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W/32, ungeküsste Jungfrau, so glücklich - Was ist mit mir los?

p2el<zt(ier86


Also ein Asperger-Syndrom sehe ich hier überhaupt nicht vorliegend.

Nur weil jemand lieber mit sich selbst als mit anderen ist, ist derjenige nicht gleich ein Asperger.

Weiterhin denke ich, dass das Label Hochbegabung, das ohnehin zu schnell vergeben wird, nicht für jede psychische Auffälligkeit oder allgemeiner gesagt Besonderheit per se herhalten sollte. Hinzu kommt, dass weder das selbstständige Aneignen der Lese- und Schreibfähigkeit noch das Überspringen der zweiten Klasse in der Grundschule und auch nicht ein sehr guter IQ-Test im Kindesalter (insb. vor dem 7/8. LJ) beweisend für eine Hochbegabung sind. Diese Dinge zeugen in ihrer Gesamtheit aber natürlich von einer zumindest überdurchschnittlichen Intelligenz.

Selbst wenn eine Hochbegabung vorläge, würde ich das beschriebene Verhalten auch nicht mit: "hochbegabt eben" abtun (wobei es m.M.n. auch nicht gerade sehr typisch für einen Hochbegabten wäre) ohne vorher genauer hinzusehen und ein wenig tiefer zu graben.

Ich finde es nämlich auch seltsam so nachzuhaken in einer Frage, deren Beantwortung einem egal sein könnte, wenn man mit sich tatsächlich im Reinen wäre.

Gerade wenn kein Leidensdruck besteht ist ein Label sinnlos, wenn nicht kontraproduktiv.

Ein Label kann auch zur Legitimation eines Verhaltens vor anderen wie vor vor sich selbst, als Schutzwall und als Ablenkung von den eigentlichen Themen missbraucht werden.

Auch mir erscheint die Betrachtung der Beziehung zu deiner Mutter insb. in der Kindheit sinnvoll.

Und wenn man schon ein Label bemühen will, dann fiele mir als erstes eine schizoide Persönlichkeitsstörung ein.

Nicht, weil ich in derlei Dingen sonderliches Fachwissen besäße, sondern weil ich zwei Personen mit der Diagnose kannte, die recht ähnlich zu dem, wie du dich hier präsentierst, tickten, und ebenfalls mit weiteren psychischen Erkrankungen zu tun hatten.

S|kolkxa


Gleich vorweg: **Mir geht es nur darum, zu verstehen

@ Morwena

Wenn du verstehen möchtest, kannst du doch nicht einen derart wichtigen Teil von dir aussen vor lassen.

Das spielt doch auch keine Rolle, ab wann genau sich die Erkrankung manifestierte, denn eine derart massive Erkrankung fängt ja schon sehr viel früher an, nicht erst an dem Tag der Diagnosestellung oder des stationären Aufenthaltes, sondern eben bereits in der Kindheit.

Es kommt mir ein bisschen so vor als würdest du "duschen wollen, aber bitte ohne nass zu werden", wenn du verstehst, was ich meine.

Und was heisst denn "ich will nicht", und andere "wollen, aber können nicht". Das ist m. E. ein Konstrukt, das du dir zurecht legst. Diese Formulierung macht es dir etwas leichter, mit der Tatsache der Beziehungslosigkeit umzugehen. Indem du es so formulierst, macht es für dich den Anschein, als würde es deinem Willen entsprechen, sprich du steuerst es.

Aber wenn du ganz ehrlich bist, ist es eben wahrscheinlich eher so, dass du "nicht kannst", auch wenn du "wollen würdest".

M. E. macht "Verstehen wollen" nur Sinn, wenn man etwas verändern möchte. Du hast aber anfangs klar gesagt, dass du nichts verändern möchtest. Daran zweifle ich etwas, sonst würdest du wahrscheinlich nicht so hartnäckig am Thema dranbleiben, über mehrere Foren hinweg, wie du geschrieben hast.

Wenn du wirklich verstehen möchtest, dann versuche dich für verschiedene Sichtweisen von Usern hier zu öffnen und nicht gleich mal sofort eine Grenze bei einem Thema zu ziehen.

M~or-wDena


Okay, ich sehe, das ganze driftet hier in eine Richtung ab, die mir persönlich nichts bringt und die ich etwas problematisch finde.

Es ist legitim, die Dinge so sehen zu wollen wie die letzten Beiträge. Genauso wie es legitim ist, meine Kindheit beleuchten zu wollen. Aber: Ich hatte genug Therapien in meinem Leben und genug Therapeuten. Auch - eben weil sich meine Eltern Sorgen um mich als Teenie machten - bevor irgendeine (Zwangs-)Erkrankung sichtbar wurde, so dass es da speziell um dieses Thema ging. Und ja, nicht alle der Therapeuten waren super - gerade die Kinder- und Jugendtherapeuten waren oft überfordert; die für Erwachsene waren erst die, die mir gut geholfen haben.

Die Frage, mit der ich im Grunde herkam war "Ich bin anscheinend nicht asexuell, also was bin ich dann?" So mal grob zusammengefasst. Sprich: Ich würde mich selbst gerne in eine (sexuelle) Orientierung einordnen können, einfach um das Gefühl zu haben, irgendwo "hinzugehören". Das die verschiedensten sexuellen Orientierungen keine Krankheit sind, ist hoffentlich etwas, worüber wir uns einig sind. Und Dinge wie Asexualität sind nunmal auch eine Orientierung, wenn auch in die andere Richtung. Dank _Kitsune habe ich heute herausgefunden, dass auf mich "autochorissexuell" absolut zutreffen würde und das eine Unterart der Asexualität ist. Vielleicht bin ich also doch asexuell und habe nur eine seltenere Unterart.

Für mich driftet das jetzt hier wieder sehr in Richtung "Krankheit" ab. Und das hat für mich einfach den Beigeschmack 'Sexuelle Orientierungen sind Krankheiten, wenn sie nicht der Norm entsprechen' und das ist eine Sichtweise, die ich nicht annehmen möchte. Mir persönlich ist es egal, ob jemand asexuell, homosexuell, heterosexuell ist oder etwas noch selteneres - ich habe letztens erst von einem Mann gelesen, der sich von Bäumen sexuell angezogen fühlte. So what? Wenn es ihn glücklich macht und er keinem damit wehtut, dann ist das total okay.

Wenn meine Eingangs-Beschreibung "Was ist mit mir los?" (die ich übrigens aus Platzgründen so formulieren musste... ich wollte erst "Was ist das für eine Orientierung?" schreiben, aber der Titel hat Zeichenbegrenzung) zu flapsig war, dann tut mir das Leid, denn wie gesagt, ich habe dafür Verständnis, wenn Leute in meiner Vergangenheit nachschauen wollen. Aber das ist von professioneller Seite mehr als oft gemacht worden. Mein Bedürfnis, mehr herauszufinden kommt daher, dass ich mich eben damit alleine fühle, weil mir die Therapeuten zwar immer sagen konnten, dass das kein Teil meiner Erkrankung ist, aber was genau für eine Orientierung eben auch nicht.

Ich suche meine Orientierung (und Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten, den ich über PN auch teilweise schon bekommen habe - wofür ich sehr dankbar bin) - und wenn es für mich als Person eben keine 100% Übereinstimmung mit irgendwas gibt, dann ist das eben auch eine Orientierung, nur ohne Label. Aber andere Leute kennen sich da ganz offenbar besser aus als ich. Ich habe eine Zwangserkrankung, aber die Art, wie ich Beziehungen (nicht) führe, möchte ich nicht als Krankheit oder Störung verstanden wissen, weil auch andere sexuelle Orientierungen keine Krankheit sind. Aus dem Jahrhundert sollten wir raus sein.

Ich reagiere bei dem Thema generell etwas empfindlich, weil mein Vater schwulen Männern gegenüber oft sehr abfällig ist und ich online homosexuelle Freunde habe, die ganz wundervolle Menschen sind. Deshalb würde ich mir wünschen, wenn auch seltene Orientierungen wie meine nicht als Störung bezeichnet werden würden.

Sorry, wenn das jetzt irgendwie unhöflich klang. Ich danke allen, die hier so viel schreiben und sich viel Mühe geben und gerade diese analysierenden Texte haben ja offenbar Zeit in Anspruch genommen, treffen aber für mich auch nicht den Kern. Alle, die plötzlich auf meiner Mutter-Kind-Beziehung rumhacken und das wegen einem Satz, liegen nämlich z.B. total daneben: Ich war immer ein totales Mamakind, hatte eher ein schlechtes Verhältnis zu meinem Vater und auch, wenn ich mich an meine frühe Kindheit nicht erinnern kann, so waren meine Mutter und ich immer ein Herz und eine Seele und die Probleme - denn wer hat schon eine perfekte Kindheit - gab es eher durch Schicksalsschläge von außen (Tod meiner großen Schwester), in der Schule (Mobbing in der 5. Klasse, bis der Schüler von der Schule geworfen wurde) oder durch meinen Vater (dem zwar nicht oft, aber immerhin dreimal nachhaltig die Hand ausrutschte und der auch immer die unschönen Erziehungsdinge wie Problemgespräche führen durfte).

Wenn ich irgendwas aus meiner Kindheit für die Situation verantwortlich machen müsste, dann würde ich sagen, dass es Gespräche mit meinem Vater waren, der bei Streit immer extrem ruhig blieb, so dass er für mich nicht einzuschätzen war, weswegen ich bis heute es immer versuche, jedem Recht zu machen und schon bei ernsthaften Diskussionen über ein harmloses Thema (Politik o.ä.) gerne verschwinde, weil ich mich nicht wohlfühle. Wer nun also unbedingt meine Situation auf irgendwelche Kindheitssachen pinnen will, der darf also gerne annehmen, dass es von meinem Vater kommt, wegen dem ich lieber keinerlei Freundschaften/Beziehungen pflege, da man sich in jeder Beziehung ja auch mal streitet und dies für mich sofort 100% Vertrauensverlust in diese Person bedeutet, da ich auch nachtragend bin wie ein Elefant. Ich hatte eine Freundin in der Schule, die mich irgendwann mal mit einer Kleinigkeit emotional verletzt hatte. So minimal, dass ich sie nie angesprohen habe - wäre peinlich gewesen, weil eben so minimal - und heute auch nicht mehr weiß, was es war, aber es immer noch das erste ist, was mir zu ihr einfällt. Und ja, das ist ein ganz unfeiner Charakterzug. Auch das weiß ich.

Ich hoffe, das ist jetzt für diejenigen, die etwas aus meiner Kindheit wissen wollen, ausreichend.

Persönlich für meine Situation verantwortlich sehe ich nichts davon und meine ehemaligen Therapeuten auch nicht, aber das war das, was ich den Therapeuten immer als 'wahrscheinlichste Möglichkeit' nennen konnte.

r`r^2017


Ich glaube nicht, dass man die Themen (Zwangsstörung und die soziale Thematik) voneinander trennen kann. Das dürfte tief in Dir alles eng zusammenhängen.

Die sexuelle Orientierung kommt mir allerdings relativ normal vor ("schlimmstenfalls" bi oder homo aber das ist ja auch noch alles normal) und asexuell offensichtlich auch absolut gar nicht.

E#heOmaligerr Nutz!er (#61(1899)


Bei aromantisch bin ich mir nicht ganz so sicher. Ich nehme an, es trifft wahrscheinlich zu, aber da kann ich mich noch immer fragen, ob ich nicht romantische Beziehungen zu Menschen ablehne, weil ich sie schlicht nicht attraktiv finden kann.

Na ja, aber nach dem, was ich von dir gelesen habe, hast du generell keinen Wunsch nach einem Partner oder Partnerin und einen solchen auch nie gehabt:

hatte auch noch nie das Bedürfnis danach. Dies schließt das Bedürfnis nach einer Beziehung mit ein.

Das klingt für mich persönlich schon aromantisch. Jedenfalls, wenn es dauerhaft so ist.

Wenn du dir Beziehungen zu den fiktiven Personen aus deinen Animes etc. vorstellen könntest, wärest du vermutlich fiktophil.

p-elsztiKer8x6


Dass die ganzen hier genannten sexuellen Orientierungen völlig legitim und nicht krankhaft sind, darin sind sich hier doch alle einig. Und ob du nun a-, bi- oder sonstwie sexuell bist, ist völlig einerlei bei der Beurteilung, dass die Fixierung auf die Beantwortung einer Frage, die eigentlich keine Rolle spielen sollte, wenn du tatsächlich mit dir im Reinen wärst, etwas seltsam anmutet.

Da ist auch die Erklärung "ich möchte mich einfach irgendwo zuordnen" nicht ausreichend.

MZorwxena


@ _Kitsune

Ich habe jetzt ein bisschen mehr in der LGBT-Community gesucht und es scheint, dass man "autochorissexuell" nicht mehr sagt (weil der Begriff als 'Krankheitsbegriff' ursprünglich eingeführt worden war) und man stattdessen 'aegosexuell' sagt - wobei ich diese Pingeligkeiten als komplett unnötig empfinde - und es auch als Gegenstück 'aegoromantisch' gibt und das scheint für mich eigentlich absolut deutlich passender als aromantisch.

Bei fiktophil bin ich mir auch nicht sicher - ich würde spontan sagen, dass es auf mich zutreffen könnte, da ich eben diese fiktiven Personen sexuell attraktiv finde. Natürlich ist der Gedanke an eine Beziehung mit einer fiktiven Person aus einer fiktiven Welt aber so abwägig (da unmöglich), dass ich eigentlich überhaupt nicht sagen kann, ob ich mir da eine 'Beziehung vorstellen kann'. Ich würde es nicht zu 100% ausschließen, aber spontan sagen 'eher nicht, bin mir zu 80% sicher', weil ich mich auch eben nie selbst in meine Fantasien einfüge. Aber ganz sicher bin ich mir nicht und es könnte natürlich auch einfach sein, dass ich einfach mittlerweile ohnehin so davon überzeugt bin, dass mich ohnehin keiner wollen würde und bei mir deshalb eine Blockade im Kopf herrscht. Ich weiß nämlich, dass zumindest das in meiner Jugend (vielleicht bis zum 12. Lebensjahr?) anders war und ich mich da - wenn ich da auch noch nicht an Sex gedacht habe - in meine Fantasie-Welten zwar nicht als Hauptperson, aber zumindest als 'Nebendarsteller' eingefügt habe.

Auf jeden Fall muss ich sagen, dass du mir wirklich so unglaublich hilfst, dass ich das kaum in Worte fassen kann. Ich bin dir unendlich dankbar, da ich merke, dass mir so ein Label doch sehr wichtig ist und mir Sicherheit gibt und ich mich mit den von dir genannten Begriffen super identifizieren kann. @:) @:) @:) :)_

EohemalDiger Nxutzer (F#611d899)


Ich habe jetzt ein bisschen mehr in der LGBT-Community gesucht und es scheint, dass man "autochorissexuell" nicht mehr sagt (weil der Begriff als 'Krankheitsbegriff' ursprünglich eingeführt worden war) und man stattdessen 'aegosexuell' sagt - wobei ich diese Pingeligkeiten als komplett unnötig empfinde - und es auch als Gegenstück 'aegoromantisch' gibt und das scheint für mich eigentlich absolut deutlich passender als aromantisch.

Ah, das ist für mich neu. ;-) (Mit der LGBT-Community kann ich persönlich nichts anfangen.)

weil ich mich auch eben nie selbst in meine Fantasien einfüge.

Das wäre etwas, was ich als typisch für autochorissexuell bzw. aegosexuell einordnen würde.

Aber ganz sicher bin ich mir nicht und es könnte natürlich auch einfach sein, dass ich einfach mittlerweile ohnehin so davon überzeugt bin, dass mich ohnehin keiner wollen würde und bei mir deshalb eine Blockade im Kopf herrscht.

Die, die sowas denken, haben meiner Beobachtung nach trotzdem einen inneren Wunsch nach einer Partnerschaft. Mag sein, dass sie ihn durchaus mal verleugnen oder verdrängen aber irgendwo blitzt das dann doch wieder auf. ... Mag sein, dass jemand in Einzelfällen seinen Beziehungswunsch so vollständig verdrängen kann, dass er selbst davon nichts mehr spürt. Aber wenn da kein Leidensdruck ist?

Man sollte umgekehrt auch nicht den gesellschaftlichen Druck vergessen, dass jeder Gesunde einen Partnerwunsch zu haben hat oder sich zumindest mal verliebt haben sollte (um ein zufriedenes Leben führen zu können). Das ist eine erstaunlich weit verbreitete Vorstellung.

ob ich mir da eine 'Beziehung vorstellen kann'.

Na ja es geht dabei ja nicht darum, ob du von deinem Vorstellungsvermögen dazu in der Lage wärest. ... Vorstellen kann ich mir auch so einiges - das bedeutet aber nicht, dass ich einen intrinsischen Wunsch nach allem habe, was ich mir vorstellen kann. ;-)

Es geht eher um das "so etwas haben wollen", nicht um das "sich das vorstellen können".

Label

Das kann ich verstehen, dass man gerne wissen möchte, wohin man selbst gehört. Besonders, wenn man aus den gängigen "Labels" rausfällt. Sich selbst zuordnen können ist ein wichtiges Bedürfnis und ein Begriff für das, was auf einen zutrifft, sagt aus, dass das real ist und es noch so viele andere gibt, die so sind, dass es einen eigenen Begriff dafür gibt. Auch wenn die Begriffe exotisch sind und die meisten sie nicht kennen dürften. ... Man kann das mit den Begriffen kritisch sehen andererseits, weil es teilweise etwas ausartet, wenn jede Eigenart einen Extrabegriff bekommt, und sich die "Verschubladung" selbst ad absurdum führt.

Ich denke, es liegt an einem selbst, wie man damit umgeht, ob es eine Hilfe für einen ist, um sich selbst besser verstehen zu können, oder nur ein "seht her - ich bin anders als ihr"-Label.

MyorwHena


@ _Kitsune

Ich bin auch kein Fan von der Community, weswegen ich dort bisher auch nicht gesucht habe. Und gerade in Foren voll von Labels kommt man sich wirklich manchmal vor, als wenn jeder da 'special snowflake' sein möchte, weswegen ich auch den Kontakt zu der Szene jetzt nicht aufnehmen werde.

Ich habe trotzdem gerade mal mit dem Begriff gegoogelt und da gibt es soooo viele Leute, von denen mein Eingangsbeitrag hätte stammen können! :-o Die meisten berichten zwar, dass sie zwar auch Fantasien über Charaktere aus Filmen mit realen Menschen haben und nicht - wie ich - dieses 'gezeichnete' brauchen, um sexuelle Attraktivität zu empfinden, aber ansonsten stimmt da wirklich alles überein. Ich bin echt ziemlich überfordert mit der Erkenntnis gerade, dass es dutzende Leute 'wie mich' gibt. Das ist echt ziemlich überwältigend und ich werde da erstmal ein oder zwei Tage brauchen, bis sich das gesetzt hat. Fühlt sich irgendwie an, als wenn es da auch für mich 'einen Platz' gibt. Bin fast am rumheulen, haha. X-\

Die, die sowas denken, haben meiner Beobachtung nach trotzdem einen inneren Wunsch nach einer Partnerschaft. Mag sein, dass sie ihn durchaus mal verleugnen oder verdrängen aber irgendwo blitzt das dann doch wieder auf. ... Mag sein, dass jemand in Einzelfällen seinen Beziehungswunsch so vollständig verdrängen kann, dass er selbst davon nichts mehr spürt. Aber wenn da kein Leidensdruck ist?

Man sollte umgekehrt auch nicht den gesellschaftlichen Druck vergessen, dass jeder Gesunde einen Partnerwunsch zu haben hat oder sich zumindest mal verliebt haben sollte (um ein zufriedenes Leben führen zu können). Das ist eine erstaunlich weit verbreitete Vorstellung.

Naja, verliebt habe ich mich ja zumindest früher schon, aber halt immer in fiktionale Charaktere und habe halt im Teeniealter dann eher angefangen, in meinem Kopf die Charaktere, die ich mochte, miteinander zu verkuppeln, sozusagen und diese Romanzen-Geschichten in meinem Kopf haben mich dann auch glücklich gemacht. Wie persönliche Seifenoper im Kopf. ;-D

Wenn ich wirklich drüber nachdenke, ob ich eine Beziehung will... dann nein, das möchte ich nicht. Ich hasse es, mich bei irgendwem regelmäßig melden zu müssen, ich möchte meine Freizeit nicht mit anderen verbringen (auch wenn ich sie sehr mag, weswegen ich meine Online-Aktivitäten ins englische Internet verlegt habe, da mich dort keiner nach Treffen fragen kann und ich daher auch niemanden vor den Kopf stoße und Freundschaften ruiniere). Und ich möchte auch mit keinem kuscheln, Händchen halten, umarmen oder sonstwie Nähe ausleben. Klar kann ich sagen 'Ich bin mir nicht 100% sicher, weil ich es nie probiert habe' aber das ist irgendwie wie mit Bungeespringen - das habe ich auch nie erlebt und weiß trotzdem, dass es nichts für mich wäre. :-/ Ich mag einfach keine Verpflichtungen und Kompromisse anderen gegenüber machen, weil die Dinge, die ich mag und gerne mache, alles Dinge sind, die man eh alleine macht.

Aber ja... im Grunde... habe ich jetzt meine Antwort gefunden, die große Frage meines Lebens ist nach 32 Jahren gelöst. Total bizarr. Du hast mir im Grunde mehr geholfen als die Therapeuten, die alles analysiert haben, aber mir keine Antwort geben konnten. Auch wenn ich kein Teil irgendeiner Community/Szene werden möchte, so ist die Tatsache, dass da anscheinend hunderte Leute sind, die mich verstehen würden, wenn ich Austausch bräuchte, unglaublich beruhigend (sobald sich die Überforderung gelegt hat, haha). Nochmal vielen, vielen Dank! @:)

RPalp9h_HxH


Die Psyche isst ein komplexes Ding... Deine Probleme haben ihre Ursache in Deiner Psyche, ebenso wie Dein Empfinden hinsichtlich Partnerschaften seine Ursache dort hat. Die Zwangsstörung ist ein Symptom und die Probleme damit keineswegs die Ursache für die anderen Ausprägungen Deiner Persönlichkeit. Insofern gebe ich Dir Recht, spielt die Zwangsstörung hier eigentlich keine Rolle. Aber sie hilft, einzuordnen, dass Deine Psyche offenbar ausserordentlich "anders" ist.

Also kein Asperger. Dazu nur mal kurz ein Anmerkung: Dieses "Label" dient nicht dazu, Menschen zu stigmatisieren oder sie in Schubladen zu packen. Es ist ein Schritt dahin, den Menschen mit seinen Problemen zu verstehen, um danach mit diesem Menschen besser klar zu kommen, im zu helfen oder ihm zu ermöglichen, sich selber zu helfen. Der Symptomatik einen Namen geben zu können heißt auch, dass man unter Umständen auf bereits bewährte Methoden zurück greifen kann und nicht das Rad neu erfinden muss. Letztlich gibt es nicht DEN Asperger Patienten, DEN Hochbegabten, das sind feine Abstufungen von ganz normal bis zum Extrembeispiel. Wir haben unseren Sohn testen lassen, bestimmt nicht in der Absicht, ihn zu stigmatisieren.

Ich habe zu Kindergartenzeiten lieber drinnen gesessen und gemalt, ich habe zu Grundschulzeiten lieber alleine gelesen als mit anderen Kindern draußen zu spielen, ich habe zu Gymnasiumzeiten - da gab es dann PCs - am PC gesessen und mich nicht mit anderen getroffen, sondern Bücher geschrieben oder Spiele gespielt und dies zu Uni-Zeiten so beibehalten.

Menschen mit einem extrem hohen IQ nehmen ihre Umgebung bzw. gleichaltrige wahr, als wären die alle geistig behindert. Niemand kann den komplexen Gedankengängen folgen, niemand so schnell denken. Vermutlich brennt sich da sehr schnell ein Verhaltensmuster ein, dass man mit anderen Menschen nicht klar kommt und lieber alleine ist. Meinem Sohn ging das im Kindergarten ein Stück weit so und er orientiert sich vorwiegend Richtung deutlich ältere Kinder oder Erwachsene. Das mag auch bei Dir einen Teil dazu beigetragen haben.

Aber: Ich denke, das Bedürfnis nach Austausch mit anderen, das Bedürfnis nach menschlicher Nähe, nach einer Schulter zum anlehnen, nach dem Bedürfnis, Trost oder Liebe zu empfangen und auch zu geben verschwindet nicht, nur weil man in der Kindheit keine Spielkameraden hatte oder weil einem im Elternhaus anderes vorgelebt wurde. Das sind Instinkte, die immer bleiben. Insofern vermute ich die Ursache in Deiner Psyche. Die wird sich nicht ändern. Wenn Du so glücklich bist, dann ist das doch gut so. Versuche glücklich zu werden, so wie Du bist und versuche nicht, dein Glück in gesellschaftilchen Normen und Konventionen zu finden, die nicht zu Dir passen.

M)ehnxo


Hallo Morwena,

meiner Meinung nach sind hier schon viele hilfreiche Beiträge eingeflossen, so dass ich nicht wirklich viel dazubeitragen kann.

Aber in einem Punkt möchte ich wiedersprechen: Dein Stichwort "bungee-jumping". Manchmal unterscheidet sich die Vorstellung von Gefühlen in einer Situation doch sehr stark von den Gefühlen, die man dann tatsächlich in der Situation hat.

Ich persönlich habe mich immer gefragt, wie die Leute vom Glücksspiel süchtig werden können. Was ist schon dabei, wenn man ein paar Euro beim Roulette auf eine Farbe setzt? Irgendwann war ich in einer Spielbank - jetzt kann ich es nachvollziehen. Die Gefühle, als ich mein echtes hart erarbeitetes Geld eingesetzt habe unterschieden sich sehr deutlich von den Gedankenspielen vorher. Seit dem Tag weiß ich, wie leicht man (bzw. ich) abhängig werden kann.

Mein Fazit: erst wenn man es ausprobiert hat kann man entscheiden, ob es einem gefällt oder nicht.

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Hallo, nur kurz:

sorry, dass ich so viel von mir erzählt habe, und so wenig auf DICH eingegangen bin.

Ich sehe jetzt auch nach und nach weniger Kongruenzen, ... nachdem ich weiterlas.

Ich bin nämlich nicht sehr "verletzlich / verletzbar" in dem Sinne, vielmehr resilient, falls dir das was sagt.

Es bleibt mein Anfangs-statement: Du bist voll okay, so wie du bist.

Du mußt es auch nicht unbedingt "einordnen" können, aber wenn es dir hilft, ein Schublade zu finden, dann ist das eben so. Und hier gab es, meiner Meinung nach, auch richtig gute Beiträge von Leuten, die intensiv nachdenken, Toleranz inclusive! war ganz erstaunt, zumal hier im Forum auch viel "Müll abgelaicht" wird, meiner Meinung nach.

Durch-therapiert bist du! (ich auch)- irgendwann sollte das Köpfchen auch mal den "off"- Knopf finden und damit Frieden.

Echt Nähe zu Menschen impliziert immer auch das Risiko, verletzt zu werden. Und yep, diese leidvolle Erfahrung durfte ich oft genug machen. Wenn ich gemerkt habe, wie "ersetzbar" ich bin, hat mich das auch schon mal in die Psychiatrie befördert, oder ich war gefühlt, kurz vorm Exitus.

Was ich abschließend noch sagen wollte ist, "was man nicht kennt, das kann man nicht vermissen!" -

ähnlich wie mein Vor-poster.

Aber, ganz ehrlich, ich bin da auch ähnlich wie du. Manche Erfahrungen kann ich mir einfach "ersparen", weil ich im Kopf eh schon weiß, wie es ausgeht. Also vieles dient auch dem "Selbst-Schutz"!!! *:) -

das ist alles total menschlich und auch weise.

Ich will gar nicht wissen, wie z.B. Heroin wirkt, - z.B.- hätte all in all nur Nachteile, auch wenn es evtl mal "ein Stück Himmel" für kurze Zeit wäre. Der Preis ist zu hoch.

Ich bin eben auch Energie-ökonomin, und viele Dinge will und werde ich nicht ausprobieren, weil ich weiß, dass sie mir nix bringen, auch nicht meiner Weiterentwicklung dienlich sind, weil evtl auch ein "pathologisch sich zwanghaft wiederholendes Muster" eben...

Das wollte ich nachschieben, ohne dir zu nahe zu treten.

Denn du bist schon was "Besonderes", - irgendwie auch sehr weise-

"Ich bin einverstanden mit mir" ist wohl ein ganz wichtiger Satz für viele, unabhängig davon, was andere darüber denken usw.....

Liebste Grüße und alles Gute für dich! :)*

M]or:w#ena


@ Ralph_HH

Ich wollte Asperger nicht wie ein Stigma aussehen lassen - wenn ich es so empfinden würde, dann hätte ich mich selbst ja auch nicht testen lassen. Wenn die Diagnose bei mir positiv gewesen wäre, dann wäre es eben so. Ich wollte es ja selber wissen und herausfinden, was mit mir los ist und im Grunde war für mich der Aspergertest nicht negativer besetzt als eine Blutuntersuchung, wo man auch nur schaut, was los ist.

Und es ist okay, wenn du die Ursache für meine Beziehungs-Empfindungen in meiner Psyche vermutest. Für mich hat sich jetzt, dank Kitsune, das Rätsel und meine Orientierung gelöst und ich habe online unendlich viele Leute gefunden, die anscheinend ganz genauso empfinden wie ich. Ob die jetzt auch alle hochbegabt sind oder eine psychische Störung haben möchte ich bezweifeln. Ich bin froh, dass ich jetzt Leuten klar sagen kann "Nee, war noch nie in einer Beziehung, werde auch nie in einer sein, denn ich bin aegosexuell und aegoromantisch" und dann damit durch sein. Für mich fühlt sich das stimmig an.

@ Mehno fallen_angel_73

Ich finde das Thema "Was man nicht kennt, kann man nicht vermissen" interessant, denn ich denke schon, dass man instinktiv bestimmte Sachen ablehnen kann. Das Beispiel mit den Drogen von fallen_angel_73 ist für mich insofern nicht ganz "objektiv", weil meine große Schwester an Drogen und schlussendlich an zuviel Alkohol gestorben ist. Ich habe in meiner Kindheit viele Entzugskliniken von innen gesehen und deren 'Bewohner' und deshalb habe ich nie irgendwas in Richtung Alkohol, Drogen oder auch nur Zigaretten angerührt. Aber auch logisch machen diese Dinge für mich keinen Sinn - wieso sollte ich etwas nehmen, was meinem Körper schadet? Da bin ich also 'vorgeprägt'.

Natürlich sollte man viele Dinge erstmal probieren - z.B. unbekanntes Essen - bevor man es ablehnt. Aber kennt ihr das nicht, dass ihr von vornherein Dinge für euch ausschließen könnt? z.B., um beim Thema Beziehungen/Sex zu bleiben, irgendwelche Praktiken, von denen ihr direkt zurückschrecken würdet? Gibt ja Leute, die es anmacht, ihren eigenen Kot zu essen... das z.B. ist etwas, was ich definitiv nie ausprobieren würde, weil ich es auch ohne es je probiert zu haben echt eklig finde.

Ich denke auch, dass ich für Beziehungen, ohne jemals eine gehabt zu haben, durch andere Beziehungsmodelle 'Vorerfahrungen' habe. Freundschaften und Familie sind ja auch Beziehungen und mit meiner Familie habe ich ja schließlich auch viele Jahre zusammengelebt. Und ich habe eben für mich festgestellt, dass mir Aktivitäten mit anderen Menschen nicht gefallen - egal, ob es jetzt Dinge wie Hobbies, Ausflüge, gemeinsam kochen oder fernsehen sind - und ich Berührungen nicht brauche oder je nach Berührung eher ablehne (ich mochte es z.B. nie, wenn mir jemand beim fernsehen auf der Couch zu nahe sitzt) und ich einfach gerne alleine werkel. Genauso empfinde ich regelmäßiges Melden bei anderen als anstrengend und als "Pflichttermin", egal ob ich jetzt auf Emails von Freunden antworte oder bei meinen Eltern regelmäßig anrufe, weil die ja wegen meiner Schwerbehinderung und als meine Betreuer regelmäßig wissen wollen, ob ich okay bin.

Das soll übrigens nicht heißen, dass ich unsozial bin oder so. Egal ob in Schule, Ausbildung, Uni oder später auf der Station in der Psychiatrie: Ich habe mich immer gerne mit Leuten dort unterhalten, hatte Freundschaften und habe Mittagspausen gerne mit anderen verbracht und mich unterhalten. Und in der Ausbildung habe ich auch lieber mit der Kollegin im Nebenbüro Smalltalk gehalten als an meiner Arbeit gesessen. Ich war auch jemand, der im Unterricht gerne mal mit dem Nebenmann Zettelchen geschrieben hat - also allgemein niemand, der nur still in der Ecke gesessen hat. Aber der Unterschied lag für mich darin, dass Schule und Arbeit und die Therapien auf Station eben Pflicht waren. Ich musste eh in die Schule, ob ich wollte oder nicht, also konnte ich mir die Zeit da auch so gestalten, dass sie nicht ganz so langweilig war. Aber in meiner Freizeit wollte ich nie jemanden sehen, weil die Aktivitäten, die ich freiwillig mache, alles Einzelaktivitäten sind. Und deshalb habe ich auch alle Realfreundschaften auslaufen lassen, als z.B. die Schule beendet war. Ich habe diese Leute nicht mehr während irgendeiner 'Pflichtzeit' gesehen und außerhalb davon hatte ich kein Bedürfnis nach Kontakt, also habe ich sie nie wiedergesehen. Seit ich schwerbehindert bin und nicht mehr auf Station pflege ich daher gar keine Realkontakte außerhalb der Familie mehr und genieße das. Wenn meine Eltern mich dann irgendwann nicht mehr versorgen können und ich ins Wohnheim muss, dann wird das natürlich wieder anders werden und mir graust es davor, weil es für mich dann eben wieder lästige 'Pflichttermine' gibt.

Aber klar, auch ich hatte Freundschaften, die von anderer Seite beendet wurden (sei es durch Umzug oder unschönere Umstände), von daher verstehe ich, was fallen_angel_73 mit ihrer Erzählung meint. Bei mir ist es aber wirklich so, dass ich nicht 'nur' die negativen Dinge einer Beziehung vermeiden will (also z.B. emotionale Verletzungen, Streit, Kompromisse, Verpflichtungen) sondern auch kein Bedürfnis nach den positiven Dingen (emotionale und körperliche Nähe, gemeinsame Erlebnisse usw.) habe. Ich empfinde Freundschaften schon als 'Korsett' und das teilweise schon bei Onlinefreundschaften, wo man sich nur per Text meldet und nichtmal raus muss, um sich zu treffen. Und ich sehe ja in meiner Umwelt - schon alleine bei meiner jüngeren Schwester, die einen ganz lieben Freund hat - ja zur genüge, wie Beziehungen ablaufen. Man meldet sich täglich, sieht sich meist mehrfach die Woche, übernachtet beieinander... uäääääh. Ich habe auch ohne Zwangserkrankung Übernachtungen schon immer gehasst, weil ich nicht schlafen kann, wenn jemand anders im Raum ist. Und täglich rausgehen... brrr. Nee, ich kann auch ohne Erfahrung sagen, dass ich keine Beziehung möchte, einfach weil ich die Bausteine (Melden, Treffen usw.) einer partnerschaftlichen Beziehung ja aus anderen zwischenmenschlichen Beziehungen aus Erfahrung kenne und weiß, dass sie mir selbst in geringer Intensität nicht guttun und ich sie ablehne und zu vermeiden versuche.

f3alloen_a4ng_el_73


huhu.... sorry an dieser Stelle: ich wußte nicht dass deine ältere Schwester an Drogen gestorben ist! tut mir sehr leid, wie grausam... :°_ - sonst hätte ich das blöde Beispiel nicht reingebracht. Eh unpassend, - aber, nunja, auch ich bin substanz-affin, muß an der Stelle gesagt sein, - das Zigaretten-Rauchen widert mich aber gerade zunehmend an - und der damit einhergehende Husten! also völlig blödsinnige Angewohnheit, dieses Rumgenuckel am Glimmstengel. Auch nicht rational.

Aber ich will erhoffe mir eben oft mittels Substanzen eine Verbesserung meiner Stimmungslage. Das tust du wohl nicht. Weil ich denke "Bindung" ist schon ein essenzielles Bedürfnis, und wenn es mit Menschen nicht geht, dann müssen eben Substanzen herhalten, - mit denen habe ich eine Art symbiotisches Verhältnis, aber alles noch "unter Kontrolle" meiner Meinung nach zumindest.

yep, kann das gut verstehen! ich hasse auch Pflichtbesuche, Geburtstag und Weihnachten inclusive- oder eben das Pflichtgefühl, e-mails zu beantworten, zurückzuschreiben, obwohl man gerade keinen Bock dazu hat, z.B. -

ich hasse es eh, Rollen zu erfüllen- das habe ich meine ganze Kindheit lang getan. Irgendwann war Schluß damit und ich tue, genau wie du, nix dafür, Männer auf der optischen Schiene irgendwie anzuziehen- also keine körperbetonende Kleidung oder sonstigen Schmu... ich kann mich immer nur wundern, über das Spektakel, was hier abgeht. Wieviele Frauen ihren evlt nicht intakten Selbstwert wohl aufpolieren müssen, durch die Bestätigung ihrer weiblichen Attraktivität. Das hab ich null.

Dennoch gibt es Kandidaten, (das spürt man ja) die so einen androgynen Knirps (bin untergewichtig und recht "un-kurvig") attraktiv finden. Ist das bei dir denn auch so? Kannst du wahrnehmen, dass Männer sich evtl von dir mehr wünschen, als du bereit bist zu geben?

Auch das Rumgeknuffel ist bei mir nur sehr begrenzt möglich! Verstehe dich. Das geht mal für ne halbe Stunde, dann brauche ich aber wieder "Frei-Raum" nur für mich selbst. Kann es nicht leiden, wenn Leute quasi an meinem Rockzipfel hängen, immer in Tuchfühlung sein müssen... argh! und viele Typen sind eben so.

Also, all in all, - gibts bei uns schon einige Gemeinsamkeiten.

Und klar: wenn ich an einem Essen rieche, kann ich schon entschieden, ob ich es mir einverleiben will, oder nicht. Das meine ich damit;- man kann sich einige Erfahrungen einfach "ersparen"!

Ich z.B. esse jeden Tag dasselbe, und laufe jeden Tag die gleichen Wege lang. Ich brauche meine Rituale, weil sie mir Struktur und Halt geben. Ich hab deine Beiträge in anderen Threads nicht gelesen, könnte mir aber vorstellen, dass du auch das verstehst.

Ich will das auch nicht pathologisieren. Ich brauch das so, und fertig. Was andere von mir denken, wird mir immer egaler und damit fühle ich mich auch besser und freier!

Liebste Grüße zu dir! @:)

M~orwexna


@ fallen_angel_73

Naja, an Substanzen muss ich natürlich wegen meiner Erkrankung eine Reihe an Medikamenten nehmen, aber auch die nehme ich nur ungerne. Ich bekomme gerne viele Nebenwirkungen ab und bin eh ein kleiner Hypochonder, dem Packungsbeilagen extrem viel Angst einjagen. Aber das geht auch mit der Zwangserkrankung einher, wo es ja generell um Kontrolle von Situationen geht. Wahrscheinlich lehne ich auch deshalb Alkohol und Drogen sehr ab, weil diese Dinge eher zum Kontrollverlust führen.

Ich hatte gerade schon jemandem auf eine PN geantwortet bzgl. "Rollen erfüllen", ich werde das jetzt hier teilweise mal reinkopieren, weil es zu dem passt, was du geschrieben hast:

Bezüglich zusammenwohnen habe ich halt Erfahrungen mit meiner Familie gemacht, auf Station in der Psychiatrie und bei Klassenfahrten. Ich mag es generell nicht. Ich kann mich nicht entspannen, wenn andere Menschen um mich rum sind, selbst wenn es meine eigene Familie ist. Irgendwo findet ja immer 'Sozialkontrolle' statt - wer alleine wohnt, kann theoretisch nackt vorm Fernseher sitzen, sämtliche Unterhosen auf dem Wohnungsboden verteilen und sich die Haare mit Rasiercreme waschen, ohne dass da jemand was merkt und sagt. ;-D Ich persönlich brauche so einen Rückzugsraum für mich, wo ich nicht wie 'draußen' in der Öffentlichkeit doch sozialen Normen entsprechen muss.

Deshalb mag ich auch Online-/Fernkontakte lieber. Wenn ich mich mit Realkontakten treffen müsste, dann müsste ich mich ja zurechtmachen, entweder rausgehen oder daheim hier noch Kuchen besorgen usw. während ich bei Onlinekontakten auch im Schlafanzug vorm PC sitzen kann und nebenbei was essen kann. Ich kann also mehr ich selbst sein, weil die Sozialkontrolle da nicht greift und das ist es, was diese Kontakte für mich entspannter und damit angenehmer und wünschenswert macht.

Ich esse übrigens auch immer die gleichen Sachen, aber das kommt daher, dass ich wegen meiner Zwänge weder Herd noch Ofen habe und zudem ein gaaaaanz pingeliger Esser bin. Da hab ich einfach keine Auswahl. :-| Und naja, das mit den immer gleichen Wegen gehen... das ist bei mir schwer, weil sich dann gleich Zwänge entwickeln. Als ich die Erkrankung aber noch nicht hatte, habe ich das auch immer gemacht. Ich bin auch jemand, der Veränderungen generell nicht mag.

Nur bin ich jemand, der viel zu viel Wert auf die Meinung von anderen legt, da ich schlecht mit Konflikten klarkomme. Bei solchen generellen Sachen wie sexueller Orientierung ist es mir aber egal, weil das einfach so ist und basta, aus. Da stehe ich dann auch zu mir und bin sehr stur. ;-D

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