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"Unglücklich" verliebt trotz Ehe

M}aAnuel2x207 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

Ich muss, um das ganze zu erklären, ein wenig weiter ausholen:

Vor 14 Jahren habe ich eine Frau kennnengelernt. Es war die sogenannte Liebe auf den ersten Blick. Bei mir wie bei ihr. Wir waren uns sicher irgendwann zu heiraten,zueinander zu gehören, halt DEN einen Partner gefunden zu haben. Nach knapp 2 Jahren haben wir uns dann wirklich getraut...und dann ganz plötzlich nach 8 Monaten Ehe war es aus. Sie wollte plötzlich nichtmehr sodass ich recht schnell ausgezogen bin. Unsere Wege haben sich dann verloren.

Knapp 1 Jahr später habe ich dann eine andere Frau kennengelernt. Mit der bin ich mittlerweile verheiratet und wir haben 3 Kinder.

Nun zum Problem:

Vor einem Jahr habe ich erfahren, dass meine Ex eine Tochter zur Welt gebracht hat. Das hat mir irgendwie den Boden unter den Füßen weggezogen. Ich weiss nichtmal warum genau. Dann ist sie wieder in das Haus gezogen in dem wir zusammen gelebt haben und sich vom Vater ihrer Tochter getrennt. Bis dahin ging es noch, dieses komische Gefühl in der Magengegend zu ignorieren wenn ich an sie dachte.

Anfang des Jahres hab ich sie dann zufällig in der Stadt gesehen und auf ein Mal war ALLES wieder da. Schmetterlinge im Bauch, weiche Knie etc. Ich träume 3 bis 4 mal wöchentlich von ihr, jede noch so kleine Verbindung zu ihr (düfte, Wörter, Lieder) triggert in mir diese "Sehnsucht" bei ihr sein zu wollen, diese magische Zeit die wir hatten wieder haben zu wollen.

Beruflich bin ich viel unterwegs und denke oft daran einfach ummer weiter zu fahren um dem ganzen zu entkommen (manchmal auch an Baum zu fahren un es zu beenden).

Das ganze belastet natürlich nicht nur mich sondern auch meine Frau und die Kids wenn ich mal wieder schlecht drauf bin.

Klingt vielleicht alles für aussenstehende nicht schlimm aber für mich ist es die Hölle seit nem 3/4 Jahr.

Ich sollte auch erwähnen dass ein Gespräch mit meiner Ex nicht möglich ist da sie mich seit meinem Auszug völlig ignoriert (ich weiss nicht was damals der auslöser war, sie hat es mir nie gesagt) genausowenig kann ich mit meiner jetzigen Frau darüber reden da es ein Tabuthema ist und meine Launen unsere Ehe eh schon strapazieren.

Irgendjemand ähnliche Probleme (gehabt) der mir tipps geben kann wie ich das ganze allein verarbeiten kann

Antworten
PIytho5nixst


Ich kann deine Hölle gut nachvollziehen.

Irgendjemand ähnliche Probleme (gehabt) der mir tipps geben kann wie ich das ganze allein verarbeiten kann

Du ganz allein - ich denk, das wird schwer, das merkst du ja selbst nach der langen Zeit deiner Selbstversuche, es in den Griff zu bekommen.

Deutlich vielversprechender:

1) Gang zu einem Psychiater, Problem dort ansprechen (er unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht, auch deiner Frau gegenüber), ggf. erkennt er die Zweckdienlichkeit eines Antidepressivums. Das kann schon mal ne Menge verändern. Es braucht aber ca. 3-4 Wochen Zeit, und die Dosierung muss erst gefunden werden, und diese Medikamente haben auch Nebenwirkungen.

Termine beim Psychiater (ein quasi Arzt für psychische Krankheiten) sind relativ einfach zu bekommen, manche haben auch Akutsprechstunden ohne Termin.

2) Ergänzend dazu: Psychotherapie, für die du deine Therapieziele formulierst (auch hier: ärztliche Schweigepflicht der Psychotherapeutin. Ggf. eine Psychotherapeutin, die irgendwie deiner ersten Frau ähnlich ist vom Typ, die PT redet mit dir. Evt. auch einen männlichen Psychotherapeuten, der dir ähnlich ist vom Typ, wenn du dich da verstanden fühlst. Psychotherapie ist in der Regel eine Gesprächstherapie.

Dein "beruflich viel unterwegs" wird sich diesen Terminen (meist 1x die Woche 50 Minuten, ggf. alle 2 Wochen 50 Minuten, rechne mal mit 20-25 Sitzungen, also etwa 1/2 Jahr bis 1 Jahr) dann mal unterordnen müssen. Ich denke, es ist fair genug, deiner Frau von deiner Psychotherapie zu erzählen, aber alle Details auszulassen. Ich denke, es ist auch der ganzen Familie zweckdienlich, wenn dann das, was du "deine Launen" und "mal schlecht drauf" nennst, abnehmen.

Psychotherapie-Termine sind aber relativ schwer zu bekommen, richte dich da auf eine Wartezeit einiger Monate ein. Und dass ggf. erst beim 2. oder 3. Psychotherapeut/in wirklich irgendwie die Chemie von beiden Seiten stimmt.

Eine Psychotherapeutin ist kompetent genug, um evt. von deiner Seite aufkommende Sehnsucht nach der Psychotherapeutin als "Ersatz-Objekt" für die erste Ehefrau verantwortlich zu handhaben. Die Konfliktbearbeitung für dich wird aber so möglich, und das gerade ohne, dass deine Ex-Frau einbezogen wird, was diese ja mit ihrer abweisenden Haltung klar signalisiert, dass sie jeden Kontakt zu dir ablehnt.

Alternativen:

* eine Kur (einige Wochen) mit psychotherapeutischer Komponente. Das mag sich für den "viel beruflich unterwegs"-Menschen vielleicht erstmal komisch anhören. Kann aber eine gute Unterbrechung sein, und auch der Ortswechsel tut dir dann ja gut. Mal weg vom Sehnsuchtsobjekt. Es ist aber mehr ein Durchatmen. Vielleicht aber genug für dich.

* eine Gruppen-Psychotherapie - da kommt man schneller rein. Ein Psychotherapeut beschäftigt sich dann nicht mit dir allein, sondern du hast um dich herum eine ganze Gruppe weiterer Patienten, jeder mit seinem Anliegen, wo die Patienten auch untereinander reden. Wer der Typ dafür ist, kann sowas gut klappen. Es gibt zwar die Abmachung und eine Vereinbarung dazu, dass die Themen in der Gruppe bleiben, aber letztlich weiß man nie, was wirklich nach außen kommt.

* eine Selbsthilfe-Gruppe mit dem Thema Depression - Adressen/Kontakt gibt's beim Gesundheitsamt. Problem: viele Teilnehmer dort haben Klinik-Hintergrund mit diagnostizierter Depression. Chance: sie wissen, wie es ist, wenn man "x Stufen weiter" war als du derzeit, z.B. nach Einnahme von Antidepressiva, Klinikaufenthalt, Suizidversuch, wieder Klinikaufenthalt. Problem auch: wenige kommen aus dem depressiven Verhalten wirklich wieder raus, nur einigen gelingt das. Das Umfeld ist also - sagen wir - herausforderungsvoll. Und du findest ggf. kaum Verständnis bei den anderen mit einer "noch nicht mal diagnostizierten" Depression.

R;alpHh_FHH


Die Art der Trennung, die Du beschrieben hast, reißt tiefe Wunden. Noch quasi frisch verliebt der Partnerin beraubt, ohne plausible Erklärung, das wirkt lange nach. Insofern ist es kein Wunder, dass Du noch heute merkwürdige Gefühle hast, wenn Du von ihr hörst und die Schmetterlinge wieder fühlst, wenn Du an sie denkst. Das ist nichts schlimmes, die Vergangenheit ist ein Teil von Dir. Aber das ist Vergangenheit und sollte Deine Gegenwart nicht unendlich belasten.

Eigentlich verblasst die Erinnerung an früher ja unter den schönen neuen Erfahrungen und Eindrücken. Wieso tut sie das bei Dir nicht? Da stellt sich ja spontan die Frage, ob Du denn mit Deiner jetzigen Frau glücklich bist? Oder war sie damals nur ein Trostpflaster, eine Notlösung, ein verzweifelter Versuch, die Exfrau zu vergessen?

Wenn Du in Deiner Beziehung unglücklich bist, aber aufgrund der Erfahrung von damals lieber an der Ehe festhältst, bist Du generell empfänglich für neue Reize - und seien es die der Ex Frau.

D!ieDosism'achtdhasGixft


Habe erst einmal eine Weile rum gedacht, was und wie man Deine/eure Situation sehen und eventuell angehen bzw. auflösen kann. Es ist schon ein hartes Brot an dem Du gerade rum knapperst, aber ich versuche es mal für Dich Lösungsansätze/annehmbare Sichtweise anzubieten. Was Du selbst dara ;-) us machst, na Du weißt schon ....

Vor 14 Jahren habe ich eine Frau kennnengelernt. Es war die sogenannte Liebe auf den ersten Blick. Bei mir wie bei ihr. Wir waren uns sicher irgendwann zu heiraten,zueinander zu gehören, halt DEN einen Partner gefunden zu haben. Nach knapp 2 Jahren haben wir uns dann wirklich getraut...und dann ganz plötzlich nach 8 Monaten Ehe war es aus. Sie wollte plötzlich nichtmehr sodass ich recht schnell ausgezogen bin. Unsere Wege haben sich dann verloren.

So Eheanläufe hab ich nicht nur einmal erlebt, sondern im Verlaufe der Jahre einige Male. Die "wilde Ehe" funktionierte prima, selbst mit Kindern, und sobald es offiziell war - ging es komplett an die Wand. Ich denke, dass es einige Menschen gibt, die mit der offiziellen "Verbindlichkeit" nicht umgehen können, die sich gedanklich in einem Käfig befinden, wie eine Tür, die sich von innen nicht mehr öffnen lässt. Was und ob dies für Deine Ex-Frau ebenso angefühlt hat oder ob sie an Dir Dinge wahr genommen hat, die sie nicht mehr ertragen konnte, wer weiß das schon. Du bist damals für sie (muss nicht so gewesen sein) zu schnell in die Flucht gegangen, hast schnell resigniert aus Enttäuschung.

Knapp 1 Jahr später habe ich dann eine andere Frau kennengelernt. Mit der bin ich mittlerweile verheiratet und wir haben 3 Kinder.

Das klingt für mich eher wie eine Flucht, die ganz schnell "zudecken" sollte, was Du an Enttäuschung und emotionalem Leid hinter Dir lassen musstest.

Nun zum Problem:

Vor einem Jahr habe ich erfahren, dass meine Ex eine Tochter zur Welt gebracht hat. Das hat mir irgendwie den Boden unter den Füßen weggezogen. Ich weiss nichtmal warum genau. Dann ist sie wieder in das Haus gezogen in dem wir zusammen gelebt haben und sich vom Vater ihrer Tochter getrennt. Bis dahin ging es noch, dieses komische Gefühl in der Magengegend zu ignorieren wenn ich an sie dachte.

Nun ich denke, Du hast dieses damalige Geschehen, die plötzliche und abrupte Trennung nie wirklich abschließen und verarbeiten können. Es hat zwar in Dir "geschlummert", aber richtig im Reinen warst Du mit diesem für Dich komischen Ehe-Ende nie. Das schlägt nunmehr um so heftiger in Dir zurück.

Du siehst, dass sie mit einem anderen Mann in der Lage war etwas zu leben und real umzusetzen, was Du gern mit dieser Frau gelebt und gehabt hättest. Wozu Du aber aus Dir unerklärlichen Gründen keine Chance bekommen hast.

Anfang des Jahres hab ich sie dann zufällig in der Stadt gesehen und auf ein Mal war ALLES wieder da. Schmetterlinge im Bauch, weiche Knie etc. Ich träume 3 bis 4 mal wöchentlich von ihr, jede noch so kleine Verbindung zu ihr (düfte, Wörter, Lieder) triggert in mir diese "Sehnsucht" bei ihr sein zu wollen, diese magische Zeit die wir hatten wieder haben zu wollen.

Weißt Du, ich kann ein Stück weit nachempfinden was da gerade mit Dir passiert. Aber Du bist gerade dabei wieder in diesen jungen Ehemann von damals zu schlüpfen, für Dich hat Deine Ex-Frau immer noch diesen Zauber von "kam, sah und siegte- Deinem optischen und seelischen Ideal". Du versuchst gedanklich das mit ihr "weiter zu leben" was sie Dir damals für Dich wort- und grundlos verweigert hat.

Was Du nicht abschätzen kannst, wie sehr diese Frau sich als Mensch und Persönlichkeit weiter entwickelt hat und wie sie heute gereift denkt und fühlen würde. Du liebst immer noch diese junge Ehefrau, die mit Dir nicht in Dein Traumland übersiedeln wollte.

Beruflich bin ich viel unterwegs und denke oft daran einfach ummer weiter zu fahren um dem ganzen zu entkommen (manchmal auch an Baum zu fahren un es zu beenden).

Menschen sind in der Vielzahl "Fluchttiere", wenn es im Leben unangehm und unübersichtlich wird. Denke da an einige Titel von Udo (Gabi im Park oder Ich war noch niemals in New York). Die Sehnsüchte, die ins uns leben können so verdammt stark und verzehrend sein. Man fühlt sie greifbar nahe vor sich und doch unerreichbar weit weg. Und weil man das in diesem Fall Du nicht aushalten will, scheint einem die Flucht das im Moment einzig Richtige zu sein.

Das ganze belastet natürlich nicht nur mich sondern auch meine Frau und die Kids wenn ich mal wieder schlecht drauf bin.

Eine aufmerksam, sensible und liebene Partnerin spürt auch unausgesprochen, wenn mit dem Mann neben ihr etwas nicht stimmig ist. Da braucht es nicht mal die große Offenbarung und große Erklärungen. Allerdings vermute ich, (was Du vielleicht selbst derzeit nicht mal so siehst), dass Deine Ex-Frau eine Stellvertreter-Position in Bezug auf Deine Ehe eingenommen hat.

Sie ist in meiner Wahrnehmung das Symptome, aber keineswegs die alleinige Ursache für Deine seelischen Probleme. Warum ich das so sehe?

Es hätte Dich nie und nimmer so heftig erwischen können, wenn Deine Ehe solide und für Dich seelisch erfüllt gelebt wäre von Deiner Seite aus. Natürich kann man Wehmut über etwas in sich behalten, was sich nicht erfüllt hat. Damit stehst Du keineswegs allein in Deinem Leben da. Aber es bedeutet eben auch, dass Du Dinge in Deiner aktuellen Ehe und Familie vermisst, Deine Frau vielleicht damals nur ein "Fluchthelfer" für Deine damalige Ausnahmesituation war, und vielleicht doch nicht die von Dir gewollte Partnerin. Bitte hinterfrage das für Dich mit rationalem Abstand kritischer. Es muss nicht so sein, ich bin nicht Du, aber ich halte es auch nicht für komplett herbei geredet.

Klingt vielleicht alles für aussenstehende nicht schlimm aber für mich ist es die Hölle seit nem 3/4 Jahr.

Wenn ich mich in Deine Position gedanklich begebe, doch ja, es muss sehr schlimm sein was Du gerade an Achterbahnfahrt erlebst. Aber es ist nicht unlösbar, es kommt drauf an, wie selbstreflektiert Du an dieses Dilemma heran gehen kannst und willst.

Ich sollte auch erwähnen dass ein Gespräch mit meiner Ex nicht möglich ist da sie mich seit meinem Auszug völlig ignoriert (ich weiss nicht was damals der auslöser war, sie hat es mir nie gesagt) genausowenig kann ich mit meiner jetzigen Frau darüber reden da es ein Tabuthema ist und meine Launen unsere Ehe eh schon strapazieren.

Ja, so eine Situation ist heftig und Du suchst gerade wie ein Ertrinkender das rettende Ufer bzw. überhaupt Boden unter Deinen Füßen. Da ist im Moment nichts woran Du Dich festhalten kannst.

Irgendjemand ähnliche Probleme (gehabt) der mir tipps geben kann wie ich das ganze allein verarbeiten kann

Ähnliche Probleme vom Empfinden her ja, analog zu Deiner Position und Lebensvita nein. Aber eine Liebe los lassen müssen die sehr hart und schmerzhaft war und die Ratio über das Herz siegen musste, ja das gab es schon. Aber mir ist gelungen darauf keine Mördergrube werden zu lassen. Habe mich lange zurück liegend damit aussöhnen können.

Du musst darüber reden, und nein es muss nicht Deine aktuelle Frau sein. Es würde für Dich ermöglichen aus der Dynamik der Gedankenspirale raus zu finden. Jemand, der neutral von außen rauf schaut, der genug Lebens- und Empathie-Erfahrung hat mit Dir diesen starken Strudel zusammen aufzuarbeiten. Das ist ein Muss, sonst bleibt dieser seelische Stachel in Dir, wird tiefer und fester.

Empfehlen könnte ich Dir Oldie49 aus diesem Forum. Vielleicht auch eher per PN, wo alle Deine Empfindungen ungefiltert raus lassen kannst, dass ist wichtig. Ohne falsche Scham, all die nicht verarbeitete Wut und Trauer um diese junge unerfüllt gebliebene erste heftige Liebe und Ehe. Natürlich auch jemand anderer dem Du zutraust Dich menschlich auffangen zu können. Alles Gute und bitte mach zeitnah etwas. Ein Baum ist keine Lösung, und würde Deine Kinder und Deine Ehefrau mit einer Situation zurück lassen, wie Du sie seit Jahren durchlebst. Fragen, die Dir Deine Ex-Frau nie gestellt und ermöglicht hat, die aber dennoch für Dich schmerzlich offen geblieben sind. Alles Gute für Deinen sicher nicht einfachen Weg und viel Kraft. :)*

S"ommIer\kindF4x4


Weißt du, man sagt: Frauen leiden nach einer Trennung lange, aber sie verarbeiten eine Trennung richtig und schließen damit völlig ab.

Männer hingegen leiden kurz aber heftig, und verdrängen danach nur. Sie stürzen sich recht bald in eine neue Beziehung, um damit den Schmerz zu stillen, aber das heißt nicht, dass sie die Trennung verarbeitet und abgeschlossen haben.

Dazu muss man durch den Schmerz durch, und zwar richtig, ohne Ablenkung durch Arbeit, andere Frauen, ohne Vermeiden, die Ex zu sehen, ohne Weggucken oder wegdrücken. Der Schmerz muss gefühlt, das Ende der Beziehung betrauert werden. Hast du das damals getan?

Es scheint fast so, als wärst du nach deiner 1. Scheidung in Schockstarre verfallen, hast nichts verarbeitet, und nach 1 Jahr eine andere Frau kennengelernt und weiter ging es. Hast du richtig getrauert? Hast du geweint um diese Liebe, die sie nicht mehr mit dir leben wollte?

Wenn nicht, dann ist es wohl so, dass deine Trauer um diese Ehe mit der Frau sich jetzt als Depression bei dir bemerkbar macht, weil du sie nicht gelebt hast. Ob du es selbst schaffst, die Trauer jetzt zuzulassen, oder mit Hilfe eines Therapeuten, musst du ausprobieren.

Du musst an diese Trauer rankommen. Dann kann sie abfließen und dann geht sie weg. Setz dich alleine Zuhause hin, höre die Musik von damals, lies dir alte Briefe zwischen euch durch, weine, trauere, gesteh dir ein das diese Beziehung zuende ist und nie wieder etwas wird. Vermeide diese "Trigger" nicht, du kannst dem Schmerz nicht entkommen, er kommt immer wieder.

DBieD|osisma@chtdavsGixft


Ups rum knabberst muss es natürlich heißen. Wenn man zu schnell denkt und zu langsam schreibt. ;-) ;-D

M,anu-el2x207


Wow das nenne ich mal Antworten. Viele Dank schonmal dafür.

Ich bin ein aehr empathischer Mensch, der so erzogen wurde, das die Menschen um mich herum an Stellen vor mir selbst stehen. Deshalb stehen meine Frau und meine Kinder immer vor meinen eigenen Problemen. Das bedeutet auch, dass ich versuche (grade meine Kids) sie aus der "Schusslinie" zu halten. Da es immer mal wieder spannungen in meiner Ehe gab, würde ein Gespräch mit meiner Frau eher in die falsche Richtung gehen und im schlimmsten Fall die Kinder benachteiligen.

Ich bin ja nichtmal in der Lage der gabzen sache auszuweichen, da ich auf dem Arbeitsweg mindestens 2 mal an besagtem haus vorbeikomme.

Meine Sorge ist vorallem, dass das ganze herauskommt da hier auf dem Land jeder jeden kennt und es ja schon reichen würde, jemandem im wartezimmer einer speziellen Praxis zu treffen, damit das Gerüchterad anfängt sich zu drehen.

R/alphx_HH


An dem Haus vorbei zu kommen sollte kein Problem sein, wenn Du mit dem Thema mal abgeschlossen hast, aber das ist eben nicht der Fall. Löse das, denn ein so uraltes Problem darf dich heute nicht immer noch quälen. Bei der Lösung sollte Dir die Anonymität egal sein. Jeder hat mal Probleme und niemand ist irgendwem Rechenschaft schuldig. Du sitzt beim Psychologen und triffst jemanden? Na und? Derjenige hat auch ein Problem, sonst wäre er nicht da. Der wird das nicht rumerzählen.

Manchen Menschen reicht es, ihr Problem regelmäßig mit einem guten Freund beim Bier zu besprechen. Vielleicht reicht das. Manche brauchen professionelle Hilfe. Wenn das bei Dir schon zu Depressionen neigt und konkrete Selbstmordabsichten am gedanklichen Horizont auftauchen, ist es dringend Zeit, sich professionelle Hilfe zu suchen. Ob das der Fall ist, kannst nur Du beantworten.

DfieDosi)smachtda;s4Gift


Wow das nenne ich mal Antworten. Viele Dank schonmal dafür.

Nichts zu danken, genau dafür und schwierige Situationen ist dieses Forum gedacht. ;-) Du entscheidest was Du Dir an Anregungen und Sichtweisen für Dein reales Leben raus ziehen willst.

Ich bin ein aehr empathischer Mensch, der so erzogen wurde, das die Menschen um mich herum an Stellen vor mir selbst stehen. Deshalb stehen meine Frau und meine Kinder immer vor meinen eigenen Problemen.

Das ist in meinem Empfinden ein guter Ansatz mehr zu hinterfragen, ob das en Detail immer so gut ist. Nichts gegen Edelmut, Schutz von Unschuldigen oder Bedürftigen, die es nötiger brauchen. Aber sich selbst immer ans Fahnenende der seelischen Wünsche zu stellen ist nicht nötig und kann genau in so eine Situation führen, in der Du gerade steckst.

Steine auf Wegen liegen dort nicht zufällig rum, und sie werden nicht leichter, wenn man sie nur lange genug dort liegen lässt.

Das bedeutet auch, dass ich versuche (grade meine Kids) sie aus der "Schusslinie" zu halten. Da es immer mal wieder spannungen in meiner Ehe gab, würde ein Gespräch mit meiner Frau eher in die falsche Richtung gehen und im schlimmsten Fall die Kinder benachteiligen.

Erst einmal mag das als kurzfristige Lösung funktionieren, langfristig ganz sicher nicht. Natürlich musst Du erst mal selbst innerlich in Dir sortiert sein. Seelische Baustellen mit einer vertrauten Person in diesem Fall Deiner aktuellen Partnerin zu eröffnen, wenn Du selbst aus noch ein weißt ist sicher alles andere als löstungsorientiert. Du hast nichts anzubieten was euch wieder aus dem Strudel raus holt und sie nur noch mehr verunsichern würde. Lach bitte nicht, schau Dir mal Herr der Gezeiten an. In Ruhe ganz für Dich, es zeigt was es mit einem Mann macht, der nie verziehen und nie verarbeitet hat. Es steht nur als ein Stein auf Deinem Weg, aber Du kannst frei werden in Dir und dafür musst Du etwas tun.

Ich bin ja nichtmal in der Lage der gabzen sache auszuweichen, da ich auf dem Arbeitsweg mindestens 2 mal an besagtem haus vorbeikomme.

Gibt es wirklich nur eine Straße, die nach Rom führt? Oder ist es ein Teil Deiner gewollten Qualen? Neugier und Sehnsucht vielleicht?

Meine Sorge ist vorallem, dass das ganze herauskommt da hier auf dem Land jeder jeden kennt und es ja schon reichen würde, jemandem im wartezimmer einer speziellen Praxis zu treffen, damit das Gerüchterad anfängt sich zu drehen.

Völlig unnötig als Hinderungsgrund. Es gibt die freie Arztwahl, wenn dies für Dich ein Weg werden soll. Es gibt umliegend viele größere Städte, eine Ärztekammer, die Dich beraten kann oder auch ehrenamtliche Beratungsstellen. Du musst nicht direkt vor Ort Dir bekannte Ärzte kontaktieren. Nimm Dir dafür ein paar Tage Urlaub, wenn es der Weg sein sollte, vielleicht sogar ein paar Tage weg von der Familie, denn es wird richtg ans Eingemachte gehen. 14 Jahre die unverarbeitet ein Lebensthema begleitet haben, dass als Narbe nie verheilt ist - braucht mehr als ein paar Sitzungen oder Gesprächsbereitschaft. Gib Dir dafür genügend Raum und Zeit, dass ist wichtig.

Mxi@ssCMarxie


Meine Gedanken dazu.....

Ich denke nicht, dass das noch echte Verliebtheit ist.

Du hängst einfach in der Luft weil du nicht weißt woran die Trennung lag.

An dir, an ihr usw. usw.

Wir Menschen sind masochistisch veranlagt. Schmerz, vor allem alter Seelenschmerz zieht uns an wie ein Magnet.

Evtl. weil wir meist nur am Schmerz wachsen können. Gehts uns gut, gibts ja keinen Grund was zu öndern.... :)^

Mag eine Grundsätzliche Frage.

Warum liebst du deine Frau? warum hast du sie geheiratet? Was gefällt dir an ihr?

Zu deiner Ex Frau.

Es gibt viele Menschen, die die Verbindlichkeit nicht packen. Das sieht man immer wieder. Einen Grund dazu braucht man nicht unbedingt. Es ist eine Art davonlaufen vom Leben finde ich. Jemanden dann noch zu ignorieren ist entweder eine Art Bestrafung, oder selbst ein davonlaufen.

es treffen sich doch auch oft Leute mit dem gleichen Leid, oder der gleichen Erziehung.

Was im Endeffekt eine Todesspirale für eine Ehe wird. 2x die gleichen Komplexe heißt ja, der eine kann dem anderen da nicht raushelfen weil er selbst da drin steckt. Daran kann man nicht wachsen, verstehst du was ich meine.

Personen die einen ergänzen und evtl. auch etwas fordern, bringen dich dazu über dich selbst hinauszublicken. :)_

Wie genau wurdest du erzogen? Und trifft das auch deine Ex auch zu?

PhytFhonSis+t


Eigentlich verblasst die Erinnerung an früher ja unter den schönen neuen Erfahrungen und Eindrücken. Wieso tut sie das bei Dir nicht? Da stellt sich ja spontan die Frage, ob Du denn mit Deiner jetzigen Frau glücklich bist? Oder war sie damals nur ein Trostpflaster, eine Notlösung, ein verzweifelter Versuch, die Exfrau zu vergessen?

Wenn Du in Deiner Beziehung unglücklich bist, aber aufgrund der Erfahrung von damals lieber an der Ehe festhältst, bist Du generell empfänglich für neue Reize - und seien es die der Ex Frau.

Ich würde das nicht so wertend sehen mit der gängigen seriellen Beziehungsexklusivität, die du da implizierst. Ich finde, ein Mann kann auch gleichzeitig mehrere Frauen lieben, jede auf ihre Art. Die Sehnsucht nach der Ex-Frau muss also ihre Ursache nicht in Defiziten der aktuellen Beziehung haben (und umgekehrt). Sondern die Ursache kann in ihm selbst liegen. Und damit wird es auch in der Psychotherapie bearbeitbar.

Wer für beide Frauen etwas empfindet, der muss die aktuelle Beziehung nicht als "Trostpflaster, Notlösung, verzweifelten Versuch, die erste Ehefrau zu vergessen" abwerten oder darin unglücklich sein. Aber er bekommt natürlich enorme Spannungen, wenn die zweite Ehefrau dieses gedankliche Modell serielle Beziehungsexklusivität (immer erst eine Beziehung abhaken, dann neu) hat. Und das hat er ja erkannt, dass seine Gedanken die Beziehung belasten.

Ich wollte deinen Worten, Ralph_HH, die natürlich auch so passend sein können, das nur als weitere Sache ergänzen, die verbreitet nicht gleich so verstanden wird.

Wenn das bei Dir schon zu Depressionen neigt und konkrete Selbstmordabsichten am gedanklichen Horizont auftauchen, ist es dringend Zeit, sich professionelle Hilfe zu suchen. Ob das der Fall ist, kannst nur Du beantworten.

Als kleine Hilfestellung: es gibt Fragebögen dazu. Die normalen sind einfach in der Ratgeber-Literatur zu finden (Selbsthilfe ist so möglich).

Mal zwei Internet-Beispiele:

[[https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/selbsttest]]

[[http://www.dr-hartmann.de/index.php?id=32]]

Beim Psychotherapeuten werden längere und statistisch gegen eine große Grundgesamtheit validierte Fragebögen verwendet, oft als Computerprogramm. Die klinischen Tests kosten Geld, ein freier Bezug für Patienten ist da in der Regel nicht möglich. Aber eine Durchführung so eines Tests dort ist eine Möglichkeit, wer sich nicht von der Meinung des Psychotherapeuten abhängig machen will. Und diese Selbstbestimmung war ihm ja wichtig. Man macht quasi nur erstmal die Diagnose-Seite (Was habe ich denn überhaupt? Ist das medizinisch relevant? Wie ausgeprägt ist es?), und nicht gleich die Therapieseite, die oft noch stigmatisiert ist.

Wer also den Grad "sich es selbst beantworten können" schon überschritten haben sollte (eine fortschreitende Depression ist ja fies, sie verstellt/verändert das eigene Urteilsvermögen bis irgendwann zum ausweglosen Tunnelblick in den Suizid), der kann solche Fragebögen als Grundlage zu einer Einschätzung nehmen. Ich habe bewusst mal 2 verlinkt.

PiythoDnist


Du musst an diese Trauer rankommen. Dann kann sie abfließen und dann geht sie weg. Setz dich alleine Zuhause hin, höre die Musik von damals, lies dir alte Briefe zwischen euch durch, weine, trauere, gesteh dir ein das diese Beziehung zuende ist und nie wieder etwas wird. Vermeide diese "Trigger" nicht, du kannst dem Schmerz nicht entkommen, er kommt immer wieder.

-- Sommerkind44

Bei allem Respekt - diese Trigger derzeit noch bewusst zu intensivieren, davon kann ich Manuel2207 in der jetzigen Situation nur abraten - ich halte das für sehr riskant.

Ich stimme zu, dass es nötig sein wird, eigene Fähigkeiten zu entwickeln um mit den Triggern (auslösende Sachen wie das, was du nanntest: Orte, Düfte, Musik, Lieder, Worte) einen eigenen Umgang zu finden. Also quasi resistenter gegen ihre überwältigende Wirkung zu werden.

Schon "alleine zuhause hinsetzen": mit 3 Kindern und Frau wird das schwierig, sagt mir meine Erfahrung. Zuhause gibt es diesen Moment kaum. Zumal er das ja von seiner Familie weghalten will. Das wird also eher ein Versteckspiel im eigenen Zuhause, denke ich. Ich denke, ein Trauerort außerhalb der Wohnung ist dann besser geeignet.

Und eben: Er fährt ja oft Auto (viel beruflich in Deutschland unterwegs, ich vermute mal im Auto), und das ja oft auf langen Strecken, da ist er vermutlich immer allein. Wer dann die Trigger-Musik abspielt und das auch noch konzentriert (anstatt mal gelegentlich im Radio, wo man weiterschalten kann) der geht halt ein großes Risiko ein. Wenige Sekunden und eine falsche Entscheidung aus dem überwältigten Gefühl/Impuls heraus schaffen dann Tatsachen.

Sind die langen Autofahrten allein? Lassen sie sich anders gestalten? Mit einem Kollegen zusammen? Mit dem kann man auch reden, auch über Belangloses, dann kommt wenigstens die Grübelei nicht zurück. Ginge es auch mit dem Zug? Dort sind zumindest Leute drumrum und die eigene Lenkmöglichkeit in einen Unfall ist auch weg. Aber natürlich gibt's andere Gefahren, dafür aber eine kritische Öffentlichkeit drumrum.

Ich stimme zu, dass diese Trigger immer wieder ganz zufällig auftreten kommen. Und irgendwie braucht es da eine "Abhärtung" (Desensibilisierung) und Skills damit umzugehen (Sachen die guttun, aber die die Depression nicht verstärken, sondern die einen temporär aus den depressiven Gedanken erstmal wieder rausholen). Aber die kann man auch schrittweise z.B. im Rahmen der Therapie erarbeiten. Dann mit mentaler Begleitung.

MMan\uel2x207


Nocheinmal vielen Dank für all die lieben Antworten.

Ich bin vorwiegend Nachts/früh morgens mit dem LKW unterwegs. Das ist nur allein möglich und auch diese Touren bringen mich immer wieder an trigger Orten vorbei.

Hier bei uns leben alle recht eng beieinander sodass ein ausweichen -zumindest für bestimmte trigger- nicht möglich ist.

Ihr sprecht alle von einer (beginnenden?) Depression. Ist es das denn eigentlich? Ich fühle mich eher gefangen in dieser spirale aus sehnsucht/Emotionen und Logik/Verstand.

Meine jetzige Ehe war ganz sicher eine Form von flucht, aber nicht ohne die nötigen Gefühle. Natürlich liebe ich meine Frau aber halt anders als nr1

M+ansuelU2207


Ich habe mich mit dem "ich wurde so erzogen" falsch ausgedrückt. Ich wurde eigtl nie wirklich erzogen, da meine Eltern eine sehr unglückliche Ehe inkl. Alkoholexzessen führten. Das was mein Vater mir aber immerwieder eingeprägt hat war ein

"Wenn irgendwo jemand Hilfe benötigt, dann hilft man. Auch dann wenn es zum eigenen Nachteil ist"

Genau das impliziert halt für mich dieses zurückstellen der eigenen Wünsche solange jemand anderes da ist der meine "Hilfe" braucht.

Da es ja grad zum Thema passt: Das erste mal eine Familie hatte ich als ich in der Familie meiner Exfrau aufgenommen wurde. Dort hab ich erst gelernt was es heisst Familie zu haben. Meine Schwiegereltern, Schwager, Oma und wir haben dort zusammen in einem Haushalt gelebt. Meinen Kindern lebe ich eher das vor, was ich dort gelernt habe als das was ich in meiner Kindheit hatte. Allein das lässt ja eine Verbindung zu, die regelmäßig triggert

D{ieDos2ismacMhtdasGxift


Meine jetzige Ehe war ganz sicher eine Form von flucht, aber nicht ohne die nötigen Gefühle. Natürlich liebe ich meine Frau aber halt anders als nr1

Du bist weder der erste noch der letzte Mensch, der eine brachial gescheiterte Beziehung, zumal eine Ehe mit der schnellen Aufnahme einer neuen Beziehung innerlich beruhigen und mit einem stabilen Anker im Leben befrieden will. Eine Trennung, zumal wenn sie ohne Antworten und Klärung der Ursachen verlaufen ist, lässt Fragezeichen zurück. Bei einigen Menschen bleiben das "Wunden", die nicht heilen können so lange es unausgesprochen und nicht verarbeitet bleibt.

Mit den neuen Informationen und kleinen Puzzelteilen aus Deiner Vergangenheit ergibt sich für mich ein neues Bild eurer/Deiner damaligen und heutigen Probleme.

Ich habe mich mit dem "ich wurde so erzogen" falsch ausgedrückt. Ich wurde eigtl nie wirklich erzogen, da meine Eltern eine sehr unglückliche Ehe inkl. Alkoholexzessen führten. Das was mein Vater mir aber immerwieder eingeprägt hat war ein

"Wenn irgendwo jemand Hilfe benötigt, dann hilft man. Auch dann wenn es zum eigenen Nachteil ist"

So Ansagen und Werte im Elternhaus geprägt verbleiben sehr lange in uns selbst, es sei denn das es neue Erfahrungen und Erlebnisse solche erworbenen Werte in Frage stellen und durch neue ersetzen. Hilfe zu leisten, die anderen Menschen weiter hilft halte ich für eine gute Einstellung. ABER, es sollte dabei nie aus den Augen verloren werden, eigene Bedürfnisse in der Gewichtung im Lot zu halten damit man seelisch gesund bleiben kann. Es hilft niemandem, wenn Du so lange hilfst und andere aus der Patsche holst, bis Du selbst am Boden bist und es Dir mies geht.

Genau das impliziert halt für mich dieses zurückstellen der eigenen Wünsche solange jemand anderes da ist der meine "Hilfe" braucht.

Es gibt eine Mitte, etwas zwischen totalem Narzismus und Egoismus, dass eigene Ziele immer über andere stellt und der persönlichen Selbstaufgabe bis zur absoluten Schmerzgrenze. Du darfst und musst auf Dich selbst achten und Dir Gutes tun, Dir helfen lassen wenn es am dringensten nötig ist.

Dafür darfst Du Dich auch mal ohne Familie ein paar Tage zurückziehen, und ganz bei Dir selbst sein. Wir sind keine Roboter, die auf Abruf das liefern was erwartet wird. Das kann niemand, also bitte innere Stärke nicht vorgeben, wenn sie gerade fehlt.

Da es ja grad zum Thema passt: Das erste mal eine Familie hatte ich als ich in der Familie meiner Exfrau aufgenommen wurde. Dort hab ich erst gelernt was es heisst Familie zu haben. Meine Schwiegereltern, Schwager, Oma und wir haben dort zusammen in einem Haushalt gelebt. Meinen Kindern lebe ich eher das vor, was ich dort gelernt habe als das was ich in meiner Kindheit hatte. Allein das lässt ja eine Verbindung zu, die regelmäßig triggert

Ich gehe davon aus, dass in Dir sehr viel warme Dankbarkeit für diese Zeit zurück geblieben ist. Diese kann sich auch in der langen Anhänglichkeit an Deine erste Ex-Frau zeigen. Du verbindest mit ihr eine für Dich angenehme und emotional schöne Zeit, die Du vorher in Deinem Leben so nicht erfahren hast. Sie könnte als Stellvertreterin für etwas stehen, was Dir sehr gut getan hat für Dich als Mensch. Es muss also nicht dieses echte Verliebtsein in Dir sein, sondern es ruft in Dir das wach was Du damals vor 14 Jahren in dieser Familie an Liebe und Wärme empfangen hast.

Ich habe so überlegt, ob es zutreffend ist weiß ich natürlich nicht, dass wenn Deine Ex-Frau von Deinen Familienverhältnissen wusste und sie vielleicht auch real erlebt hat, Panik und Angst nach eurer Eheschließung bekommen haben könnte, dass Du Dich ähnlich entwickeln würdest, wenn die Liebe nicht mehr ganz so stark ist und der Alltag sich zeigt. Spielte Alkohol eine Rolle während dieser kurzen Ehe und der ersten Verliebtheit? Gab es heftigen Streit, bei dem Du unkontrollierter aufgetreten bist, der zu ihrer schnellen Trennungsabsicht geführt haben könnte?

Es wäre natürlich schön, wenn Deine Ex-Frau durch einen Mediator begleitet mehr Licht in diese für Dich schwierige Situation bringen könnte. Aber darauf hast Du kein Anrecht, dass sie Dir Deine Fragen nach diesen langen Jahren beanwortet.

Vordergründig, musst Du jetzt für Dich selbst einstehen. Du bist Berufskraftfahrer und hast eine riesen Verantwortung jeden Tag den Du im öffentlichen Verkehr verbringst. Verantwortung für Menschen die Dir vertrauen müssen, dass Du ausgeruht und im Kopf frei bist, um die richtigen und für den Moment passenden Entscheidungen triffst. Wie viel Unfälle mit LKW's passieren wirst Du wissen und oft genug erlebt haben.

Du hast Deine Familie lange genug beschützt und sicher einen sehr guten Familienjob gemacht. Aber jetzt bist Du dran, und es macht Sinn das Du Dir aus dieser komplexen Situation heraus helfen lässt. Quäle Dich nicht mehr mit schlaflosen Nächten und Grübelein, mach aus Deinem Herzen keine Mördergrube. Verarbeite die Fragen die in Dir geblieben sind, es ist der richtige Zeitpunkt dafür. Dafür viel Kraft und Energie. Deine Kids brauchen ihren Vater und Deine heutige Ehefrau Dich als Partner mit ganzen Herzen für eure Beziehung.

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