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Ist Fremdgehen ein Trennungsgrund?

smugarl&ovxe


Ich finde das reine Aussprechen eines Gedankens oder einer Fantasie sollte nie negative Konsequenzen erfahren. Dann ist das Problem eigentlich eh schon total präsent. Wenn man nicht einmal mehr über etwas sprechen kann was einen beschäftigt.

Ich mein ich selbst kenn das schon auch, dass man Angst hat etwas auszusprechen, weil man Angst hat auf Unverständnis und Ablehnung zu stoßen. Aber schlussendlich sprech ich früher oder später doch alles an und bin dann oft überrascht wie positiv es doch aufgefasst wird.

Wenn mein Partner nun ein Bedürfnis hat, welches ich nicht bereit bin zu erfüllen, oder welches mich anwidert, dann ist die Frage ob man in der Beziehung noch gut aufgehoben ist ja durchaus legitim. Allein die Dauer einer Beziehung sollte niemals der Grund für die Aufrechterhaltung eben dessen sein.

Ich möchte, dass ich mich jeden Tag wieder für meinen Partner entscheiden würde.

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Für mich fängt das Problem "fremd gehen" vielfach schon viel früher statt. Ich kenne es aus vielen Gesprächen im Freundeskreis, aber auch so mit weniger intensiv kennenden Leuten, dass in langjährigen Ehen vielfach gar nicht klar ist was in Sachen Erotik und Sexualität ge/erwünscht ist. Es ist in vielen Beziehungen eine Art Tabuthema geblieben, wobei eigentlich klar sein müsste das ein Mensch sich in seiner Gesamtheit ändert im Laufe der Jahre und Jahrzehnte.

Aber für den Bereich Sexualität wird das bei vielen Paaren offenbar ausgespart. Das was sich mit 20 nicht getraut oder erlaubt wurde, fand auch bei vielen später nicht statt. Es wurde oftmals wenig neues in die Sexualität rein geholt, zu wenig Fantasie entfaltet. Kommen dann durch das Alter noch körperliche Veränderungen dazu, Krankheitsphasen, berufliche Veränderungen oder ähnliches was den Paaralltag verändert, klafft das Gefälle noch weiter auseinander.

Wenn ich dann noch höre, dass der Sex für Monate oder gar Jahre komplett von der Alltagsliste verschwunden ist, dann verwundert mich eigentlich kaum noch, dass es vielleicht zuerst mit virtuellen "Auswärtsspielen" beginnt, der Austausch von neuen Fantasien, fremden Orten, neuen Praktiken oder veränderten Vorlieben. Wenn all das in der Hauptbeziehung nie zum Thema werden konnte oder durfte, die routinierte Langeweile im Schlafzimmer eingesetzt hat, dadurch der Paarsex nur noch weniger bis gar nicht stattfindet ist es vielfach nur noch eine Frage der Zeit wann einer der Partner ausbricht.

Kommunikation ist und bleibt das wichtige Bindeglied um bereits im Vorfeld die Gefahren des einseitigen Ausbruch (wenn nicht unmöglich) so doch weniger provozierend zu ermöglichen. Wenn für einen der Partner oder beiden klar geworden ist, dass die Monogamie als Paarsequenz nicht mehr aufrecht erhalten werden kann, müssen die Gespräche darüber erlaubt sein.

Allerdings steht dann häufig die Befürchtung im Raum, dass damit auch andere Bereiche der Beziehung beschädigt werden könnten, die bis dato gut und harmonisch funktioniert haben. Misstrauen und Kontrolle einsetzt an Stellen in denen es vorher durchgängig Vertrauen in der Partnerschaft gibt.

Für mich klar ist allerdings auch, dass aufmerksame Partner von selbst spüren, wenn sich in Sachen Sex und Erotik Dinge stark verändert haben. Geht damit einher andere Verschlechterungen im täglichen Miteinander würde ich darauf Antworten haben wollen und das Gespräch suchen. Hierbei allerdings erwarten, dass offen miteinander geredet wird, ohne Vorwürfe oder Denkverbote. Denn nur das ermöglicht das aus solchen Gesprächen keine allgemeine Paarkrise entsteht.

Nein Fremdgehen wäre nicht automatisch ein Trennungsgrund. Es hängt dann von der allgemeinen Paarsituation ab. Wie man als Partner danach mit Erkennen dieser neuen Situation umgeht, wie offen die Kommunikation ist. Ebenso wie die eigenen Anteile an der kritischen Situation selbst aussehen. Die gibt es häufig genug, auch wenn man das aus emotionalem Selbstschutz gern ausblendet.

MarsHxide


Ich möchte, dass ich mich jeden Tag wieder für meinen Partner entscheiden würde.

Das hast du schön ausgedrückt @:)

NRordlRandw?ichtdel1


Hallo,

das muss ja jedes Paar selber wissen.

Und ja für uns als Paar ist es das, denn wir sind beide der Meinung, das man so Erwachsen sein muss, das man die Beziehung vorher beendet. Denn ich bin der Meinung man geht nur Fremd, wenn etwas in der Beziehung nicht stimmt.

MuilGchmanFn7x6


Fremdgehen ist ein komplexes Thema und es gibt definitiv keine pauschalen Antworten, also keine Antwort auf eine Frage die das Wort "immer" beinhaltet.

Ich glaube dass es in vielen Fällen nicht der sexuelle Akt ist der Beziehungen zerstört, sondern eine Mischung aus Vertrauensverlust und Angst. In Beziehungen in denen Sex mit Dritten ausgeschlossen wird hängt am Fremdgehen auch Lüge, Verheimlichen wichtiger Dinge, Schauspielerei etc. Wenn einem der Herzensmensch in solch tiefgreifenden Dingen rein zu seinem eigenen Vorteil so schlecht behandelt, wie kann man da je wieder wissen was wahr, ehrlich und wirklich passiert ist?

Diesen Vertrauensverlust der die Liebe zersetzt kann man vielleicht am besten verhindern wenn beide bewusst und respektvoll handeln. Hat man eine Ich-wills-nicht-wissen Regel, dann sollte man dem/der Partner(in) zugestehen können im Zweifel belogen zu werden. Denn das nicht-wissen kann nur durch Heimlichkeit und/oder Lüge geschützt werden. Ob man sich und dem Partner einen Gefallen damit tut, danach zu fragen ob das Fremdgeh-Recht schon in Anspruch genommen wurde wenn man Nicht-Wissen vereinbart hat daran zweifle ich sehr. Wenn man das vollständige Nicht-Wissen nicht ertragen kann sehe ich darin schon eine potenzielle Gefahr für die Beziehung da die ganze Vereinbarung selbst so nicht wirklich ehrlich ist. Wenn du sagst du willst es keinesfalls wissen, und dann fragst du ob er sein Recht schon genutzt hat, dann bringst du ihn gewaltig in die Bredouille. Was gilt denn nun? Die nicht-wissen-Regel oder die Ehrlichkeit zwischen Liebenden? Im Zweifel entscheidet er aus deiner Sicht falsch, und wenn sich irgendwann später etwas Anderes herausstellt habt ihr den Beziehungssprengstoff. Willst du nichts wissen was dir weh tun könnte, darfst du auch nicht fragen. Beides ist schwierig, aber ihr solltet einen Weg wählen den ihr beide auch wirklich ehrlich und geradlinig gemeinsam gehen könnt.

Vielleicht solltet ihr eure Vereinbarung so anpassen dass sie euch mehr Sicherheit gibt. Heimlichkeit ja, aber wenn gefragt wird ist man trotzdem auf Teufel komm raus ehrlich, egal wie weh es tut.

Die Angst davor dass der/die Partner(in) jemand Anderes über einen selbst stellt oder sich sogar verliebt oder die Angst davor nicht zu wissen ob und was der Partner tut ist auch ein Faktor der große Probleme machen kann. Wenn so ein Fremdgeh-Freibrief mit größerer Angst verbunden ist ist er eher schädlich als hilfreich.

Wenn euch das möglich ist, versucht Vertrauen und Offenheit an die oberste Stelle zu stellen. Das heißt dass über jeder Form von Abmachung die Möglichkeit steht, vollkommen ehrlich, offen und wahrheitsgemäß über alles zu sprechen wenn Einer von beiden das Bedürfnis dazu klar ausdrückt. Das kann weh tun, aber ich glaube es hält euch so auch zusammen. Dabei könnt ihr sogar Neues über euch oder euren Partner lernen. Insgesamt sehe ich eine gemeinsam getroffene gesunde Fremdgeh-Regel als in einigen Fällen gute Möglichkeit eine Beziehung zu erweitern und vielleicht sogar zu stärken. Ob das immer komplett frei von Eifersucht und Schmerz geht ist fraglich, auf der anderen Seite mag aber ein noch größerer Benefit für beide stehen.

D=okkxa


Auf die Frage "Ist Fremdgehen ein Trennungsgrund?" hätte ich damals, in meiner ersten Ehe sofort JA gesagt. Heute, in meiner zweiten Ehe und mehreren Beziehungen zwischen den Ehen sehe ich das differenzierter. Ich unterscheide da ganz klar zwischen Sex weil man sich liebt oder Sex weil man vögeln oder gevögelt werden will.

Zwischen meiner Frau und mir gibt es da eine Abmachung, "Kein Sex mit anderen" und hat man doch Sex mit jemand anderen, dann nur mit Kondom und ohne knutschen. Und ... die Sache darf keine Affäre sein sondern nur einmalig. Alles andere wäre Betrug...

Ich weiß nicht wieso aber wenn eine Gummischicht dazwischen ist, sehe ich das Ding eher als Dildo an. Kein Penis aus Fleisch und Blut der dann auch noch in sie reinspritzen darf.

EXhemaligAer NutzeSr (#t613785x)


Fremdgehen ?

Also gedanklich fremdgehen sollte jeder Mensch, denn ohne Kopfkino wird es langweilig.

Dazu wäre es wünschenswert, das Kopfkino in punkto fremdgehen im Ehebett einzuschalten.

Am Tage wird dann darüber geschwiegen, weil es nüchtern leicht geschmacklos klingt.

Kommt es bei fröhlichen Festlichkeiten zum Tanz, bzw Umarmungen, oder separaten Gesprächen , kommt eine kleine Eifersucht auf, die wieder etwas leben in die Beziehung bringt.

Merken wir uns : Liebe ist sozial und Sex animalisch.

gruß hardy

s[ugar4locve


"Kein Sex mit anderen" und hat man doch Sex mit jemand anderen, dann nur mit Kondom und ohne knutschen.

Wenns dann quasi nur ein Dildo is, is ja mega langweilig ":/ Warum sollte man das wollen? ":/ :-/

V+er|schw-|prakxtiker


sugarlove 30.10.17 13:09

Ich finde das reine Aussprechen eines Gedankens oder einer Fantasie sollte nie negative Konsequenzen erfahren.

Tja, ein frommer Wunsch. Vermutlich gibt es für dich Tabu-Themen, die für dich "krank" klingen. Stelle dir vor, dein Partner möchte mit dir seine Gedanken teilen zu Wasserspielen, Kaviar, Fesselungen, Dominanz, Demut, Kinderporno, ...

Bist du wirklich so jovial, den Kinderporno zufriedenstellend wegzudiskutieren?

Rqalph8_HxH


Für die meisten jungen Paare ist das fremdgehen der ultimative Beweis, dass der Partner so rein gar nichts taugt für eine Beziehung. Und das ist gut so. Ja, das ist ein Trennungsgrund.

Anders sieht das aus, wenn nach jahrzehntelanger Beziehung einer fremdgeht. Meist ist dann doch in einer ansonsten oft noch intakten, liebevollen Beziehung die Erotik irgendwie auf der Strecke geblieben. Dem einen Partner gefällt der Status quo so ganz gut, der andere kann damit nicht leben. Eine gemeinsame Strategie wird nicht gefunden, darüber zu sprechen hat man aufgegeben, man kennt den anderen ja, das wird nichts mehr. In diesem Moment kann ein entdeckter Seitensprung auch eine Chance sein. Eine Chance, verlorene Sexualität in der Beziehung neu zu beleben. Quasi der ultimative Warnschuss. Verlorenes Vertrauen? Das ist auf beiden Seiten der Fall. Der fremdgehende Partner fühlt sich vermutlich schon lange betrogen um das Vertrauen auf einen Partner, der einen ein Leben lang lieben und begehren hätte sollen. Insofern sollte man auch die Schuld nie nur bei einem suchen.

Wichtig ist nur, dass man das dann auch zum Anlass nimmt, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten. Das kann dazu führen, dass man gemeinsam wieder mehr Sex hat, das kann zu einer Öffnung führen, dass man tolerant ist und dem Partner den Sex mit andern erlaubt. Es kann natürlich auch dazu führen, dass man gemeinsam erkennen muss, dass es so gar nicht mehr harmoniert und man die Beziehung lieber auflöst.

Die unüberlegte Kurzschlussvariante, einer ist fremdgegangen, also trennt sich der andere, halte ich für die schlechteste.

sXugaorloxve


naja über fetische aller Art kann man reden. Pädophilie gehört für mich nicht zu einem Fetisch, das ist für mich eine Geisteskrankheit und tatsächlich ein No-Go. ":/ Ich würde jetzt auch nicht mit einem Mörder zusammenbleiben wollen, oder jemanden der andere schwere Straftaten begeht.

Ich mein es gibt natürlich viele Einstellungen die eine Weiterführung der Beziehung verhindern. Wäre mein Partner in Wirklichkeit oder plötzlich auftretend schwul, müsste ich die Beziehung auch beenden nachdem wir drüber gesprochen haben ;-)

Aber diese Beendigung wäre ja in unserer beide Sinne. Genauso wenn er einen Fetisch hat, der für mich ein No-Go darstellt und er darauf nicht verzichten kann.

Ich mein wenn er jetzt auf Kaviar steht und mir das erzählt, kann ich entscheiden, ob ich es ausprobieren will, oder nicht, dann hat man zumindest drüber gesprochen und kann miteinander reden wie man das Ganze löst. Wenn ich mich dafür entscheide, dass ich es nicht möchte, muss man halt überlegen, ob er darauf verzichten kann, oder nicht und wenn nicht, ob es für mich ok wäre wenn er es sich wo anders holt, oder nicht ;-) Oder ob es irgendwelche Mittelwege gibt ":/

mpn^ef


naja über fetische aller Art kann man reden. Pädophilie gehört für mich nicht zu einem Fetisch, das ist für mich eine Geisteskrankheit und tatsächlich ein No-Go.

Ja, aber du hast ja ausdrücklich gesagt, dass keinerlei Gedanken negative Konsequenzen haben sollten. Das ist ja nicht auf Fetische beschränkt.

Und ich verstehs auch nicht - wieso sollten Gedanken egal sein, solange keine Handlung folgt?

Ich denke nicht, dass ich da jetzt näher ausschmücken muss, aber ich kann mir diverse Gedanken vorstellen, die auch wenn sie Gedanken bleiben abartig, falsch, gestört und böse sein können.

Vderschw-spraktvikxer


mnef 30.10.17 15:55

ich kann mir diverse Gedanken vorstellen, die auch wenn sie Gedanken bleiben abartig, falsch, gestört und böse sein können.

Manche davon, auch wenn sie Gedanken bleiben, können beim "Dirty Talk" die Geilheit ungeheuer steigern, andere das Liebesspiel abrupt beenden.

Aus der Furcht zu 2. wird 1. nicht ausgesprochen, das ist in der Praxis ein Riesen-Problem. Wie könnte man sich theoretisch "vortasten"?

Mal ganz praktisch: Mehr Männer und Frauen als man glaubt, haben Vergewaltigungsfantasien, andere törnt schon der Gedanke vollkommen ab. Wie könnte ich bei einer Partnerin "anklopfen", ohne als Mistkerl zu erscheinen?

s(ug1ar3lovxe


ja wenn es geistesgestörte gedanken sind. Aber ich finde man braucht jetzt nicht meine Aussage "ich möchte mit meinem Partner ohne Angst über alles reden können" mit hypothesen wie "aber was ist, wenn er pädophile Gedanken hat" kaputt machen. Ich denke jeder weiß was ich meinte.

s(portxxx


Meine Güte. Ist es denn so schwer? Ihr müsst reden mit eurem Partner, auch über Sex. Und das von Anfang an, nicht erst, wenn das Kind im Brunnen liegt. Und das gilt nicht nur für Sex mit Dritten (Fremdgehen ist ja per se schon negativ konnotiert).

Ich kenne die Wünsche meines Partners und er kennt meine. Nicht nur die sexuellen. Nur dann kann ich entscheiden (und er auch), ob ich diesen Mann will.

Auch bei uns gibt es Wünsche, die nicht in Erfüllung gehen. Vielleicht aber später mal. Man entwickelt sich ja auch.

Redet ihr nicht, klammert ihr. Es könnte ja sein, dass es dann mit der ersehnten Beziehung nichts wird. Und dann ist oft die Tür geöffnet für Lug und Trug.

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