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Kein Interesse an Freundschaften oder Beziehungen - normal?

HQayHlxe


Für mich steht auch die Frage im Raum, ob eine Persönlichkeit überhaupt gestört sein kann, wir weisen doch alle mehr oder weniger Aspekte einer Persönlichkeitsstörung auf. Ich muss zugeben, ich finde das alles ziemlich verwirrend. ":/ So eine kleine Zusammenfassung wäre nicht schlecht, wenn das in diesem Umfang möglich ist. Ich weiß nicht, wieviele Stile in dem Buch beschrieben sind.

Die Diagnose "Borderline" stand einfach im Entlassungsbericht. Und das ohne dass mit mir überhaupt ein wirkliches Gespräch zu dem Thema geführt worden ist oder ich mich irgendwie auffällig verhielt, sondern nur anhand "Begutachtung" meiner Wunden. :|N Vielleicht habe ich aber auch nur eine ganz andere Selbstwahrnehmung, welche sich stark von der Fremdwahrnehmung anderer differenziert. ":/ Die Frage hierbei wäre dann, welche "richtig" ist?

Naja, das Ganze ist etwas OT von mir, auch wenn es doch irgendwie zusammenhängt.

AlB{C0x1


Für mich steht auch die Frage im Raum, ob eine Persönlichkeit überhaupt gestört sein kann, wir weisen doch alle mehr oder weniger Aspekte einer Persönlichkeitsstörung auf.

Ich denke auch das es mittlerweile sehr verbreitet ist das Personen nicht immer optimal sind. Wenn die Verhältnisse im Land härter werden dann kommt das vermutlich stärker zum Vorschein. Dann muss man perfekter funktionieren.

In der Literatur von Rainer Sache spricht er davon das das Wort Persönlicheitsstörungen eigentlich falsch gewählt wurde früher. Das Wort ist verwirrend. Es handelt sich um Beziehungsstörungen. Nun verstehst Du vielleicht besser was damit gemeint ist. Du selber stellst auch korrekt die Frage "bin ich beziehungsfähig. "

Die Diagnose "Borderline" stand einfach im Entlassungsbericht. Und das ohne dass mit mir überhaupt ein wirkliches Gespräch zu dem Thema geführt worden ist oder ich mich irgendwie auffällig verhielt,

Ok. Das wäre schon extrem, weil sich Borderline so einfach nicht verändern lässt. Die Tatsache das Du wesentliche Verbesserungen gemacht hast und die alten Probleme sich verbessert haben spricht sehr stark dafür das es kein Borderline war.

Vielleicht habe ich aber auch nur eine ganz andere Selbstwahrnehmung, welche sich stark von der Fremdwahrnehmung anderer differenziert.

Wenn Du mit meinen Postings etwas anfangen kannst und so wie Du auch die Fragen stellt bist Du ehr der denkende und sachliche Typ. Das bedeutet das "Denken" bei Dir an erster Stelle steht. Bei sehr vielen anderen Personen steht "Verhalten" oder "Gefühle" an erster Stelle.

Hpayle


Beziehungsstörung finde ich auch treffender, das (also die Persönlichkeit und das daraus resultierende Verhalten) äußert sich ja in Problemen mit Beziehungen.

Borderline hat man, soweit ich richtig informiert bin, ein Leben lang, wobei man mittels Therapie die Ursachen aufarbeiten und Symptome mildern kann. Ich habe im Bereich 'Soziale Kompetenzen' tatsächlich große Fortschritte erreicht. Ich bin zwar kein Arzt, aber in meinen früheren Jahren war ich so schüchtern, dass ich selbst Angst hatte jemanden zu begrüßen, was für mich schon irgendwie stark in Richtung Sozialphobie ging. Als ich mit einer Bekannten mal darüber gesprochen habe, die selbst etwas schüchtern ist, meinte sie, dass sie das nie bei mir gedacht hätte, dass ich mal starke Probleme damit gehabt habe.

Ich versuche auch an allem erstmal neutral und sachlich ranzugehen, selbst in meinem eigenen Gefühlsleben versuche ich das aus einer Sicht Dritter zu betrachten, um mich besser verstehen zu können.

A;BC0f1


Ich versuche auch an allem erstmal neutral und sachlich ranzugehen, selbst in meinem eigenen Gefühlsleben versuche ich das aus einer Sicht Dritter zu betrachten, um mich besser verstehen zu können.

Ich mache das ähnlich. Bei mir ist es eine Mischung aus schizoide und zwanghaft. Nachdem ich die letzten Jahre schon intensiv daran arbeite verbesert sich mittlerweile einiges. Wie Du schreibst "neutral und sachlich" und das Du introvertiert bist kommen die Stile "zwanghaft, paranoide und schizoide" in Frage. Ich gehe davon aus das mindestens einer der drei Stile bei Dir zutrifft.

Dazu noch einen zweiten Stil. Da käme jeder andere Stil in Frage außer histrionisch. Histrioniker sind extrovertierte Gefühlsmenschen. Also als zweiter Stil zwanghaft oder paranoide oder schizoide" oder "antisozial" oder "passiv aggressiv".

H?a~yPle


Ich glaube schizoide trifft am ehsten auf mich zu. Ich habe mal die DSM-Kriterien hier reinkopiert und muss sagen, dass auf mich alles zutrifft.

"Die Betroffenen haben weder den Wunsch nach engen Beziehungen noch Freude daran. Dies schließt auch die Tatsache ein, Teil einer Familie zu sein.

Sie bevorzugen, wann immer dies möglich ist, einzelgängerische Unternehmungen.

Sie haben, wenn überhaupt, wenig Interesse an sexuellen Erfahrungen mit einem anderen Menschen.

Wenn überhaupt, bereiten ihnen nur wenige Tätigkeiten Freude.

Sie haben keine engen Freunde oder Vertraute außer Verwandten ersten Grades.

Sie erscheinen gleichgültig gegenüber Lob und Kritik.

Sie wirken emotional kalt und distanziert oder zeigen nur eingeschränkt Gefühle."

Die Frage ist, ob ich daran, was ändern muss/soll. Bei mir besteht kein Leidensdruck in dem Sinne, dass es mir an Kontakten fehle.

EehemalMigWer Nutzer^ i(#605x677)


Bei mir besteht kein Leidensdruck in dem Sinne, dass es mir an Kontakten fehle.

Das ist doch eigentlich schon die Antwort ... .

Ich habe da persönlich auch einfach kein Bedürfnis nach und denke nicht, dass sich das ändern wird. Vielleicht hilft dir auch der Begriff Aromantik weiter. Aber es kommt letztlich nicht auf Begriffe an - die ändern am Inhalt schließlich nichts.

A]BC0x1


Die Frage ist, ob ich daran, was ändern muss/soll. Bei mir besteht kein Leidensdruck in dem Sinne, dass es mir an Kontakten fehle.

Es lohnt sich immer etwas zu verbessern. Wie Du schreibst konntest Du auch schon viel verbessern in der Vergangenheit. Seinen Weg im Leben alleine zu gehen ist mühsam und kostet viel Energie. Es ist auch ein Risiko immer gesund bleiben zu müssen. Im Beruf auch unbefriedigend. Wenn man nichts macht vergehen die Jahre und das Leben geht an einem vorbei.

Ich, für mich, finde es wirklich wichtig zu wissen was los ist. Also aufzuklären was genau die Probleme sind. Man kann dann viel leichter versuchen was zu verbessern.

Als Nächstes wäre der zweite Stil zu finden. Da Du sachlich und denkend vorgehst würde ich vermuten das es "zwanghaft" sein könnte. Die Beschreibung von "zwanghaft" ist irreführend. Ich bin jetzt niemand der exakt so steif ist wie in den typischen Beschreibungen und trotzdem trifft es zu. Man nützt die Zeit indem man sich immer sinnvoll mit etwas beschäftigen möchte. Andere Stile tun das nicht in der gleichen Art. Zwanghafte denken voraus und planen voraus. Andere Stile reagieren ehr. Ich würde sagen der Zwanghafte lebt stärker in der Zukunft. Zwanghafte möchten ihre Sache gut machen.

Bei der Frage ob man "zwanghaft" ist muss man sich die Zeit nehmen sehr genau hinzusehen. Ich habe für mich den zweiten Stil gesucht und andere Stile ausgeschlossen. Irgendann kam ich dann dahin das fast nur noch zwanghaft in Frage kam. Mit der Zeit bestätigte sich dann das Bild. Besonders wenn man"paranoide" ausschließen kann. Ich bin absolut nicht so streng nach der Norm und trotzdem ist es zwanghaft. Zwanghaft ist laut Buch "Persönlichkeitsstile" relativ einfach zu beheben im Vergleich zu den anderen Stilen.

Wenn Dein zweiter Stil zwanghaft wäre, so würde der Mischtyp auf S94 im Buch auf Dich zutreffen. An den anderen Mischtypen mit Stil "Schizoide" kann man auch den Vergleich machen was am Besten zutrifft.

Beim schizoiden musst Du herausfinden wie stark Du betroffen bist. So richtig intensiv Schizoide scheint recht düster zu sein. Für mich würde ich sagen das es so stark nicht zutrifft.

Bei Casy M Dinsing gibt es ein Video wo sie den Typ spielt und einiges erklärt.

[[https://www.youtube.com/watch?v=VulccJ13Rm4]]

Kannst Du das paranoide ausschließen? Übertrieben wachsam zu sein. Misstrauisch. Ich habe mir den paranoiden Stil auch angeschaut und auch hierzu im Forum diskutiert. Ich kann ihn für mich ausschließen. Schaue mal im Buch oder Internet ob das paranoide bei Dir zutrifft oder nicht. Wenn man eine zweiten Stil bei Dir identifizieren will hilft es sehr gut wenn man das "paranoide" einschätzen kann. Für mich kann ich es eindeutig ausschließen. Zumindest hat es keine merkliche Bedeutung bei mir.

Auch hier gibt es ein Video:

[[https://www.youtube.com/watch?v=AD6xhAo22Is&t=283s]]

Wenn "zwanghaft" oder "paranoide2 überhaupt nicht passt dann müsstest Du Dir als nächstes "Passiv aggressiv" ansehen. Betroffene stellen sich im Prinzip immer selber ein Bein. Das hat einen roten Faden im Leben. Das ist ein selbstschädigendes Muster.

Zum Schluss, wenn sich nichts findet wäre nochmal "antisozial" ein Thema zum abklären: Das sind dann aber Narzisten, Psychopathen und Borderliner. Also recht extreme Typen, wo das eine stärkere Rolle spielt.

[[https://de.wikipedia.org/wiki/Passiv-aggressive_Pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rung]]

E{hema(lige.r NWutzer (#6056x77)


Bei dem Video zur paranoiden Persönlichkeitsstörung finde ich das Eingangsbeispiel mit der zugesteckten Arztrechnung mal so richtig schlecht, weil das auch objektiv betrachtet ein sehr seltsames Vorgehen von Seiten des Praxispersonals gewesen wäre. Wer geht denn da schon an die Tasche von Patienten und steckt dort Briefe rein?! (Noch dazu ohne dass der Patient das merkt.)

Bzgl. der Persönlichkeitsstile finde ich diese Seiten gut, weil dort nicht nur auf die jeweilige Persönlichkeitsstörung eingegangen wird:

[[http://www.seele-und-gesundheit.de/test/schiztest.html]]

[[http://www.seele-und-gesundheit.de/test/zwangtest.html]]

[[http://www.seele-und-gesundheit.de/test/paratest.html]]

[[https://www.therapie.de/psyche/info/index/diagnose/persoenlichkeitsstoerungen/paranoia/]]

=> Dort dann den Abschnitt "Übergänge zur Normalität – paranoider Persönlichkeitsstil (nach Kuhl & Kazén)"

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