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20 jähriger Nesthocker. Nach Abi kein Antrieb! Was machen???

KUäptnBlcaubä{rx42 hat die Diskussion gestartet


Mein Sohn hat mit einem richtig guten Abi keinen Antrieb für den nächsten Schritt. Erstmal wollte er " Chillen"danach fing er ein Studium an, was ihm zu leicht war und er darin keinen Sinn fand. Alles klar!! Ich war ungehalten, aber ich hatte auch bei über 10000 Studiengängen auch etwas Verständnis.

Er suchte sich etwas anderes aus und hat sich beworben. Er bekam auch den Studiengang und ich dachte es wäre alles gut. Aber nichts da. Er hat sich nicht eingeschrieben und will stattdessen den alten Studiengang machen, den er vorher doof fand. Seine Begründung war:" ich hatte vorher einfach kein Bock". Das ich mich verarscht finde ist klar.

Meine Frau hat immer Verständnis, aber ich nicht, obwohl ich auch eher von der Richtung komme:"du wirst schon deinen Weg finden".

Ich fange leider an, es zu bezweifeln.

Ich suche Rat, wie man seinen Sohn in die Unabhängigkeit schubsen kann, so dass er es selber es als sinnvoll empfindet, aber gleichzeitig nicht"allergisch"auf mich als blöden autoritären Vater reagiert.

Zu meinen Sohn: er hat keine Freundin, aber Sozialkontakte und durchaus lange bestehende Freundschaften. Allerdings ist er für mich ein klassischer Nerd. Heutzutage kommuniziert die Jugend permanent online mit vielen fiktiven und realen Freunden und ich habe Probleme damit, ob die Qualität dieselbe ist, wie bei mir (uns) vorher.

Antworten
pDlaxces


Oh, das ist ja eine blöde Situation - geht sicher vielen Eltern so...

Könnte er vielleicht eine psychische Erkrankung haben (Depression geht oft mit Antriebs- und Interessenlosigkeit einher)?

Wenn nein: macht es ihm nicht zu bequem. Wenn ihr es euch leisten könnt, dann unterstützt ihn, wenn er was ernsthaft durchzieht.

Wenn er lieber rumsitzen und zocken möchte, dann würde ich ihm das Geld streichen. Ist nunmal die Realität, dass man für seinen Lebensunterhalt aufkommen muss... Den muss man sich irgendwie verdienen.

Einer meiner Jugendfreunde hat mittlerweile (wir sind beide 30) das siebte Studium begonnen, zwei Lehren waren auch dabei. Macht auch nix, weil Papa zahlt. Was ich wirklich schade finde: er hat nichts, was ihn erfüllt, er hat keine beruflichen Erfolge. Er steht mit 30 immer noch dort, wo wir alle mit 15 standen. Was will ich mit meinem Leben anfangen? Weiß nicht...

Mir tut mein Kumpel leid. Er weiß nicht, was er vom Leben erwarten soll und weiß nicht, wo er hingehört. Vermutlich wird er mit 40 noch in WGs leben von dem Geld, das Papa ihm zusteckt. Glücklich macht das sicher nicht.

C8larke-G6riffxin


Ich finde, du solltest dich entspannen. Dein Sohn ist 20, nicht 40. Er ist volljährig und es steht ihm zu, einen Aufgabenbereich zu finden der ihm liegt, auch wenn er momentan noch unentschlossen ist. Sollte es dich stören, dass dein Sohn euch 'auf der Tasche' liegt und Zuhause hockt, kann so etwas unter Erwachsenen durchaus angesprochen werden und du kannst ihn gemeinsam mit deiner Frau dazu motivieren sich einen Nebenjob zu suchen, damit er eben nicht nur in den eigenen vier Wänden hockt, aber ansonsten solltest du ihm Zeit geben. Ich finde 20 nicht sonderlich alt, ich weiß mit 29 noch nicht wirklich was ich mit meinem Studiengang soll und mit dem Rest meines Lebens ;-D Dass wir nicht mehr im Zeitalter deiner Jugend leben und Sozialkontakte sich weitgehend verändert haben, hat wohl nichts mit seiner Studienunentschlossenheit zu tun und ist eine andere Sache, mit der du wohl selbst klar kommen musst. Nur weil dein Sohn ein 'Nerd' ist und Beziehungen mit Leuten aus dem Internet pflegt, heisst das nicht, dass diese fiktiv sind. Da solltest du vielleicht an deiner Toleranz arbeiten ;-) ins Besondere wenn er auch durchaus Sozialkontakte außerhalb des Internets pflegt und scheinbar ein ziemlich normaler junger Mann ist.

Kgäptn\Bl7aubxär42


Oh ich gehöre zu der echt entspannten Art, aber ich Frage mich nach einem Jahr, wie lange ich mir das anschauen soll. Das sich die Beziehungen zwischen den Menschen in der anderen Generation geändert hat ist mir klar: aber wie kann ich ihn positiv Pushen?

KsäptZnBl"aubär4x2


Planes:

Genau das wünsche ich mir nicht für meinen Sohn und auch für mich. Ich hoffe dass er seinen Platz findet (wegen wo), ob Studium, Lehre, oder wo auch immer. Hauptsache er macht was

KräptngBlaubäxr42


Ich wünsche es natürlich auch für meinen Sohn. Scheiss Spracherkennung

.

N:or^di84


Sicher muss er mit 20 noch nicht wissen was er den Rest seines Lebens machen will, er sollte aber wenigstens "irgendwas" machen und das auch mal durchziehen. Wenn er dann in 5 Jahren merkt er will was anderes machen kann er das ja, er hat aber wenigstens ne Grundlage um darauf aufzubauen.

Ich würde ihm ehrlich gesagt auch die finanziellen Mittel und Vergünstigungen (Auto oder ähnliches) streichen und ihn dazu drängen nen Nebenjob oder ne Ausbildung zu beginnen.

pBlacxes


Du kennst deinen Sohn am besten :-) wenn er wirklich nix findet ist es was anderes, als wenn er sagt, er will "erstmal chillen". Das bedeutet nämlich, dass du und deine Frau (mehr) arbeiten sollt, damit er rumhängen kann. Darauf würde ich mich als Elternteil nicht einlassen.

Einen faulen Partner würde ich nicht durchfüttern wollen. Einen, der seinen Job verloren und motiviert auf der Suche nach einem Neuen ist, aber schon. Macht (finanziell gesehen) keinen Unterschied, aber die Haltung des Menschen macht's.

SEuym,iKlexe


Hallo,

ich kann nur aus der Sicht einer Nesthockerin schreiben ;-)

Für mich war immer klar nach der Matura studiere ich entweder Medizin oder Psychologie - habe mit Medizin angefangen und nach zwei Jahren aber gewechselt, weil mir brwusst wurde, dass ich nicht diszipliniert genug für das Medstudium war. Also ab in den Psychologiestudiengang... da war mir aber klar, dass ich mir einen Job neben dem Studium suchen musste (hatte ja mehr Zeit bei Psychologie), meine Eltern hätten mir meine Hobbies sonst nicht weiterfinanziert, auch wenn ich weiterhin "gratis" zu Hause wohnen durfte.

Ich hatte Glück und bin damals auf einen Job im Sozialbetreuungsbereich gestoßen, den ich heute noch mit Freude ausübe und der mir viel für mein Studium an Praxiswissen gebracht hat...

Für mich stellt sich nun die Frage, ob Dein Sohn den ursprünglich angestrebten Studiengang nun wirklich durchzieht und ob dieser ihm soviel Zeit lässt, dass er nebenbei (zumindest geringfügig) arbeiten gehen kann?

Ich verstehe Deine Sorge, um die Zukunft Deines Sohnes, andererseits finde ich gerade heutzutage die Möglichkeit Ausbildungsmöglichkeiten für 1-2 Jahre auszuprobieren ein Segen. Denn ehrlich gesagt, ich habe es nie bereut, die 2 Jahre Medizin gemacht zu haben, da ich dann genauer wusste, was ich eigentlich wollte.

Und das mit dem "keinen Bock haben"... ich hatte auch nicht unbedingt Bock nach dem Gymnasium wieder Bücher pauken zu gehen - da ich aber "nur" Allgemeinbildung hatte und sonst nichts Konkretes gelernt hatte, war für mich klar, dass ich eine weiterführende Ausbildung brauchte, wenn ich nicht ewig Hilfsjobs (das meine ich nicht abwertend!) machen wollte... und es war mir immer klar und auch von meinen Eltern klargemacht worden: entweder Ausbildung oder Arbeiten. Vielleicht kannst Du das Deinem Sohn näherbringen? Und ja, das ist leider autoritär, aber er lebt (nehme ich an) unter eurem Dach und profitiert von eurem Haushalt (Essen, Schlafen, etc...) also finde ich, ihr habt als Eltern schon das Recht, hier ein Machtwort zu sprechen...

Hat Dein Sohn eigentlich schon den Zivildienst abgeleistet? Das bringt auch viele mal richtig in den Kontakt mit der Realität... vielleicht wäre das ja noch eine Möglichkeit für ihn, sich nochmal genauer im Klaren zu werden, was er eigentlich will...

Entschuldige die etwas wirre Antwort X-\

K)äpt/nBlaubNärx42


Ich hänge gedanklich noch an deiner These zur Depression. Ich bin mir da nicht ganz sicher, ob er eine hat, aber wenn, dann hat er noch eine gute Facade. Spontan würde ich sagen nein. Aber sicher bin ich mir da nicht

pllacxes


Depression geht meistens mit Einschränkungen in Antrieb, Stimmung, Schlaf (hat er Ein- oder Durchschlafstörungen?) einher. Meist ist dann auch der Appetit verändert, entweder vermindert oder erhöht. Schlussendlich kann eine Diagnose nur eine Fachperson stellen, aber das sind ganz gute Anhaltspunkte.

Wenn er nicht weiß was er will, vielleicht will er sich mal bei der Berufsberatung vorstellen?

KVäp{tnBlAaubcär42


Danke sumiklee

Das was du gemacht hast wäre für mich als dein Vater kein Problem. Nur bin ich noch in der Sorge, ob er auch diesen Weg geht.

Ich merke nur dass ich meinem Sohn nicht mehr wie eventuell vorher etwas vorgeben kann, sondern mit seiner Autonomie umgehen muss, die ich eigentlich auch respektiere. Leider geschieht dies momentan auf meine Kosten (obwohl ich auch seine Zeit der Suche respektiere). Aber wie lange? Langt ein Jahr??

S(umiKxlee


Ich hänge gedanklich noch an deiner These zur Depression. Ich bin mir da nicht ganz sicher, ob er eine hat, aber wenn, dann hat er noch eine gute Facade. Spontan würde ich sagen nein. Aber sicher bin ich mir da nicht

Ich persönlich würde nicht gleich jede Phase von Antriebslosigkeit auf eine Depression im Sinne einer psychischen Erkrankung schieben [[https://goo.gl/oVY8h3 siehe ICD 10]], es kann ja auch sein, dass ihn die Anforderungen, die heutzutage an einen jungen Menschen gestellt werden, einfach überfordern oder einschüchtern. Und ganz ehrlich: die Jobchancen stehen derzeit auch für Menschen mit Studienabschluss nicht sonderlich gut und das ist deprimierend.

Ansonsten lässt sich eine Depression mittels Gespräch und Diagnostik bei einem klinischen Psychologen relativ gut abschätzen - ich weiß nur nicht, wie in D ihr dazu kommt (Überweisung vom Hausarzt?).

N,o`rdiz84


Und das mit dem "keinen Bock haben"... ich hatte auch nicht unbedingt Bock nach dem Gymnasium wieder Bücher pauken zu gehen

So ging es mir auch, man muss allerdings nicht zwangsläufig studieren, bloß weil man Abi hat. Was spricht in so nem Fall gegen ne 2 oder 3 jährige Ausbildung die möglicherweise in den Bereich geht in dem man eh studieren wollte ? Keine Ahnung, vor dem Medizinstudium ne Ausbildung als PTA oder sowas ? Dann weiß man schon ob einem der Bereich so gut gefällt das man dort wirklich ans eingemachte gehen will.

Und was spricht denn gegen ein wenig Autorität ? Man kann nunmal nicht nur auf dem Hintern hocken und zocken o.ä., man muss was für seinen Lebensunterhalt tun und das geht nur in dem man irgendwas lernt. Er kann sich ja dann aussuchen ob er Zuhause wohnen möchte und nen (Neben-)Job bzw. ne Ausbildung beginnt oder ob er sich ne eigene Bude sucht und mit H4 24/7 "kein Bock" haben möchte.

D}ie Awllerscqhürfste


@ SumiKlee

Zivildienst bzw. Wehrpflicht wurde in Deutschland bereits 2011 abgeschafft. *:)

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