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Einseitig nicht mehr passende Kontakte "loswerden"

Emhemaligeer Nut<zer (#60Z56x77)


@ Phytonist

Wer Warnmarker sucht, wird Warnmarker finden? ;-)

Mir hat mal eine Frau vor einiger Zeit gleich in ihrem ersten Kontakt (Partnerbörse) ohne großes Drumrum zwei interessante Fragen gestellt, die ich als in diese Richtung gehend empfand: "Wie lange ist das Ende deiner letzten Beziehung her?" und "Wie lange war deine längste Beziehung?"

Oha ... Nobody expects the Spanish Inquisition!^^ Aber ok, bei Singlebörsen läuft das vermutlich alles etwas anders ab, nach dem, was man so hört dazu.

Nein, das meine ich mit Warnmarkern nicht, weil für mich Warnmarker natürliche Verhaltensweisen des anderen sind bzw. Informationen, die der freiwillig bis unbewusst erzählt. Z. B., wie derjenige mit anderen Menschen generell umgeht - gerade wenn der sich unbeobachtet fühlt; die Art, wie derjenige über andere spricht usw.. Das bekommt man bei einem Kennenlernen offline teilweise ganz gut mit. Aber natürlich kann man sich auch da verstellen.

Bei Singlebörsen ist das vermutlich deutlich schwieriger vorzufiltern; ich kenne das nur ein bisschen von Foren wie Joyclub und habe da gute Erfahrungen mit gemacht (habe da aber lieber selbst Leute angeschrieben als selbst angeschrieben zu werden, was ich eher erschlagend und anstrengend finde und mir nichts bringt). Online finde ich das sogar einfacher, solche Leute bzw. "unpassende Menschen" im Schriftkontakt zu erkennen als wenn man jemanden offline begegnet und es um privaten Kontakt geht. (Offline ist dann einfacher, wenn man denjenigen vorher schon "vom Sehen her" kannte und beobachten konnte. Vielleicht ist Beobachten auch missverständlich; ich meine damit, dass man einen Eindruck von jemanden bekommt, wenn man so z. B. aus Sportkursen mit dem zu tun hat. ... Schlecht ist dagegen, wenn es um eine Kontaktaufnahme von oder zu jemanden geht, von dem man keine "Infos" hat, weil man den bisher nicht kannte oder dem begegnet ist so. Das war ja auch das Problem bei all diesen drei besagten Kontakten.)

Und solche Fragen wie nach deren letzten Beziehung (oder da dann: Sexualkontakt) würde ich denen nicht stellen, weil ich das nicht angebracht und etwas arg neugierig fände; wenn unterhalte ich mich über (gemeinsame) Hobbies und Interessen bzw. small talk oder etwas situationsbezogenes und höre auf meine Intuition. Die hat mir auch sehr geholfen, passende Chefs/Ausbilder zu finden. Aber die Intuition kann eben auch getäuscht und verwirrt werden. Das ist mir klar.


Die Sache mit dem Verlobungsring könnte für platonische Kontakte (wie bei diesen drei erwähnten bzw. bei Männern) theoretisch durchaus funktionieren. Ich habe sogar einen Ring, den ich bei besonderen Anlässen hin und wieder trage, der schon mal für einen Verlobungsring gehalten worden ist von einem Mann. ... Und ich trage generell an beiden Ringfingern Ringe (wobei die eher nicht als Verlobungsring durchgehen - und der andere eine Ring ist mir zu schade für jeden Tag zum tragen; das war ein Geschenk meiner Eltern).

Das setzt allerdings auch voraus, dass mein Gegenüber darauf achtet und die Bedeutung von solchen Ringen am Ringfinger der linken Hand kennt (ich habe die nicht gekannt und war sehr verwirrt, als der Mann damit anfingt, ob ich verlobt sei und sich herausgestellt hat, dass er meinen Ring meinte).

Aber die Vorstellung, den Ring wie eine Knoblauchzehe solchen (salopp gesagt) "beziehungssuchenden Energievampiren" entgegen zu halten, finde ich lustig.

(Aber Menschen mit dem Potential für Stalking dürfte das sicher nicht abhalten. Aber das Risiko davon betroffen zu sein, müsste eigentlich relativ gering sein, wenn man nicht gerade prominent ist oder ein eigenes Muster hat, sich Menschen als Partner zu suchen, die Eigenschaften haben, die Stalking begünstigen. Ok, Pech kann man natürlich immer haben und je mehr Menschen man kennenlernt, desto eher sind darunter auch problematische Charaktere.)

@ NotMichaelCaine

Die Frage, die Du Dir hier stellen solltest ist warum Dich eine solche andere Meinung in Deinem Verhalten beeinflussen sollte und Du eine reine Meinungsäußerung als Manipulation empfindest. Warum kanns nicht einfach als Meinungsäußerung stehen bleiben? Gibts dafür Gründe?

Die Art und Weise, wie die Meinung vorgetragen wird, macht für mich den Unterschied. Und die Reaktion, wenn man dem anderen nicht darin folgt.

Wenn jemand einfach nur sagt, dass er das anders sieht ist das ok. Aber zu sagen, dass er das so und so sieht und der meine Meinung nicht mal als zulässige Ansicht sieht bzw. mich auf persönlicher Ebene abwertet und meine Selbstwahrnehmung und meine Gefühle zu untergraben versucht, betrachte ich je nachdem schon als Manipulationsversuch. Kommt natürlich sehr auf die Situation an.

Es geht ja gerade um höchstpersönliche Entscheidungen, die ich eigentlich nur für mich selbst entscheiden und wissen kann (z. B., was ich fühle), in die sich der andere einmischt (z. B., indem der sagt, was ich seiner Meinung nach fühlen sollte).

Das hat wieder was mit der alten "Verschaltung" (von oben) zu tun, die ich beschrieben habe. Sprich das ist Dein altes gelerntes Muster was Du als Kind gebraucht hast, was als Erwachsener aber überflüssig wird. Da nicht auf den Apellcharakter zu hören kann man üben und dann wirds irgendwann leichter das was man selber als Manipulationstrigger empfindet loszulassen.

Mit denen kann man aber so umgehn das einen das selber weniger Energie kostest indem man übt deren "Appelcharakter" als Ausdruck ihrer selbst zu sehn und andere Reaktionsmöglichkeiten als "Unterordnung" zu üben. Das kann Protest sein, aber auch ein spielerischer Umgang, wie in Pythonist andeutet. Das hängt von der Situation und den eigenen Gestaltungswünschen ab und es fällt zunehmend leichter über die Ausbildung eines eigenen verlässlichen Wertesystems. Dabei gibts eben Phasen in denen man selber mal rigeroser oder agressiver auftritt - das gehört dazu um eigene Grenzen verlässlich zu testen.

Wie meinst du das mit "Unterordnung"?

Mir geht es für mich darum, dass ich es nicht mag und manipulativ finde, wenn mir jemand reinzureden versucht, was ich zu wollen und zu fühlen hätte (in meinen höchstpersönlichen Lebensbereichen). Das ist die Quintessenz. (Dass mit der Lehrerin ist auch weniger als "Eckpfeiler" meiner Persönlichkeitsentwicklung gemeint gewesen - die sind ja viel älter; aber passt eben in die Reihe.)

Ich weiß in einem gewissen Rahmen, was ich möchte und was ich für Werte habe - und ich achte auch mehr darauf, was ich fühle.

Oder meinst du das so, dass ich solche subjektiv als "Reinredeversuche" wahrgenommenen Verhaltensweisen - die du als reine Meinungsäußerungen ansiehst - vorschnell als Machtkampf betrachte, bei dem es nur Über- oder Unterordnung gibt?

E=he[mali4ger RNutzer x(#605677)


p.s.

Bei diesem Aspekt

dass ich es nicht mag und manipulativ finde, wenn mir jemand reinzureden versucht, was ich zu wollen und zu fühlen hätte (in meinen höchstpersönlichen Lebensbereichen)

weiß ich, dass der andere mich nur manipulieren (oder an mich appellieren) kann, wenn ich mir selbst unsicher bin, was ich (wirklich) fühle und möchte und der Manipulations-/Appellversuch andernfalls eh ins Leere läuft. Aber wie ich den Versuch an sich bewerte, ist wiederum meine Sache.

Ich möchte auch die Freiheit haben, etwas "hassen" zu dürfen und mich über etwas aufregen zu dürfen ebenso wie für etwas kein Verständnis zu haben/haben zu wollen (das dürfen wiederum andere ihrerseits finden, wie die wollen bzw. tut das ja eh jeder). Die Gefahr, dass ich das übermäßig auslebe oder etwas Unvernünftiges tue, besteht ohnehin nicht. Mir schadet das eher, gerade bei sowas mein Empfinden zu unterdrücken (das spielt sich eh mehr gedanklich ab bei mir).

E^hemauligerG Nutzejr (#5x68697)


Mir ging es auch um diese Personen ...

Hattest Du den Eindruck, dass Polarfuchs sich auch auf die von Dir genannten Menschen bezieht? Oder wolltest Du das Thema mehr allgemein ohne Bezug zu Polarfuchs diskutieren?

... denn "Bei über 80% der Fälle besteht eine Täter-Opfer Beziehung wie beispielsweise Ex-Partner, Kollegen, Freunde, Nachbarn, Patienten/Mandanten usw."

Der Punkt ist ja jemanden früh genug zu erkennen bevor er stalkender Ex-Partner, stalkender Freund oder stalkender Kollege wird. Mein Verdacht ist ja, dass beim Onlinedating da am meisten schief geht, weil das (nicht vorhandende?!) soziale Umfeld des potentiellen Partners zwangsläufig nicht bekannt ist. Es braucht deutlich mehr Fingerspitzengefühl aufgrund eines Profils und persönlicher Nachrichten einen Menschen früh richtig einzuschätzen, bevor viel Information ausgetauscht ist, als es real braucht. Dazu ist es schwerer schriftlichen Kontakt lange ohne Inhalt aufrecht zu halten, sprich viele erzählen schon so viel über sich, dass ein Gegenüber da einfach aufgrund der Informationsfülle einseitig schon so viel Nähe reininterpretieren kann ohne das viel tatsächlicher Vertrauensaufbau passiert ist.

Real verrät die Körpersprache schon sehr viel und wirkt oft unbewusst schon als innerliche Bremse bei einem selber ohne das man das einem das bewusst ist. Dazu kommt das das Gegenüber direkt zügig antworten muss oder das Thema wechseln und man forcieren kann das soziale Umfeld kennen zu lernen. Da checkt man schnell ohne groß in die Tiefe gehn zu müssen, ob der andere sich z.b. hinter etwas versteckt oder offen agiert. Klar wenn jemand beim Chatten an einer kritischen Stelle wiederholt eine Pause macht oder gerade zufällig ein Funkloch hat kann man sicher auch schon das eine oder andere erahnen. Es ist trotzdem nochmal anders wenn mir jemand gegenübersitzt und der reagieren muss , weil er halt nicht in ein Funkloch fallen kann.

Dann steckt sich Polarfuchs selbst einen Verlobungs- oder Ehering an, zeigt diesen demonstrativ deutlich im 90%-Fall der Fälle und vertraut auf dessen Wirkung.

Ringe tragen kann man zwar immer - das schreckt aber nicht gezielt die Gruppe ab, die Polarfuchs vermeiden will. Es ist wirklich sinnvoll sich etwas mit möglichen Frühwarnmarkern bekannt zu machen - nicht als rigeroses "Aussortier" Tool sondern eben als: ah wenn ich das wahrnehme mach ich mal nicht so weit auf wie das meinem eigenen normalen Naturel entsprechen würde, sondern bleibe in meinen Informationen eher oberflächlich, bis der andere relevante Inhalte liefert.

C&innadmon4


Ah wenn ich das wahrnehme mach ich mal nicht so weit auf wie das meinem eigenen normalen Naturell entsprechen würde, sondern bleibe in meinen Informationen eher oberflächlich, bis der andere relevante Inhalte liefert.

Das ist ja auch eine tolle Sache und eigentlich auch das, was Pythonist (und auch ich) meinte, glaube ich. Klar sollte man differenzieren und gewisse Vorurteile - die ja auch zutreffen können - wahrnehmen und im Hinterkopf behalten. Dann kann man etwas vorsichtiger agieren und schauen, ob sich das Vorurteil bewahrheitet oder auch nicht.

Bei Polarfuchs klang es bisher nur so, als ob sie der Meinung ist, dass sich solche Vorurteile (fast) immer bewahrheiten werden und sobald man den "Marker" wahrnimmt, besser rein gar nichts mehr investiert.

Und da meinte ich halt, dass man damit zum Einen vielen Menschen Unrecht tun wird. Zum Anderen ist das ja auch ein Vermeidungsverhalten. Man stelle sich nur vor, plötzlich kommt Person x, und die verhält sich scheiße, und die ist weder einsam, noch übermäßig geschminkt (z.B.), noch wurde sie früher gemobbt. Vielleicht hat Person x aber keine Kinder und projiziert das in Polarfuchs. Dann wird Polarfuchs in Zukunft zusätzlich noch alle Menschen ohne Kinder meiden. Dann kommt Person y - zeigt erstmal kein bekanntes Muster - und klettet dann trotzdem, weil Person y gerade seine Mutter verloren hat. Also werden jetzt auch Menschen gemieden, die trauern. So kann man das halt immer weiter vorführen und abgesehen davon, dass es ungerecht (und ungerechtfertigt) ist, nimmt man halt auch sich selbst immer mehr Handlungsspielraum weg.

Eine allgemeine Vorsicht an den Tag zu legen ist dabei ja überhaupt nicht verwerflich. Aber man sollte sich halt überlegen, WAS denn Marker wären, an denen man übergriffiges Verhalten erkennt. Und meiner Meinung nach ist so ein Marker eben übergriffiges Verhalten und nichts sonst. Ich kann mir vorstellen, dass es schwer ist, sich gegen sowas zu wehren, aber bisher war meine Reaktion da immer: "Klar kommunizieren, was los ist, und zukünftige Kontaktaufnahmen nicht mehr erwidern." Wenn man das konsequent macht, passiert dann eigentlich auch nichts mehr - so meine Erfahrung. Dauert vielleicht ne Weile, aber es klappt.

Eyhem[aligerG Nutzer {(#5$8P962x6)


Ich finde deinen Freund ok und nicht fixiert, und die Geschenke auch angemessen und nicht zu häufig. Ich finde ehr deine Wahrnehmung verschroben.

P+ythonxist


Ringe tragen kann man zwar immer - das schreckt aber nicht gezielt die Gruppe ab, die Polarfuchs vermeiden will.

Ach naja, mit dem richtigen Satz dazu ist es gut dagegen, dass kleine Hoffnungspflänzchen zu großen Erwartungen heranwachsen. An sich mag ich diese Art von Versteckspiel und indirekten Zeichen ja auch nicht, sondern lieber, dass Polarfuchs sagt, was er/sie denkt, aber er/sie wollte ja mal Alternativen.

Es ist wirklich sinnvoll sich etwas mit möglichen Frühwarnmarkern bekannt zu machen - nicht als rigoroses "Aussortier" Tool sondern eben als: ah wenn ich das wahrnehme mach ich mal nicht so weit auf wie das meinem eigenen normalen Naturel entsprechen würde, sondern bleibe in meinen Informationen eher oberflächlich, bis der andere relevante Inhalte liefert.

Ja, das beschreibt es treffend, finde ich, gerade mit den Ergänzungen von Cinnamon4. Ein bisschen Pokerface. 8-) ;-) Eine Sonnenbrille als Accessoire bietet sich an, wirkt dann aber schon sehr kühl und distanziert. Aber für nen Polarfuchs - vielleicht das passende. ;-D Und die kann man abnehmen. Und gleichzeitig eine gewisse Großzügigkeit und das Grundvertrauen behalten, dass andere es im Grund gut mit einem meinen. Sowie dieses Urvertrauen in die eigene Selbstabwehr. Also ein angstfreies Sozialverhalten.

@ Polarfuchs

Was dir wohl Schwierigkeiten bereitet: zwar das Wahrnehmenwollen von Sexualkontakten mit "Fremden"/Gelegenheitsbekannten, aber strikt keine Beziehung wollen, ja diese Gruppe, die du auf dem Kieker hast, sogar als "beziehungssuchende Energievampire" zu empfinden. Diese verbale Trennung in deinen Beiträgen habe ich jetzt erst entdeckt (platonisch, nichtplatonisch, joyclub). Wenn dann andere die Annäherung und den sexuellen Kontakt auch mit einer Beziehungs-, Gefühls- und Kommunikationsebene verbinden (was ja nun weit weniger abwegig ist), dann wird da die Trennung oder Abweisung schon schwieriger - und kommunikationsintensiver. Ganz so gefühlskalt lässt das den einen oder anderen dann doch nicht. Auf der körperlichen Ebene diese große Intimität, auf der Gefühlsebene aber nur eine geringe - von deiner Seite. Jetzt kann ich die Worte von NotMichaelCaine weiter vorne besser einordnen. Und *hier* kommt dann der Aspekt der Auswahl des Gegenübers stärker zum Tragen, der oben beschrieben ist. Naja, und Maschinen sind wir auch alle nicht - ich denke, zum Glück. Mancher mehr, mancher weniger.

E%hema?liger Ndutz\er (#60$567x7)


@ Pythonist

Bevor das durcheinandergeht:

Mit keinem der drei im Thread erwähnten Kontakte gab es irgendwie gearteten sexuellen Kontakt.

Aber natürlich kann das solche Probleme, dass der andere nicht akzeptieren will, dass man keine Beziehung mit ihm möchte begünstigen, wenn man selbst Sex und Beziehung trennt. Deshalb suche ich mir da wenn schon Gleichgesinnte, die das auch trennen können oder lasse das, um unnötigen Sozialstress zu vermeiden (Reden kann ja jeder viel und behaupten, dass er das trennen kann).

@ Hilka

Das ist nicht "mein Freund" und hat sich längst erledigt.

@ topic

Die Warnmarker, bevor die Person versucht Grenzen zu überschreiten, würden mich nach wie vor interessieren. Ich denke soweit, dass ein Warnmarker ein großes Bedürfnis nach Nähe und Beziehung (wegen sozialer Einsamkeit plus je nachdem Erfolglosigkeit bei Frauen) sein könnte.

Das war z. B. mal etwas, was ich sehr stark wahrnehmbar fand bei einem älteren Herren, der mich als Kind angequatscht hat unter einem Vorwand während ich auf meine Eltern gewartet hatte. War eine Frage nach einer Wegbeschreibung, die ich ihm beantwortet habe. Aber der hat anschließend weiterhin versucht mich möglichst lange im Gespräch zu halten bis ich das Gespräch dann relativ schroff beendet habe und ein Stück in die entgegengesetzte Richtung gegangen bin. Dann kam der wieder an und wollte mir was kaufen, dass ich mit ihm mitgehen und ihm den Ort zeigen solle und sowas. Sehr nervig. Dem hätte ich die Frage nach dem Weg besser nicht freundlich beantwortet, denn ich denke rückblickend, dass diese aufdringlichen, sehr einsamen Leute da zumindest unbewusst ihr Gegenüber testen. Dass es nicht um die Wegbeschreibung ging oder den irgendwas an meiner Reaktion animiert hat zu seinen weiteren Gesprächsversuchen, ist natürlich klar. ... Dass die etwas wollen, das sie nicht direkt sagen, und sehr einsam wirken, fand ich bei dem z. B. sehr deutlich wahrnehmbar. Das würde ich aber gerne noch eher erkennen bevor ich so jemanden antworte und dem auch noch höflich den Weg beschreibe statt zu sagen "Sorry, weiß ich auch nicht.". Das ist exemplarisch auch für diese anderen drei Kontakte.

EXhe=maligder Nugtzesr (#6056x77)


@ NotMichaelCaine

Es ist wirklich sinnvoll sich etwas mit möglichen Frühwarnmarkern bekannt zu machen - nicht als rigoroses "Aussortier" Tool sondern eben als: ah wenn ich das wahrnehme mach ich mal nicht so weit auf wie das meinem eigenen normalen Naturel entsprechen würde, sondern bleibe in meinen Informationen eher oberflächlich, bis der andere relevante Inhalte liefert.

Danke, das ist das, was ich meine. Also insofern, dass ich einen "näheren Kontakt" mit der Person bzw. Verhaltensweisen meinerseits, die beim anderen ein Bedürfnis nach näheren Kontakt wecken könnten, bereits im Vorfeld vermeide bei Vorliegen besagter Warnmarker.

(Meine ich nicht in dem Sinne, dass ich nur mit Sonnenbrille rumlaufe oder mit Verlobungsringen ... oder mir einen entsprechenden Lebensstil zulege, durch den ich in den 20ern schon deutlich älter statt jünger als ich bin aussehen werde, oder 30 kg zunehme oder sowas in der Art. Das schreckt diese Menschen evtl. sexuell und beziehungsmäßig ab, aber wenn die nur angenehme Gesellschaft suchen, kommen die dann trotzdem auf mich zu.)

Was ich finde, was z. B. sehr gut hilft ist:

- keine/kaum Mimik zeigen bzw. nicht freundlich schauen oder gar lächeln

- wenig auf das eingehen, was der andere sagt oder das komplett ignorieren

- kurz angebunden sein statt in Ruhe zuzuhören, was der andere möchte

- keine Tipps für irgendwelche Probleme/Anliegen des anderen geben

- dem anderen kein oder kaum Feedback zu ihm geben; weder verbal noch nonverbal

- so tun, als würde/könnte man den anderen nicht verstehen

- sich unwissend geben

- kein Verständnis zeigen

Eben dafür sorgen, dass sich der andere im Kontakt mit mir gerade nicht wohlfühlt statt andersherum. Damit habe ich jedenfalls die besten Erfahrungen gemacht und ich denke, dass das bei mir vorher Verhaltensweisen waren, die ich gegenüber neuen Kontakten bzw. anderen Menschen zu schnell gezeigt habe (ok, so ganz abtrainieren lässt sich das nicht, aber gezielter einsetzen schon).

EkheJmagliger Nutz er (S#56869x7)


Die Warnmarker, bevor die Person versucht Grenzen zu überschreiten, würden mich nach wie vor interessieren. Ich denke soweit, dass ein Warnmarker ein großes Bedürfnis nach Nähe und Beziehung (wegen sozialer Einsamkeit plus je nachdem Erfolglosigkeit bei Frauen) sein könnte.

Die Warnmarken sind ja zwangsläufig individuell und richten sich für Dich an der genauen Kenntnis Deiner Grenzen. Das kann natürlich bei neuen Bekanntschaften zu starker Kontaktvermeidung führen. Wenn Du für Dich genügend Sozialkontakte hast ist das ja kein Problem. Welche z.B. Gesprächsthemen eigenen sich für Dich um Grenzen auszuloten?

Für mich sind das häufig allgemeine Themen wo ich merke wie reflektiert die andere Person ist, bzw. anhand der Rückfragen oder fehlen von Rückfragen merke wie jemand an einem Thema allgemein arbeitet und dann frage ich mich: Wenn der so ähnlich auch mit persönlichen Themen umgeht - liegt mir das oder finde ich das sch...?

Ob jemand z.B. prinzipiell in der Lage ist andere als die eigene Meinung/Sichtweise anzuerkennen lässt sich ja auf der allgemeinen Ebene recht schnell abchecken. Wenn jemand da bei allgemeinen Themen schon rumeiert und eigentlich eine andere Meinung nicht stehen lassen kann, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass er das auch bei persönlichen Themen nicht auf die Reihe bekommt. Dann kann man das mit einem eher unverbindlichen Thema wie Humor / Musikgeschmack oder was auch immer nochmal kurz antesten und wenn man da richtig liegt oberflächlich bleiben und wieder aus dem Kontakt rausdriften.

Neben den Warnmarkern hilft allerdings noch viel besser Dir mal die Menschen vor Augen zu führen die Deinen Bedürfnissen am meisten entsprechen und zu schaun was die gemeinsam haben, damit Du aktiv nach diesem Typus Mensch, der dann offensichtlich viel besser zu Dir passt Ausschau halten kannst. Welches sind positive "Must haves" bei anderen und wie findest Du die schnell gezielt raus? Dabei fallen dann automatisch die "durchs Raster" die die eben nicht haben. Macht auch mehr Spass als um die rumzumanövrieren die Du sowieso nicht suchst ;-).

PGythxonisxt


Neben den Warnmarkern hilft allerdings noch viel besser Dir mal die Menschen vor Augen zu führen die Deinen Bedürfnissen am meisten entsprechen und zu schaun was die gemeinsam haben, damit Du aktiv nach diesem Typus Mensch, der dann offensichtlich viel besser zu Dir passt Ausschau halten kannst. Welches sind positive "Must haves" bei anderen und wie findest Du die schnell gezielt raus? Dabei fallen dann automatisch die "durchs Raster" die die eben nicht haben. Macht auch mehr Spass als um die rumzumanövrieren die Du sowieso nicht suchst ;-).

Hoi, ist das ein neutraler Vorschlag :-| oder schon einer mit Appell-Charakter? ;-D

Damit wird Polarfuchs dann selbst zum (Original-Zitat) "beziehungssuchenden x:) |-o Energievampir :-o ". ]:D Die Gefahr, von anderen so wahrgenommen zu werden, besteht zumindest.

PS. War nur Spaß. :)_ Fand ich schön ausgedrückt!

F6orenesiVkexr


_Polarfuchs_

Das weiß ich rational eigentlich auch, aber ich finde das nicht gerade beruhigend, dass anderen meine Bedürfnisse erstmal völlig egal sind und die nur dann beachtet werden, wenn der andere das entweder freiwillig von sich aus macht oder ich in der Situation bin, ihn quasi dazu zwingen zu können - also dass der meine Bedürfnisse beachten muss, egal ob er will oder nicht.

Das kommt sicherlich auf den Kontext an - in einem organisierten Umfeld wie der Schule, Job oder Politik kann man damit rechnen, dass die eigenen Interessen wenig bis gar nichts zählen bis man sie äußert. Ich finde das auch immer ziemlich schwierig und bemühe mich, meine Interessen immer schon im Voraus möglichst plakativ, möglichst häufig und notfalls auch rein egozentrisch zu kommunizieren, da es eben manchmal tatsächlich darum geht, dass ein Konflikt woanders und eben nur nicht auf dem eigenen Rücken ausgetragen wird. Ich vermute bei mir aber auch negative frühkindliche Prägungen, da ich mich zu solchem Handeln erstmal bewusst bewegen muss, während mein intuitives Verhalten eher dazu tendiert, mir alles gefallen zu lassen. Aber gut, mit irgendwas muss ich ja auch meine nächste Therapie füllen ;-D

Schwieriger wird es für mich, wenn ich mit mir sympathischen Menschen zu tun habe, die ebenfalls regelmäßig über meine Interessen hinwegtrampeln. Natürlich ist es dann erstrecht eine Frage der Kommunikation, aber ich komme schwer damit klar, wenn jemand dann noch nicht mal versucht, auch ein unkommuniziertes Interesse zu beachten. Es gibt da m. E. nämlich schon Verhaltensweisen, die grob unhöflich sind und mich in eine ziemlich bescheuerte Situation bringen, wenn ich dann da allen Ernstes noch auf mein Interesse verweisen muss. Oder positiv formuliert, es gibt viele andere Menschen, die nicht so über meine Interessen hinwegtrampeln und die Situation ähnlich sehen würden wie ich.

Das trägt sicher dazu bei. Aber es geht dabei auch darum, dass ein Dritter mir vorzuschreiben zu versucht, dass ich mit Person B, die meine Grenzen übetritt und sich alles andere als angenehm zu mir verhält, Verständnis bzw. Mitgefühl haben müsse und andernfalls überempfindlich (oder auch beliebt: kalt) dargestellt werde (= Manipulationsversuch der 3. Person, damit ich mich so verhalte zu Person B, wie sie es will).

Das beeinflusst mich nicht in meinem Verhalten zu Person B. Aber ich finde das dann eben auch arschig von der 3. Person. Gerade auch mit diesem manipulativen Element dabei. Dass sie meine Entscheidung zu manipulieren versucht, wie ich mich gegenüber Person B verhalte. Mich stört alleine schon dieser Versuch. Das versteht aber idR kaum jemand.

Ich versteh das schon und könnte auch einige "historische" Beispiele anführen. Vielleicht sogar einige aktuelle, wo es zwar keine konkreten Ansagen durch den Lehrkörper gibt, es aber auf gesellschaftlicher Ebene erwartet wird, mit Kollege X jeden Tag 8 Stunden ein Büro zu teilen. Trotzdem finde ich den Verweis auf die Hilflosigkeit richtig, denn zum Lehrpersonal besteht ein Machtgefälle. Wenn mir jemand auf Augenhöhe einen derartigen Eindruck mitteilt, verstehe ich es i. d. R. als Ich-Botschaft und dann kann ich daraus machen, was ich will. In deinem Beispiel ist es mehr ein Urteil, schon weil der Lehrkörper befugt und beauftragt ist, dich ständig zu beurteilen. Übrigens glaube ich auch, dass viele Lehrer das genießen, denn man muss das wirklich wollen und dazu in der Lage sein.

E9hemali,ger NutBzerk (#56869x7)


Hoi, ist das ein neutraler Vorschlag :-| oder schon einer mit Appell-Charakter? ;-D

Kommunikation hat doch immer vier Seiten?! Aber klar - durch die Formulierung habe ich eine davon betont :)z

EKhem{aligerj Nutzer (;#6:05677)


@ NotMichaelCaine

Welche z.B. Gesprächsthemen eigenen sich für Dich um Grenzen auszuloten?

Das könnte ich so konkret gar nicht sagen und ich frage sowas auch nicht gezielt ab. Das läuft bei mir glaube ich sehr stark über eine unbewusste bis halbbewusste, intuitive Ebene ab.

Für mich sind das häufig allgemeine Themen wo ich merke wie reflektiert die andere Person ist, bzw. anhand der Rückfragen oder fehlen von Rückfragen merke wie jemand an einem Thema allgemein arbeitet und dann frage ich mich: Wenn der so ähnlich auch mit persönlichen Themen umgeht - liegt mir das oder finde ich das sch...?

Interessant, dass du das so konkret benennen kannst. Das ist bestimmt sehr nützlich.

Mir fällt nur ein, dass es sehr aufschlussreich sein kann, wie jemand reagiert, wenn man in irgendeinem Punkt nicht so möchte, wie derjenige. Ob das akzeptiert wird, ob gedrängelt oder gejammert wird oder vorherige Wertschätzung dann entzogen oder man angegriffen wird. Sowas eben. Das ist aber nicht so gut geeignet als Frühindikator, weil solche Situationen erst im Laufe eines Kontaktes entstehen. Dann ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen.

Ob jemand z.B. prinzipiell in der Lage ist andere als die eigene Meinung/Sichtweise anzuerkennen lässt sich ja auf der allgemeinen Ebene recht schnell abchecken. Wenn jemand da bei allgemeinen Themen schon rumeiert und eigentlich eine andere Meinung nicht stehen lassen kann, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass er das auch bei persönlichen Themen nicht auf die Reihe bekommt. Dann kann man das mit einem eher unverbindlichen Thema wie Humor / Musikgeschmack oder was auch immer nochmal kurz antesten und wenn man da richtig liegt oberflächlich bleiben und wieder aus dem Kontakt rausdriften.

Danke, dass ist ein guter Tipp.

Neben den Warnmarkern hilft allerdings noch viel besser Dir mal die Menschen vor Augen zu führen die Deinen Bedürfnissen am meisten entsprechen und zu schaun was die gemeinsam haben, damit Du aktiv nach diesem Typus Mensch, der dann offensichtlich viel besser zu Dir passt Ausschau halten kannst. Welches sind positive "Must haves" bei anderen und wie findest Du die schnell gezielt raus?

Die Frage ist sehr schwierig konkret zu beantworten. Am ehesten sind das Menschen, für die das tatsächlich ok ist, wenn man mal viel Nähe und Kontakt hat und dann erstmal eine Weile (oder länger) wieder nicht. Und mit denen es interessensmäßig ausreichend gemeinsame Schnittpunkte gibt plus darunter ein Interesse/Hobby, das man zusammen ausüben kann und beide gleich interessiert (z. B. ein gemeinsames sportliches Hobby, Zocken, gleicher Filmgeschmack). Das kann ich auch für mich konkret inhaltlich benennen, welche Art von Filmen, Hobbys und Spielegenres das sind.

Gleicher Musikgeschmack ist nicht so wichtig; es ist natürlich auch kein Nachteil, wenn der andere einen ähnlichen Musikgeschmack hat, aber wenn man nicht gerade vorhat, zusammen zu einem Konzert zu gehen, ist das kein gemeinsamer Tätigkeitsbereich. Ich mag bestimmte Musik sehr für mich alleine, aber mich über Musik zu unterhalten, ist nicht so mein Fall. Wenn mich da etwas interessiert oder ich diesbzgl. neue Anregungen suche, lese ich das lieber online.

Gleiche Wellenlänge beim "Gesprächsstil" und geistigem Horizont bzw. der Art, wie man denkt und sich ausdrückt, und beim Humor sind natürlich ganz generell immer gut (und für engeren Kontakt Grundbedingung). Plus so Basics wie Wertschätzung, Authentizität, Vertrauen - aber sowas "entsteht" ja nebenbei, wenn es passt, bzw. kommt es nicht zu ernsthaft engeren Kontakt, wenn das fehlt.

Was ich auch mag sind überschaubare Sportgruppen, in denen die Stimmung untereinander sehr entspannt und harmonisch ist (aber nicht gekünstelt harmonisch). Sowas merkt man gut beim Probetraining.

Bei in ihrer Art entspannten, freundlichen Menschen finde ich den Kontakt mit am angenehmsten. Das dürfte aber vielen so gehen.

Joa, das ist jetzt keine abschließende Aufzählung. Wahrscheinlich habe ich eh die Hälfte vergessen.


Aktiv nach solchen Menschen suchen geht nur bedingt. Mir fallen sie auf, wenn man sich begegnet, aber letztlich findet man diese Leute an den verschiedensten Orten. (Klar, bis auf die Sportgruppen - die kann man sehr gut gezielt suchen, muss aber auch Glück haben.)

E,hemali.gerw NutOzerj (N#605c677)


p.s.

Wichtig wäre mir auch, dass derjenige oder diejenigen sich selbst nicht zu ernst nehmen und sowas wie "Selbsthumor" haben. Eben, dass sie auch über sich lachen können auf ehrliche Art. Eben gerade nicht dieses sich selbst abwertende, das manche an den Tag legen, wenn sie sich selbst versuchen auf "humorvolle" Weise schlecht zu machen. Und für Freundschaften speziell wäre mir auch noch etwas anderes wichtig, dass ich mit Worten aber nicht gut beschreiben kann. So ein bisschen was davon, dass man mit denen erfolgreich und aus Spiellaune heraus "Pferde stehlen", Spaß dabei haben und sich dann gemeinsam diskret darüber amüsieren kann. ... Das ist z. B. etwas, das mit ängstlich-skrupulösen wie mit ernsthaft dissozialen Menschen nicht geht. Mit Ersteren klappt das nicht, weil die einem vorhalten, was alles dabei schief gehen kann und einem im Vorfeld schon die Vorfreude verderben oder einen letztlich verpfeifen; und mit Letzteren wird das Spiel zu ernst und kippt.

[Auf die anderen Beiträge gehe ich später ein.]

EmhemaVliger Nutz,er (#6r05677x)


*ach denkt euch "das" und "dass" einfach richtig. :=o

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