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Trennung obwohl Herz zerreißt?

Dxie(Dos"ismachitdasGxift


Ich sehe eventuell die Chance darin, dass ihr eine räumliche Trennung voneinander habt, in der jeder von euch beiden für sich sein Leben und seinen Lebensplan unabhängig vom anderen überdenkt. In 11 gemeinsamen Jahren schleichen sich eine Menge Alltagsmuster in die gemeinsame Beziehungsebene, die man so eng auf einander hockend vermutlich gar nicht mehr klar erkennen kann.

Menschen verändern sich ein Stück weit in ihren Ansprüchen und Denkweisen. Du bist vermutlich seit längerem an einem Punkt der nach mehr Verbindlich- und Beständigkeit sucht, während Dein Freund noch in den gewohnten Strukturen eurer Anfänge stecken geblieben ist. Sicher auch, dass schätzt Du sehr richtig ein, weil Du die Dinge lange Zeit mitgemacht und toleriert hast.

Welches Potential Dein Freund für sich entfalten kann, wird er vermutlich erst erfahren, wenn er sein Leben von Dir unabhängig leben muss. Er dann keine Rückversicherung für Finanzen, Wohnraum, inclusive Allround-Versorgung hat. Ihm ist vermutlich nie bewusst geworden, dass er auch innerhalb einer stabilen Beziehung eine Eigenverantwortung für sein Leben hat.

Dieses Manko ist euch beiden zunehmend ständig vor die Füße gefallen, und hat jetzt einen Punkt erreicht an dem Du für Dich das Ganze auf den Prüfstand stellen willst.

Gerade für den Lebensplan von Ehe und Familie braucht es einen Mann/Partner der genau weiß wohin er will, der klare Entscheidungen und die dafür notwendigen Visionen hat. Ihr habt euch vielleicht beide ein Stück weit zu sehr auf den anderen verlassen, dass er von selbst los legt und dann geht alles seinen Gang.

Das dem nicht so ist, habt ihr gerade erfahren. Ich würde Deinem Freund die Chance geben, in räumlicher Entfernung von Dir heraus zu finden, welche Prioritäten er für sein Leben setzt. Er in die Lage versetzt wird Eigeninitiative zu entwickeln, sich von Dir und dem Sicherheits-Konkon zu befreien und ein autarker Charakter zu werden. Diese Chance hatte er bisher in seinem Leben nicht, weil Du am Ende für euch beide mitgedacht hast.

Er ist neben Dir nicht richtig erwachsen geworden und genau DAS vermisst Du so sehr, und durch das fehlende Vertrauen ist auch emotionale/körerliche Nähe und Bindung zu ihm verloren gegangen. Gib ihm die Chance erst einmal seinen eigenen Weg zu finden, bevor ihr für euch entscheiden könnt ob aus zwei Individuen wieder ein Ganzes werden kann.

LOovHuxs


Gestern haben wir wieder geredet, er meinte selbst so führt man keine Beziehung und es tut ihm so leid und er hat einen Plan, zb Sparkonto einrichten und monatlich sparen, kein Essen mehr vorm Fernseher, wir suchen uns ein Hobby das beiden Spaß macht und machen fixe Dinnerabende.... hört sich ja gut an, aber ich weiß nicht ob er hält was er verspricht.

Paarberatung will er nicht bzw kam nur Psychologe zum Gespräch, hat er vor Jahren einmal gemacht, war teurer und hat nichts gebracht, seine Meinung dazu.

Ich glaube nicht, dass ihr genug über solche Prozesse wisst, um euch da selber durchzuführen. Wenn einzelne Rückschläge das Ganze in Frage stellen, wird es schon mal nicht funktionieren. Wenn es statt einzelnen Rückschlägen ein Zurückfallen in gewohnte Muster ist natürlich auch nicht. Die Angst vor den für dich so schmerzlichen Mustern, birgitp, und seine sicher irgendwann nachlassende Achtsamkeit können auch alles kaputt machen, es sei denn, ihr seid vorbereitet, dass es passieren wird (wird es) und die "Spielregeln" sind festgelegt, wie damit umgegangen wird, dass nicht einer die Karten hinschmeißt und sich aus dem Prozess verabschiedet. Und schließlich kann es nicht darum gehen, dass er auf birgitps Bedürfnisse abgerichtet wird mit der Peitsche der Trennung als Druckmittel.

Es ohne Paartherapie zu versuchen ist (ich verzichte hier bewusst auf "scheint mit") sinnlos, Zeitverschwendung und reproduziert nur Schmerzen. Das ist keine Garantie für den Erfolg einer Therapie. Wenn er aber nicht glaubt, dass ein solcher Erfolg möglich ist, könnt ihr es auch gleich beenden. Du kannst höchtens noch einen Schritt voranstellen: Er stimmt der Therapie zu, sobald deutlich wird, dass er nicht halten kann, was er gerade unter Tränen verspricht. Auch dann, wenn es an dir liegt und nicht an ihm (z.B. weil du seine sprunghaft ansteigende Nähe, Zärtlichkeit - was auch immer er denkt, dass du brauchst - nicht so von jetzt auf gleich annehmen kannst).

brir,gitp


Danke für eure sehr treffenden Worte, vor allem dir, diedosismachtdasgift.

Du hast sehr gut erkannt was mir fehlt oder das Problem ist, dass ich nicht unschuldig daran bin, ist mir natürlich klar.

Das Gespräch gestern war für uns beide sehr aufwühlend weshalb wir vereinbart haben, dass wir heute weiter reden.

Ich glaube grundsätzlich schon dass man so einiges wieder hinkriegen könnte, wenn beide daran arbeiten, das heißt wenn auch ich wieder Vertrauen in ihn haben kann.

Nur da haberts eben, das große Problem ist einfach das Vertrauen. Ich weiß nicht recht wie ich das wieder finden kann bzw ob.

Die Paartherapie ist auch noch nicht vom Tisch, wie gesagt gestern wars dann einfach zuviel, vor allem für mich...

LYovHxus


das große Problem ist einfach das Vertrauen.

Für den Anfang wäre erst mal Verlässlichkeit einzuüben. Was sind die Punkte, wo du Verlässlichkeit brauchst? In welchen Formen wollt ihr verlässlich füreinander da sein? Wo habt ihr eure Freiheit, wo ordnet ihr die Freiheit der Notwendigkeit unter, dass sich der andere auf euch verlassen können muss? Zum Beispiel empfinde ich es als zentral, Zusagen einzuhalten. Umgekehrt geht es nicht, dass jeder jederzeit Gewehr bei Fuß steht, wenn der andere einen Wunsch hat. Neben diesen beiden Extremen gibt es auch eine Menge Alltagskram, über die man nicht ständig diskutieren will, die man sich aufteilt und ggf. auch klärt in welcher Qualität die Dinge erledigt werden.

Ich hielte es für wichtig, Folgegespräche auf solche konkreten Punkte zu fokussieren. Das holt die Aufgewühltheit wieder auf den Boden, es klärt, wie das Zusammenleben gleich ab morgen besser sein kann, ohne einen zu überfordern oder in der Hilflosigkeit zu lassen, dass es zwar "anders" werden soll, aber unklar ist wie. Außerdem kann man über Fehler reden, wie es dazu kam, wie sie in Zukunft vermieden werden können, als Bemühung, wirklich zu schaffen, was man sich vorgenommen hat. Fehler wird es geben und dann kann nicht jedesmal das ganze Projekt in Frage gestellt werden. Das ist ganz wichtig: Priorität hat, was gelingt und nicht, was scheitert! Siege feiern, aus Fehlern lernen wäre das Motto. Intuitiv passiert aber oft das Gegenteil: Mit angehaltenem Atem und leider lädiertem Vertrauen das Gelungene unter Vorbehalt stellen, und einen Patzer zur Hab-ichs-doch-gewusst Normalität erklären.

Ich weiß nicht, wie stark das in das Vertrauen hineinspielt, aber ich habe noch im Ohr, dass eure Finanzen total schief hängen. Es kann nicht sein, dass dein Geld euer Geld ist und sein Geld sein Geld. Ich finde wichtig, dass sein Muster "ich kaufe mir, was ich will" durchbrochen wird. Wenn es möglich ist, wäre sogar sinnvoll, dass eine Weile sein Geld eures ist und deines deins, also je nach dem wie es bisher war, nur für eine entsprechende Zeit umgekehrt. Geben und Nehmen muss in eine Balance kommen. Das heißt NICHT, Strichlisten zu führen und alles gegeneinander aufzurechnen. Das ist institutionalisiertes Misstrauen. Vertrauen ist dann erreicht, wenn beide sich darauf verlassen können, dass die eigenen Belange und die des Partners gleich wichtig sind. "Egoistischer" Hintergrund ist, dass das eigene Glück vom Glück des anderen mit abhängt. Oder anders gesagt: Nur wenn beide gewinnen haben beide gewonnen. Verliert einer, verlieren beide. Wenn das in den Eingeweiden angekommen ist, gewinnt die Beziehung Stabilität.

b3irgxitp


Wow danke für deine Worte und Tipps.

Ihr helft mir hier wirklich sehr. DANKE!

Wir werden heute konkret darüber reden, auch warum es so weit gekommen ist, einerseits emotional und auch bei ihm finanziell.

Falls er bei diesen Gesprächen nicht kooperativ ist und sich öffnet, sehe ich keine Chance mehr. Aber dank euch hab ich nun eine Art Fahrplan wie man in dieser Situation agieren kann. Sollte ich irgendwo das Gefühl haben, dass wieder nur ich versuche uns voran zu treiben, war's das wohl leider, aber ich habe dann wirklich alles versucht.

Sollte er mitziehen, denke ich auch dass das Vertrauen langsam wieder kommt, wenn ich merke dass hinter den Tränen und den Entschuldigungen mehr steckt.

C*ali+nekxen


Sieh es doch so: Es hat sich etwas in Bewegung gesetzt. Stagnation ist doch eigentlich das Schlimmste, und Du bist mutig den ersten Schritt gegangen. Mit Sicherheit trägt das zum Klärungsprozess bei, und das ist immer gut, nicht wahr?

b]irgi(tgp


Ja stimmt, jede Situation hat auch etwas positives auch wenn es manchmal schwer ist.

Gestern gabs noch ein Gespräch, ohne Gefühlsausbrüche, sachlich. Geredet habe ich jedenfalls mehr, er hat immer nur bestätigt was ich sage.

Ich habe ihn nun so eine Art Spielregeln vorgeschlagen, was ich nicht mehr möchte, was sich konkret ändern muss und dass wir beide daran arbeiten müssen. Vor allem Ehrlichkeit habe ich betont.

Außerdem möchte ich dass wir miteinander daran arbeiten, aber auch lockerer miteinander umgehen und endlich eine erwachsene Beziehung unter Gleichberechtigung führen.

Falls ich jedoch das Gefühl habe bzw es einfach so ist, dass wieder nur ich zum Einzelkämpfer für die Beziehung werde, war's das mit uns und zwar so, dass er das auch akzeptieren muss und nicht mit Tränen bittet und bettelt.

Das ist nun die letzte Möglichkeit die ich sehe. Es fühlt sich zwar die Situation trotz dieses Gesprächs noch eigenartig an, aber das braucht vermutlich Zeit.

BHelm`ondo69


Wenn er dir diesen Wunsch nicht erfüllen kann , dann solltest du dich selbst fragen , ob du auch ohne mit ihm verheiratet zu sein leben kannst ?Denk dran,man hat immer die Wahl zu gehen

bYirghitp


Ich melde mich mal wieder....

Tja gestern hat er mir erzählt dass er im Baumarkt nicht mal das Material mittels Bankomat zahlen konnte... also wieder kein Geld. Ich habe ihm zuvor noch zig mal gefragt, ob ich etwas überweisen soll, da es ja Material fürs Haus ist. Er wollte jedoch zum aktuellen Umbau etwas beisteuern. Eigentlich sollte ich ja froh sein, dass er mir es diesmal erzählt hat, aber mich frustriert es trotzdem. Ich verstehe nicht wie man nicht wissen kann was man ungefähr am Konto hat und einfach in ein Geschäft spaziert. Mir geht's jetzt gar nicht so sehr ums Minus, dass man das nicht in 2 Wochen komplett in den Griff kriegt, ist mir klar, aber wie soll man das in den Griff kriegen wenn man seine Kontenbewegungen nicht kontrolliert oder beobachtet? Ich bin frustriert, sauer und enttäuscht.

Dazu kommt noch, dass sein Bruder sich verlobt hat. Ich dachte mir super, der steht finanziell auch nicht ideal da, aber möchte mit seiner Freundin einfach eine schöne kleine nette Feier haben, das ist es ihm wert, der gibt nicht sein Geld nur für sich aus.

Nähe gibt's auch keine, der letzte richtige Kuss ist nach wie vor 6 Wochen her.

Ich bin einfach frustriert. Ich weiß aktuell arbeitet er viel für mein Haus, da wir letzten Herbst beschlossen haben, dass etwas gemacht gehört. Er ist Handwerker, daher tut er sich diesbezüglich leicht. Ich schätze das alles auch, wirklich, aber mir geht's nicht besser.

C1aliHnekxen


Er scheint festzustecken zwischen Wunsch und Realität, ebenso wie Du. Ich kann nur empfehlen, sich die Fakten, die Realität anzuschauen - und zu handeln.

b-irgi~tp


Es wird sich nichts ändern, richtig?

Die aktuelle finanzielle Situation zeigt es doch oder erwarte ich da zuviel. Findet ihr es normal einkaufen zu gehen ohne bescheid zu wissen wie viel am Konto ist? Natürlich nicht auf den Cent genau, aber eben ungefähr. Sein Stolz oder männliche Ehre steht ihm ausserdem im Weg, dass er nicht vorher sagt, er braucht das Geld, wäre ja kein Problem, vor allem da es mein Haus ist.

Reagiere ich über?

Die Frustration über diese Verlobung, ja fast Neid wenn ich ehrlich bin, macht mich auch fertig. Gar nicht so sehr wegen der Verlobung selbst, sondern weil sein Bruder mir indirekt vor Augen hält, dass es auch anders geht was Wertigkeiten angeht.

CTaliQnek6en


Du lebst mit ihm gegen Dein Gefühl, Deine Gefühle. Auf eine Änderung zu hoffen, macht Sinn, wenn dazu eine begründete, reale Hoffnung besteht. Die scheint aber nicht in Sicht.

bzirgixtp


Nur lasse ich diese reale begründete Hoffnung nicht zu und sehe seine Bemühungen nicht oder erwarte ich ihn 2,3 Wochen einfach zu viel? Oder zerschmettert er durch solche Aktionen wie diese wieder jeden Funken an Hoffnung?

CZalihnexken


Du weichst einer Antwort, die Du Dir selbst klar geben kannst, meiner Ansicht nach seit mehreren Beiträgen aus.

NVoxfy


Nur kurz zu der Sache mit dem Konto, vergiss das lange WE nicht. Sämliche Überweisungen die sich eventuell ab Mittwoch rum angesammelt haben, sind vermutlich erst Dienstag ab. Da kann es auch sein dass er Dienstagfrüh noch nachgesehen hat und am Mittag schon deutlich weniger da war.

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