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Beziehung mit Flüchtling

dkanaxe8x7


Und natürlich auch: willst du dein Leben, unabhängig von dieser Beziehung hier, wirklich weiter danach ausrichten was andere sagen, was deine Mutter macht?

m,arEia7x86


Wie gesagt, er kommt aus Syrien. Er kann auch gut deutsch, lernt viel alleine, und hat gute Aussichten, seinen erlernten Beruf hier fortzuführen. Abschiebung in nächster Zeit ist unwahrscheinlich. Das richtet sich auch nicht danach, ob die Eltern im Heimatland Geld haben oder nicht, wenn dort Krieg herrscht. Ich möchte vielleicht generell nicht heiraten.

Ich wüsste gern, wie einem egaler sein kann, was andere denken. Ich hab immer das Gefühl, andere hätten durch ihre Meinung Macht über mich und wenn ich über mein Privatleben erzähle, würde ich ihnen was zum Fraß vorwerfen.

POurp'lelikxe


Vielleicht wäre folgender Ansatz besser für dich:

Mach dir darüber Gedanken, warum du so viel Wert auf die Meinung anderer Menschen legst.

Eine Beziehung zu einem Flüchtling halte ich in erster Linie nicht für tragisch, Mensch ist Mensch.

Nur finde ich es auch etwas früh.

Der Mann muss sich erst mal aneignen, was wir hier für ne Kultur haben, dass Mann und Frau sich in der Regel auf Augenhöhe treffen. Dass das bedeutet, dass die Frau auch Mitentscheiden kann usw.

Das sind alles Dinge, die man vom Kopf her relativ schnell verstehen mag. Aber es sich auch verinnerlichen und danach leben, das ist wieder etwas anderes und genau da würde ich für mich halt einfach die Augen offen halten, wie sich das entwickelt.

dPanHae87


Ich wüsste gern, wie einem egaler sein kann, was andere denken. Ich hab immer das Gefühl, andere hätten durch ihre Meinung Macht über mich und wenn ich über mein Privatleben erzähle, würde ich ihnen was zum Fraß vorwerfen.

Ich würde diesem Gefühl mal auf den Grund gehen. Andere menschen haben ja, abseits von körperlichen Angriffen, immer nur soviel Macht über mich, wie ich ihnen zugestehe. Wenn ich beschließe, dass mir diese Personen völlig egal sind, dann kann mir ja auch egal sein wie doof sie mich finden. Dann suche ich mir halt Leute die meine Einstellungen teilen.

n~evertfhielexss


Ich arbeite auch im Flüchtlingsbereich als Integrationsfachkraft. Je nach Tätigkeitsbereich sehe ich da absolut kein Problem, wenn aus dem Betreuungsverhältnis später mehr wird. Es kommt halt auch immer auf den Bereich an, den hattest du glaube ich auch nicht erläutert. Als städtische Flüchtlingskoordinatorin fände ich es zum Beispiel eher befremdlich, als wenn du Ehrenamtlerin wärst oder Freizeitangebote für Geflüchtete anbietest.

Ich habe auch zu einigen engeren, freundschaftlichen Kontakt, sodass man sich auch mal in der Freizeit trifft. Da ich in einer festen Partnerschaft bin, habe ich natürlich keine weiteren Ambitionen. Aber da gibt es durchaus einige Männer, da könnte ich mir durchaus vorstellen, sie mit einer deutschen Frau an ihrer Seite zu sehen. Gerade viele Kurden, Syrer, Iraner und Iraker fliehen ja wegen der politischen und moralischen Einstellung ihres Regimes und sie selbst sind tatsächlich viel säkularer und offener in ihrer Mentalität.

Ich kenne auch einige Eritreer, die sehr "westlich" sind.

Viele vergleichen diese Beziehungen vermutlich mit den früher vorherrschenden Geschichten der Türkei- oder Marokko-Urlaubsliebe.

Letztendlich, wäre ich an deiner Stelle, würde ich drauf scheißen was andere von meinem Partner halten. Es gibt doch immer jemanden, der meckert, egal was für einen Partner man hat. Du und er, ihr gemeinsam müsst glücklich werden. Und selbst wenn du jetzt naiv und total blauäugig bist, dann können dir die ganzen Kritiker und Skeptiker auch nicht die rosarote Brille absetzen. Die Erfahrung muss man leider selber immer machen in der Liebe. :=o @:)

Ich wünsche Euch alles Gute!

P.S. Ich kenne eine Mittvierzigerin, die ist seit gefühlter Ewigkeit mit einem Syrer zusammen und hat eine intakte Familie. Soll es also auch geben ;-D

dmanaex87


Aber die schreiben halt seltener ein Buch darüber. Die schreiben nur die Leute bei denen es brachial daneben gegangen ist.

sFugaBrlovxe


Da eine sehr gute Freundin von mir so ziemlich das gleiche hatte möchte ich mich zu dem Thema äussern. Einfach ihren Werdegang beschreiben.

Sie war Security im Flüchtlingslager und hat sich dort in einen der Flüchtlinge verliebt. Vielleicht sollte man dazu sagen, dass sie sich schon immer schwer getan hat einen Freund zu finden, auch, weil sie nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht und mit Modelmaßen glänzen kann.

Nunja, sie hat ihren Job für ihn aufgegeben (war bei ihr eh nur eine zusätzliche Beschäftigung neben dem Vollzeitjob) und er ist zu ihr gezogen, später hat sie auch die Vollzeitstelle gewechselt, weil sie den sozialen Druck auf der Arbeit bezüglich ihrer neuen Liebe nicht ausgehalten hat. Dafür musste sie mit vielen Freunden brechen und auch mit ihrer Mutter. Denn seien wir ehrlich, wir alle hatten (und haben) natürlich die Befürchtung, dass er sie ausnutzt. Manche konnten sie da bezüglich ihrer Entscheidung nicht in Ruhe lassen.

Sie haben nach etwa einem Jahr muslimisch geheiratet, da ihm das wichtig war. Ganz bewusst nicht standesamtlich, das war ihm auch nicht wichtig. Nach einem Jahr wurde dann tatsächlich doch standesamtlich geheiratet, da man versucht hat ihn abzuschieben.

Er ist durchaus schon eifersüchtiger als man das von deutschen Männern kennt und was Haushalt etc. angeht auch stinkfaul. Aber er arbeitet mittlerweile (den Job hat sie ihm besorgt) und macht wohl ab September nächsten Jahres in der gleichen Firma eine Ausbildung.

Wir, also der Freundeskreis akzeptieren ihre Entscheidung und freuen uns darüber, dass sie glücklich ist. Ich gönne ihr das total. Aber gleichzeitig ist man halt skeptisch, ob er nach den 3 Jahren Ehe, wenn er die Staatsbürgerschaft final erhält auch weiter zu ihr stehen wird. Ich hoffe für sie sehr...

n!eveVrt<heless


und was Haushalt etc. angeht auch stinkfaul

Ist mein Mann übrigens auch. ;-D ;-D Aber er ist durch und durch ein Deutscher.

d)andaex87


Ist mein Mann übrigens auch. ;-D ;-D Aber er ist durch und durch ein Deutscher.

Meiner auch und sie sind nicht alleine. Man gucke sich mal die Zahlen der Verteilung der Haushaltsaufgaben in Deutschland an. Da hilft Frau so oder so nur gnadenlose Konsequenz weiter. :=o

mBaria)786


Ich bin selbst faul und mein Freund will immer für mich putzen und auch kochen. 70% kocht er und 30% ich. ^^ Nicht jeder Araber hat diese Einstellung. Aber manchmal bekomme ich das auch mit, dass die arabischen Frauen wie selbstverständlich kochen. Ist das bei Deutschen so viel anders? Da kocht auch oft fast nur die Frau.

Also mir geht’s in diesem Thread nicht um diese typischen Klischees, dass er mich heiraten will oder ich für ihn kochen soll oder er alles bestimmen will. Es geht mir mehr um die Angst vor genau solchen Geschichten, die ich vielleicht immer hören müsste, wenn ich mich anderen öffne.

nyeve'rthelexss


Ich würde es an deiner Stelle gar nicht so an die große Glocke hängen. Wenn mich jemand fragt, ob ich single bin, sage ich ja auch nur "Nein, bin seit ... glücklich in einer Beziehung/verheiratet" und sage nicht "ach übrigens: er ist Deutscher!" Warum sollst du also immer dran hängen, dass er Syrer oder Geflüchteter ist. Geht doch keinen was an.

Natürlich fragen Freunde und Familie genauer nach den Lebensumständen des Partners, aber auch da würde ich das gar nicht so in den Fokus stellen. Und bei Eurer Kennenlerngeschichte kann man ja auch etwas flunkern.

Mein Mann und ich haben uns zum Beispiel über ein Computerspiel kennen gelernt. Aber Wildfremden erzähle ich das auch nicht. Da sage ich immer, dass wir uns an dem Ort kennen gelernt haben, wo wir uns das erste Mal getroffen haben.

Auf Diskussionsversuche, dir dir nicht passen, musst du ja gar nicht drauf eingehen. Kennst du doch sicher von deiner Arbeit. Diese Stammtischparolen und die ewigen Fragen, warum man in der Flüchtlingsarbeit tätig ist, umgeht man dann ja auch irgendwann gekonnt und diskret. Und so würde ich es mit dem Partner auch machen.


Einige haben uns gefragt, ob "das Flüchtlingsthema" nun doch ginge, deswegen eine kurze Info an der Stelle von mir:

Die Diskussion dreht sich im Kern um die Beziehung mit einem Menschen aus einer anderen Kultur. Selbstverständlich ist es im Kontext der Frage relevant, dass er als Flüchtling kam und die beiden sich in einem Flüchtlingsheim kennengelernt haben. Das kann auch so von allen Seiten beleuchtet werden. Aber bitte bleibt in euren Antworten weitestgehend bei diesem Mann und bei dieser Beziehung und macht keine Grundsatzdiskussion daraus. Das geht gut, wenn man auf pauschale Aussagen verzichtet und ganz nah an der Fragestellung der FS bleibt. Es geht hier also explizit nicht um die politischen Dimensionen und Flüchtlinge im Allgemeinen, sondern um Fragen zur gesellschaftlichen Akzeptanz, kulturellen Verschiedenheiten u. Ä. und den daraus möglicherweise erwachsenden Herausforderungen und Problemen.

StVK9x9


ich nehm an du bist mindestens 18..also hast du in unserer Gesellschaft das Recht und die Freiheit über dein leben selbst zu bestimmen...mit allen Risiken und Nebenwirkungen...

RMeizbenxde


Bei aller Liebe für "Offenheit" ist das Negieren kulturell bedingter Unterschiede meiner Meinung nach entweder dumm oder verlogen. Menschen werden jahrzehntelang in einem bestimmten Kontext sozialisiert. Gänzlich unbeeindruckt bleibt keiner davon. Natürlich ist es im Einzelfall stärker oder weniger stark. Das muss man sehen. Auch, ob man mit bestimmten Dingen (z.B. religiöser oder kultureller Prägung wie Achtung vor den Eltern, weibliche Aufgaben, Einstellung zu fremden Männern, etc. pp) zurecht kommt. Zuletzt bleibt zu beachten, dass das, was Menschen sagen und das, was sie wirklich denken und tun oft sehr verschiedene Dinge sind. Insofern würde ich den Handlungen besonders große Beachtung schenken.

Ich persönlich finde die potentiellen kulturellen Spannungen (dass diese, wenn man die rosarote Brille aufhat, noch keine große Rolle spielen, geschenkt) weitaus schwerwiegender als den Kennenlernkontext, da wie bereits erkannt keine Schutzbefohlenenstellung vorliegt, die missbraucht wurde.

RQeizexnde


nevertheless

P.S. Ich kenne eine Mittvierzigerin, die ist seit gefühlter Ewigkeit mit einem Syrer zusammen und hat eine intakte Familie. Soll es also auch geben ;-D

Helmut Schmidt hat extrem viel geraucht und wurde 87 Jahre alt.

Bombenargument X-\

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