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Trennung - verstehen (& verarbeiten?)

Y(ava9nEna hat die Diskussion gestartet


Liebes Forum,

ich bin schon lange stille Mitleserin und hab das Gefühl, dass hier verständnisvolle, liebe Menschen unterwegs sind, die immer einen guten Rat haben. Und so einen Rat oder zumindest ein offenes Ohr bräuchte ich jetzt mal.

Mein Partner und ich sind beide Mitte 20 und seit mehr als 6 Jahren zusammen. Nun eigentlich müsste ich schreiben "Ex-Partner" und "waren mehr als 6 Jahre zusammen", denn er hat sich am Pfingstsonntag plötzlich und für mich völlig überraschend von mir getrennt. Für mich ist eine Welt zusammengebrochen :°( :°(

Natürlich lief nicht immer alles perfekt, jeder von uns hat mal Fehler gemacht, aber wir konnten eigentlich immer über alles reden und unsere Probleme lösen. Ich habe nie auch nur ansatzweise gemerkt oder vermutet, dass er über eine Trennung nachdenken könnte.

Ja bei uns hatte sich der Alltag eingeschlichen und die Romantik hat gelitten, das hängt zum Teil auch damit zusammen, dass wir 2 sehr anstrengende Jahre hinter uns haben, in denen einfach Stress im Job (Kündigung, Jobwechsel, Umzug, ...) im Vordergrund stand und viel Raum eingenommen hat. Aber da ist jetzt Ruhe eingekehrt und ich hatte sehr gehofft, dass wir jetzt wieder mehr auf uns achten können. Darüber hatten wir gesprochen und das wollten wir beide.

In den letzten 4 Wochen habe ich schon gemerkt, dass sich mein Freund etwas zurückgezogen hat - kein Händchenhalten und keine Küsse in der Öffentlichkeit mehr. Ich hab das aber nicht direkt angesprochen, da es sich nur um 4 Treffen handelte (wir wohnen nicht zusammen und sehen uns nur einmal die Woche) und zuhause alles lief wie gewohnt. Wir hatten genauso oft und guten Sex wie immer und haben auch gekuschelt und alles.

Jetzt hat er Pfingstsonntag Schluss gemacht. Mit der Begründung, dass er keine Gefühle mehr für mich hätte, nur noch freundschaftlich, und dass er daher die Trennung für besser hält, weil es keinen Sinn macht an einer Beziehung festzuhalten nur um nicht allein zu sein.

Ich wäre ihm noch sehr wichtig und er hätte mich in den letzten Jahren unglaublich liebgewonnen, wir wären so auf einer Wellenlänge und er möchte unsere Gespräche, die Vertrautheit und Verbundenheit nicht verlieren - er möchte mich nicht verlieren, aber es reicht eben nicht mehr für eine Beziehung und er möchte nur noch Freundschaft.

Inzwischen weiß ich, dass da doch noch ein bisschen mehr dahinter steckt. Ich wäre nicht seine Traumfrau, nicht die eine, die man sich wünscht und mit der man sein Leben verbringen will. Ich wäre wunderbar und alles, aber eben nicht die große, einzigartige Liebe mit der man alt werden möchte.

Außerdem befindet er sich wohl gerade in einer Quarter-Life-Crisis und beneidet Singles um ihr Single-Leben. Er sehnt sich danach frei zu sein, Nächte durch zu feiern, neue Leute kennen zu lernen und die aufregende Phase des Verliebtseins und Herzpochens zu erleben. Er hat wohl Angst irgendwas zu verpassen.

Und das verstehe ich einfach nicht, oder nur zum Teil. Ja ich kann nachvollziehen, dass man sich die große Liebe wünscht, den perfekten Partner mit dem man alt werden will. Das will ich auch, nur hatte ich ihn in meinem Partner bereits gefunden. Und ja auch ich kenne das Gefühl etwas zu verpassen, nur nicht in der Intensität, wie es bei ihm zur Zeit zu sein scheint und auf andere Bereiche bezogen. Zumal ich vielleicht ein Single-Leben verpasse, dafür aber etwas viel wundervolleres hatte, nämlich eine bereichernde, erfüllende Beziehung, die mich glücklich gemacht hat.

Ja ich weiß, dass Gefühle nicht statisch sind, dass sie sich verändern können und wir haben auch immer gesagt, dass man mit seinem Partner darüber reden muss, wenn so was passiert um dann gemeinsam eine Lösung zu finden.

Ich bin ja auch irgendwie dankbar dafür, dass er so ehrlich zu mir war und das nicht einfach hinter meinem Rücken ausgelebt hat. Dass er den Schlussstrich gezogen hat, bevor er mich betrogen hat.

Aber mein Kopf versteht nicht (und mein Herz schon mal gar nicht), warum er mir 6 Jahre lang erzählt, wie toll ich bin, wie gut wir zueinander passen, dass ich seine Traumfrau bin und dann plötzlich bin ich es doch nicht mehr? Was habe ich denn falsch gemacht? Was hat sich geändert? Warum hat er nicht früher mit mir geredet? Warum hat er für sich selbst und völlig alleine entschieden, dass die Beziehung keinen Sinn mehr macht?

Warum hat er uns nicht die Chance gegegegen zusammen daran zu arbeiten? Zu schauen was sich geändert hat, warum die Gefühle anders geworden sind und ob wir da gemeinsam etwas machen können?

Er hat angeblich schon seit Monaten darüber nachgedacht und alles mit sich allein ausgemacht. Ich fühle mich total verarscht und hintergegangen. Er hat mir in der Zeit noch Geschenke gemacht (neue Paar-Ringe etc.), wir haben noch einen Urlaub geplant, er hat mir das Gefühl vermittelt als wäre alles wie immer, aber eigentlich hat er alles in Frage gestellt.

Er hat alleine eine Entscheidung getroffen, die uns beide immens betrifft ohne mit mir darüber zu sprechen, ohne uns die Chance zu geben zusammen daran zu arbeiten.

Versteht mich nicht falsch, ich will keine Gefühle erzwingen wo keine sind, aber ich hätte die Chance gewollt etwas zu ändern. Denn aus irgendwelchen Gründen bin ich nicht mehr seine Traumfrau, also habe ich irgendwas falsch gemacht und das hätte ich gerne gewusst und die Chance gehabt es zu verändern.

Ich weiß, dass mir hier keiner sagen kann was gerade in seinem Kopf und seinem Herz vorgeht oder warum er sich so verhält, wie er es getan hat, aber vielleicht hat ja doch der ein oder andere einen guten Rat für mich. Ich bin nämlich nur am Heulen und Grübeln: warum ich nicht seine Traumfrau bin, warum er nicht früher mit mir geredet hat, was sich geändert hat, was ich falsch gemacht habe, wie es jetzt weitergehen soll - können wir Freunde bleiben oder nicht? Will ich das überhaupt?

Und so weiter und so fort, das Gedankenkarussell dreht sich halt einfach unaufhörlich %:|

Ich könnte noch Seitenweise weiterschreiben, weil mir einfach so viel durch den Kopf geht, aber es ist jetzt schon enorm lang geworden, dabei hab ich versucht mich kurz zu fassen, aber das ist bei so einem Thema wohl schwer...

Auf jeden Fall danke ich euch fürs Lesen!

Antworten
aPnf@angm<itWfrMeude


Und so weiter und so fort, das Gedankenkarussell dreht sich halt einfach unaufhörlich %:|

das ist verständlich. kenne ich auch aus meiner vergangenheit. man grübelt sich dann teilweise echt zu tode.

der punkt ist aber der, dass es oft kein "warum" gibt.

will sagen, es gibt keinen grund dafür, dass du nicht seine traumfrau warst und dass er sich getrennt hat. es hat eben für ihn 6 jahre lang gepasst und dann irgendwann nicht mehr. das lag nicht an dir oder deinem verhalten, sondern das liegt an ihm und seiner gefühlswelt. :°_

er geniesst jetzt sein singleleben und vielleicht kannst du das ja auch irgendwann? heisst ja nicht, dass man promikutitiv mit dutzenden partner verkehren muss, sondern dass du einfach dein leben ungebunden und frei leben kannst. ;-)

wie du dich fühlst, wenn so eine entscheidung ohne dich getroffen wurde, kenn ich wie gesagt nur zu gut. aber mir hat damals geholfen, das ganze in wut zu kanalisieren. also statt wie ein schluck wasser in der kurve zu hängen, traurig zu sein und sich zu fragen, warum einem das angetan wurde einfach eine gesunde portion wut zu entwickeln auf den menschen, der erst jahrelang mit einem zusammen war, sich dein vertrauen erschlichen hat und dich dann so verarscht hat. :)*

LG und :°_

Rralph(_HH


Ihr habt Euch einmal die Woche gesehen. Das ist nicht viel. Nein, im Grunde genommen viel zu wenig. In einer Fernbeziehung läuft das oft so. Ich meine, das ist etwas für Leute, die viel, sehr viel Freiräume brauchen, wenn beide das so sehen, funktioniert das. Ich persönlich würde das nicht wollen, ich mag keinen Wochenendbeziehungen. Ich hatte mal zwei Jahre eine, die durchgehalten hat vor dem Hintergrund, dass das zeitlich beschränkt ist, bis wir zusammen ziehen. Wenn jemand eher Nähe und Zweisamkeit braucht, dann findet derjenige in dieser kurzen Begegnung nicht das, was er braucht. Das funktioniert nicht ewig.

Sich einmal die Woche zu sehen, bedeutet, dass man auch sehr viel Zeit allein verbringt. Eigentlich hat er sein Single Leben gehabt, er konnte das nur nicht genießen, denn flirten z.B. war tabu. Die Nachteile des Beziehungslebens ohne dessen Vorteile. Vermutlich kommt man da schon mal ins Grübeln. Und am Ende ist dieses eine Date in der Woche auch zuwenig, um als Paar zusammenzuwachsen. Es reicht oft, um ein paar Sorgen zu besprechen, die sich in der Woche aufstauen, oder um gemeinsame Zeit mit Sex und kuscheln zu genießen, aber oft leider nicht für beides. Wenn ihr die gemeinsame Zeit genossen habt, war da am Ende vielleicht schlicht nicht genug Zeit, um die aufkeimenden Sorgen auch noch zu besprechen und die Beziehung in ein ruhigeres Fahrwasser zu bringen.

D]ieDXosismachetdasGyift


Deute ich eure 6 Jahre Beziehung so, dass ihr euch in all den Jahren nie regelmäßiger und häufiger als einmal die Woche getroffen habt?

Wenn von 7 Tage der Woche jeweils nur ein Tag effektiv über Jahre zusammen miteinander verbracht wurde, kann man eigentlich nicht direkt von einem gemeinsam gelebten Alltag sprechen.

Selbst, wenn ihr täglich miteinander telefoniert, gechattet oder wie auch immer Kontakt miteinander gehalten habt, blieb noch viel Zeit und Raum über, in denen jeder für sich lebte, ohne direkte Nähe und häufigen gemeinsamen Erlebnissen.

Haben sich eure Treffen dann spontan ergeben oder gab es einen fest vereinbaren Tag unter der Woche, den ihr als Treffen umgesetzt habt.

Gab es Tage an denen ihr zusammen eingeschlafen und miteinander aufgewacht seid? Du hast zwar viel über euch geschrieben, die Verletzung die sein Trennungswunsch in Dir heror gerufen hat. Aber so ingesamt von eurem Beziehungslebe und eurer gemeinsamen Dynamik kommt zu wenig zum Vorschein in Deinem Posting. Wie groß war die Entfernung zwischen euren Wohnorten?

Gab es z.B. längere gemeinsame Urlaubsaufenthalte? Es ist natürlich schade, dass Du an seinem Prozess des Entliebens nicht verbal mit einbezogen worden bist. Aber ich glaube, sowas passiert sehr selten abrupt und es gibt lange Phasen von Zweifeln, in den die Gefühle hin und her pendeln. Man unsicher darüber ist, was sich verändert hat in den eigenen Emotionen.

Die Wiedersehensfreude nicht mehr groß ist, und es zunehmend inneren Druck verursacht, von sich ein Beziehungsalltagsgesicht zu zeigen das es schon längere Zeit nicht mehr gibt.

Ich würde mich auch den Vorschreibern anschließen, dass es nicht DEN einzelnen Grund geben wird, der zum Ergebnis der Trennung am Pfingstsonntag geführt hat. Es ist ein normaler Prozess gerade im Übergang vom Teenageralter ins junge Erwachsenenalter, dass sich Gefühle und Wünsche für das Leben und die Liebe zunehmend verändern. Es ist mit der bedeutsamste Wandel, den junge Menschen durchleben. Deshalb kann es ohne das Du daran einen aktiven Anteil hast zu der Folge führen, die eure Beziehung bis zur Trennung durchlaufen hat.

Es bedarf einer Zeit der Verarbeitung und ihr müsst beide schauen, welche Art von Kontakt euch beiden möglich ist, ohne das es von Deinem aktuellen Trennungsschmerz überlagert wird. Gebt euch beiden Zeit. Mit etwas mehr Abstand zur Trennung wirst Du es besser reflektieren, dass einige Jugendzeit-Beziehungen den Übergang ins reife Erwachsenenalter trotz anfänglich gutem Willens nicht bewältigen können.

Yuavarnnua


Vielen lieben Dank für eure mitfühlenden Worte.

@ anfangmitfreude

der punkt ist aber der, dass es oft kein "warum" gibt.

will sagen, es gibt keinen grund dafür, dass du nicht seine traumfrau warst und dass er sich getrennt hat. es hat eben für ihn 6 jahre lang gepasst und dann irgendwann nicht mehr. das lag nicht an dir oder deinem verhalten, sondern das liegt an ihm und seiner gefühlswelt. :°_

Ich weiß, dass sich Gefühle in der Regel nicht rational erklären lassen, aber man will es dann ja doch irgendwie verstehen und sucht nach dem "warum".

Du klingst ein bisschen wie er. Er hat auch gesagt, dass es nicht an mir liegt, sondern ganz allein um seine Gedanken und Gefühle ging bzw. geht und er deshalb nicht mit mir gesprochen hat, bevor er für sich selbst sicher war was er will.

Aber das macht es leider nicht leichter. Ich hätte mir trotzdem gewünscht, dass er mit mir redet, dass wir gemeinsam herausfinden was seine Gefühle sind und was er will - das wäre natürlich nicht weniger schmerzhaft gewesen, aber vielleicht wäre ich dann nicht so unvorbereitet gewesen. Und vielleicht hätten wir ja doch zusammen einen anderen Weg gefunden...

Tja Single-Leben genießen wird sicher nicht einfach. Im Moment sitzt der Schmerz noch zu tief.

Und leider habe ich nicht wirklich eigene Freunde oder Familie hier vor Ort.

Zwischendurch kommt sogar mal so etwas wie Wut hoch. Aber das ist dann nicht von langer Dauer, denn egal wie sehr er mich gerade verletzt hat, ich kann meine Gefühle nicht einfach abstellen und ich liebe ihn nun mal und da kann ich irgendwie im Moment nicht wirklich wütend sein.

@ Ralph_HH

Ja wir haben viel Zeit allein und wenig zu zweit verbracht, das ist richtig. Aber wir sind beide Menschen, die viel Zeit und Freiraum brauchen (er etwas mehr als ich) und am Ende spielte dann auch die Entfernung mit rein. Als wir noch dichter zusammen wohnten haben wir uns auch ne zeitlang zweimal oder seltener dreimal in der Woche gesehen.

Ja er hat eigentlich schon ein Single-Leben gehabt, nur dass er nie der Typ dafür war. Er war nie derjenige der groß Feiern wollte (alle paar Monate ist er mal mit Freunden weggegangen) oder die ganze Nacht durchfeiern wollte, deswegen verstehe ich auch seinen Wunsch danach jetzt nicht. Das entspricht nicht dem Menschen, den ich die letzten Jahre kennengelernt habe.

An sich wäre die Zeit dagewesen um Sorgen zu besprechen - wir haben die letzten 2 Jahre fast nix anderes gemacht als seine Sorgen und seinen Kummer im Job und so zu besprechen. Er hat selbst mal gesagt, dass er das Gefühl hätte es ginge nur noch um seine Sorgen, dass ich mit meinen Sorgen und unsere Beziehung zu kurz kommen würden. Deswegen verstehe ich nicht wirklich warum er diesmal mit seinen Zweifeln und Sorgen nicht zu mir gekommen ist.

@ DieDosismachtdasGift

Ja du deutest das mehr oder weniger richtig. Wir haben zwar ausgiebig digital kommuniziert und so unseren Alltag und alles was uns passiert und bewegt miteinander geteilt, aber uns eher selten gesehen.

In den ersten Jahren haben wir zusammen gearbeitet und uns 8 Stunden jeden Tag gesehen - allerdings war das für mich nie Beziehungszeit, weil unsere Kollegen nicht Bescheid wissen sollten, so dass wir uns kollegial verhalten haben und weil es ja immer noch Arbeit war. Er sieht das aber als Beziehungszeit - einer der wenigen Punkte in denen wir auch nach stundenlangem Reden nie einig werden konnten, aber da das Jahre her ist, ist es auch nicht mehr wichtig und war kein Thema mehr.

Auch in der Zeit haben wir uns dann ein-, zweimal in der Woche nach der Arbeit gesehen und am Wochenende.

Als er den Job gewechselt hat haben wir uns immer noch meist spontan einmal in der Woche und am Wochenende gesehen, aber als der Stress dann zunahm fiel das Treffen in der Woche weg. Am Wochenende hatten wir aber eigentlich immer einen festen Termin (Samstagabend bist Sonntagmittag), es sei denn es war mal jemand auf Dienstreise oder wollte alleine mit Freunden weg oder so.

Ja wir sind jedes Wochenende (bis auf die wenigen Ausnahmen) und meist an Feiertagen nebeneinander eingeschlafen und aufgewacht, ganz selten haben wir es auch mal in der Woche geschafft. Meist haben wir die Zeit dann zu zweit verbracht. Mit Reden über Gott und die Welt, kuscheln, skaten - halt viel was man zu zweit machen kann. Manchmal sind wir auch mit Freunden weg.

Wir haben auch jedes Jahr Urlaub gemacht. Mal 2 Wochen am Stück, dann mal zwei einzelne Wochen oder kurze Städtetrips.

Es ist natürlich schade, dass Du an seinem Prozess des Entliebens nicht verbal mit einbezogen worden bist. Aber ich glaube, sowas passiert sehr selten abrupt und es gibt lange Phasen von Zweifeln, in den die Gefühle hin und her pendeln. Man unsicher darüber ist, was sich verändert hat in den eigenen Emotionen.

Ja genau so ist es ja bei ihm gewesen - sagt er. Und irgendwann war er sich seiner Emotionen sicher und hat nur noch den passenden Zeitpunkt gesucht um mit mir zu reden. Und ganz ehrlich, das macht mich wütend, weil er in der Zeit alles hat so weiterlaufen lassen. Er war sich schon sicher, dass es nicht mehr passt und trotzdem ist er weiter mit mir ins Bett gegangen, hat Urlaub geplant und mir vorgespielt, dass alles in Ordnung ist. Warum hat er nie seine Zweifel angedeutet? Ich fühle mich ehrlich gesagt benutzt: für Sex, für Gespräche, für Zuspruch und Hilfe.

Bei mir war die Wiedersehensfreude immer noch da, nur bei ihm dann ja anscheinend nicht :°(

Ich gebe dir Recht, wir haben uns den Jahren beide verändert und den angesprochenen Wandel ins Erwachsenenalter durchlebt, aber für mich war es immer so, als hätten wir uns zusammen gewandelt und als hätte uns das noch enger zusammengebracht, weil wir die gleichen Ziele und Wünsche entwickelt haben.

Ja die Zeit muss ich uns - und vor allem mir - jetzt geben. Er weiß ja schon, dass er unsere Verbundenheit, Vertrautheit und unsere besondere Beziehung (seine Worte) nicht verlieren möchte. Ich weiß das im Moment noch nicht. Für mich ist die Verbundenheit und Vertrautheit, die er so hoch schätzt, sehr stark angeknackst.

a_nfan_gm7itfrxeude


Ich weiß, dass sich Gefühle in der Regel nicht rational erklären lassen, aber man will es dann ja doch irgendwie verstehen und sucht nach dem "warum".

Du klingst ein bisschen wie er. Er hat auch gesagt, dass es nicht an mir liegt, sondern ganz allein um seine Gedanken und Gefühle ging bzw. geht und er deshalb nicht mit mir gesprochen hat, bevor er für sich selbst sicher war was er will.

Aber das macht es leider nicht leichter. Ich hätte mir trotzdem gewünscht, dass er mit mir redet, dass wir gemeinsam herausfinden was seine Gefühle sind und was er will - das wäre natürlich nicht weniger schmerzhaft gewesen, aber vielleicht wäre ich dann nicht so unvorbereitet gewesen. Und vielleicht hätten wir ja doch zusammen einen anderen Weg gefunden...

Tja Single-Leben genießen wird sicher nicht einfach. Im Moment sitzt der Schmerz noch zu tief.

Und leider habe ich nicht wirklich eigene Freunde oder Familie hier vor Ort.

Zwischendurch kommt sogar mal so etwas wie Wut hoch. Aber das ist dann nicht von langer Dauer, denn egal wie sehr er mich gerade verletzt hat, ich kann meine Gefühle nicht einfach abstellen und ich liebe ihn nun mal und da kann ich irgendwie im Moment nicht wirklich wütend sein.

klar, ich kann verstehen, dass du nach dem "warum" suchst. aber ich denke eben auch, dass man sich mit sowas selbst zerfleischen kann und dann ggf. sich selbst und dem eigenen wohlergehen im weg stehen kann.

natürlich wäre es schön gewesen, wenn ihr miteinander gesprochen und gemeinsam einen weg gefunden hättet. und natürlich wäre es auch leichter für dich gewesen, wenn er mal was angedeutet hätte. das versteh ich ja. ;-)

aber menschen machen eben nicht immer das, was für einen das beste und angenehmste ist, sondern das, was für sie selbst das beste und angenehmste ist. und für ihn war es vermutlich das leichteste, sich im stillen kämmerlein von dir zu entlieben und sich dann aus dem staub zu machen. mag sein, dass er es irgendwann bereut und dass es ihm dann leid tun wird, aber im moment wird er vermutlich der meinung sein, richtig gehandelt zu haben.

klar, bis man das single-leben geniessen kann, dauert es eine weile, das stimmt. ich sag ja auch nicht, dass du gar nicht trauern oder deinem schmerz ausdruck verleihen sollst. ich meinte es eher auf lange sicht, dass es dir eben irgendwann wieder besser gehen wird und dass du dann eben dein single-leben geniessen können wirst und dann vielleicht auch verstehen kannst, warum ihm das so wichtig gewesen zu sein scheint.

schade, dass du keine familie oder freunde in der nähe hast. :°_ vielleicht findest du ja irgendwelche beschäftigungen, mit denen du dich von deinem kummer zumindest kurzfristig ablenken kannst. :)*

hm, du liebst ihn und kannst nicht wütend sein deswegen? also ich kann fast nur auf menschen wütend sein, die ich liebe oder mag oder die mir zumindest was bedeuten. ;-D vor allem, wenn sie mich so verarschen oder mich hintergehen oder sonstwie verletzen. da bin ich dann doch wütend auf denjenigen und zeige das auch. wäre ich nicht wütend, wären die leute mir egal und ich würde sie einfach durch missachtung strafen und ignorieren. aber kann sein, dass ich da in der hinsicht einfach etwas speziell bin.

aber schau auf dich selbst. du kannst ihn ja gern lieben und ihm alles verzeihen, aber lieb auch dich selbst. wenn z.b. jemand den er mag ihn so mies behandelt hätte, wärst du dann auf denjenigen nicht auch wütend?

C=oteS2aJuva6ge


Hi, eigentlich wollte ich dir zunächst schreiben, dass du mit dieser ganzen Warum-Fragerei nicht weiterkommen wirst (ging wohl jedem von uns mal so, mir auch). Nun würde es mich aber doch - vielleicht wegen eines Warums ;-) - interessieren, wie weit ihr denn auseinander gewohnt habt. Hab ich das richtig verstanden, dass ihr erst ganz in der Nähe zueinander gewohnt habt, dass er dann den Job gewechselt hat (warum?) und wegziehen musste?

Mal so eine Mutmaßung: Entfernungen stellen Beziehungen häufig auf die Probe. Die meisten Menschen können/ wollen damit nicht umgehen. Ich hab damit kein Problem, bei mir kann (mentale) Nähe auch bei Distanz entstehen, ich brauche auch nicht so viel körperliche Nähe, ich finde sich miteinander Unterhalten sehr wichtig und das geht auch am Telefon (oder meinetwegen über Skype). Aber ich hatte mal einen Freund, der hatte damit ein Problem, allerdings hat er das von Anfang an offen kommuniziert. Und wenn man erst in der Nähe gelebt hat und dann in größerer Distanz, dann kann so ein "Aus den Augen aus dem Sinn" Phänomen eintreten. Dann können die vom entfernten Partner eingeforderten abendlichen Gutenachtanrufe zu einer lästigen Pflicht werden.

Andere Mutmaßung: Viele Männer (sorry, vielleicht kenn ich auch einfach mehr Männer näher als Frauen) können mit zu viel Problemen auf einmal nicht gut umgehen und entledigen sich dann des Problems, das sie am leichtesten loswerden können. Eine Beziehung bedeutet auch Verantwortung und damit zT auch "Problem". Offenbar hatte er schon viele andere Probleme, wie du geschrieben hast. Entweder die haben nun überhand genommen, dann s.o., oder sie sind so einigermaßen gelöst, dann will er vielleicht mal wieder die volle Leichtigkeit des problemlosen Lebens spüren.

Du siehst, du kannst dir schon selber einige mögliche Antworten auf das Warum zusammenbasteln, aber du musst dich damit abfinden, dass du "den Grund" nie erfahren wirst. Vielleicht weiß er ihn selber nicht. Wenn er dir bis jetzt keinen für dich nachvollziehbaren Grund genannt hat, wird er das auch später nicht tun.

Daher solltest du dich jetzt nicht so sehr auf die Analyse konzentrieren sondern in die Zukunft schauen, und da ist die Frage wichtig: Willst du eine Freundschaft mit ihm? Für mich wäre das nichts, ich weiß das. Horche mal in dich hinein wie das für dich so ist. An deiner Stelle würde ich jetzt erst mal auf Distanz gehen, also Kontaktabbruch, damit du dich sammeln kannst. Das bringt aber nur was, wenn man damit konsequent ist, und man sollte es auch nicht ankündigen, wenn man es nicht hinkriegen wird.

Ydava-nnya


@ anfangmitfreude

hm, du liebst ihn und kannst nicht wütend sein deswegen?

Ja das mag komisch klingen und ich kann es nicht wirklich erklären, aber bis auf wenige Momente in denen dann doch mal die Wut kurz durchkommt, kann ich nicht wütend sein. Er hat mir oft gesagt, dass ich mich selber viel zu sehr zurcüknehme und zu viel Rücksicht auf andere Menschen nehme, vielleicht ist das so ein Moment wo ich meine Gefühle zurücknehme. Aber im Moment siegt eben das traurig und verletzt sein über die Wut.

wenn z.b. jemand den er mag ihn so mies behandelt hätte, wärst du dann auf denjenigen nicht auch wütend?

Oh ja, dann wäre ich tierisch wütend, weil man dem Menschen, der mir am meisten bedeutet unheimlich weh getan und ihn unheimlich verletzt hätte. Ich will ja schließlich, dass es ihm gut geht und er glücklich ist.

Und vielleicht ist das der Knackpunkt: ich will, dass er glücklich ist. Klar ich will, dass er glücklich mit mir ist, aber das ist er anscheinend nicht. Zumindest nicht in einer Beziehung mit mir.

Kann ich ihm daraus einen Vorwurf machen? Kann ich ihm einen Vorwurf daraus machen, dass er nicht mehr glücklich mit mir ist? Dass er so ehrlich war und es mir gesagt hat, anstatt mir etwas vorzumachen, mich am Ende vielleicht zu betrügen und uns dann beide noch mehr zu verletzen?

Ich kann es nicht, auch wenn mich seine Entscheidung innerlich zerreist. Aber ich glaube, so wie ich ihn kennengelernt habe, dass ihm diese Entscheidung nicht leicht gefallen ist, er sicherlich sehr gründlich darüber nachgedacht hat und er mich nie verletzten wollte - nur leider geht eine Trennung in den seltensten Fällen vonstatten ohne dass jemand verletzt wird.

schade, dass du keine familie oder freunde in der nähe hast. :°_ vielleicht findest du ja irgendwelche beschäftigungen, mit denen du dich von deinem kummer zumindest kurzfristig ablenken kannst. :)*

Danke! Das Forum ist jetzt nicht unbedingt die beste Ablenkung, wenn man über das eine Thema schreibt, allerdings hilft es schon, sich alles mal von der Seele zu schreiben, jemanden zu haben der zuhört und das Ganze auch mal aus einer anderen Sicht analysiert zu bekommen.

@ CoteSauvage

Ja wir haben zunächst nur wenige Kilometer voneinander entfernt gewohnt. Er hat dann den Job gewechselt, weil er auf der Suche nach neuen Herausforderungen war und noch nicht das gefunden hat, was ihn beruflich erfüllt. Leider hat er dann mit der neuen Firma richtig Pech gehabt (möchte nicht näher ins Detail gehen) und das war der Zeitpunkt wo der Stress losging und wir uns fast ausschließlich mit der Lösung seiner beruflichen Probleme befasst haben. Da haben wir aber weiterhin nur wenige Kilometer entfernt gewohnt.

Er hat dann einen neuen Job gefunden, bei dem es arbeitstechnisch perfekt passt und ist dort jetzt sehr glücklich. Einziges Manko: er musste jeden Tag knapp 50km hin und wieder zurückpendeln. Also hat er sich eine Wohnung dort in der Nähe gesucht und ist Anfang des Jahres umgezogen. Weit auseinander wohnen wir also erst wenige Monate und es sind auch nur etwa 70km.

Und wenn man erst in der Nähe gelebt hat und dann in größerer Distanz, dann kann so ein "Aus den Augen aus dem Sinn" Phänomen eintreten. Dann können die vom entfernten Partner eingeforderten abendlichen Gutenachtanrufe zu einer lästigen Pflicht werden.

Hm, so hab ich das noch nie gesehen, weil wir ja sowieso immer eher auf Distanz gelebt haben, egal wie dicht wir beieinander gewohnt haben. Wir haben auch nach dem Umzug genauso weiter kommuniziert wie bisher, also haben uns über die gleichen Sachen ausgetauscht und haben in der gleichen Menge Nachrichten geschrieben bzw. genauso viel geredet. Das heißt aber nicht, dass es ihm nicht trotzdem zur lästigen Pflicht geworden ist, das kann ich leider nicht wissen.

oder sie sind so einigermaßen gelöst, dann will er vielleicht mal wieder die volle Leichtigkeit des problemlosen Lebens spüren.

Ich glaube das trifft es (leider) sehr gut. Er hat mir geschrieben, dass er erst durch die Ruhe und Stressfreiheit der letzten Monate die Möglichkeit hatte seine Gefühle und Bedürfnisse, die unter dem Stress und Alltagstrott verborgen waren, zu ergründen. Er hat erst dadurch gemerkt, dass ich nicht seine Traumfrau bin und er nicht wirklich glücklich und dass er sich ausleben möchte und seine Freiheit vermisst.

Leider wirkt das auf mich so wie "Hey schön, dass du mir in den schlechten Zeiten beigestanden hast, mir geholfen hast alles durchzustehen, aber jetzt wo alles gut ist kannst du gehen." Ich weiß, dass das nicht seine Intention ist, aber es fühlt sich halt leider ein bisschen so an.

Komischerweise kann ich ihn ja ein Stück weit verstehen. Also rational und ein bisschen auch emotional kann ich seinen Gedanken folgen, dass er die EINE finden will, dass er glücklich werden will und sich ausleben will. Was ich eben nicht verstehe, warum ich nicht die EINE bin, aber ich fürchte da man Gefühle nur schwer erklären kann, kann er mir das nicht erklären, auch wenn er gerne möchte.

Daher solltest du dich jetzt nicht so sehr auf die Analyse konzentrieren sondern in die Zukunft schauen, und da ist die Frage wichtig: Willst du eine Freundschaft mit ihm?

Puh, das ist gar nicht so einfach. Wir sind beide Typen, die fast alles tot-analysieren und da kommt man schwer raus. Auch wenn du natürlich Recht hast und mich das im Moment wohl eher nicht weiterbringt.

Ich weiß leider noch nicht ob ich eine Freundschaft will. Auf der einen Seite ja, einfach weil es mir wie ihm geht: ich will ihn als Freund nicht verlieren, denn wir waren nicht nur Partner sondern auch beste Freunde. Die Gespräche mit ihm, seine Meinung, er als Person - das ist mir alles unglaublich wichtig und die Vorstellung das zu verlieren macht micht wahnsinnig, fast so wahnsinnig wie der Gedanke, dass ich ihn als Partner verloren habe.

Ich vermisse es schon jetzt so unglaublich mich mit ihm auszutauschen, einfach zu hören wie sein Tag war und wie es ihm geht. Ich vermisse ihn als Ganzes, sein Lächeln, seine Umarmung, seine Ruhe und Sicherheit, seine Art, einfach alles, aber ich weiß, dass ich nur eine Freundschaft haben kann.

Ich weiß aber auch, dass ich es wahrscheinlich (jetzt) nicht aushalten werde, sollte er wirklich anfangen sich auszuleben, sich mit anderen Frauen zu treffen und die Zweisamkeit, die wir hatten, mit einer andere zu teilen.

Ich weiß leider im Moment nicht was ich in Bezug darauf will.

Tut mir Leid, falls ich paradox klinge, aber in meinem Kopf herrscht echt ein wenig Chaos und in mir streiten die emotionale und die rationale Seite miteinander. Vielleicht schreibe ich daher manchmal gegensätzliche oder unverständliche Sachen.

CuoteSdauvagxe


Du klingst überhaupt nicht paradox, es ist völlig normal, dass man sich erst mal sortieren muss, wenn man auf so einen Scherbenhaufen gesetzt wird :)_

a'npfanbgmitQfyreude


Ja das mag komisch klingen und ich kann es nicht wirklich erklären, aber bis auf wenige Momente in denen dann doch mal die Wut kurz durchkommt, kann ich nicht wütend sein. Er hat mir oft gesagt, dass ich mich selber viel zu sehr zurcüknehme und zu viel Rücksicht auf andere Menschen nehme, vielleicht ist das so ein Moment wo ich meine Gefühle zurücknehme. Aber im Moment siegt eben das traurig und verletzt sein über die Wut.

wut kann aber doch auch was positives sein. natürlich möchte niemand einen partner, der stühle zerschlägt und geschirr zerdeppert, weil es im herbst keine raffaello mehr gibt. ;-) aber man will doch nen partner, der ein stück weit ein gesundes emotionsleben hat und da gehört eben auch dazu, dass man auf bestimmte verhaltensweisen erstmal mti wut reagiert. wie genau man dann die wut ausdrückt, ist dann eher die wichtige frage. manche meditieren, andere machen sport und wieder andere gehen zum schreien in den wald, um ihre wut zu kanalisieren. aber wut ist nur was menschliches und kann eben auch positiv sein, weil sie uns zeigen kann, was wir wollen und was wir nicht wollen.

Oh ja, dann wäre ich tierisch wütend, weil man dem Menschen, der mir am meisten bedeutet unheimlich weh getan und ihn unheimlich verletzt hätte. Ich will ja schließlich, dass es ihm gut geht und er glücklich ist.

Und vielleicht ist das der Knackpunkt: ich will, dass er glücklich ist. Klar ich will, dass er glücklich mit mir ist, aber das ist er anscheinend nicht. Zumindest nicht in einer Beziehung mit mir.

Kann ich ihm daraus einen Vorwurf machen? Kann ich ihm einen Vorwurf daraus machen, dass er nicht mehr glücklich mit mir ist? Dass er so ehrlich war und es mir gesagt hat, anstatt mir etwas vorzumachen, mich am Ende vielleicht zu betrügen und uns dann beide noch mehr zu verletzen?

Ich kann es nicht, auch wenn mich seine Entscheidung innerlich zerreist. Aber ich glaube, so wie ich ihn kennengelernt habe, dass ihm diese Entscheidung nicht leicht gefallen ist, er sicherlich sehr gründlich darüber nachgedacht hat und er mich nie verletzten wollte - nur leider geht eine Trennung in den seltensten Fällen vonstatten ohne dass jemand verletzt wird.

genau da sehe ich aber auch einen knackpunkt: bei aller liebe sollte der mensch, der dir am meisten bedeutet derjenige sein, den du morgens im spiegel siehst. du solltest wollen, dass dieser mensch glücklich ist und dass es diesem menschen gut geht.

und kannst du ihm einen vorwurf machen? natürlich. sieh dich mal im spiegel an, schau dir den menschen an, den du am meisten lieben solltest und um den du dich in deinem leben am meisten kümmern solltest. dieser mensch leidet grade und ist unglücklich - wegen etwas, was jemand anderes getan hat. allein daher könntest du schon einen vorwurf konstruieren. er hat dich unglücklich gemacht. das reicht doch eigentlich aus, um wütend zu sein.

stattdessen nimmst du diesen anderen menschen auch noch in schutz. ist verständlich, immerhin hast du ihn geliebt und tust es immer noch. aber du musst dich jetzt eben irgendwo entscheiden zwischen dir selbst und der liebe zu dir einerseits und andererseits der liebe zu einem anderen menschen.

das ist eine harte entscheidung und sie ist nicht einfach, aber ich glaube, es ist das beste, wenn man sich für die liebe zu sich selbst entscheidet. denn nur dann kann man doch auf dauer auch andere menschen glücklich machen und lieben.

natürlich geht eine trennung auch nie ohne verletzung vonstatten. genauso wenig, wie ein autounfall ohne blechschaden vonstatten geht. ;-) natürlich kann man sich dann im ersten moment auch freuen, dass es keinen furchtbaren rosenkrieg gab und dass es nicht schlimmer kam. nichtsdestotrotz kann man doch dem, nennen wir ihn mal unfallverschulder als unfallopfer gegenüber ein stück weit ein gesundes mass an wut entgegen bringen.

ich will dir mit der wut-thematik auch gar nicht zu nahe treten. ich lese nur aus deinem schreiben heraus, dass du sehr passiv wirkst und dass du ihn und seine entscheidungen auch noch in schutz nimmst. der punkt ist aber der: deine psyche ist wütend. immerhin hast du dein bestes gegeben, hast vertraut und dich geöffnet und wurdest bitter enttäuscht und für nicht gut genug befunden. das tut extrem weh und erzeugt wut. wenn du diese wut nicht auf den verursacher (ihn) projizierst, landest du irgendwann bei dir und grübelst darüber nach, wie sehr du es ja verdient hast, verlassen zu werden, wie gut er es nun ohne dich hat oder was für fundamentale fehler du wohl während der beziehung gemacht haben könntest und gehst diese dann immer wieder durch. auf dauer schlitterst du dann in eine depression rein und davon hast du dann doch gar nix. meiner meinung ist es da dann besser für einen, auch mal wütend auf den ex zu sein, ein kissen zu verprügeln oder die wut sonstwie raus zu lassen und danach irgendwann nach vorne sehen zu können. :)*

vielleicht nicht heute oder morgen, aber vielleicht ja übermorgen. :)*

Danke! Das Forum ist jetzt nicht unbedingt die beste Ablenkung, wenn man über das eine Thema schreibt, allerdings hilft es schon, sich alles mal von der Seele zu schreiben, jemanden zu haben der zuhört und das Ganze auch mal aus einer anderen Sicht analysiert zu bekommen.

naja, aber das ist doch ein anfang. :)*

ich hab im forum auch die erfahrung gemacht, dass es immer wieder mal neue themen gibt. manche nehmen einen mit, manche findet man amüsant und wieder andere einfach nur absurd. sowas lenkt dann auch ein wenig ab.

dass es hilft, wenn einer einem zuhört, weiss ich aus eigener erfahrung. cotesauvage und viele andere hier haben mir anno dazumal auch sehr viel zugehört und das hat geholfen. :)z

Y*av`ann5a


@ anfangmitfreude

wut kann aber doch auch was positives sein.

Ich habe Wut bisher nie wirklich als was positives betrachtet. Ja sicher es kann befreiend sein, wenn man wütend ist und das einfach mal raus lässt, aber irgendwie hat es für mich dennoch eher einen negativen Charakter.

genau da sehe ich aber auch einen knackpunkt: bei aller liebe sollte der mensch, der dir am meisten bedeutet derjenige sein, den du morgens im spiegel siehst. du solltest wollen, dass dieser mensch glücklich ist und dass es diesem menschen gut geht.

und kannst du ihm einen vorwurf machen? natürlich. sieh dich mal im spiegel an, schau dir den menschen an, den du am meisten lieben solltest und um den du dich in deinem leben am meisten kümmern solltest. dieser mensch leidet grade und ist unglücklich - wegen etwas, was jemand anderes getan hat. allein daher könntest du schon einen vorwurf konstruieren. er hat dich unglücklich gemacht. das reicht doch eigentlich aus, um wütend zu sein.

stattdessen nimmst du diesen anderen menschen auch noch in schutz. ist verständlich, immerhin hast du ihn geliebt und tust es immer noch.

Sicherlich hast du Recht und ich sollte mir selbst der wichtigste Mensch sein. Und ich bin mir selbst auch wichtig und will glücklich sein und will dass es mir gut geht. Aber durch Wut und Vorwürfe geht es mir nicht besser, das ändert ja nichts an meiner momentanen Situation. Und ja ich nehme ihn in Schutz, du bist nicht der erste der mir das sagt. Aber ich kann nicht anders.

Ich weiß, dass er mich unglücklich gemacht hat, aber er hat es ja nicht absichtlich gemacht. Er ist garantiert nicht aufgestanden und hat sich gedacht "Heute verletzte ich sie mal richtig". Wenn er die Möglichkeit gehabt und einen Weg gesehen hätte mich nicht zu verletzten und dennoch selbst glücklich zu sein, dann hätte er sicher diesen Weg gewählt.

ich will dir mit der wut-thematik auch gar nicht zu nahe treten. ich lese nur aus deinem schreiben heraus, dass du sehr passiv wirkst und dass du ihn und seine entscheidungen auch noch in schutz nimmst. der punkt ist aber der: deine psyche ist wütend. immerhin hast du dein bestes gegeben, hast vertraut und dich geöffnet und wurdest bitter enttäuscht und für nicht gut genug befunden. das tut extrem weh und erzeugt wut.

Keine Sorge, du trittst mir damit nicht zu nahe.

Hm, ich hatte bisher eigentlich nicht das Gefühl extrem passiv zu sein, aber möglicherweise schätze ich mich da auch falsch ein.

Du hast Recht, ich hab vertraut und mich geöffnet (wie keinem anderen Menschen vorher) und wurde enttäuscht und verletzt und das tut unheimlich weh, aber dennoch kommt bei mir einfach keine Wut hoch, zumindest nicht diese alles-einnehmende Wut. Ich kann es nicht erklären, ich kann mir selbst meine Gefühle ja gerade nicht erklären. In einem Moment bricht für mich die Welt zusammen, der Schmerz ist unfassbar groß und ich bin nur am Heulen und dann wieder habe ich Momente in denen ich vollkommen leer bin, gar nichts fühle. Das kommt mir selbst sehr merkwürdig vor. Und ich verstehe es nicht, fange an mich selbst zu hinterfragen und zu analysieren, frage mich ob das normal ist. ???

Du hast etwas von "gesundem Emotionsleben" geschrieben, ich frage mich gerade ernsthaft ob ich das habe oder ob ich da nicht doch ein Problem habe. (Jetzt habe ich auf jeden Fall wieder viel Input bekommen über den ich nachdenken muss.)

TmATA-Bxox23


Liebe Yavanna,

ich kenne deine Geschichte, nur dass ich diejenige war, die sich langsam aber sicher entliebt hat. Es ist so subtil, so schleichend passiert, dass ich es erst gemerkt habe, als es schon zu spät war. Ich konnte nicht sagen warum, denn er war derselbe Mensch wie vorher. Nur mich interessierten andere Männer (bzw. bei einem bestimmten hat es richtig geknallt) und ich hatte schlichtweg keine Lust mehr auf unseren langweiligen, festgefahrenen Alltag ohne Abwechslung.

Ich hab auch nicht mit ihm darüber geredet. Dann, irgendwann, hab ich ihm nur die Halbwahrheit gesagt, dass ich mir der Gefühle nicht sicher bin. Wir haben versucht da rauszukommen. Er dachte dann, es sei wieder alles in Ordnung, aber bei mir hatte sich nichts geändert. Ich hab aber auch die "Beziehungsroutine" weiter so gelebt. Nicht um ihn auszunutzen, sondern weil ich es trotzdem noch mochte und er mir so vertraut war. Irgendwann ging es nicht mehr und ich hab zu mir selbst gestanden und es beendet. Ich wollte ihm nie weh tun. Dein Exfreund dir sicherlich auch nicht.

Erhat mich damals oft nach dem "Warum" gefragt und nach dem was er falsch gemacht hat, so wie du. Damals konnte ich das nicht in Worte fassen, es fehlte einfach etwas.

Heute, mehr als 2 Jahre später weiß ich, dass es nicht an ihm lag, sondern an mir. Das was fehlte war eine zeitlang allein zu sein, um zu lernen wie das ist. Um sich mal nur an sich selbst zu orientieren und niemandem Rechenschaft schuldig zu sein, sich frei zu fühlen. Das hatte ich (ich war seit 15 in dieser Beziehung) vorher nie erlebt. Er hat nie was falsch gemacht, aber er war nicht mehr der richtige Mensch an meiner Seite, ich hatte mich zu sehr verändert.

Vllt hilft dir das ein wenig :)_

aVnfaansgmitfyreudxe


Ich habe Wut bisher nie wirklich als was positives betrachtet. Ja sicher es kann befreiend sein, wenn man wütend ist und das einfach mal raus lässt, aber irgendwie hat es für mich dennoch eher einen negativen Charakter.

wut ist einfach was menschliches. ob sie positiv ist oder nicht, das kommt drauf an, wie man damit umgeht. wenn wir z.b. mal den vergleich mit dem autounfall mit blechschaden heranziehen, ist es natürlich negativ, den unfallverursacher an ort und stelle anzubrüllen oder zu verprügeln. da ist die wut dann negativ. aber ebenso negativ wäre es, wenn du als unfallopfer nach dem unfall nicht mehr ins auto steigen willst und dir vorwirfst, selbst schuld zu sein und dass du einfach nicht fahren könnest und der andere sei ja ein erfahrener fahrer und habe sicher nix absichtlich falsch gemacht.

positiv ist da eben eher ein mittelweg. wut nutzen, um aggressionen zu spüren, zu kanalisieren und eben auf eine art und weise raus zu lassen, die niemandem schadet. wenn ich z.b. nervige telefonate führen musste, hab ich danach das bedürfnis, in irgendwelchen ballerspielen leute abzuknallen. ;-D danach geht es mir dann besser, denn weder hab ich ewig eine wut auf die telefonpartner, noch auf mich selbst. ich bin dann eben für den moment mal kurz wütend, lasse das auf eine für mich vertretbare weise raus und danach ist es auch wieder gut, verstehst du?

Sicherlich hast du Recht und ich sollte mir selbst der wichtigste Mensch sein. Und ich bin mir selbst auch wichtig und will glücklich sein und will dass es mir gut geht. Aber durch Wut und Vorwürfe geht es mir nicht besser, das ändert ja nichts an meiner momentanen Situation. Und ja ich nehme ihn in Schutz, du bist nicht der erste der mir das sagt. Aber ich kann nicht anders.

Ich weiß, dass er mich unglücklich gemacht hat, aber er hat es ja nicht absichtlich gemacht. Er ist garantiert nicht aufgestanden und hat sich gedacht "Heute verletzte ich sie mal richtig". Wenn er die Möglichkeit gehabt und einen Weg gesehen hätte mich nicht zu verletzten und dennoch selbst glücklich zu sein, dann hätte er sicher diesen Weg gewählt.

dass es seinerseits absicht war, hab ich ja auch nicht behauptet. ;-) manchmal ist man im leben eben einfach nur in so einer situation. wenn zwei menschen miteinander sozial interagieren, kann es eben auch einfach sein, dass die interaktion nicht so läuft, wie du es möchtest. ganz ohne dass der jw. andere böse hintergedanken hätte oder dich mit absicht verletzen würde. tata-box beschreibt das ja sehr gut. menschen kümmern sich natürlich auch gern um ihren partner. aber in erster linie eben um sich selbst und um das, was für sie selbst gut und wichtig ist. er hat das bei dir gemacht, sich so lange um dich gekümmert und um deine gefühle, wie er konnte. irgendwann konnte er dann eben einfach irgendwann nicht mehr und musste sich einfach um sich und seine eigenen bedürfnisse kümmern.

da ist es doch jetzt umgekehrt nur fair, wenn du den selben schritt gehst und dich um deine gefühle kümmerst. sei es wut, sei es trauer, sei es schmerz. aber wenn du immer noch ihn an erster stelle siehst, vernachlässigst du dadurch dich selbst und das tut keinem auf dauer gut.

Hm, ich hatte bisher eigentlich nicht das Gefühl extrem passiv zu sein, aber möglicherweise schätze ich mich da auch falsch ein.

Du hast Recht, ich hab vertraut und mich geöffnet (wie keinem anderen Menschen vorher) und wurde enttäuscht und verletzt und das tut unheimlich weh, aber dennoch kommt bei mir einfach keine Wut hoch, zumindest nicht diese alles-einnehmende Wut. Ich kann es nicht erklären, ich kann mir selbst meine Gefühle ja gerade nicht erklären. In einem Moment bricht für mich die Welt zusammen, der Schmerz ist unfassbar groß und ich bin nur am Heulen und dann wieder habe ich Momente in denen ich vollkommen leer bin, gar nichts fühle. Das kommt mir selbst sehr merkwürdig vor. Und ich verstehe es nicht, fange an mich selbst zu hinterfragen und zu analysieren, frage mich ob das normal ist. ???

Du hast etwas von "gesundem Emotionsleben" geschrieben, ich frage mich gerade ernsthaft ob ich das habe oder ob ich da nicht doch ein Problem habe. (Jetzt habe ich auf jeden Fall wieder viel Input bekommen über den ich nachdenken muss.)

hm, mir kommt deine haltung aber passiv vor. ich meine, er war aktiv: hat sich getrennt. nun könntest du auch aktiv werden, entweder indem du ihn versuchst zurück zu gewinnen, um ihn kämpfst und ihm hinterher läufst oder eben indem du zu deinen gefühlen stehst und ihn (zumindest erstmal) aus deinem leben und denken zu streichen versuchst. dann einfach dein leben geniessen. singleleben kann doch auch was tolles sein! und wenn es nur heisst, dass man sich vor niemandem schämen muss, wenn man nur in unterwäsche nachts um 3 vor dem fernseher sitzt, eis in sich rein futtert und sich dabei pudelwohl fühlt oder sowas. versuch doch einfach, dir was gutes zu tun. was genau, das weisst natürlich nur du selbst, denn die geschmäcker sind ja verschieden. :)*

statt auf diese weise aktiv zu werden, grübelst du aber nur über das warum. wo tust du denn aktiv etwas, um entweder ihm die pest an den hals zu wünschen oder dir was gutes zu tun? da bist du mir natürlich keine rechenschaft schuldig, aber vielleicht kann dich diese sichtweise ein bisschen weiter bringen oder es lenkt dich zumindest etwas vom grübeln ab.

wie du dich fühlst, kenne ich auch von einer trennung. :°_ dieser mix aus leere und schmerz ist unschön.

ich für meinen teil bin da damals eben nur durch eine gesunde portion wut raus zu kommen. war eine zeit lang tierisch wütend auf meine ex und habe innerlich gekocht. aber ich habe das damals gebraucht, um mich emotional von ihr zu lösen und an einen punkt zu kommen, wo ich mich wieder um mich selbst kümmerte, anstatt sie auch noch in schutz zu nehmen.

meiner erfahrung nach verfliegt die wut nach einer weile auch, denn dein wutziel wird dir mit der zeit eben immer unwichtiger und unbedeutender und irgendwann merkst du, dass es dir besser geht und kannst wieder sachen in deinem leben machen, die dich ausfüllen und erfreuen und dann lernst du irgendwann jemand anderen kennen und dann tangiert dich das hier und jetzt kaum noch.

gesundes emotionsleben ist natürlich immer eine definitionssache. ich denke, jedes emotionsleben ist gesund, solange man nicht drunter leidet. aber wenn man dann doch sehr stark unter seinem emotionsleben leidet, ist es für einen selbst ja nicht gesund. kurzfristiges leiden wie trennungsschmerz, liebeskummer oder trauer um verstorbene natürlich ausgeschlossen. da ist es normal, zu trauern. ;-) aber es kann eben auch überhand nehmen, wenn man die trauer und den schmerz verdrängt oder aber so stark trauert oder schmerz empfindet, dass man selbst auf dauer extrem darunter leidet.

YOavannxa


@ TATA-Box23

Vielen lieben Dank für deine Worte. Es ist schön auch mal die "andere" Seite zu lesen.

Ich denke bei ihm ist es sehr ähnlich wie bei dir, es ist schleichend passiert und garantiert nicht von heute auf morgen. Ich hoffe allerdings sehr, dass er sich noch nicht in eine andere verliebt hat, das würde mir erst Recht das Herz brechen, weil dann würde ich mir vorkommen, als wenn er mich einfach austauschen könnte.

Ich hab aber auch die "Beziehungsroutine" weiter so gelebt. Nicht um ihn auszunutzen, sondern weil ich es trotzdem noch mochte und er mir so vertraut war. Irgendwann ging es nicht mehr und ich hab zu mir selbst gestanden und es beendet. Ich wollte ihm nie weh tun. Dein Exfreund dir sicherlich auch nicht.

Nein weh tun wollte er mir nicht und mich hoffentlich auch nicht ausnutzen. Aber es tut trotzdem verdammt weh, dass die Vertrautheit und die Gefühle nicht auf Dauer ausreichend sind, dass es einfach zu wenig zu sein scheint. Und das Gefühl, dass er mich eben trotzdem ausgenutzt hat, solange es für ihn noch ging, bleibt einfach und das wird wahrscheinlich auch nicht so schnell weggehen.

Heute, mehr als 2 Jahre später weiß ich, dass es nicht an ihm lag, sondern an mir. Das was fehlte war eine zeitlang allein zu sein, um zu lernen wie das ist. Um sich mal nur an sich selbst zu orientieren und niemandem Rechenschaft schuldig zu sein, sich frei zu fühlen. Das hatte ich (ich war seit 15 in dieser Beziehung) vorher nie erlebt. Er hat nie was falsch gemacht, aber er war nicht mehr der richtige Mensch an meiner Seite, ich hatte mich zu sehr verändert.

Das sind so ziemlich genau seine Worte. Nur leider macht der Gedanke, dass es nicht an mir liegt den Schmerz nicht leichter, zumal immer noch im Hinterkopf ganz leise die Frage bleibt "Hätte ich vielleicht doch irgendwas anders machen müssen?".

@ anfangmitfreude

wut ist einfach was menschliches. ob sie positiv ist oder nicht, das kommt drauf an, wie man damit umgeht.

ich bin dann eben für den moment mal kurz wütend, lasse das auf eine für mich vertretbare weise raus und danach ist es auch wieder gut, verstehst du?

Ja ich verstehe was du meinst. Und am Ende ist wohl wirklich der Umgang mit Wut entscheidend dafür, ob man sie positiv oder negativ sieht. Ich hatte durchaus kurze Momente in denen ich wütend war, da hab ich dann Kissen durch die Gegend geschmissen, kurz geschimpft und es eben so rausgelassen, aber das war nur kurz. Und seitdem fühle ich einfach keine Wut, also kann ich auch nichts rauslassen.

manchmal ist man im leben eben einfach nur in so einer situation. wenn zwei menschen miteinander sozial interagieren, kann es eben auch einfach sein, dass die interaktion nicht so läuft, wie du es möchtest. ganz ohne dass der jw. andere böse hintergedanken hätte oder dich mit absicht verletzen würde.

da ist es doch jetzt umgekehrt nur fair, wenn du den selben schritt gehst und dich um deine gefühle kümmerst. sei es wut, sei es trauer, sei es schmerz. aber wenn du immer noch ihn an erster stelle siehst, vernachlässigst du dadurch dich selbst und das tut keinem auf dauer gut.

Ja, dass es beim Miteinander nicht immer so läuft, wie man es gerne hätte, das wusste ich schon und das erlebe ich ja gerade mal wieder :°( Und ich denke ja an mich, ich versuche im Moment herauszufinden (auch durch diesen Thread) wie ich damit umgehen kann ohne kaputt zu gehen und was mir gut tut.

hm, mir kommt deine haltung aber passiv vor. ich meine, er war aktiv: hat sich getrennt. nun könntest du auch aktiv werden, entweder indem du ihn versuchst zurück zu gewinnen, um ihn kämpfst und ihm hinterher läufst oder eben indem du zu deinen gefühlen stehst und ihn (zumindest erstmal) aus deinem leben und denken zu streichen versuchst. dann einfach dein leben geniessen.

Ich war aktiv (zumindest meiner Meinung nach), tut mir Leid, wenn ich vergessen hab das zu schreiben, wie gesagt im Moment ist alles ziemlich durcheinander. Als er sich getrennt hat haben wir lange geredet und ich habe ihn gefragt was wir tun können, damit wir wieder zueinander finden, weil ich nicht bereit war einfach alles aufzugeben. Er wollte nichts tun, er sieht keinen Sinn darin. Ich habe ihm danach einen sehr langen Brief geschrieben, weil ich es nicht geschafft hätte ihm persönlich alles zu sagen, was er meiner Meinung nach wissen musste, ohne direkt loszuheulen und weil ich meine Gedanken geordnet rüberbringen wollte. In diesem Brief habe ich ihm meine Gefühle offengelegt, mehrfach betont, dass wir einen Weg finden an uns zu arbeiten und unsere Beziehung zu retten, dass wir wieder eine erfüllende, glückliche Beziehung haben könnten. Ich habe ihm gesagt, dass ich ihn nicht verlieren möchte und nicht aufgeben werde.

Er hat mir danach allerdings sehr deutlich gemacht, warum er das nicht möchte, warum er keinen Sinn in der Beziehung mehr sieht und es deswegen für unnötig hält da dran zu arbeiten und weiter dran festzuhalten. Und das muss ich akzeptieren, auch wenn ich damit wieder passiv bin. Aber er ist niemand der leichtfertig Entscheidungen fällt und wenn er sagt, dass er keine Chance mehr sieht, dann kann ich ihn (im Moment) weder mit Tränen, Geschrei oder hinterherlaufen umstimmen. Das ist leider so... Außerdem kann ich nun mal keine Gefühle erzwingen wo keine sind, da kann ich kämpfen soviel ich will :°(

Ja ich liebe ihn, aber ich mache mich nicht kaputt indem ich jemandem hinterherlaufe, wo ich weiß, dass ich keine Chance mehr habe. Damit würde ich mir nur selber schaden und mein Leid unnötig verlängern, weil ich dadurch auch die Hoffnung aufrecht halte, dass er sich noch mal umentscheidet und so wie ich ihn kenne wird das leider nicht der Fall sein.

Mag sein, dass du dieses Verhalten auch als passiv ansiehst, aber vielleicht ist mein "passiv sein" auch eher die aktive Entscheidung das ganze akzeptieren zu müssen.

singleleben kann doch auch was tolles sein! und wenn es nur heisst, dass man sich vor niemandem schämen muss, wenn man nur in unterwäsche nachts um 3 vor dem fernseher sitzt, eis in sich rein futtert und sich dabei pudelwohl fühlt oder sowas. versuch doch einfach, dir was gutes zu tun. was genau, das weisst natürlich nur du selbst, denn die geschmäcker sind ja verschieden. :)*

Ich glaube das Problem ist, dass mein Leben trotz Beziehung so aussah. Ralph_HH hatte es bereits geschrieben (nur auf meinen Partner bezogen), dass wir durch unser Beziehungsmodell (nur einmal die Woche sehen) sehr viel Zeit allein verbracht haben und dadurch eigentlich ein Singleleben gelebt haben. Ich konnte immer tun was mir gut tut. Ich musste mich niemandem gegenüber rechtfertigen, wenn ich die ganze Packung Kekse oder die ganze Tüte Chips gegessen habe. Niemanden hat interessiert ob ich an einem freien Tag den ganzen im Bett gelegen und Serien geschaut habe - es war niemand da, also zumindest nicht physisch. So gesehen ändert sich für mich nicht viel. Aber ich werde natürlich trotzdem versuchen gerade solche Dinge vermehrt zu machen.

statt auf diese weise aktiv zu werden, grübelst du aber nur über das warum. wo tust du denn aktiv etwas, um entweder ihm die pest an den hals zu wünschen oder dir was gutes zu tun? da bist du mir natürlich keine rechenschaft schuldig, aber vielleicht kann dich diese sichtweise ein bisschen weiter bringen oder es lenkt dich zumindest etwas vom grübeln ab.

Mag paradox klingen, aber gerade das Grübeln über das warum ist für mich "aktiv werden". Ich bin jemand, der immer alles verstehen und durchdenken muss, egal worum es geht, aber das hilft mir Situationen einzuschätzen und damit umzugehen. Daher die vielen Fragen nach dem Warum, Wieso, Weshalb. Ob mich das in diesem speziellen Fall wirklich weiter bringt weiß ich noch nicht, aber ich kann nur schwer aus meiner Haut und deswegen versuche ich es zu verstehen. Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass man Gefühle nicht unbedingt rational erfassen oder verstehen kann.

Mag sein, dass es mir im Moment nicht direkt gut tut darüber zu grübeln, aber ich glaube auf lange Sicht wird es mir helfen damit umzugehen.

dieser mix aus leere und schmerz ist unschön.

aber es kann eben auch überhand nehmen, wenn man die trauer und den schmerz verdrängt oder aber so stark trauert oder schmerz empfindet, dass man selbst auf dauer extrem darunter leidet.

Mich hat gestern vor allem diese Leere erschreckt und verunsichert. Weil da plötzlich, von jetzt auf gleich, einfach gar keine Gefühle mehr waren. Weder der Schmerz, die Trauer noch irgendwelche positiven Gefühle. Ich war einfach absolut leer. Heute ist zwar wieder Schmerz und Trauer da, aber gerade weit von der Intensität der letzten Tage entfernt. Und das verunsichert mich, weil ja nicht die Gefühle plötzlich weg sein können. Vielleicht verdränge ich auch alles, aber das ist ja auch nicht gesund.

Ob ich auf Dauer drunter leiden werde ist im Moment ja noch schwer abzuschätzen, es ist noch keine 2 Wochen her, da kann man sicher noch nicht von "auf Dauer" sprechen.

aGnfangHmitf=reuxde


Ja, dass es beim Miteinander nicht immer so läuft, wie man es gerne hätte, das wusste ich schon und das erlebe ich ja gerade mal wieder :°( Und ich denke ja an mich, ich versuche im Moment herauszufinden (auch durch diesen Thread) wie ich damit umgehen kann ohne kaputt zu gehen und was mir gut tut.

das ist doch gut. :)^

Ich war aktiv (zumindest meiner Meinung nach), tut mir Leid, wenn ich vergessen hab das zu schreiben, wie gesagt im Moment ist alles ziemlich durcheinander. Als er sich getrennt hat haben wir lange geredet und ich habe ihn gefragt was wir tun können, damit wir wieder zueinander finden, weil ich nicht bereit war einfach alles aufzugeben. Er wollte nichts tun, er sieht keinen Sinn darin. Ich habe ihm danach einen sehr langen Brief geschrieben, weil ich es nicht geschafft hätte ihm persönlich alles zu sagen, was er meiner Meinung nach wissen musste, ohne direkt loszuheulen und weil ich meine Gedanken geordnet rüberbringen wollte. In diesem Brief habe ich ihm meine Gefühle offengelegt, mehrfach betont, dass wir einen Weg finden an uns zu arbeiten und unsere Beziehung zu retten, dass wir wieder eine erfüllende, glückliche Beziehung haben könnten. Ich habe ihm gesagt, dass ich ihn nicht verlieren möchte und nicht aufgeben werde.

Er hat mir danach allerdings sehr deutlich gemacht, warum er das nicht möchte, warum er keinen Sinn in der Beziehung mehr sieht und es deswegen für unnötig hält da dran zu arbeiten und weiter dran festzuhalten. Und das muss ich akzeptieren, auch wenn ich damit wieder passiv bin. Aber er ist niemand der leichtfertig Entscheidungen fällt und wenn er sagt, dass er keine Chance mehr sieht, dann kann ich ihn (im Moment) weder mit Tränen, Geschrei oder hinterherlaufen umstimmen. Das ist leider so... Außerdem kann ich nun mal keine Gefühle erzwingen wo keine sind, da kann ich kämpfen soviel ich will :°(

Ja ich liebe ihn, aber ich mache mich nicht kaputt indem ich jemandem hinterherlaufe, wo ich weiß, dass ich keine Chance mehr habe. Damit würde ich mir nur selber schaden und mein Leid unnötig verlängern, weil ich dadurch auch die Hoffnung aufrecht halte, dass er sich noch mal umentscheidet und so wie ich ihn kenne wird das leider nicht der Fall sein.

Mag sein, dass du dieses Verhalten auch als passiv ansiehst, aber vielleicht ist mein "passiv sein" auch eher die aktive Entscheidung das ganze akzeptieren zu müssen.

ah, das wusste ich nicht. ja, dann warst du ja schon aktiv.

:)^

klar, jetzt musst du erstmal passiv schlucken, was alles passiert ist und das ist sicher nicht einfach. aber - das meinte ich auch - irgendwann wirst du wieder aktiv werden und wirst dann darüber hinweg kommen.

will sagen: es hilft dir nicht, wenn du im stillen kämmerlein im gedankenkarusell sitzt. für eine begrenzte zeit kann das ja helfen, aber auf dauer kann es auch schaden.

Ich glaube das Problem ist, dass mein Leben trotz Beziehung so aussah. Ralph_HH hatte es bereits geschrieben (nur auf meinen Partner bezogen), dass wir durch unser Beziehungsmodell (nur einmal die Woche sehen) sehr viel Zeit allein verbracht haben und dadurch eigentlich ein Singleleben gelebt haben. Ich konnte immer tun was mir gut tut. Ich musste mich niemandem gegenüber rechtfertigen, wenn ich die ganze Packung Kekse oder die ganze Tüte Chips gegessen habe. Niemanden hat interessiert ob ich an einem freien Tag den ganzen im Bett gelegen und Serien geschaut habe - es war niemand da, also zumindest nicht physisch. So gesehen ändert sich für mich nicht viel. Aber ich werde natürlich trotzdem versuchen gerade solche Dinge vermehrt zu machen.

ich hab ähnliches erlebt und habe da aber die erfahrung gemacht, dass man sich schon ein stück weit anders verhält. wenn der partner z.b. jeden tag zu einer bestimmten uhrzeit anruft und auch nur dann telefonieren kann, richtet man sich unbewusst danach und hält sich die zeit frei. oder man verbringt dann das wochenende miteinander, anstatt für sich allein etwas zu planen und durchzuführen. an sowas muss man sich dann eben auch erstmal wieder gewöhnen, auch wenn natürlich nicht so krass, wie bei einer nicht-fernbeziehung.

Mich hat gestern vor allem diese Leere erschreckt und verunsichert. Weil da plötzlich, von jetzt auf gleich, einfach gar keine Gefühle mehr waren. Weder der Schmerz, die Trauer noch irgendwelche positiven Gefühle. Ich war einfach absolut leer. Heute ist zwar wieder Schmerz und Trauer da, aber gerade weit von der Intensität der letzten Tage entfernt. Und das verunsichert mich, weil ja nicht die Gefühle plötzlich weg sein können. Vielleicht verdränge ich auch alles, aber das ist ja auch nicht gesund.

ich denke, die gefühle werden schon noch zurück kommen. so eine leere kenne ich bei mir eben auch vom trennen. dann ist man erstmal für einige tage emotional gelähmt, weil sich so viel geändert hat. grade in fernbeziehungen passt das aber nicht zum bild. in einer nah-beziehung würdest du ja jetzt nach einer neuen wohnung suchen, ihn noch jeden tag sehen, die gemeinsamen güter aufteilen usw. und könntest dich so langsam von ihm emotional lösen. aber wie du schon sagst - in einer fernbeziehung ändert sich oberflächlich erstmal wenig und vielleicht kommt die leere daher?

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