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Habe meinen Partner emotional schwer verletzt

OnldAiex49


Das Problem ist also nicht neu

Das Problem ist nicht neu, aber du hast dich weiter entwickelt, du hast die Fähigkeit entdeckt zu reflektieren und du kannst deine Selbstwahrnehmung ausbauen. Du hast also heute andere Mittel zur Hand und damit umzugehen, als du es früher hattest. Das eröffnet neue Möglichkeiten. Du bist nicht dazu verurteilt zu bleiben wie du warst und bist. Denn ich finde den Satz z.B. bei Geburtstagen "Bleib, wie du bist" sehr unglücklich. Ich will das nicht, ich will mich weiter entwickeln, heraus wickeln aus dem, was mich daran hindert glücklich zu sein, allein und mit anderen.

Nur beide Rollen zufriedenstellend einzunehmen (und so langsam scheine ich zu begreifen, dass ich das in erster Linie auch für mich machen muss), muss ich glaub ich wirklich erstmal wieder zu mir selber finden.

Klasse. Darum geht es.

Ich kann euch keine Antworten drauf geben, wer ich bin und was mich persönlich glücklich macht, ohne Bezug auf Mann und Kind zu nehmen. Ich hab mich unterwegs etwas verloren.

Dann mach dich auf die Suche nach den Anteilen, die verloren gegangen sind. sie sind nicht weg, sie sind nicht irgendwo, sondern sie sind nach wie vor in dir. Suche also nicht irgendwo, suche in dir. Finde heraus, was "dich allein glücklich macht" und probiere es aus. Denn wenn dein Mann dich glücklich sieht, ist das auch für eure Beziehung wichtig. Wenn dein Mann weiß, womit er dich glücklich machen kann, dann kann er seine Liebe zeigen. Und bitte vergiss darüber nicht, auch ihm deine Liebe zu zeigen und ihm dabei zu helfen glücklich zu sein. Das sind immer nur Momente, manchmal nur Sekunden. Aber die sollte man sich bewusst machen und sie ganz stark empfinden. Festhalten kann man sie nicht, aber man kann sie verstärken.

Ich sage es noch mal anders herum. Nicht dein Mann ist der wichtigste Mensch in deinem Leben und sicher auch nicht dein Kind. Sondern DU bist der wichtigste Mensch in deinem Leben. Nur wenn es dir gut geht, kannst du für andere da sein. Um im Bild zu bleiben: Bei der Bergrettung kann man einen anderen nur dann sichern, wenn man selber einen sehr festen und sicheren Stand hat. Denke also darüber nach, wie du dich wieder findest, wie du einen festen Stand in deinem Leben findest, wie du glücklich sein kannst. Und dann kannst du auch eine glückliche Partnerin, eine begehrenswerte Frau und eine gute Mutter sein. Möglichst sogar in dieser Reihenfolge.

dBe4viaVti oxn


Hallo Alias,

Ich lese von Anfang an mit, habe mich bislang jedoch nicht zu Wort gemeldet. Nun, aufgrund deines Zitats möchte ich dies allerdings tun, weil das meine bisherige Annahmen über dich in Frage stellt.

Der für mich ausschlaggebende Teil deines Zitats war folgender:

[...]

Bisher bin ich davon ausgegangen, dass du in der Situation zwar weißt, dass du dein Gegenüber verletzt, aber dem Impuls, deine Gedanken nun auch sofort und ungefiltert zu äußern, trotz des Wissens über die Konsequenzen nicht widerstehen kannst. Dass du das Aussprechen deines Anliegens als so notwendig empfindest, dass du dabei billigend in Kauf nimmst, deinem Gesprächspartner ordentlich weh zu tun, es dann aber im Nachhall, wenn deine Emotionen abgekühlt sind, doch bereust. Der Grund warum ich mich dazu nicht äußern wollte ist, dass ich der Meinung bin, dass das Unterdrücken der eigenen Impulsivität und ein reflektierter Diskussionsstil zum Erwachsenendasein gehört, und das in erster Linie mit der eigenen Moral zu tun hat. Dies hat auch den fahlen Beigeschmack des "sich Zusammenreißens", da man den Impuls, sofort in einen Angriff überzugehen zugunsten einer Betrachtung des Problems auf einer Metaebene, die nicht unmittelbar durch die eigene Emotion gefärbt und damit deutlich objektiver ist, zu unterdrücken. Das ermöglicht, das eigene Anliegen zwar in deutliche Worte zu verkleiden, den Gesprächspartner aber nicht durch einen unfairen Angriff "auszuknocken".

Das Zitat hingegen wirft meiner Meinung nach ein anderes Licht auf deine Problematik, da es den Eindruck erweckt, dass dir in der Situation gar nicht bewusst ist, wie deine Aussagen auf deine Gesprächspartner wirken, und dir das weder im Voraus, noch unmittelbar nach deinen Aussagen bewusst ist, sondern dass diese Erkenntnis erst durch eine sehr fortgeschrittene Eskalationsreaktion deines Gegenüber (ob nun ein Gegenangriff folgt, oder eine starke Verletztheit durch Schweigen, Abbrechen des Gesprächs, o.Ä. offensichtlich wird) entsteht und dich teilweise sogar überrascht. In diesem Falle hilft dir das "Zusammenreißen" nicht, weil du die Konsequenzen deines Handelns durch fehlendes zwischenmenschliches Wissen nicht absehen kannst.

Was denkst du selbst, was genau die Ursache dafür ist, dass einige deiner Diskussionen (ob nun mit deinem Partner, mit deinen Eltern oder Freunden) so aus dem Ruder laufen?

Ich denke, dass es für dich auch hinsichtlich der anstehenden Therapie sehr wichtig sein wird, das genaue Problem zu eruieren; der/die TherapeutIn wird dir sicher dabei helfen, allerdings schadet es nicht, im Vorfeld schon mal einige eigenen Theorien aufzustellen, die dann dabei helfen, schneller zu einer genauen Problembeschreibung, und damit auch zu einem Vorgehensplan zu kommen.

r*r20L17


Und zum ursprünglichen Thema meiner Kommunikationsprobleme, habe ich einen sehr bezeichnenden Eintrag aus meiner Vergangenheit gefunden. Von 2013

Ich frage mich (bzw Dich), ob das wirklich "einfach so" passiert aus Mangel an feinen Antennen, oder bewusst-unbewusst doch mit irgendeiner Absicht.. Provozieren, anecken, aus irgendeinem Grund Leute vor den Kopf stoßen. Wenn Du mal ganz ehrlich zu Dir bist.

Alias 742844


@ deviation

Ja, manchmal merke ich es erst, wenn mich die Reaktion meines Gegenübers trifft und bin selbst überrascht.

Ich finde die Idee mit dem aufschreiben ja gut, um meine Gedanken "gefiltert" raus zu lassen. Aber das Problem an impulsiv ist ja, es passiert eben sofort.

Je mehr ich über das ganze nachdenke, jetzt nur mal in bezug auf die Situation am Mittwoch abend. (Weiß nicht mehr wer gesagt hat, dass ich in dem Moment sehr wohl meine was ich sage) - ich denke schon. Aber dann sollte mir bewusst werden, es trotzdem so zu verpacken, dass es weder beleidigend noch verletzend rauskommt.

Weiterhin war ich zu dem Zeitpunkt sehr angespannt durch den Tagesausflug und das am Ende sehr nölige Kind. Ich habe festgestellt, dass ich gut gelaunt eher nachdenke und mehr Feingefühl an den Tag lege.

Ergo heißt das fürs erste für mich:

1. Wenn ich angespannt bin, muss ich mich zusammenreißen und VORHER überlegen was ich sage. (Könnte klappen sobald die Warnleuchte schon bei "ich bin angespannt" leuchtet) - oder evtl in dieser Gefühlslage Diskussionen soweit möglich vermeide/verschiebe.

2. Ich muss schauen, was mir gut tut, um auch einen anstrengenden Tag mit Kind relativ entspannt zu überstehen, mehr Ventile finden und nutzen, um es dann nicht an falsches Stelle rauszulassen.

@ rr2017

Bewusst möchte ich nicht anecken und provozieren. Aus dem Alter bin ich raus. Bin ja keine 15 mehr. Ich wüsste jetzt auch nicht, welche Absicht dahinter stecken soll.

Sollte es tatsächlich unbewusst passieren, kann ich die Frage schwer beantworten. Und vor allem, wie kann ich bzw man überhaupt unbewusstes Handeln dann verhindern?

D ie Sehxerin


Und vor allem, wie kann ich bzw man überhaupt unbewusstes Handeln dann verhindern?

indem du dir bewusst machst, was da in den situationen, die du gerade durchdenkst, passiert ist :)_

was mir bei deinen beiträgen sehr ins auge sticht, dass du auf der einen seite sehr gut analysierst, durchaus deinen eigenanteil rausarbeitest, dann allerdings fast immer ein dickes aber kommt.

vielleicht fängst du mal mit dem ersten schritt an, dein denken nicht durch die "machbarkeitseinschränkungen" zu behindern? dass du ganz ungebremst dein/euer "optimierungspotenzial" benennst?

und dann kommt der nächste schritt, darüber nachzudenken, wie du bestimmte ziele erreichen kannst und nicht, warum das gerade ganz ganz schlecht geht?

Alias 742844


Ich werde mich bemühen, in Zukunft weniger "aber" an den Tag zu legen :)z

Das merke ich teilweise selbst, ich seh in fast jeder Situation ein aber. Bin auch jemand der neuen Ideen grundsätzlich erstmal kritisch bzw ablehnend gegenüber steht. Wie eine Katze, bloß keine Veränderungen. Und dann sagt mein Mann immer so schön "Stillstand ist der Tod" :=o oder anders ausgedrückt, wer immer nur macht was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist. Und das wird irgendwann langweilig.

H?a=nca


Alias 742844

Mein Mann möchte wieder mehr von allem, was vor dem Kind machbar war. Mir ist das seitdem nicht mehr so wichtig, da ich gerne Mutter bin

Ich war auch ausgesprochen gern Mutter, habe meinen Kindern viel Zeit gewidmet.

Aber Mutter sein kannst du nur, weil du eine Frau bist.

Das Muttersein ist also eine Facette der Frau. Daneben gibt es noch viele andere Facetten.

Eine Frau ist auch noch ein intellektueller Mensch mit eigenen Gedanken und Interessen.

Sie ist ein sozialer Mensch mit eigenem Freundeskreis.

Sie ist ein weibliches Wesen mit weiblichen Bedürfnissen und Fähigkeiten außerhalb der Mutterschaft.

Wenn du dich auf die Mutterrolle reduzierst, fehlen dir alle anderen Facetten.

Nur beide Rollen zufriedenstellend einzunehmen (und so langsam scheine ich zu begreifen, dass ich das in erster Linie auch für mich machen muss), muss ich glaub ich wirklich erstmal wieder zu mir selber finden.

Ich finde es schön, wie schnell du Erkenntnisse aus diesem Faden für dich ziehst.

Eine Therapie macht nur Sinn, wenn du sie für dich machst.

Es geht nicht darum, dass du dir abgewöhnst, impulsiv zu sein oder es unterdrückst.

Das ist ja an sich nichts Schlechtes und gehört auch zu deinem Wesen. Man kann auch Freude sehr impulsiv zeigen.

Wenn deine Verlustangst angerührt wird oder deine Angst, nicht anerkannt zu werden, dann reagierst du impulsiv mit den falschen Worten. Verlustangst und das Bedürfnis nach Anerkennung sind die Ursache für eure Probleme, nicht deine Impulsivität.

Also muss in der Therapie herausgefunden werden, woher diese Verlustangst kommt und warum dir die Anerkennung von anderen so wichtig ist. Das wird dann aufgearbeitet.

Was du selbst auch schon tun kannst:

Erwachsen werden bedeutet immer auch, alles in sich selbst zu finden, für das eigene Wohlbefinden selbst zu sorgen.

Du solltest Liebe, Geborgenheit, Anerkennung, Sicherheit in dir selbst finden, das macht dich unabhängig und selbstbewusst. Oft muss man das erst für sich entwickeln, das kann man lernen.

Indem du dich selbst auch wichtig nimmst, findest du zu dir selbst.

mYond+Psterxne


Ich werde mich bemühen, in Zukunft weniger "aber" an den Tag zu legen :)z

Das merke ich teilweise selbst, ich seh in fast jeder Situation ein aber. Bin auch jemand der neuen Ideen grundsätzlich erstmal kritisch bzw ablehnend gegenüber steht. Wie eine Katze, bloß keine Veränderungen. Und dann sagt mein Mann immer so schön "Stillstand ist der Tod" :=o oder anders ausgedrückt, wer immer nur macht was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist. Und das wird irgendwann langweilig.

ok.

Ich habe das Gefühl, damit ist die Diskussion in eine Sackgasse geraten, in die Dich zwei User auf subtil manipulative Art hineingelotst haben.

Ich will deshalb versuchen, gedanklich zurückzugehen auf die Hauptstraße. Als Hauptstraße würde ich Dein altbekanntes Problem der fehlenden Antennen betrachten. (Du auch?)

deviation hatte sich dazu einige, wie ich finde, verständnisvolle, einfühlsame und vor allem weiterführende Gedanken gemacht.

Du hattest dazu geschrieben:

Ja, manchmal merke ich es erst, wenn mich die Reaktion meines Gegenübers trifft und bin selbst überrascht.

Ich finde die Idee mit dem aufschreiben ja gut, um meine Gedanken "gefiltert" raus zu lassen. Aber das Problem an impulsiv ist ja, es passiert eben sofort.

Je mehr ich über das ganze nachdenke, jetzt nur mal in bezug auf die Situation am Mittwoch abend. (Weiß nicht mehr wer gesagt hat, dass ich in dem Moment sehr wohl meine was ich sage) - ich denke schon. Aber dann sollte mir bewusst werden, es trotzdem so zu verpacken, dass es weder beleidigend noch verletzend rauskommt.

Weiterhin war ich zu dem Zeitpunkt sehr angespannt durch den Tagesausflug und das am Ende sehr nölige Kind. Ich habe festgestellt, dass ich gut gelaunt eher nachdenke und mehr Feingefühl an den Tag lege.

Ergo heißt das fürs erste für mich:

1. Wenn ich angespannt bin, muss ich mich zusammenreißen und VORHER überlegen was ich sage. (Könnte klappen sobald die Warnleuchte schon bei "ich bin angespannt" leuchtet) - oder evtl in dieser Gefühlslage Diskussionen soweit möglich vermeide/verschiebe.

2. Ich muss schauen, was mir gut tut, um auch einen anstrengenden Tag mit Kind relativ entspannt zu überstehen, mehr Ventile finden und nutzen, um es dann nicht an falsches Stelle rauszulassen.

Gelöst ist Dein bekanntes Problem damit nicht. Auf der anderen Seite klingt es in meinen Ohren etwas abschließend. Willst Du es damit auf sich beruhen lassen?

Alias 742844


Nein. Darauf beruhen lassen will ich es nicht. Die Therapie ist fest eingeplant, ich muss nur erst klären, wann ich es terminlich unterbringe. Und das kann ich frühestens Montag auf Arbeit ;-)

Wenn der letzte Beitrag etwas abschließend klang, vielleicht deshalb, das ich mich, auch aufgrund des wieder vorhandenen Dialogs mit meinem Partner, mehr auf das Leben als aufs Forum konzentriert habe.

Dieses 1. Und 2. Waren für mich Zwischenergebnisse, die ich vorerst so gut wie möglich umsetzen möchte, bis ich zusätzlichen input durch die Therapie bekomme. Oder wie auch immer das dann funktioniert. Fakt ist, dass ein langer Weg vor mir und meiner Familie liegt, dessen ersten kleinen Schritt ich nun endlich gemacht habe und jetzt gilt es ihn weiter zu gehen.

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