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Affäre weiterführen oder nicht?

ebnbri9ett+a hat die Diskussion gestartet


ich versuche mal, euch zu erklären, worum es geht. meine ehe ist in einer ziemlichen sackgasse, wir gehen seit längerer zeit eigentlich getrennte wege, leben aber weiterhin zusammen als familie.

ich sehen mich nach liebe, sex und aufmerksamkeit. nun habe ich vor einiger zeit einen mann kennengelernt, mit dem ich ein paar monate lang sex hatte. da er abgesehen davon eher kühl zu mir war, hab ich das ganze beendet. er hat sich dann zwei monate später wieder gemeldet und wollte nochmal reden. ich hab erwartet, dass er die sexuelle affäre wiederaufnehmen wollte, weil seine freundin für ein paar monate ins ausland gegangen ist. er hat sich jedoch bei mir entschuldigt, dass er immer so kühl war. er hat gesagt, dass ich ihm schon etwas bedeutet habe, er mich nur auf abstand gehalten habe, weil er nicht wusste, wie er damit zurechtkommen sollte. er hat mich gefragt, ob wir uns weiterhin sehen wollen, weil er mich als mensch interessant findet und mag. ich war mir erst unsicher, aber dann habe ich zugestimmt. seitdem haben wir uns ein paarmal getroffen. wir haben viel geredet, gekuschelt, musik gehört etc. also ganz anders als in unserer ersten zeit. wir hatten auch sex, aber das ging von mir aus, weil ich es wollte. er hat mir danach geschrieben, wir sollten langsamer machen, es wäre ihm lieber, wenn wir erstmal keinen sex hätten. wir haben uns dann getroffen und einen fulm geschaut, tee getrunken, gekuschelt, aber das war's.

ich bin irgendwie verwirrt. war soll das werden? ich hab ihn das gefragt, aber er weicht mir ziemlich aus. er sagt, dass seine freundin die nr. 1 für ihn ist. er will kontakt mit mir, er will irgendwann auch wieder sex mit mir, aber im moment findet er es schöner so, wie es jetzt ist. wir schreiben uns fast jeden tag und können gut über viele themen reden. aber was ich nicht verstehe, ist die art unserer "beziehung". er will keine affäre mehr, bei der es richtung zur sache geht. er will etwas, was sich für mich eher nach "beziehung" anfühlt, aber das ist es laut seiner aussage nicht. ich hab ihn gefragt, ob er einfach mit mir befreundet sein will, das wäre auch okay für mich, aber das will er auch nicht, denn er will schon mit mir kuscheln und irgendwann auch wieder sex. was zur hölle soll das sein?

Antworten
DAieDqosismLachptdasGifxt


ich versuche mal, euch zu erklären, worum es geht. meine ehe ist in einer ziemlichen sackgasse, wir gehen seit längerer zeit eigentlich getrennte wege, leben aber weiterhin zusammen als familie.

Jenseits von der moralischen Keule werde ich versuchen, die Gedanken etwas von außen als Eindruck zu sondieren. Kann aber nicht versprechen, ob ich damit richtig liege, ok?

ich sehen mich nach liebe, sex und aufmerksamkeit. nun habe ich vor einiger zeit einen mann kennengelernt, mit dem ich ein paar monate lang sex hatte. da er abgesehen davon eher kühl zu mir war, hab ich das ganze beendet. er hat sich dann zwei monate später wieder gemeldet und wollte nochmal reden. ich hab erwartet, dass er die sexuelle affäre wiederaufnehmen wollte, weil seine freundin für ein paar monate ins ausland gegangen ist.

Das Deine Ehe so große emotionale Mankos aufweist ist natürlich sehr schade, und tief in Dir wirst Du wohl auch wissen, dass sie spätestens wenn eure Kinder ihre eigenen Wege gehen, die Leere zwischen euch Partner noch größer wird. Es gibt verschiedene Gründe und Motivationen, um an einer nicht mehr stimmigen Beziehung/Ehe festzuhalten. Aber darum soll es hier nicht weiter gehen.

Natürlich wirst Du für Deinen Affärenmann wieder interessanter, jetzt wo die Freundin im Ausland lebt. Ihr habt euch gegenseitig auf die jeweils vorhandene Ist-Situation einigen können. Er in einer Beziehung lebend, Du an Deiner Ehe festhaltend. Das war bisher der Status Quo zwischen euch, der für eure Affäre funktioniert hat. In der ersten Phase mit klaren Regeln.

Nun ist die Freundin körperlich nicht verfügbar, da wendet Mann sich lieber wieder an jemanden der zumindest aus der alten Erfahrung unstressig die Regeln der Affäre akzeptiert hat. Also DU.

er hat sich jedoch bei mir entschuldigt, dass er immer so kühl war. er hat gesagt, dass ich ihm schon etwas bedeutet habe, er mich nur auf abstand gehalten habe, weil er nicht wusste, wie er damit zurechtkommen sollte. er hat mich gefragt, ob wir uns weiterhin sehen wollen, weil er mich als mensch interessant findet und mag. ich war mir erst unsicher, aber dann habe ich zugestimmt.

Ich halte es für wenig wahrscheinlich (von wenigen Menschen abgesehen), die eine längere Affäre aufrecht erhalten können, ohne das irgendwann auch Emotionen dabei entstehen. In den Anfängen dominiert eher die äußere Optik und Anziehung, dass gemeinsame Ausleben von Bedürfnissen und sexuellen Vorlieben.

Er hat Dich für sich auf Distanz gehalten, weil er keine emotionale Konkurrenz neben seiner festen Partnerin haben wollte. Es ist ein Trugschluss, dass alle Männer Sex und Gefühle gnadenlos trennen wollen und können. Es gibt nicht wenige, die sich dabei zumindest anfänglich emotional auftanken, wenn mehr als nur die sexuelle Chemie stimmig ist.

Dann ist es hilfreich, eine bewusste Distanz aufzubauen, die es möglich macht tiefere Gefühle raus halten zu können, die die Hauptbeziehung gefährden könnte.

seitdem haben wir uns ein paarmal getroffen. wir haben viel geredet, gekuschelt, musik gehört etc. also ganz anders als in unserer ersten zeit. wir hatten auch sex, aber das ging von mir aus, weil ich es wollte. er hat mir danach geschrieben, wir sollten langsamer machen, es wäre ihm lieber, wenn wir erstmal keinen sex hätten. wir haben uns dann getroffen und einen fulm geschaut, tee getrunken, gekuschelt, aber das war's.

Anders als in der ersten Phase eurer Affäre hat sich dieses Mal erschwerend dazu gesellt, dass die feste Partnerin Deines Affärenfreundes für ihn emotional nicht greifbar ist. Einige Menschen suchen in einer sexuellen Affäre nur die Erfüllung ihrer sexuellen Bedürfnisse, alles andere haben sie bei der festen Partnerin.

Ich gehe davon aus, dass sich bei dem Mann einige Gefühle entwickelt haben die er nicht zulassen will. Er weiß offenbar das ihm euer Sex gefährlich werden kann auf emotionaler Ebene. Deswegen lässt er ihn jetzt raus und genießt rein Deine Anwesenheit und Nähe, als gute Freundin sozusagen.

ich bin irgendwie verwirrt. war soll das werden? ich hab ihn das gefragt, aber er weicht mir ziemlich aus. er sagt, dass seine freundin die nr. 1 für ihn ist.

Anders als Du ist er derzeit zumindest noch nicht emotional entfernt oder entliebt. Seine Beziehung beruht noch auf gegenseitigen Gefühlen, die er nicht in Gefahr bringen will.

Bei Dir sind es nur noch praktische Gründe die Dich in der Ehe halten. Diesen Widerspruch zwischen euch beiden hat Dein Affärenfreund erkannt. Er sucht den Abstand, um in seiner Beziehung ohne Gefahr verbleiben zu können. Deswegen wird er den Sex womöglich erst dann wieder zulassen können, wenn seine Freundin wieder für ihn räumlich erreichbar ist. Das muss nicht bedeuten, dass er für Dich so gar nichts empfindet. Aber anders als Du schützt er derzeit seine feste Beziehung noch mit den Mitteln die Du gerade verspürst.

Nicht alle Männer gehen ohne schlechtes Gewissen oder innerer Spannung fremd.

er will kontakt mit mir, er will irgendwann auch wieder sex mit mir, aber im moment findet er es schöner so, wie es jetzt ist. wir schreiben uns fast jeden tag und können gut über viele themen reden. aber was ich nicht verstehe, ist die art unserer "beziehung".

Er weiß das Du Ehefrau bist, es sich wenn die Affäre auffliegt Komplikationen ergeben könnten, auch deshalb wird er nicht auf's Ganze gehen. Derzeit gleicht er über den intensiveren Kontakt den Mangel aus, der er zu seiner Freundin hat. Du bist für ihn greifbar, seine Freundin in der Ferne. Noch wiegen die Motive für ihn an dieser Beziehung festzuhalten mehr im Vergleich zu Dir.

er will keine affäre mehr, bei der es richtung zur sache geht. er will etwas, was sich für mich eher nach "beziehung" anfühlt, aber das ist es laut seiner aussage nicht. ich hab ihn gefragt, ob er einfach mit mir befreundet sein will, das wäre auch okay für mich, aber das will er auch nicht, denn er will schon mit mir kuscheln und irgendwann auch wieder sex. was zur hölle soll das sein?

Was ich weiter oben beschrieben habe. Er will in keinen emotionalen Konflikt geraten, die Hauptbeziehung schützen in dem er sich selbst nicht in die Gefahr bringt mehr Gefühle zu entwickeln durch den regelmäßigen sexuellen und emotionalen Kontakt. Was das Ganze für die Zukunft bedeuten kann, steht in den Sternen, aber derzeit könnte ich mir vorstellen das er sich selbst diszipliniert um den Status Quo zwischen euch aufrecht zu erhalten.

e)nrietxta


danke für die lange antwort. genauso etwas habe ich mri auch gedacht, dass er sich selbst zwingt, auf jeden fall nichts tieferes für mich zu empfinden, um seine beziehung nicht zu gefährden. ich glaube ein bisschen, dass er das trotzdem tut. vielleicht rede ich mir das aber auch nur ein, weil ich es gerne hätte?

ich fände es schön, ihm etwas mehr zu bedeuten. andererseits ist mehr als das momentan eh nicht drin, weil ich meine ehe noch aufrechterhalten möchte. es ist für die kinder, aber ich liebe meinen mann auch noch, wenn ich auch keine lust mehr verspüre, mit ihm zu schlafen.

ja, ich weiß, dass ich mich trennen will, wenn die kinder größer sind. ich hoffe, dann nochmal einen neuen partner zu finden, mit dem es besser läuft. das mag unterschiedlich beurteilt werden, für mich ist es momentan die einzige lösung.

D(ieDosismAachtd8asDGift


Weißt Du, in dieser Zwickmühle in der Du gerade steckst haben viele vor Dir fest gehangen und ich bin mir sicher, dass es nach Dir ebenso andere Partner in festen Beziehungen tun werden. Die Formel, die Menschen eine lebenslange sexuelle Anziehung garantiert haben Wissenschaftler noch nicht gefunden. Es gibt durchaus Paare, die emotional für den Alltag und als eingespieltes Familienteam noch sehr gut funktionieren.

Natürlich wäre es schöner und im Sinne der Moral (wie hoch man diese auch immer hängen mag) besser Tacheles daheim zu reden. Aber wie soll man dafür die richtigen Worte finden, wissend dem Partner den man als Menschen noch genug liebt wehtun zu müssen. Auf welche Reaktion soll man hoffen, die danach kommt. Das hört niemand gern, ob Mann oder Frau, dass er oder sie zum platonisch geliebten "Bruder" oder zur ebenso auf diese Art geliebten "Schwester" wurde.

Das Lebensmodell offene Beziehung mag so erst einmal etwas sein, dass man als Konzept erwägen könnte, aber auch das stelle ich mir mit noch jungen und auf die Eltern vertrauende Kinder sehr schwer vor.

Du spürst jetzt bereits, dass bei einer geplant unverliebten Sexaffäre bereits andere Emotionen entstehen, als von beiden Seiten gewünscht. Ich für mich wüsste, dass es langfristig so nicht funktioniert, dass Gefühle außen vor blieben, wenn man sich regelmäßig trifft und dann noch erfüllter leidenschaftlicher Sex von beiden Seiten erlebt wird. Habe dazu aber keine lebenspraktischen Erfahrungen was Affären in fester Beziehung betrifft.

Ich stelle mir den emotionalen Spagat allerdings schwer vor, den man dabei eingeht, vor allem wenn so eine Affäre länger andauert al ein paar Wochen und wenige Monate.

Ich wäre geneigter mich in so eine Situation zu trennen, weil es für mich schwer wäre zu heucheln, wenn ich heim käme. Aber nur, weil es mein Weg ist bzw. wäre, käme ich nicht auf die Idee ihn von anderen einzufordern. Dazu hat man als Außenstehende kein Recht, weil eine Familie auch ein hohes Schutzgut ist. Kinder suchen es sich selbst nicht aus, wie lange ihre Erzeuger (um es banal auszudrücken) sich super und verlockend toll finden, wenn es um Sex und Anziehung geht.

Einzig der Gedanke, dass man dem Partner damit erfüllte Jahre als Beziehungspartner und Sexgefährte verbaut, wenn man so eine Beziehung aufrecht erhält würde mir persönlich Bauchschmerz bereiten. Denn mit der Unkenntnis darüber, dass er für Dich nur noch als platonischer Lebensgefährte von Bedeutung ist, (nicht angriffsvoll gemeint sondern rein sachlich als Fakt) ist bedauerlich zu nennen. Das kann man vielleicht ein Stück weit nachempfinden, wenn man kurz in die Rolle seines Gegenübers schlüpft. Aber rein gedanklich ist das immer noch anders als selbst Betroffene/r zu sein. Aber es geht hier in erster Linie um Hilfe, die Du suchst für Dich.

Meine Empfehlung wäre, entweder die Treffen von den Abständen her so zu gestalten, dass nicht zu intensive Nähe und Emotionen entstehen können, oder eben die andere Lösung die Lover immer wieder auszutauschen, um nicht in die Falle des Verliebens rein zu rutschen. Wobei ich der Meinung bin, es bleibt immer ein Tanz auf dem Vulkan, weil jedem von uns diese/r Eine begegnen kann, wo alles weg geflasht wird, auch die innere Vernunft und alle Hemmnisse die die Familienkonstellation gefährdet.

Ich hoffe, dass Du einen Weg für Dich/euch findest. Wünsche Dir nicht den Zustand zwischen zwei Stühlen zu sitzen, diese ist noch viel massiv gemeiner. Ich erlebe das aktuell gerade bei einem guten Freund, der zwischen Familie und junger Freundin entscheiden muss, und emotional völlig aus der Bahn geworfen ist, weil er seit Monaten aus der Zwickmühle des entweder/oder nicht raus findet. Seine Frau hat von der Affäre erfahren, und der Kampf der beiden Frauen um ihn als Partner ist für alle Parteien kein Zuckerschlecken.

e1nDriEetta


dankeschön.

ich muss dazu sagen, dass es keine heuchelei ist, wenn ich heimkomme, da ich meinen mann immer noch liebe. ich bekomme nur viel zu wenig zuneigung und liebe von ihm. über alles, was da von seiner seite kommt, bin ich froh. ich empfinde ihn nicht als platonischen freund. es ist schwer zu erklären. danke für die lieben und klaren worte.

DtieD`os,ism!aEchtdasxGift


ich muss dazu sagen, dass es keine heuchelei ist, wenn ich heimkomme, da ich meinen mann immer noch liebe. ich bekomme nur viel zu wenig zuneigung und liebe von ihm. über alles, was da von seiner seite kommt, bin ich froh. ich empfinde ihn nicht als platonischen freund. es ist schwer zu erklären. danke für die lieben und klaren worte.

Die Schwierigkeit von außen einen sinnreichen Rat zu geben liegt darin, dass man die Paardynamik zu wenig kennt. Das wird sicher erst so nach und nach durchschaubarer, wenn man die richtigen Fragen stellen kann und die Stolpersteine besser erkennt.

Wenn Du schreibst, Du liebst Deinen Mann noch und erhälst seinerseits zu wenig Zuneigung und Aufmerksamkeit, wie äußert sich das in eurem gemeinsamen Alltag? Wie sehen eure Paargespräche aus?

Redet ihr noch darüber wie eure persönlichen Wünsche und Träume aussehen? Welche Themen bewegen euch, wenn es um Gemeinsamkeiten geht? Wie sehen eure Freiräume als Paar aus? Wie alt in etwa sind eure Kinder (muss keine genaue Zahl sein, reicht Kleinkindalter,

Vorpubertät oder beginnendes Teenageralter ca).

Was fehlt Dir von Seiten Deines Partners, kannst Du es etwas genauer benennen?

ehnrietrtxa


die kinder sind im alter: kindergarten und zweite klasse.

das problem ist für mich, dass mein mann sehr zynisch ist, über fast alles witze macht und selten nähe zulässt. er entwindet sich mir meistens, wenn es emotional wird. ich liebe ihn und er mich auch, aber er kann tiefe gefühle schlecht aushalten. er flüchtet meistens in einen witz. er blockt oft ab, wenn ich nähe oder kuscheln möchte. sex will er schon, aber ich will das nur, wenn wir uns auch vorher emotional nahe gekommen sind, das kann er oft nicht. ich gebe ihm viel liebe, er bekommt eigentlich immer liebe, wenn er sie will. mich hält er oft auf abstand. er kann damit nicht wirklich umgehen.

vor problemgesprächen flüchtet er, aber auch vor zu viel harmonie. er will immer diskutieren, widersprechen, provozieren. er erträgt ruhe schlecht.

ich sehne mich so nach ruhe und harmonie, nach einer art ankommen. mit ihm ist es meistens anstrengend.

D`ieDosisomachtdbasGixft


das problem ist für mich, dass mein mann sehr zynisch ist, über fast alles witze macht und selten nähe zulässt. er entwindet sich mir meistens, wenn es emotional wird. ich liebe ihn und er mich auch, aber er kann tiefe gefühle schlecht aushalten.

Ich denke, dass wirst Du nicht ändern können. Ich selbst habe auch einen sehr schrägen, bisweilen sarkastischen schwarzen Humor. Das ist dann auch ein Teil des Charakters. Wenn zwei Menschen, zumal in einer Beziehung ein sehr unterschiedliches Humor- und Nähebedürfnis haben, in ihrer Emotionalität grundverschieden im Typus sind, wird daran nichts zu ändern sein. Außer an der eigenen Empfindlichkeit zu arbeiten. Innere Gelassenheit zu entwickeln.

Gerade oft in Situationen in denen einer der beiden Partner sich dem anderen in seiner Wesensart und rational überlegen fühlt, der andere für sich keine Grenzen setzt, sondern nur durch Verletztheit reagiert wird das zu einer Beziehungsdynamik aus der man schwer raus findet. Beide müssten sich zu sehr verbiegen, damit jeder dem eigenen Grundbedürfnis die seinem Wesen entspricht erfüllen zu können. Experten nennen das Unvereinbarkeit der Charaktere. Dem einen ist alles zuviel, Ruhe, Harmonie und emotionale Nähe, dem anderen fehlt dadurch vieles.

Ich sehe da einiges an Konfliktpotential, dass sich auch durch viel miteinander reden oder rum dokterei von außen nicht zu lösen ist. Der gute alte Slogan Gegensätze ziehen sich an, ist oftmals nur in den Anfängen reizvoll. Viele Paartherapeuten bestätigen das auch, gleich und gleich gesellt sich fern, und je weniger Anteile gemeinsamer Wesenkern übereinstimmung vorhanden ist, desto anstrengender und disharmonischer wird die Beziehungsgestaltung.

Einen gut funktionierenden sich ergänzenden Humor halte ich für mich auch als beziehungsrelevant, weil ich gern humorig unterwegs bin. Ein Partner der damit so gar nicht umgehen kann, weil er unter Humor ganz etwas anderes versteht, wäre vermutlich ständig irritiert oder gar beleidigt. Ähnliches klingt bei euch durch, und daran etwas zu verändern hieße den Menschen umbasteln, was ich für nahezu ausgeschlossen halte. Ebenso ist es mit dem Nähe- und Distanzverhalten. Wenn einer der Partner gern viel Nähe und Körperkontakt genießt, diese immer wieder sucht - während der andere sich ständig "befummelt" und durch räumliche Nähe erdrückt fühlt, weil seine Auftank- und Ruhephasen einfach größer sind - wird auch dieser Widerspruch sich nicht lösen lassen.

Die Perfektion harmonischen Miteinanders ist für mich, wenn zwei Menschen sich in einem Raum befinden und im Einklang von Ruhe oder gar Stille ohne sich viel sagen oder geben zu müssen, den anderen genießen, einfach durch die Anwesenheit und sich dennoch verstehend.

vor problemgesprächen flüchtet er, aber auch vor zu viel harmonie. er will immer diskutieren, widersprechen, provozieren. er erträgt ruhe schlecht.

ich sehne mich so nach ruhe und harmonie, nach einer art ankommen. mit ihm ist es meistens anstrengend.

Diesen Widerspruch zwischen euch wirst Du nicht lösen können, er ist Teil eurer Charakteranlagen und daran rum doktern zu wollen, wird euch nur noch weiter auseinander bringen. Hier heißt es Akzeptanz oder sich trennen.

AHndifIre+ak


das problem ist für mich, dass mein mann sehr zynisch ist, über fast alles witze macht und selten nähe zulässt. er entwindet sich mir meistens, wenn es emotional wird. ich liebe ihn und er mich auch, aber er kann tiefe gefühle schlecht aushalten. er flüchtet meistens in einen witz.

Menschen mit einer großen Portion Sarkasmus od er Zynismus sind oft sehr verletzte Menschen, die um ihr Inneres eine Mauer bauen, damit niemand ihren wunden Punkt treffen kann. Sie können / wollen deshalb keine Nähe zulassen.

Dein Liebhaber will Sex, aber keine Beziehung zu Dir. Du wirst nur seine Nummer zwei bleiben! Weiß Dein Mann denn von Eurer Affäre?

S)chokolaYdensücThtixge


...wenn ich auch keine lust mehr verspüre, mit ihm zu schlafen.

Ich vermute jetzt mal, daß Du es auch nicht tust. Oder wenn nur ganz selten.

Was sagt er denn dazu? Nimmt er das hin? Und wenn ja, meinst Du, daß er so glücklich ist? Ein Dauerzustand kann das ja eher nicht sein, oder?

e<nrie7tta


Diesen Widerspruch zwischen euch wirst Du nicht lösen können, er ist Teil eurer Charakteranlagen und daran rum doktern zu wollen, wird euch nur noch weiter auseinander bringen. Hier heißt es Akzeptanz oder sich trennen.

das weiß ich, und genau das ist das problem. ich versuche es zu akzeptieren, damit die familie erhalten bliebt. glücklich macht es mich aber nicht. wenn die kinder ausziehen, werde ich mich wahrscheinlich trennen.

Sqchokoljad<ensüc9htigxe


Und icb prophezeie Dir, dass Du es nicht so lange aushalten wirst. Sowas kann man VIELLEICHT aushalten, wenn mN gemeinsam beschließt, dass man der Kinder wegen zusammen bleibt aber in Sachen Liebe/Sex jeder seins macht und es keine Verbindlichkeiten mehr gibt.

Einseitig geht das auf Dauer nicht. Zumal auch er vielleicht irgendwann die Nase voll hat.

Rpalpvh_HxH


Ich würde vermuten, Eure Konstellation ist gar nicht so selten. Viele Menschen halten es nicht Jahrzehnte mit dem selben Partner aus. Man entwickelt sich weiter und was mit Anfang 20 gepasst hat, muss nicht auch mit 40 noch passen. Dumm gelaufen, wenn die Erkenntnis, dass es nicht mehr passt reift, während man gemeinsame Kinder großzieht, die beide Eltern brauchen oder man einen gemeinsamen Kredit für ein Haus abbezahlt.

Diese Konstellation kann man auf vielerlei Arten bewältigen. Die Trennung scheint die naheliegendste, aber ob all der Konsequenzen für Kinder, Haus und Finanzen ist es oft die am wenigsten praktikable.

Die Ehe auf biegen und brechen zu retten sollte die beste Lösung sein. Du liebst Deinen Mann noch, das ist doch eigentlich die perfekte Voraussetzung, wieder zueinander zu finden, auch sexuell. Den Mangel an Sex muss man nicht alleine mit sich ausmachen. Ob per Paartherapie oder über gemeinsame Gespräche entwickelt: das ausleben neuer Phantasien, ganz neue Erlebnishorizonte wie Swingerclubs oder was immer, da sind viele Möglichkeiten die allzu oft ungenutzt bleiben.

Wenn Du für Dich beschließt, einerseits an der Ehe festhalten zu wollen, andererseits den Sex und auch Gefühle (?) außerhalb holen zu wollen, dann sei Dir sicher, dass Dich keines der Elemente je zufrieden stellen wird. In der Ehe wird Dir der Sex fehlen, außerhalb der Ehe wird dich nie die Geborgenheit, die Vertrautheit erwarten, wie bei einem langjährigen Partner. Das ist dann wohl der Preis, den man zahlen muss, wenn man der Kinder wegen zusammen bleibt. Aber langfristig würde ich meinen, ist es dann vielleicht besser, mit offenen Karten zu spielen und eine offene Ehe zu führen in der sexuelle Abenteuer mit anderen erlaubt sind. Das eliminiert den Streit und den Ärger, wenn Heimlichkeiten dann doch entdeckt werden. Oder man trennt sich und lebt weiter zusammen... Beides erlaubt dann immerhin beiden Partnern ohne schlechtes Gewissen und ohne Lügen woanders Spaß zu haben.

ePnriextta


ich weiß, dass meine ehe das hauptproblem ist, aber ich sehe da momentan keine lösung. ich liebe ihn noch, er kann sich nicht ändern, zwei paartherapieversuche sind gescheitert. ich habe mich arrangiert, um den kindern di efamilie zu erhalten. ich hoffe, dass das noch ein paar jahre gut geht. wenn die kinder erwachsen sind, werde ich mich trennen. falls mir vorher die große liebe über den weg läuft und es auch die umstände zulassen, möglicherweise auch früher.

bis dahin versuche ich, eine gute mutter und gute ehefrau zu sein, werde aber mehr für mich persönlich tun. ich brauche ein eigenes leben (wie er es auch hat, er geht oft weg), ich brauche mehr freiraum, fast immer sitze ich seit jahren abends mit den kindern zuhause. ich hab begriffen, dass ich mich selbst glücklich machen muss.

der mann, mit dem ich mich aktuell treffe, tut mir gut. wir haben nochmal ausführlich gesprochen und ich habe das gefühl, dass wir das gleiche wollen. keiner will seine beziehung aufgeben, aber zwischen uns stimmt es sonst total. die wenigen stunden, die wir miteinander haben, will ich genießen.

danke für eure anregungen.

M7el2etxe


enrietta

der mann, mit dem ich mich aktuell treffe, tut mir gut. wir haben nochmal ausführlich gesprochen und ich habe das gefühl, dass wir das gleiche wollen. keiner will seine beziehung aufgeben, aber zwischen uns stimmt es sonst total. die wenigen stunden, die wir miteinander haben, will ich genießen.

Und was ist nun das Problem? Du holst Dir, was Du brauchst, dafür hast Du zwei Männer. Also?

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