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Weltschmerz - Achtung, nur Jammerfaden

CTinnaxmon4


@ CoteSauvage

Das mit dem Frauen/ Männerding hast du doch selber stark betont, schon in deinem Eingangsbeitrag:

Finde ich nicht. Ich empfand das als Randnotiz. Und solltest du oder andere das anders erlebt haben, wäre es mir zumindest jetzt lieb, es wäre wieder eine Randnotiz.

Das hat zwar nichts mit "Gerechtigkeit" zu tun, aber im Übrigen passt der Spruch deiner Psychologin da schon drauf: Manche Dinge sind im Mainstream der Gesellschaft einfach eine Art Konvention, die magst du blöd finden, die mag sogar objektiv blöd sein, aber es ist eben so. In deinem Alter hat es mich zB massiv gestört dass eigentlich alle Menschen oberflächlich sind und lügen. Dadurch dass ich das nicht gemacht habe/ nicht so war, hatte ich natürlich extremst wenig Freunde ;-D Aber das fand ich völlig logisch, daher war es ok für mich.

Ja, das stört mich auch total! Ich lüge auch so wenig wie möglich. Ich lüge nur, wenn ich weiß, dass die Wahrheit richtig viel kaputt machen würde und meinen Partner lüge ich nie an.

Und ich finde schon, dass das etwas mit Gerechtigkeit zu tun hat.

Aber was ganz anderes kann ich noch nicht so ganz zusammenbringen:

Du schreibst du hast eine Sozialphobie, wegen der du in Therapie warst/ bist.

Andererseits: Wenn ich das alles richtig in Erinnerung habe bist du polyamor, kannst Frauen und Männer erotisch lieben, verstehst unter Liebe auch was anderes als man normalerweise versteht (also du empfindest daher viel öfter "Liebe" für andere Menschen als der Durchschnittsmensch), du bist sehr körperlich (berührst Leute einfach so im Überschwang) usw. Das ist für mich das genaue Gegenteil von Sozialphobie ":/

Darf ich fragen, warum das wichtig ist? Willst du auf etwas Bestimmtes hinaus? Mir geht es ja immernoch darum, eine Lösung für mein Problem zu finden.

Ansonsten:

Also Polyamorie ist ja in erster Linie etwas, was du fühlst. Und du würdest ja vermutlich auch keinem monoamorem Menschen seine Liebesfähigkeit absprechen, nur, weil er sozialphobisch ist, oder ;-) ? Genau so ist das bei mir auch. Das Eine hat da mit dem Anderen einfach nichts zu tun.

Dass ich andere Menschen im Überschwang berühre, erklärt sich eben auch genau so: Ich bin dann im Überschwang. Ich bin ja auch recht impulsiv.

Eine soziale Phobie kann sich auf mehrere Arten zeigen. Du hast vermutlich das Klischeebild von jemandem im Kopf, der es nicht mal schafft, mit anderen zu sprechen. Aber es geht auch anders. Meine soziale Phobie äußert sich vor allem in einem Kontrollwunsch. Ich kontrolliere mich selbst auf möglichst korrektes Verhalten, in der Hoffnung, nicht anzuecken und gemocht zu werden. Und ich kontrolliere auch andere darauf, ob sie Anzeichen dafür zeigen, mich nicht zu mögen oder ein Problem mit mir zu haben. Das resultiert aus der Angst heraus, nicht gemocht zu werden und aus Gruppen rausgedrängt zu werden oder eben einfach gemieden, wodurch ich mich schlecht und nicht liebenswert fühlen würde. Und daher grüble ich auch so viel, ob dies und jenes okay war, was ich gemacht habe, und ob dies und jenes Ablehnung war etc. Ich sehe da halt überall Bedrohungen, wo nicht unbedingt welchen sein müssen, und bekommen dann Panik und grüble mich tot ;-D !

Das ist auch schon besser geworden, aber im Moment ist es wieder schlimmer, weil ich eben zwischendurch echte Ablehnung erlebt habe.

C|innamxon4


Ich sehe halt überall Gefahren und Bedrohungen und will alles perfekt machen, damit ich mich nicht mehr so bedroht fühle. Früher hat das tatsächlich dazu geführt, dass ich nicht mal mit anderen sprechen konnte. Sozialphobiker haben eben Angst, sich schrecklich zu blamieren, und dafür abgelehnt zu werden, dass sie etwas nicht können/falsch gemacht haben. Und auch wenn ich mittlerweile wieder mit Menschen sprechen kann, ist diese Angst trotzdem noch da, sehr präsent derzeit.

C|inna,moPn4


@ rr2017

Ja, das tue ich, aber ich hoffe doch, dass es daran nicht liegt, haha. Zumindest sind 90 % meiner Bekannten Zugezogene. Aber wäre natürlich schön, wenn es daran liegen würde, dann läge es nicht an mir.

C'i[nUn'amonx4


Ah, und noch was:

Nur, weil man Angst vor etwas hat, heißt das ja nicht, dass man es nicht trotzdem tut. Nur ist es halt ein Kampf und die Angst wird seit Monaten nicht kleiner, eher größer. Daher frage ich mich eben auch, ob mein Umfeld für mich noch passt, wenn ich nach längerer Zeit eher mehr Anspannung als Entspannung erlebe.

Exhemal:iger Nfutzer (#6C0567x7)


Könntest du erklären, wie du das mit der Gerechtigkeit meinst? Ich habe dich da so verstanden, dass du es unfair/ungerecht findest, wenn du wegen eines bestimmten Merkmals an dir wie z. B. deinem Geschlecht für andere nicht als Freundin in Frage kommst.

Das halte ich persönlich nämlich wiederum für ganz normal, dass jeder das Recht hat, nicht mit einem befreundet zu sein. Egal, wie das dann begründet wird und welche Faktoren für denjenigen eine Rolle spielen für seinen "Freundschaftskorb". Das hat für mich nichts mit Gerechtigkeit zu tun. Eher damit, dass jeder (im Privatbereich) ein Recht darauf hat, in Ruhe gelassen zu werden ohne Groll des Abgewiesenen. Mag die Begründung - so es eine gibt - für den Abgewiesenen noch so bescheuert klingen.

Vielleicht ist auch das Problem, dass du aufgrund deiner sozialen Ängste die Bestätigung/eine positive Rückmeldung von anderen brauchst, um dich ok zu fühlen. Und dann trifft es dich schwerer, dass diese bestimmten Personen, die du gerne näher kennenlernen würdest, dein Interesse nicht oder nicht im gleichen Umfang erwidern und du stellst deren Recht, dich abzulehnen (hart ausgedrückt) infrage (z. B. kommst du dann zu dem Schluss, dass die unehrlich wären, vgl. Eingangspost, oder doch ihre Freundschaftskriterien ändern müssten, weil du ihre Kriterien wie z. B. Freundschaft nur mit anderen Männern, nicht mit Frauen, doof findest.).

Ich wüßte jetzt im Moment aber auch nicht, wie ich das, was ich meine und bei dir nicht ganz zu fassen bekomme, verständlicher ausdrücken könnte.

I.mmxa


Das was du beschreibst, ist ganz normal. Einige Leute aus Deiner Hobby Gruppe findest du nicht interessant genug, um den Kontakt zu intensivieren. Das bedeutet nicht, dass du die Leute zwingend doof findest, sondern einfach nicht passend.

Und genauso ist es umgekehrt, einige finden dich eben nicht interessant genug. Du müsstest diese Denkweise doch absolut nachvollziehen können, siehe oben.

Warum das so ist kann viele Gründe haben und muss einfach akzeptiert werden.

Viele sind mit Job, Partnerschaft, Familie und Freunden schon so gut ausgestattet, dass sie gar nicht das passende Zeitfenster für weitere intensive Freundschaften bzw regelmäßige Treffen haben. Da muss dann schon eine besondere Sympathie bestehen.

Du könntest dir ja auch weitere Kontakte suchen und dennoch bei deiner Hobby Gruppe bleiben.

Es gibt doch in vielen Städten Stammtische, Gruppen die sich zu Kochabenden treffen etc.

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Ich war jahrelang ziemlich einsam und isoliert und hatte kaum Freunde.. da hatte ich so ne Denkweise, dass Freunde haben per se ein Wert ist, bzw es generell gut ist, unter Leuten zu sein. Hab mich als Konsequenz ziemlich viel mit den falschen Leuten umgeben.

Irgendwann hats klick gemacht und ich hab festgestellt dass ich so mit mir alleine eigentlich doch besser dran bin. Und die "richtigen Leute" bleiben schon von selber hängen.

CtotefSauvqage


Darf ich fragen, warum das wichtig ist? Willst du auf etwas Bestimmtes hinaus? Mir geht es ja immernoch darum, eine Lösung für mein Problem zu finden.

Mir auch, daher will ich denjenigen verstehen, und das hab ich jetzt glaub ich auch. Hatte bei sozialer Phobie was anderes im Kopf.

Fmore|ns|ikexr


Cinnamon4 *:)

Das mit dem vom Baum fallen und "Abfallprodukt" verstehe ich jetzt nicht. Was meinst du denn?

Ansonsten ist es für mich schon ein Unterscheid, ob ich für jemanden da bin, damit die Person meine Freundschaft will (das ist ja schon hinterfotzig und würde ich nie tun). Oder ob ich für jemanden da bin, weil ich die Person mag. Und wenn ich jemanden mag, will ich meist auch eine Freundschaft.

Was ich sagen wollte ist, dass Freundschaften eben nebenbei entstehen. Ich schrieb dabei zunächst über andere Menschen, die ich hyper-sozial nennen möchte. Auf mich trifft das weniger zu, ich habe wenige Freundschaften, aber auch die sind irgendwie nebenbei entstanden. Die beste Freundschaft hätte ich fast noch boykottiert, weil ich gemerkt habe, dass er schwul ist und ich mir nicht sicher war, was jetzt genau sein Interesse ist.

Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was du oben als hinterfotzig bezeichnest. Sich bei jemandem einschmeicheln, den man nicht mag um einer Freundschaft willen? Ich kann mir kaum vorstellen, dass es sowas gibt. Obwohl, mit Hilfe von Alexander von Humboldt

"Wohlstand ist, wenn man mit Geld, das man nicht hat, Dinge kauft, die man nicht braucht, um damit Leute zu beeindrucken, die man nicht mag." ":/

Aber ich schweife ab: In gewisser Weise kann ich dich schon verstehen. Ich wünsche mir manchmal mehr Freundschaften und finde auch, dass es früher einfacher war. Man hat die größte Zeit in peer-Groups verbracht und hatte eine große Auswahl an Freunden. Zudem waren nicht so viele in Beziehungen und Familien involviert, was ja bekanntlich einige zum Anlass nehmen, komplett von der Bildfläche zu verschwinden. Das finde ich allerdings wiederum einer Freundschaft nicht würdig. Gleichzeitig denke ich mir auch: Lieber alleine als in schlechter Gesellschaft. Wobei ich nicht die Personen als schlecht bezeichnen will, aber einfach eine gewisse Inkompatibilität. Das hat es im Kindergarten nicht gegeben, aber ich weiß auch nicht genau, ob ich das jetzt einfach nur verkläre ]:D

Ich hoffe, das hat alle Unstimmigkeiten aufgedeckt.

Unstimmigkeiten gibt es von meiner Seite keine, zumindest keine, die nicht eine Vorassetzung für ein Diskussionsforum wäre. Letztlich kannst du ja auch alles, was ich dir schreibe, abprallen lassen in dem Wissen, dass ich ein paar Zeilen von dir gelesen habe und darauf reagiere, ohne dich wirklich zu kennen. Ich fand jedoch die Passage, in der du zum Ausdruck gebracht hast, das du dich - mir fällt gerade kein anderes Wort ein, falls es für dich völlig schräg klingt, dann ist es meinem sprachlichen Unvermögen geschuldet, diskriminiert? - fühlst, schon einen gewissen Raum einnahm. Aber auch das ist natürlich in Ordnung, der Fadentitel weist ja schon darauf hin. Fühl dich bloß nicht in irgendeine Schublade gesteckt. Da bin ich nämlich auch voll dagegen.

Hast du denn in deiner Therapie deine Unzufriedenheit diesbezüglich mal zum Ausdruck gebracht? Ich schreibe das deswegen, weil der eigene Eindruck da auch täuschen kann, wie ich in meiner Therapie auch gemerkt habe. Für mich war das Thema Freundschaft zwischenzeitlich mal ein viel Größeres ales es jetzt ist und ich habe manchmal Schwierigkeiten überhaupt zu erkennen, dass es jetzt im Prinzip ganz gut läuft.

C(inna|moxn4


@ Polarfuchs

Könntest du erklären, wie du das mit der Gerechtigkeit meinst? Ich habe dich da so verstanden, dass du es unfair/ungerecht findest, wenn du wegen eines bestimmten Merkmals an dir wie z. B. deinem Geschlecht für andere nicht als Freundin in Frage kommst.

Das halte ich persönlich nämlich wiederum für ganz normal, dass jeder das Recht hat, nicht mit einem befreundet zu sein. Egal, wie das dann begründet wird und welche Faktoren für denjenigen eine Rolle spielen für seinen "Freundschaftskorb". Das hat für mich nichts mit Gerechtigkeit zu tun. Eher damit, dass jeder (im Privatbereich) ein Recht darauf hat, in Ruhe gelassen zu werden ohne Groll des Abgewiesenen. Mag die Begründung - so es eine gibt - für den Abgewiesenen noch so bescheuert klingen.

Hm... Für mich sind das zwei Paar Schuhe. Natürlich hat ein jeder das Recht, sich im privaten Bereich mit bestimmten Menschen zu umgeben und mit anderen wiederum nicht. Dieses Recht will ich auch niemandem absprechen.

Und trotzdem finde ich es ungerecht, dass so eine Entscheidung aufgrund meines Geschlechts, meiner Hautfarbe oder meiner Religion gefällt wird. Gerade das Geschlecht und die Hautfarbe kann man sich ja nun wirklich nicht aussuchen. Es ist diskriminierend, weil ich es mir nicht aussuchen kann + es rein gar nichts über meinen Charakter aussucht.

Deswegen empfinde ich es als ungerecht, weil dieses Merkmal nichts über mich aussagt und ich es mir nicht aussuchen konnte.

Vielleicht ist auch das Problem, dass du aufgrund deiner sozialen Ängste die Bestätigung/eine positive Rückmeldung von anderen brauchst, um dich ok zu fühlen. Und dann trifft es dich schwerer, dass diese bestimmten Personen, die du gerne näher kennenlernen würdest, dein Interesse nicht oder nicht im gleichen Umfang erwidern

Das ist wahr, ja.

und du stellst deren Recht, dich abzulehnen (hart ausgedrückt) infrage (z. B. kommst du dann zu dem Schluss, dass die unehrlich wären, vgl. Eingangspost, oder doch ihre Freundschaftskriterien ändern müssten, weil du ihre Kriterien wie z. B. Freundschaft nur mit anderen Männern, nicht mit Frauen, doof findest.).

Das wiederum nicht. Die haben das Recht dazu. Aber ich darf das doch charakterlich richtig ober-verdammt-kacke-scheiße, unehrlich und hinterfotzig finden. Das ist wiederum mein Recht.

@ Imma

Das was du beschreibst, ist ganz normal. Einige Leute aus Deiner Hobby Gruppe findest du nicht interessant genug, um den Kontakt zu intensivieren. Das bedeutet nicht, dass du die Leute zwingend doof findest, sondern einfach nicht passend.

Und genauso ist es umgekehrt, einige finden dich eben nicht interessant genug. Du müsstest diese Denkweise doch absolut nachvollziehen können, siehe oben.

Ich kann das Gefühl auch nachvollziehen, ehrlich. Mich stört nur, dass es gegenseitig so selten passt. Und dass es manchmal aus kack-dummen Gründen nicht passt, die so doof sind, dass man es kaum begreifen kann.

Warum das so ist kann viele Gründe haben und muss einfach akzeptiert werden.

Ja, mit der Akzeptanz tue ich mich schwer.

Viele sind mit Job, Partnerschaft, Familie und Freunden schon so gut ausgestattet, dass sie gar nicht das passende Zeitfenster für weitere intensive Freundschaften bzw regelmäßige Treffen haben. Da muss dann schon eine besondere Sympathie bestehen.

Ja, das verstehe ich ja. Aber bei manchen habe ich eben eine besondere Sympathie gespürt und sie nicht bei mir - aus welchen Gründen auch immer.

Du könntest dir ja auch weitere Kontakte suchen und dennoch bei deiner Hobby Gruppe bleiben.

Es gibt doch in vielen Städten Stammtische, Gruppen die sich zu Kochabenden treffen etc.

Ja, das ist auch eine Überlegung wert. Aber bisher kam da auch nichts bei rum. Habe aber auch noch nicht so intensiv gesucht, muss ich sagen.

CXinna2monx4


@ rr2017

Ich war jahrelang ziemlich einsam und isoliert und hatte kaum Freunde.. da hatte ich so ne Denkweise, dass Freunde haben per se ein Wert ist, bzw es generell gut ist, unter Leuten zu sein. Hab mich als Konsequenz ziemlich viel mit den falschen Leuten umgeben.

Ja, davor habe ich auch Angst :-| . Ich meine, das sind ja alles keine schlechten Menschen, aber ich bedeute ihnen eben viel weniger als sie mir. Ich weiß nicht, ob so ein Machtgefälle eine gesunde Grundlage für einen regelmäßigen Kontakt ist.

Irgendwann hats klick gemacht und ich hab festgestellt dass ich so mit mir alleine eigentlich doch besser dran bin. Und die "richtigen Leute" bleiben schon von selber hängen.

Das ist wohl wahr. Ist ja auch nicht so, als ob ich niemanden hätte. Ich habe meinen Freund, drei sehr lockere Freundschaften zu Frauen und eine derzeit sehr nette Bekanntschaft mit einem Mann. Ist ja schon mal was.

@ CoteSauvage

Darf ich fragen, warum das wichtig ist? Willst du auf etwas Bestimmtes hinaus? Mir geht es ja immernoch darum, eine Lösung für mein Problem zu finden.

Mir auch, daher will ich denjenigen verstehen, und das hab ich jetzt glaub ich auch. Hatte bei sozialer Phobie was anderes im Kopf.

Oh, das interessiert mich jetzt aber. Was hattest du denn im Kopf? Und was folgerst du jetzt @:) ?

@ Forensiker *:)

Was ich sagen wollte ist, dass Freundschaften eben nebenbei entstehen. Ich schrieb dabei zunächst über andere Menschen, die ich hyper-sozial nennen möchte. Auf mich trifft das weniger zu, ich habe wenige Freundschaften, aber auch die sind irgendwie nebenbei entstanden. Die beste Freundschaft hätte ich fast noch boykottiert, weil ich gemerkt habe, dass er schwul ist und ich mir nicht sicher war, was jetzt genau sein Interesse ist.

Hm... Und wie kam es dann dazu, dass du die Freundschaft doch nicht boykottiert hast? Habe schon mal überlegt, es umgekehrt zu machen, und solange mich niemand kennt, zu behaupten, ich wäre lesbisch :=o . Ist zwar irgendwie auch unfair, aber dann denkt wenigstens keiner der Männer, ich will was von ihnen.

Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was du oben als hinterfotzig bezeichnest. Sich bei jemandem einschmeicheln, den man nicht mag um einer Freundschaft willen? Ich kann mir kaum vorstellen, dass es sowas gibt. Obwohl, mit Hilfe von Alexander von Humboldt

"Wohlstand ist, wenn man mit Geld, das man nicht hat, Dinge kauft, die man nicht braucht, um damit Leute zu beeindrucken, die man nicht mag." ":/

Ich glaube nicht, dass man sich bei jemandem einschmeichelt, den man nicht mag. Aber ich finde es auch hinterfotzig, sich bei jemandem einzuschmeicheln, den man mag. Zuwendung sollte doch immer ehrlich gemeint sein? Natürlich sind einem auch die eigenen Motive nicht immer klar, aber ich versuche schon, das zu beherzigen.

Aber ich schweife ab: In gewisser Weise kann ich dich schon verstehen. Ich wünsche mir manchmal mehr Freundschaften und finde auch, dass es früher einfacher war. Man hat die größte Zeit in peer-Groups verbracht und hatte eine große Auswahl an Freunden. Zudem waren nicht so viele in Beziehungen und Familien involviert, was ja bekanntlich einige zum Anlass nehmen, komplett von der Bildfläche zu verschwinden. Das finde ich allerdings wiederum einer Freundschaft nicht würdig. Gleichzeitig denke ich mir auch: Lieber alleine als in schlechter Gesellschaft. Wobei ich nicht die Personen als schlecht bezeichnen will, aber einfach eine gewisse Inkompatibilität. Das hat es im Kindergarten nicht gegeben, aber ich weiß auch nicht genau, ob ich das jetzt einfach nur verkläre ]:D

Ja, das mit dem Verklären erscheint mir auch so ;-D ! Wobei ich damals schon genau wusste, wer mich mag, und warum mich manch eine/r nicht mag.

Unstimmigkeiten gibt es von meiner Seite keine, zumindest keine, die nicht eine Vorassetzung für ein Diskussionsforum wäre.

Oh, das war ein Missverständnis! Ich meinte "Unstimmigkeit" im Sinne von "Diskrepanz", nicht im Sinne von "Meinungsverschiedenheit". Also die Diskrepanz zwischen dem, was ich meine, und dem, was verstanden wird.

Letztlich kannst du ja auch alles, was ich dir schreibe, abprallen lassen in dem Wissen, dass ich ein paar Zeilen von dir gelesen habe und darauf reagiere, ohne dich wirklich zu kennen. Ich fand jedoch die Passage, in der du zum Ausdruck gebracht hast, das du dich - mir fällt gerade kein anderes Wort ein, falls es für dich völlig schräg klingt, dann ist es meinem sprachlichen Unvermögen geschuldet, diskriminiert? - fühlst, schon einen gewissen Raum einnahm. Aber auch das ist natürlich in Ordnung, der Fadentitel weist ja schon darauf hin. Fühl dich bloß nicht in irgendeine Schublade gesteckt. Da bin ich nämlich auch voll dagegen.

Dankeschön @:) !

Hast du denn in deiner Therapie deine Unzufriedenheit diesbezüglich mal zum Ausdruck gebracht? Ich schreibe das deswegen, weil der eigene Eindruck da auch täuschen kann, wie ich in meiner Therapie auch gemerkt habe. Für mich war das Thema Freundschaft zwischenzeitlich mal ein viel Größeres ales es jetzt ist und ich habe manchmal Schwierigkeiten überhaupt zu erkennen, dass es jetzt im Prinzip ganz gut läuft.

Ja, habe ich. In letzter Zeit häufig. Meine Therapeutin meint, ich solle durchhalten, es würde irgendwann besser werden. Irgendwann würde ich mich an das Gefühl gewöhnen, nicht so viel Bestätigung zu erhalten, wie ich mir wünsche. Der Wunsch nach Bestätigung/positiven Reaktionen ist ja vor allem etwas aus dem Angstspektrum - dadurch würde ich mich sicher fühlen. Natürlich fühlt es sich doof an, nicht (so sehr) durch andere bestätigt zu werden und sich dadurch nicht so sicher und unängstlich zu fühlen. Aber sie ist der Meinung, dass ich diese Bestätigung auch in mir finden kann (und muss) und mir das Verbleiben in der Gruppe dabei gut tun wird. Aber ich fühle mich dem einfach nicht mehr gewachsen, schätze ich...

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Für mich war das aha-Erlebnis die Feststellung, dass ich überhaupt gut einen abend ganz alleine mit mir selber auskomme. Ich wollte mich früher (da war ich 22 oder 23) immer mit irgendwem verabreden um nicht abends alleine rumzuhängen, was aber an einem tag nicht ging (weil halt keiner zeit hatte), Eltern waren auch verreist, ich war wirklich alleine und hab da regelrecht depris und Panik bekommen. Ich habs dann notgedrungen hinter mich gebracht und gemerkt dass ich am Ende auch nicht schlechtere Laune hatte als sonst und es keineswegs irgendwie besonders blöd war. Hab ich dann zunehmend bewusst oft gemacht und das hat schon eine gewisse Stärke verliehen.

Mittlerweile bin ich oft sogar am liebsten alleine. Kontakte nerven oft mehr als sie bringen.

Eine gute Grundlage ist das, was Du beschreibst natürlich nicht. Das ist Abhäniggkeit und zieht auf Dauer runter.

Was versprichst Du Dir überhaupt von "Freunden"? Was sollen sie Dir geben?

C>oteS3auvagxe


Oh, das interessiert mich jetzt aber. Was hattest du denn im Kopf?

Na das was du selber schon vermutet hattest: "Soziale Phobie" ist für mich nicht "irgendeine Phobie in Bezug auf andere Menschen" (du hattest das ja erläutert mit: Angst vor Zurückweisung, Kontrollwunsch), sondern eine "Phobie vor sozialen Kontakten" (also Angst, mit anderen Menschen - zu nah - in Kontakt zu kommen). Das was ich meinte müsste eigentlich zur Vermeidung sozialer Kontakte führen, was ja bei dir gerade nicht so ist.

Und was folgerst du jetzt @:) ?

Naja, aus ner Widersprüchlichkeit hätte man vielleicht noch was machen können, aber die ist jetzt ja futsch ;-)

C%in namoxn4


@ rr2017

Für mich war das aha-Erlebnis die Feststellung, dass ich überhaupt gut einen abend ganz alleine mit mir selber auskomme. Ich wollte mich früher (da war ich 22 oder 23) immer mit irgendwem verabreden um nicht abends alleine rumzuhängen, was aber an einem Tag nicht ging (weil halt keiner zeit hatte), Eltern waren auch verreist, ich war wirklich alleine und hab da regelrecht depris und Panik bekommen. Ich habs dann notgedrungen hinter mich gebracht und gemerkt dass ich am Ende auch nicht schlechtere Laune hatte als sonst und es keineswegs irgendwie besonders blöd war. Hab ich dann zunehmend bewusst oft gemacht und das hat schon eine gewisse Stärke verliehen.

Ah, ja, das kann ich verstehen und klingt gut. Aber mit dem Alleinesein an sich habe ich keine Probleme. Ich bin manchmal auch ganz gerne allein, schon so mindestens 1 - 2 Abende die Woche. Die restlichen dann halt mit meinem Freund, mit Familie oder Bekannten/Freunden.

Mittlerweile bin ich oft sogar am liebsten alleine. Kontakte nerven oft mehr als sie bringen.

Eine gute Grundlage ist das, was Du beschreibst natürlich nicht. Das ist Abhäniggkeit und zieht auf Dauer runter.

Ja, das Gefühl habe ich gerade. Wenn jemand - aus welchen Gründen auch immer - weniger Zeit für dich hat/haben will und auch weniger investiert/investieren will, als du, dann führt das zu so einem Gefühl von... Machtgefälle... Abrufbereitschaft... Unwohlsein, einfach.

Was versprichst Du Dir überhaupt von "Freunden"? Was sollen sie Dir geben?

Hm... Das ist eine gute Frage. Ich wünsche mir eigentlich ein stabiles Umfeld - auch mit Freunden - mit denen man eben einfach viel teilt. Gemeinsamkeiten hat, über alles reden kann, nett zueinander ist, füreinander da, einander aufbaut, auch lustige Zeiten miteinander verbringt. Vermutlich das, was alle von Freunden wollen. Und klar, will ich auch nicht immer alleine sein. Mein Freund und ich teilen auch nicht alle Hobbies und es ist schön, dann diesen Hobbies mit anderen Menschen nachgehen zu können, damit ich dabei nicht immer alleine sein muss.

C*i2n|nba?mon4


Ach ja: Außerdem finde ich Freunde als Ausgleich zur Partnerschaft auch einfach wichtig. Ich möchte nicht, dass mein komplettes soziales Glück auf meiner Beziehung beruht. Das ist ziemlich viel Verantwortung. Ich möchte nicht alleine da stehen, falls man sich (leider) doch mal trennt, und ich möchte auch nicht, dass mein Partner immer für mich da sein muss, 24/7. Das geht ja auch gar nicht. Wenn sich das auf mehrere Mensche verteilt, ist das glaube ich für alle zwischenmenschlichen Beziehungen besser, die man so führt.

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