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Diagnose Krebs? Wie geht man mit demjenigen um?

M}yDecYembexr hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr lieben.

Ich hoffe, es ist das richtige Forum. Eventuell gehört es auch in das Thema Beziehungen. Ich weiß nicht genau.

Also es ist so: meine Oma hat seit Anfang des Jahres abgebaut. Sie hatte schon einmal den Kampf gegen Krebs gewonnen, das ist über 15 Jahre her. Alle Informationen, die ich geben kann, sind nur die, die mir meine Mutter erzählt hat, da ich meine Oma nicht sehr oft besuchen kann und auch per Telefon so gut wie nie Kontakt habe.

Nun wurden in ihrer Leber und vermutlich auch in der Bauchspeicheldrüse Krebszellen gefunden. Das MRT hat noch mehr Stellen gezeigt, an denen der Krebs gestreut hat. Demnächst soll eine Biopsie gemacht werden.

Zu Ostern habe ich sie gesehen: sie hat sehr abgenommen, gelbliche Haut, traurig.

Keiner weiß, wie es weitergeht. Nur ich bin mir sicher, dass sie wohl nicht mehr lange leben wird. Ist es schlimm, dass ich so denke?

Ich weiß nicht so richtig, wie ich fühlen soll. Eigentlich mag ich meine Oma, sie ist ja schließlich meine Oma. Aber ich habe kaum einen Bezug zu ihr. Soll ich jetzt auf einmal mich doch mehr um sie kümmern? Und wenn ja wie? Ich habe keine Ahnung, was ich mit ihr reden soll. Mein Leben hat sie noch nie sonderlich interessiert und jetzt wahrscheinlich erst recht nicht mehr.

Kann mir vielleicht jemand helfen, mich zu sortieren?

Danke euch fürs Lesen @:)

Antworten
Dqie S)ehe-rin


zuerst einmal glaube ich dass es wichtig ist, wenn du dir bewusst machst, was du gerne noch von deiner oma haben wollen würdest. du merkst gerade, dass es endlich ist und du in absehbarer zeit keine oma mehr haben wirst.

und egal, was du dann machst, wird es richtig sein - besuche sie, schreibe ihr einen brief, frag sie, wie es ihr geht, was sie braucht... :)_

MhyDecCekmbexr


Ich möchte von meiner Oma nichts mehr haben. Ich möchte ihr gern das Gefühl geben, dass sie trotzdem eine gute Oma ist/war. Ich weiß von ihr so wenig, aber ich weiß trotzdem nicht, was ich sie fragen soll.

Sie sagt immer, sie braucht nichts. Sie will ja auch kaum mit meiner Mama sprechen. Es ist seltsam.

Dvie S1ehexrin


vielleicht solltest du ihr dann den respekt zollen, ihre (nicht)wünsche ernst zu nehmen?

aber einen brief kannst du ihr ja trotzdem schreiben :-D

MXyDecpembxer


Da weiß ich auch nicht, was ich reinschreiben soll. ":/ Das ist irgendwie feige, weil ich mich ja nicht "traue", mit ihr persönlich zu sprechen. Oder sehe ich das falsch?

hPeute_<hier


Hm, das ist schon eine schwierige Fragestellung, weil es offensichtlich wenig beiderseitiges Interesse gibt.

Eine Krebsdiagnose in fortgeschrittenem Alter (wie alt ist deine Oma?) ist leider wenig von Behandlungserfolg gekrönt - so traurig das ist. Das gehört zum Leben dazu :-(

Wenn du jetzt nur aus Pflichtgefühl mit deiner Oma Kontakt halten willst, bringt das sicherlich weder dir noch deiner Oma etwas.

Ich habe im Familienkreis auch eine Seniorin, die mit über 80 Jahren eine Krebsdiagnose bekommen hat und jetzt in Chemotherapeutischer Behandlung ist. Da verbringt sie viel Zeit im Bett und freut sich über jede Ablenkung. Bei Telefonaten oder bei Besuchen erzählt sie gern über ihre Erinnerungen. Die fallen ihr ein, wenn man ganz belanglos über alltägliches spricht (was gab es zu essen, was habe ich heute gemacht etc.). Allerdings hatte ich schon immer ein gutes, wenn auch nicht enges Verhältnis zu ihr. Da ist eben Vertrauen da.

Vielleicht wäre ein Besuch ein guter Anfang.

Alles Gute für deine Oma @:)

ECh)emaligerS Nu<tzer (#.15)


Ich habe es dann doch hier nach "Beziehungen" verschoben. Der Schwerpunkt liegt ja darin und nicht in der Art der Erkrankung.

MnyDec$embxer


Hallo heute_hier,

danke erstmal. Meine Oma ist 67. Also noch gar nicht alt.

Ach ich weiß auch nicht so recht. Vielleicht mach ich es mir auch schwerer, als es ist.

Aber ist es nicht blöd für den "Kranken", wenn man erst Aufmerksamkeit bekommt, wenn es schon fast zu spät ist?

h>eute_\hieor


Aber ist es nicht blöd für den "Kranken", wenn man erst Aufmerksamkeit bekommt, wenn es schon fast zu spät ist?

Nein! Ganz und gar nicht.

Deine Oma hat zur Zeit ganz andere Sorgen, als sich über solche Kleinigkeiten Gedanken zu machen. Wenn es einem gesundheitlich an den Kragen geht (ich spreche aus Erfahrung) treten alle alltäglichen Gedankengänge in den Hintergrund. Sie muss jetzt jeden Tag überstehen mit den Herausforderungen, die für Gesunde keine darstellen.

Es ist besser, sich weniger den Kopf zu zerbrechen als vielmehr zu handeln.

Du hast ja einen Impuls, deiner Oma etwas Gutes zu tun. Der kommt von irgendwoher. Ich denke, das wird schon seine Richtigkeit haben :)z

Achso, mit Mitte 60 bestehen doch noch gute Heilungschancen @:)

DLie ZSeheirixn


Da weiß ich auch nicht, was ich reinschreiben soll. ":/ Das ist irgendwie feige, weil ich mich ja nicht "traue", mit ihr persönlich zu sprechen.

das ist doch das schöne an einem brief - du kannst total unbefangen anfangen drauf los zu schreiben, kannst alles sagen, was du dich sonst nicht trauen würdest... und abschicken musst du ihn nicht, bzw. kannst das machen wann und wie du willst!

M+yDecSembeWr


Achso, mit Mitte 60 bestehen doch noch gute Heilungschancen @:)

Selbst wenn der Krebs schon überall gestreut hat? Ich weiß, dass es bei Bauchspeicheldrüsenkrebs sehr schnell gehen kann und leider wohnt meine Oma auf einem Dorf und da ist es mit den Terminen nicht so leicht. Sie musste schon ein Monat auf ihren MRT Termin warten. Sie will aber auch in kein Krankenhaus in einer größeren Stadt, wo man sofort handeln könnte. Das verstehe ich nicht. :-(

Dwie Saeherxin


Achso, mit Mitte 60 bestehen doch noch gute Heilungschancen

da sollte man sich nichts vormachen! bauchspeicheldrüsenkrebs ist mist und ich habe von noch keiner "heilung" gehört - nur dass er ab 70 nicht mehr so schnell wütet!

also, ich würde die zeit nutzen :)_

h7eUu te_Bhier


Ok, so richtig kenne ich mich mit den verschiedenen Krebsarten nicht aus.

Bin von der normalen Vorraussetzung ausgegangen: je jünger, desto widerstandsfähiger ist der Körper.

Das ist eine nicht unbedingt gerechtfertigte Verallgemeinerung. Bin leider hoffnungslose Optimistin.

Bei meiner sehr viel älteren Familienangehörigen weiss ich allerdings, dass wir dort nicht mehr viel Hoffnung zu vergeuden haben. Ihre letzten Tage sollen so schön wie möglich werden. Deshalb hat persönlicher Kontakt absolut Vorrang.

Naja, vielleicht könnest du deine Oma auch in der Hinsicht unterstützen, dass sie schneller Termine bekommt. Leider muss man da wahnsinnig hinter sein, sprich: telefonieren, nachfragen, drängeln.

Für unsere Krebserkrankte haben sich einige Leute ans Telefon gehangen und jetzt hat sie eine gute Ärztin. Das war nicht leicht, gerade wenn es um den Zeitfaktor geht. Man wird so leicht am Telefon abgewimmelt. Aber wenn mehrere Personen immer wieder das gleiche fragen, findet sich wundersamerweise ein Weg.

Ein krankes Gesundheitssystem ist das. Jetzt geht die zweite Runde los: Beantragung von Pflegeleistungen. Das ist leider auch ein Spießrutenlauf %-|

MvyDe`cembxer


Naja, vielleicht könnest du deine Oma auch in der Hinsicht unterstützen, dass sie schneller Termine bekommt. Leider muss man da wahnsinnig hinter sein, sprich: telefonieren, nachfragen, drängeln.

Ja ich weiß, aber das ist doch gar nicht meine Aufgabe. Sie hat doch ihre Kinder, die das doch für sie übernehmen sollten, oder? Und dann bräuchte sie auch jemanden, der sie dahin fährt und wahrscheinlich ist das auch der Grund, dass sie niemanden zur Last fallen will.

Ich fühle mich aus der Entfernung so, als wären mir die Hände gebunden. Könnte ich in einem Krankenhaus (Onkologie?) einfach mal anrufen und fragen, wie ich mich in der Situation verhalten sollte? Vielleicht kann ich auf diesem Weg etwas tun ":/

C.omErMan


Aber ist es nicht blöd für den "Kranken", wenn man erst Aufmerksamkeit bekommt, wenn es schon fast zu spät ist?

Es kommt darauf an, wie die Aufmerksamkeit aufgefasst wird. Da gibt es keine allgemeingültige Regel. Es hat viel damit zu tun, was deine Oma für ein Charakter ist und wie du ihr gegenübertreten kannst, wenn euer Kontakt so gering ist.

Als meine Mutter Krebs hatte, war ihr irgendwann die Aufmerksamkeit zuviel. Jeder fragte sie laufend, wie es ihr geht, jeder drückte das Bedauern aus, alle möglichen Leute sprachen sie an. Sie wollte gar nicht mit jedem darüber sprechen, außer mit den engsten Freunden und der Familie. Wo sie das Gefühl hatte, dass es auch ernst gemeint ist.

Kannst du nicht einen Kontakt zur Oma herstellen, der genauso ist wie in der Vergangenheit? Um ihr nicht das Gefühl zu geben, dass du dich jetzt pflichtgemäß interessierst? In diesem Kontext kannst du ja anklingen lassen, wie sehr du es bedauerst, dass sie Krebs hat und dass du ihr viel Kraft und Erfolg wünschst. Dann wirst du merken, wie sie darauf einsteigt, und wie du dich am besten verhältst oder ob du Wünsche bei ihr erkennen kannst. Ab da musst du einfach feinfühlig vorgehen.

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