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Nicht reif fürs Zusammenziehen

Lceon,ie01O0S1 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich brauche mal euren Rat - ich versuche mich auch kurz zu halten.

Ich bin 30 Jahre alt und war in den letzen Jahren leider schwer krank (Hierzu werde ich auch noch einen anderen Beitrag für Betroffenen mit Hilfestellungen schreiben). Jetzt geht es allerdings erst mal um mein Beziehung. Ich bin seit gut einem Jahr in einer festen Beziehung - kurz gesagt für mich passt das alles so - es läuft auch ganz gut. Nur das zusammenziehen bereitet mit Angst. Mein Freund drängt darauf, da es seiner Meinung nach jetzt an der Zeit ist. Für mich ist das aber irgendwie gerade (und für die nächsten Monate) nicht vorstellbar. Ich habe mich die letzten Jahre gut eingerichtet und brauche viel Zeit für mich allein. Durch das getrennt wohnen sehen wir uns so im Schnitt 1-2 Tage die Woche nicht. Unter der Woche sind wir auch nachts getrennt - was ich sehr genieße. Ich brauch das einfach - Zeit um meine Gedanken nachzuhängen - mein Bad und meine Küche (das hängt sicher auch mit der Krankheit zusammen - ich bin oft schlapp und erschöpft). Es hat nichts mit Zweifel an der Beziehung zu tun aber mit er Angst vor der Enge. Wer kennt das noch? Muss ich die Angst überwinden? Oder sollte ich auf meine innere Stimme hören? Gerade fürhl ich mich sehr schlecht und bei dem Gedanken und mein Brauch verkrampft sich - andererseits hab ich Angst, dass das unsere Beziehung schaden könnte. MEin Freund versteht nicht warum ich allein sein möchte und bezieht das auf sich - was aber nicht der Fall ist. Da ich auch schon 30 bin, denke ich auch dass er Recht hat - auf was sollen wir warten?

Antworten
n/obbqi10x0


Ich kann dich sehr gut verstehen und ich lebe seit 15 Jahren alleine und werde es nie mehr ändern obwohl ich auch gerne eine Frau im Haus hätte aber manche Menschen brauche auch das alleine sein deshalb habe ich mein Haus ganz nach meinen Geschmack gerichtet und meine Freundin sehe ich mehrmals die Woche aber zusammen ziehen wäre nichts für mich. Meine Nachbarn sind alle schon ewig verheiratet und trotzdem haben sie oft Streit da ist es bei mir friedlicher und wenn meine Freundin mal keine Sprechstunde hat dann bleibe ich fort oder diskutiere am Telefon mit ihr da kann man jeden Streit sofort beenden. Für mich gibt es jedenfalls nichts angenehmeres wie alleine wohnen. Zusammenziehen kannst du versuchen aber lasse dir die Türe offen falls es nicht dein Ding ist.

LTucy4x711


nobbi100

das hast richtig fein geschrieben.

Es gibt Menschen, die können gar nicht zusammen wohnen, es gibt aber auch Menschen, die zusammen sein möchten.

Streit und Zank, gibt es schon mal, da hast du recht, es sollte nur nicht zur Gewohnheit werden.

UND

@ Leonie0101

wenn du das nicht möchtest, dann mach es auch nicht.

a7nfanrgmitf^reuxde


Wer kennt das noch? Muss ich die Angst überwinden? Oder sollte ich auf meine innere Stimme hören? Gerade fürhl ich mich sehr schlecht und bei dem Gedanken und mein Brauch verkrampft sich - andererseits hab ich Angst, dass das unsere Beziehung schaden könnte. MEin Freund versteht nicht warum ich allein sein möchte und bezieht das auf sich - was aber nicht der Fall ist. Da ich auch schon 30 bin, denke ich auch dass er Recht hat - auf was sollen wir warten?

ein stück weit kann ich euch beide verstehen. ich hab in meinem leben schon fern- und nahbeziehung erlebt und weiss daher, dass man in einer fernbeziehung (oder einer beziehung mit getrennten wohnungen) eigentlich gern zusammen ziehen möchte, weil es einen einfach dahin zieht, diesen schritt zu gehen. daher kann ich deinen freund in dem punkt verstehen und finde auch, dass seine "forderung" da nicht überzogen ist.

andererseits hat eben das zusammenleben dann auch seine vor- und nachteile. wie du schon schreibst, fehlt einem oft der freiraum und der platz, einfach mal nachdenken zu können. %:| ;-D allerdings finde ich, dass - auf meine situation bezogen - die nahbeziehung doch die bessere lösung ist. ich bin jahrelang gependelt und irgendwann geht es einem einfach auf den sack, dass man nirgendwo so richtig zuhause ist und dauernd auf den schienen unterwegs ist. %:|

als jemand, der auch so seine probleme mit diversen erkankungen hatte und hat kann ich dir sagen, dass eine nahbeziehung da nicht unbedingt hinderlich sein muss. natürlich ist es mist, wenn man schlapp und erschöpft ist und müde in den seilen hängt - aber dann ist das eben so. in einer beziehung muss man verständnis für einander haben.

was ich euch daher eventuell als zwischenschritt raten könnte, wäre eine WG. also zu einem vermieter/einer genossenschaft gehen und dort mal nach WG-geeigneten wohnungen suchen. hat den vorteil, dass du ein eigenes zimmer als rückzugsort hättest und dass ihr ansonsten viel gemeinsamen raum (küche, esszimmer, bad, ggf. wohnzimmer) hättet.

ansonsten versuch am besten einfach, ihm deine lage und deine gefühle zu erklären. immerhin seid ihr keine 15 mehr, da kann man sich doch auch mal gegenseitig zuhören. ;-)

L}og L|axdy


Liebe TE,

Deinen Fadentitel finde ich irreführend; meiner Meinung nach hat Deine Fragestellung nichts mit Reife zu tun, sondern mit einem unterschiedlichen Nähe- und Distanzbedürfnis von Dir und Deinem Freund.

Es hat nichts mit Zweifel an der Beziehung zu tun

Gut!

aber mit er Angst vor der Enge. Wer kennt das noch? Muss ich die Angst überwinden? Oder sollte ich auf meine innere Stimme hören? Gerade fürhl ich mich sehr schlecht und bei dem Gedanken und mein Brauch verkrampft sich

Dann hör auf diese Stimme. Du hast das Bedürfnis, innerhalb der Beziehung Zeit und Raum für Dich zu haben, und dazu hast Du auch jedes Recht.

Du schreibst aber auch, dass Dein Freund dafür kein Verständnis aufbringt, weil er Dein Bedürfnis nach Abstand persönlich nimmt. Da solltet Ihr im Gespräch ansetzen.

Erklär es ihm, wie Du es hier beschrieben hast: Dass Du - auch aufgrund Deiner Erkrankung - Zeit und Raum für Dich brauchst, dass dies aber nichts mit ihm persönlich zu tun hat.

Frage: Wie ist es, wenn Ihr zusammen seid? Kommt es vor, dass Dich Eure gemeinsame Zeit stresst und anstrengt und Du "erleichtert" bist, wenn Du wieder in Deine eigenen vier Wände kannst?

Dann würde ich über ein Zusammenziehen auch erst mal nicht nachdenken.

Wenn Du Dich aber nach zu Hause zurückziehst, weil es in der Wohnung Deines Freundes für Dich (noch) keinen Rückzugsort gibt, wäre das etwas, woran Ihr arbeiten könntet. Zusammenziehen muss ja nicht bedeuten "50 m², 2 Zimmer, Küche Bad" in Standardaufteilung, sondern kann ja auch heißen, dass jeder von Euch ein Zimmer hat, bei dem es total okay ist, wenn er da auch mal die Tür vor der Welt (und auch vor dem Partner) zumacht. Ich bin auch nicht der Typ, der dauernd so dicht mit dem Partner zusammenhocken muss, sondern ziehe mich auch gerne mal zurückAllerdingsAllerdings funktioniert das nur, wenn der Partner dann auch versteht, dass das für ihn nicht als Ablehnung und Kränkung zu verstehen ist und mit ihm nichts zu tun hat.

LGeon<ie0101


vielen Dank für eure zahlreichen und hilfreichen Antworten.

Ja das mit dem Gespräch haben wir schon versucht - aber das hält immer nur kurze Zeit und dann sind wir wieder beim Thema - das ganze zieht natürlich auch finanzielle Nachteile nach sich (doppelte Haushaltsführung).

Ich danke euch aber erst mal für eure Bestätigung, dass ich "normal" bin und dass auch andere so fühlen. Das hilft mir schon sehr. Interessant ist auch, dass es tatsächlich Modelle gibt wo das funktioniert. Und ja gerade ist schon so, dass ich die Zeit genieße wo er weg ist. Es hilft mir nichts wenn wir uns in der Küche/Bad und WC ständig über den Weg laufen. Vor allem stört mich einfach auch, wenn nicht so ist wie ich es vor dem Haus verlassen zurückgelassen habe. Also es sind schon auch die "Nachteile" die so eine Zusammenleben mit sich bringt und auf die ich gerade gar keine Lust habe. Gerade weil ich das WG Leben auch schon hinter mit gelassen habe und es so genieße meine Rückzugsbereich zu haben. Das mit dem eigenen Zimmer finde ich eine gute Idee. Ich denk das werde ich in der nächsten Wohnung versuchen umzusetzen. :)^

C/ot!eSauxvage


Ich würde auch nicht mehr mit jemandem zusammenziehen. Ich fühle mich wohl so und der Beziehung schadet es auch überhaupt nicht. So verbringt man halt "quality time" zusammen. Ich brauch niemanden, der mir beim Wohnung Putzen zuschaut, und ich mag es auch, mal ganz alleine zu sein. Ich schlafe auch besser wenn ich allein bin, auch wenn mein Freund nicht schnarcht.

Dass dein Freund das nicht versteht finde ich eigenartig. Es gibt in dem Punkt nun mal unterschiedliche Bedürfnisse, das sollte ihm eigentlich bekannt sein. Wenn er das "einfach so" nicht versteht, dann schieb es halt auf deine Krankheit. Offenbar hat es ja auch ein bisschen was damit zu tun. Vielleicht versteht/ akzeptiert er es dann.

CMhomsxky


Genau wie die anderen schon geschrieben haben: höre unbedingt auf deine innere Stimme! Zusammenziehen ist kein Muss und du spürst doch sehr deutlich, dass du es nicht möchtest. Vielleicht ändert sich das mit der Zeit, aber auch wenn nicht, ist es okay.

Ja das mit dem Gespräch haben wir schon versucht - aber das hält immer nur kurze Zeit und dann sind wir wieder beim Thema

Positionierst du dich in diesen Gesprächen denn so klar, wie hier? Es bringt nichts, wenn du deinen Freund vertröstest oder sagst "im Moment noch nicht", wenn du selbst weißt, dass es für dich absolut nicht in Frage kommt und sich das auch nicht so schnell ändern wird. Es ist nur fair, wenn dein Freund weiß, was Sache ist und auch für dich hat es den Vorteil, dass er lernen kann, es zu akzeptieren und aufhört, dich überzeugen zu wollen.

das ganze zieht natürlich auch finanzielle Nachteile nach sich (doppelte Haushaltsführung).

Das wäre für mich kein Argument. Als Single muss man sich seinen Haushalt auch alleine finanzieren. Zieht man zusammen, hat das natürlich den Vorteil, dass man die Kosten teilen kann, aber das sollte nie ein Grund sein.

Ich kenne viele, die zu ihrem Partner ziehen und ihre eigene Wohnung trotzdem behalten. Sicher auch als Rückzugsort, aber vor allem als Backup und Sicherheit (für beide!), denn man weiß ja nie.

Unter der Woche sind wir auch nachts getrennt - was ich sehr genieße.

Das heißt, ihr übernachtet am Wochenende beeinander und während der Woche fährst du abends zurück in deine Wohnung? Vielleicht liegt hier Raum für einen Kompromiss, wenn dein Freund ganz klar sagt, dass es ihm so, wie es derzeit läuft, einfach zu wenig ist. Wenn es mit deinem Gefühl vereinbar ist, könnte man ja auch während der Woche Übernachtungen vereinbaren. Wie gesagt: nur, wenn es für dich auch passt.

cariecJharlixe


Ist doch eher ein Raumproblem..

zwei Bäder, drei Zimmer, jeder eins, ein gemeinsames... fertig...

kenne ich bei vielen so.

c/rie2charlxie


Ich kenne viele, die zu ihrem Partner ziehen und ihre eigene Wohnung trotzdem behalten. Sicher auch als Rückzugsort, aber vor allem als Backup und Sicherheit (für beide!), denn man weiß ja nie.

Das würde ich angesichts der Wohnungsnot never ever packen. Was soll das?

Clhomiskxy


Das würde ich angesichts der Wohnungsnot never ever packen. Was soll das?

Ich denke, dass gerade die Wohnungsnot mit Grund dafür ist. Wenn ein Paar nach ein paar Wochen/Monaten feststellt, dass zusammenwohnen überhaupt nicht geht, kann man unkompliziert davon zurücktreten ohne vor dem Problem zu stehen monatelang eine neue Bleibe zu suchen.

Mich selbst betrifft das zwar nicht, aber ich finde es eigentlich nicht verwerflich die eigene Wohnung noch ein paar Monate zu halten, während man schaut wie das Zusammenleben läuft.

m<nef


Lass dich nicht drängen. Das ist nichts, wo ich riskieren würde, am Ende unglücklich zu sein (und mal eben wieder auseinanderziehen ist ja auch nicht sooo leicht gemacht).

Entweder das Bedürfnis kommt noch, dann ists gut (sofern die Beziehung das aushält, wenn dein Freund jetzt schon drängt) oder es kommt nicht mehr. Auch das ist vollkommen in Ordnung. Es hat nichts mit Reife oder das-gehört-nunmal-dazu zu tun Orientiert man sich an der Mehrheit, gehören auch Hochzeit und Scheidung dazu ;-D Lass dich nicht drängeln und lass dir nicht einreden - auch nicht von dir selbst! - dass das irgendwas ist, was früher oder später sein MUSS, weil man sonst nicht alle Latten am Zaun hätte.

mfnVef


Mehr Nähe als Kompromiss klingt auch nicht gerade schön. Wer will denn Nähe zum Partner als Kompromiss? Wer wird denn damit glücklich und fühlt sich wohl?

Kompromissbereitschaft schön und gut. Aber gerade bei sowas würde ich das auch aus Sicht desjenigen, der mehr Nähe will (hier: der Freund) nicht wollen. Das ist doch bescheuert, wenn man im Hinterkopf ganz genau weiß, dass derjenige das nur einem zuliebe mitmacht und aus komplett freien Stücken mehr der gemeinsamen Zeit eigentlich allein verbringen wollen würde.

Ob man zusammenpasst oder nicht, kann man sich auch mit Kompromissen manchmal eben einfach nicht dauerhaft zurechtbiegen.

t4hat'ns the Qway itx is


Wer kennt das noch?

Finger heb.

Muss ich die Angst überwinden? Oder sollte ich auf meine innere Stimme hören?

Eine gute Übung wäre, herauszufinden, wie viel von deiner inneren Stimme Intuition, und wie viel irrationale Angst ist. Es ist ganz hilfreich, das ganze so rational wie möglich, mit allen möglichen Ausgängen und eventuell vorhandenen Hintertüren zu durchdenken.

Schiefgehen kann es immer. Was mich aber sehr vorsichtig machen würde ist das Unverständnis deines Freundes.

Mwoni2ka6x5


Ich kann seine Verständnislosigkeit schon verstehen, vermutlich dachte er bis dato, ihr würdet gut zusammen passen. Tut ihr das? Wenn er so darauf drängt und du so dein Alleinsein (in der Nacht, in vielen Alltagssituationen) brauchst, tickt ihr womöglich sehr unterschiedlich. Ich verstehe dich, verstehe aber auch ihn. Es ist genauso legitim, sich eine Partnerin zu wünschen, mit der man lebt und sein Leben miteinander plant. Es ist ein großer Unterschied, ob man sich immer mal trifft, bei ihm, bei ihr oder ob man zusammen wohnt. Du solltest ihm vielleicht genauso erklären wie hier, warum du das nicht möchtest und ihn auf keinen Fall auf "irgendwann" mal vertrösten. Das ist so ähnlich wie beim Kinderwunsch, man ist sich einig oder eben nicht. Durchaus möglich, dass euch das entzweit.

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