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Der Umgang mit einer offenen Beziehung

P$at2]8608 hat die Diskussion gestartet


Liebe med1-Community

Ich schreibe euch wegen einer Sache, die mir sehr am Herzen liegt: Das Führen einer offenen Beziehung.


Zuerst aber eine kleine Übersicht, wer wir sind:

Sofia und ich haben uns 2013 kennengelernt und uns auf Anhieb super verstanden. Da sie aber zu dem Zeitpunkt einen Freund hatte, kam sie nicht als mögliche Partnerin infrage.

Weil wir uns aber gut verstanden, haben wir zu viert (mein WG-Mitbewohner und ich, sie und ihr Freund) im Sommer 2015 und Sommer 2016 Ferien in Schweden gemacht. In den letztjähren Ferien habe ich herausgefunden, dass die beiden eine offene Beziehung führen.

Als wir zurück in der Heimat waren, ergab sich ein Date zwischen Sofia und mir. Wenn es eine Definition für ein perfektes Date gibt, dann war es dieses! Ab diesem Abend versuchten wir beide, unsere Gefühle im Zaum zu halten - vergeblich. Wir waren richtiggehend süchtig nacheinander. Unsere Treffen wurden häufiger, wir hatten Sex miteinander.

Und ihr Freund wusste dies alles.

Im Spätherbst gestanden wir uns, dass wir uns Hals über Kopf verliebt hatten. Sie liebte aber auch ihren Freund von ganzem Herzen. Es war mein Vorschlag, Polyamorie auszuprobieren, weil ich keine Schwierigkeiten mit ihrem Freund hatte und er keine mit mir.

3 Wochen waren wir zu dritt zusammen und es funktionierte. Dann kamen bei ihm doch Gefühle auf. Er kam sich überflüssig vor, weil sich Sofia alles, was sie bei ihm nicht bekam, bei mir abholte. Sie wollte aber an ihrer alten Beziehung festhalten und trennte sich von mir.

Ihre Gefühle zu mir liessen sie aber nicht los und nach einer Woche Bedenkzeit trennte sie sich endgültig - von ihrem langjährigen Freund. Sie wollte mit mir zusammen sein.

Dazu kam es dann auch. Kurz vor Weihnachten wurden wir ein Paar. Jetzt, knapp ein halbes Jahr später, leben wir eine absolute Traumbeziehung!

Für mich bricht ab Anfang Juli eine schwierige Zeit an. Sofia bereist bis April 2018 Südamerika. Allerdings habe ich die Möglichkeit, gewisse Stationen mitzumachen. Von den 10 Monaten, die sie unterwegs ist, begleite ich sie 2,5, verteilt über die gesamte Zeit, sodass wir uns 1-2 Monate nicht sehen und dann wieder für eine Weile zusammen unterwegs sind, bis ich wieder nach Hause fliege und sie die Reise fortsetzt.

Aber wer sind wir?

Patrick über Sofia

Meine Freundin ist Anfang 20 und arbeitet als Hebamme. Sofia liebt ihren Job, geniesst ihr Leben und die Freiheit in vollen Zügen, sie ist hilfsbereit, Verantwortung ist für sie nicht bloß ein Wort, sie ist eine Frau, die sich sexuell äußerst experimentierfreudig zeigt und zu 90% einfach glücklich ist.

Sofia über Patrick

Mein Freund ist ein sehr freundlicher, ausgeglichener Mann Anfang 30 mit einer Schwäche für gute Musik, Kultur und Natur. Er kann sich sehr über die Schönheit, welche uns diese Welt jeden Tag in kleinen Dingen in ihrer einzigartigen Vielfalt bietet, freuen.

Er ist als Mensch sehr wertschätzend, verständnisvoll und anpassungsfähig. Ein Mensch, der aus all seinen Möglichkeiten das Beste schöpft. Als Künstler ist er in passenden Momenten auch mal romantisch, aber nur so, dass es einem nie zuviel wird.

Meine aktuelle Lebenssituation

Wegen meiner körperlichen Behinderung bin ich in sämtlichen Lebenslage auf Hilfe angewiesen: fürs Ankleiden, die Körperpflege, Toilettengang, fürs Zubereiten der Mahlzeiten und das Esseneingeben. Ich lebe selbständig in einer eigenen Wohnung. Den Großteil der Hilfe erhalte ich von einem ambulanten Pflegedienst, der mich 3-4 Mal pro Tag zu Hause besucht. Zwischen den Pflegeeinsätzen bin ich ziemlich selbständig. Kleine Handreichungen erhalte ich von meinem WG-Mitbewohner, der ebenfalls auf einen Rollstuhl angewiesen ist, aber keinerlei Pflege oder Unterstützung benötigt.


Letzten Sommer, bevor ich auch nur daran dachte, dass zwischen uns irgendetwas entstehen könnte, fragte sie mich:

"Wie sieht für dich die ideale Beziehung aus?"

Meine Antwort war: "Wenn ich könnte, würde ich eine offene Beziehung eingehen.”


Eine offene Beziehung ist ein Beziehungsmodell, das ich aus verschiedenen Gründen erstrebenswert halte. Ich will also eine offene Beziehung.

Sofia kennt seit 5 Jahren nichts anderes als eine offene Beziehung, sie liebt die Freiheit, Sex ausserhalb der Beziehung haben zu dürfen, wenn sich eine Gelegenheit ergibt. Das tatsächliche Ausleben steht nicht einmal im Vordergrund. Der Freiheitsgedanke zählt. Weil auch ich mir eine offene Beziehung vorstellen konnte, gab es bei uns also immer die Möglichkeit, dass jemand von uns mit einer anderen Person Sex hat.

Und das verstehe ich, auch, wenn ich diesen nicht derart habe. Wenn etwas nicht geht, dann lasse ich es eben. Durch meine körperliche Behinderung hatte ich in meinem Leben immer wieder Abstriche machen müssen. Auch Sex hat in meinem Leben eine deutlich weniger wichtige Rolle gespielt als in jenem von Sofia. Ich habe ihn erst richtig mit ihr kennengelernt und dadurch ist mir fremde Lust, so vielseitig ich den Sex mit meiner Freundin auch auslebe, noch immer etwas Neues, vielleicht gar Befremdliches. Ich denke nicht gerne daran, wie jemand anderes mit Sofia schläft.

Zweimal ist es bisher vorgekommen. Das erste Mal im März. Das war für mich eine ganz miserable Nacht. Ich habe mich ziemlich abgefüllt und am nächsten Abend, als wir telefoniert haben, machte ich ihr ziemliche Vorwürfe, wie egoistisch solches Handeln sei. Sie hat sich zuerst zwar angegriffen gefühlt, zeigte aber Verständnis für mich. Am Anfang, als sie noch mit ihrem Ex zusammen war, hatte sie auch solche Gefühle.

Danach hatte sie zwischendurch 2, 3 Möglichkeiten, hat sich aber aus Rücksicht vor mir dagegen entschieden, es durchzuführen.

Wir haben dann mal über meine Ängste diskutiert. Gemeinsam fanden wir heraus, dass es nicht um Verlustangst geht. Das Vertrauen, das Band zwischen uns ist sehr, sehr stark. Es ist die absolut beste Beziehung, die sie je hatte. Sie sagt auch, dass der Sex mit mir der beste ist, den sie hat, weil er so voller Gefühle ist und sie sich nur bei mir absolut fallenlassen kann. Sofia holt sich auch keine anderen Dinge, die sie bei mir möglicherweise nicht bekommt. Sie hat einfach Freude am Sex.

Meine Angst ist, dass sie durch ein geplatztes Kondom von einem Fremden schwanger wird und haben uns darauf geeinigt, dass sie nur Sex mit anderen hat, wenn sie das Diaphragma einsetzt und der Mann nicht in ihr kommen kann.

Das zweite Mal geschah dann Mitte Mai und kam sehr überraschend. Das Problem an diesem Abend war, dass sie das Diaphragma nicht bei sich hatte. Noch während sich ihr Date entwickelte, machte ich sie darauf aufmerksam, dass sie das Diaphragma nicht dabei hat. Sofia war etwas angepisst, weil sie fand, dass das Thema Schwangerschaft kein Problem ist, wenn sie mit Kondom verhüten und der Mann nicht in ihr kommt. Zähneknirschend hat sie dann zugestimmt, dass es zu keiner Penetration kommt.

Dieser Abend war für mich noch immer nicht wirklich schön, aber auch nicht weiter tragisch. Sie hat mich am Morgen angerufen und hat mir total verliebt gesagt, wie sehr sie mich mag. Diese sexuelle Freiheit treibt sie nicht von mir weg, sondern zu mir hin. Ganz eindeutig.

Das klingt jetzt alles sehr negativ. Kehren wir die Sache aber um, dann habe ich kein Problem mit der Vorstellung, dass ich mit einer anderen Frau schlafe. Konkret wird es nächsten Sonntag. Dann werde ich mir einen lang gehegten Wunsch erfüllen: Ich habe ein Treffen mit einem Escort-Girl gebucht. Ich freue mich, einen anderen Körper zu erkunden, die Frau zu beobachten, sie zu erregen und zu befriedigen. Ich bin überzeugt, dass es absolut geil wird.

Und Sofia? Sie freut sich für mich! Sie hat gestern unsere Sexspielzeuge desinfiziert, damit ich sie mit dem Escort-Girl verwenden kann. Sofia stört sich nicht daran, dass das Treffen in unserem wunderschönen Himmelbett stattfindet. Sie ist 0 eifersüchtig. Wie sie mal sagte: "Ich habe 5 Jahre Erfahrung mit einer offenen Beziehung."

Ich versuche herauszufinden, wie es kommen kann, dass ich zwar (vermutlich) ohne schlechtes Gewissen Sex mit einer anderen Frau haben kann, ich aber nach wie vor eifersüchtig bin, wenn Sofia ihrerseits die offene Beziehung auslebt. Ich soll doch andere so behandeln, wie ich selber behandelt werden möchte. Und Sofia behandelt mich absolut wunderbar!

Zwei Erklärungen zu meiner Eifersucht sind mir bisher eingefallen:

1. Ich glaube, wenn man das Wort "Eifersucht" durch "Neid" ersetzt, nähern wir uns der Sache. Ich bin neidisch, dass sich Sofia den Sex so einfach holen könnte, wenn sie wollte.

2. Mein eigenes Ego, das sich gerade von einigen Komplexen befreit, die sich über die letzten Jahre angesammelt haben, möchte augenblicklich gestreichelt werden. Das bedeutet, ich möchte zurzeit alles sein für Sofia. Mein Ego entwickelt sich gerade von der Raupe zum Schmetterling und möchte keinen Rückschlag erleiden.

Ich arbeite daran, diese schlechten Gefühle abzuschalten, weil ich eigentlich zum Beziehungsmodell der offenen Beziehung eine sehr, sehr positiv gegenüberstehe. Vielleicht habt ihr mir weitere Inputs, Gedanken, Erfahrungen. Ich freue mich auf die Diskussion.

Antworten
Kharoxon


Was kann man sagen? Ohne die ganze Geschichte gelesen zu haben: Eine Beziehung ausserhalb der gängigen Monogambeziehung ist wohl immer schwierig. Es ist wohl konstante Arbeit und Reflexion nötig. Wohl wird auch nie ein Gleichgewichtszustand erreicht werden. Es wird wohl immer ein Ausprobieren, Neudefinieren und Finden sein. von daher nicht ganz unanstrengend. Wünsche euch jedenfalls alles Gute @:)

L'ewiaxn


Ich glaube nicht, dass sich deine Gefuehle durch rationale Erwaegungen und Erklaerungen "abschalten" lassen. "Ich soll nicht so fuehlen"; wenn du dir das selber sagst, wird es da auch eine oppositionelle Seite in dir geben, die dann extra so fuehlt. (Ja, Gefuehle sind manchmal so. {:( )

Andererseits, ich glaube, dass es keine Beziehung gibt, in der die Beteiligten nicht auch mal negative Gefuehle haben. Also, dass deine Gefuehle so sind, muss nicht unbedingt heissen, dass es unmoeglich ist, das so zu leben. Vielleicht machst du es dir einfacher, wenn du deine Gefuehle so akzeptierst, wie sie sind. Sie tut diese Dinge und du bist eifersuechtig. Ist halt so. Daraus folgt ja nichts zwingend. Du musst es ihr nicht vorwerfen, du musst dich nicht trennen, ausser du findest es unertraeglich und willst dich trennen.

P~aBt2G8x08


Danke schon mal für eure Antworten :)=

Ich denke, mit zum Wichtigsten gehört, dass man diese Eifersucht sich eingestehen kann. Sie ist halt da. Und wenn ich mich mal nicht gut fühle, darf ich das sein. Akzeptiere die Gefühle, verteufle sie nicht. Das hast du genau richtig geschrieben, Lewian. Die Gefühle dürfen da sein, aber ich muss sie Sofia nicht vorwerfen. Gemeinsam können wir daran arbeiten. Ich sage es mal so: Ich (oder sie) kann den Kopf in den Sand stecken, weil noch etwas Arbeit vor uns steht. Aber ich bin überzeugt, diese Arbeit lohnt sich für eine wunderbare Zukunft.

aXyasxha


Mich wundert ja, dass du unbedingt eine "offene Beziehung" willst und das so positiv siehst, dass du es Sofia gegenüber als Beziehungs-Ideal geäußert hast. Das war ja damals offensichtlich nur Theorie, oder? Ich stimme meinen Vorschreibern zu, dass das der Beziehungstypus ist, der poteniell die meisten Komplikationen bereit hält und am meisten "kommunikative" Beziehungsarbeit und klare Absprachen/Einigkeit, bei dem, was erlaubt ist und was nicht, erfordert. Bei euch scheint es ja gar keine Grenzen zu geben - verstehe ich das richtig, nicht nur unverbindlicher Sex außerhalb der Beziehung ist erlaubt, sondern auch regelmäßige Dates mit der gleichen Person, sich-verlieben und mit mehreren "Zusammensein"? Das ist ja nun noch mal eine ganz andere Hausnummer als eine offene Beziehung, in der "nur" unverbindlicher Sex "erlaubt" ist.

Dafür - vor allem für die Variante der offenen Beziehung, in der Verliebtheit für andere und weitere Beziehungen gestattet sind, ist nicht jeder dafür gemacht. Vermutlich sogar nur die allerwenigsten, sogar von denen, die das eigentlich für ideal halten. Ich zum Beispiel absolut nicht. Ich will, wie du, die Nummer eins und die Einzige sein für meinen Partner. Das ist unvereinbar damit, dass er nicht nur eine einmalige sexuelle, sondern auch romantische Beziehung zu einer anderen Frau aufbaut. Wie du an deinem Unwohlsein "arbeiten" willst, weiß ich nicht. Gefühle sind eben einfach da, egal ob sie zu unseren theoretischen Idealen passen. Mal abgesehen davon, dass ich in eurem Fall Verlustängste für absolut berechtigt und vielleicht sogar realistisch halte, denn Sofia hat ja ihren Ex im Ergebnis wegen dir verlassen und die Gefühle für dich hat sie in der erlaubten offenen Beziehung entwickelt. Das finde ich jetzt nicht unbedingt vertrauensfördernd. Dass sie jetzt monatelang spannende Abenteuer ohne dich in Südamerika erleben wird, sehe ich da schon als "Herausforderung" für dein Vertrauen und auch eure Beziehung an.

Für mich hört sich das eher so an, als ob du deiner Ideale zum Trotz für die ganz "offene" Variante der offenen Beziehung, in der sich die Freiheit nicht nur auf sexuelle Abenteuer beschränkt, sondern auch Verliebtheit und mehrere Beziehungen erlaubt sind, doch nicht geschaffen bist...

LDewixan


Wobei das...

Gefühle sind eben einfach da, egal ob sie zu unseren theoretischen Idealen passen.

...ja auch ein Grund dafuer ist, dass man Verliebtheit schlecht "verbieten" kann. (Das funktioniert ja nicht einmal in Beziehungen zuverlaessig, die als monogam geplant sind; und Verlustaengste kann man dort auch haben.)

R~alpbh_HH


Ich hatte eine Weile eine offene Beziehung..

Damit die oB funktionieren kann, bedarf es einiger Voraussetzungen. Darunter die, dass man den Partner ruhigen Gewissens ziehen lassen kann, weil man weiß, dass jeder für den anderen die uneingeschränkte Nr. 1 ist und der gerne jedes Mal wieder zu einem zurück kommt. Die Liebe spielt hier eine große Rolle, wenn die stark genug ist, kann der Sex mit anderen da durchaus gegönnt werden. Der Sex mit anderen außerhalb der Beziehung soll eine Bereicherung sein, Phantasien abdecken, die der Partner nicht teilt oder dergleichen. Eine oB funktioniert zwischen zwei Partnern auf Augenhöhe, die beide geben und nehmen.

Letzteres ist nicht immer einfach. Während Frauen gerade heute durch das Internet relativ easy täglich einen neuen Sex Partner haben könnten, fällt Männern das doch ziemlich schwer. Du hast ja nun auch nicht ganz ohne Not ein Escort Girl engagiert. Das ganze wird kritisch, wenn die oB dahingehend kippt, dass einer der beiden seinen Spaß hat und der andere nicht. Die immer ein wenig köchelnde Eifersucht hat dann nichts mehr, was sie ausbalanciert.

Spätestens, wenn Du das Gefühl hast, dass Deine Freundin den Sex mit anderen genießt, weil sie sich da etwas holt, was sie bei Dir nicht bekommt, ist es vorbei mit der Gewissheit, die Nr. 1 zu sein. Das scheint mir angesichts Deiner Behinderung naheliegend. Als jemand im Rollstuhl selbstbewusst zu sagen - ich bin der tollste, lass die Frau gerne gehen, die kommt immer wieder, ist erstaunlich. Ich vermag nicht zu sagen, ob das einem objektiven Realitätscheck standhalten würde. Ich will Dir auch hier keine Selbstzweifel einreden, ich kenne Dich nicht. Ich hab aber irgendwie so meine Probleme, die zwei Dinge hier in Einklang zu bringen:

Wegen meiner körperlichen Behinderung bin ich in sämtlichen Lebenslage auf Hilfe angewiesen: fürs Ankleiden, die Körperpflege, Toilettengang, fürs Zubereiten der Mahlzeiten und das Esseneingeben.

und

Sie sagt auch, dass der Sex mit mir der beste ist, den sie hat,

Ihr bringt für eine offene Beziehung denkbar ungünstige Voraussetzungen mit und ich hoffe für Dich, dass Du Dich nicht selbst verleugnest, im Glauben, nur dadurch diese tolle Frau an Dich binden zu können.

Llun-a LongYbottxom


Ich sag jetzt mal nichts zur Beziehungsart aber

Sie hat gestern unsere Sexspielzeuge desinfiziert, damit ich sie mit dem Escort-Girl verwenden kann.

Igittigittigit %:| {:( ":/

LJor'd Hoxng


Igittigittigit %:| {:( ":/

Ich finde igitt wäre es würde er das Spielzeug vorher nicht desinfizieren.

L9una kLongbxottom


Ich finde das machts nur minmal besser %:|

LIordn xHong


Ja, gut, optimal wäre es für jede Geliebte ein eigenes Spielzeug zu haben. Und eigentlich dachte ich dass Escorts Spielzeug selber mitbringen.

P*at2,808


ayasha

Das war ja damals offensichtlich nur Theorie, oder?

Das ist richtig

Bei euch scheint es ja gar keine Grenzen zu geben - verstehe ich das richtig, nicht nur unverbindlicher Sex außerhalb der Beziehung ist erlaubt, sondern auch regelmäßige Dates mit der gleichen Person, sich-verlieben und mit mehreren "Zusammensein"?

Jein. Sofia trifft sich zwar mit Leuten, die sie kennt, aber sich verlieben ist nicht angesagt und auch nicht das Thema. Sie möchte Sex nicht mit Wildfremden, sondern mit Leuten, die sie mag und denen sie vertraut.

Im Augenblick steht Polyamorie nicht zur Debatte, wir haben aber immer wieder mal drüber gesprochen, wie sich das so anfühlen würde. Von meiner Seite aus wäre Polyamorie ein No-Go, weil ich im Augenblick ein bisschen der EINE Mann in ihrem Leben sein möchte. Und Sofia sagt, dass sie im Augenblick eine polyamouröse Beziehung gar nicht möchte. Im letzten Herbst hat sie genug Gefühlschaos gehabt, sie möchte alles etwas ruhiger haben im Augenblick. Gleichzeitig hat sie im Augenblick den Eindruck (Achtung, das ist auch wieder Theorie), dass sie kein Problem hätte, wenn ich eine zweite Freundin hätte neben ihr. Im Gegenteil, sie würde sich sogar freuen für mich und wenn man weiss, wie sehr sie sich für andere Leute freuen kann, ist das gar nicht unwahrscheinlich

Mal abgesehen davon, dass ich in eurem Fall Verlustängste für absolut berechtigt und vielleicht sogar realistisch halte, denn Sofia hat ja ihren Ex im Ergebnis wegen dir verlassen und die Gefühle für dich hat sie in der erlaubten offenen Beziehung entwickelt.

Solche Verlustängste habe ich im Grunde gar nicht. Sofia sagt mir immer wieder, dass sie unsere Beziehung als den absoluten Traum empfindet, ich ihr absoluter Traumpartner bin und unsere Beziehung genau das ist, was sie sich immer eträumt hat. Damit möchte ich ihre alte Beziehung nicht schlecht machen. Es war eher eine Beziehung, die extrem auf Freundschaft aufgebaut hat, aber es war nicht eine derart intensive Beziehung mit solch intensiven Gefühlen wie sie es jetzt hat. In der vorherigen Beziehung hat sie sich von Zeit zu Zeit gefragt, ob sie ihren Ex wirklich liebt. Das hat sie bei mir nie. Sie weiss genau, wie sehr sie mich liebt.

Ralph_HH

Damit die oB funktionieren kann, bedarf es einiger Voraussetzungen. Darunter die, dass man den Partner ruhigen Gewissens ziehen lassen kann, weil man weiß, dass jeder für den anderen die uneingeschränkte Nr. 1 ist und der gerne jedes Mal wieder zu einem zurück kommt. Die Liebe spielt hier eine große Rolle, wenn die stark genug ist, kann der Sex mit anderen da durchaus gegönnt werden.

Davon bin ich absolut überzeugt.

Der Sex mit anderen außerhalb der Beziehung soll eine Bereicherung sein, Phantasien abdecken, die der Partner nicht teilt oder dergleichen. Eine oB funktioniert zwischen zwei Partnern auf Augenhöhe, die beide geben und nehmen.

Ich glaube, um das geht's gar nicht. Sie und ich machen viel mehr, als sie mit anderen auslebt. Es gibt keine/kaum Wünsche, die der andere nicht erfüllen kann. Mehr dazu dann weiter unten, wo ich noch etwas vom Sex mit meiner Behinderung erzähle.

Letzteres ist nicht immer einfach. Während Frauen gerade heute durch das Internet relativ easy täglich einen neuen Sex Partner haben könnten, fällt Männern das doch ziemlich schwer. Du hast ja nun auch nicht ganz ohne Not ein Escort Girl engagiert. Das ganze wird kritisch, wenn die oB dahingehend kippt, dass einer der beiden seinen Spaß hat und der andere nicht. Die immer ein wenig köchelnde Eifersucht hat dann nichts mehr, was sie ausbalanciert.

Ich denke, das ist der Punkt, der es mir schwierig macht. Als junge, hübsche Frau kann man einmal mit dem Finger schnippsen und man kriegt Sex (ja, ist etwas überspitzt ausgedrückt, aber vom Prinzip her stimmt's). Als Mann, erschwert durch den Rollstuhl, der von vielen fremden Frauen zuerst mal als Hindernis angesehen wird, hat man es da deutlich schwerer. Es herrscht dann eben ein Ungleichgewicht.

Die Frage ist: Inwiefern ist das schlimm unter der Voraussetzung, dass ich nichts verliere. Also wenn Sofia an einem Abend ihren Spass abholt, an welchem wir uns ohnehin nicht sehen würden. Ich habe durch dieses Verhältnis keine Einschränkungen. Und wenn wir nicht in einer Beziehung wären, dann würde ich von nichts profitieren.

Das Ausbalancieren kommt bei uns zustande, dass ich durch sie Freiheiten habe, die ohne Freundin nicht oder nur schwer möglich wären. Zum Beispiel Ferien. Sofia macht es mir auf einfache, unbürokratische Weise möglich, dass ich Urlaub auf einem anderen Kontinent mache. Grundsätzlich könnte ich das auch ohne sie, aber die Organisation von Pflege wäre eine ziemliche Organisation.

Gut, hier gibt's das Argument des Ungleichgewichts: Sie kann sich ihre Freiheiten selber einholen. Sie braucht niemanden, der ihr dabei hilft. Ich hingegen bin auf andere, auf sie angewiesen.

Das Escort-Girl habe ich übrigens nicht aus der Not heraus engagiert, sondern ich war neugierig, wie es ist, eine Frau zu bezahlen. Diese Fantasie hegte ich schon lange und habe sie jetzt ausgelebt.

Als jemand im Rollstuhl selbstbewusst zu sagen - ich bin der tollste, lass die Frau gerne gehen, die kommt immer wieder, ist erstaunlich. Ich vermag nicht zu sagen, ob das einem objektiven Realitätscheck standhalten würde. Ich will Dir auch hier keine Selbstzweifel einreden, ich kenne Dich nicht.

Inzwischen kann ich das. Am Anfang unserer Beziehung war dies noch schwierig für mich, mein Selbstvertrauen in Punkto eigenem Körper war nicht besonders gut und ich fühlte mich, als sei ich eine Last für sie. Aber beides hat sich inzwischen ziemlich gelegt und ich kann mir wirklich sagen: "Sofia darf sich freuen, einen so tollen Mann wie mich gefunden zu haben."

Und jetzt noch zum Thema Sex. Ja, im ersten Moment klingt es seltsam, dass ich zwar in sämtlichen Lebenslagen auf Hilfe angewiesen bin und meiner Freundin trotzdem absolut wunderbaren Sex bieten kann. Lang dachte ich, ich könne einfach auf dem Rücken liegen und die Frau sitzt mir auf die Hüfte oder aufs Gesicht. Ich kann aber wirklich versichern, dass unglaublich viele Dinge möglich sind, auch mit Hilfe von Toys, die eine wichtige Rolle in unserem Sexleben spielen. Überhaupt sind wir beide sehr, sehr experimentierfreudig und wir finden immer wieder neue Dinge raus. Der beste Sex kommt daher, dass sich Sofia nur bei mir zu 100% fallenlassen kann

Lzila?84


Diese sexuelle Freiheit treibt sie nicht von mir weg, sondern zu mir hin. Ganz eindeutig.

Der beste Sex kommt daher, dass sich Sofia nur bei mir zu 100% fallenlassen kann

Pat2808

Das kannst Du doch gar nicht wissen. Du bist nicht dabei, wenn sie mit einem anderen schläft. Das macht sie bewusst, schlecht wird es nicht sein, sonst würde sie es nicht suchen. Pardon.

[...] Verlustängste habe ich im Grunde gar nicht. Sofia sagt mir immer wieder, dass sie unsere Beziehung als den absoluten Traum empfindet, ich ihr absoluter Traumpartner bin und unsere Beziehung genau das ist, was sie sich immer eträumt hat.

Wenn Eure Zuneigung zueinander so groß ist, Du ihr seelisch, kognitiv und körperlich alles bietest, was sie sich wünscht, ist doch alles gut?

Ich verstehe Dein Problem nicht. Entweder liegt es daran, dass ich erkältet bin, oder daran, dass ich nicht Deinen ganzen Beitrag gelesen habe. Bei Patrick über Sofia,

Sofia über Patrick

habe ich abgeschalten. Hast Du sie vorher interviewt, oder denkst Du, Ihr seid mittlerweile derart symbiotisch, dass Du sowieso weißt, was sie denkt ?

Sorry, aber warum problematisierst Du hier ein Problem, das scheinbar gar kein Problem ist? ":/ Sie hat Spaß, Du hast Spaß...

...ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Dir und Deiner Freundin alles Gute!

itsamaIrlen


Daumen hoch ! :)^ Lila84

P/atE2808


Lila84

Danke für deineAntwort, ich bin über jeden Input froh. :-) Ich glaube, du missverstehst da etwas. Lass mich versuchen, es klarer darzustellen.

Das kannst Du doch gar nicht wissen. Du bist nicht dabei, wenn sie mit einem anderen schläft. Das macht sie bewusst, schlecht wird es nicht sein, sonst würde sie es nicht suchen. Pardon.

Der Sex ist mit anderen bestimmt nicht schlecht. Das wollte ich überhaupt nicht behaupten. Was ich sagen wollte: Laut ihrer Aussage hat sie mit niemand so guten Sex wie mit mir, weil sie sich nur bei mir 100% fallenlassen kann und weil die Liebesgefühle eben auch dazu beitragen, dass sie den Sex mit mir mehr geniesst als mit anderen.

Und was das Wegtreiben betrifft: Wenn sie diese Freiheit hat und sich nicht einschränken muss, wenn sie weiss, sie darf, dann treibt sie das eher zu mir hin als weg von mir, weil ihr eine solche Beziehung sehr viel bedeutet. Ganz nach dem Motto: Wenn du etwas liebst, lass es los. Wenn es zu dir zurückkommt, gehört es dir. Wenn es nicht zurückkommt, hat es dir nie gehört.

Wenn Eure Zuneigung zueinander so groß ist, Du ihr seelisch, kognitiv und körperlich alles bietest, was sie sich wünscht, ist doch alles gut?

Ich verstehe Dein Problem nicht. Entweder liegt es daran, dass ich erkältet bin, oder daran, dass ich nicht Deinen ganzen Beitrag gelesen habe.

Sorry, aber warum problematisierst Du hier ein Problem, das scheinbar gar kein Problem ist?

Sie hat Spaß, Du hast Spaß…

Ich glaube, es liegt daran, dass du nicht gesamten Beitrag gelesen hast. Wie du richtig festgestellt hast, passt bei uns wirklich alles zusammen. Das Problem, oder die Sache, an der ich arbeiten möchte, ist das stechende Gefühl der Eifersucht, des Neids, wenn sie etwas mit jemand anderem hat. Ich möchte es ihr einfach von Herzen gönnen, dass sie Spass hat und dadurch für mich ein Mensch werden, der möglichst frei ist von Eifersucht und Neid. Deshalb dieser Faden.

Bei Patrick über Sofia,

Sofia über Patrick

habe ich abgeschalten. Hast Du sie vorher interviewt, oder denkst Du, Ihr seid mittlerweile derart symbiotisch, dass Du sowieso weißt, was sie denkt ?

Die Vorstellung von uns beiden ist einfach aus der Sicht des anderen geschrieben. Sie hat mich beschrieben und ich sie.

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