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Libido wiedergefunden

SVol*dan+elxle


Ach Alias :°_ Das klingt alles ganz, ganz schlimm. Du klingst mittlerweile ganz anders, als noch zu Beginn deines Fadens.

Andererseits haben wir auch genug Probleme und ich bin nicht glücklich, obwohl ich alles habe, was ich immer wollte. Es fehlt einfach die richtige Liebe. Romantik, Leidenschaft. Wenn er weg ist, fehlt er mir nicht. Wenn er da ist, bin ich angespannt, still. Oft zickig und schnippisch.

Weiß dein Mann das? Ich habe den Eindruck, dass du entweder nicht mit ihm sprechen willst oder kannst. Unabhängig davon, dass es einen anderen Mann gibt. Aber das was du da schreibst, sollte dein Mann doch wissen. Merkt er gar nicht, dass du unglücklich bist? Hast du den Eindruck, dass dein Mann so glücklich ist?

Hast du eigentlich mittlerweile jemanden im RL, mit dem du dich darüber austauschen kannst? Außer dem Affärenmann?

Alias 738653


Es gibt eine einzige Freundin, die seit kurzem Bescheid weiß. Bis dahin habe ich mich allein gequält. Mir Tag und Nacht den Kopf zerbrochen.

Ich bin wirklich verzweifelt und befürchte, es würde meinem Mann das Herz brechen.

So oder so werden am Ende Menschen unglücklich sein, egal wie ich mich entscheide.

Er merkt dass ich komisch bin. Allerdings denkt er, dass ich sauer bin. Es gab einige Streitereien in letzter Zeit.

Läuft es gut, könnte ich heulen vor Schuldgefühlen. Läuft es schlecht, könnt ich heulen, weil ich weg will. Weil ich Sehnsucht habe. Sehnsucht nach dem anderen Nann, Sehnsucht danach glücklich zu sein, Sehnsucht danach eine harmonische Beziehung zu führen.

Ich weiß, dass ich ehrlich sein muss. Aber das mit dem anderen Mann kann ich ihm nicht sagen, wirklich nicht. Ich habe solche Angst vor den Konsequenzen. Er wird durchdrehen, zusammenbrechen, betteln, fluchen. Es wird sehr heftig werden, ich kenne meinen Mann sehr gut. Ich habe schon ein Mal versucht mich zu trennen. Aber seine heftige Reaktion konnte ich nicht ertragen.

Alias 738653


Hast du den Eindruck, dass dein Mann so glücklich ist?

Er ist nicht unglücklich, aber unzufrieden.

S<olda^nelle


Ich finde es gut, dass du mittlerweile jemanden zum Reden gefunden hast und damit nicht mehr alleine bist @:)

Ich bin wirklich verzweifelt und befürchte, es würde meinem Mann das Herz brechen.

Wenn du dich wirklich trennen willst, würde ich an deiner Stelle den anderen Mann nicht erwähnen. Ich finde, dass dadurch die ohnehin schon schwierige Situation nur noch schwieriger werden würde. Du schreibst, dass ihr genug Probleme habt, würde da eine Trennung für deinen Mann wirklich so überraschend kommen?

Denkst du, dass dein Mann nach einer Trennung weiterhin für eure Kinder da sein würde?

Ich habe solche Angst vor den Konsequenzen. Er wird durchdrehen, zusammenbrechen, betteln, fluchen. Es wird sehr heftig werden, ich kenne meinen Mann sehr gut. Ich habe schon ein Mal versucht mich zu trennen. Aber seine heftige Reaktion konnte ich nicht ertragen.

Hast du Angst, dass er dir gegenüber gewalttätig werden könnte? Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, eine 3. Person zu einem eventuellen Trennungsgespräch hinzu zu holen, damit du dich sicherer fühlst? Und dass eure Kinder währenddessen woanders übernachten, bei Freunden, Großeltern?

Alias 738653


Nein er ist nicht gewalttätig. Aber er wird alles versuchen um mich umzustimmen.

Den anderen Mann will ich auch nicht erwähnen, denn bei ihm würde er mit Sicherheit gewalttätig werden. Wer lässt sich schon gern die Frau ausspannen?

Ich hab aber auch Angst davor, dass ich diese Entscheidung doch bereue. Ich habe die halbe Nacht wach gelegen und gegrübelt.

Er würde sich um die Kinder kümmern, ja. Aber was wird mit dem Haus, unseren Tieren? Es gibt einfach so viel zu bedenken. Würde es eine friedliche, freundschaftliche Trennung werden, könnte man sich schon irgendwie einigen. Ich bin nicht geldgierig, ich will keine Vorteile oder ihm das Leben versauen.

K_lettherpflaIn+ze80


Den anderen Mann will ich auch nicht erwähnen, denn bei ihm würde er mit Sicherheit gewalttätig werden. Wer lässt sich schon gern die Frau ausspannen?

Diese Gleichsetzung von nicht erfreut sein über die Frau so zu verlieren und gewalt anwenden finde ich bedenklich. Ja das ist wohl normal, dann alles andere als begeistert zu sein, aber nein es ist nicht gesund und normal dann mit Gewalt zu reagieren. Wer das tut, den würde ich schon als potentiell gewalttätig bezeichnen.

Alias 738653


Ja wenn es um seine Familie geht, trifft das wohl auf ihn zu.

K&letteZrpKflanzZe8x0


Und du bist sicher, dass das dich dann nicht treffen könnte, weil du ja dann am zerbrechen seiner familie auch einen Anteil hast? Also wenn der andere nicht greifbar ist und bei ihm durchsickert, dass er nicht mehr nett zu dir sein muss, weil du eh nicht zurückkommst?

Alias 738653


Ja das ist alles möglich. ..

CXotehSaTuvagxe


Es eilt ja nicht, oder?

Wie sieht denn dein Affairenmann eure (?) Zukunft?

O6l=diPe4x9


@ Alias

Mit anderen Worten: Wenn du bei ihm bleiben würdest, würde das AUS ANGST geschehen? Aus Angst vor seiner Reaktion, seiner Gewalttätigkeit (wem gegenüber auch immer). Glaubst du, dss deine Ehe so fortgesetzt werden kann, nur weil du aus Angst eine Trennung ausschließt?

Aus deinen letzten Beiträgen schließe ich, dass du unter gewissen Umständen Gewalt seinerseits doch nicht ausschließt. Das ist aber ganz sicher keine Grundlage für einen Fortbestand.

Trennungen sind immer eine Katastrophe. Und ich weiß wahrlich, wovon ich rede, viel katastrophaler als bei mir vor 20 Jahren kann eine Trennung kaum noch verlaufen. Das war absehbar und es waren einige hammerharte Jahre danach. Aber es war trotzdem zu bewältigen (Details nur als PN). Und es war im Nachhinein gesehen richtig, was ich – und was wir - getan haben. Übrigens finde ich mich fast Ein-zu-Eins in deinem Eröffnungsbeitrag wieder. Und auch ich konnte mit absolut niemandem darüber reden. Das ist einer der Gründe, warum ich das seit vielen Jahren ehrenamtlich und anonym mache.

Ich habe mittlerweile sehr viele Trennungen begleitet und in der Phase, in der du stehst, gibt es sehr viel zu tun. Sobald man damit anfängt, beginnt die Welt wieder klarer und strukturierter zu werden. Dazu gehört als erstes der Gedanke, ob du es – mithilfe aller erdenklichen Mittel wie Paartherapie und ähnliches) für denkbar hältst, deine Ehe zu erhalten. Und zeitgleich gehört dazu der Gedanke, ob du es für möglich hältst, deine geheime Liebe mit aller Gewalt zu beenden. Da muss man dann tatsächlich Gewalt anwenden. Und keine Sorge, wenn es sich als unmöglich herausstellt, kann sie meistens doch noch zur Beziehung werden. Denn dann ist sie ja stärker als alle Gewalt, die gegen sie angewendet wurde.

Als zweites gehört dazu, schonungslos die worst-case-Szenarien gedanklich durchzuspielen, die mit einer Trennung nun mal verbunden sind. Das sind etliche Gedankenstränge, die teilweise zusammen hängen, teilweise aber auch voneinander getrennt werden können. Man darf nicht dort aufhören, wo es weh tut, sondern da ist man erst richtig gefordert:

- wo wirst du leben, wo sind die Kinder?

- wie kannst du dein Leben finanzieren ?

- wie stehst du beruflich da?

- wie wird das gemeinsame Umfeld reagieren, welche Freunde könnten erhalten bleiben, auf welche müsste man verzichten?

- wie werden eure Herkunftsfamilien damit umgehen, eure Eltern und Geschwister?

- wie kannst du ganz konkret mit den Reaktionen deines Mannes umgehen?

- wie ist die rechtliche Situation? Hast du schon juristische Hilfe in Anspruch genommen?

Und die wichtigste Frage steht ganz am Anfang: Wäre dein Geliebter (ich mag das alte Wort) überhaupt bereit und in der Lage, mit dir ein gemeinsames Leben zu beginnen? Oder wäre es zuerst ein Schritt in das Singledasein einer alleinerziehenden Mutter? Wie hat er sich bisher dazu geäußert?

Entschuldige bitte, dass ich nicht den ganzen faden gelesen habe, sondern nur den Beginn und die aktuelle Entwicklung. Ich hole das gern nach, wenn du mit mir darüber in einen Dialog treten willst.

Es sind, entgegen meiner Erwartungen und für mich wirklich überraschend, von beiden Seiten aus Gefühle dazu gekommen. Ich dachte ich wäre damit allein, aber ihm geht es genauso.

Diese "Gefühle" schilderst du nicht konkret. Und es gibt da so einige Gefahren. Es lauern die Projektionen, die dich vermuten lassen, dass der Geliebte auf jeden Fall der bessere Partner wäre, obwohl das vermutlich noch gar nicht abzusehen ist.

Nein er ist nicht gewalttätig. Aber er wird alles versuchen um mich umzustimmen.

Das ist ja zunächst positiv. Wenn er versucht um eure Beziehung und Ehe zu kämpfen, wird siuch sehr bald herausstellen, welche Mittel er dazu benutzen möchte. Wenn ihr diese Krise also als "gemeinsames Problem" ansehen würdest, bestünde die Möglichkeit, dass ihr sie auch gemeinsam bewältigen könntet. Solange er aber gar nichts davon weiß, in welcher Krise sie steckt, findet auch nichts statt, um sie zu bewältigen.

Solche gemeinsamen Anstrengungen haben einen sehr positiven Nebeneffekt. Denn auch wenn sie nicht zum Ziel (des Neuanfangs und der Fortsetzung) führen, so haben doch beide später die Gewissheit, alle sin ihren Kräften Stehende getan zu haben. Und sollte er dazu nicht bereit sein, dann hat er letztlich nur auf einen Grund zur Trennung gewartet.

All das kann ich so noch nicht abschätzen. Vielleicht denkst du mal darüber nach.

Alias 738653


Cote S.:

Wie sieht denn dein Affairenmann eure (?) Zukunft?

Er kann sich mehr vorstellen allerdings ist auch er sich all der Hürden bewusst. Frische Trennung, zusammen hätten wir plötzlich 6 Kinder (wie um Himmels Willen soll man das organisieren? ), wir kennen uns noch nicht allzu gut,...

Danke für deinen langen Beitrag und deine Mühe, Oldie. Ich versuche alles zu beantworten.

Mit anderen Worten: Wenn du bei ihm bleiben würdest, würde das AUS ANGST geschehen? 

Nicht nur, aber auch, ja.

Glaubst du, dss deine Ehe so fortgesetzt werden kann, nur weil du aus Angst eine Trennung ausschließt?

Momentan streiten wir täglich und ich kann mir im Augenblick gar nicht vorstellen, dass es jemals wieder harmonisch werden kann (bon meiner Seite aus ). Dass ich unglücklich bin merkt er, aber ich habe das Gefühl, er hat mich lieber unglücklich an seiner Seite als gar nicht. Er macht (wahrscheinlich aus Unsicherheit ) sogar Witze darüber, dass ich "aussehe als ob ich mich trennen will". Das ist wirklich unglaublich. Ich denke er spürt viel, aber will es nicht wahrhaben. Ich habe auch überhaupt kein Pokerface und mir merkt man sofort an, wenn was nicht stimmt. Da aber gerade noch so viel Durcheinander in meinem Kopf herrscht kann ich noch nicht so offen sprechen. Ich möchte nichts überstürzen, meine Unsicherheit würde einem klaren Ende oder Neuanfang nur im Weg stehen.

Die Kinder waren bisher eins der Hauptgründe für den Fortbestand der Familie. Mittlerweile haben selbst die keine Lust mehr darauf. Langsam denke ich, dass es auch für sie die beste Lösung wäre. Das ist kein angenehmer Zustand.

- wo wirst du leben, wo sind die Kinder?

Die Kinder wären bei mir, weil er von den Arbeitszeiten keine Möglichkeiten hätte. Allerdings dürfte er sie so oft sehen wie er will.

- wie kannst du dein Leben finanzieren ?

Ich verdiene nicht sehr viel, aber mit Unterhalt wäre es machbar. Die zweite Möglichkeit wäre weiter im Haus zu bleiben und auf den Unterhalt zu verzichten.

- wie stehst du beruflich da?

Ich arbeite nicht Vollzeit, habe aber einen Festen 30 Stundenjob.

- wie wird das gemeinsame Umfeld reagieren, welche Freunde könnten erhalten bleiben, auf welche müsste man verzichten?

Die meisten sind eher seine Freunde, ohne die ich gut leben kann.

- wie werden eure Herkunftsfamilien damit umgehen, eure Eltern und Geschwister?

Das wird hart. Ich mag seine Familue unglaublich gern. Meine würde die Gründe verstehen, sie bekommen ja die Streitereien mit.

- wie kannst du ganz konkret mit den Reaktionen deines Mannes umgehen?

Davor habe ich wirklich Angst. Vor der Wut, genauso vor der Trauer.

- wie ist die rechtliche Situation? Hast du schon juristische Hilfe in Anspruch genommen?

Nein, so weit habe ich noch nicht gedacht.

Diese "Gefühle" schilderst du nicht konkret. Und es gibt da so einige Gefahren. Es lauern die Projektionen, die dich vermuten lassen, dass der Geliebte auf jeden Fall der bessere Partner wäre, obwohl das vermutlich noch gar nicht abzusehen ist.

Ich bin wirklich verliebt. Ich denke ständig an ihn, wir reden sehr sehr viel. Ich vermisse ihn furchtbar, wir sind uns in vielen Bereichen sehr ähnlich, wo bei meinem Mann die Gemeinsamkeiten eher fehlen.

Was aber meine Angst ist: Er macht eine schlimme Trennung durch. Ich bin immer für ihn da. habe Angst, dass ich im Moment sein Trost bin und er seine Leere füllen will. Dass er Angst vor dem Alleinsein hat.

Und die wichtigste Frage steht ganz am Anfang: Wäre dein Geliebter (ich mag das alte Wort) überhaupt bereit und in der Lage, mit dir ein gemeinsames Leben zu beginnen? Oder wäre es zuerst ein Schritt in das Singledasein einer alleinerziehenden Mutter? Wie hat er sich bisher dazu geäußert?

Ja er wäre bereit. Das ist einerseits gut, weil wir durch die ähnliche Situation viel Verständnis füreinander haben, andererseits ist es auch nicht einfach, sich ach so langer Beziehung auf einen ganz anderen Menschen einzulassen. Wir wissen so viel übereinander und sind uns dennoch total fremd. Einerseits ist das spannend, andererseits hängt daran viel Verantwortung für unsere Kinder. Denn für die sind die Trennungen natürlich auch nicht einfach.

Solche gemeinsamen Anstrengungen haben einen sehr positiven Nebeneffekt. Denn auch wenn sie nicht zum Ziel (des Neuanfangs und der Fortsetzung) führen, so haben doch beide später die Gewissheit, alle sin ihren Kräften Stehende getan zu haben. Und sollte er dazu nicht bereit sein, dann hat er letztlich nur auf einen Grund zur Trennung gewartet.

Ich weiß nicht, ob ich noch die Kraft habe. Innerlich sträubt sich gerade alles dagegen. Auch bei ihm habe ich das Gefühl, dass da keine große Liebe mehr ist. Eher die Angst um den Verlust eines Traumes von Familie. So geht es mir auch.

C3oteSauNvaqgxe


Ihr braucht doch nicht gleich ans Zusammenziehen zu denken. Geht doch erst mal kleine Schritte. Er macht jetzt seine "schlimme Trennung" (was ist an der eigentlich schlimmer als an anderen Trennungen?) durch, du bist noch am Hadern mit dir selbst, wo deine Reise hingehen soll. Es wäre doch überhaupt nicht verkehrt, wenn er sich erst mal eine eigene Wohnung nimmt, für sich selber sorgt, und für dich weiterhin Geliebter und guter Freund ist. Er scheint sich ja - was gut und richtig ist - unabhängig davon von seiner Frau zu trennen, ob du dich von deinem Mann trennen wirst. Und du kannst dir jetzt in aller Ruhe überlegen, wie du weitermachen willst. Dabei kannst du die Situation ruhig auf dich wirken lassen, es hetzt dich ja keiner.

Alias 738653


Er zieht nicht aus. Das Haus gehört ihm.

Schlimm an der Trennung ist der Umgang mit der Ex...ist wirklich unerträglich die Situation. Dazu möchte ich aber nicht mehr schreiben.

ORldiex49


Liebe Alias

Du hast dir viel Gedanken zu deinen Antworten gemacht. Das ist gut für dich. Letztlich musst du ja auch nicht MIR diese Fragen beantworten, sondern vor allem dir selber. Es geht darum, dass du FÜR DICH durch solche Gedankenspiele das, was jetzt unmöglich erscheint, nach und nach möglich machen könntest, möglich denken könntest.

Du schreibst, dass du – nicht nur, aber auch – aus Angst bei ihm bleiben würdest. Das hat eine kurze Halbwertzeit. Niemand bleibt in unserer Gesellschaft dauerhaft aus Angst bei seinem Partner.

Momentan streiten wir täglich und ich kann mir im Augenblick gar nicht vorstellen, dass es jemals wieder harmonisch werden kann (bon meiner Seite aus ). Dass ich unglücklich bin merkt er, aber ich habe das Gefühl, er hat mich lieber unglücklich an seiner Seite als gar nicht. Er macht (wahrscheinlich aus Unsicherheit ) sogar Witze darüber, dass ich "aussehe als ob ich mich trennen will". Das ist wirklich unglaublich. Ich denke er spürt viel, aber will es nicht wahrhaben.

Ja, er wird sehr unsicher sein und die Situation nicht einschätzen können. Du könntest ihm antworten: "Ich halte eine Trennung zur Zeit nicht für ausgeschlossen!" Er wird dann Fragen stellen und du solltest die beantworten können.

Da aber gerade noch so viel Durcheinander in meinem Kopf herrscht kann ich noch nicht so offen sprechen. Ich möchte nichts überstürzen, meine Unsicherheit würde einem klaren Ende oder Neuanfang nur im Weg stehen.

Daraus schließe ich, dass du beides noch für denkbar hältst. Auch den Neuanfang? Mit allem, was dazu gehört (Paarberatung, Offenheit, Krisenmanagement)?

Die Kinder waren bisher eins der Hauptgründe für den Fortbestand der Familie. Mittlerweile haben selbst die keine Lust mehr darauf. Langsam denke ich, dass es auch für sie die beste Lösung wäre. Das ist kein angenehmer Zustand.

Ob es für sie die beste Lösung wäre, kann ich natürlich nicht einschätzen. Aber es könnte die bessere Lösung sein, als täglich den Streit bei euch mitzuerleben, denn das macht ihnen große Angst. Sie leiden darunter.

Die Antworten auf meine Fragen fallen so aus, dass du eine Trennung nicht mehr für unmöglich hältst. Das ist gut so. denn erst wenn eine Trennung möglich erscheint, kannst du dich zwischen Neuanfang und Trennung ENTSCHEIDEN. Andernfalls ist es keine Entscheidung, sondern ein "der Not gehorchen", weil es ja nicht anders geht. das führt zum Aushalten und das ist schrecklich.

Es geht für dich in dieser Situation also darum, beide Wege "möglich zu machen", damit du dich zwischen ihnen entscheiden kannst. Dazu gehört dann vor allem die Sorge um die Kinder, dazu gehört das Bemühen deines Mannes, dazu gehört vor allem die Perspektive auf das, was nach der Trennung für dich an Lebensnormalität herstellbar wäre.

Das wird hart. Ich mag seine Familie unglaublich gern. Meine würde die Gründe verstehen, sie bekommen ja die Streitereien mit.

Du solltest bereit sein, auf deine Schwigerfamilie zu verzichten. Denn meistens stellen Schwiegereltern – zumindest vorübergehend – aus Loyalität den Kontakt ein. Oft werden sie auch sehr einseitig informiert.

"Wie kannst du ganz konkret mit den Reaktionen deines Mannes umgehen?" Davor habe ich wirklich Angst. Vor der Wut, genauso vor der Trauer.

Beides ist zu bewältigen. Und beides ist dann, wenn die Trennung vollzogen ist, nicht mehr von dir zu beeinflussen, sondern es muss von ihm gelöst werden. Mit einer Trennung überlasst man den Partner seiner Wut und seiner Trauer und man ist dann auch mit seiner eigenen Wut, Trauer und den Schuldgefühlen alleine. Das ist wahrlich nicht einfach und die Bewältigung der Schuldgefühle, die beim "aktiv-sich-Trennenden" daraus entstehen, gehört zu deinen wichtigsten Aufgaben. Das ist aber dann eine Aufgabe dir selber gegenüber, so wie dein Mann dann selber seine Gefühle bewältigen und anerkennen muss.

Allerdings sollte man damit rechnen, dass aus Wut schlimmstenfalls stärkere und schädliche Gefühle und Übersprungshandlungen entstehen können. Das kann sich dann auch auf die Verhandlungen auswirken, die wegen der Kinder und der Finanzen notwendig sind. Darum sollte man sich dafür Helfer suchen. Vor allem eine Paarberatung kann bei einer Trennung sehr hilfreich sein, ebenso wie Mediatoren (nicht nur für den juristischen Teil). Und letztlich sollte man – wenn wirklich Gewalt ins Spiel kommen sollte, auch Verbündete haben, zu denen man vorübergehend ausweichen kann.

Ich bin wirklich verliebt. Ich denke ständig an ihn, wir reden sehr sehr viel. Ich vermisse ihn furchtbar, wir sind uns in vielen Bereichen sehr ähnlich, wo bei meinem Mann die Gemeinsamkeiten eher fehlen.

Ich möchte dich sicher nicht desillusionieren. Aber diese Seelenverwandtschaft gehört nun mal zum Verlieben dazu. Ob sie bleibt oder nicht, findet man erst später heraus. Bei mir ist sie damals geblieben, aber ich kenne Fälle, in denen sie die Zeit des Chaos nicht überstanden hat.

Um also ernsthaft an eine Trennung zu denken, wäre es wichtig für dich herauszufinden, ob du dich auch ohne den Geliebten trennen würdest oder ob er – und nur er und deine Liebe zu ihm – der Grund für die Trennung wäre. Beides ist möglich, aber es unterscheidet sich stark.

Was aber meine Angst ist: Er macht eine schlimme Trennung durch. Ich bin immer für ihn da. habe Angst, dass ich im Moment sein Trost bin und er seine Leere füllen will. Dass er Angst vor dem Alleinsein hat.

Ja, das kann man nicht ausschließen. Aber es wäre kein Grund, dass eure Liebe scheitern müsste. Allerdings kannst – und solltest – du ihn seine Trennung weitgehend alleine bewältigen lassen. Sie gehört ihm, so wie auch die Beziehung ihm gehört hat. Es ist seine Aufgabe, das zu bewältigen und du wärest damit völlig überfordert.

Ja er wäre bereit. Das ist einerseits gut, weil wir durch die ähnliche Situation viel Verständnis füreinander haben, andererseits ist es auch nicht einfach, sich nach so langer Beziehung auf einen ganz anderen Menschen einzulassen.

Das stimmt. Aber ob es gelingen kann oder nicht, kann man jetzt noch nicht herausfinden. Das Risiko geht ihr beide ein. Es gibt vermutlich ebenso viele, bei denen es gelingt, wie es auch dort die Erkenntnis gibt, dass der Geliebte die Versprechungen nicht halten kann. Vor allem habt ihr ja überhaupt keine Gelegenheit, eine wie auch immer geartete Normalität auszuprobieren. Ihr lebt beide im Ausnahmezustand und auch eure Treffen finden im Ausnahmezustand statt. Da sind Projektionen naheliegend. Eure große Herausforderung wird also die Normalität und der Alltag.

Wir wissen so viel übereinander und sind uns dennoch total fremd. Einerseits ist das spannend, andererseits hängt daran viel Verantwortung für unsere Kinder. Denn für die sind die Trennungen natürlich auch nicht einfach.

Richtig. Und darum gehört zum Trennungsgedanken auch die Möglichkeit, als Single weiter zu leben und dabei trotzdem die Trennung nicht zu bereuen oder rückgängig machen zu wollen.

(Paartherapie) Ich weiß nicht, ob ich noch die Kraft habe. Innerlich sträubt sich gerade alles dagegen. Auch bei ihm habe ich das Gefühl, dass da keine große Liebe mehr ist. Eher die Angst um den Verlust eines Traumes von Familie. So geht es mir auch.

Eine gute Paarberatung mündet zu etwa 50% in einer Trennung. Und diese Trennung wird in der professionell begleiteten Form dann auch erheblich weniger chaotisch. Ich lese immer wieder von Ratsuchenden, dass die Gespräche, die sie mit ihrem Partner anlässlich der Trennung geführt haben, die besten Gespräche seit Jahren waren. Das geht dann, wenn Einsicht einen Weg findet und nicht nur die Schuldsuche. Erst wenn beide erkennen können, dass sie das, was Status Quo ist, beide gemeinsam erschaffen haben, hört die Suche nach der Schuld auf. Und das kann sehr befreiend sein.

Wenn es also wirklich zu einer Trennung kommen soll, dann wäre es wichtig, dass die Gespräche nicht gleich in Wut oder Drohungen münden. Das kann man beeinflussen.

Ich wünsche es dir von Herzen. Hoffentlich kannst du schlafen.

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