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Freundschaft-Selbstzweifel

s]anOnyl%oves(books hat die Diskussion gestartet


Huhu an alle da draußen!!

Ich bin im Moment stark von Selbstzweifeln befallen, da eine, für mich gute Freundin, mir die Freundschaft per Whats App gekündigt hat. Als ich merkte, dass sie ein Problem hatte mit mir hab ich ihr gesagt, sie könne gerne vorbei kommen, wir leben in derselben Nachbarschaft, um alles zu klären, aber das wollte sie nicht.

Als Grund für das Ende unsere Freundschaft gab sie an, dass man sich auf mich nicht verlassen kann, weil ich oft Treffen spontan absage. Sie hat da nicht ganz unrecht, denn am Tag davor, habe ich kurzfristig abgesagt als wir etwas machen wollten, weil es mir psychisch sehr schlecht ging. Wichtig dazu zu sagen ist, dass ich eine Borderline-Störung mit Angst- und Zwangsstörung und depressiven Phasen habe. Ich möchte das hier nicht als Entschuldigung benutzen, nur als Erklärung. Von 10 Treffen sage ich durschnittlich 1-2 ab. Mal mehr mal weniger. Sie sagte mir man könnte nichts mit mir planen, obwohl wir teilweise mehr Zeit zusammen verbracht haben, als ich mit meiner besten Freundin. Letzterer habe ich sogar einmal einen gemeinsamen Urlaub wegen mehreren Nervenzusammenbrüchen abgesagt, erst die Nacht davor, da ich so gerne mit ihr fahren wollte und gegen meine Ängste ankämpfen wollte. Meistens klappt es zum Glück mittlerweile, allerdings ist meine Krankheit manchmal noch stärker als ich. Das man mit mir nicht in den Urlaub fahren kann wurde mir dann vorgeworfen, allerdings nicht von meiner besten Freundin, die ich ja versetzt hatte, sondern von der anderen. Ich will hier nicht abstreiten, dass ich sie mehr als einmal versetzt habe, auch wenn ich mich nicht an alles erinnern kann. Beispiele wollte sie mir nicht nennen.

Die besagte "Freundin" meinte ich solle mir psychologische Hilfe holen und zur Kur fahren,wenn es denn sooo schlimm wäre, obwohl ich schon seit Jahren in Therapie bin und sie das eigentlich weiß. Vor zwei Wochen war noch alles in Ordnung und sie schrieb mir wie lieb sie mich doch hat. Und dann nach der einen Absage von jetzt auf gleich, meinte sie unsere Freundschaft hat keinen Sinn mehr. Und ich verstehe dieses plötzliche einfach nicht.

Ich bin immer sehr offen mit meiner Krankheit umgegangen und sage allen meinen Freunden, dass sie mir klipp und klar sagen sollen, wenn sie etwas an mir stört. Kritik nehme ich (meistens gerne) an und versuche sie umzusetzten. Mal mehr, Mal weniger. Allerdings sage ich nicht jedes Mal, wenn es mir schlecht geht, weil ich meine Freunde auch nicht nerven mag und nicht jammern will. Borderline untypisch habe ich sehr viele langjährige Freundschaften, wofür ich sehr dankbar bin, denn einfach bin ich sicher nicht.

Jetzt frage ich mich natürlich, was ich bei der einen Freundin falsch gemacht habe. Ich war immer für sie da, auch wenn es mir mal schlecht ging, hab ich ihr geholfen, was sie auch zugibt. Nur Urlaube und Ausflüge und so wären mit mir nicht möglich. Obwohl wir erst diesen Monat ne Radtour gemacht haben und ich hab sie unterstützt, weil sie nach den langen Jahren nicht fahren, Angst hatte. Es war ein toller Tag. Allerdings kann ich in schlimmen Phasen schwer unter Menschen, weshalb ich ja denen einen Ausflug abgesagt habe.

Kennt sich jemand mit sowas aus? Mir war es sehr wichtig diese Freundschaft zu retten, aber sie hat nur abgeblockt. Hätte ich mehr machen können oder sollen? Misst sich eine Freundschaft wirklich an den Ausflügen und Urlauben? Sollte ich das mit dem Absagen lassen, auch wenn es mir so mies geht? Und am wichtigsten, wie kann ich mit dieser Enttäuschung und der Angst, dass sowas nochmal passiert, umgehen? Ich möchte mich nicht verbiegen müssen und so tun als wäre ich gesund, aber ich will auch die Menschen nicht abschrecken. Ich bin echt verwirrt im Moment...

Antworten
E"leonporxa


Hey sannlovesbooks,

Ich glaube ich kann beide Seiten recht gut verstehen. Ihr habt euch beide viel Mühe mit der Freundschaft gegeben, aber unter völlig anderen Bedingungen und unterschiedlichen Wünschen.

Ich denke die besagte Freundin mag dich als Person sehr, sehr gerne; Kann aber einfach nicht die nötige Empathie aufbringen aufbringen dein Handeln komplett nachzuvollziehen. Oder sie versteht dein Problem im Grunde gar nicht, meint aber sie wüsste das und wie es lösbar wäre. Würde bedeuten das sie dir indirekt unterstellt du würdest an deiner Problematik nicht arbeiten.

Unzuverlässigkeit ist in einer Freundschaft, wenn sie nicht schon ein sehr festes Fundament hat, natürlich ein gewisses K.O.-Kriterium. Das bedeutet aber in keinster Weise das du Schuld am Ende dieser Freundschaft hast. Der Fehler liegt da schon ein großes Stück bei der besagten Freundin, denn eine Freundschaft muss nicht komplett enden wenn es an ein paar Stellen drückt. Es gibt auch die Möglichkeit sie so zu verändern, oder zu führen, dass es für beide weiter eine wertvolle Freundschaft bleibt.

Ich denke du wärst dazu bereit gewesen, während sie es offenbar nicht kann. Du brauchst also nicht an dir selbst zu zweifeln oder dir Vorwürfe zu machen. @:)

E leon6ora


Und, nein, eine Freundschaft misst sich nicht an Urlauben. In keiner Weise.

Sollte ich das mit dem Absagen lassen, auch wenn es mir so mies geht? Und am wichtigsten, wie kann ich mit dieser Enttäuschung und der Angst, dass sowas nochmal passiert, umgehen? Ich möchte mich nicht verbiegen müssen und so tun als wäre ich gesund, aber ich will auch die Menschen nicht abschrecken.

Wenn es dir möglich ist, gehe weiter offen damit um das dies eben passieren kann. So kann dir am Ende niemand vorhalten du wärest unzuverlässig - und selbst wenn es jemand täte, wüsstest du das der Vorwurf absoluter Nonsens ist.

aau%gl2t3x3


Du hast Dein Alter nicht dazugeschrieben. Wenn seit Jahren eine Therapie läuft, dann fragen sich erwachsene Menschen schon, was läuft da wirklich? Dauertherapie ist eigentlich keine Therapie mehr.

Für mich ist nachvollziehbar, dass eine Freundin sich zurückzieht, wenn es an Zuverlässigkeit fehlt. Die moderne Form ist heute eben über Whatsapp. Was sollte ihr ein Aussprechen bringen? Sie kennt Deine Probleme und möchte sich von diesen nicht länger beeinflussen lassen. Stell Dir vor, sie besorgt grundsätzlich die Kinokarten und bleibt in 10% aller Fälle auf einer Karte sitzen. Nach dem zweiten Ereignis wäre bei mir Ende des Service. Unser Zusammenleben funktioniert nur, wenn wir uns auf unser Gegenüber weitgehend verlassen können.

Emleo=nora


Sehe ich im Bezug auf Freundschaft ein wenig anders. Man setzt sich doch mit einem Freund in allen Belangen auseinander.

Es sei denn man beführwortet generell die soziale Wegwerf-Mentalität.

aWug2>33


Sicher, ich kann mich mit einem guten Freund in allen uns betreffenden Fragen auseinandersetzen. An der Stelle beginnt bereits der Zweifel, ob das auf Augenhöhe geschieht oder ob ich in manchen Fragen durch meine persönlichen Umstände im Nachteil bin. Einfaches Beispiel: wenn ich verschlissene Hüftgelenke habe, dann kann ich mit einem Freund zwar über Wanderungen sprechen, über unsere Wünsche, usw.; aber ich muss sagen, wo die Grenzen liegen. Kommt er mit solchen Grenzen klar, dann ist es wirkliche Freundschaft. Besteht er auf seine Wandermeilen, dann ist es im Hinblick auf dieses gemeinsame Interesse keine wirkliche Freundschaft.

Wenn ich aber so tue, als ob ich grundsätzlich mit ihm wandern würde, dann aber kurzfristig wegen Schmerzen absage, dann missbrauche ich diese Freundschaft.

E?leoEnoxra


Wenn ich aber so tue, als ob ich grundsätzlich mit ihm wandern würde, dann aber kurzfristig wegen Schmerzen absage, dann missbrauche ich diese Freundschaft.

Wenn ich aber einen Freund habe der ein psychisches Leiden hat und weiß das er wirklich will aber manchmal nicht kann ... dann beziehe ich das doch ein Stück weit automatisch mit ein. Ich meine, wenn jemand z.B. MS hat, dann wäre man ja auch nicht sauer und würde die Freundschaft kündigen weil man etwas unternehmen wollte aber gerade ein Schub kommt und derjenige an dem Tag im Rollstuhl/Bett bleiben muss ...

Daher bleibe ich bei meiner Empathie-Aussage.

EPleionorxa


*** sollte kann werden.

s&annylbovesbFo9oxks


Erstmal ein großes Danke an euch. Ich freu mich über die ganzen Antworten. @:)

Du hast Dein Alter nicht dazugeschrieben. Wenn seit Jahren eine Therapie läuft, dann fragen sich erwachsene Menschen schon, was läuft da wirklich? Dauertherapie ist eigentlich keine Therapie mehr.

Ich bin 26 Jahre alt und bin gerade in einem Methodenwechseln. Von Tiefenpsychologisch zu Verhaltenstherapie. Hab schon vieles gemacht und sehe auch Erfolge nur leider sehr langsam.

Und ich denke auch, dass es noch ne Zeit dauert, bis ich es alleine schaffe. Da Borderline ja nicht komplett heilbar, aber Gott sei dank, relativ gut Therapierbar ist.

Einfaches Beispiel: wenn ich verschlissene Hüftgelenke habe, dann kann ich mit einem Freund zwar über Wanderungen sprechen, über unsere Wünsche, usw.; aber ich muss sagen, wo die Grenzen liegen

Ich sage allen guten Freunden immer, dass sowas wie Absagen bei mir passieren kann, weil ich weiß wie schlimm Enttäuschungen sind. Ist das nicht so wie in deinem Beispiel??

Für mich ist nachvollziehbar, dass eine Freundin sich zurückzieht, wenn es an Zuverlässigkeit fehlt. Die moderne Form ist heute eben über Whatsapp. Was sollte ihr ein Aussprechen bringen? Sie kennt Deine Probleme und möchte sich von diesen nicht länger beeinflussen lassen. Stell Dir vor, sie besorgt grundsätzlich die Kinokarten und bleibt in 10% aller Fälle auf einer Karte sitzen. Nach dem zweiten Ereignis wäre bei mir Ende des Service.

Verstehen kann ich das schon, wenn es ihr zuviel wird, aber ich denke trotzdem, dass es wichtig ist, sich seinen Problemen von Angesicht zu Angesicht zu stellen.

Ich sage ja nicht aus böser Absicht ab, aber ich hab das Gefühl, dass sie das glaubt.

Beeinflussen?? Inwiefern? Klar sie "muss" sich notgedrungen,manchmal mit meiner Krankheit auseinandersetzten, aber inwiefern ist das beeinflussen?

EAleonIora


Beeinflussen tut es sie zwangsläufig indem sie sich mit deiner Problematik auseinandersetzen muss. Und da muss sie für sich selbst entscheiden ob sie das will und kann.Ich vermute ihr ist das zu anstrengend, daher sehe ich auch keinen Fehler bei dir.

Viele Menschen kauen lieber am Tellerrand, um es bildlich auszuschreiben. Ist aber deiner Freundin gegenüber auch net böse gemeint - es ist ja ihre persönliche Sache ob sie sich damit auseinandersetzen möchte oder nicht.

EBleoUnaorxa


Ich halte sie schlicht nicht wirklich für eine Freundin.

s/ann]ylovNepsboLoxks


Ich denke die besagte Freundin mag dich als Person sehr, sehr gerne; Kann aber einfach nicht die nötige Empathie aufbringen aufbringen dein Handeln komplett nachzuvollziehen. Oder sie versteht dein Problem im Grunde gar nicht, meint aber sie wüsste das und wie es lösbar wäre

Ja sie meinte, sie hätte mich mal zu schätzen gewusst. Ich will ihr auch keinen Vorwurf oder so machen, denn mit jemandem umzugehen, der psychisch krank ist, ist nicht einfach. Das kenne ich aus eigener Erfahrung. Es ist ja oft so, dass "normale" Menschen sich nicht in sowas hineinversetzten können, was ja zugegebenerweise auch schwierig ist. Ich versuche mir nicht mehr so viele Selbstzweifel einzureden. Vielen Dank @:)

Wenn ich aber einen Freund habe der ein psychisches Leiden hat und weiß das er wirklich will aber manchmal nicht kann ... dann beziehe ich das doch ein Stück weit automatisch mit ein

Genau das hat meine beste Freundin auch gesagt, aber ich war mir einfach nicht sicher, ob das auch so ist oder ob sie einfach nur ein sehr gutmütiger Mensch ist. ;-D Sie hat mir niemals sowas vorgeworfen und wir sind seit Jahren befreundet und akzeptiert mich wie ich bin. Das ist sehr schön x:)

Ekleonxora


Genau das hat meine beste Freundin auch gesagt, aber ich war mir einfach nicht sicher, ob das auch so ist oder ob sie einfach nur ein sehr gutmütiger Mensch ist. ;-D Sie hat mir niemals sowas vorgeworfen und wir sind seit Jahren befreundet und akzeptiert mich wie ich bin. Das ist sehr schön x:)

Siehste, das ist Freundschaft! :)_ ;-D

Ich freu mich das du so eine gute Freundin hast. Und glaub mir, die Sorge sie wäre nur ein sehr gutmütiger Mensch ist sicher unbegründet. Denn es sucht sich jeder auch selbst aus, zu wem er gutmütig ist. ;-)

ahug2?33


Liebe TE, vor über 30 Jahren war Borderline ein Fremdwort und in den ersten Gesprächen über dieses Persönlichkeitsmerkmal haben wir bildlich übersetzt: "läuft mal links vom Trennstrich, mal rechts davon"; zu der Zeit gab es noch die Demarkationslinie durch Deutschland und wir verglichen es mit einem Menschen, der sich auf der Glinicker Brücke mal diesseits und mal jenseits der Markierung bewegte; also in einem extremen Spannungsfeld.

Im Laufe eines Lebens entstehen Freundschaften und enden solche auch wieder. Das Ende muss nicht total sein, aber es bedeutet eine entscheidende Veränderung in der Beziehung. Erst im Laufe der Zeit merkt man selbst, welchen Einfluss eine Freundschaft auf das eigene Leben hat. An dieser Stelle muss jeder für sich entscheiden, ob er mit diesem Einfluss weiterhin leben will oder nicht. Es ist sein Leben! Kinder stellen sich von Geburt an auf die Borderline-Persönlichkeit ihrer Mutter ein und können damit leben. Wie spätere Partner mit solchen Kindern klar kommen, das zeigen die hoffentlich derzeit laufenden Forschungen.

E`leoxnora


Den Move versteh ich grad nicht.

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