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Bruder meldet sich 13 J. nach Kontaktabbruch erstmals per Brief

kgnubb#eliZncxhen hat die Diskussion gestartet


ich bitte zu entschuldigen, wenn das alles etwas wirr wird - ich bin ein bisschen im gefühlschaos und bitte euch um meinungen, um das alles etwas klarer zu sehen.

beginne ich mal ganz vorne: ich habe einen halbbruder, mit dem zusammen ich großgeworden bin, er ist 7 jahre älter. sein papa ließ die familie sitzen, da war er zwei. mit meinem papa zusammen hatten wir eine "gutbürgerliche" familie. es gab weder gewalt noch waren unsere eltern böartig - mein bruder war immer sehr alternativ, wir waren für ihn vermutlich oberspießer. er hat gegen alles rebelliert, was nur ging und fand es immer schon spannend , aus der reihe zu tanzen. mit 19 ist er von daheim weg, aus dem "kommerziellen leben", hat sich nen bauernhof gekauft und lebte fortan dort sein eigenes leben fernab von konsum und gesellschaft.

in den ersten 17 (!) jahren habe ich ihn oft dort besucht (700 km entfernt), er kam oft zu uns, egal wie weit es war, ich war immer mindestens einmal im jahr eine woche bei ihm und hatte diese urlaube immer als sehr schön in erinnerung.

er bekam ein kind, auch zur geburt war ich eine woche dort - kurze zeit später brach er wortlos den kontakt ab. all meine fragen nach dem warum (auch meiner mutter) blieben unbeantwortet.

letzte woche habe ich mir ein herz gefasst und einen sehr freundlichen - vorwurflosen! - brief geschrieben. dass ich da "warum" nicht verstehe und wir zuvor doch noch eine schöne gemeinsame woche verbracht haben und ich denke, dass es an der zeit wäre, wenigstens ehrliche grüne zu nennen. abgeschlossen habe ich den brief mit dem einzig persönlichen satz "eine antwort wäre toll, ich vermisse meinen wahnsinnigen bruder ein bisschen" und hab extra einen smiley hintendran gesetzt.

heute kam eine antwort.

dass er sich an die beschissenen ersten zwei lebensjahrzehnte nicht erinnern kann und sein leben erst begann, als er endlich weit weg war. dass er sich die ganze kindheit gefühlt hat wie ein alien und man sich nun mal seine famlie nicht aussuchen kann. und dass ich nicht denken soll, dass er jemals wieder kontakt möchte. meine ganze sicht auf die dinge (ich habe gesagt, dass ich die zeit mit ihm und die besuche bei ihm immer ehr genossen habe) bestätigen ihm nur, wie verschieden und fremd meine ansichten gegenüber seinen sind. "so, und wer ist nun bitte wahnsinnig?" schrieb er noch hintendran, bezogen auf meine sicht der dinge, dass doch alles immer okay zwischen uns war.

jo...so ist das. ich frage mich seitdem, warum er so glücklich war, unsere schlimme familie entdlich zu verlassen und dann noch 17 jahre lang einen sehr freundschaftlichen kontakt zu mir hatte.

das geht mir nicht aus dem kopf.

wieso tut man sich das an, wenn man die zurückgelassene familie nicht mehr sehen möchte?

ist es schade um so einen menschen, der so über einen denkt?

gefühlskalt war er immer, menschen umarmen, herzlich sein, das konnte er nie.

ich vermisse ihn und kann es einfach gar nicht nachvollziehen. ich bin ein sehr nachdenklicher und reflektierter mensch - ich kann NICHTS sagen, was in den vielen gemeinsamen jahren kindheit jemals unglücklich an ihm gewirkt hat. leichter fiele es mir, wenn es einen megastreit gegeben hätte und danach alles kaputt gewesen wäre. aber so...?!

ach mensch, helft mir mal ein bisschen, das chaos zu sortieren in meinem kopf, lieben dank dafür ":/

Antworten
pDeleztierx86


Könnte es sein, dass dein Halbbruder unter einer psychischen Erkrankung leidet?

Irgendwie war das mein erster Gedanke beim Lesen deines Beitrags.

D*ieKDrue`mxi


ohne, dass er dir aus seiner Sicht seine erlebte Kindheit erzählt, die vermutlich gewaltig vo deiner Erinnerung abweichen wird, kann man nur spekulieren. Das Konstrukt klingt erstmal klassisch, sein Vater haut ab ( er war es nicht wert, dass sein Vater bei ihm bleibt....) neuer Mann kommt, nimmt Vaterrolle ein, die kleine Prinzessin wird geboren und macht das neue Familienglück vollkommen. Von dem Ex gibt es nur noch ein Relikt--deinen Bruder. Du warst 12, als er auszog, mit so einem großen Altersunterschied konntest du nur aus deiner Sicht beurteilen, wie schön die Kindheit war--er wird es einfach anders erlebt haben und sich anders gefühlt haben.

_IPYarvat-i_


Man kann über das Warum und Weshalb nur spekulieren... Ich vermute auch, dass er ein psychisches Problem hat. Wahrscheinlich ist in seiner Kindheit etwas einschneidendes vorgefallen, was weder dir noch den Eltern aufgefallen ist. Ihr habt auf heile Welt gemacht und er hat womöglich gelitten, und ist jetzt sauer darüber, dass ihr es nicht erkannt habt. Aber das ist nur meine Vermutung. Die Ursache seines Verhaltens kann auch eine völlig andere sein.

s^kaOdiee -2x4


Wenn er seine Kindheit als schrecklich empfand , dann wird es tiefere Gründe dafür geben.Vermutlich kennst du seine Gründe nicht.

Nimm seine Sätze ernst (ich vermute,er ist psychisch gesund ) und frage ihn in einem Brief aus welchen Gründen für ihn seine Kindheit so schlimm war.

Versuche ihn zu verstehen, dann könnt ihr vielleicht euch annähern.

c6leaZsanY-texine


Ich würde auch nicht zwingend auf ein psychisches Problem schließen. Ich vermute eher, dass er lange gute Mine zum bösen Spiel gemacht hat, weil er eben nur euch als Familie hatte. Und wer verzeichnet schon gern auf eine Familie? Dann haben er und seine Frau ein Kind bekommen und plötzlich hatte er eine eigene Familie und konnte sich vielleicht dann erst so richtig von euch lösen.

Ich weiß ja nicht, was vorgefallen ist, aber man hätte das sicher schöner lösen können, als sich einfach nicht mehr bei euch zu melden und euch zu ignorieren und jetzt so zu tun, als hätte er dich nie gekannt. Ich vermute, dass da wirklich irgendeine tiefe Verletzung dahintersteckt. Das dürfte dann aber eine Verletzung sein, für die du vermutlich nichts kannst, denn wie schon gesagt wurde, warst du bei seinem Auszug ja erst 12. Ich könnte mir auch vorstellen, dass du stark bevorzugt wurdest, und er daher auch eine starke Abneigung gegen dich entwickelt hat. Vor allem, wenn du dann eher noch die Brave warst, die auf einer Linie mit den Eltern lag, und er immer herausstach. Vielleicht hatte er wirklich nie das Gefühl, wirklich zu euch zu gehören. Dieses Gefühl hätten da aber eure Eltern herstellen müssen, dich trifft keine Schuld.

Ich würde auch vorschlagen, dass du ihm nochmal schreibst, und dich erklärst. Sag ihm, dass du eure Kindheit völlig anders erlebt hast, und frage ihn, was ihn so quält. Sag ihm, dass du ihn nicht für wahnsinnig hältst. Wähle deine Worte weise, denn wie du gemerkt hast, ist das geschriebene Wort mächtiger als etwas, was man nur daher sagt. Man kann sich nicht erklären, sieht die Reaktion des anderen nicht, und sollte daher besonders treffend, unmissverständlich und freundlich schreiben. Wenn er sich immer als Außenseiter gefühlt hat, wundert es mich nicht, dass ihn deine Worte gekränkt haben. Aber ich würde die Hoffnung auf eine Versöhnung noch nicht aufgeben.

pyeYlzRtiexr86


Naja, es ist eine Sache lange Zeit gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Der Kontaktabbruch zu deinen Eltern mag schon objektiv nachvollziehbare Gründe in der Kindheit haben, wenn man sie denn wüsste. Warum aber der plötzliche Kontaktabbruch auch zu der Halbschwester, noch dazu lange Zeit ohne Nennung eines Grunds, und nachdem sie 17 Jahre lang ihn immer wieder besucht und nicht gemerkt hatte? Das ist m.E. nochmal eine andere Sache.

Das kommt mir seltsam vor, und die TE wirkt hier jetzt auch nicht so, als ob sie die "böse Halbschwester" wäre. Und wenn Eifersucht auf die Halbschwester im Spiel gewesen wäre, hätte sich diese doch viel früher bemerkbar macht.

Vielleicht ist es ja auch beides: es gab eine Entfremdung von den Eltern der TE bzw., und es entwickelte sich im Laufe der Jahre eine psychische Erkrankung.

Ganz "normal" finde ich das Verhalten nach 17 Jahren plötzlich den Kontakt zur Halbschwester abzubrechen und dann einen solchen Brief (und vor allem auch in dem Ton) zu schreiben, jedenfalls nicht.

Und das sage ich als jemand, der normalerweise sehr vorsichtig ist bei der Vergebung von derartigen "Labeln".

O/ldie4m9


Moin, liebe "Knubbelinchen",

erst mal kurz die Frage, wie lange denn der Kontakt unterbrochen war. Die Zahl "17" bezieht sich ja nur auf die Zeit, in der ihr noch Kontakt hattet. Ich finde es nicht unerheblich, wie viele Jahre ihr denn gar keinen Kontakt hattet.

Ich gehe mal in deinen Text hinein, soweit ich ihn verstanden habe.

Offensichtlich war es für dich notwendig, den Kontakt nach etlichen Jahren wieder aufzunehmen, weil du dir die Fragen, die aus seinem Kontaktabbruch entstanden sind, nicht selber beantworten konntest. Und ebenso offensichtlich hat dieser Weg nicht dazu geführt, ihn besser verstehen zu können. Denn genau das will er nicht. Er will nicht verstanden werden, er will nicht einschätzbar und kalkulierbar sein. Er empfindet Nähe – und vor allem emotionale Nähe – offensichtlich als Gefahr und Bedrohung und will sich dieser Gefahr um keinen Preis aussetzen.

Nun stehst du vor der gewaltigen Aufgabe, das alles verstehen zu müssen. Das wäre natürlich leicht, wenn er es dir erklären würde. Aber es spricht nichts dafür, dass er das will und kann. Wenn du also weiterhin darauf setzt, ihn nur dann verstehen (und die Situation akzeptieren) zu können, wenn ER es dir erklärt, dann bist du in einem außerordentlich hohem Maß von ihm abhängig. Du hängst dann wie eine Marionette an einer Schnur, die er in der Hand hält. Du wartest darauf, dass er diese Schnur bewegt, um vorwärts zu kommen. Aber er tut das nicht. Also wirst du dich irgendwann selber bewegen müssen, damit du wieder von ihm unabhängig wirst.

Ich weiß nicht, ob das Bild glücklich gewählt war, aber es fiel mir so spontan ein.

Ich möchte dir jedenfalls dazu raten, dich bei der Lösung dieses Problems – das ausschließlich DEIN Problem ist – nicht abhängig von einem Menschen zu machen, der dir dabei ganz offensichtlich nicht helfen will und kann. Vielleicht kann ich dir dazu ein paar Hilfen an die Hand geben.

in den ersten 17 (!) jahren habe ich ihn oft dort besucht (700 km entfernt), er kam oft zu uns, egal wie weit es war, ich war immer mindestens einmal im jahr eine woche bei ihm und hatte diese urlaube immer als sehr schön in erinnerung.

Diese schöne Erinnerung ist zwar subjektiv, aber das schließt nicht aus, dass auch er gute Erinnerungen an deine Besuche hat. Wichtiger ist aber, dass offensichtlich jenseits dieser guten Erinnerungen eine Störung zwischen ihm und eurer Familie bestanden hat. Die mag massiv gewesen sein und sie mag auch traumatisierend gewesen sein. Und sie mag ausschließlich von ihm so empfunden worden sein, ganz subjektiv. Er hat damit Schuld delegiert, weil er glaubte, dass ihm das hilft.

Was ich jetzt schreibe, ist zwar spekulativ, aber es kann zutreffen. Und wenn die dabei entstehende Sicht der Dinge für dich hilfreich ist, spricht vieles dafür , dass du diese Sicht der Dinge übernimmst und es dir dabei besser geht.

er bekam ein kind, auch zur geburt war ich eine woche dort - kurze zeit später brach er wortlos den kontakt ab. all meine fragen nach dem warum (auch meiner mutter) blieben unbeantwortet.

Dein Bruder hat offensichtlich die Flucht (also das Weglaufen) als wirksames Instrument für die Bewältigung seiner persönlichen Probleme gesehen. Das soll hier nicht beurteilt werden, sondern man kann das einfach so akzeptieren. Er war damit erfolgreich, als er seinen Bauernhof übernahm und möglichst weit wegzog.

Du warst dann noch eine Brücke zu seiner Herkunftsfamilie. Du als Person warst ihm offensichtlich angenehm, sonst wäre es nicht zu den Besuchen gekommen. Aber es kam bei ihm zu weiteren Störungen/Problemen, die er dann wieder auf seine Herkunftsfamilie zurück geführt hat. Er mag dann also diese Herkunftsfamilie für die Probleme verantwortlich gemacht haben und sah – möglicherweise auf Rat eines anderen Menschen – die einzige Möglichkeit zu einer Verbesserung darin, auch zu dir den Kontakt abzubrechen. Denn du warst ja noch die besagte "Brücke", und deine Mutter offensichtlich ebenfalls.

Damit hat er also wieder die FLUCHT als Lösung vorgezogen. Dieses Mal aber perfekt und endgültig. Er hat allerdings – entgegen seiner Hoffnung – damit sein Problem nicht gelöst, sondern es nur vermieden. Und wer ein Problem vermeidet, löst es nicht, es bleibt unterschwellig bestehen.

letzte woche habe ich mir ein herz gefasst ( …) "eine antwort wäre toll, ich vermisse meinen wahnsinnigen bruder ein bisschen" und hab extra einen smiley hintendran gesetzt.

Damit hast du also sein – viele Jahre (?) lang erfolgreich verdrängtes und vermiedenes – Problem wieder gegenwärtig gemacht. Es schoss wieder mitten in sein Leben. Wohlgemerkt gehe ich nicht davon aus, dass DU dieses Problem bist. Aber du stehst aus seiner Sicht damit in Verbindung. Er sieht die Brücke in dir, eine Brücke zu seinem "Scheiß-Problem", an dem nur seine Herkunftsfamilie SCHULD war.

Leider scheint er in all den Jahren (?) keinen anderen und besseren Weg gefunden zu haben, als SCHULD an seine Herkunftsfamilie zu delegieren und davor wegzulaufen. Das ist sehr bedauerlich. Es ist auch nicht gut für ihn selber. Aber es wäre nur durch ihn zu lösen, nicht durch dich.

Du wirst ihn also da lassen müssen wo er ist: In seinen hilflosen Versuchen, seine Probleme durch Schuldzuweisungen, Flucht und Abschotten zu lösen. Er kann es nicht anders.

Du aber kannst anders. Du kannst nach Erklärungen suchen, die nicht DICH in den Mittelpunkt seiner Flucht stellen, sondern SEINE Herangehensweise. Das Problem bist nicht DU, sondern es liegt nur bei IHM. Dein eigenes Problem aber wirst du allein für dich lösen müssen, um nicht denselben Fehler zu machen wie dein Bruder (nämlich IHN dafür verantwortlich machen.

dass er sich an die beschissenen ersten zwei lebensjahrzehnte nicht erinnern kann und sein leben erst begann, als er endlich weit weg war.

Besser kann man es nicht ausdrücken, wenn man verdrängen und weglaufen will

dass er sich die ganze kindheit gefühlt hat wie ein alien und man sich nun mal seine famlie nicht aussuchen kann. und dass ich nicht denken soll, dass er jemals wieder kontakt möchte.

Nicht weil DU das Problem bist, sondern weil du ihn an sein ungelöstes, verdrängtes und vermiedenes Problem erinnert hast.

"so, und wer ist nun bitte wahnsinnig?" schrieb er noch hintendran, bezogen auf meine sicht der dinge, dass doch alles immer okay zwischen uns war.

Hier wurde von einigen die Vermutung geäußert, dass er eine psychische Erkrankung oder Störung hat. Das Wort "Wahnsinn" triggert genau diese Sicht. Und es braucht nicht viel Fantasie dazu, dass er sich mit der Möglichkeit einer psychischen Störung beschäftigt haben könnte (oder dass andere ihm das attestieren wollten). Das will er aber nun gar nicht und deine Bemerkung hat ihn mitten an einer wunden, verletzlichen Stelle getroffen. Darum muss er das also schnell umkehren, das zurückschicken und wieder weglaufen/sperren. Er kennt nur diese Methode, so miserabel die auch sein mag. Er tut das alles nur FÜR SICH und nicht GEGEN DICH. Er nimmt aber in Kauf, dass du es gegen dich verwenden kannst.

jo...so ist das. ich frage mich seitdem, warum er so glücklich war, unsere schlimme familie entdlich zu verlassen und dann noch 17 jahre lang einen sehr freundschaftlichen kontakt zu mir hatte. das geht mir nicht aus dem kopf.

Das verstehe ich gut. Aber wenn du dabei unglücklich wirst, solltest du dich entscheiden, damit aufzuhören es verstehen zu wollen, sondern es so zu akzeptieren wie er es beschreibt.

wieso tut man sich das an, wenn man die zurückgelassene familie nicht mehr sehen möchte?

Weil er es als LÖSUNG sieht

gefühlskalt war er immer, menschen umarmen, herzlich sein, das konnte er nie.

Auch Gefühlskälte ist eine Flucht. Eine Flucht vor Nähe. Und du weißt nicht, ob er wirklich gefühlskalt ist. Vielleicht ist er genau das Gegenteil und versucht das dadurch zu lösen, dass er sich so präsentiert.

ich vermisse ihn und kann es einfach gar nicht nachvollziehen. ich bin ein sehr nachdenklicher und reflektierter mensch

Diese Eigenschaft kann dir vielleicht dabei helfen, FÜR DICH einen Weg zur Akzeptanz des Status Quo zu finden, ohne ihn dazu zu brauchen.

ach mensch, helft mir mal ein bisschen, das chaos zu sortieren in meinem kopf,

I will do my very best

D!ieKyruemi


erst mal kurz die Frage, wie lange denn der Kontakt unterbrochen war. Die Zahl "17" bezieht sich ja nur auf die Zeit, in der ihr noch Kontakt hattet. Ich finde es nicht unerheblich, wie viele Jahre ihr denn gar keinen Kontakt hattet.

s. Überschrift, 13 Jahre

ORldiIe49


*:) Oh danke! Eine alte Schwäche. Je größer die Buchstaben, desto eher übersehe ich sie.

D8ieKeruemi


@ Oldie

Er hat damit Schuld delegiert, weil er glaubte, dass ihm das hilft.

du schreibst sehr viel von deligierter Schuld, Ich frage mich, wie viel Schuld ein Kind daran tragen kann, seine Kindheit so negativ zu erleben, dass es mit 19 Jahren 700 km weit flüchtet...... Und natürlich frage ich mich, wie sich ein 19-jähriger einen Bauernhof kaufen kann.

E0volJuzz&er


gefühlskalt war er immer, menschen umarmen, herzlich sein, das konnte er nie.

Ist das nicht schon eine Antwort?

Er müsste sich um 180° gedreht und oder neu erfunden haben, um einen für dich "schöneren" Antwortbrief zu schreiben.

Jeder lebt in seiner Welt. Sehr schade, dass deine Welt und seine Welt so wenig gleich sind.

Vielleicht hat er sich bei dem Wort "wahnsinnig" etwas ereifert, vielleicht sind noch ganz andere Dinge bei ihm hochgekommen, von denen er lieber Abstand gehalten hätte. Wenn die Vergangenheit für ihn so "schlimm" war und du diese ihm als "schöne Zeiten" ins Gedächtnis zurück bringst, dann wird es in seinem Kopf wahrscheinlich sehr zu Knirschen anfangen. Für mich gut nachvollziehbar, dass er eher angefressen als erfreut klingt.

Was kann man machen? Vielleicht kannst du noch einmal schreiben, wie schade du es findest, dass ihr da so weit auseinander liegt, wo du dich ihm so nahe fühlst. Argumentieren bringt da mMn nicht viel, eine therapeutischer Briefwechsel ist vielleicht auch nicht dein Ding. Wenn er in seinem jetzigen Leben glücklicher ist, dann soll er es bleiben.

Wenn du mit deinem Leben zufrieden und glücklich bist, sollst du es auch bleiben, egal wie er deine schönen Zeiten für sich bewertet. @:)

O<lZdixe49


@ DieKruemi

Und natürlich frage ich mich, wie sich ein 19-jähriger einen Bauernhof kaufen kann.

Letzteres frage ich mich auch. Aber es hilft niemandem, in Frage zu stellen, was die TE schreibt. Also sehe ich es als Fakt, den ich nicht verstehen muss

du schreibst sehr viel von deligierter Schuld, Ich frage mich, wie viel Schuld ein Kind daran tragen kann, seine Kindheit so negativ zu erleben, dass es mit 19 Jahren 700 km weit flüchtet......

Darum geht es nicht. Denn ich weiß darüber nichts und werde es auch nicht erfahren, wie der Bruder seine Kindheit erlebt hat. Wir wollen hier ja nicht dem Bruder helfen, sondern der TE. Es geht mir also darum zu verstehen, auf welchem Wege er offensichtlich versucht hat, sein Problem zu lösen:

1.indem er geflohen ist

2.indem er Schuldige für seine Situation sucht. Das ist nicht ungewöhnlich. Das machen viele. Es hilft nur nicht.

kdnuqbbelmincxhen


@ pelztier

ganz sicher ist da so. er ist absolut nicht in der lage, gefühle zu zeigen oder empathie. wahrscheinlich hat die trennung vom vater in so frühen jahren dort sehr viel kaputt gemacht, was nie "repariert" wurde.

@ cleasan

klingt größtenteil schlüsig, wa du schreibst. ich könnte mir vorstellen, dass es so war.

was mich allerdings vollkommen ratlos macht: nach dem auszug haben wir wirklich viele schöne tage zusammen verbracht. gerade, al ich älter war (ich anfang, er ende 20), hatten wir viel spaß und uns prächtig verstanden.

das kann doch nicht alles gespiel gewesen sein?

oder brach da mit der geburt des kindes so viel wieder auf?

ich hab ihn nun gefragt, warum er alles für so schlimm erachtet , wa ich als schön empfunden habe. ich bin mir sicher, dass ich eine boshafte und ungenügende antwort bekomme. ich dachte einfach, dass er mit zunehmendem alter vielleicht weniger frustriert ist und in der lage ist, kontruktiv über alles zu reden, damit ich wenigstens antworten bekomme. aber das ist wohl leider nicht so.

k%nu6bbeelinc\hen


ich danke euch übrigens alle sehr, dass ihr mir helft, nen klaren gedanken in der sache zu denken.

oftmals versteht man naheliegende sachen nicht, wenn man selbt drinsteckt :)D :)^

@ oldie

2004 war ich zu besuch, danach habe ich nie mehr wa gehört.

dein text ist ganz toll :)_

mir kamen beim lesen die tränen. das, was du sagst, scheint sehr viel wahrheit zu beinhalten.

ich werde ihn heute abend in alles ruhe nochmal durchgehen, ich glaube, du hast viele sachen sehr gut "aufgepuzzelt" :)z

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