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Partner hat Wutproblem und "mauert".

Snhe%ilCagh hat die Diskussion gestartet


Hallo miteinander,

habe lange überlegt, ob ich diesen Faden eröffnen soll mich aber dann dafür entschieden, da ich hier nicht weiter weiß, und meinen Partner auch nicht vor Freunden "bloßstellen" will, indem ich dort Rat suche.


Wie fange ich bloß an? ":/

Mein Partner, nennen wir ihn Max, ist ein emotional eher verschlossener Mann, welcher Schwierigkeiten hat, seine eigenen Bedürfnisse zu äußern, viel schultert und Alles in sich reinfrisst.

Immer wieder - und in immer kürzeren Abständen (auch abhängig von Belastungs- Konfliktsituationen) bricht eine unglaubliche Wit aus ihm heraus.

Es passiert mittlerweile so einmal in acht Wochen.

Er wird wirklich zum rasenden Tier, welches durch das Haus tobt, alles kaputt macht und umher wirft was ihm in die Hände kommt, auf Wände einschlägt, dabei brüllt und hyperventiliert. :-|

Meist endet so ein "Anfall" mit einem Verlassen des Hauses oder einem sich Einschließen und weinen.

Zweimal hat er mich auch bereits geschubst, einmal geschlagen.

Ich komme dann nicht an ihn heran, bzw. bringe mich in Sicherheit. Während so einer Episode sieht er mich als Verantwortliche für sein Verhalten.

So langsam wird ihm allerdings klar, dass er selbst ein Problem hat, und nicht alles auf mich projizieren kann bzw. Eigenverantwortung für seine Impulse trägt.

Er sieht auch ein, dass er Hilfe braucht, ist sich aber sicher, dass mit einer Therapie auch ein seelischer Zusammenbruch einher gehen würde, da er an schlimme Themen seiner Vergangenheit Misshandlung und Vernachlässigung ran müsste.

Er will allerdings nicht ausfallen, da wir erst Eltern geworden sind. Und er hat auch Angst.

Er tut mir leid, da er sonst ein wunderbarer Partner und vor allem auch Vater ist.

Eine Zukunft ohne ihn ist nur sehr schwer vorstellbar.


Er möchte jetzt aktuell, dass ich ihn schütze, indem ich wahrnehme wann er kurz davor ist, dass diese schlimme Wut ausbricht, und dementsprechend Gespräche oder Konflikte abbreche oder er dann einfach gehen kann ohne Konfliktklärung o.ä.

Er will auch nicht darüber reden, das löst interessanterweise auch diese Wut aus. :-/

Ich soll also nicht diesbezüglich Gespräche beginnen.

Wie kann ich mich hier zuträglich und unterstützend verhalten, ohne mich selbst zu vergessen oder zu gefährden? Ich habe oft Angst und fühle mich unfrei.

Ist dieses Problem gut therapierbar?

Welche Therapieformen bieten sich an?

Ich danke Euch schon mal.

Antworten
gVeraIld #a%us wixen


Eine Zukunft ohne ihn ist nur sehr schwer vorstellbar.

aber wahrscheinlich die bessere lösung-vor allem, für euer kind... :)z

N;oqrdiR84


Er will nicht drüber reden, hat Angst vor einer Therapie und er will das du sein Verhalten einfach schweigend erträgst ? Was ist das denn für ein riesen Blödsinn ?

Gerade weil er ein Kind hat muss er sich vernünftig verhalten und das einzig vernünftige (wenn er die Ausbrüche nicht alleine unter Kontrolle bekommt) ist sich in Behandlung zu begeben. Dann wird es die ersten Wochen eben nochmal schlimmer, ggf. muss er in der Zeit auch mal in ner Pension übernachten, aber irgendwann wird es besser. Tut er allerdings nichts dagegen ist er de facto eine Gefahr für euer Kind, egal ob jetzt psychisch oder physisch, egal ob morgen oder in zehn Jahren.

n8ullJi&prieWsemxut


Zweimal hat er mich auch bereits geschubst, einmal geschlagen.

Reicht dir das nicht als Antwort? Was würdest du jemandem raten, der dir das erzählt?

S[heexp


Ich denke, um eine Therapie wird er nicht herumkommen. Er sollte es auf jeden Fall versuchen. Wenn er seine Aussetzer hat ist er eine Gefahr für andere. Er hat dich bereits geschlagen. Die Gefahr, dass das noch einmal passiert ist einfach zu hoch. Zudem besteht die Möglichkeit, dass er seine Aggressionen an seinen Kindern auslässt. Euch und auch sich selbst zuliebe, sollte er sich daher professionelle Hilfe holen. Wenn er das nicht möchte, dann wäre es besser, dass du dich von ihm trennst, damit du dich und deine Kinder schützt.

B\ater} ,W.


Er hat Dich bereits geschlagen. Entsetzlich. Du hast vor ihm Angst und bringst Dich in Sicherheit. Entsetzlich. Bist Du Dir selbst nichts Wert?

Ich hätte Angst, dass er eines Tagesdem Kind etwas antut. Auch ist sein Verhalten für Euren Sohn ein ganz schlechtes Vorbild.

SAheiplagh


Wir sind seit langen Jahren ein Paar.

Ihn zu verlassen und unserem Sohn eine intakte Familie zu nehmen...nein, an dem Punkt bin ich noch nicht.

Das wäre nach so langer Zeit zu kurz gesprungen und würde ihn auch nicht gerecht.

Als Vater ist er übrigens die Geduld und die Ruhe in Person - egal wie müde oder erledigt er auch sein mag.

Stundenlanges Rumtragen und trösten, tägliches Baden und immer liebevolles Kümmern.

Dieser Aspekt seiner Person, die Vaterrolle, scheint nicht von diesem Problem betroffen zu sein.

S.hheilaxgh


Das wäre nach so langer Zeit zu kurz gesprungen und würde ihm auch nicht gerecht.

Hups.

SDheiClaOgh


Er hat Dich bereits geschlagen. Entsetzlich. Du hast vor ihm Angst und bringst Dich in Sicherheit. Entsetzlich. Bist Du Dir selbst nichts Wert?

Ja, das ist entsetzlich.

Natürlich bin ich mir etwas Wert.

Aber mein Partner ist es mir eben auch.

S}oldaKnelle


Dieser Aspekt seiner Person, die Vaterrolle, scheint nicht von diesem Problem betroffen zu sein.

Richtet sich seine Wut also ausschließlich gegen dich bzw. kommt sie ausschließlich in deiner Gegenwart zum Vorschein? Hat er sich bei anderen Personen so weit unter Kontrolle, dass sie von diesem Aspekt seiner Persönlichkeit nichts mitbekommen?

EDhemalig[er N{utzer (#x515610)


Sheilagh, tut mir ehrlich leid, dass bei euch zuhause gerade so viel aus dem Ruder läuft. Fühl dich mal in den Arm genommen, wenn du magst :)_

Was würdest du jemandem raten, der dir das erzählt?

Ich finde das ist ein ganz guter Ansatz. Sheilagh, du hast ja selbst oft auch für andere Menschen und ihre Probleme Ratschläge. Stell dir doch mal vor, dass das nicht alles dir passiert, sondern einer dir fremden Frau. Was würdest du ihr in dieser Situation raten?

Ich selbst würde gemeinsam mit meinem Partner klare Spielregeln aufstellen. Zum Beispiel, dass er lernt selbst wahrzunehmen, wenn er kurz davor ist überzukochen und dann aus der Situation rausgeht. Du bist nicht sein Wachhund, er ist für sich selbst verantwortlich. Dass er Angst hat sich seiner Vergangenheit zu stellen, das ist nachvollziehbar. Vielleicht ist das auch gar nicht als erster Schritt notwendig. Vielleicht könnte es auch funktionieren, wenn er sich da (gegebenenfalls mit Unterstützung) Werkzeuge erarbeitet, wie er erst einmal mit seiner Wut umgehen kann. Und wenn er sich wieder stabiler fühlt, spätestens dann würde ich ihm raten nicht nur die Symptome anzugehen, sondern das Problem aufzuarbeiten.

Dir würde ich empfehlen dir zu überlegen, was für dich und euer Kind tolerierbar ist und was nicht. Für mich wäre es schon viel, wenn mein Partner alle paar Wochen laut werden würde. Und ich würde das nicht auf Dauer hinnehmen wollen und von ihm verlangen, dass er an sich arbeitet.

So etwas..

Er wird wirklich zum rasenden Tier, welches durch das Haus tobt, alles kaputt macht und umher wirft was ihm in die Hände kommt, auf Wände einschlägt, dabei brüllt und hyperventiliert. :-| [...] Zweimal hat er mich auch bereits geschubst, einmal geschlagen.

..würde ich mir genau einmal anschauen, beim zweiten Mal würde ich mich aus der Situation ziehen.

Vorübergehend würde ich wohl schauen, ob ich bei meiner Familie oder Freunden unterkommen könnte. Langfristig würde ich mir, wenn mein Partner nicht bereit wäre das Problem wirklich fachmännisch, also therapeutisch, anzugehen, eine eigene kleine Wohnung suchen.

Ich will jetzt gar nicht mal direkt zur Trennung raten, dazu kenne ich eure Umstände nicht gut genug. Bei meinem Partner wäre ich überrascht und schockiert, wenn er so aus dem Gleichgewicht geraten würde. Und ich würde ihm da keine böse Absicht unterstellen, die meisten Sachen haben ihre Gründe.

Der springende Punkt ist aber doch, dass die Situation so, egal welche Gründe sie auch immer haben mag, nicht hinnehmbar ist. Also muss man etwas ändern. Wenn er dazu (noch) nicht bereit ist, dann ist das deine Aufgabe die Umstände für dich und dein Kind zu verändern, zu verbessern.

Auch wenn das (erst einmal) eine räumliche Trennung bedeuten würde.

C^omrHan


So langsam wird ihm allerdings klar, dass er selbst ein Problem hat, und nicht alles auf mich projizieren kann bzw. Eigenverantwortung für seine Impulse trägt.

Das ist ja zumindest ein Anfang, der vielversprechend ist.

Hat sich schon irgendetwas verändert durch diese Erkenntnis? Handelt er in Details nun anders oder ergeben sich dadurch bessere Möglichkeiten, in den Dialog zu treten?

Er möchte jetzt aktuell, dass ich ihn schütze, indem ich wahrnehme wann er kurz davor ist, dass diese schlimme Wut ausbricht, und dementsprechend Gespräche oder Konflikte abbreche oder er dann einfach gehen kann ohne Konfliktklärung o.ä.

Ich denke, so schlau wirst du selbst sein. Damit kann man die Wirkungen vielleicht für eine Weile kompensieren, aber das Problem nicht aus der Welt schaffen. Vor allem - wenn dies funktionieren sollte - hätte er dann darin einen Grund gefunden, sich eben nicht mit den Ursachen zu beschäftigen. Man käme ja klar und du bleibst ohne Schaden. Das kann aber nicht alles sein.

Er will auch nicht darüber reden, das löst interessanterweise auch diese Wut aus. :-/

Das musst du näher erklären. Ihr habt doch darüber gesprochen, sonst hätte er diese Umgehungslösung oben ja nicht vorgeschlagen. Und wie lief dieses Gespräch? Hat er anschließend wieder getobt? Wenn nicht, dann beweist das doch, dass man darüber reden kann. Nicht in den kritischen Momenten. Aber ansonsten doch sicher schon. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihr als Paar mal am Wochenende entspannt in der Sonne liegt, eine gute Zeit habt, du dieses Thema anschneidest und er sofort die Decke zerreißt. Ich glaube, da geht noch mehr, als wie du es schilderst.

Wie kann ich mich hier zuträglich und unterstützend verhalten, ohne mich selbst zu vergessen oder zu gefährden? Ich habe oft Angst und fühle mich unfrei.

Indem du ihm deinen Gesprächsbedarf in einem geeigneten Moment darlegst und ihn fragst, ob ihr beide eine Regelung finden könnt, unter welchen Umständen ihr dieses Problem besprechen könnt und wie ihr seiner Meinung nach dabei vorgehen sollt. Sonst hältst du das nicht aus. Du wirst Angst um dich haben und ums Kind. Im Übrigen würde ich mich nicht irgendwo zuhause fühlen, wo der Partner gelegentlich was zerdeppert. Ein Zuhause sollte ein Rückzugsort sein.

Ich bin keiner von den Med1lern, die aufgrund weniger Zeilen pauschal zur Trennung raten. Aber diesen Zustand einfach ignorieren kannst du auch nicht. Und du darfst ihm keine totale Schutzzone bieten, in der er seine Anfälle ausleben kann. Darüber sprechen müsst ihr. Und so bleiben darf es auch nicht.

SYhe6ilxagh


Richtet sich seine Wut also ausschließlich gegen dich bzw. kommt sie ausschließlich in deiner Gegenwart zum Vorschein? Hat er sich bei anderen Personen so weit unter Kontrolle, dass sie von diesem Aspekt seiner Persönlichkeit nichts mitbekommen?

Er hatte vor mir noch keine Paarbeziehung, hat sich also erst mit 32 zum 1. Mal wirklich auf eine Frau eingelassen.

Seinen Freunden öffnet er sich eben nur soweit er mag, und führt da auch eher "kontrollierte", sachliche Beziehungen.

Nein, das bekommt niemand sonst mit.

gIustta9v_klximt


Als Vater ist er übrigens die Geduld und die Ruhe in Person - egal wie müde oder erledigt er auch sein mag.

Zu diesem Thema möchte ich kurz was einwerfen, aus meinen eigenen Erfahrungen - mein Ex-Mann und der Vater meines Kindes hat auch ein Wutproblem gehabt (da waren wir noch zusammen), und als unser Kind ein Baby war, war er auch die Ruhe in Person, genauso wie du es beschreibst.

Das endete allerdings, als unser Kind größer wurde und sein Vater es wohl mehr als einen "Erwachsenen" wahrgenommen hat - Ergebnis waren entsetzliche Szenen und auch physische Gewalt war ein Thema. Mittlerweile hat auch unser Kind ein Wutproblem und braucht eine Therapie.

Dabei klingen Wutausbrüche deines Partners noch eine Ecke schlimmer als die Wutausbrüche meines Ex (da hat er mich weder geschubst noch geschlagen, und auch nicht auf Gegenstände eingeschlagen).

Also mein Fazit wäre, nimm dieses Problem sehr ernst, auch im Interesse eures Kindes.

CKleo Edwar'ds Pv. Davonpo`ort


Sheilag, du hast mir in einer anderen Situation einen "wunderbaren" Ratschlag gegeben, den ich dir doch einmal zurückgeben möchte. Im Gegensatz zu mir damals, ist aber dein Kind einer potenziellen Gefahr ausgesetzt und hat eine Mutter, die sich bis jetzt schlagen lässt:

Die Idee, dass du bei einem schlagenden Mann überhaupt bleiben könntest - mit Verlaub und Respekt für Deine Situation - allerdings wirklich nicht vertretbar. Egal wie rationalisierend Du diese Idee hier begründest und verteidigen mögest.

Ich hoffe ehrlich gesagt, dass dies [...] einem [...] auffällt und verhindert wird.

Kleine Veränderung wurden kenntlich gemacht. Das waren deine Worte.

Nun, Haken drunter, mir fiel es nur wieder ein...

Er sieht auch ein, dass er Hilfe braucht, ist sich aber sicher, dass mit einer Therapie auch ein seelischer Zusammenbruch einher gehen würde, da er an schlimme Themen seiner Vergangenheit Misshandlung und Vernachlässigung ran müsste.

Da würde ich ihm aber deutlich machen dass ihm seine Vergangenheit wohl wichtiger ist als Kind und Frau. Mal angenommen dass er dem Kind wirklich nichts tut, auch später (und genau da sehe ich das Problem), so bleibt zumindest die mögliche und wahrscheinliche Folge dass seelische Schäden entstehen. Kein Kind wird es gut vertragen wenn die Mutter flüchten/geschubst/geschlagen wird.

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