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Altersunterschied, Realität und Ängste in einer Beziehung

M/alib9u20)1x7 hat die Diskussion gestartet


Hallo :-) .

Ich bin neu hier im Forum und wollte mal die Meinung anderer Menschen erfahren.

Es existiert eine Liebe zwischen einem Mann und einer Frau, deren Altersunterschied 25 Jahre beträgt. Diese Liebe ist erfüllt mit tiefer Leidenschaft, Begierde und endloser Liebe.

Der Mann ist 57 und die Frau 32.

Doch nach einem Jahr entstehen die Zweifel aus männlicher Sicht und die Realität lässt alles offen.

Der Mann teilt seine Ängste mit: Wie sieht die Zukunft aus? Kinder? Pflegebedürftigkeit im Alter des Mannes?

Die Frau steht in 15 Jahren noch in der Blüte ihres Lebens, während der Mann mit 72 eventl. schon krank sein kann.

Das Paar überlegt sich, ob sie sich trennen sollen, aus Vernunft. Es ist leichter gesagt als getan, wenn die Liebe doch so eine große Rolle spielt.

War einer von euch in so einer Situation? Wie wurde diese Situation gemeistert, wie ging sie aus?

Ich freue mich über eure Beiträge und bleibt sachlich ;-), wir sind alles nur Mensch :-) .

Antworten
SUunflouwerx_73


Eine Freundin von mir ist knapp 37, der Partner 75. Beziehung besteht seit 19 Jahren. Als besonderer Faktor kommt wohl dazu, dass meine Freundin multiple Sklerose hat und somit die Pflegebedürftigkeitsfrage in beide Richtungen hin auftaucht. Man hat sich auch aufgr. anderer Faktoren allerdings gegen ein Zusammenwohnen entschieden.

Beziehung funktioniert prima, wobei man den Partner maximal für 60 halten würde (ohne, dass er künstlich auf jung macht). Er hat auch bis vor einem Jahr noch voll gearbeitet.

kLleiXne_`aida


Wollt ihr noch Kinder? Meine Eltern haben einen so großen Altersunterschied und ich finde das sehr unangenehm. Ich habe mich immer total geschämt dafür, eigentlich jetzt noch, er wurde für meinen Opa gehalten, hatte ganz andere Interessen und hat sich nicht richtig um mich gekümmert.

Hinzu kam, dass sich meine Mutter immer wie ein kleines Mädchen/Kind von ihm benommen hat, was ich ziemlich krank fand. Gleichzeitig passt sie sich auch irgendwie seiner telekommunikativen Rückständigkeit an, obwohl sie noch jung ist (kein Smartphone, WhatsApp etc.).

So ein Altersunterschied ist für den älteren Part eine Bereicherung, habe ich schon öfter gelesen. Für den jüngeren kann es eher im Gegenteil sein. Also ich würde mir das an eurer Stelle gut überlegen. Jetzt im Moment bist du noch der starke ältere überlegene Mann in besten Jahren, aber wenn sie gerade deswegen mit dir zusammen ist, kehrt sich das schnell ins Gegenteil um und sie muss sich eher um dich kümmern.

p5arazHel{lnuxss


Ich kenne ein Paar, die schon 20 Jahre zusammen sind. Sie sind 25 Jahre auseinander. Sie haben Höhen und Tiefen wie andere Paare auch. Er ist jetzt 65 Jahre alt. Sie sind verheiratet. Es scheint ihnen gut zu gehen.

Wenn man sich Szenarien in der Zukunft ausmalt, dann kommt man schnell ins Hintertreffen. Ein 'was wäre wenn-Spiel' ist halt exakt das, was es aussagt. Da kann eben alles vorkommen. Muß aber nicht.

M,alibuF20x17


Hallo,

schön, dass ihr antwortet.

Ich bin der weibliche Part, der hier die Zeilen niederschreibt.

Offenbar zählt zu dieser Geschichte noch mehr, es geht nicht nur um das Alter, er verließ die Frau, mit der er vorher lebte und nun scheint er offenbar daran zu denken, zurück zu kehren.

Zumindest ist das Statement seinerseits kein konkretes "Nein".

Zur Zeit möchte ich keine Kinder, vielleicht bin ich auch eine Frau, die nie Kinder möchte...nur was ist, wenn doch ?

Ich bin mir dessen bewusst, wenn ich mich für die Beziehung "mit" entscheide ich mich gegen Kinder.

Es tut mir leid was du erfahren musstest liebe kleine-aida.

In dieser Konstellation sind große Gefühle im Spiel, das lässt sich auch nicht einfach abstellen :|N .

NQilpDfxerd


Die Frage nach dem Kinderwunsch können nur die Beteiligten selbst beantworten. Wenn die Frau entscheidet, dass sie sowieso keine Kinder möchte, oder für die Beziehung ihren Kinderwunsch aufgibt, oder aber sich beide entscheiden, trotz des relativ hohen Alters des Mannes noch Kinder zu haben wollen, dürfte das kein Hinderungsgrund für die Beziehung sein.

Die Frage nach der möglichen Pflegebedürftigkeit steht natürlich im Raum - aber ehrlich gesagt weiß doch keiner, was kommt. Ich hatte im Kollegen- / Bekanntenkreis zuletzt mehrere schwere Erkrankungen oder Unfälle bei Menschen zwischen 50 und 60 - da ist dann auch plötzlich jemand pflegebedürftig, bei dem man noch nicht damit gerechnet hätte. Natürlich nimmt die Wahrscheinlichkeit mit höherem Alter zu, aber planen kann man damit sicher nicht.

Und ansonsten - wo die Liebe hinfällt. Für mich hört es sich nicht naheliegend an, so eine Beziehung zu beenden, nur, weil sie irgendwann mal schwierig werden könnte. Die meisten längeren Beziehungen werden irgendwann mal schwierig. Im weiteren Bekanntenkreis habe ich auch ein Paar, das schon mehr als 10 Jahre zusammen ist, und bei dem er schon über 70 ist, und sie mindestens 20 Jahre jünger. Die wirken immer sehr zufrieden, haben einen ähnlichen Lebensstil und ähnliche Interessen.

PQfeNffUerminz"bonbon


Wir sind 29 Jahre auseinander und bereits seit 6 Jahren fest zusammen. Wir wohnen auch seit 2 Jahren zusammen.

Wichtig ist meiner Meinung nach, dass die grundsätzliche Lebensplanung in dieselbe Richtung geht.

Ihr müsst Euch einig sein, ob Ihr noch Kinder wollt oder nicht. Und dann beide zu dieser Entscheidung auch stehen, egal in welche Richtung diese ausfällt.

In Bezug auf Pflegebedürftigkeit: da machen wir uns Gedanken drüber, wenn es so weit ist. Wir stehen bei de auf dem Standpunkt, dass man bekloppt wird, wenn man sich um alles zerfleischt, was da noch kommt.

Ansonsten funktioniert unsere Beziehung auf Augenhöhe und wir sind einander eine Bereicherung. Das ist auch wichtig. Es darf kein Ungleichgewicht herrschen.Aber das ist in Beziehungen zwischen gleichaltrigen genauso.

L^udci32


Wenn du Glück hast, ist er z.B. wie meine Oma. Sie hatte ab 75J eine Affäre. Es ging auseinander, weil seine Frau (er war verheiratet) das erfahren hat und er später mit 70 Demenz entwickelt hat. Er war 20 Jahre jünger als sie...

Sie wurde erst mit 97 pflegebedürftig.

K"atthu;lxt


Ich finde auch, dass der entscheidende Faktor hier der Kinderwunsch ist. Darüber solltet ihr euch einig sein. Das gilt natürlich für jede Beziehung, egal welchen Altersunterschied die Partner haben. Wenn ihr euch uneinig seid, wird es zwangsläufig irgendwann dazu kommen, dass einer von euch beiden - und im schlimmsten Fall auch mögliche Kinder - unglücklich ist.

Wegen der Pflege: Das sehe ich ähnlich wie andere hier: Ihr wisst, was kommt. Eventuell ist dein Partner noch bis ins hohe Alter total fit, eventuell wirst du aus irgendwelchen Gründen zum Pflegefall. Das kann keiner wissen. Und das würde ich auch nicht in den Vordergrund stellen. Wieso jetzt eine Lebensentscheidung treffen, wenn man eh noch nicht weiß, wie das Leben spielt?

k*leinem_waidxa


Meine Mutter macht sich leider was vor. Mein Vater ist schon ziemlich gebrechlich und schwach und sie stellt ihn immer noch als fit und stark hin. Auch hält sie sein Alter und teilweise auch die Beziehung zu ihm geheim vor anderen. Sie ist wohl selbst nicht mit sich im Reinen. Wenn der Mann 55 ist, kann man noch dazu stehen, aber wenn er irgendwann 80 ist, ist es einem vielleicht unangenehm.

Also wenn man so eine Beziehung hat, finde ich es ganz wichtig, dazu zu stehen und sich nicht mit Scham oder irgendwelchen Heimlichkeiten zu belasten.

Wenn der ältere Mann vorher seine (gleichaltrige) Frau verlassen hat, hätte ich auch Bedenken, ob er nicht generell immer was Jüngeres sucht.

Mnalmibu20x17


Ich sehe es nicht als besonderen Grund dafür die Beziehung aufzugeben.

Wie oben beschrieben, wenn ich mich für diese Beziehung entscheide, entscheide ich mich bewusst gegen Kinder.

Offensichtlich ist das Altersproblem nicht das ausschlaggebende, denn scheinbar sein schlechtes Gewissen, gegenüber seiner EX! Es liegt in seiner Hand wie er sich entscheidet, nur macht mich dieser Zustand echt "krank".

S(unfl|owerx_73


Ich sehe hier v.a. auch das Thema Kinderwunsch... Das war bei meiner Freundin nicht relevant, da sie die MS-Diagnose mit 18 erhalten hat und entschieden hat, deswegen keine Kinder zu wollen.

Und ansonsten:

Menschen altern auch nicht gleich. Meine Eltern sind nur 1 Jahr auseinander - aber mein vAter wirkt locker 10-15 Jahre älter. Er kann kaum noch laufen, kommt mit Technik nicht zurecht. Meine Ma mailt, ist auch nach Krebs und 2 neuen Hüften und mit 4 angebrochenen Brustwirbeln fit und aktiv im Leben. Hat seit gestern ein Smartphone und WhatsApp (wir reden hier über Jahrgang 1943 und 1944!).

Mein Patenonkel (Bruder meiner Mutter) ist 77 - und abgsehen vom blöden Diabetes toppfit. Fährt auf die IFA, IAA,... Ist total dran am Leben und Technik. Einflussfaktor m.M.n.: Mutter und Onkel mussten fit bleiben, wegen Haushalt,... Mein Vater ist mit Renteneintritt (Ende 50) vor der Glotze versumpft und lässt sich bedienen; hat keine Interessen. Man merkt, dass ihn nichts mehr fit & rege im Kopf hält.

PGfe+fferHminzbosnb0on


Malibu,

meiner Meinung nach bei dir schiebt Dein Partner den Altersunterschied nur vor, weil er "vernünftige" Gründe sucht, die zu einer Trennung führen. Du schreibst, er überlegt, zurück zur Ex zu gehen. DAS ist der eigentliche Grund weswegen er sich trennen möchte. Nicht der Altersunterschied.

Sowas kommt öfter vor als man denkt. Also das Partner zurück zum/ zur Ex gehen.

k|leeine_aixda


Es gibt immer Ausnahmen, aber die Wahrscheinlichkeit bei großen Altersunterschieden (z.B. 55 und 80) ist viel höher, dass der Jüngere später noch fit ist und im Leben steht und der Ältere gebrechlich. Als Jüngerer würde ich mir überlegen, ob das ok für mich wäre.

DpieDo8sisma8cht>dasGxift


Offensichtlich ist das Altersproblem nicht das ausschlaggebende, denn scheinbar sein schlechtes Gewissen, gegenüber seiner EX! Es liegt in seiner Hand wie er sich entscheidet, nur macht mich dieser Zustand echt "krank".

Mit dieser Aussage haben von Dir, haben sich schon schon mindestens 50 Prozent vom ursprünglichen Threadthema erledigt. Damit lassen sich auch 50 Prozent DEINER Entscheidungen, die Du besser nicht von seinen abhängig machst leichter treffen.

Ihr seid aus der sogenannten Honeymoonzeit raus gekommen. Meist so zwischen 9-12 Monaten nach Beziehungsbeginn. Danach fängt sich Spreu und Weizen an zu trennen. Soll heißen, es entscheidet sich deutlicher, ob Wünsche und gemeinsame Vorstellungen für ein weiteres Alltags- und Liebesleben mit Potential angereichert werden konnte oder nicht.

Hier scheint sich ein noch mitten in seiner Vergangenheit befindlicher Freund nicht mit den Gegebenheit eurer Ist-Situation befassen zu können oder zu wollen. Statt dessen arbeitet er noch gedanklich an der Ex-Beziehung rum. Ein offensichtlich schlechtes Gewissen belässt ihn weiter emotional in der nicht aufgearbeiteten Beziehung zur EX.

Das ist nicht Dein Job als Beziehungsmanagerin, dass er sich in seinem Seelenleben zurecht finden kann. Das ist dann mehr sein Part. Wenn ihm das trotz großer Verliebtheit im Umgang mit Dir bisher nicht gelungen ist, hat das tiefergehende Gründe.

Wenn Menschen sich aus welchen Gründen auch immer, nich auf ihren Vorherbeziehungen rational oder/und emotional verabschiedet haben, können sie nicht offen für etwas Neues sein. Sie bewegen sich dann in zwei unterschiedlichen Gefühlswelten, und das blockiert natürlich neue und konkrete Entscheidungen im 'Hier-und Jetzt-Leben'.

Es obliegt einzig und allein Deiner Entscheidungskraft oder dem willentlichen Aspekt, ob und wie lange eine Beziehung, die Dich "krank" macht oder Dich so fühlen lässt, aufrecht zu erhalten.

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