» »

An der Beziehung festhalten - oder nicht?

Alias 743262 hat die Diskussion gestartet


Liebes Forum,

ich befinde mich in einer Situation und weiß nicht, was ich tun soll.

Ich habe ein Baby, welches ein halbes Jahr alt ist und einen Partner, mit dem ich mich regelmäßig streite, als ob es kein Morgen mehr gäbe. Streits hatten wir auch schon ohne Baby, aber damals hing ich mehr an ihm, ich hatte richtig Angst, dass wir uns trennen würden und das wollte ich unter keinen Umständen.

Seit der Geburt ist das anders. Mein Kind ist mein Ein und Alles, aber es fordert mich auch sehr. Zeit für Haushalt und ein paar Minütchen für mich habe ich erst, sobald mein Partner von der Arbeit kommt und das Kind übernimmt.

Es gibt aus unterschiedlichen Gründen immer wieder Streit und ich bin ein harter Hund geworden. Ich denke leider fast jedes Mal, dass ich ohne ihn vielleicht besser dran wäre. Klar ist die Vorstellung, alleinerziehend zu sein, nicht toll. Aber die Vorstellung, mit einem Mann zusammen zu sein, mit dem es immer wieder solche Kämpfe gibt, finde ich auch furchtbar.

Kann jemand einschätzen, warum ich mich so verändert habe? Und hat jemand Ähnliches erlebt und mag berichten? Oder kann mir jemand helfen zu ergründen, was das Beste wäre?

Danke euch!

Antworten
F|roxsta


Hi Alias,

und einen Partner, mit dem ich mich regelmäßig streite

Leider nennst du keine Gründe. Worum geht es? Das Kind? Dass der Haushalt nicht gemacht ist? What about?

als ob es kein Morgen mehr gäbe

Jeahaa...

ich hatte richtig Angst, dass wir uns trennen würden und das wollte ich unter keinen Umständen.

Darauf gehe ich noch ein...

Zeit für Haushalt und ein paar Minütchen für mich habe ich erst, sobald mein Partner von der Arbeit kommt und das Kind übernimmt.

Warum? Ein Kind in DEM Alter ist doch recht pflegeleicht. Also, ich war oft genug mit meinen beiden Kindern in dem Alter daheim und konnte da wunderbar aus dem HomeOffice arbeiten.

Klar, eventuell Schreikind, schläft nicht, wie gewünscht, aber was ist mit Oma, Opa und so weiter?

ein paar Minütchen für mich habe ich erst, sobald mein Partner von der Arbeit kommt und das Kind übernimmt.

Du sitzt daheim und kriegst es nicht gebacken und dein Partner muss dann nach seinem Job einspringen, damit du Zeit für dich hast? Erklär mir das bitte, deine Aussage sind etwas schwammig.

Ich denke leider fast jedes Mal, dass ich ohne ihn vielleicht besser dran wäre.

Oben schreibst du, du eine Trennung wäre undenkbar.

ich bin ein harter Hund geworden. .... mit dem es immer wieder solche Kämpfe gibt

Von wem geht das aus? Worum geht es? Wie steht dein Partner zu eurem Kind?

Sorry, aber aus den paar Brocken, du du hier hinwirfst, kann ich nichts entnehmen.

Möglich: Hormone, möglich, allgemeine Unzufriedenheit, weil du daheim sitzt. Was man da eventuell änderbar wäre, kann man dir nur sagen, wenn man a) weiß, wie alt ihr seid, b) wie eure Situation allgemein ausschaut und c) was jetzt eigentlich dein Problem ist.

So long

Frosta

mIalikUa82


Ich will gar nicht so detailliert werden, aber beim lesen ist mir ne Kleinigkeit aufgefallen. Das...

Zeit für Haushalt und ein paar Minütchen für mich habe ich erst, sobald mein Partner von der Arbeit kommt und das Kind übernimmt.

...Und das...

Ich denke leider fast jedes Mal, dass ich ohne ihn vielleicht besser dran wäre. Klar ist die Vorstellung, alleinerziehend zu sein, nicht toll.

...passt schwer zusammen.

Nur mal so weitergeführt, alleinerziehend heißt dann, dass niemand mehr von der Arbeit kommt und Dir das Kind abnimmt.

":/

Klar, die Streitereien werden vielleicht weniger. Vielleicht aber auch nicht. Denn dann streitet man vielleicht um Dinge wie:

Unterhalt

Sorgerecht

Besuchstage

Aufsichtspflicht

Feriengestaltung

(Wer nimmt das Kind wann, wenn der andere nicht kann etc)...

Dein Partner verschwindet ja schließlich bei einer Trennung nicht vom Erdboden und wenn ihr das Kind gemeinsam wolltet, wird er evtl auch weiterhin Interesse und Kontakt haben wollen. Somit wirst du die nächsten Jahre bis Jahrzehnte nicht ohne ihn sein, in welcher Form auch immer.

Des Weiteren wären ein paar mehr Infos zu eurer Situation nützlich, wie frosta schon schrieb.

K<leineRHKexex21


einen Partner, mit dem ich mich regelmäßig streite, als ob es kein Morgen mehr gäbe. Streits hatten wir auch schon ohne Baby,

Um was streitet ihr denn? Haben sich die Streitthemen verändert, seit das Baby da ist?

Alias 743262


Guten Morgen,

ich fange mal von unten an...

@ KleineHexe21:

Über alles mögliche. Die Themen haben sich eigentlich nicht verändert, hinzugekommen ist lediglich, dass er, auch wenn er das abstreitet, glaubt, dass er mehr Belastung hat als ich und dass das, was er tut, gewürdigt werden muss, wohingegen das, was ich tue, irgendwie selbstverständlich zu sein scheint.

Auch neu ist eben mein Verhalten im Streit: Ich bin eiskalt und spüre keinerlei Zuneigung oder Empathie, im Gegenteil, ich glaube, ich hasse ihn teilweise sogar.

Auch abends, wenn das Baby im Bett ist, habe ich am liebsten meine Ruhe bzw. gehe früh schlafen, da die Nächte oft ein Graus sind.

@ malika82:

Klar, er wird immer ein Teil bleiben. Aber langfristig hoffe ich doch, dass es etwas entspannter wird mit Kind. Ich empfinde die Beziehung so oft als anstrengend. Ich finde auch das Streiten vor sem Baby so schlinm. Würde mir fast wünschen, dass wir uns gemeinsam ums Kind kümmern und ansonsten jeder sein Ding macht, dann wären die gegenseitigen Erwartungen gleich geringer - da macht er aber nicht mit.

@ Frosta:

Gehe später auf deine Fragen ein.

p(ennifbeQnni


Hmmmm. Aus eigener ganz konkreter Erfahrung.

....

Ich war über fünfeinhalb Jahre mit einer wunderbaren(!) Frau zusammen. Wir haben jedoch auch viel zu viel gestritten, auf eine ganz üble Art. Wir haben uns immer wieder zusammen gerauft, auch beim letzten großen Streit hat sie sehr deutlich gesagt, dass wir das schon schaffen. Hätten wir auch, für eine Zeit, das ist garantiert, und es wäre für eine Zeit wieder sehr gut geworden. Liebe war nie das Problem. Woran die Streits gelegen haben, soll hier Nebensache sein.

Wir wären eigentlich seit zwei Monaten verheiratet, es war _alles_ geplant und ein Kleid gekauft. Vor vier Monaten haben wir uns getrennt.

Fakt ist, dass ich immer sehr festgehalten habe, auch wenn sie schon mehr als ein mal kurz davor war, sich lieber zu trennen (eben großer Gegenseitiger Verletzungen wegen). Fakt ist auch, dass mein Verhalten - im Rückblick - nicht so toll war, also das Festhalten und Beharren und Hoffen. Irgendwann habe ich zumindest so sehr Panik bekommen, dass ich echte Angst vor der Hochzeit hatte und sie absagen, aber die Beziehung weiterführen wollte. Das hat sie so sehr verletzt (sie empfand das als Vertrauensbruch), dass sie dann die Trennung ausgesprochen hat (auch das kann ich rational durchaus nachvollziehen .... emotional weniger, aber _egal_, das sind seltsame Denkmuster).

Der Hauptgrund für die Panik war für mich: Streiten vor dem (fest geplanten!) Kind. Kenne so etwas aus meiner eigenen Biographie und will das keinem Kind antun.

Und ihr tut das. Das ist doch katastrophal.

Und auch Deine Aussage, dass da nur noch Kälte, Hass und keine Empathie mehr seien ... Sieht er das denn auch so? Fühlt er wie Du?

Ich denke mir rückblickend, dass eine frühere Trennung möglicherweise nur temporär gewesen wäre, wenn ich offener über die Fakten gesprochen hätte (was ich tat, aber ich habe mich ihr ggü. nicht hinreichend drastisch ausgedrückt).

Zusammengefasst: Das Kind sollte an erster Stelle stehen, ihr solltet nicht vor dem Kind streiten, und die Schilderung Deiner Gefühlslage ihm gegenüber tut ihr übriges. ....

Alias 743262


@ Frosta:

Themen sind ganz unterschiedlich. Gleich ist aber immer der Ablauf. Ich bin es, die etwas thematisiert. Er wird wütend bis aggressiv. Ich werde eisig und denke über Trennung nach. Lösung finden wir meist nicht.

Mein Kind - und ich liebe es über alles - ist nicht "pflegeleicht", wie du das nennst. Jeder Toilettengang wird zum Desaster, an Hausarbeit ist nicht zu denken. Ich hatte mir das auch anders ausgemalt. Fakt ist, dass ich morgens noch duschen kann und dann geht's aber los mit der Dauerbespaßung. Zeit zum Schreiben habe ich nur beim Stillen. Insofern fände ich es nett, wenn du deinen Ausdruck "nichts gebacken kriegen" nochmal überdenkst. Danke.

"Zeit für mich haben" klingt auch nicht passend. Die Wahrheit ist: Wenn er heimkommt, lege ich los und erledige, wozu ich tagsüber nicht gekommen bin. Wenn ich dann noch fünf Minuten untätig auf dem Sofa sitzen kann, bis der Bettgehwahnsinn losgeht, bin ich froh. Lust auf Familie habe ich, Lust auf Paarsein eher nicht.

Was mein Problem ist? Dachte, das wäre schon am Fadentitel erkennbar...

Alias 743262


@ pennibenni:

Ja, ich finde es auch katastrophal. Es ist nicht so, dass es nicht auch gute Tage gibt, die überwiegen sogar. Aber die Streits sind so schlimm, dass sie mehr wiegen. Er sagt, ich sei sein Leben und er sei glücklich - ersteres finde ich beklemmend, zweiteres kann ich nicht glauben.

plenHnibe{nnxi


Es ist nicht so, dass es nicht auch gute Tage gibt, die überwiegen sogar. Aber die Streits sind so schlimm, dass sie mehr wiegen. Er sagt, ich sei sein Leben und er sei glücklich - ersteres finde ich beklemmend, zweiteres kann ich nicht glauben.

Irgendwie war das bei uns auch so. Die guten Dinge haben lange Zeit (auch noch am Ende eigentlich) überwogen. Wie gesagt, Liebe war nicht das Problem, Vertrautheit nicht, sowas alles war es nicht (vielmehr sind sie und ich ähnlich cholerisch, haben aber unterschiedliche Umgangsstrateien .... sie sucht im Streit Distanz, ich Nähe, und das kracht derbe - wir haben oft über die Art zu streiten gestritten, Metatsreits quasi ... egal!).

Beides, was er zu Dir sagte, halte ich (aus meiner durch meine vergangene Beziehung geprägte Sicht) für ziemlich logisch und nachvollziehbar. Also das kann schon so stimmen. (Muss natürlich nicht.)

Hast Du schonmal klar gesagt "Ich überlege mich zu trennen!"?

Alias 743262


Ist bei uns genauso. Ich gehe auf Abstand, ihn verletzt das. Und plötzlich haben wir uns vom eigentlichen Thema entfernt.

Ja, daraus mache ich kein Geheimnis mehr. Es ist bitter und ich hätte es mir anders gewünscht, vor allem für mein Kind. Aber eine unglückliche Mutter hatte ich schon und deshalb möchte ich eigentlich nicht aus Vernunft zusammenbleiben. Es ist scheiße.

p:e?nlnibexnni


:)_

Falls Du magst, habe ich dazu nachher noch etwas mehr zu schreiben.

Nun muss ich erstmal zum Doc. {:(

Wichtig bei der ganzen Sache aber: Du schreibst nur von sehr negativen Gefühlen ihm gegenüber. Wie ist es mit den positiven?

Meine ehemalige Freundin und ich haben (viel zu spät!) eine Paartherapeutin besucht.

_oSurfeZrin


Streiten ist im Grunde normal, aber es kommt auf die Häufigkeit und auf die Art des Streits und des Streitens an.

Wenn es pausenlos kracht und immer aus denselben Gründen und nichts daran geändert werden kann, würde ich schleunigst das Weite suchen. Das ist auch für das Baby besser. @:) :)*

gTauClo"iAse


Die mangelnde Wertschätzung des jeweils anderen ist ein Klassiker, hm? Aber das kann man auch wieder ändern. Wenn man will, heißt das natürlich.

Liebst du ihn noch? Oder ist das alles gerade so verschüttet und verkorkst, dass du das gar nicht mehr richtig weißt? Habt ihr Sex oder giftet ihr euch nur noch an und verschwindet dann türenknallend irgendwo?

Ich vermute mal, eure Streitthemen werden irgendwelcher pillepalle sein, gerade in der Situation Hausfrau gegen arbeitenden Mann hängt man sich ja zu gerne mal an Kleinkram auf. Das ist eine ziemlich hässliche Spirale, da wird dann eben die berühmte Zahnpastatube der Anlass für einen Riesenkrach.

Wenn du was machen willst, fang mit dir selbst an, dich selbst kannst du ändern. Ich habe das Gefühl, du musst da mal raus. Wie sieht es aus mit Freunden, Babysittern, Krabbelgruppe, Sport etc.? Machst du da was?

Alleine mit Baby zu Hause verblödet man leider galoppierend. Und wenn dein Kind sechs Monate alt ist, ist genau jetzt der Zeitpunkt, die Weichen für die nächsten Monate zu stellen: mit der Beikost kommt mehr Freiheit für dich, auch die Nächte kannst du jetzt lenken, all sowas. Es geht darum, dass du mal wieder was anderes machst als Haushalt und Baby.

Alias 743262


Hallo ihr drei,

gerne, pennibenni.

Ihr fragt, wie es mit positiven Gefühlen/Liebe aussieht. Also ich hadere nicht jeden Tag, ich finde, wir bewältigen das Projekt Baby überwiegend gut, er ist ein toller Vater. Meine Gefühle ihm als Mann gegenüber sind seit der Geburt aber nicht mehr so überwältigend wie vorher und ich zweifele regelmäßig an meiner Liebe. Ich möchte auch nicht heiraten, obwohl ich das immer gern wollte.

Großeltern sind keine vor Ort, andere Mütter treffe ich tagsüber regelmäßig, Freunde sehen wir am Wochenende. Rückbildungsübungen mache ich abends.

Sex gibt es, müsste aber nicht sein, wenns nach mir ginge. Ist für mich seit der Geburt leider ein Pflichttermin geworden.

Er möchte jetzt wieder regelmäßig abends alleine weggehen und morgens zum Sport. Das ist für mich halt einfach noch nicht möglich, weil das Baby trotz Beikost nach wie vor ein Stillkind sein möchte und bevorzugt an der Brust einschläft. Habe an diesen Tagen dann also voraussichtlich keine einzige Minute zum Durchatmen, Tag, Abend, Nacht, Tag und dann übernimmt er wieder. Vor kurzem tönte er noch, dass es selbstverständlich sei, dass wir beide zurückstecken. Scheint nicht mehr zu gelten. Ich kann sich nicht machen, wonach mir der Sinn steht. Ist aber eben so.

xApunxkt


Schade, wieder ein Kind, das wegen des Egoismus seiner Eltern unglücklich aufwachsen muss.

Wenn die Eltern doch vor dem Kind schon viel streiten, warum entscheiden sie sich denn dann auch noch für ein Kind?

Das arme Kind kriegt das doch mit, warum macht ihr das? Ihr seid doch erwachsen.

Ich kann nicht glauben, dass ihr das Kind liebt, denn dann würdet ihr sowas nicht tun.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beziehungen oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Psychologie · Erziehung · Sexualität · Homo, Hetero, Bi


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH