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Altersunterschied: Nach 20 Jahren doch ein Problem

LFa"s.kajexdna hat die Diskussion gestartet


Ich habe lange mit mir gerungen, denn es fiel mir nicht leicht, das Problem einzugestehen - vor allem nicht vor mir selbst. Schließlich haben es alle kommen sehen. Alle haben mich/uns gewarnt. Das kann nicht gut gehen! Es geht um einen Altersunterschied von 25 Jahren...

Die meisten sahen darin allerdings nur zu Beginn ein Problem. Ich sehr jung, er geschieden mit Nachwuchs in meinem Alter. Ja, er hätte mein Vater sein können. Aber nein, den habe ich nicht in ihm gesehen und er stand auch nicht auf kleine Mädchen. Wir haben uns ineinander verliebt und waren uns sicher, dass wir zueinander passen. Wir haben geheiratet und viele glückliche Jahre miteinander verbracht. Es soll(te) für immer sein und es war gut so. Das möchte ich an dieser Stelle schon einmal festhalten. "Für immer" konnte aber von Anfang an nicht bedeuten, miteinander alt zu werden. Er hatte große Skrupel deshalb. Wollte die Beziehung erst gar nicht eingehen, eben aus Sorge und wegen der Verantwortung, mich jung an ihn zu binden und dann irgendwann zurück lassen zu müssen. Mir machte das keine Angst. Ich wollte ihn und das Leben mit ihm, auch wenn die Zeit begrenzt schien. Schließlich kann es für jeden von uns schon morgen vorbei sein.

Ich habe die Entscheidung nie bereut. Aber jetzt, nach 20 Jahren, fordert der Altersunterschied doch seinen Tribut. Ich bin Mitte 30, er fast 60 und so langsam tun sich v.a. körperliche Unterschiede auf. Ich liebe ihn mit Haut und Haaren, finde ich unglaublich attraktiv - das ist es nicht. Aber während ich im Urlaub gerne ein paar Kilometer mehr mit dem Rad fahren würde, macht ihm die Hitze zu schaffen. In den Bergen linst er nach der Seilbahn, während ich den Gipfel aus eigener Kraft erklimmen möchte. Am Ende der Arbeitswoche ist er müde und abgeschlagen, während ich gerne aktiv sein möchte. Im Grunde "Probleme", die auch gleichaltrige Paare haben können, aufgrund unterschiedlicher Charaktere/Einstellungen/Lebensweisen, aber bei uns hängt es eben deutlich mit dem Altersunterschied zusammen, denn er war auch immer fit und agil und er lässt sich auch jetzt nicht gehen, aber man merkt eben deutlich, dass er sich "kurz vor der Rente" befindet, eben in einem ganz anderen Lebensabschnitt als ich, physisch und psychisch.

In jungen Jahren spielte der Unterschied keine Rolle für uns. Da bewegten wir uns, auch wenn es keiner so recht glauben mochte, auf Augenhöhe. Inzwischen ist der Altersunterschied für unser Umfeld überhaupt kein Thema mehr. Wir sind für alle ein ganz normales Paar. Aber wir spüren den Unterschied jetzt deutlich. Ihm tut es leid und ich mache ihm keinen Vorwurf. Wenn schon, dann eher mir, denn ich wusste schließlich, dass er nicht jünger wird. Und trotzdem...

Es ist wie es ist und ich möchte nichts ändern, denn ich liebe ihn. Ich möchte nach wie vor "für immer" mit ihm zusammen bleiben. Aber es bedeutet, Abstriche zu machen und das wird mir immer bewusster. Das habe ich als sehr junge Frau damals doch unterschätzt, muss ich gestehen.

Was möchte ich hier nun? Ich glaube, mich einfach nur austauschen. Darüber reden. Mit anderen, mit Gleichgesinnten, mit Erfahrenen, durchaus auch mit Kritischen - einfach mit anderen Menschen, die nicht aus meinem Umfeld stammen, denn ich möchte meinen Partner vor ihnen nicht bloßstellen und mir ehrlich gesagt auch nicht anhören, dass sie ja doch irgendwo Recht hatten.

Antworten
sEe!nsisbelmanfn99


Aber während ich im Urlaub gerne ein paar Kilometer mehr mit dem Rad fahren würde, macht ihm die Hitze zu schaffen. In den Bergen linst er nach der Seilbahn, während ich den Gipfel aus eigener Kraft erklimmen möchte.

Reiße ihn mit deiner Fitness mit- das ist auch gut für seine Vitalität. Wer rastet der rostet. Ich kenne genügend junge Menschen, die würden sich ähnlich wie dein Mann verhalten ... frage nicht, wie es denen mit 50 oder gar 60 ergeht ...

CSotweSau&vage


Oh, da hatte ich jetzt Schlimmeres erwartet.

Apropos: Wie ist es mit Sex?

Ich liebe ihn mit Haut und Haaren, finde ich unglaublich attraktiv

Das ist doch super, das Wesentliche ist schon mal gegeben.

Aber während ich im Urlaub gerne ein paar Kilometer mehr mit dem Rad fahren würde, macht ihm die Hitze zu schaffen. In den Bergen linst er nach der Seilbahn, während ich den Gipfel aus eigener Kraft erklimmen möchte. Am Ende der Arbeitswoche ist er müde und abgeschlagen, während ich gerne aktiv sein möchte.

Wie du schon mal ganz richtig sagst:

Im Grunde "Probleme", die auch gleichaltrige Paare haben können, aufgrund unterschiedlicher Charaktere/Einstellungen/Lebensweisen

Wärst du ihm aus dem Weg gegangen, wenn er von Anfang an bei Hitze nicht hätte Fahrrad fahren wollen oder Höhenangst hätte?

Ich finde, da kann man eine ganze Menge Kompromisse machen. Warum müssen es unbedingt "ein paar Km MEHR" sein, wenn es dem anderen reicht? Dann sucht man sich halt keine Gewalttour raus. Gewalttouren kannst du dann mit einer Freundin oder alleine machen, außerhalb des "Familienurlaubs". Auch bei Bergtouren kann man was Harmloses raussuchen, dann ist es halt ein Höhenwanderweg oder ein Spaziergang zu einer Alm. Was deine Aktivitäten angeht: Kannst dich ja abends nach der Arbeit auspowern, und am WE macht ihr dann was eher Gemütliches. Usw usw.

LNaskaCjedxna


Oh, da hatte ich jetzt Schlimmeres erwartet.

Apropos: Wie ist es mit Sex?

Mhm, ja, dazu habe ich gar nichts geschrieben... Ich habe Skrupel, das offen auszusprechen (also "vor anderen"), weil ich das Gefühl habe, dass es kein Problem sein darf. Denn 1. ist Liebe doch alles (dachte ich immer) und 2. wusste ich ja, dass er so viel älter ist und dass sich manches im Alter ändert. Aber ja, auch hier muss ich inzwischen Abstriche machen, weil ich einfach mehr "Energie" habe als er.

Wärst du ihm aus dem Weg gegangen, wenn er von Anfang an bei Hitze nicht hätte Fahrrad fahren wollen oder Höhenangst hätte?

Ehrlich gesagt: Vielleicht, ja, also weil wir dann gar nicht so viele Gemeinsamkeiten gehabt hätten und dadurch evtl. gar keine solche große Nähe entstanden wäre. Ich habe ja bei weitem nicht alles aufgezählt, was jetzt nicht mehr geht. Das waren Sinnbilder für diverse Aktivitäten, die mal sehr viel von unserer Freizeit ausgemacht haben und die jetzt immer mehr abnehmen werden, was ganz natürlich ist, aber ich spüre jetzt halt, dass ich auf immer mehr mit ihm verzichten werde müssen.

Es ist richtig, dass ich das alleine tun kann oder mit anderen. Mache ich auch. Aber es war eben früher fester Bestandteil unserer Partnerschaft und es verändert diese eben schon, wenn immer mehr gemeinsam nicht mehr geht.

MIon$ika6x5


Das habe ich als sehr junge Frau damals doch unterschätzt, muss ich gestehen.

Das ist verständlich, deswegen verstehe ich immer nicht, warum die "Älteren" sich darauf einlassen. Ihnen sollte man eher den entsprechenden Weitblick zutrauen können.

Wie auch immer, ich sehe harte Zeiten auf ihn zukommen und ehrlich gesagt, wäre ich an seiner Stelle, würde ich vermutlich immer mehr auf Abstand gehen. Aber er ist ja nun nicht ich..

Dir kann ich nur raten, dich langsam daran zu gewöhnen, dass du einiges allein machst. Man kann sich auch entwöhnen, letztlich eventuell auch von der Beziehung. Leider muss man schon fast sagen, hast du ein hohes Energiepotential, was vermutlich auch etliche 40jährige nicht durchhalten würden. Möglich wäre auch, dass du dich mehr auf IHN einlässt, denn das ruhigere Dasein könnte man auch gemeinsam teilen. Muss ja nun nicht immer und ständig seioin.

MQyrdmNidonxe


Mein Mann ist siebzehn Jahre älter als ich und wir sind jetzt seit über zwanzig Jahren verheiratet. Er hatte damals mehr Bedenken als ich wegen des Altersunterschiedes.

Leider bekam mein Mann wenige Jahre nach unserer Hochzeit gesundheitliche Probleme. Nach einer Arztodyssee wurde schließlich eine Autoimmunerkrankung diagnostiziert. Trotz hoher Morphindosis hat mein Mann permanent Schmerzen, was bedeutet, dass sich unser Leben sehr verändert hat – besonders in Bezug auf die Freizeitgestaltung. Eine Berg- oder Radtour ist leider nicht mehr drin. Und ja, die Krankheit meines Mannes schränkt uns und insbesondere mich sehr ein. Aber da nutzt alles nichts: man muss die Gegebenheit, welche nun mal nicht zu ändern ist, akzeptieren. Und da ich – genau wie du – meinen Mann sehr liebe, habe ich mich mit der Situation arrangiert. Somit fährt er den Berg mit der Seilbahn hoch und ich laufe alleine, während er oben auf mich wartet.

Ja, es trifft zu: du wirst künftig auf immer mehr verzichten müssen, wenn du deine Zukunft an der Seite deines Mannes verbringen möchtest. Ob es dir das wert ist, kannst nur du für dich beantworten. Vermutlich befindest du dich am Beginn eines Abwägungsprozesses?

Andererseits ist es – unabhängig von Eurem Altersunterschied – völlig normal, wenn bzw. dass sich eine Partnerschaft innerhalb der Jahre verändert. Bei Gleichaltrigen verändert sich eine Beziehung möglicherweise aus anderen Gründen in eine Richtung, die dem einen Partner nicht gefallen mag.

Ich sehe es so: Liebe zeigt sich nicht, wenn alles gut und angenehm verläuft. Liebe bewährt sich erst dann, wenn es schwierig wird.

pVaraRzelQlnusgs


Wenn du ihn liebst, dann kann das noch ein paar Jahre gut laufen. Mach doch was eigenes und geht doch mal - der eine dorthin, und die andere dahin. Und dann macht man wieder etwas gemeinsam. Ich habe einen Freund, der ist auch in dem Alter und 25 Jahre auseinander. Die sind jetzt auch 20 Jahre zusammen. Sie lieben sich und trotzdem macht jeder 'sein Ding'. Man kann auch was Neues anfangen; wie Gitarre lernen oder Trommeln. Oder zusammen eine Sprache lernen.

Wie gesagt: Du liebst - und das ist das wichtigste.

SWunfhlowe_r_7x3


Ich sehe das Alter irgendwie als nebensächlich... Ja, darauf lassen sich die Probleme letztlich zurückführen. Aber allgemein betrachtet ist es "nur" die Situation, dass einer fitter/gesünder ist als der andere. Das kann jedes Paar in jedem Alter treffen.

Bei uns bin ich die, mit der einiges nicht möglich ist aus gesundheitlichen Gründen. Da muss mein Partner halt alleine los, sich andere Leute suchen - oder in dem Rahmen agieren, der mir möglich ist. Voraussetzung dafür ist, dass der eingeschränktere Partner dies aber auch akzeptieren/tolerieren kann.

CYho*mskxy


Du sagst, dass du deinen Mann sehr liebst und das ist meiner Erfahrung nach das wichtigste. Sozusagen die Basis für alles andere.

Was du gerade erlebst, gehört nicht nur zu Beziehungen sondern zum Leben. Alles verändert sich im Laufe der Zeit, ob wir nun wollen oder nicht. Das erleben auch Paare, die im gleichen Alter sind aus diversen anderen Gründen und ich glaube, dass solche Veränderungen für viele nicht einfach sind und man sich immer wieder neu zusammenraufen muss.

Ihr habt das Glück, dass ihr euch liebt. Es lohnt sich also Kompromisse einzugehen und auch aufkommende Unterschiede in Kauf zu nehmen, oder nicht?

Was ich auch noch wichtig finde: redet darüber. Ihr seid so lange zusammen, da könnt ihr doch ehrlich ansprechen, wenn euch etwas beschäftigt, so wie dich dieses Thema gerade beschäftigt. Zu Kompromissen gehören auch immer zwei dazu und ich denke, dein Mann wird dir entgegenkommen, in dem er bei der von dir gewünschten Action in der gemeinsamen Freizeit mithält soweit er kann oder dir aber die Freiheit einräumt, dir für solche Aktivitäten andere Partner zu suchen. Du kannst ihm entgegen kommen, in dem du gemeinsame Unternehmungen so planst, dass es für euch beide gut passt (auch, wenn du mehr, weiter, länger könntest) und auch ruhige Tage mit ihm verbringst.

Ich finde es okay, dass es dich beschäftigt und du ein bisschen mit der Situation haderst, aber ihr habt die bestmögliche Ausgangslage weiterhin eine glückliche Beziehung zu führen, auch wenn sich manches verändert.

Was andere denken oder sagen, wäre mir übrigens egal. Leute, die nach 20 Jahren mit einem "Hab ich's dir nicht gesagt?" um die Ecke kommen, könnte ich nicht wirklich ernst nehmen.

CRoteS*auvaxge


Aber ja, auch hier muss ich inzwischen Abstriche machen, weil ich einfach mehr "Energie" habe als er.

Auch da gilt: "Abstriche" heißt ja nicht, dass er an Sex nicht mehr interessiert ist und dass gar nichts mehr geht. Da kann man sich andere Spielarten ausdenken, für die man nicht so viel rein körperliche "Energie" braucht ;-)

aber ich spüre jetzt halt, dass ich auf immer mehr mit ihm verzichten werde müssen.

Du kannst es aber auch andersrum sehen: Du hast 20 Jahre lang (!!) einen absoluten Gleichklang mit ihm gelebt, wer kann sowas schon von sich sagen?! Und jetzt ist auch nicht nichts mehr, sondern es ist jetzt eben eine andere Phase angebrochen, und es ändert sich langsam etwas. Und das war absehbar. Dass Partnerschaften sich in 20J ändern, ist ganz normal. Und nicht immer ist es sowas Harmloses ;-)

Irgendwie komm ich mit der Rechnung nicht klar, warst du 15 und er 40, als ihr eure Beziehung begonnen habt?

Cbhomsxky


Du kannst es aber auch andersrum sehen: Du hast 20 Jahre lang (!!) einen absoluten Gleichklang mit ihm gelebt, wer kann sowas schon von sich sagen?! Und jetzt ist auch nicht nichts mehr, sondern es ist jetzt eben eine andere Phase angebrochen, und es ändert sich langsam etwas. Und das war absehbar.

:)^

Laskajedna

Ich kann schon nachvollziehen, dass es erstmal wehtut, wenn man solche Veränderungen wahrnimmt und zugleich realisiert in welche Richtung es weiterhin gehen wird. Auch wenn es dir von Anfang an sicher bewusster war als manchem anderen Paar, das keinen großen Altersunterschied hat und dementsprechend in die Zukunft sieht.

Vielleicht kannst du für dich besser auspeilen, dass diese Entwicklung einfach normal ist und zu jeder Beziehung dazugehört, wenn du dir vorstellst, wie es bei anderen Paaren laufen kann, dann eben aus anderen Gründen.

Ein Beispiel: die Mutter eines Freundes leidet seit gut 15 Jahren an einer Augenkrankheit und verliert zunehmend ihre Sehfähigkeit. Auch das verändert die Beziehung zu ihrem Mann, vieles, was früher gut ging, geht heute gar nicht mehr oder nur eingeschränkt, sehr vieles, was noch geht, wird irgendwann überhaupt nicht mehr möglich sein. Das hätten sich alle anders gewünscht, aber es ist so und lässt sich nun ja auch nicht ändern. Soweit ich gelegentlich höre, kommen sie gut zurecht, auch wenn beide Abstriche machen müssen und sicher mehr gegenseitige Rücksichtnahme gefragt ist, als vor der Erkrankung absehbar war.

cmriecwhaMrlie


Wir haben den gleichen Abstand, nur sind wir schon circa 10 Jahre weiter. Körperlichkeit ist bei uns kein Thema; aber ich denke wirklich, dass egal, ob Krankheit, Unfall oder Alter... sich die Partner verändern. Das gehört dazu. Und man muss für sich selbst entscheiden, ob man dann wirklich ein Typ für: in guten wie in schlechten Tagen ist.

Praktisch gesehen würde ich mit ihm halt nicht mehr solche Dinge unternehmen, die ihn körperlich so anstrengen, dass er am Rad dreht. Umgekehrt hat er bestimmt ein paar Dinge, für die er eigentilch lieber Gleichaltrige hat. Man muss nicht alles immer mit seinem Partner machen.

LVas.kajexdna


Danke für eure Worte!

Ich sehe das Alter irgendwie als nebensächlich... Ja, darauf lassen sich die Probleme letztlich zurückführen. Aber allgemein betrachtet ist es "nur" die Situation, dass einer fitter/gesünder ist als der andere. Das kann jedes Paar in jedem Alter treffen.

Das stimmt und trotzdem - ich kann leider schwer in Worte fassen warum - fühlt es sich für mich anders an. Vielleicht, weil ich das Gefühl habe, dass ich es hätte kommen sehen müssen. Es war absehbar, wie CoteSauvage schreibt und wie mir auch alle im Bekanntenkreis sagen würden. "Du hast doch gewusst, worauf du dich einlässt". Das habe ich sogar selbst immer behauptet. Heute weiß ich, dass da doch ein bisschen jugendliche Naivität meinerseits im Spiel war. Denn ich dachte, ich wüsste es besser und dass uns das Alter nichts anhaben könnte.

Krankheit stand für mich auf einem anderen Blatt. Da kann man Glück oder Pech haben. Kann passieren, muss nicht. Aber klar, wenn es einen ereilt, muss man auch irgendwie damit umgehen. Bei meinem Partner wurde einem Jahr nach unserer Hochzeit ein Tumor diagnostiziert. Das hat unser Leben gehörig auf den Kopf gestellt und schon damals musste ich mich mit der Frage auseinandersetzen: "Was, wenn..." - Wenn er dauerhaft auf Hilfe angewiesen ist, zum Pflegefall wird usw. usf. Damals dachte ich: Wir schaffen das, komme was wolle. Ich war Tag und Nacht an seiner Seite, habe ihn betreut. Es war ein Schicksalsschlag, der unser Leben auf unabsehbare Zeit veränderte, aber es ging glücklicherweise wieder aufwärts. Ich war die ganze Zeit über Willens bei ihm zu bleiben, komme was wolle. Deshalb "ärgert" es mich umso mehr, dass ich jetzt so ein Problem mit seinem Älterwerden und den damit verbundenen Veränderungen habe. Ich ärgere mich, weil ich das a) unterschätzt habe und b) weil ich mir vorwerfe, dass es doch eigentlich kein Problem sein sollte. Denn alles was ich immer wollte, war so lange mit diesem Mann zusammen bleiben zu können, wie es nur geht. Und jetzt stört es mich, dass er am Wochenende lieber seine Ruhe haben möchte %-| Ja mei... Ich finde das ja selbst "kleinlich" von mir, aber ich merke einfach, dass es immer mehr zum Problem wird. Er ist mir dadurch immer weniger Partner und ich habe Angst, dass wir uns entfremden. Ja, im Grunde fange ich an, mich zu entwöhnen. Dabei will ich das gar nicht. Ich fühle mich wie eine Verräterin.

Er sagt zwar, dass ich die Dinge ruhig alleine unternehmen kann, aber ich spüre, dass es ihm eigentlich weh tut. Es macht ihn wehmütig und das wird in den nächsten Jahren ja nicht besser werden. Unser Leben wird immer unterschiedlicher werden, wenn ich mich ihm nicht anpasse. Einerseits möchte ich mich ihm anpassen, um möglichst viel Lebenszeit mit ihm zu verbringen und auf der anderen Seite löst die Vorstellung eine gewisse Beklemmung bei mir aus, weil ich spüre, dass ich so viel verpasse, wenn ich mich ihm anpasse.

Aber ja, letztlich jammere ich auf hohem Niveau, denn ich hatte das Glück, 20 wunderbare Jahre mit ihm zu verbringen und jetzt bricht einfach nur eine andere Phase an. Es ist nicht das Ende, ich sehe es jetzt nur deutlicher auf uns zukommen, als mit 15, 20 oder 25. Das macht mich wahrscheinlich so nachdenklich und ja, irgendwie auch wehmütig. Denn ich ertappe mich immer öfter bei dem Gedanken "Wenn wir gleich alt wären, dann könnten/hätten wir..." - dabei weiß ich, dass das Blödsinn ist, denn die Sache war nun mal alternativlos. Es gibt ihn nicht in einer 25 Jahre jüngeren Ausgabe. Die Alternative wäre gewesen, gar keine Beziehung zu führen und dann hätten wir noch mehr verpasst. Es ist also schon alles gut so wie es ist. Es tut nur gut, hier mal einigermaßen offen darüber reden zu können, ohne das Gefühl zu haben, ihn oder unsere Liebe zu verraten (wobei ich schon ein schlechtes Gewissen angesichts meiner Gedanken habe).

L8ask}ajeldnxa


Auch da gilt: "Abstriche" heißt ja nicht, dass er an Sex nicht mehr interessiert ist und dass gar nichts mehr geht. Da kann man sich andere Spielarten ausdenken, für die man nicht so viel rein körperliche "Energie" braucht ;-)

Ja, ist mir/uns alles klar, aber ich ertappe mich halt hin und wieder bei dem Gedanken, dass ich noch nicht "solchen" Sex haben müsste in meinem Alter, wenn mein Partner so alt wäre wie ich und genau so viel "Energie" hätte wie ich :-X So, jetzt habe ich es ausgesprochen. Fühlt sich sch... an, denn ich liebe ihn von ganzem Herzen. Und dennoch, der Gedanke beschäftigt mich, vor allem auch perspektivisch, wenn es um die nächsten 20 Jahre geht.

Ich weiß, dass solche Probleme auch bei gleichaltrigen Paaren auftreten, vor allem bei Langzeitpaaren. Vielleicht ist sogar eher das Problem, dass das Alter zu leicht als passende Erklärung zur Hand ist. Denn für ihn ist die Sache immer öfter klar: "Ich bin halt keine 30 mehr" bzw. "Ich bin halt 25 Jahre älter, sorry".

Irgendwie komm ich mit der Rechnung nicht klar, warst du 15 und er 40, als ihr eure Beziehung begonnen habt?

14 und 39

c:riechxarlie


ich weiß, was du meinst. Wir sind wie gesagt bei gleichem Abstand schon 10 Jahre weiter und neulich war die Frage, ob ein junger Hund einzieht- was ich mit der Begründng ablehnen musste, dass sich mein Leben in 10 - 15 Jahren (wenn ich Glück habe!) dramatisch ändern wird. Klar war das schon immer klar gewesen, aber vor 20 Jahren erschien die Zeit da doch endloser. Auch mit den kids.... dass sie so "jung" dann Halbwaisen werden. Klar gibt es Kinder ohne Eltern etc.., Leute lassen sich scheiden, Alleinerziehende oder Dauersingles... alles Schicksale, die "schlimmer" sind - aber ich tue mich auch sehr sehr schwer damit zu sagen:

wenigstens hatte ich/habe ich .... (er ist ja noch nicht tot). Es wäre halt gut (oder besser) gewesen, der Abstand wäre normal gewesen. Aber dann wäre er auch ein ganz anderer Mensch.

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