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Fremdgehen? Ich? Niemals!

P1uristsaftGfastsixrup


@ Mirsanmir

Das hätte ich sein können, also "die andere" :)z Ich war auch der festen Überzeugung, dass ich nie auch nur ansatzweise Interesse an Sex außerhalb der Beziehung haben werde - komme was wolle. Und sollte es je so sein, dann kann es dafür nur einen Grund geben: der/diejenige ist einfach nicht der/die Richtige und die Beziehung obsolet...

beovaxry


Ja, ich kann dich verstehen. Hat sich bei mir auch so entwickelt.

R{anl2ph_HH


Ich muss immer ein bisschen schmunzeln und ärgere mich gleichzeitig ein bisschen, wenn in Threads, wo Menschen nach 20 Jahren Ehe über Affären und Seitensprünge schreiben irgendwelche Anfang 20er daher kommen und schwer entrüstet alles verdammen, was nicht 100% Treue ist. Jeder Blick auf den Hintern einer fremden Frau wird verteufelt, jeder geguckte Porno eine Sünde. Dass es andere Lebensentwürfe geben kann, wird nicht gesehen. Das ist zum Teil ziemlich engstirnig.

Ich würde es pauschal darauf schieben, dass man in jungen Jahren wenig Lebenserfahrung hat und natürlich erstmal nur wunderschöne, innig verliebte Beziehungen hatte und da ist Treue in der Tat ein hohes Gut. Mit zunehmendem Alter lernt man so dies und das kennen. Unter anderem, dass man eine 20 Jahre alte Beziehung nicht einfach mal eben über Bord schmeisst, wenn es im Bett nicht mehr so klappt. Und auch nicht deswegen, weil einem der Partner mal in einem schwachen Moment etwas "passiert" ist. Vielleicht merkt man sogar, dass eine Affäre eine Bereicherung ist, ein fehlender Puzzlestein, der es einem überhaupt erst ermöglich, in der Ehe noch glücklich zu sein. Offene Beziehungen gehen den Schritt noch konsequenter zu Ende. Irgendwann lacht man über das Weltbild, was man als 20jähriger mal hatte.

ytessJeqsnxeee


:)^ :)= *:)

JOuliD2A00x6


Volle Zustimmung, Ralph :-)

Auch als nicht zwanzig-Jahre-Verheiratete haben meine Erfahrungen doch ausgereicht, genau das

Dass es andere Lebensentwürfe geben kann, wird nicht gesehen. Das ist zum Teil ziemlich engstirnig.

zu lernen. Oder eben leider auch auf die harte Tour lernen zu müssen...

Aber sag' mal: bist du denn ebenfalls ein ehemals Engstirniger, der in jungen Jahren entrüstet alles un-treue verteufelt hat, oder war deine Einstellung dazu schon damals liberal? Ich frage deshalb, weil es mich zum Nachdenken gebracht hat, ob wir so gut wie alle "jung und dumm" anfangen, mal überspitzt gesagt, und dann nach und nach den Horizont erweitern / erweitert bekommen? Unabhängig davon, ob "jung und dumm" nun dreiundzwanzig, dreiunddreißig oder dreiundfünfzig heißt.

Ekvolu:zz5exr


Ich frage deshalb, weil es mich zum Nachdenken gebracht hat, ob wir so gut wie alle "jung und dumm" anfangen, mal überspitzt gesagt, und dann nach und nach den Horizont erweitern / erweitert bekommen?

Juli2006

Gibt es denn andere Möglichkeiten? Mit der Muttermilch verabreicht, vom Nachbarn abgeschaut, oder aus schlauen Büchern gelesen?

Das, was man ist und denkt ist das, was man bis gestern gelernt hat plus dem Gelernten von heute. So geht es ein Leben lang.

RQalprh_HxH


Ich hatte keine Beziehungen in Jugendzeiten, von daher hat sich die Frage nicht gestellt. Als ich dann später eine hatte... Natürlich ist man sich da treu und kann sich das auch gar nicht anders vorstellen. Da gab's allerdings noch keine Internetforen, in denen man so etwas diskutiert hätte, insofern habe ich mich früher nie mit dem Thema auseinander gesetzt.

Coaram7ala x3


Ich sehe da kein großes Problem. Ist ja auch logisch nachvollziehbar.

Was das treu sein angeht, da gibt es keine allgemein gültige Antwort. Meiner Erfahrung nach, kann es so sein, wie Ralph die Jugend dargestellt hat. Es kann aber auch genau das Gegenteil der Fall sein und beide Sichtweisen können im Laufe der Jahre zu neuen Erkenntnissen und neuen Verhaltensweisen führen. Wenn man für sich weiß, warum man fremd geht und was es einem bringt, so dass man sich besser fühlt, dann ist das keine leichtfertig getroffene Entscheidung.

Genauso ist es aber eine mit Reife getroffene Entscheidung, wenn man weiß, warum man treu sein kann, ohne Mühe, auch wenn im Bett nichts mehr läuft.

J]ulMi200x6


Das, was man ist und denkt ist das, was man bis gestern gelernt hat plus dem Gelernten von heute. So geht es ein Leben lang.

Schon klar, dass wir alle ein Leben lang dazulernen - so war das nicht gemeint ;-) Trotzdem schön gesagt!

Meine Frage ging eher in die Richtung: gibt es eine vielleicht viel größer als bisher von Juli angenommene Menge an Menschen, die auch in jungen Jahren viel "untreuer" an die ganze Beziehungsthematik herangeht? Bisher war ich immer davon ausgegangen, dass im Grunde genommen alle ihre Liebeskarriere ganz selbstverständlich mit "treu" und "kann mir alles nie passieren" und "engstirnig" anfangen. Dass es von jeder Regel auch vereinzelte Ausnahmen gibt - geschenkt. Aber vielleicht sind das gar nicht nur Ausnahmen. Vielleicht gibt's davon viel mehr als ich denke, nur, weil ich mal wieder von mir auf andere schließe. Vielleicht ist das etwas, was der Zeitenwandel inzwischen längst mit sich gebracht hat. Verstehste? @:)

JBul$i20l0x6


* Nachtrag: "engstirnig" ist nicht unbedingt gleich abwertend gemeint!

T6atjanat647x2


Oh man....dann antworte doch nicht.

Ich antworte ohne dich um Erlaubnis zu fragen, musst du jetzt mit klarkommen!

Und kapiert hab ich den Faden auch, es ging mir darum dass hier keiner seine Erfahrungen weitergibt ohne wenigstens ein bisschen die Hintergründe zu kennen.

Aber dein Beitrag strotzt ja auch grade so vor Weisheiten.

LTolfaxX5


Ich halte nichts von der These, dass zunächst alle jung und dumm sind und dann erst im Lauf des Lebens weiser werden. :|N (Manche sind in jungen Jahren schon weiser und reflektierter als andere es je werden. ;-D )

Ich habe z.B. über Fremdgehen (inkl. Motivlagen und möglichen Rechtfertigungsgründen) mit Sicherheit schon sehr viel mehr nachgedacht als 99 von 100 Fremdgängern.

Ich wusste, was Swinger und offene Beziehungen sind, deutlich bevor das Thema Beziehung für mich konkret wurde. Ich habe also nie geglaubt, dass Treue einfach so angenommen werden kann.

Es gibt Szenarien, in denen ich ein gewisses Verständnis für die Entscheidung zur Untreue habe. Diese Szenarien treffen aber auf die allermeisten Fremdgehfälle NICHT zu. Insofern sehe ich die meisten Betrugsfälle als verurteilenswert an. Der Partner wird meist durch Verheimlichen entmündigt und um seine Entscheidung betrogen.

Es wird ja außerdem beileibe nicht nur nach jahrzehntelangen Beziehungen fremdgegangen. Manche haben mit 25 schon 3-5 Partner betrogen und sind selbst betrogen worden. Manche gehen soger schon in der Kennenlernphase fremd.

M)eerFlav,endexl


Ja. Ich kann das nachvollziehen. Auch ich bin fremdgegangen, ohne schlechtes Gewissen... Und auch ich hätte mein Verhalten noch vor nicht all zu langer Zeit verurteilt...

Inzwischen denke ich, es gibt viele verschiedene Beweggründe fremdzugehen. Und in ziemlich vielen Fällen stellt man seine Beziehung gar nicht in Frage, weshalb ich absolut der Meinung bin, solange der Partner nicht davon weiß... macht es ihn nicht heiß...

Problematischer ist da sicherlich eher eine länger andauernde Affäre, bei der sich bei einer oder beiden Seiten Gefühle entwickeln, man sich immer öfter sehen und/oder anderweitig in Kontakt stehen will und somit zum einen der eigentlichen Beziehung Zeit und dem Partner Aufmerksamkeit genommen werden und zum anderen die Wahrscheinlichkeit aufzufliegen steigt....

Bei mir ist genau das passiert. Aus einem zunächst völlig unbedeutenden Flirt hat sich mit der Zeit eine immer intensivere Bindung entwickelt. Da der Tag leider nur 24h hat, hatte das zur Folge, dass ich meinen (inzwischen Ex) Freund immer mehr vernachlässigt habe. Das war nichts, was ich beabsichtigt hatte, aber eben eine Folge und daran ist im Laufe der Monate die Beziehung zerbrochen....

Liest sich jetzt sicher viel sachlicher, als es war und ist.... Aber jedenfalls meine Erfahrung mit dem Thema

Bbade]xr


Was mich beschäftigt: Ein schlechtes Gewissen will sich nicht so recht einstellen. Ich finde mein Verhalten in Ordnung.

Die meisten Menschen werden Liebe an Vertrauen und Ehrlichkeit miteinander koppeln. Wenn ein Partner nichts vom *Fremd*gehen weiß, wird ihm die Wahrheit vorenthalten und er somit belogen. Das widerspricht dem Konzept von Vertrauen. Wenn man das selbst "in Ordnung" findet, hat man offenbar andere Vorstellungen von Vertrauen und Ehrlichkeit als der Partner. Da man es aber heimlich tut, scheint man die Reaktion des Partners zu fürchten. Das widerspricht dann wieder dem Konzept des Vertrauens.

Man kann aber auch einfach arschig sein und nicht stringent. Das steht jedem frei ;-)

Jemand anderes schrieb:

Inzwischen denke ich, es gibt viele verschiedene Beweggründe fremdzugehen. Und in ziemlich vielen Fällen stellt man seine Beziehung gar nicht in Frage, weshalb ich absolut der Meinung bin, solange der Partner nicht davon weiß... macht es ihn nicht heiß...

Vielleicht würde der wissende Partner die Beziehung dann aber in Frage stellen. Geheimhalterei deutet darauf hin, dass dem so ist. Ziemlich konfliktscheu, so ein Verhalten. Das hat mit Integrität und Vertrauen wenig zutun. Auch hier steht es jedem frei, menschliche Beziehungen auf diese Art zu führen. Moralisch lässt sich das aber recht eindeutig verurteilen - denn es sollte dem Partner frei stehen, selbst entscheiden zu können, ob er auch diese Art von Beziehung leben möchte.

M]irs3anmixr


Ich wusste nicht, dass ich eine einigermaßen offene Beziehung brauche. Ich hatte mehrere Beziehungen und war nicht treu, für mich war das irgendwie normal. Vielleicht weil ich es als Kind oft mitgekriegt hatte, dass da nicht immer in den eigenen Betten geschlafen wurde. Ich hatte auch kein schlechtes Gewissen, weil mir da vielleicht das Unrechtbewusstsein fehlt, weil für mich Sex eigentlich nichts ist, was mit Liebe zu tun hat. Aber ich bin eindeutig fremd gegangen und habe mich eher gewundert, dass das so eine Katastrophe war, also habe ich im Lauf der Zeit nichts gesagt, bzw. die Beziehung wurde beendet. Damals gab es kein Internet, wo ich andere Lebensmodelle hätte nachlesen können.

Als ich dann meinen Mann fand, war es wie eine Offenbarung, weil er genauso dachte wie ich, weil wir unerschütterlich treu zueinander halten, aber eben auf dieser Freundschaft- Liebesebene.

Ich wollte nur sagen, dass ich von Anfang an so war, also das hat bestimmt nichts mit Reife zu tun, es war eher so, dass ich lernen musste, dass einige tatsächlich auf sexuelle Treue Wert legen und das auch ein kostbares Gut sein kann, und dass nicht für alle Sex etwas anderes ist als Liebe.

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