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Nach Trennung wieder zu Hause wohnen

nDemmaMrxa hat die Diskussion gestartet


Hallo

Ich muss mir aktuell ein bisschen der Frust von der Seele schreiben, die letzte Zeit war sehr anstrengend für mich.

Nach 4 Jahren Beziehung, dem typischen Auseinanderleben und einer Erkrankung meinerseits (bin wegen Depressionen in medikamentöser Behandlung) beschlossen meine Partnerin und ich uns erst mal räumlich zu trennen.

Nun, da wir erst vor 2 Monaten unsere gemeinsame Wohnung auflösten und in ein Haus ihrer Eltern zogen, musste ich am Samstag zurück nach Hause ziehen. Dem Ort an dem ich vor 4 Jahren ausgezogen bin.

Zu allem Übel habe ich mit 2. Mai, also gestern meinen Job verloren (war häufig krank da mich die Depressionen und Schichtarbeit kaputt gemacht haben), morgen um 10 Uhr gleich einen Termin beim Arbeitsamt, ich nehm jeden Job an den man mir geben kann. :-(

Allerdings hat sich die Situation geändert, mein Opa (86) wohnt mittlerweile bei meiner Mutter da er pflegebedürftig ist und ansonsten ins Heim müsste, meine 2 Schwestern wohnen ebenfalls noch zu Hause.

Und dann komm ich auch noch dazu, nun sind wir 5 Personen auf 60m², ein Zimmer mein Opa, im Schlafzimmer meine Mutter und 2 Schwestern, ich nun auf einem Klappbett im Wohnzimmer.

Besser als auf der Straße, klar, aber ich fühle mich hier irgendwie echt unwohl. Bin jetzt jeden Tag mehrere Stunden irgendwo draußen auf einer Parkbank gesessen nur damit ich nicht zuhause sein muss. Ich verstehe dieses Gefühl selbst nicht, schließlich bin ich doch zuhause aufgewachsen...hier ist doch bestimmt jemand der auch schon mal zurück nach Hause gezogen ist, ging es euch auch so? ":/ Ist es die schon erfolgte Abnabelung vom Elternhaus? Oder die fehlende Privatsphäre (kein Wunder bei dem Raum/Personenverhältnis)?

Ich bin gerade echt am Boden, mein ganzes Leben ist in ein paar Wochen total auf den Kopf gestellt worden, aber es tut mir gerade gut wenn ich mir etwas von der Seele schreiben kann....

Antworten
Paaschbji;est


Da wäre ja ein Zimmer im Obdachlosenasyl noch besser, als dieses beengte Wohnen bei euch.

Hast du keinen Kumpel der dich aufnehmen könnte?

Oder bestünde eventuell die Chance dass dich deine (Ex?)Freundin wieder aufnimmt?

Verabschiede dich von dem Gedanken, dass das Arbeitsamt dir schnell einen Job vermittelt.

n&e:mma ra


Andere Wohnmöglichkeiten sind leider nicht verfügbar, meine Freundin könnte ich schon fragen theorethisch, aber ob sie da zustimmt nach nur 3 Tagen ist mehr als fraglich. Und sehr behaglich fühle ich mich auch nicht dabei, wenn ich wie ein Bettler ankomme :-(

Zurzeit bleibt mir wohl nur übrig, viel Zeit draußen zu verbringen, solange das Wetter mitspielt.

Um die Arbeit bemüh ich mich schon selbst, aber zumindest in der Gegend hier sind viele Stellen als erstes dem Arbeitsamt zugänglich, ich würde also auch ganz "frische" Angebote sehr bald bekommen.

M@akkaxbi


Da wäre ja ein Zimmer im Obdachlosenasyl noch besser, als dieses beengte Wohnen bei euch.

Naja: Überbelegt ist eine Wohnung mit weniger als 10m²/Bewohner, da geht also noch etwas.

Erstmal neuen Job suchen, der Rest kommt danach.

lJos3getir%et,en


nemmara

ich versteh dich sooooo gut. :)_ :)_ :)_

hab mich letzten oktober von meinem partner getrennt und auch erstmal zwei monate wieder in meinem alten zuhause, wo ich aufgewachsen bin, gewohnt.

und es war die reinste katastrophe. %:| %:|

ich war es gewöhnt, nach hause zu kommen, zu duschen, zu essen usw., wann ich will und bei meinen eltern musste ich mich wieder unterordnen, klar, gezwungenermaßen, in einem 4-personen-haushalt (mein bruder wohnt auch noch zuhause) muss man eben kompromisse eingehen. aber es war so dermaßen anstrengend und zermürbend, ich hab mich extrem unwohl gefühlt und war eigentlich ständig nur unterwegs, damit ich ja nicht daheim sein muss. meine eltern - besonders mein vater, mit dem ich eh immer schon ein angespanntes verhältnis hatte - gingen mir extrem auf den geist, ich wollte ihnen einfach nur ausweichen.

dabei liebe ich sie ja. aber alle unter einem dach, das geht eben nicht mehr.

man hat sich abgenabelt, hat seine eigenen gewohnheiten entwickelt und vor allem, man ist viel mehr privatsphäre gewöhnt.

ich musste in das arbeitszimmer meines vaters übersiedeln, da mein altes kinderzimmer von meinem bruder übernommen worden ist, ich hatte dort keine 10m2, keinen fernseher, ja nicht mal ein richtiges bett.

naja, lange rede, kurzer sinn: mach dir bewusst, dass es nur eine vorübergehende lösung ist und unter den derzeitigen umständen (jobverlust) wahrscheinlich auch die beste. augen zu und durch, bis du wieder einen job hast und dir eine neue wohnung suchen kannst. versuch einfach, es auszuhalten. mehr tipps kann ich dir leider nicht geben, ich wollte dir nur sagen, dass du nicht alleine bist! :)_ @:)

alles gute!

Mhilky*_e77


Ich denke es ist schwierig, wieder bei den Eltern zu wohnen, wenn man jahrelang die Selbstständigkeit gewohnt war.

Noch dazu ist es bei euch platzmäßig beengt.

Sieh es - wie losgetreten sagt - als Übergangslösung.

Jetzt kommt der Sommer, da kann man eh viel draußen sein.

Oder besuche immer mal wieder Freunde.

Auf keinen Fall den ganzen Tag zuhause sitzen, das führt sonst sicher bald zu Konflikten.

Alles Gute dass du bald eine eigene Wohnung haben kannst! :)*

n/emmxara


Danke für euren Zuspruch @:)

Losgetreten, beim lesen deines Textes kam mir der Verdacht wir wären Zwillinge die bei der Geburt getrennt wurden ;-D Also liegt es nicht an mir...

Natürlich liebe ich meine Familie auch und bin dankbar dass man mich aufnimmt in schlechten Zeiten, aber wie losgetreten auch geschrieben hat entwickelt man in der Zeit nach dem ausziehen doch seine Eigenheiten und Tagesroutinen die man in einem Haushalt mit mehreren Personen einfach einschränken/umstellen muss.

Der Termin am Arbeitsamt verlief sehr gut, ich habe der Sachbearbeiterin von der Situation erzählt und auch gleich einige Angebote bekommen (komme aus dem Metallgewerbe, schmutzige schwere Arbeit die nicht viele machen wollen) und die ersten 3 Bewerbungen sind unterwegs :)z

Zusätzlich war ich noch bei meiner alten Firma und habe dort meine Situation etwas erklärt, habe dort mit der Begründung ich hätte eine andere Firma gefunden aufgehört und das Angebot wurde nichts (hab mir diese Hintertür bewusst offen gehalten). Heute noch oder morgen bekomme ich eine Rückmeldung.

Die nächste Zeit wird sicher nicht leicht, das ist mir bewusst. Meinen Traumjob werde ich nicht sofort bekommen, jetzt gehts aber nur darum ein Einkommen zu erzielen und wenn ich arbeite bin ich ja auch nicht so oft zuhause ;-D. Vielleicht werde ich auch bei einer Zeitarbeitsfirma landen, egal ich brauche den Job.

Der Wohnungsmarkt in meiner Stadt sieht gar nicht so schlecht aus, die Kaution (im Rahmen 1500-2000€) habe ich auf der Seite, ein paar gebrauchte Möbel für den Anfang sind auch schnell gefunden.

Kurzfassung: Ich habe wieder etwas Hoffnung, der heutige Tag hat schon einiges auf den Weg gebracht. :-)

Danke nochmal für eure aufmunternden Worte :)^

n^emmxara


Es gibt Neuigkeiten ;-D

Ich beziehe am 1. Juni meine eigene kleine Wohnung ;-D Genauer gesagt eine 36 m2 Wohnung im Viertel wo ich aufgewachsen bin. Küche drin, Badezimmer ist auch komplett ausgerüstet und für kleines Geld bekomme ich auch noch die Wohnwand der Vormieterin (Maßanfertigung vom Tischler, schweineteuer). Super gute Lage, Post, Supermärkte und Hausarzt erreiche ich in 2 Minuten zu Fuß.

Ein Job in meiner Stadt ist ebenfalls so gut wie sicher, keine Schichtarbeit, Freitag mittags heim gehen und freiwillig Gehalt über dem Mindestlohn für meinen Beruf, obwohl ich nur 1 Jahr Berufspraxis habe. Noch dazu erreich ich den Betrieb in 5 Minuten mit dem Fahrrad, brauch mir also bis mindestens September kein Auto anschaffen.

Krass wie sich das Leben in kürzester Zeit verändern kann, ich dachte immer die Hoch und Tiefphasen in diesem Ausmaß hab ich mit 25 hinter mir :=o Aber es zeigt immer wieder dass im Spruch "Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere" doch sehr viele Körnchen Wahrheit stecken...

lJosge,tretxen


wow, das ging ja fix! :)= :)=

ich freue mich sehr für dich, das klingt ja alles richtig super! :)_

alles alles liebe und gute weiterhin. @:)

B}eauOtifulD2ay8x9


Ich habe gerade deinen Faden entdeckt und weisst du was mich am meisten fasziniert? Dass ein med1-User den Arsch in die Hand nimmt und seine Situation aktiv ändert trotz mieser Ausgangslage, sich nicht im Selbstmitleid suhlt und DAZU noch schreibt, wie es weitergegangen ist.

Das, diese Konstellation von allem, find ich toll! Glückwunsch :)^

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