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Einseitig nicht mehr passende Kontakte "loswerden"

Cgi<nnamxon4


Hm... Ja, hm... Das hilft mir nicht ^^. Das ist so, wie wenn man sagt: "Depressive sind halt oft traurig." Was ist oft?

Du musst mir das ja jetzt auch nicht erklären, ich wollte ja nur darauf hinaus:

Was jetzt - im Mittel gesehen - zu oft oder zu unkritisch oder nicht genug abgestimmt ist (siehe oben), erfährt man halt auf zwei Arten:

1. Im Austausch mit vielen unterschiedlichen anderen Menschen. Aber das geht in diesem Fall ja nicht.

2. Im Austausch mit einem Experten für das Thema, z.B. einem Psychologen.

Noch mehr abstrakte Größen und Begriffe machen es halt auch nicht verständlicher, finde ich.

Aber - auch wenn es nicht meine Lösung wäre - du hast deine Lösung ja gefunden. Oder um was geht es jetzt noch @:) ?

ELhemalige)r Nut+zerh (#605677x)


Oder um was geht es jetzt noch @:) ?

Mich würde nach wie vor interessieren, ob andere sowas auch kennen. Juli 2006 kannte sowas z. B. auch.

Es geht mir auch nicht speziell um Leute, die was von einem wollen und Spiele spielen, um ans Ziel zu kommen. Es geht mir um dieses Phänomen, dass Menschen, die unfreiwillig wenig soziale Kontakte haben und daher sehr bedürftig sind, sich so auf einen fixieren und an einen "ankletten", sich auf einen stürzen, nur weil man höflich bis freundlich zu denen war als eine der wenigen Personen in deren Leben vermutlich, und den Kontakt viel näher fantasieren als er ist. Etwas, das ich von anderen Menschen, die da nicht so bedürftig sind nach näheren Kontakten so nicht kenne. Ich fühle mich davon eben ungut in Beschlag genommen und ein dermaßen hohes Bedürfnis nach Nähe kann und will ich auch nicht erfüllen. Trotzdem scheinen gesetzte Grenzen und wieder mehr Distanz diese Menschen nicht zu beirren bis es dann eben knallt. (Mal verkürzt gesagt.)

P~ythonLisrt


Meinst du nicht, du steigerst dich da selbst rein? Werd' doch mal locker, Polarfuchs.

EGhemaliger dNutz&er (r#60567x7)


Nein, mich interessiert das Muster dahinter. Du musst ja nicht mitlesen, wenn dich das deinerseits nicht interessiert.

CCinnamoxn4


Mich würde nach wie vor interessieren, ob andere sowas auch kennen. Juli 2006 kannte sowas z. B. auch.

Ich habe sowas ja auch schon erlebt, kann da aber auch genau schildern, was vorgefallen ist. Ich schrieb ja schon, was, wann, wie konkret in einem meiner Beiträge hier. Du machst das aber nicht und daher bin ich hier nach diesem Beitrag auch raus.

Es geht mir auch nicht speziell um Leute, die was von einem wollen und Spiele spielen, um ans Ziel zu kommen. Es geht mir um dieses Phänomen, dass Menschen, die unfreiwillig wenig soziale Kontakte haben und daher sehr bedürftig sind, sich so auf einen fixieren und an einen "ankletten", sich auf einen stürzen, nur weil man höflich bis freundlich zu denen war als eine der wenigen Personen in deren Leben vermutlich, und den Kontakt viel näher fantasieren als er ist. Etwas, das ich von anderen Menschen, die da nicht so bedürftig sind nach näheren Kontakten so nicht kenne. Ich fühle mich davon eben ungut in Beschlag genommen und ein dermaßen hohes Bedürfnis nach Nähe kann und will ich auch nicht erfüllen. Trotzdem scheinen gesetzte Grenzen und wieder mehr Distanz diese Menschen nicht zu beirren bis es dann eben knallt. (Mal verkürzt gesagt.)

Ein letztes Mal, weil du es offensichtlich bisher nicht verstanden hast:

Deine Erklärungen sind absolut undifferenziert und unkonkret.

Wenn ich auf mein Gefühl höre, würde ich sagen:

Du erhebst dich an dieser Stelle auf eine mir ziemlich unangenehme Art über andere Menschen, die kontaktfreudiger sind als du und Grenzen – die du ja anscheinend zunächst auch nur angedeutet hast – nicht sofort verstehen. Das Bild, dass du hier zeichnest, ist extrem abwertend diesen Menschen gegenüber, gespickt von Vorurteilen und zeugt davon, dass du dich als etwas Besseres siehst, weil du weniger Kontakt willst als andere und subtile Signale besser verstehst. Du stellst dich damit in die Reihe der "Mehrheit" und begreifst die anderen als absonderliche und gleichzeitig homogene Minderheit, die eigentlich keinen näheren Kontakt verdient, da schon immer merkwürdig und anders als die Mehrheit. Die einzelnen Charaktere und Schicksale siehst du dabei nicht respektvoll an und willst das eigentlich auch nicht.

Vermutlich ist es gar nicht so gemeint, aber genau so kommt das rüber. Ich habe daher ja immer wieder nach Details gefragt, die mein Bild vielleicht noch zurecht gerückt hätten. Aber da kommt ja nichts. Deswegen mein Rat:

Konsultiere einen Fachmann auf dem Gebiet – muss ja kein Psychologe sein, kann auch ein Soziologe sein. Der kann dir die Zusammenhänge vielleicht erklären, wenn du ihm die Details offenbarst.

Aber so kann ich nur sagen: Mir kam 1 Mal ein Mensch zu nahe und ich habe mich dann von ihm konsequent distanziert. Das war’s.

ERhemBaliger NutBzer (S#605677)


Vermutlich ist es gar nicht so gemeint, aber genau so kommt das rüber. Ich habe daher ja immer wieder nach Details gefragt, die mein Bild vielleicht noch zurecht gerückt hätten. Aber da kommt ja nichts.

Du hast gesagt, nachdem ich auf meine Weise das zu erklären versucht habe, dass ich dir das ja auch nicht erklären muss in deinem vorletzten Beitrag oben. Es ist ja auch ok, wenn man sich inhaltlich nicht versteht bzw. meine Erklärungen nicht als Erklärungen bei dir angekommen sind.

Warum dich aber trotzdem so stört, dass ich das nicht für dich verständlich erklärt habe und eben abtrakter beschrieben habe (da es mir um das Muster geht) statt mit konkreten Beispielen a la "Heute hat Person A folgendes gemacht und gesagt ... und dann habe ich dies und das gemacht." oder so ähnlich beschrieben habe, weiß ich nicht.

Da du ja auch relativ kontaktfreudig bist (siehe dein Thread), fühlst du dich von meiner Kritik an dem Verhalten dieser Personen angesprochen? Falls ja, das ist sicher unbegründet.

Ich sehe das zwar anders bzgl. der unterstellten Arroganz und habe den Eindruck, dass wir aneinander vorbei reden, aber dass du diesen beschriebenen Eindruck von mir hast, ist so oder so ok. Kann ja sein, dass da etwas dran ist.

So allgemein können die meisten mit dem Thema hier nichts anfagen, daher dürfte sich das vermutlich auch erledigt haben. Evtl. frage ich mal woanders.

E8hemaligerp Nwutzer ~(#568697x)


@ Polarfuchs

Mh - ich finds auf der Musterebene eigentlich relativ (psycho)logisch: 2 gegensätzliche Hauptinteressen und kein verbaler "Verhandlungswille" über Annäherung auf beiden Seiten.

Es geht mir um dieses Phänomen, dass Menschen, die unfreiwillig wenig soziale Kontakte haben und daher sehr bedürftig sind, sich so auf einen fixieren und an einen "ankletten", sich auf einen stürzen, nur weil man höflich bis freundlich zu denen war als eine der wenigen Personen in deren Leben vermutlich, und den Kontakt viel näher fantasieren als er ist.

Wenn Du Dich mal in deren Position versetzt und Dir vorstellst Du würdest unbedingt Kontakte wollen, weil Du tatsächlich keine hättest- wie sähe das aus?

Stell Dir mal Person A vor, die neu in eine Stadt gezogen ist. Die Familienbande sind eher korrodiert. Der Job läuft . Person A geht Hobbies nach und fühlt sich einsam, weil keine sozialen Kontakte von früher da sind. Wie kann Person A überhaupt in so eine vereinsamte Position kommen? Dazu muss Person A ja bereits vorher Schwierigkeiten gehabt haben Kontakte aufzubauen oder zu halten (warum auch immer). Es fehlt dann - pauschal gesprochen - an der Fähigkeit Intimität ( der nichtsexuellen Natur) aufzubauen oder zu unterhalten, bzw zu wissen wie das geht. Wär diese Fähigkeit entwickelt, blieben auch noch Kontakte übrig - egal wie schwierig die aufrecht zu erhalten wären (wegen wegzug). Die Menschen die Du beschreibst haben aber keine, sprich da fehlt tatsächlich etwas in der Entwicklung, was sie jetzt nachholen "müssen", wenn sie nicht allein bleiben wollen.

Nehmen wir an Person A nimmt sich vor: Das wird jetzt anders! Wenn Person A männlich und in der beschriebenen Position ist folgt heute meistens als erstes das Anmelden in einer Singlebörse. Aus deren Sicht ist das natürlich ein kosequenter, logischer und auch effizient erscheinender Schritt: Beziehung (incl Sex) gegen Einsamkeit würde ja theoretisch das gesamet Feld an Intimität auf einen Schlag abdecken, womöglich sogar mittelfristig für alle sozialen Grundbedürfnisse ausreichen. Sex hat dabei den Appeal eine Art "Instant"Intimität zu sein, was zusätzlich attraktiv ist. ( Ich schreibe das absichtlich geschlechtsneutral bzgl der Partnerpräferenz, weil das was Du beschreibst auch unter [[https://www.out.com/news-opinion/2017/4/20/new-york-therapy-group-helping-gay-men-kick-apps Schwulen]] nicht unbekannt ist).

Da Person A Erfahrung im Aufbau mit Intimität missen lässt macht Person A bei den Singlebörsenkontakten ( so sie überhaupt entstehen) überdurchschnittlich häufig die Erfahrung schnell und vielleicht sogar drastisch abgelehnt zu werden, sprich das Ziel die Einsamkeit loszuwerden scheint unerreichbar.

Wenn dann wie durch ein Wunder mal jemand wie Du dabei ist, der zwar eine Paarbeziehung / Seg ablehnt, aber freundlich und zwischenmenschlich normal wirkt möchte Person A häufig den Kontakt behalten und eigentlich verhält sich Person A da auch gesund- Es wäre eher ungesund wenn Person A Kontakten hinterherlaufen würde, die unfreundlich sind. Person A kann ja auch von einem "freundlichen Mitmenschen" eventuell eher abschaun wie Intimität aufgebaut werden könnte, als von einem unfreundlichen, der den Kontakt sofort rigeros abbricht? Klar gehn dann oft alle bekannten "Standartressourcen" in diese Form von Beziehung rein ( was bei Männern dieses Typus überdurchschnittlich häufig irgendwelche materiellen Geschenke oder Hilfsangebote sind, eben gerade weil es da an Erfahrung mangelt was nicht sexuelle Intimität sonst sein könnte).

Will sagen - Person A verhält sich zwar für sich genommen völlig logisch, nur eben ab irgendwo über 20 nicht mehr altersgerecht. Was Person A - einfach weil sie eben keine Erfahrung mit intimeren (nicht sexuellen) Kontakten hat nicht erkennt ist, dass (auch freundschaftliche) Intimität über klammern seltenst erreicht werden kann (es sei denn das klammern trifft auf eine Komplementärstörung beim Gegenüber). Das ist dann die psychologische Erfahrung, die Person A macht, wenn sogar jemand zuerst freundliches wie Du nichts mehr mit ihr zu tun haben will. Solange Du das nicht so krass klar machst wie die anderen Personen vorher mit denen Person A zu tun hat, wird Person A annehmen, dass diese (freundschaftliche)"Beziehung" zumindest mal besser ist als alle Versuche vorher, was ja aus Sicht von Person A auch definitiv der Fall ist?! Es fehlt massiv an Vergleichsmöglichkeiten was (freundschaftliche) Beziehung überhaupt ist und an eigenen Präverenzen wie eine solche zu gestalten wäre, während Du da auf eine völlig andere Erfahrungsbasis zurückgreifst und ein breiteres Set an (bereits erfüllten !) Erwartungen hast (z.b. dass jemand sich soweit einfühlen kann Deine Grenzen zu respektieren). Das fehlt Person A möglicherweise in einem Umfang, den Du Dir kaum vorstellen kannst.

Wie Du's auch drehst und wendest, die genannte Gruppe verhält sich aus ihrer Sicht und aufgrund ihrer bisherigen sozialen Entwicklung völlig Eigeninteressen - authentisch. Du bist nur an einem anderen Punkt Deiner eigenen Entwicklung und hast jetzt für Dich den Job Dir zu überlegen wie Du mit dieser Gruppe umgehst und das dann eben auch entsprechend umzusetzen. Je nachdem wie Du sozialisiert bist fällt Dir Abgrenzung schwer, weil Du auf Mitgefühlmarker reagierst und einer Deiner Grundwerte vielleicht beinhaltet Menschen nicht vor den Kopf zu stoßen. Wenn es trotzdem immer wieder vorkommt dass es aus dem Ruder läuft ( wie Du beschreibst) hast Du im Großen und Ganzen 2 Möglichkeiten: Entweder Du setzt Dich ganz krass mit demjenigen auseinander und bietest z.B. bedingte Hilfe an oder Du bist sehr klar und brichst den Kontakt danach konsequent ab. Solang Du kein Stalkingproblem hast, sondern jemand Dich nur über Handy /Medien kontaktiert kannst Du recht einfach die Nummer sperren, die Emailadresse direkt in Spam umleiten etc pp. Wenn Du selbst das nicht tust musst Du Dich fragen lassen warum Du das nicht tust. Person A handelt völlig in ihrem Interesse. Warum schützt Du Deine Interessen nicht? Das kann ganz spannend werden das zu vertiefen und für sich selbst herauszufinden und auch zu neuen Ideen führen wie Du zukünftig mit der Personengruppe A umgehen willst.

Die meisten Menschen bewegen sich da wohl am liebsten in einem sozial ähnlich entwickelten Umfeld. Das ist ganz normal. Daher erlebt die Personengruppe A wenn sie sich in einen so großen Pool "sozial durchschnittlich entwickelter Menschen" begibt, auch so viele Ablehnungen, einfach weil prozentual gesehen die Menschen, die ähnlich weit in der Entwicklung sind wie Person A, ab einem bestimmten Alter rar sind. Die meisten haben da einen Instinkt für "ihren" Tribe entwickelt und häufig dann keinen aktiven Grund das zu ändern, wenn das für sie funktioniert.

Den Erfahrungsvorsprung in Sachen "zwischenmenschlicher Beziehungsentwicklung" aufzuholen ist keine leichte Aufgabe (sonst gäbs das in Problemforen ja auch nicht so oft als Thema) und würde vermutlich am einfachsten dadurch erreicht sich mit Menschen zusammenzutun, die auf einer ähnlichen Entwicklungsebene stecken und alle den Wunsch haben Erfahrung zu sammeln. Das passiert wohl hauptsächlich deshalb nicht, weil es schwer fällt sich mit so einer Gruppe zu identifizieren und noch schwerer an Intimität zu "arbeiten". Diejenigen, die da in der Vermeidung stecken bleiben, werden wohl häufig die Abkürzung darin suchen nach "netten Strohhalmen" zu greifen. Selbsthilfegruppen (jedweder Art) haben ja immer auch sehr konfrontative Aspekte und das ist bei einem so sensiblen Thema wie Intimität natürlich krass. Das möchten die meisten instinktiv nicht so angehn. Sich bei jemandem "anzuhängen" ist da einfach die attraktivere Lösung.

P!ythoznist


Und mal ein Analyseangebot der Gegenseite:

Wenn es trotzdem immer wieder vorkommt dass es aus dem Ruder läuft ( wie Du beschreibst) hast Du im Großen und Ganzen 2 Möglichkeiten: Entweder Du setzt Dich ganz krass mit demjenigen auseinander und bietest z.B. bedingte Hilfe an oder Du bist sehr klar und brichst den Kontakt danach konsequent ab.

Also da gibt es doch viel mehr Alternativen als diese zwei "Schwarz-Weiß-Sichten" Bedingtes-Helfer-Syndrom gegen Klare-Kante-Kontaktabbrecher. Für Psychotherapeuten mag das also gelten: entweder sie nehmen einen Patienen nach den probatorischen Sitzungen an (dann folgt die intensive Beschäftigung), oder sie lehnen die Therapie ab (dann ist Schluss). Aber hier geht's doch um lose bekannte Menschen und einen großen Bereich sozialer Kontakte, der eben auch irgendwie dazwischen sein kann:

* beide bleiben lose befreundet, später lose bekannt, ohne dass Polarfuchs sich "ganz krass" mit ihm auseinandersetzt (das hat ja schon etwas psychoanalytisches/psychotherapeutisches) oder irgendeine Hilfe anbietet, der Kontakt reduziert sich eben oder verläuft in flachen Wellen der mal Annäherung und mal Distanz

* beide bleiben verbunden über Sachinteressen (z.B. Angeln, Chor, Schachspiel, nen Sportverein, oder sind Kollegen auf Arbeit), aber finden einen Weg, ihr gegensätzliches Beziehungsinteresse/Sexualbeziehungsinteresse (der beschriebene will mehr, Polarfuchs aber nicht) dabei auszublenden. Polarfuchs deutet dann nicht mehr in jeden Kommunikationsversuch des Gegenübers eine sexuelle oder vereinnahmend übergriffig empfundene Beziehungsabsicht hinein - sondern verändert ihre Wahrnehmung und ihr Verhalten. Und der/die Gegenüber unterlässt die Sachen, die Polarfuchs am meisten stören (z.B. die Geschenke oder bestimmte Aussagen), nachdem beide miteinander geredet haben und da bestimmte Regeln für sich ausgemacht haben. Man kommt sich entgegen - irgendwo in der Mitte auf halbem Wege. Ich denke, dass dies der häufigste Weg ist, der in Praxis dann passiert. Manchmal unterstützt von Autoritäten, wie den Chef/die Chefin oder einen Coach/Gleichstellungsbeauftragte im beruflichen Kontext. Jemandem, den beide als unparteiisch sehen. An sich das gleiche, wie wenn KindergartenerzieherInnen einen Streit zwischen zwei kleinen Kindern schlichten. Im Konflikt unter Erwachsenen ist halt doof, wenn diese Autorität dann irgendwann ein Richter ist. An sich sollte die zwischenmenschliche Kommunikation vorher die meisten zwischenmenschlichen Konflikte auch lösen.

Und wie ist denn das Sozialverhalten von Polarfuchs? Zumindest noch unsicher im frühen Erkennen und Ablehnen von Sympathien, die an ihn/sie herangetragen werden, unsicher im "Kletten abschütteln". Auch das ist doch Teil von Sozialkompetenz. Die Gegenüber (hier beschrieben als beziehungsarme Menschen auf der Suche nach Kontakt) mögen etwas schwierige und beharrliche Kontaktsucher sein. Und brauchen dann schon Sozialkompetenz 2.0 im Ablehnen. Aber wenn Polarfuchs für sich in Anspruch nehmen wollte, einen großen Erfahrungsvorsprung in Sachen "zwischenmenschlicher Beziehungsentwicklung" zu haben, dann sollte auch dieses Ablehnen doch "geschult" sein. Anstatt der ihrerseitigen Vermeiderstrategie des Kontaktabbruchs. Und Polarfuchs hat sich ja nun auf die Fahnen geschrieben, künftig noch wachsamer und skeptischer zu sein und öfter Vorurteilen und Stereotypen folgen zu wollen. Der eine reduziert damit seine vorher vorhandene überfreundliche Naivitität (eine Lila-Laune-Bär-Persönlichkeit ohne dickes Fell) und bekommt wirklich ein stimmigeres "Weltbild" mit mehr Abwehrkräften. Der nächste hingegen gibt seine vielleicht grund-freundliche/grundsympathische Persönlichkeit (fühlt sich eher als everybody's darling wohl, möchte nett sein) auf und fühlt sich dann verstellt, und in der neuen Welt der Vorurteile, sozialen Kälte und Prinzipienreiterei auch unwohl und unsicher.

Ich persönlich sehe einen großen Wert darin, Graubereiche auch als Graubereiche zu lassen, anstatt da eine Linie reinzumalen und zu sagen, bis hier ist es weiß, und ab dort ist es schwarz. Und sogar Grenzen lassen sich setzen (halt genau so unscharf), wenn man in Graubereichen sozialer Kontakte denkt. Gerade körpersprachlich/non-verbal geht da im realen Kontakt eine Menge. Im Chat, SMS, Mail - natürlich nicht, oder maximal über paar Smilies. Beides aber braucht Kommunikation.

Und ich sehe einen großen Wert darin, Muster zu durchdenken, aber dann nicht wenige Muster dann auf ganz viele unterschiedliche Situationen anzuwenden. Oder nur ein kleines Repertoire von vermeintlichen Universalmustern zu haben, die sich aber aus persönlichen Erfahrungen so verfestigt haben. Gefährlich fand ich, dass Polarfuchs ja nur nach Bestätigung und Zustimmung zum vermeintlich identifizierten Muster gesucht hat.

Eghemalig_er NutzerT (#568i697)


Also da gibt es doch viel mehr Alternativen als diese zwei "Schwarz-Weiß-Sichten" Bedingtes-Helfer-Syndrom gegen Klare-Kante-Kontaktabbrecher.

Normalerweise ja - aber nicht wenn jemand schon so genervt ist wie Polarfuchs.

Klar kann ich so Kontakte "mitlaufen" lassen. Sprich ich reagiere halt wirklich nur auf deren Whatsapp oder Mail wenn ich wirklich selber möchte oder lade von mir aus zu einer Aktivität ein, wenn ich die Person dabei haben will und ansonsten lass ichs halt. Sprich ich verhalte mich nach meinen Bedürfnissen ohne das groß zu kommunizieren und schau was das Gegenüber damit anfängt.

Die Bereitschaft dazu werde ich aber nicht haben, wenn jemand permanent über Grenzen rasselt, die ich persönlich als gesetzt sehe, das Gegenüber aber nicht sieht. Dann kann ich nur noch kommunizieren was mich ankotzt - entweder mit oder ohne Hilfsangebot und wenn das Gegenüber dann trotzdem weiter rasselt eben den Kontakt abbrechen.

Was Polarfuchs nervt ist ja, dass Personengruppe A sich durch die ständigen Grenzverletzungen so verhält als wäre Polarfuchs in der Pflicht und deren Vorstellung von "Beziehung" völlig irrelevant. Das ist und bleibt sie solange bis sie kommuniziert ist und wenn sie es danach noch bleibt stimmt was nicht. Diese Situation kann man halt nicht wegdiskutieren. In einem Kontakt müssen sich beide wohlfühlen. Nicht nur "der Bedürftige".

Erhemxali1g`er Nutze(r (#6056x77)


@ NotMichaelCaine

Vielen Dank das ist sehr anschaulich erklärt.

Wenn Du Dich mal in deren Position versetzt und Dir vorstellst Du würdest unbedingt Kontakte wollen, weil Du tatsächlich keine hättest- wie sähe das aus?

Finde ich schwierig, weil man das nur bedingt planen kann und ich neue Kontakte bislang mehr zufällig und nebenbei kennengelernt habe (z. B. in der Schule, Uni oder beim Sport). Ob sich daraus eine nähere Bekanntschaft oder im Laufe der Zeit sogar eine Freundschaft ergibt, ist ja eine andere, weitere Frage.

Ich würde vermutlich überlegen, wo ich am ehesten Menschen antreffen kann, mit denen ich Lust hätte auf (näheren) Kontakt. Quasi Gleichgesinnte. Die fallen einem dann ja schon auf, wenn man danach sucht. Und wenn ich Hobbies hätte (z. B. eine bestimmte Sportart oder Musik) könnte ich da schauen, ob es da mit anderen auch über das Hobby hinaus passt, wenn da jemand dabei ist, den ich interessant genug fände und wo gegenseitig Interesse da ist. Aber ich würde nicht in einen Sportverein gehen, nur um Leute kennenzulernen, sondern weil mir die Sportart Spaß macht. Und eben so im Alltag andere Leute nicht eher ausblenden und in meiner Welt sein, sondern offener für Kontakte sein und für small talk, wenn es von der Situation her passt (allerdings ohne die Leute kennenlernen zu wollen; eher zur Übung). Das hat auch viel Körpersprache und Mimik aller Beteiligten zu tun.

Joa finde ich schwierig zu beschreiben, weil ich persönlich Menschen eher zufällig kennenlerne und sich das meistens selbst filtert, ob es miteinander passt und wie weit oder nicht. IdR passiert das konkludent, manchmal auch verbal, aber da braucht es nicht erst die Betonmauer. Außer eben bei dieser Personengruppe. Deshalb möchte ich den Anfängen wehren und die so früh wie möglich rausfiltern und gar nicht erst freundlich auf die wirken, sondern abschreckend. Dass der mich eben gleich in Ruhe lässt und ich nicht attraktiv wirke als sozialer Kontakt.

Das kommt es nämlich bei dem anderen auch nicht hierzu:

Das ist dann die psychologische Erfahrung, die Person A macht, wenn sogar jemand zuerst freundliches wie Du nichts mehr mit ihr zu tun haben will. Solange Du das nicht so krass klar machst wie die anderen Personen vorher mit denen Person A zu tun hat, wird Person A annehmen, dass diese (freundschaftliche)"Beziehung" zumindest mal besser ist als alle Versuche vorher, was ja aus Sicht von Person A auch definitiv der Fall ist?!

Das fehlt Person A möglicherweise in einem Umfang, den Du Dir kaum vorstellen kannst.

Ja, das habe ich mir wirklich nicht vorstellen können.

Wenn es trotzdem immer wieder vorkommt dass es aus dem Ruder läuft ( wie Du beschreibst) hast Du im Großen und Ganzen 2 Möglichkeiten: Entweder Du setzt Dich ganz krass mit demjenigen auseinander und bietest z.B. bedingte Hilfe an oder Du bist sehr klar und brichst den Kontakt danach konsequent ab.

Bei mir ist es so (gewesen?), dass ich die Anfänge übersehen habe. Weil ich zum einen naiverweise nicht gedacht hätte, dass jemand so "tickt" bzw. so extrem auf Teufel komm' raus eine Beziehung mit mir herstellen/erzwingen will. Und weil ich eigentlich erstmal zu jedem höflich bis freundlich bin, solange der mir nichts getan hat. Ich weiß ja auch, dass ich ein deutlich größeres Distanzbedürfnis habe als andere Menschen und das nicht umbedingt gleich am anderen liegt, wenn ich ein Fluchtbedürfnis bekomme und mich erschlagen fühle. Bei kleinen Grenzen bin ich bestimmt schlecht gewesen darin, diese rechtzeitig zu bemerken und nicht erst später und direkt entsprechend kleine Grenzen zu setzen. Z. B., wenn mich meine besagte Mitstudentin in der Uni immer anspricht, sobald sie mich erspäht oder wir vor der selben Bushaltestelle warten müssen. Dann unterhalte ich mich mit ihr auch ohne mit ihr befreundet sein zu wollen. Aber ich lächel dabei nicht, wenn ich genervt bin, und versuche, ihr auf dem Unigelände aus dem Weg zu gehen, und einen Bus später zu nehmen. Meine Körpersprache und Mimik sind da eigentlich sehr klar. (Meine Stimme ist eher neutral - weder betont freundlich, noch unfreundlich). Aber ich weiß jetzt antürlich, dass der Umstand, dass cih mich trotzdem mit ihr unterhalten haben, von ihr dann ermutigend interpretiert worden sein muss und meine Körpersprache etc. für sie kein Hindernis waren.

Bei wichtigen Grenzen (wie z. B. dass ich keine Beziehung möchte; nicht angefasst werden möchte) vertrete ich diese schon, eben verbal und klar, und bin dann auch im Zweifel weg bzw. habe ich kein Interesse an einem weiteren Kontakt, der wichtige Grenzen von mir überlatscht und nicht respektiert. Erst recht, wenn ich die mitgeteilt hatte und der andere behauptet hat, die zu respektieren. Den Kontakt abzubrechen, finde ich dann einfach.

Was ich von dem 1. männlichen Kontakt kenne ist, dass der mir das nicht zugetraut hat, weil ich zu lange nett war und dem zu viel zugehört und Tipps gegeben hatte bzgl. seiner mangelnden Frauenkontakte und dem sogar noch ausführlich erklärt habe, warum dass nichts mit ihm zu tun hat, dass ich keine Beziehung mit ihm will bzw. dass das ja nichts über seine menschliche Wertigkeit aussagt. Da hatte der ziemliche Komplexe, komische Annahmen und hat so zw. überhöhtem Ego und starken Selbstzweifeln geschwankt. Das hat mich zwar am Anfang schon gewarnt, aber das Ausmaß bei ihm hatte ich unterschätzt, weil der ja schüchtern und fast schon unterwürfig aufgetreten ist mir gegenüber. Tat mir eben irgendwie leid, weil dass schade ist, wenn jemand sich selbst so negativ sieht. Ich hätte aber da auf meine Intuition hören sollen und den Kontakt früher beenden, wie ich das auch wollte und mich dann von ihm bequatschen lassen habe. Auch weil ich dachte, dass ich eh schuld bin an der Situation, dass er sich in mich verliebt hat, weil ich ja kumpelhaft-freundlich zu ihm war und ihn angesprochen hatte auf einer Party. Das hat er komplett in den falschen Hals bekommen, auch wenn ich definitiv nicht mit ihm geflirtet hatte und beim 2. Treffen klargestellt hatte, dass das kein Date ist und da ein langes Gespräch mit ihm geführt hatte telefonisch. Da wollte ich nämlich den Kontakt gleich wieder beenden, weil das nicht passt, wenn er verliebt ist und ich nicht und er den Kontakt so anders sieht. Das mein Nein final ist, habe ich unmissverständlich gesagt; bin da eher fast zu direkt. In dem Telefonat hat er extrem einsichtig getan und später auch. Dass er da gelogen hat, habe ich später erkannt. So lang war unser Kontakt insgesamt nicht, keine zwei Monate und mit wenigen Treffen. Ich hätte damals eben nicht gedacht, dass er ernsthaft glaubt, dass er mich zu einer Beziehung zwingen oder hinmanipulieren kann, zumal wir uns kaum näher kannten. Wenn ich Nein sage, meine ich das auch so. Und wenn ich mich darum handgreiflich prügeln muss (was ich auch schon mal getan habe).

Er hat das so gesehen (wie bei meinem Kontaktabbruch mit Ansage rauskam), dass er durch unseren Kontakt miteinander ein Anrecht auf eine Partnerschaft mit mir oder wenigstens Sex erworben hätte. Egal, was ich gesagt habe und was er dazu gesagt hat. Und dass ich nun schuld sei, dass er schlimm leiden würde und noch einige andere Dinge, die ich einfach nur dreist und unverschämt finde. Schließlich habe nicht ich ihn angelogen, sondern er mich. Und diese Manipulationstechniken wie aus dem Lehrbuch ziehen bei mir nicht.

Das ist mir ja klar, was ich da zukünftig anders mache und dass solche Personen das nicht wirklich akzeptieren, dass ich nicht zu haben bin und mir alles vorlügen würden, um den Kontakt aufrecht zu erhalten. Verliebten Menschen würde ich heutzutage auch nicht mehr trauen, egal was die behaupten.

Ich neige dazu oder habe dazu geneigt, andere erstmal ernst zu nehmen, in dem, was sie sagen. Wenn mir jemand sagt, dass etwas für ihn ok ist (z. B. dass ich keine Beziehung will), verlasse ich mich darauf, dass das so ist. (Oder der mir andernfalls eine Änderung seiner Grenzen mitteilt.). Das tue ich ja umgekehrt auch.

Die meisten haben da einen Instinkt für "ihren" Tribe entwickelt

Evtl. habe ich das jetzt auch, wenn auch durch blöde Erfahrungen, aber ich denke, dass ich da definitiv noch dazu lernen sollte. Eben auch vorsichtiger und misstrauischer sein sollte in sozialen Kontakten. Und zu Fremden, die ein weitergehendes Kontaktinteresse haben könnten, gleich abweisend und unfreundlich sein. Das fällt mir leichter, als erst freundlich zu sein und dann bei kleineren Grenzüberschreitungen schon komplett unfreundlich (und andere Signale, dass das nicht ok ist, gehen an denen ja vorbei bzw. werden ignoriert). Bei wichtigen Grenzüberschreitungen oder einer Summierung vieler kleiner Grenzüberschreitungen bin cih eh weg. Das ist kein Problem.

Emhemaliger lNutzer (a#60567x7)


@ Pythonist

Deine Idee, dass man Grenzen setzen kann (direkt und klar) und weiterhin Kontakt hat statt direkt den Kontakt abzubrechen, habe ich insbesondere mit dem 2. männlichen Kontakt versucht. Das ist gründlich schief gegangen und das nächste Mal höre ich auf mein Warngefühl und beende den Kontakt lieber direkt komplett. Dann eskaliert es auch nicht so und dann hat man auch keinen angehenden Stalker an den Hacken. Das ist nämlich etwas, worauf ich echt keine Lust habe.

Da du nach meinem Sozialverhalten gefragt hast:

Ich habe als Kind schon einerseits gerne für eine gewisse Weile in (Klein-)Gruppen gespielt und habe keine Probleme, Anschluss zu finden, und anderen in einem gewissen Rahmen zu helfen, aber ich bin auch gerne alleine und brauche viel Zeit für mich. Mir sind nette, aber nicht zu enge Kontakte am liebsten. Bin also nur ab und zu und nur vorübergehend gesellig. Das hatte ich den beiden männlichen Kontakten z. B. aber auch gesagt, weil die sich deutlich häufiger treffen, telefonieren und sich schreiben wollten als ich. Schätze, da bin ich unnormal (anders als Cinnamon4 finde ich Begriffe wie "normal" vs. "unnormal" nicht schlimm - das ist ja manchmal einfach so, dass man da definitiv außerhalb der Norm liegt).

Das haben meine Eltern früher auch oft kritisiert und mir versucht anzutrainieren, ein größeres Ausmaß an Kontakt zu anderen zu haben und für andere da zu sein entgegen meinen Bedürfnissen bzw. andere zu integrieren, als ich das für mich angenehm finde. Deshalb fällt es mir bis heute leicht, mich auch höflich-freundlich mit anderen zu unterhalten und "Gesprächspartner zu spielen" bzw. interessierter rüberzukommen, obwohl ich mich innerlich eigentlich langweile. Eben weil ich da ja unnormal bin beim Sozialen und zu desinteressiert, weil ich gerne alleine bin und andere idR normal; ergo bin ich dahin erzogen worden, mich an das Gegenüber anzupassen und höflich zu sein, auch wenn ich eigentlich lieber woanders wäre. Und mir eben auch Gedanken um den anderen zu machen und Rücksicht auf den und dessen Bedürfnisse zu nehmen - in einem gewissen Rahmen, nicht um jeden Preis. Das hatte ich mir bei diesen drei Personen aber schon ein Stück weit wieder abgewöhnt, weil mir das nicht gut getan hat.

Außerdem galt das nicht für wichtige Grenzen bzw. rüdes Verhalten des anderen und nur, solange der seinerseits höflich bleibt. Wer z. B. es mit Zuckerbrot und Peitsche versucht hat, konnte immer schon gleich gehen. Bei sowas erlsicht jegliches Interesse an einem Kennenlernen. Aber das mit der Höflichkeit solange der andere offiziell auch höflich ist, ist natürlich ein Aspekt, der da sicher mitreingespielt hat. Gerade bei diesem einen, der immer auf nett und einsichtig gemacht hat und hintenrum übergriffig war. Das bekomme ich ja durchaus mit. Das ist aber ab einem gewissen Punkt das Ende des Kontaktes. Irgendwann ist eben Schluss.

Heutzutage habe ich das übrigens nicht mehr so. Da setze ich schneller Grenzen, wenn ich angesprochen werde. Und bin gerade bei Männer vorsichtiger und nicht mehr gleich freundlich; das habe ich mir abgewöhnt und reagiere reserviert bis schroff, wenn da jemand Kontakt sucht (und mir nicht danach ist, was in 90% der Fälle so ist; ich habe gerne meine Ruhe). Außer ich konnte die Personen ausreichend lange "beobachten", um zu wissen, dass die mit Freundlichkeit von mir wahrscheinlich gut umgehen können, und weiß, dass keine Hintergedanken verfolgt werden damit.

E8hemali?ger NJurtze<r (#6M05677)


Edit:

Deine Idee, dass man Grenzen setzen kann (direkt und klar) und weiterhin Kontakt hat statt direkt den Kontakt abzubrechen, habe ich insbesondere mit dem 2. männlichen Kontakt versucht

Ich meinte den 1. männlichen Kontakt, wobei das auf den 2. aber im Grunde auch zutrifft. Der 2. hat mich allerdings nicht aktiv angelogen.

E|hemaliigerb Nu?tzer (#60567x7)


@ NotMichaelCaine

Die Bereitschaft dazu werde ich aber nicht haben, wenn jemand permanent über Grenzen rasselt, die ich persönlich als gesetzt sehe, das Gegenüber aber nicht sieht. Dann kann ich nur noch kommunizieren was mich ankotzt - entweder mit oder ohne Hilfsangebot und wenn das Gegenüber dann trotzdem weiter rasselt eben den Kontakt abbrechen.

Das habe ich eigentlich ja auch so gemacht. Aber mir hängt sowas dann trotzdem nach. Nicht auf die Weise, dass mir das Leid tut. Aber das beschädigt bei mir Grundvertrauen im Sozialen.

Das Gute ist, dass ich auch viele gute Erfahrungen mit und in engen Kontakten gemacht habe. Aber trotzdem. Bin da da wohl überempfindlich oder zu sensibel.

Was Polarfuchs nervt ist ja, dass Personengruppe A sich durch die ständigen Grenzverletzungen so verhält als wäre Polarfuchs in der Pflicht und deren Vorstellung von "Beziehung" völlig irrelevant. Das ist und bleibt sie solange bis sie kommuniziert ist und wenn sie es danach noch bleibt stimmt was nicht. Diese Situation kann man halt nicht wegdiskutieren. In einem Kontakt müssen sich beide wohlfühlen. Nicht nur "der Bedürftige".

Das ist ein Phänomen, das mich auch noch sehr interessieren würde:

Warum werden die Bedürfnisse des "am meisten Bedürftigen" (hier also des sozial Einsamen) von Dritten höher gewichtet als mein Bedürfnis danach, keinen solchen Kontakt haben und aufrecht erhalten zu wollen?

Ich kenne das aus der Schulzeit in ziemlich extremer Weise:

Da war eine verhaltensauffällige Mitschülerin aus der Paraellelklasse, die dann durch die Leherein extra neben mich gesetzt wurde. Waren zum Glück nur wenige Unterrichtsstunden, die das betraf, aber das ging für mich gar nicht. Die hat nämlich ständig versucht, meine Sachen zu bekritzeln mit Edding, mich abzulenken vom Unttericht etc.. Und wenn ich ihr gesagt habe, dass sie das lassen soll, wurde ich (!) von der Lehrerin angemeckert, dass ich still sein und dem Unterricht folgen solle. Erst als ich darauf bestanden habe, mich wegzusetzen, kam raus, dass die Lehrerin a) wußte, dass die verhaltensauffällig ist und schon in der Parallelklasse erhebliche Probleme mit Mitschülern bekommen hat, deshalb wollte keiner mehr neben ihr sitzen und b) dachte, dass meine ruhige, höfliche Art einen positiven Einfluss auf diese Mädchen haben würden.

Gab noch andere Geschichten mit dieser Lehrerin nach dem gleichen Schema. Ich weiß nicht, warum die dachte, dass cih das besser ab könnte oder mir das eher zuzumuten wäre, als anderen Mitschülern. Wahrscheinlich habe ich mich zu wenig theatralisch beschwert und keinen Terror gemacht?!

Ich verstehe sowas nicht. Wieso interessieren meine Bedürfnisse da gar nicht und warum soll ich dann auch noch "die Böse", weil ich normal meine Rechte geltend mache und mich dann final abgrenzen möchte (da z. B. durch Wegsetzen)?

Deshalb hasse ich das bis heute, wenn mir jemand damit ankommt, dass ich doch Verständnis für den armen anderen haben müsse und mich deshalb nicht schützen dürfe, weil das unangenehm für den anderen wäre und dass cih dem doch was beibringen könnte stattdessen.

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Bei der Sache mit der Mitschülerin war ich gerade mal 14. Die Lehrerin hat mir das schmackhaft zu machen versucht, indem sie behauptet hat, dass ich meinem Alter voraus sei geistig. Durchschaubarer Blödsinn. Das ist so wie der Klügere gibt nach.

EPhema[liger BNXutzer (#[568697x)


Ich neige dazu oder habe dazu geneigt, andere erstmal ernst zu nehmen, in dem, was sie sagen. Wenn mir jemand sagt, dass etwas für ihn ok ist (z. B. dass ich keine Beziehung will), verlasse ich mich darauf, dass das so ist. (Oder der mir andernfalls eine Änderung seiner Grenzen mitteilt.). Das tue ich ja umgekehrt auch.

Mh - ich würde mir das durch negative Erfahrungen prinzipiell nicht vermiesen lassen und mich da in erster Linie auch weiterhin drauf verlassen, gleichzeitig aber eben meine Antennen ausfahren und wenn mein Gefühl dann warnt "der verhält sich aber anders" trotzdem meinerseits aussteigen. Das Problem speziell in diesem Fall ist, dass es einfach Menschen gibt, die wirklich glauben sie wären drüber weg, ihr Gefühlsleben aber nur wegrationalisiert haben und vor sich selber verstecken. Da hast Du als "Außenstehender" eigentlich verloren, weil wenn das der Fall ist ( was Du ja nicht sicher wissen kannst, weil denen das eben auch nicht bewusst ist) die früher oder später ihren eigenen inneren Konflikt auf Deinem Rücken austragen und diese Art von Drama muss man abkönnen. Klar kann man das Risiko eingehen, aber das ist eine persönliche Entscheidung. Ich geh da bei Männern, die ich noch nicht lange kenne und die mir noch nicht superwichtig sind, heute auch kein mögliches Drama mehr ein. Da verlass ich mich auf mein Gefühl (egal ob der andere das falsch oder richtig findet) und geh in Selbstschutzmodus. Wenn das dramatische Rumgezerre nämlich erst mal losgeht und frau hart bleibt muss braucht das Zeit und vor allem Nerven.

Ist einfach eine Frage der Energie und fürs Gegenüber eigentlich auch die bessere Entscheidung, weil ich ja quasi "vorbelastet" bin, sprich den in eine Schublade stecke - egal ob sie passt oder nicht. Das ist für den ja auch bescheuert. Muss der auch nicht haben. Ich finds wichtig da die eigenen Grenzen zu kennen und sich danach auch zu richten. Ausweiten kann ich die ja immer noch, wenn ich das irgendwann mal wollen sollte.

Warum werden die Bedürfnisse des "am meisten Bedürftigen" (hier also des sozial Einsamen) von Dritten höher gewichtet als mein Bedürfnis danach, keinen solchen Kontakt haben und aufrecht erhalten zu wollen?

Ich denke das ist wirklich stark Situationsabhängig. Die Frage ist wer gewichtet da höher und warum musst Du diese Gewichtung übernehmen.

Mit 14 ist das schwierig. Dein "ich brauche eine gewisse Distanz" wird von einer Lehrerin die eine Klasse im Blick hat, die sie irgendwie lernfähig halten muss einfach aus praktischen Gründen "niederer" gewichtet. Du bist nicht offensichtlich Problemverursachend also kannst Du "verwendet" werden ums krass zu sagen. Das ist ein rein praktischer Aspekt.

Das ist sch... gehört aber zu den Erfahrungen die heute wohl die meisten Menschen irgendwann mal machen - egal wo: Wenn Du Dich nicht aktiv für Dich selbst einsetzt werden Deine Bedürfnisse nicht gesehen und eben wenns für Entscheidungsträger bequem ist übergangen.

Sobald Du aus solchen Abhängigkeiten raus bist (Lehrer - Schüler, Eltern - Kind) ist Dein Job eben Gewichtungen selber vorzunehmen und danach zu handeln. Das geht irgendwie nicht konfliktfrei. Wohl für keinen und es ist sicher für jemanden der z.B. hochsensibel ist schwieriger wie für einen durchschnittssensiblen. Gerade auch am Arbeitsplatz. Nur kannst Du später notfalls immer noch Arbeitsplatz wechseln, wenns nach deine Gewichtung nicht zumutbar ist während einen Schulwechsel durchzusetzen als Kind schon etwas schwieriger ist.

Deshalb hasse ich das bis heute, wenn mir jemand damit ankommt, dass ich doch Verständnis für den armen anderen haben müsse und mich deshalb nicht schützen dürfe, weil das unangenehm für den anderen wäre und dass cih dem doch was beibringen könnte stattdessen.

Vielleicht hilfts Dir den Hass kleiner werden zu lassen, wenn Du Dir klar machst, dass Du heute das "verstehen der Situation" zwar haben kannst (das also nicht mehr negativ besetzen musst), dass daraus für Dich aber keine Zwangshandlung mehr erfolgt, weil Du entschiedest welche sozialen Kontakte Du hast, keiner sonst. Der Hass entsteht meiner Erfahrung nach aus der Hilflosigkeit der damaligen Situation wo Du die Option nicht hattest zu sagen: ich versteh zwar, dass die andere bei mir "gut aufgehoben" ist, aber ich fühle mich in der Situation so unwohl das ich sie verlassen will, weil sie mir nicht gut tut. Da ist dann verschaltet: Wenn ich Verständnis habe werde ich bestraft indem auf meine Bedürfnisse nicht geachtet wird. Das ist natürlich Käse. Das ist aber Vergangenheit.

Heute hast Du Option eben mehr auf Deine Bedürfnisse zu achten und entsprechend zu handeln. Da bedeutet verstehen nicht, dass Deine Gefühle dann keine Beachtung mehr finden. Verstehen ist im Gegenteil die Grundlage dafür anders mit solchen Kontakten umzugehen und wenn das momentan heisst, die so gut wie mögich zu meiden oder gar nicht erst einzugehen - dann ist das völlig in Ordnung.

Was Du Dir vermutlich wünschst ist eine einfühlsamere Gesellschaft. Die beruht ja normalerweise auf irgendwelchen idealen Wertezielen. Das ist nachvollziehbar. Ich denke das maximal beste was Du erreichen kannst ist im ersten Schritt ein einfühlsames Umfeld in Deinem Sinne ( und das dann gut pflegen) und im zweiten Schritt möglicherweise anstreben dieses Umfeld mit anderen ähnlich guten Umfeldern zu vernetzen. Mehr geht vermutlich nicht. Die Gestaltung liegt ja bei Dir und den Menschen mit denen Du in Kontakt gehst.

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