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Trennung nach 9 Jahren? Leidensgenossen zum Erfahrungsaustausch

PUustkeblumex1987 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich bin schon lange stille Mitleserin und möchte nun selbst ein Thema eröffnen, da es mir gerade gar nicht gut geht.

Ich (31) bin mit meinem Partner (34) seit mehr als 9 Jahren zusammen, es ist meine erste Beziehung. Wir sind als Studenten zusammengekommen. Eigentlich kriselte es schon zu Beginn der Beziehung immer wieder, was zu Streitereien führte, wobei wir irgendwie immer wieder die Kurve bekommen haben. Streitpunkte sind seit Beginn eigentlich die selben, wie ich immer wieder erschrocken feststelle, da sich einfach nichts ändert. Ich komme mit seinem Umgangston nicht klar. Er hat für mich fast zwei Gesichter und man weiss nie, wann es umschlägt. Der eine Teil ist nett, verständnisvoll, unterstützend, diesen Teil mag und liebe ich. Der andere Teil ist ungeduldig, gereizt, vorwurfsvoll, bestrafend. Ich habe das Gefühl, dass durch zunehmend Stress auf der Arbeit etc. dieser ungeliebte Teil immer mehr Raum einnimmt. Es ist für mich inzwischen nicht mehr erträglich... Durch Umzug, Arbeitsstress etc. sind wir aktuell sozial sehr isoliert, sprich wir haben hier im Moment nur uns und ich muss sagen, dass ich mich durch seine Unberechenbarkeit auch gar nicht mehr traue ihn irgendwohin mitzunehmen, da es schon häufiger sehr peinlich für mich war aufgrund seines unhöflichen Verhaltens.

Nun hat es vorgestern erneut heftig gekracht. Er hatte wieder einen Ton drauf, der mich kirre gemacht hat. Ausserdem ist nun erneut (war letztes Jahr schon der Fall) unser Urlaub geplatzt, da er mir Vorwürfe machte, dass er den Urlaub für sein Hobby braucht und ich ihm keine Möglichkeit lasse diesem nachzugehen (1 min vor diesen Vorwürfen wollte er noch mit mir in den Urlaub starten und ich war bereits bei den Buchungsseiten unterwegs). Naja, die Gründe für den Streit sind eigentlich egal, der Punkt ist, dass ich schon wieder an dem Punkt bin, wo ich mich fragen, möchte ich mich den Rest meines Lebens so behandeln lassen? Besteht überhaupt die Chance, dass wir zwei zusammen glücklich werden? Ich fühle mich immer mehr eingeengt, gefangen und unglücklich und ich habe das Gefühl, ich halte es nicht mehr aus. Natürlich haben wir auch schöne Zeiten, sonst hätte ich es ja keine 9 Jahre ausgehalten, aber ich möchte das so nicht mehr hinnehmen, ich denke mir, das muss auch anders gehn. Ich wurde noch nie von jmd. anders so herablassend behandelt wie von ihm, das schmerzt.

Nun habe ich in meiner Wut nach Wohnungen geschaut und direkt etwas gefunden, das mir sehr gut passen würde (was einem Wunder entspricht, in der Gegend, in der ich wohne!). Ich muss nach dem Wochenende zu- oder absagen und jetzt krieg ich langsam Bammel. Halte ich das durch? Mache ich einen Fehler? Dazu kommt, dass er mir wahnsinnig leid tun wird, weil ich jetzt schon weiss, wie er die Trennung aufnehmen würde und wie er dann wieder auf einmal anders sein kann und sich 2 Wochen zusammenreisst bis zum nächsten Knall....

Also was möchte ich mit diesem Faden? Ich glaube, etwas Begleitung und Unterstützung und einen Ort zum ausheulen... Vielleicht ist ja jmd. gerade in einer ähnlichen Situation oder hat es bereits hinter sich und möchte sich mit mir austauschen? Da ich hier keine Freunde habe, fühle ich mich gerade ziemlich einsam und verloren....

Antworten
Skheil+agh


*:)

[...] möchte ich mich den Rest meines Lebens so behandeln lassen?

Die Frage beantwortet sich von selbst: Nein, dass möchtest Du sicherlich nicht.

[...] direkt etwas gefunden, das mir sehr gut passen würde (was einem Wunder entspricht, in der Gegend, in der ich wohne!).

Das, meine Liebe, würde ich als "Zeichen" oder "Fügung" sehen und unbedingt handeln! :)z :)_


Dein Partner hat - warum auch immer (die Gründe sind hier vielfältig aber in erster Linie nicht Dein Belang) den Respekt vor Dir und die Dankbarkeit für Deine Liebe verloren.

Mach' einen Cut - beende es, zieh' aus!

Sollte ihn das "wecken", und dazu bringen einen langfristigen Kurswechsel und echte Selbstreflexion nebst Änderungswillen zu entwickeln, werdet ihr zu einem gegebenen Zeitpunkt in der Zukunft wieder zusammen finden - keine Sorge! :)z

Falls nicht - hast Du hier Deinen Neustart in ein glücklicheres Leben auf dem Silbertablett.

Die entscheidende Frage ist also nun:

Hast DU noch genug Selbstrespekt um zu handeln?

Ich wünsche es Dir!

Alles Liebe! @:)

AUndrAuscxh


Ich bin zwar jetzt schon seit 6 Jahren Single, habe mich damals aber auch nach 9 Jahren getrennt. Mein Ex war ähnlich drauf.

Ich habe ihn nach einer Situation, die mich mal wieder sehr verletzt hat, um ein Gespräch gebeten, wir sind Essen gegangen (neutraler Boden) und haben darüber gesprochen. Ich habe ihn dann gefragt, ob er mich überhaupt liebt und ganz spontan kam von ihm ein nein - ich bin mir sicher, dass er das hinterher bereut hat. Am nächsten Morgen habe ich einen Vermieter, mit dem ich zusammengearbeitet habe, angerufen und hatte 24 Stunden später eine Wohnung.

Lange Rede, kurzer Sinn: das war das Beste, was ich tun konnte. Es war wie eine Befreiung, als ich 3 Wochen später einziehen konnte. Ich habe damals auf mein Bauchgefühl gehört.

Die zentrale Frage ist wirklich - willst Du für den Rest Deines Lebens (inkl. Kindern, Haus etc.) so behandelt werden? Die guten Zeiten bringen nichts, wenn jederzeit solche Schwankungen auftreten. Damit will ich nicht sagen, dass eine Beziehung nicht auch mal schwierig sein kann, aber das Vertrauen sollte schon da sein.

L'iEnaVla80


Hallo Pusteblume, im letzten Jahr ist mir ähnliches "passiert", ich habe mich nach fast 10 Jahre Partnerschaft und 3 Jahren Ehe von meinem Mann getrennt. Auch ich habe mich gefragt, kann ich das hier den Rest meines Lebens "aushalten" und die Antwort wurde immer lauter "nein". Die Probleme bei uns waren anders gelagert, im Grunde geht es aber immer darum, dass die Wertschätzung für den anderen und für die Liebe die man hat, abhanden kommt. Und nur noch die eigenen Interessen zählen, die Urlaubsdiskussion habe ich ebenfalls geführt. Und dann habe ich mich gefragt: Will ich den Rest meines Lebens darum betteln, dass man Zeit mit mir verbringt? Nein. Will ich mit diesem Mann eine Familie gründen (wenn er es denn überhaupt will?)Nein.

Ich hatte es insofern etwas leichter, als dass sich ein "Fluchthelfer" angeboten hat, dazu will ich jetzt hier aber nicht mehr sagen. Allerdings hat bei mir erst der Rat einer Freundin wirklich etwas bewegt, der lautete: Zieh mal für 4 Wochen aus. Nimm Dir eine Übergangswohnung und sprecht miteinander, wie es weitergehen soll. Wenn er das nicht mitmacht, ist er es nicht wert.

Was soll ich sagen, er hat es nicht wirklich mitgemacht, statt kamen latente Drohungen ala "dann liebe ich Dich jetzt nicht mehr" und den Anspruch, schnell wieder nach Hause zu kommen, ich wäre jawohl verrückt. Null Verständnis für mich und meine Situation.

Da wurde dann immer deutlicher, dass er nicht verstanden hat, um was es geht. Ich würde Dir auch dazu raten, das zu versuchen. Denn bei manchen Männern bewirkt das auch ein Umdenken, wenn man dann mal nicht mehr da ist, und sei es auch nur kurzfristig. Das Risiko, dass er dann aber feststellt, ohne Dich ist auch nicht schlimm, besteht natürlich.

Sei mutig. Du bist noch jung genug, um wieder neu anzufangen, glaub mir. Du wirst jemanden finden, der Dich wirklich will und liebt. Und wenn es nur Du selbst bist. Das ist immernoch besser, als sich respektlos behandeln zu lassen.

Machen wir uns nix vor, die nächste Zeit würde ganz übel, da gibts nichts zu diskutieren. Und auch eine neue Liebe wird das Loch nur zum Teil stopfen können, was er reißt. Ich wünsche Dir dennoch viel Kraft für alles was kommt. @:)

S=unflowEer_x73


Ich würde die Wohnung mal als Wink mit dem sprichwörtlichen Zaunpfahl sehen...

Ja, wir alle haben unsere unschönen Seiten und Stress kann so einiges mit einem machen. Aber das darf kein Dauerzustand werden und man sollte nach einem akuten Schlechte-Benehmen-Anfall pronto die Scherben kitten. Authentisch. Und daraus lernen. Statt dem anderen die Schuld zu geben.

In diesem Sinne... Leicht wird es nicht, aber ist das Aushalten des jetzigen Zustandes leicht?

Dzie eSeh,erxin


schau mal kurz nach hinten und reflektiere diese 9 jahre... und dann schau nach vorne und überleg mal, wie viele jahre da noch vor dir sind. auch ich neige nicht dazu, zu trennung zu raten, aber wenn sich in jugendbeziehungen jährlich dann immer mehr die persönlichkeiten manifestieren - und damit dann auch die negativen/schwierigen eigenschaften - bin ich sehr skeptisch, wenn es um veränderungen geht.

p<araze:llnusxs


Verlaß ihn. Eventuell braucht er auch einen Stups um wieder durchatmen zu können. Neun Jahre Zwistigkeiten sind ja auch genug. Und lediglich bei wem bleiben, weil er dann rumheult, das isses doch auch nicht. Geh neue Wege und such dir Menschen, die dir gut tun.

S=chwe7den2m009


Würdest du bzw. ihr eine Paartherapie in Betracht ziehen?

mcoraTbabxy


Ich verstehe, dass das eine sehr große Entscheidung ist, die dir vielleicht Angst macht.

Meine Idee: nimm die Wohnung.

Die Beziehung musst du ja nicht zwangsläufig auch beenden.

Auf jeden Fall hast du damit aktiv dein Leben in eine Richtung gebracht und nicht nur ausgehalten in der Hoffnung, dass sich von außen etwas tut.

Alles weitere ergibt sich dann.

Wünsche dir alles Gute @:)

MVano7n4x3


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