfacher klären. Und das sklavische Festhalten am Smartphone, was jede zwischenmenschliche Kommunikation tötet...

Da erzählt ein Vater von der Party seiner Tochter, die total traurig war - keine Stimmung, alles öde, weil quasi jeder nur den Abend lang auf sein Smartphone gestarrt hat, in Erwartung von irgendwas, während das Leben gerade unbemerkt an ihnen vorbei zieht. Und ein anderer Vater erzählt von einer Party seiner Tochter, unten im Keller, wo kein Empfang war, und alle waren total begeistert, wie toll so ein Abend ohne Handyempfang sein kann...

M\rsHxide


Was ich nicht verstehe, ist, dass Jugendliche sich ihre Gefühlswelt in Kurznachrichten verpackt übermitteln, voller Missverständnisse. Dass sie sich mit Freunden austauschen, was es bedeuten könnte, was da jemand geschrieben hat, oder warum jemand nicht antwortet.

Aber war das früher und wäre es ohne Kurznachrichten denn so viel anders? Dann würde man sich eben Gedanken machen, warum er noch nicht angerufen hat, ob man selbst anrufen soll, ob er versucht hat anzurufen und es war besetzt, ...wie dieses oder jenes Wort gemeint war, ob er nun geguckt hat oder nicht, .. - Unsicherheit bei Teenagern ist doch keine neue Erscheinung.

l_ohveablxe<3


Was ich nicht verstehe, ist, dass Jugendliche sich ihre Gefühlswelt in Kurznachrichten verpackt übermitteln, voller Missverständnisse. Dass sie sich mit Freunden austauschen, was es bedeuten könnte, was da jemand geschrieben hat, oder warum jemand nicht antwortet. Da ließe sich mit einem persönlichen Gespräch oder per Telefon sicher so manches einfacher klären.

Ich denke, dass liegt daran, dass sie es nicht mehr kennen. Viele haben jetzt schon mit spätestens 10 Jahren ein Smartphone. Sie lernen es nicht mehr anders. Das ist die Zukunfts-Generation.

P;lüschbxiest


Beim lesen von WhatsApp Nachrichten bestimmter Personen stell ich mir imner vor,

dass wäre ein persönliches Gespräch zwischen uns .

Wenn dort zum Beispiel ne steht, dann weiß ich dass die Person die schreibfaul ist im persönlichen Gespräch wohl gesagt hätte ne, das nicht. Und schon ergibt das einen ganz anderen Sinn.

Funktioniert natürlich nur, wenn man weiß was der andere so üblicherweise tickt.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beziehungen oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Psychologie · Erziehung · Sexualität · Homo, Hetero, Bi


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH