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Inkompatible Persönliche Grenzen

C3oteSau|vOaxge


Für mich ist es deutlich mehr als eine Meinungsverschiedenheit, für mich treffen da zwei Welten aufeinander.

So sehe ich das auch. Das sind keine unterschiedlichen Meinungen, sondern unterschiedliche Typen/ Charaktere.

Was mich etwas irritiert hat war als du Alias geschrieben hattest es wäre für dich ok wenn er flirtet wenn du dabei bist. Das hat mich doch sehr überrascht. Warum genau ist es für dich ok, kannst du das benennen ?

Ich habe mir das so erklärt: Wenn sie dabei ist, hat sie es unter Kontrolle. Und dann dreht er vielleicht auch nicht gar so auf, wie er ihrem Verdacht nach aufdrehen könnte, wenn sie als Kontrollorgan nicht dabei ist.

so geht Beziehung, wenn die ganz große Verliebtheit vorbei ist und ein etwas differenzierterer Blick möglich war.

Für mich geht so keine Beziehung. Wenn die ganz große Verliebtheit vorbei ist und der etwas differenziertere Blick solche Mentalitätsunterschiede zutage treten lässt, dann passt das nicht, meiner Erfahrung und Meinung nach.

(und diese Liebeserklärung an ihn fiel bei Alias ziemlich umfangreich aus, fand ich)

Das fand ich auch. Aber auch ihre Bewertung dieses Verhaltens von ihm hat sie mit sehr klaren Worten sehr negativ ausgedrückt.

Habe ich in dieser Beziehung ein Grundvertrauen/ein Urvertrauen in ihren Bestand? Habe ich ein Gefühl von Sicherheit?

Das finde ich eine sehr gute Frage.

Alias hingegen sehe ich eher mit einer Tendenz zum abhängigen Typ, fokussiert, festhaltend, sich einfach wenige Alternativen schaffend, auch wenn sie in einem Männerumfeld arbeitet, wo sie doch beste Chancen hätte. Aber diese scheinen sie nicht zu reizen,

Dass man kein Hans Dampf in allen Gassen ist (was ist das Pendant für eine Frau?) heißt noch lange nicht dass man "abhängig" ist. Ihr Freund ist viel abhängiger als sie, nachdem er diese ganze Bestätigung BRAUCHT. Und wieso sollte sie sich Alternativen schaffen, wenn das was sie jetzt hat, für sie ok ist? Gerade im Job ist es besser, wenn man nicht auf allen Hochzeiten tanzt.

manchmal italienisch emotionale (da fliegen auch mal die Teller)

Dafür muss man aber auch der Typ sein. Alias scheint mir eher der kontrollierte Typ zu sein, und er hat Teller werfen und Herumschreien nach meinem Eindruck nicht nötig.

LJo@laXx5


Dass man kein Hans Dampf in allen Gassen ist (was ist das Pendant für eine Frau?) heißt noch lange nicht dass man "abhängig" ist. Ihr Freund ist viel abhängiger als sie, nachdem er diese ganze Bestätigung BRAUCHT. Und wieso sollte sie sich Alternativen schaffen, wenn das was sie jetzt hat, für sie ok ist? Gerade im Job ist es besser, wenn man nicht auf allen Hochzeiten tanzt.

Sehe ich ganz genau so. :)z Mehr noch: Ich habe ziemlich wenig Verständnis dafür, wenn sich Leute in einer Beziehung "Alternativen schaffen". Wenn man das für nötig hält, sollte man sich meiner Meinung nach lieber gleich trennen...

m%ond+soterbne


Mir fällt gerade auf: Du hast in der Überschrift keine Frage gestellt. Ihr habt inkompatible persönliche Grenzen.

PTythvonixst


Dass man kein Hans Dampf in allen Gassen ist - Was ist das Pendant für eine Frau?

Ich denke, der Begriff lässt sich beiderlei Geschlechts verwenden. Und sonst: "Everybody's Darling" / "Jedermann's Liebling" trifft es vielleicht ganz gut. Etwas keuscher: ein "Mädchen von nebenan" / ein "girl next door"-Typ.

Ihr Freund ist viel abhängiger als sie, nachdem er diese ganze Bestätigung BRAUCHT.

Meine Sicht: Ihr Freund ist abhängiger von externer Bestätigung, aber nicht so fokussiert darauf, von wem die kommt. Vielleicht soll sie sogar möglichst universal sein.

Sie ist abhängiger von der konkreten Bestätigung ihres eines Auserwählten, hat aber auch eine eifersüchtige Seite zu denken, dass alle Sympathie, die von ihm aus an andere Frauen geht, zwangsläufig von der Zuneigung an sie weggehen müsste. Ein Besitzdenken und nicht-teilen-können. Aber vielleicht hat sie ja auch eine gelassene und großzügige Seite.

Und wieso sollte sie sich Alternativen schaffen, wenn das was sie jetzt hat, für sie ok ist?

Weil jede Beziehung auch einen brüchigen, vergänglichen Aspekt hat, wenn der/die andere die Beziehung einseitig aufkündigt. Weil wahre Beziehung ist, wenn beide den gleichen Partner immer wieder neu auswählen würden (auch gegen die imaginäre Konkurrenz), anstatt sich zu sagen: "Naja, sonst ist da halt keiner und eh ich gar keine Beziehung habe, habe ich lieber diese." "Alternativen schaffen" sind dabei gedankliche Alternativen, Flexibilität im Kopf. Im Tun nur so weit, dass es für die eigene Bestätigung reicht. Ein Realitätscheck, der vor Illusionen und Größenwahn bewahrt.

Gerade im Job ist es besser, wenn man nicht auf allen Hochzeiten tanzt.

Wer A sagt, muss ja gerade nicht immer auch B sagen. o:)

Und bevor so ein "keiner will mich haben und wenn meine Beziehung krachen geht, geht's mir richtig dreckig"-Gefühl aufkommt, finde ich es ratsamer, in einer kleinen Windung im Hinterkopf auch Sympathien zur eigenen Umwelt und aus der einen Umwelt auszuloten. Das menschliche, was einen Kollegen/Kollegin vom Roboter-Mitarbeiter unterscheidet.

Dass er das nach ihren Beschreibungen darin zu übertreiben scheint, steht auf nem anderen Blatt.

CToteS&au?vage


Ich denke, der Begriff lässt sich beiderlei Geschlechts verwenden.

Naja, Hans ist in unserer Gegend halt eher ein Männername ;-D

Ihr Freund ist abhängiger von externer Bestätigung, aber nicht so fokussiert darauf, von wem die kommt. Vielleicht soll sie sogar möglichst universal sein.

Das glaube ich auch, auch dass diese Bestätigung universal sein soll.

Sie ist abhängiger von der konkreten Bestätigung ihres eines Auserwählten, hat aber auch eine eifersüchtige Seite zu denken, dass alle Sympathie, die von ihm aus an andere Frauen geht, zwangsläufig von der Zuneigung an sie weggehen müsste. Ein Besitzdenken und nicht-teilen-können.

So sehe ich das nicht. Ich zB flirte auch nur mit Männern von denen ich was will, was anderes hab ich nicht nötig, abgesehen davon dass das nur Probleme gibt; und zu mir passt nur ein Mann der in dem Punkt genauso drauf ist. Deswegen bin ich ganz gewiss nicht "abhängig" von meinem Freund. Ich denke auch nicht, dass Sympathie, die mein Freund anderen Menschen zeigt, von der Sympathie an mich weggeht. Hier geht es auch nicht um Sympathie, sondern um eine Bestätigungssucht. Wenn jemand sogar Bestätigung von Frauen, die er blöd findet, toll findet, finde ich das einfach nur bescheuert (wie gesagt, ich kenne diesen Typ Mensch). Dass ich auf einen Partner "fokussiert" bin ist für mich, die ich nicht polyamor bin, selbstverständlich. Das heißt aber wiederum nicht, dass ich krankhaft eifersüchtig oder ein Klammeraffe bin. Ich bin auch nicht "abhängig von der konkreten Bestätigung durch meinen Freund" - ich liebe ihn einfach, so wie er mich liebt, und finde es schön, wenn man sich das gegenseitig ab und zu mal zeigt.

Jetzt kann sich die TE ja aussuchen, ob sie sich eher in deiner Beschreibung oder in meiner Selbstbeschreibung wiedererkennt ;-)

Weil jede Beziehung auch einen brüchigen, vergänglichen Aspekt hat, wenn der/die andere die Beziehung einseitig aufkündigt. Weil wahre Beziehung ist, wenn beide den gleichen Partner immer wieder neu auswählen würden (auch gegen die imaginäre Konkurrenz), anstatt sich zu sagen: "Naja, sonst ist da halt keiner und eh ich gar keine Beziehung habe, habe ich lieber diese." "Alternativen schaffen" sind dabei gedankliche Alternativen, Flexibilität im Kopf. Im Tun nur so weit, dass es für die eigene Bestätigung reicht. Ein Realitätscheck, der vor Illusionen und Größenwahn bewahrt.

Das erinnert mich an eine Unterhaltung die ich mit dem von mir erwähnten Mann mal hatte ;-) . (Der hat diese Unterhaltung geschmackvoller Weise im Beisein seiner damaligen Freundin mit mir geführt.) Außer dass auch ich sehr gut weiß dass die allermeisten Beziehungen nicht für die Ewigkeit sind, sehe ich auch das anders: Während ich in einer Beziehung bin, brauch ich überhaupt nicht nach Alternativen zu suchen. Das kann man dann machen, wenn die Beziehung in die Brüche gegangen ist. Ich mache es nicht mal dann, weil ich auch sehr gut als Single leben kann. Daher ist mir auch dieser Gedanke "lieber den als keinen" völlig fremd; meine Freunde wissen das, daher müssen wir uns keinen künstlichen Wettbewerb schaffen. Und ich möchte auch, dass die Beziehung spannend ist, wenn grade kein Typ in unserem Umfeld rumspringt, der als Drohung in Betracht kommt. Bestätigung brauche ich keine, ich finde es total lästig, wenn sich Männer für mich interessieren, die mir wumpe sind. Zu Illusionen oder gar Größenwahn neige ich auch nicht.

Wer A sagt, muss ja gerade nicht immer auch B sagen. o:)

Nö, aber manchmal ist auch A schon zuviel.

Und bevor so ein "keiner will mich haben und wenn meine Beziehung krachen geht, geht's mir richtig dreckig"-Gefühl aufkommt

Jemandem, der zu so einem Gefühl neigt, würde ich lieber raten, daran zu arbeiten (das ist ja dann ein handfester Minderwertigkeitskomplex) anstatt dem nachzugeben.

L}.v&anPxelt


Ich finde es gut, richtig und wichtig, es als Deine Ansprüche zu sehen und zu formulieren und nicht eine vermeintliche Norm heranzuziehen. Letzteres schwächt in meinen Augen nämlich Deinen Standpunkt - es ist durchaus legitim diesen Anspruch zu haben und da auch hinter zu stehen, ganz ohne weil "man" das so in einer Beziehung handhabt. Denn genauso argumentiert er ja andersherum, so kommt ihr also nicht weiter.

Den anderen so anzunehmen, wie er ist, setzt aber nunmal voraus, dass man ihn auch so annehmen kann. Du siehst eine Gefahr durch die Flirts für eure Beziehung, dass da dann doch mal mehr draus werden könnte, seine Grenzen quasi noch weiter verschoben werden und etwas passiert, was dann eure Beziehung zum Kippen bringt, die Flirts also als ständige Bedrohungen. Ich sehe allerdings eine viel größere Gefahr, dass er irgendwann eine Dame trifft (und sei es auch nur theoretisch in seinen Gedanken), die dieser Eigenschaft von ihm viel entspannter gegenüber steht und vorallem: ihn aufgrunddessen nicht verurteilt oder geringer von ihm denkt und daher besser zu ihm passt.

L3.vanKPel^t


Nachtrag: Und in diesem Bewusstsein, dass man der - mehr oder weniger - Überzeichnung "Hans Dampf in allen Gassen" genauso (überzeichnet) Deine übergebührliche Eifersucht gegenüberstellen kann, sehe ich letztendlich die Möglichkeit des Kompromisses, des Aufeinanderzugehens: von Deiner Seite durchaus seine Kontaktfreudigkeit akzeptieren und deswegen nicht minder von ihm denken und von seiner Seite beispielsweise auf Körperlichkeiten zu verzichten, also das Tanzen, anfassen usw., eben all' das, was über ein Sich-sympathisch-sein-Kennenlernen, was auch mit viel Humor, Flachsen etc., einhergehen kann, hinausgeht, zu verzichten und/oder beispielsweise nur Kontaktdaten auszutauschen, nachdem bereits der Umstand zutage kam, dass er vergeben ist, so dass diese Kontaktanbahnung von der anderen Seite nicht im falschen Glauben, dass das auf "mehr" herauslaufen könnte, stattfindet.

LdolvHuxs


Am Anfang des Fadens war klar, dass wir nicht wissen, worum es geht. Konkretisierungen waren also Spekulationen, was es sein könnte. Oder einfach nur mögliche Beispiele. Hat jeder gewusst.

Jetzt wissen wir ein wenig mehr - und plötzlich verbindet sich dieses mehr Wissen mit eigenen Erfahrungen und Gedanken und vervollständigt sich selbstständig in unserem je eigenen Geist zu einem Bild, wie die Dinge sich "tatsächlich" verhalten. Wer so ein Bild erst mal kreiert hat, findet es schwer, den spekulativen Charakter der Bildes bewusst zu halten. Es ist wie bei dem bekannte [[https://www.sehtestbilder.de/optische-taeuschungen-illusionen/images/illusion-alte-oder-junge-frau-sehtest-1.jpg Vexierbild]] - hat man die alte Dame erst mal erkannt, tut man sich schwer mit der junge Dame. Und das, obwohl man bei dem Vexierbild weiß, dass es beide gibt. Noch schwerer tut man sich, wenn das eigene Bild so plausibel ist, dass man sich irgenwann sagte: "Aha, ich verstehe!" Und schwups ist die letzte Erinnerung an das Spekulative verflogen und man wähnt sich im Besitz der Wahrheit. Von dort aus kann man dann der TE erklären, "was Sache ist". Selbstimmunisierend wirkt, dass die TE das ja als Betroffene und also viel zu nah dran gar nicht sehen kann, also darauf angewiesen ist, dass ich ihr die Augen öffne. Und es beginnt das Spiel, das "Rechthaberei" genannt wird.

Es ist hier noch nicht sehr ausgeprägt, insbesondere, weil keine zwei imkompatiblen Bilder gegeneinander ankämpfen, aber wer die ursprüngliche Frage nach einer Lösung auf der Basis seines Bildes uminterpretiert in: "Ich verstehe zwar, dass du dir eine Lösung wünschst, aber da gibt es keine. Deine Frage müsste lauten: Wie komme ich von dem Mann los, der so gar nicht zu mir passt?" der ist schon weit auf dem Weg gekommen. Ein solcher Schluss KANN natürlich am Ende der anstehenden Erkundungen stehen, aber ihn an den Anfang zu stellen ist, wie es so schön heißt, ein Vor-Urteil.

Wie sagte Cote Sauvage am Anfang so schön: Eine Spekulation hinzustellen, als wäre sie wahr, ist unfair. Einen Menschen und seine Beweggründe spekulationslos verstehen zu wollen, nachdem wir gerade mal ein paar Zeilen von einer Frau über ihn gelesen haben, die wir ebenfalls nicht kennen, ist hochgradig unfair. Selbst wenn es sich als richtig herausstellen könnte. Aber die Spekulation über Selbstbefriedigung hätte sich ja auch als richtig herausstellen können ;-) .

L>ovHuks


Alias

Mein letzter Beitrag war meine Vorrede zu diesem Beitrag über den inneren Raum :-D .

Du leidest an deinen Vorstellungen, die du dir von seinem Verhalten machst. Mache dir diese Vorstellungen so klar wie möglich, finde die Aspekte, die dich schmerzen, finde heraus, wie die entsprechenden Aspekte genau deine Werte verletzen, deine "Grenze überschreiten". Wo genau sich die Widersprüche zu deinen Prinzipien, deiner Erziehung finden, wo vor allem die Widersprüche sind zu dem, was du bejahst, was du an dir gar nicht anders haben willst, auch nicht um den Preis, den Mann zu halten (ich finde das sehr wichtig!).

Indem du diese Vorstellungswelt in dir erkundest, lernst du dich selber in einer Weise kennen, die dir vorher verborgen war. Das ist eine Bereicherung! Und wenn das am Ende alles wäre, was du aus der Beziehung mitnimmst.

Sein Verhalten ist der Schlüssel, der dir Zugang zu diesem Raum in deiner Vorstellungswelt gewährt hat. Es ist oft so, dass andere Menschen Schlüssel zu uns selbst haben. ABER: Jeder Bezug, den du zwischen deinen Vorstellungen und seinen Vorstellungen herstellst, sind spekulativ, entsprechen nicht der Wahrheit (oder nur vielleicht). Wahr ist nur, was du darin über dich erfahren und gelernt hast. Wahr und wertvoll.

In diesem Sinne meint mein "Raum"-Ansatz, dass du dich davon frei machst, aus seinem Verhalten ableiten zu wollen, was sich in seiner Vorstellung abspielt. Das ist leichter, wenn du weißt, was sein Verhalten in deiner Vorstellung auslöst - deshalb der erste Absatz als eine Art Vorübung. Dann geht es im nächsten Schritt auch nicht mehr darum, ihm klar zu machen, welche Konsequenzen deine Vorstellungen für ihn haben müssen, damit das mit euer Beziehung was wird, sondern ihn und seine Vorstellungen kennen zu lernen. Welchen Raum nimmst du in seiner Vorstellung ein? Wie unterscheidet er sich von, ich sage mal sozial bevölkerungsreichen Gegenden? Was macht es mit ihm, wenn du ständig mit diesem Thema anfängst? Was stellt er sich vor, dass du dir vorstellst?

Bevor ihr daran geht zu entscheiden, ob ihr eine langfristige Beziehung aufbauen wollt, gibt es erst mal ganze Universen zu entdecken. Ich verstehe, dass du gerade sehr fokussiert auf deinen Schmerz bist. Der Raum-Ansatz bittet dich, aber nicht blind zu werden, sondern die Neugier auf ihn zu wecken. Nu hast du ihn schon mal am Hals und in vielem ist er ja auch ein ganz Toller. Dann kannst du auch herausfinden, wieso er tut, was er tut. Irgendwie scheint er es ja zusammenzubekommen, sowohl dich als auch sein Flirt-Verhalten zu wollen. Wie sind seine Vorstellungen strukturiert, dass das keinen Konflikt gibt?

Niemand kann heute sagen, ob nach diesem vertieften Kennenlernen Inkompatibilitäten bleiben, die euch eure eigenen Wege gehen lassen, aber dazu würde ich vorher sicherstellen wollen, dass hinter der Entscheidung keine spekulativen Missverständnisse stecken. Aber sich und den anderen kennenlernen, wie er ist, ist doch einfach wundervoll, vielleicht in Aspekten schmerzhaft, aber dennoch augenöffnend.

Natürlich nur, wenn dabei keine echten Grenzen verletzt werden - deshalb habe ich so auf diesem Punkt herumgeritten. Aber er schlägt dich nicht, er verlangt von dir nichts, was du nicht willst, er macht dich nicht zur Schnecke oder missbraucht dich in sonst eine Weise. Lasse dir von ihm sein Reich zeigen, seine Reichtümer, seine Gepflogenheiten, vielleicht auch ein paar Keller und Gerümpelkammern. Ist es vielfältig, bunt, reich, großzügig oder was an Werten dir mehr wichtig ist? Oder ist es eng, muffig, düster? Und für dich ganz wichtig: Wo würdest du dort wohnen? Mit wem hättest du es zu tun? Welche Rolle spielst du? Darfst du überall hin, oder gibt es Taburäume, die dir verschlossen bleiben werden? Umgekehrt wirst du ihn zu dir führen, ihm zeigen, wie sein Platz bei dir aussieht. Wie sonst wolltet ihr über ein mögliches zukünftiges "Wir" entscheiden?

Sowas meint der Raum-Ansatz. :)*

C@oteSapuvaxge


wer die ursprüngliche Frage nach einer Lösung auf der Basis seines Bildes uminterpretiert in: "Ich verstehe zwar, dass du dir eine Lösung wünschst, aber da gibt es keine. Deine Frage müsste lauten: Wie komme ich von dem Mann los, der so gar nicht zu mir passt?" der ist schon weit auf dem Weg gekommen.

Da gebe ich dir Recht. Ein Rat, wie ein TE von einem Menschen loskommt, der fragt, wie er mit diesem Menschen zusammen bleiben kann, käme sowieso nicht beim TE an, also kann man sich den tatsächlich sparen. Und es ist auch übergriffig, jemandem zu sagen dass er die "falsche Frage" gestellt hat. Ich denke, ich würde das so formulieren: "Ich verstehe zwar, dass du dir eine Lösung wünschst, aber ich sehe da (momentan) keine (für ein harmonisches Zusammenbleiben)."

Lasse dir von ihm sein Reich zeigen

Ich denke, das würde ich an ihrer Stelle auch machen, wenn ich zum ersten Mal auf so einen Menschen getroffen wäre und ihn faszinierend fände. (Habe ich auch, als ich das erste Mal auf einen ähnlichen Menschen getroffen bin, und da habe ich durchaus auch was für mich persönlich mitgenommen. Nur seither (bisher ;-) ) gehe ich halt keine Beziehung mehr mit "solchen" Menschen ein. Aber das ist eine persönliche Erfahrung, die muss erstens jeder selber machen und zweitens kann die bei anderen Menschen ganz andere Effekte haben.)

K{leixo


Alias 740891

Über das Thema Flirten hatten wir vorher nicht so wirklich intensiv gesprochen, von daher gab es da keine gemeinsam definierten Grenzen, die er wissentlich hätte überschreiten können. Und jetzt wo wir darüber gesprochen haben, haben wir eben erkannt, dass wir sehr unterschiedliche Grenzen haben, die keiner von uns beiden aufgeben möchte, oder kann.

Was heißt, wir hatten vorher nicht so wirklich intensiv gesprochen? Wann hast Du entdeckt, dass ihr da unterschiedliche Auffassungen habt? Ich meine, theoretisch wird er sich Dir gegenüber genauso auf diese flirtende Weise verhalten haben und es nach wie vor tun, oder? Das sind ja Persönlichkeitsmerkmale, die Du da beschreibst, das flirtende, offene, nach Aufmerksamkeit und Anerkennung suchende, etc.

Die, die Geschäfte mit ihm machen wollen, sehen das vermutlich genauso, die fühlen sich nicht verarscht. Er ist, wie das hier schon einmal jemand schrieb, ein sehr charismatischer, sympathischer Typ.

Ich weiß nicht, das kann schon auch von einem Teil als unprofessionell aufgefasst werden, wenn er Flirten wie auf Wikipedia definiert versteht: Der Flirt kann mit einem Blickkontakt, sprachlich (Smalltalk) oder durch eine Handlung (z. B. eine Tür öffnen, etwas tragen helfen) begonnen werden. Der Flirt lebt vom Aufbau und dem Spiel mit erotischer bzw. sexueller Spannung.

Natürlich gibt es da Unterschiede, aber im Moment habe ich da ein Bild eines schmierigen Verkäufers, der ständig sexuelle Anspielungen macht und das zieht natürlich auch nur ein bestimmtes Klientel an. Die andere finden es einfach zu vulgär. Ich kenne Verkäufer, denn in der Regel sind es solche, die auch das Flirten in ihr Verkaufsgespräch einbauen, aber so leicht, so charmant und eben gar nicht auf sexuelle Spannung abgezielt, dass man als Frau nachher den Eindruck hat, einem Gentleman begegnet zu sein. Dazwischen gibt es sicher alle möglichen Variationen.

Ich habe aber auch schon gehört, dass für manche im Flirten nicht nur die verbale Kommunikation mehr oder minder direkt sexualisiert ist, sondern auch sexuelle Handlungen beinhaltet. Deswegen spielt es schon eine Rolle, wie der Partner Flirten definiert.

Ihm sind meine Gefühle nicht egal, er möchte eben nicht sein Verhalten ändern, weil das Teil seines Charakters ist, wie er sagt.

Du wirst ja nicht umsonst den Titel gewählt haben – inkompatibel Persönlichkeiten.

Mir war die Tragweite dieses Problems sofort bewusst, als ich realisiert habe, wie er mit diesem Thema umgeht. Weswegen ich das zu einem ziemlich großen Thema gemacht habe. Ich will das geklärt haben und nicht von mal zu mal verletzter, gekränkter, hilfloser und verbitterter werden.

Ja, wobei sein Verhalten ja nichts mit Dir zu tun hat. Er verhält sich auch so, wenn Du als Freundin nicht existierst. Er hat ja aus seiner Sicht recht und Du aus Deiner Sicht. Ist ja beides nicht "falsch". Es sind schlicht unterschiedliche Einstellungen.

Dadurch würde ich selber zunehmend gereizt, respektlos und ja… hasserfüllt werden. Ich könnte niemals glücklich werden, wenn ich dauerhaft negative Gefühle in mir tragen würde. Ich bin mir sicher: ohne Klärung fahren wir so, langfristig gesehen, auf eine Trennung zu.

Du hast erwähnt, dass er Dir schon entgegengekommen ist. Was hat er denn geändert?

Wie ich geschrieben habe, die Art, wie ich aufgewachsen, erzogen, sozialisiert und geprägt wurde.

Naja, aber irgendwann fängt man ja selbst an zu denken, die subjektiven Gefühle zu erkennen, etc. Hast Du dann festgestellt, dass Deine Sozialisierung schlicht genau Deinen ureigensten Denk- und Gefühlmustern entsprechen?

Keine Ahnung. Das sind meine festen Werte. Ich habe sie nicht, weil andere das so sagen. Eigene Grenzen, kann man nicht so einfach mir nichts dir nichts aufgeben. Man kann auch nicht einfach ändern wie man fühlt. Man kann sich selber ändern. Ein Verhalten an- oder abtrainieren. Aber dazu muss man das wollen und dann ist es immer noch sehr sehr viel Arbeit. Wie man fühlt kann man nach außen hin verbergen. Aber abstellen?? Oder komplett verändern?

Natürlich kann man das. Man kann erkennen, dass man z. B. eifersüchtig ist und es eigentlich gar keinen Grund gibt. Dann ändert man sein Denkmuster und auch die subjektive Wertung, die dann kein negatives Gefühl mehr auslöst. Wenn Du aber sagst, ja, das sind meine Werte, weil ich da so denke, dann gibt es auch keinen Grund für Dich, etwas zu ändern. Er denkt Deiner Ansicht nach falsch und er soll sich ändern.

Und zum Wollen: Ich finde ja sein Verhalten nicht richtig. Warum sollte ich wollen so zu denken oder gar zu handeln wie er?

Du kannst ihn also nicht annehmen, wie er ist?

Gehört das generell zu Deiner Denkweise, dass sich jemand ändern soll, wenn es dem Partner nicht passt? Änderst Du also auch etwas, was er für falsch ansieht?

Ich denke da nicht, ich bin ihm nicht wichtig genug meine Gefühle sind ihm egal (das zeigt er mir auf vielen anderen Wegen), eher sowas "wieso ist ihm diese Bestätigung und Anerkennung so wichtig, dass er das braucht. Ich möchte gerne anfügen, dass er das braucht, obwohl er weiß, dass es mich verletzt. Aber für ihn ist es ja ein völlig normales und nicht verletztendes Verhalten. Er hätte überhaupt kein Problem damit, wenn ich mich so verhalten würde.

Ja, Du beziehst sein Verhalten auf Dich, nimmst sein Verhalten persönlich. Von ihm ist es meiner Ansicht nach überhaupt nicht so gemeint, denn es geht ihm ja nicht um die anderen. Er flirtet, weil er die Aufmerksamkeit und Anerkennung unbedingt braucht. Für mich eindeutig ein Zeichen, dass er ein Miderwertigkeitskomplex hat. So lange er kein Selbstwertefühl hat, wird er immer nach der Anerkennung anderer lechzen und es wird nie genug sein. Das hat nichts mit Dir oder anderen zu tun, sondern mit seinem Selbstwertgefühl bzw. nicht vorhandenem Selbstwertgefühl.

Diese aktuelle Meinungsverschiedenheit ist allerdings kein kleines Thema und ich habe Angst davor was ist, wenn wir keine Lösung finden mit der beide zufrieden sind. Ich habe Angst, was dann alles passieren könnte, auch wenn das ungelegte Eier sind. Mir schießen viele Situationen in den Kopf, mit denen ich rechnen muss, dass sie irgendwann mal eintreten könnten, weil er da so tickt und das macht mir Angst.

Lösung heißt hier ja Kompromiss. Das heißt, nicht nur er bewegt sich auf Dich zu, sondern auch Du auf ihn. Was bist Du denn bereit in Deiner Einstellung zu ändern, damit ihr zu einer gemeinsamen Definition von Flirten kommt?

Was, wenn er aus so einer Flirtsituation heraus eine beste Freundin kennenlernt, mit der er zu zweit in den Urlaub fahren will, zusammen duschen und ein Bett teilen würde?

Ja, das gehört für mich halt so gar nicht in die Definition von "Flirten". Das ist schlicht ein bestimmter Umgang, den Menschen mit Freunden pflegen, ganz egal ob Mann oder Frau. Also noch ein Punkt, wo ihr im Moment unterschiedliche Auffassungen habt.

Genau das ist auch meine Angst. Wenn wir keine Lösung finden, mit wir beide zufrieden sind, vor allem (aus meiner Sicht) mit der ICH klar komme, was dann. In aller Konsequenz müsste ich mich dann trennen. Aber ich glaube nicht, dass ich stark genug wäre, das durch zu ziehen. Zumal es in anderen Bereichen wirklich schön und super läuft.

Das kannst nur Du entscheiden, weil nur Du weißt, was Dir wichtig in einer Beziehung ist.

Er lehnt Gespräche natürlich nicht ab, aber er hat als Selbstständiger eben sehr sehr viel zu tun, übt nebenher noch ein Ehrenamt aus und ist wie gesagt auch immer für seine Freunde da, wenn die Hilfe brauchen. Es mangelt zum Teil auch tatsächlich an der Zeit. Ich habe schon einige Male gesagt, dass ich mich am liebsten mit ihm eine Woche lang einschließen würde um das zu klären, aber das ist wohl utopisch.

Ja, aber auch das war ja wohl von Anfang an so. Es wäre ja völlig unrealistisch zu glauben, dass er das ändern wird oder hoffst Du das?

Warum genau, sollten wir nicht darüber verhandeln, wann er klären muss, dass er in festen Händen ist?

Stellt er das denn zur Diskussion?

Ich meine, ich gehe da nur von mir aus, aber wenn ich sage, das ist meine Persönlichkeit und so bin ich, heißt es auch, entweder Du nimmst mich, wie ich bin oder aber Du lässt es. Da gibt es keine Diskussionen. Oder meinst Du, dass Du ihn irgendwie überreden kannst, das doch noch zur Diskussion zu stellen?

C$ote(Sauv/agxe


im Moment habe ich da ein Bild eines schmierigen Verkäufers, der ständig sexuelle Anspielungen macht und das zieht natürlich auch nur ein bestimmtes Klientel an.

Ich hatte da eher an Berufe wie Animateur, Musiker oder sowas gedacht.

K8leixo


Ich hatte da eher an Berufe wie Animateur, Musiker oder sowas gedacht.

Ja, an alle, die ihr Produkt verkaufen. Es gibt solche und solche.

C9oteS9a8uvag^e


Ja, an alle, die ihr Produkt verkaufen.

Nein, an Berufe, wo Flirten aus der Sicht der Kunden dazugehört.

PkythnonZist


Ihm sind meine Gefühle nicht egal, er möchte eben nicht sein Verhalten ändern, weil das Teil seines Charakters ist, wie er sagt.

Du wirst ja nicht umsonst den Titel gewählt haben – inkompatibel Persönlichkeiten.

"Inkompatible persönliche Grenzen" steht da. Und ich finde persönliche Grenzen sind durchaus variabler als Persönlichkeiten. Und ich glaube, zusammen mit ihrem Eingangsbeitrag wird auch deutlich, dass sie ein Abwägen einbezieht. Wenn 90% passen, wie umgehen mit den 10%, bei den derzeitig inkompatible persönliche Grenzen zu Spannungen führen?

Wenn es ein Suchen nach dem sprichwörtlichen "Haar in der Suppe" wird, ist aus meiner Sicht auch wenig Beziehungsinteresse da. Aber das ist es bei ihr nicht, sondern ein beziehungsfundamentaler Aspekt.

@ Alias

Ich will das geklärt haben und nicht von mal zu mal verletzter, gekränkter, hilfloser und verbitterter werden.

Ich bin mir sicher: ohne Klärung fahren wir so, langfristig gesehen, auf eine Trennung zu.

Meine Erfahrung: sobald eine Seite eine "Klärung" verlangt, verlangt diese Seite eigentlich eine Anpassung des anderen und die Durchsetzung der eigenen Vorgaben, die dann als Regeln übernommen werden. Der Begriff "Klärung" klingt nur kompatibler und soll den "All-In-Charakter" verschleiern (siehe unten). Da wo dann noch Vertrauen zerstört/erschöpft sein sollte (Ist es das bei dir?), kommt in der Regel noch ein wie auch immer gearteter "Kontrollmechanismus" dazu, anstatt Vertrauen.

Ich hingegen finde, es liegt hingegen sogar ein großer Wert darin, einen gewissen individuellen Anteil Unklarheit auch in einer Beziehung zuzulassen. Begründung:

1) weil Diskussionen über Regeln und Regelwerke oft immer spitzfindiger werden und ausufern anstatt einen losen Richtlinien-Charakter einzunehmen. Die Alternative loser, aber im Detail auch mal unklarer Richtlinien braucht also viel weniger Zeit, Regeln immer ausgefeilter zu definieren und ihre Konsistenz zu prüfen. Zeit, die in der Beziehung für besseres verwendet werden kann: verbindendes statt trennendes. Sex statt Streit. Kuscheln statt Diskutieren.

Und 2) weil so der ganze Kontrollaufwand wegfällt, den du sonst betreiben müsstest, um die Einhaltung der vereinbarten Regeln zu prüfen. Und das schafft zusätzlich viel Freiraum.

Ich glaube, dass Grundregeln mit loser Kontrolle beziehungsförderlicher sind. Aber natürlich in den Grenzen der beiden, die sich bei tolerantester Auslegung ergeben. Da wo ein Toleranzrahmen dauerhaft überschritten wird, ist der Raum für Kompromisse eben überschaubar.

Und wozu ich die Tendenz in deinem Text sehe: darin, eine "All-In"-Situation von deiner Seite zu schaffen. "All-In" wie beim Poker. Also, wenn du dich in einer Situation sieht, "nichts mehr zu verlieren" zu haben, bei einem guten Blatt deine Position deutlich verbessern zu wollen und ihm das maximale Zugeständnis abzuringen. Aber falls du in dieser Entscheidung verlierst, das mit der Drohung zu verbinden, dann auch den Tisch (übertragen: die Beziehung) zu verlassen. Aber natürlich kann man das Bild auch umdrehen und auf sein Verhalten übertragen.

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