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"Grundlose" Unzufriedenheit in der Beziehung?

C&anauda90 hat die Diskussion gestartet


Hallo liebes Forum!

Ich habe das Wort "grundlos" im Titel eingefüßelt, da ich mir tatsächlich nicht wirklich sicher bin, ob es eine grundlose Zufriedenheit ist oder nicht. Ich wäre euch dankbar, wenn ihr mir mit euren Meinungen und/oder Erfahrungen weiterhelfen würdet!

Ich bin seit fast einem Jahr in einer Beziehung zu Jemandem, den ich total schätze und wertschätze, respektiere und liebe. Es kann charakterlich und auch sexuell wohl nicht besser passen, ich bin immer noch total hin und weg von jedem Wort, das er sagt. Wie er zu mir ist, wie er mich ansieht, wie er aussieht und insgesamt wie er ist. Ich kann mir nicht vorstellen, jemals wieder jemanden wie ihn zu treffen.

Also rein körperlich und menschlich passt es hundertprozentig, da gibt es absolut keinen Zweifel.

Allerdings (das ist das Problem!) hält er absolut nichts von regelmäßiger Arbeit.

Nun ist das Problem meiner Unzufriedenheit (meines Erachtens nach!) tatsächlich begründet. Denn mittlerweile redet er von Heirat und Kindern (die 90 im Nick ist nicht mein Geburtsjahr), allerdings hat er keine regelmäßige Arbeit und könnte dazu absolut nichts beisteuern.

Er hat weder jemals eine Ausbildung noch ein Studium nach dem Schulabschluss begonnen bzw durchgezogen. Er sagt immer, das sei nichts für ihn. Er findet es nicht wichtig, sagt, dass er nicht leben will um zu arbeiten.

(Den Punkt kann ich natürlich verstehen, aber er hat teilweise wirklich absolut keinen Cent über, er hat auch kein Sparkonto oder sowas in der Art, in solchen Monaten lässt er sich dann gegen geringste Hilfsarbeiten Geld von seinen Eltern zustecken)

Also entweder ist er arbeitslos oder jobbt in Fabriken oder wer weiß was.

Nun sagen die Einen: "Ja, ist doch seine Sache! Er kann sein Leben so leben wie er das will."

Das stimmt natürlich. Dennoch finde ich es sehr wichtig, dass man sich wenigstens für den Notfall etwas ansparen kann, gerade wenn es um das Thema Kinder geht. Ich würde niemals ein Kind alleine finanzieren können oder auch wollen! Ich finde, das sollten beide Elternteile gleichermaßen aufteilen.

Anderseits stimmt es schon, es ist sein Leben. Ich kann mich da nicht einmischen und möchte es eigentlich auch gar nicht. Er ist ja schließlich alt genug.

Andererseits finde ich aber schon, dass man sich darüber ärgern darf. Es hat sowas von "Mach du mal, zahl mal, finanzier das Haus und Auto.... du arbeitest ja schließlich."

Gut, das war nun absichtlich überzogen. Aber ihr wisst hoffentlich was ich meine. Er will keine Ausbildung machen und auch keinen festen Job, das nervt ihn und schränkt ihn ein.

Ich habe schon darüber nachgedacht, ob unsere Einstellungen uns so krass unterscheiden, dass eine ernsthafte Beziehung mit Zukunftsvorstellungen nicht möglich ist. Also gerade finde ich es einfach lächerlich, wenn er über so etwas spricht.

Denn er tut einfach keinen Handschlag und lebt einfach so in den Tag hinein.

Nun fand ich die Thematik doch irgendwie interessant, da es in meinem Freundes- und Bekanntenkreis noch ein paar Menschen gibt, die genau so einen "unsicheren" Lebensstil pflegen. Hier ist mir das total egal, ich beurteile deren Leben nicht und es interessiert mich nicht. Aber bei meinem Partner ist es mir eigentlich schon wichtig, dass wir bei den grundlegenden Dingen einer Meinung sind oder uns zumindest gemeinsam darum kümmern (Finanzen im Bezug auf eine Heirat, Kinder etc.)

Hier ist das Problem. Natürlich ist es sein Leben, aber ich könnte das niemals! Es wäre mir einfach viel zu unsicher jeden Monat gegen 0 zu gehen und ich würde mich auch schämen, wenn ich (ohne "Notfall-Grund"! Also er macht das ja nur aus Faulheit) mit Anfang - Mitte 30 noch bei meinen Eltern wohnen würde. Zudem ist da kein Ende in Sicht, eine gemeinsame Wohnung steht für mich absolut nicht zur Debatte, dafür kennen wir uns auch sowieso viel zu wenig.

Im Gegensatz dazu steht eigentlich alles. Sein Charakter. Sein Humor, sein Charme, seine zuvorkommende Art, der Spaß den man mit ihm hat, seine Toleranz! Und auch sein Aussehen, zudem haben wir grandiosen Sex.

Ich habe tatsächlich keine Ahnung, ob das ganze eine Zukunft hat. Ich wünsche es mir insgeheim sehr, ich kann mir (auf rein menschlicher Ebene) wirklich all diese großen und wichtigen Dinge mit ihm vorstellen.

Aber was sagt es über jemanden aus, der in dem Alter wirklich keine beruflichen Wünsche, Vorstellungen oder Ideale hat? Kann das funktionieren? Und wie kann das funktionieren?

Ich hoffe ihr versteht mein Problem bei dem Ganzen :) wenn ich etwas vergessen habe rein zu schreiben oder ihr noch Fragen habt, stellt sie mir ruhig! Ich bin über jeden Ratschlag dankbar und freue mich sehr auf Input von Außen!

Liebe Grüße,

Cathi @:)

Antworten
Cxanadxa90


Oh, das im allerersten Satz sollte natürlich "grundlose Unzufriedenheit" heißen X-\ |-o

LZuc/i32


Ich glaube, es könnte früher oder später Probleme geben. Der ist offensichtlich nicht bereit irgendetwas zu ändern oder seinem Lebensunterhalt selber zu bestreiten.

Wie stellt er sich zusammenziehen und Kind kriegen vor? Ihr zieht etwa beide mit Kind zu seiner Eltern? Oder du bezahlst etwa seinem tollen Leben? Inklusive seiner Rente. Wer nicht einzahlt, kriegt nichts raus.

Also egal wie nett, gutaussehend usw. er ist, wäre das nichts für mich.

klleineOr_drac0he-nstxern


Ich gehe mal davon aus, dass er weder auf Auto, noch Haus noch sonst irgendwas Materielles Wert legt, sonst wär er einfach nur unverschämt, sondern sehe ihn so als so hippiesken Typen.

Da hab ich auch ein paar im Bekanntenkreis, die von der Hand in den Mund und Gelegenheitsjobs bzw. Hartz IV leben. Meins wäre das definitiv nicht und ich könnte mir auch niemals eine Beziehung mit so jemandem vorstellen, so toll er auch als Mensch wäre. Weil ich definitv auf Materielles stehe, z.B. gerne in Urlaub fahre, gerne Essen gehe etc. und nie im Leben bereit wäre, das für jemanden mit zu bezahlen, nur weil der zu faul zum Arbeiten ist.

Derartig unterschiedliche Lebensvorstellungen gehen erfahrungsgemäss auf Dauer nicht gut, dir geht das ja offensichtlich jetzt schon auf die Nerven.

Ich verstehe auch seine Eltern nicht: die schauen sich das an und setzen Sohnemann nicht endlich mal vor die Türe? Das ist ja krass. Noch ein Punkt der mich persönlich total abschrecken würde: Hotel Mama ist das absolute No Go!

Hast du ihm das denn schon mal gesagt? Dass du dir alles mit ihm vorstellen könntest, aber unter diesen Voraussetzungen nicht?

Denkbar wäre evtl. noch, dass er eben dann Hausmann wird, Kinder und Haushalt schmeisst und du arbeiten gehst. Gibt es, ist ja auch nicht das schlechteste Modell, allerdings glaub ich, das jemand der sich schnell "eingeengt" etc. fühlt, diesen Part auch nicht erfüllen wird. Ist ja auch Verpflichtung.

Was macht er denn den ganzen Tag? Rumhängen oder was "sinnvolles brotloses" wie meine Bekannten, die sind nämlich alle Künstler oder Musiker, tun also schon was, aber können halt Null davon leben und haben keinen Bock auf "geregelte Arbeit", weil sie das ja wieder von der Zeit für die Kunst abzwacken müssen.

C8anakdae9x0


Huch! Das ging aber schnell! Danke euch schonmal für die Antworten!

Ja, er ist von genau dieser Künstler-Sorte... er ist auch absolut nicht faul, hat sehr viele Hobbys, unternimmt unheimlich viel und sehr viele und unterschiedliche Interessen. Deswegen ist es wirklich ein Genuss mit ihm zu diskutieren oder etwas zu unternehmen, da er auch wirklich sehr intelligent ist.

"Hippiesk" trifft es sehr gut, und seine ganze Familie ist genauso. Da fragt keiner nach und es stellt auch niemand in Frage, wie lange er gerade wo lebt. Er ist auch nicht dauerhaft bei seinen Eltern, manchmal auch über Monate bei anderen Familienmitgliedern oder Freunden im Ausland. Wie gesagt, er lebt jeden Tag genau so, wie es ihm da in den Sinn kommt und will sich darin von einem festen Job nicht abhalten lassen.

Was aber soziale Bindungen/ Beziehungen angeht ist er sehr verpflichtend und anhänglich. Er will mich am liebsten jeden Tag sehen, ich bin da eher distanzierter und brauche mehr Freiräume. Er will auch absolut kein Geld von mir haben, was ich persönlich immer sehr "beruhigend" finde. Er macht mir auch gerne kleine Geschenke und lädt mich gerne zum Essen ein, also alles so, wie es ihm im Rahmen seiner finanziellen Mittel möglich ist (eben bis das Konto leer ist).

Er sagt selbst, er sucht dann nach einem festen Job, wenn er feste und realistische Pläne hat, für die er das Geld braucht. Sprich, wenn wir beschließen würden, jetzt an einem Kind zu basteln, würde er sich um einen Job bemühen wollen. Sagt er, ob er es täte und ob das Geld dann auch ausreichen würde kann man ja nun noch nicht sagen...

(Ist nur ein Gedankenspiel, wie gesagt, das liegt alles längst nicht in Reichweite)

Wie gesagt, ich mag ihn unfassbar gern, aber es macht mir wirklich zu schaffen, dass wir da so unterschiedlich sind...

Liebe Grüße!

GIraYógrxamán


Also rein körperlich und menschlich passt es hundertprozentig, da gibt es absolut keinen Zweifel.

Also rein körperlich und menschlich passt es hundertprozentig, da gibt es absolut keinen Zweifel.

Wie kann es hundertprozentig passen und gleichzeitig in so wesentlichen Belangen rein überhaupt nicht passen? Und zu seinem Mensch-Sein gehört seine Bummeligkeit, Faulheit und Arbeitsscheu ja wohl auch dazu. Warum klammerst du das beim "passt hundertprozentig" so ganz aus?

Kann es sein, dass dein Freund und du gedanklich in komplett verschiedenen Welten lebt?

Über dich und deine Zukunftsvorstellungen schreibst du:

eine gemeinsame Wohnung steht für mich absolut nicht zur Debatte, dafür kennen wir uns auch sowieso viel zu wenig

Über ihn schreibst du:

mittlerweile redet er von Heirat und Kindern

Für mich stellt sich das so dar, als ob ihr erst mal ganz grundlegend über euch und eure individuellen und gemeinsamen Zukunftsvorstellungen reden solltet, um überhaupt mal auf einen Nenner und den Boden der Tatsachen zu kommen.

Luft, Liebe und grandioser Sex reichen alleine meistens nicht für ein stabiles und vor allem zufriedenes Beziehungsleben aus.

Kann das funktionieren? Und wie kann das funktionieren?

Grundsätzlich, ja. Aber kein solches Leben, wie du es dir vorstellst oder wünschst. Denn wenn dein Partner dauerhaft von der Hand im Mund lebt, wird er wahlweise von seinen Eltern, dem Staat oder dir abhängig sein.

Wenn er bereit wäre sich voll und ganz um gemeinsame Kinder, den Haushalt und alles drum und dran zu kümmern, und du im Gegenzug bereit wärst finanziell für ihn und potentielle gemeinsame Kinder aufzukommen, könnte das schon klappen.

Wobei ich, nach dem, was du von ihm schreibst, da auch Zweifel hätte. Er scheint ja generell keine Verantwortung übernehmen zu wollen. Und wer schon nicht für sich selbst sorgen kann und will, wie soll so jemand Verantwortung für Kinder übernehmen?

Aber bei meinem Partner ist es mir eigentlich schon wichtig, dass wir bei den grundlegenden Dingen einer Meinung sind oder uns zumindest gemeinsam darum kümmern (Finanzen im Bezug auf eine Heirat, Kinder etc.)

Hier ist das Problem. Natürlich ist es sein Leben, aber ich könnte das niemals!

Dann ist die Sache doch eigentlich klar, oder? Manchmal reicht Liebe alleine einfach nicht, so hart das auch ist.


Das, was du von deinem Partner beschreibst, klingt für mich weniger nach Überlebenskünstlerhippie, sondern mehr nach einem Menschen, der Angst vor dem Leben hat und deshalb im Stillstand verharrt, anstatt das eigene Leben in die Hand zu nehmen und damit auch ein Scheitern zu riskieren.

Und sorry, wenn ich das ganz indiskret frage, konsumiert dein Partner viel Suchtmittel (Alkohol, Cannabis, Computerspiele..)?

puaint}-iDt-colopurful


@Canada,

man muss noch nicht mal auf materielle Dinge stehen: Jemand, der nicht arbeiten will, wäre kein Partner für mich. Jetzt kann dein Freund noch ab und zu kleine Hilfsarbeiten machen, aber was ist, wenn er mal krank ist? Ich finde es schon erstaunlich, dass er von Kindern spricht, ohne dafür sorgen zu wollen, dass diese eine gesicherte Zukunft haben. Dein Freund ist mitte 30 und wohnt noch bei den Eltern und lässt sich von ihnen aushalten. Da würde mich auch der beste Sex nicht überzeugen können, so einen Mann zum Partner zu nehmen. Für eine gewisse Zeit mag es ja gehen, da sieht man über vieles hinweg, aber auf Dauer? Auf keinen Fall. Ich finde das absolut unattraktiv.

Das Leben, das er jetzt führt, gefällt ihm und er muss nichts ändern - außer vielleicht, wenn er merkt, dass er dich verlieren könnte. Aber er wird älter und auch nicht fitter. Wo soll das Geld für das Alter herkommen? Da ist der Zug doch echt schon abgefahren. Man muss keine Reichtümer verdienen, aber ein geregeltes Einkommen ist m.E. unverzichtbar für eine gemeinsame Zukunft.

Es wirft auch ein bestimmtes Licht auf deinen Freund, wenn er so gar nicht bereit ist, eine geregelte Arbeit anzunehmen. Selbst wenn dein Freund den Part des Hausmannes übernimmt, was ich auch in Ordnung finden würde, ist es aber doch abzusehen, dass du dich finanziell nie auf ihn verlassen könntest. Und auch du kannst ja mal finanziell durch Arbeitslosigkeit, Krankheit o.ä. in eine Schieflage kommen. Wo soll dann das Geld herkommen? Auf solch eine unsichere Zukunft würde ich mich nicht einlassen wollen; schöner Blick und Sex hin oder her.

Da würde ich mal drauf vertrauen, dass es auch noch andere Männer mit den von dir genannten Vorteilen - und zusätzlich einem geregelten Einkommen - gibt ;-) .

D7ieDAosis-macShtdxasGift


Eure Beziehung ist noch sehr jung und lebt derzeit noch von den Schmetterlingen im Bauch, den Hormonen und dem verliebten Eindrücken, die fast jede neue Beziehung in den Anfängen trägt. (sofern es keine zu großen unüberbrückbaren Differenzen gibt)

Zuerst komme ich zum Positiven in der Sichtweise:

Es ist super, dass ihr in den wichtigen Bereichen harmoniert, euch ausprobiert und der alltägliche Umgang miteinander gut klappt. Du klingst zufrieden mit dem was dieser Mann Dir als Partner bietet und es scheint Du kannst Dir mit ihm eine Menge vorstellen. Wenn das nach den ersten längeren Monaten so der Fall ist, kann man das erst Mal so begrüßen.

Nun die kritische und negative Betrachtung:

Ich persönlich kenne einige Lebenskünstler, die sich selbst sehr kreativ durch das Leben bewegen. Die sowohl richtig ran klotzen können, über Monate, sehr begabt verschiedene Arbeiten auf unterschiedlichsten Gebieten bewältigen. Das kann so lange Mann allein lebt lange Jahre sehr gut klappen, oder Frau ist als Partnerin sehr tolerant und lebt das so mit.

Allerdings kippt das Ganze als Situation, wenn es um die Gründung einer Familie geht. Zwei Menschen bewusst neues Leben zeugen und dafür über Jahrzehnte Verantwortung übernehmen, nicht nur in Sachen Liebe, Vorbildwirkung, soziale Prägung und ausgewogenem Zusammenleben, sondern natürlich auch für die Sicherstellung der täglichen Lebensgestaltung.

Kinder verändert das Leben in dastischer Form, und es ist für alle Beteiligten vom Gefühl und vom Verstand her leichter zu genießen, wenn nicht vor Ablauf des Monats kritische Gedanken und Diskussionen ausbrechen, um das Lebensnotwendige für sich und die Familie aufbringen zu können.

Du selbst schätzt für Dich ein, dass Dir ein Leben als Alleinerziehende sehr schwer fallen würde. Die Kostenentwicklung für eine Familie fängt allerdings schon an, bevor das Kind diese Welt betritt. Nicht alle Kassenleistungen für die Schwangerenvorsorge sind im Normaltarif abgesichert. Ich bin derzeit nicht auf dem Laufenden, weil das von Krankenkasse zu Krankenkasse auf sehr unterschiedlichem Niveau angeboten wird, jede Zusatzleistung kostet extra.

Kosten für ein oder mehr Kinder lassen sich nie genau einplanen. Selbst, wenn man vieles gebraucht und aus 2. Hand erwirbt, sind es Kosten. Wird ein Kind mit Handikaps geboren, was sich auch nicht einplanen lässt, wird nicht altergerecht trocken, muss zusätzlich gefördert werden usw. entstehen Zusatzkosten, die ein Haushaltsbuget schnell an seine Grenzen bringt, wenn es nur einen regelmäßigen (Haupt)verdiener gibt. Wie schnell Du selbst wieder einsatzfähig für den Beruf bist, wirst Du vorweg nicht einschätzen können. Zudem ist für eine feste Partnerschaft mit abenteuerlicher Lebensart immer das Risiko was passiert, wenn der Partner nicht arbeitet, keine regelmäßigen Sozialversicherungszeiten hat, verunfallt und berufsunfähig wird.

So lange ihr das als frisch verliebtes Paar rein individuell regelt, Dein Freund sich nicht verschuldet und seine Kosten mühelos decken kann, wird eure Liebe dieses soziale Experiment vielleicht noch eine Weile überstehen. Hängt von euren gemeinsamen Lebensvorstellungen ab, wie oft ihr reisen wollte, welche materiellen Lebensansprüche ihr an euch als Paar habt. Welche Hobbies und Freizeitbeschäftigungen ihr regelmäßig pflegen wollt, Unternehmungen mit Freunden und vieles mehr.

Als verheiratetes Paar liegen die Dinge dann komplett anders. Das bedeutet das Du als Ehefrau die finanziellen Risiken bis zu einem gewissen Grad mit tragen musst, und im Scheidungsfall ohne Gütertrennung/ notarieller Scheidungsvereinbarung auf reiner Zugewinnbasis u.U. für Deinen Ex-Partner unterhaltspflichtig wirst, wenn er deutlich weniger Einkommen als Du heim bringt.

Über diese Themen solltet ihr beide unbedingt sprechen, bevor ihr weitergehende Pläne macht. So lange es für Deinen Freund als Lebenskünstler und "Singlemann" passt, und Du mit seiner Lebenseinstellung leben kannst die er bisher für sich getroffen hat, ist alles gut.

Im Zusammenleben mit Kindern ohne persönliche konsequente Vorsorge in den Tag hinein zu leben halte ich allerdings für sehr gewagt, und wird eure noch sehr glückliche emotionale Bindung wie sie derzeit besteht in eine Zerreißprobe bringen auf längere Sicht.

Du wirst Dir überlegen müssen, ob Du mit einem bisher in allen Bereichen für Dich zufriedenstellenden Mann weiter in Sachen Zukunft investieren möchtest. Die sozialen Risiken das Abenteuer von Heirat und Kinder unter den gegenwärtigen Voraussetzungen lebbar ist.Derzeit mag das alles noch reizvoll sein, jemand der außerhalb der strukturierten "Norm" leben kann und will. Ob Dir das in Punkto struktureller partnerschaftlicher Verbindlichkeit ausreichen wird, ist Deine persönliche Entscheidung, die Dir niemand abnehmen kann.

C^anad<a9x0


Danke, dass ihr alle so schnell und so ausführlich antwortet. Mit solchen Reaktionen habe ich ja schon gerechnet, aber es ist trotzdem hart, es so direkt vor Augen geführt zu bekommen.

Er nimmt keinerlei Drogen, konsumiert Alkohol in einem für mich vollkommen vertretbarem Rahmen und hat auch absolut kein bedenkliches Computersuchtverhalten oder etwas in der Art. Wir sind gemeinsam sehr oft in der Natur, auch er alleine geht viel Schwimmen und Joggen oder liest stundenlang Bücher und informiert sich über allerlei Kram, das ihn gerade interessiert.

Das ist es ja, was es mir so schwer macht. Würde er einfach ein wenig über seine eigene Zukunft, über irgendwelche Eventualitäten nachdenken, DANN wäre es perfekt.

Er ist tatsächlich sowas wie der Partner, wenn man es rein nur auf die Partnerschaft bezieht. Dass er nicht regelmäßig arbeitet ist tatsächlich das einzige Problem.

Wie erwähnt sind Kinder längst nicht in Planung, er hat mir nur ganz direkt gesagt, dass er sich in den nächsten Jahren sehr gut vorstellen kann, mich zu heiraten oder Kinder mit mir zu bekommen, da ich sehr bodenständig und pflichtbewusst bin.

Aber "nur" das ist ja keine Grundlage, das ist mir klar.

Ich weiß selbst, dass mich dieser Lebensstil stört und ich ihn so weder heiraten noch mit ihm Kinder bekommen würde. Wie DieDosisMachtDasGift schon schrieb, da gibt es so viel mehr, das man abwägen muss... Und er sagt dazu bloß "Das Leben kann man nicht planen, es kommt alles so, wie es eben kommt."

Bevor wir ein paar wurden fand ich diese Einstellung schon irgendwie "beeindruckend", denn heutzutage gibt es auch sehr viele Leute die wirklich nichts anderes tun als für die Zukunft zu schaffen und sich damit selbst zerstören, ohne zu bemerken, dass sie von dieser "Zukunft" nicht viel haben werden. Leben findet schließlich jetzt statt, oder?

Aber es ist genau wie ihr schreibt, das wird wohl auf Dauer nicht gut gehen...

Ich finde es unheimlich schade, er ist so ein toller Mensch und ich bin mir einfach nicht sicher ob es richtig ist, sich zu trennen weil er einen anderen Lebensstil hat. Da ist ja so enorm viel, das wirklich gut passt. Das macht mich wirklich traurig :-(

C\anad<a9x0


* sowas wie der PERFEKTE Partner, wenn man es rein auf die emotionale Beziehung bezieht |-o entschuldigt bitte die Schreibfehler oder vergessenen Worte. Ich bin scheinbar ein wenig unkonzentriert beim Schreiben. Aber nicht beim Lesen @:)

GNra(ógxramán


Danke dir für deine Antwort :)_

Er ist tatsächlich sowas wie der Partner, wenn man es rein nur auf die Partnerschaft bezieht. Dass er nicht regelmäßig arbeitet ist tatsächlich das einzige Problem.

Wäre es für ihn denn denkbar regelmäßig in Teilzeit zu arbeiten? Es gibt ja auch Teilzeit Beschäftigungen im Homeoffice mit freier Zeiteinteilung und so.

C"anadax90


Wir haben vor ein paar Tagen darüber gesprochen, bzw. ich habe ihm nach dem Kinder-Heirats-Gespräch meine Vorstellungen zu dem Thema direkt mitgeteilt. Also er ist genau über meine Ansichten informiert.

Er probiert ja ständig Dinge aus, in den verschiedensten Bereichen. Über Techniker, Elektriker, Gärtner, Erzieher, ... er hat enorm viel angefangen aber eben nie etwas zu Ende geführt. Er begründet es immer so, dass er eben nichts findet, dass er wirklich lange weiter machen möchte. Er will sich nicht quälen, dazu sei ihm sei Leben zu wertvoll. Wie schon erwähnt, an und für sich kann ich das verstehen... Ich könnte wahrscheinlich auch in keinem anderen Beruf als meinem arbeiten, aber meine Arbeit macht mich eben sehr zufrieden und hatte dieses Problem nie. Dann ist es ja immer einfach zu sagen "Naja, aber du musst ja irgendwas machen. Beiß' die Zähne zusammen."

Grundsätzlich kann er sich Teilzeitarbeit gut vorstellen, allerdings auch hier nur in einem Bereich, den ihn quasi ausfüllt. Und da hat er einfach nichts gefunden.

Jetzt wo ich das so schreibe, denke ich auch, dass er es sich irgendwie sehr einfach macht. Und das ärgert mich ziemlich. Aber andererseits... :-(

c%ana4dax69


@ Canada90 :-D

Hallo! *:) @:)

Ich spreche jetzt mal von meiner Erfahrung! X-\

Ich sehe fast mich in dir :)z

In meiner Beziehung war es dasselbe und ich war blind vor LIEBE.

Er war ein liebenswerter Mann....den alle mochten.

Jedoch hielt er gar nichts vom Arbeiten.....im Haushalt half er auch nicht mit...

später als die Kinder zur Welt kamen....war ich für alles zuständig. :-o :)z

Er spielte nur den Chef....der alles im Überblick behielt...ansonsten aber nichts dazu steuerte :-o :|N

Ich hielt jahrelang zu ihm und verteidigte ihn ständig....vor der Familie.....vor Freunden :)z

Bis ich nach langer Zeit selbst bemerkte,dass es einfach keine Sinn machte....

und ich mich nach langem hin und her von ihm trennte.

Egal,wie du dich entscheidest oder was du tust,...

Ich wünsche dir für die Zukunft : Alles Gute!

:)_ :)* @:) LG *:)

R(uby"23


Der Mann hatte doch bis Mitte 30 genug Zeit, herauszufinden, was ihn erfüllen würde. Irgendwas hat er doch falsch gemacht, wenn es ihm noch nicht klar ist, trotz der vielen Dinge, die er gemacht hat. Oder er will sich einfach nicht festlegen und lebt lieber sein bequemes leben bei Mutti und Vati zu Hause.

Cvanadxa90


Hallo liebe Canada :-D

Urkomisch, dass wir nicht nur fast den selben Nick sondern auch eine fast gleiche Geschichte zu erzählen haben. Das tut mir leid, dass es bei dir so gelaufen ist! :-(

Wie geht es denn deinem Kind? Habt ihr Zwei das alles denn in Ruhe beenden und bereinigen können, ohne das der/die Kleine darunter leiden musste?

Ich denke, bei mir wird es nicht so weit kommen. Da ich ja nun schon zweifle, wird es wohl in den nächsten Jahren keine gemeinsamen Kinder geben.

Allerdings ist mein Freund absolut nicht so, wie du deinen ehemaligen Partner beschreibst.

Ihn kenne ich seit über 20 Jahren, früher als Freund und auch heute als fester Freund kümmert er sich aktiv um alle anfallenden Arbeiten. Putzen und kochen und Abwasch, das macht er alles ganz ohne Aufforderung. Bei sich darf ich sowieso keinen Finger krumm machen, da soll ich mich wie im Paradies fühlen und auch bei mir muss ich ihn sehr oft bremsen. Er muss ja nun nicht jedes Mal meine gesamte Wohnung geputzt haben, wenn ich von der Arbeit komme. Tatsächlich würde ich es tun, wenn ich nicht immer mal einschreiten würde. Er sagt auch ganz klar, dass er sich schlecht fühlt, dass er mir so wenig bieten kann. Obwohl er mir ja seelisch, emotional, ... unheimlich viel bieten kann...

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