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Irgendetwas fehlt in meiner neuen Beziehung, Unsicherheit

D8ieDodsismmachtdLasGixft


JuliaT

Entschuldige, wenn ich hier mal etwas dazwischen grätsche und Deine Meinung bzw. Sichtweise so nicht bestärken mag. Pass auf, mal ein kurzes Beispiel, um zu verdeutlichen, wie ich an die Sache ran gehe.

Ja, schon klar ich bin ne alte Tante, die anders sozialisiert ist, nicht mit moderner Social Media aufgewachsen ist, und das als Stellenwert sicher auch deswegen anders sieht.

Aber nimm mal den Fall, Handy geht kaputt, kann auch nicht gleich neu nachgekauft werden aus diversen Gründen, oder was gar nicht so unwahrscheinlich ist, das Servernetzwerk der Telefongesellschaft wird Knock Out gesetzt, Krypto-Offiziere gehen von täglich über 300.000 Viren und Schadsoftware-Angriffen aus. Wie gesagt JEDEN einzelnen Tag, nicht nur mal gelegentlich. Bei ca 8 Mrd Menschen im Grunde nicht mal viel. Aber so als Masse bewacht und abgewehrt eben doch schon recht viel.

Bricht ein Teil des Netzes zusammen oder kann über Tage nicht in Gang gebracht werden, Umweltkastastophe, Wetterphänomen ala Sonnenstürme oder oder. Sind dann plötzlich alle menschlichen Beziehungen kurz vor ihrer Selbstauflösung oder dem Kollaps? Wenn wir tatsächlich erst soweit emotinal "heran gereift" sind, dass in solchen Fällen das Ur-Vertrauen in Liebe, Beziehungsfähigkei, Verlässlichkeit und Zuversicht kaputt geht, na dann Prost Mahlzeit, ganz ehrlich.

Zudem frage ich mich, was eine Beziehung denn noch an zwischenmenschlichem Wert hat, wenn ich das alles an der reinen Anzahl von Nachrichten und der Reaktionsfähigkeit meines Gegenübers festmache.

Ehrlich kannst Du Dir wirklich einen ernstzunehmenden Business-Menschen vorstellen, der im Kreise seiner Kundschaft steht, ob in Gruppe- oder Einzelauftritt ist völlig egal, der dann im Sekunden- oder Minutenintervall Gespräche unterbricht, weil er seinem Mäuschen erst mal schnell mitteilen muss, wie lieb er sie doch hat.

Versuche das mal, in einer Autowerkstatt, als Steuerberater, als Arzt bei der Visite, bei der Auftragsentgegennahme vor Ort oder am Telefon. Ließe sich unendlich fortsetzen. Politische Debatten im Bundestag, alles Business und dann mitten im Redeschwall piep das nicht zu vergessende Handy und es wird erst mal geantwortet, weil das Priorität hat, also frisch verliebt und so.

Klar, ich übertreibe gerade massiv, aber auch im Kleinen ist es doch genauso. Magst Du Dich wirklich so gern mit Menschen umgeben, die ständig das Handy in der Hand haben, die Dich im Gespräch nicht ansehen, weil sie kein Piep und Pupp verpassen können? Die mindenstes im Sekundentakt alle paar Intervalle abgelenkt und woanders gedanklich unterwegs sind?

Puhh, also ich sicher nicht, weil es schon lange ein erwiesener Mythos ist, dass Menschen viele Dinge gleichzeitig und in selber Qualität verrichten, jedenfalls nicht über Stunden des Tages. Das würde das Gehirn irgendwann blockieren und es führt zu Error und Fehlern im Programm.

Zudem worüber soll ich am Ende des Tages noch mit einem Menschen, ergo Partner reden, den ich minütlich über Tag begleitet habe, mit Dauerschwall von Nachrichten. Ich wäre am Abend von Infos übersättigt und würde ins Schweigegelübde gehen, da wäre dann Ende Gelände für mich. Weiß nicht, wie andere das sehen, aber mir wäre das alles zuviel Aufmerksamkeit und irgendwann käme die Erkenntnis wer viele Worte um etwas machen muss, dass ihm wichtig ist, hat weniger Zeit für die Taten der Umsetzung dazu. ;-) ]:D Schließlich hat der Mensch nur zwei Hände, und wenn die mit Tippen beschäftigt sind, was kommt dann noch viel hintendran? :=o 8-(

J,ueli)aT


Umweltkastastophe

Wetterphänomen

Sonnenstürme

Ich hatte wohl vergessen zu erwähnen, dass ich meine Aussagen nur auf die wenigen Situationen im Leben beziehe, in denen gerade kein Endzeitszenario herrscht ;-D

DJieDos[ismachXtdas{Gifxt


]:D ;-D Natürlich übertreibe ich sehr gern als Stilmittel, immer schön hoch auf die Spitze. Meinst Du wirklich, dass wir Ängste und Unsicherheiten schneller und besser überwinden, wenn diese immer wieder neu bedient und von außen "geheilt" werden sollen.

Wie lange soll das gut gehen? Wenn wir uns bis in den Schlaf verfolgen? Ich bin noch wach und munter, also mal schnell eben anklingeln, Schatz hat noch nicht geantwortet, dass kann doch nicht wahr sein. Es wird irgendwann zur Sucht, dieses ständige sich melden müssen, kontrollieren, wo steckt wer gerade und was wird gerade erledigt nebenbei. Es hat etwas von "Nabelschnurverhalten", und wenn dann tatsächlich mal ein sich melden nicht möglich ist, was kommt dann THW, RTW GSG9. Ja ich übertreibe gerade wieder.

Aber ich denke, eben nicht, dass die Ängste und die innere Unsicherheit der TE auf diesem Wege ihre innere Erlösung wird. Es ist nicht alltagspraktikabel so zu leben, oder es einzufordern. Wann darf es denn weniger werden, wenn man auf das Verliebtsein, die Honeymoonzeit der Anfänge nicht mehr verzichten mag? Wo ist das Maß, wenn es giftig wird oder zur Beziehungsbelastung werden könnte?

Ich weiß es bei mir, aber wie andere es für sich händeln müssen sie allein raus finden. Liebe ist nicht Worte machen, sondern Lebensgefühl, Sicherheit und auch das Vermissen mal aushalten lernen. Dann wird die Liebe reif, und man weiß einfach das es so ist, und die Angst ist weg. Wenn sich alles zwischen zwei Menschen gut und richtig anfühlt braucht man es nicht mehr 24 Stunden gesagt zu bekommen, "Ich liebe Dich", man spürt es dann einfach und genießt es. :-)

REalpmh_xHH


Jung, frisch verliebt, ganz neu in eine Beziehung eingefunden. Wie sollte das aussehen? Man schwebt gemeinsam auf Wolke 7, sieht sich so oft wie möglich, kommt voneinander kaum noch los, vernachlässigt Freunde und Familie, hat ohne Ende Sex und alles andere ist erstmal unwichtig.

Und wie sieht das bei Euch aus? Kaum Zeit füreinander, der Job ist wichtiger als alles andere, nichtmal ein Wochenende gibt es, von Wolke 7 keine Spur, es wachsen schon die ersten Zweifel. Und Sex wird gleich mal ausgelagert, andere dürfen da auch mitspielen.

Ich glaube, unter den Voraussetzungen hätte ich da gar nicht erst was angefangen.

Eine meiner Vorposter hat es auf den Punkt gebracht, Du brauchst einen Partner, der Dich auf Händen trägt und Dich wertschätzt und der das auch im Alltag spürbar macht, sowohl was seine Zeitplanung angeht als auch was die sexuelle Exklusivität angeht. Ist das eine Modeerscheinung mit den offenen Beziehungen? Nach 20 Jahren Ehe erschien mir das auch eine Möglichkeit, aber frisch verliebt??

b_aDKiLttxen


Hallo! Danke euch allen für eure Gedanken und Beiträge. Mal ein kleines Update von mir.

Ich hab mir die Beiträge zu Herzen genommen und darüber nachgedacht. Sind ja ganz schön geteilte Meinungen hier vertreten, alles von: "Falscher Partner" bis "mach ihm keinen Stress, du bist egoistisch".

Bin dazu gekommen, alles mal ansprechen zu müssen, was 'ne gute Idee war. Mir ist nach dem Gespräch wirklich ein Stein vom Herzen gefallen. Ich hab ihm vom meinem Gefühl erzählt, eine Distanz/Ungleichgewicht im Einsatz/Engagement in unsere Beziehung spüren zu können und dass ich finde, dass ich oft auf eine Antwort warte und v.a. viel mehr geben möchte, als ich es tue, aber Angst habe, ihm zu viel abzuverlangen/unsicher bin, ob er denn auch so fühlt.

Er meinte, das alles überhaupt nicht so zu empfinden, weder eine Distanz wahrzunehmen noch zu meinen, weniger für mich zu empfinden. Es wäre nur alles neu für ihn, er hätte sich seit 10 Jahren in keiner richtigen Beziehung befunden, die er richtig ernst genommen hätte, oder in der er so wirklich verliebt gewesen wäre. Er wüsste gar nicht genau, wie er sich verhalten solle, hätte aber erstmal Lust, viel von sich zu geben etc.

Das hat mich natürlich gefreut. Auch, dass er mich ermutigt hat, mich nicht zurückzuhalten x:)

Danach war alles total schön, und ich kann merken, dass er sich Mühe gibt, mir seine Gefühle deutlicher zu zeigen. Es war auf jeden Fall superschön zu hören, wie er für mich fühlt. Über die "offene Beziehung" haben wir auch gesprochen und ich meinte, dass ich es mir zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund meiner Unsicherheit nicht vorstellen könnte, und vermute, dass das alles eher Schaden anrichten würde. Und ich mir Sicherheit und Nähe wünsche. Das konnte er gut verstehen.

Bin jetzt auf jeden Fall erst einmal beruhigt, anscheinend gab es wohl eher Kommunikationsprobleme als eine große Diskrepanz in den Gefühlen. Es ist auf jeden Fall schön, dass ich mich getraut habe, ihm meine Unsicherheiten offenzulegen und meine eigenen Wünsche deutlich zu machen.

Ich hoffe, das alles hält ein Stück vor!

Und wie sieht das bei Euch aus? Kaum Zeit füreinander, der Job ist wichtiger als alles andere, nichtmal ein Wochenende gibt es

Ja, leider. Ich kenne ihn ja aber schon länger, bevor er überhaupt einen Job hatte, und im Großen und Ganzen bin ich ja megastolz auf ihn, eine solche Chance ergriffen zu haben und unterstütze ihn auch voll. Natürlich würde ich mir mehr Zeit mit ihm wünschen, aber ich weiß auch, dass er darauf zu arbeitet..

Zudem worüber soll ich am Ende des Tages noch mit einem Menschen, ergo Partner reden, den ich minütlich über Tag begleitet habe, mit Dauerschwall von Nachrichten. Ich wäre am Abend von Infos übersättigt und würde ins Schweigegelübde gehen, da wäre dann Ende Gelände für mich.

Mir geht es ja eher darum zu merken, dass er an mich denkt - gerne von sich aus, aber auch, dass er meine Aufmerksamkeiten zu schätzen weiß - sprich, mir antwortet/darauf eingeht. Das muss nicht ständig ein "Ich vermiss dich so!" sein, vielleicht auch ein Bild von etwas, was einen an den anderen erinnert, oder, oder... Ich denke halt oft an ihn, viel erinnert mich an ihn, und das ist doch sicher ein Zeichen der Verliebtheit. Im Moment sehen wir uns nicht mal in der Woche, sondern nur abends für wenige Stunden am Wochenende. Da gibt es viiiiel zu erzählen was man gar nicht aufholen kann, der tägliche Schreibkontakt oder telefonieren wären also einfach wichtig/schön für mich, um zu spüren, das man Anteil am Leben des anderen nimmt.

Kurz hierzu: Er hängt ständig auf Facebook/Messenger und am Handy, auch auf Arbeit, und nur deswegen bin ich auch ab und zu verletzt, dass ich nicht gleich bzw. nie ne Antwort bekomme, wenn ich mich mal wieder dazu durchgerungen habe, ein Date vorzuschlagen o.ä. Ich weiß ja schon, dass er viele andere Dinge im Kopf hat.

Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht .... usw. Korinther sonstwas...

Hier baut jemand seine Firma auf, ist voll im Stress, konzentriert sich darauf und auf der anderen Seite wird da zumindest hier für mich lesbar genörgelt, weil zu selten was zurückkommt.

steht ja ziemlich im Gegensatz zu

Mein erster Rat, bitte verbiege und verbeuge Dich für keine Liebe. Das funktioniert weder in Fern- noch Nahgeschehen. Es bringt nur etwas, wenn beide Partner mit den Gefühlen, auch den negativen Zweifeln offen und ehrlich umgehen. Sich verstellen, zurück halten und anpassen, bedeutet immer ein Stück Selbstverleugnung.

Und bringt wirklich mein Dilemma auf den Punkt! Ich will nicht rumnörgeln und nerven, ich kann aber auch nichts gegen meine Gefühle tun und will ja gern selbstbewusst zu diesen stehen, also auch ansprechen dürfen..

Danke übrigens, DieDosis - dein erster Beitrag hat mir sehr gefallen und ich habe viele positive Ansatzpunkte daraus entnehmen können! @:)

b=aDtKittxen


Hallo!

Circa zwei Wochen hat meine innere Ruhe vorgehalten, jetzt fühle ich mich schon wieder, als wäre ich am selben Punkt.

Ich merke auch, dass ich weniger und weniger Lust habe, ihm zu schreiben/mich zu melden, denn wenn überhaupt 'ne Antwort kommt, ist die ziemlich kurz angebunden. Ich fühle einfach nicht, dass wir unser Leben miteinander teilen. Auch macht mich das Gefühl traurig, zu merken, dass ich es bin, die Dates vorschlägt/sich Gedanken macht, wann und wie man sich das nächste mal sieht...und da ist es schon nur an 1, maximal 2 Abenden die Woche möglich.

Ich befinde mich wieder im Dilemma 1.) zu meinen Gefühlen der Unzufriedenheit stehen und evtl. als Nörglerin dastehen - aber was soll er denn da machen, ich denke nicht, dass er sich da "ändern" möchte, und ich möchte ja auch lieber sein freiwilliges Interesse spüren, als ihn zum "melden" zu zwingen... oder 2.) viel positiv denken, neue Blickwinkel finden und halt für das dankbar sein, was ich bekomme. Es ist ein Problem, weil ich merke, wie ich innerlich bockig/enttäuscht bin. Und das will ich nicht! Das ist bestimmt das, was ihr damit gemeint habt, dass solche Angstzustände das Positive in einer Beziehung auffressen.

Ich find es total schwer, einen nüchternen Blickwinkel auf die Situation zu bekommen. Bin ich übermäßig gierig und sehe gar nicht, dass er mir zeigt, wie wichtig ich für ihn bin? Soll ich das Ganze nochmal freundlich ansprechen? So im Sinne: Hey, wir hatten vor Kurzem drüber gesprochen, ich fühle, dass der Kontakt sehr von mir ausgeht und das macht mich traurig und unsicher. Irgendwie hat sich nichts getan seit unserem Gespräch? Wie siehst du das? %:| ???

Ist das alles überhaupt ein Grund, so zu zweifeln? Mache ich total ein Fass auf? Sollte ich mich einfach an ihn gewöhnen und halt Dinge selbst in die Hand nehmen (er sagt immerhin meistens zu und selten ab). Ich merke, wie ich anfange, zu klammern, und bei jeder Kleinigkeit traurig werde: Wenn wir schon mal telefonieren, ist er schnell müde und muss aufhören, er sagt Dates ab, weil er doch lieber zu Hause relaxen will (Begründung kommt aber auch erst nach Nachfragen) - ich widere mich selbst an mit dem Zweifeln und dem Klammern, auch mit meiner schlechten Laune, aber auch, wenn ich mich verstelle und so tue, als wäre alles in Ordnung, und dann heimlich im Stillen doch wieder traurig bin! Was kann ich nur machen? HILFE!

m2nexf


Jung, frisch verliebt, ganz neu in eine Beziehung eingefunden. Wie sollte das aussehen? Man schwebt gemeinsam auf Wolke 7, sieht sich so oft wie möglich, kommt voneinander kaum noch los, vernachlässigt Freunde und Familie, hat ohne Ende Sex und alles andere ist erstmal unwichtig.

Und wie sieht das bei Euch aus? Kaum Zeit füreinander, der Job ist wichtiger als alles andere, nichtmal ein Wochenende gibt es, von Wolke 7 keine Spur, es wachsen schon die ersten Zweifel. Und Sex wird gleich mal ausgelagert, andere dürfen da auch mitspielen.

Ich glaube, unter den Voraussetzungen hätte ich da gar nicht erst was angefangen.

Finde ich nicht gut, wie du hier mit Stereotypen um dich wirfst. Genau das ist doch das, was die TE (womöglich völlig zu Unrecht) verunsichert. Muss man das wirklich noch unterfüttern? Wozu?

Ja, kann sein dass diese derzeitige Businessfixierung des Freundes der TE ein schlechtes Omen ist. Kann aber genauso gut auch nicht so sein. Denn nein, nicht jeder, der schwer verliebt ist, lässt alles stehen und liegen, inklusive eigener Ziele, Freunde und Familie. Nur noch Schatzi. Und dann? In 30 Jahren immernoch tottaaaal glücklich, sein Unternehmen in den Sand gesetzt zu haben, nur um mehr SMS schreiben zu können? Ja, ich übertreibe, damit es deutlich wird .

Meiner unmaßgeblichen Erfahrung nach sind die Beziehung, die bilderbuch-stürmisch anfangen sehr oft auch die, bei denen das ganze genauso schnell wieder abkühlt.

D!i2eDosismVachJtdasxGift


Was kann ich nur machen? HILFE!

Es gibt bei jeder Medaille zwei Seiten. Was mir in schwierigen Situationen häufig geholfen hat (natürlich nicht immer) mit mir selbst in 'Klausur' zu gehen. Ehrlich, ungeschönt alle Gefühle bedenkend, nicht erfüllte Bedürfnisse und Wünsche. Dagegen habe ich die Wünsche und Bedürfnisse anderer gestellt und versucht in mich zu gehen was dieses Gefühl mit mir macht. Ist es ausgewogen, gibt es objektive Gründe die auf anderer Seite für einen überschaubaren Zeitraum einige Dinge nicht erlebbar machen.

Wenn jedoch das Vermissen und die schlechten Gefühle an irgendeinem Punkt massiv überwogen haben, ich dafür keine Gegenstrategie oder Problemlösungen gefunden habe, gab es eine Entscheidung. Natürlich erst einmal in einem Gespräch, um den Standpunkt meines Gegenübers mit meinem abzugleichen. Wenn sich jedoch herauskristallisiert hat, dass beide Seiten auf keinen gründen Zweig mit ihren Wünschen kommen können, habe ich nicht mehr gebastelt und rum geübt, wer sich besser anpassen kann und flexibler agiert.

Problemlage ist häufig die Divergenz des Nähe-Distanz-Bedürfnisses. Das lässt sich allerdings weder durch Gespräche noch eingeforderte Zuwendung langfristig überwinden. Wenn zwei Partner an dieser Stelle einander nicht verständlich Kompromisse finden, ohne sich dafür verbiegen zu müssen, kann keiner der beiden auf Dauer zufrieden und glücklich werden.

R<alphh_HH


Es gibt Beziehungen, die kühlen mir der Zeit ab, nutzen sich ab, die Bemühungen um den Partner werden weniger. Irgendwann hat man sich auseinander gelebt und trennt sich.

Wo soll denn eine Beziehung hinführen, die schon so anfängt? Entweder der Mann ist nicht gewillt, sich in die Beziehung einzuklinken, weil der Job wichtiger ist, dann muss er sich eingestehen, dass er derzeit nicht für eine Beziehung taugt. Nein, man muss dann nicht den Job hinwerfen, aber eine Partnerin auf Armeslänge verhungern lassen, kann ja nicht die Lösung sein.

Oder dem Mann fehlt schlicht die Leidenschaft, weil er selber nicht verliebt ist.

Liebesangelegenheiten entscheidet man selten mit dem Kopf. Wenn das Bauchgefühl sagt, das passt so nicht, dann sollte man auf den Bauch hören.

b(a`DKitxten


Danke euch für eure Antworten.

Was mich so verunsichert, ist, dass es so immens schwankt in meiner Gefühlswelt. Wenn wir uns sehen, ist alles tiptop und ich merke deutlich seine Zuneigung, die, denke ich, auch immer stärker wird. Sobald wir aber getrennt sind, fühle ich, dass ich um seine Aufmerksamkeit kämpfen muss und es einfach nicht besonders viel Interesse an mir und keinen großen Willen seinerseits gibt, mich in sein Leben einzubeziehen. Ich weiß jetzt halt nicht, ob das fehlende Liebe ist und das bei einer anderen anders wäre (das könnte ich nicht akzeptieren und würde Schluss machen, das tut mir einfach zu weh), oder ob er "einfach so ist" und meine Gefühle trotzdem genauso erwidert. Das bestätigt er mir in Gesprächen, aber wieso kann ich das dann nach ein paar Tagen nicht mehr glauben?

Gerade warte ich, wie lange es dauert, bis mal eine Meldung von seiner Seite kommt - ich fühl mich immer so doof, ständig selbst den Kontakt zu initiieren. Mich nervt es, dass ich hier sitze und an nichts anderes denken kann, mir ist richtig unwohl, und er sicher keinen Gedanken an mich verschwendet. Tut mir leid, ich bin grad wirklich traurig.

Wie soll ich ihm denn das alles in einem Gespräch vermitteln? Ich hab wirklich das Bedürfnis, mich mitzuteilen, weill das aber "ordentlich" machen. Ich will auch so gern eine Lösung finden, da wir wirklich 'ne gute Zeit haben, wenn wir zusammen sind. Aber ich werde das Gefühl nicht los dass ich viel mehr will, als er.

Er hat auch kaum Beziehungserfahrung. Muss ich ihm das irgendwie erst "beibringen", wie man auf die Bedürfnisse anderer achtet? Was kann ich denn nur tun? :°(

D<ieD?osiSsmachDtdasGixft


Wie soll ich ihm denn das alles in einem Gespräch vermitteln? Ich hab wirklich das Bedürfnis, mich mitzuteilen, weill das aber "ordentlich" machen. Ich will auch so gern eine Lösung finden, da wir wirklich 'ne gute Zeit haben, wenn wir zusammen sind. Aber ich werde das Gefühl nicht los dass ich viel mehr will, als er.

Hier stellt sich die Frage, wie eure Vorstellungen aussehen, in Bezug auf den weiteren Beziehungsaufbau. Wie läuft es aktuell mit seiner Arbeit als Selbstständiger? Kommt er dabei gut zurande? Gibt es Probleme in seinem Zeitmanagement, dass er sich noch zu sehr verzettelt, sodass er wenig Zeit und Muße hat, sich in die Beziehung richtig rein zu hängen?

Das Dein Freund beruflich vorankommen will und dort ein sicheres Standbein sucht, kann ich verstehen. Auch, dass die erste Zeit viel Engagement und mitunter auch zusätzlicher Zeit bedarf, um dort J Job mäßig anzukommen.

Ich kenne es von Freunden, die denselben Schritt gegangen sind, dass das Partner- und Familienleben längere Zeit ins 2. Glied gerutscht ist, bis beruflich der Durchbruch geschafft war. Viele Überstunden in der eigenen Firma, selbst am Wochenende war einiges an Schreibtischarbeit zu erledigen.

Redet darüber, wie es für ihn gerade läuft und ob sich in absehbarer Zeit aus seiner Ecke ein anderes Zeitmanagement ergibt für mehr gemeinsame Zeit.

Er hat auch kaum Beziehungserfahrung. Muss ich ihm das irgendwie erst "beibringen", wie man auf die Bedürfnisse anderer achtet? Was kann ich denn nur tun?

Was heißt in diesem Fall kaum Beziehungserfahrungen? Wie viel Beziehungen gab es und wie lange haben diese bestanden?

Ich sehe eure Chance vordergründig in gemeinsamen Gesprächen über eure Vorstellungen, die ihr aneinander habt.

Um einen Überblick zu bekommen, wie oft trefft ihr zwei euch? Welche ist der bevorzugte Weg miteinander zu kommunizieren? Per Messenger oder direkt am Telefon?

Direkt "beibringen" kann man niemandem ein Beziehungsleben zu leben. Es hängt stark davon ab, welche Vorstellungen jeder Einzelne hat und wie sich dies mit den Bedürfnissen in Einklang bringen lässt, die das Gegenüber, in dem Fall Du hast.

Ich sehe euer Hauptproblem darin, dass er sich momentan schwer tut mit dem Spagat zwischen dem Aufbau seiner Selbstständigkeit und zeitgleich eine intensive Liebesbeziehung zu pflegen und weiter zu entwickeln.

b?aDKixtten


Wie läuft es aktuell mit seiner Arbeit als Selbstständiger? Kommt er dabei gut zurande?

Es läuft ganz gut, er konnte jetzt auch jemanden einstellen und hat jetzt 1-2x die Woche etwas zeitiger Feierabend (was trotzdem noch 8 Stunden Arbeit bedeutet). Ich merke, dass er mehr Energie hat, auch wieder Freunde trifft, auf Feiern geht usw.

Gibt es Probleme in seinem Zeitmanagement, dass er sich noch zu sehr verzettelt, sodass er wenig Zeit und Muße hat, sich in die Beziehung richtig rein zu hängen?

Das denke ich schon, ja. Wir haben abends, wenn wir uns sehen, nur sehr wenig Zeit. Ich hole ihn dann oft von Arbeit ab und helfe ihn, den Laden zu schließen, damit wir mehr Zeit miteianander verbringen können. Anschließend essen wir und haben im Idealfall noch 1, 2 Stunden zum kuscheln und erzählen, da fallen ihm dann aber auch schon bald die Augen zu - verständlich :-(

Um einen Überblick zu bekommen, wie oft trefft ihr zwei euch? Welche ist der bevorzugte Weg miteinander zu kommunizieren? Per Messenger oder direkt am Telefon?

Im Moment bin ich nur am Wochenende zu Hause. Da sehen wir uns 1-2 Abende für so 3-4 Stunden jeweils (und schlafen dann beieinander). Unter der Woche, wenn wir uns nicht sehen, schreiben wir in der Regel 'ne (sehr) kurze Nachricht täglich, im Sinne von "Hey, wie geht's?". Dann gab es in der Regel 1-2x die Woche ein Telefonat oder Skype, was so ca. 20 Minuten dauert. Da kommt aber meistens was dazwischen, sein Kumpel ist mit dabei, oder oder. Mein Kontaktbedürfnis ist da nicht wirklich befriedigt. Wir haben noch immer mal ein Bild über Snapchat geschickt, meine guckt er sich aber auch seit 'ner Woche schon gar nicht mehr an, das enttäuscht mich und da schicke ich natürlich auch keine weiteren mehr...

Wenn ich zu Hause bin, sehen wir uns allerdings öfter. Wir schlafen vielleicht 4-5x die Woche beeinander, sehen uns dann abends aber immer auch nur ca. 2 Stunden, bevor wir schlafen.

Redet darüber, wie es für ihn gerade läuft und ob sich in absehbarer Zeit aus seiner Ecke ein anderes Zeitmanagement ergibt für mehr gemeinsame Zeit.

Werde ich ansprechen.

Wie viel Beziehungen gab es und wie lange haben diese bestanden?

Mit seiner Freundin vor mir war er 1 Jahr zusammen. Das war die längste Beziehung "in seinen 20ern" (die jetzt gleich vorbei sind). Vorher hatte er 'ne ähnlich lange Beziehung mit 19 oder so (und war dort auch das letzte Mal "richtig heftig verliebt"). Sonst nur kurze Geschichten, die so maximal 3,4, Monate liefen bzw. massig One-Night-Stands.

Ich hatte einige langjährige Beziehungen, auch ein paar kurze Geschichten, die ich aber nicht Beziehung, eher Dating nennen würde. Für mich hat das schon 'nen anderen Stellenwert.

Ich sehe eure Chance vordergründig in gemeinsamen Gesprächen über eure Vorstellungen, die ihr aneinander habt.

Ich sehne mich auch nach diesen Gesprächen, hab aber Angst, als Belastung und Nörgeler rüberzukommen. Wie kann ich es denn anstellen, 'nen positiven Einstieg zu schaffen, obwohl die Gespräche ja eigentlich in meiner Enttäuschung/unzufriedenheit begründet sind?

D(ieDosisZmXachtd_axsGift


Womit hängt es zusammen, dass Du mal in der Heimatregion bist und zu anderen Zeiten nicht? Wie sehen, die Rhythmen dies bezüglich aus?

Aus Deinen Schilderungen kann ich bisher nicht erkennen, dass ihr zu wenig Zeit miteinander verbringt, unter den gegebenen Umständen. Es ist allerdings so, dass Du die Arbeit eines Selbstständigen nicht 1 zu 1 mit der Arbeit eines Festangestellten vergleichen kannst. Nur durch hohe Flexibilität und spontanes Handeln in Bezug auf Kundenwünsche kann jemand gerade in seinen beruflichen Anfängen eine gute Kundenbindung herstellen. Das bedeutet auch, dass sich spontane Verabredungen verzögern oder schrieben können.

Das ein junger Mann neben seiner Freundin noch andere Kontakte zu Freunden, Familie und Kumpels pflegen möchte, nicht ausschließlich ein Kontaktbedürfnis zur Freundin pflegt, halt ich ebenso für normal. Die Leute kannte er bereits vor Dir und sollten nicht plötzlich aus seinem Leben "verschwinden".

Kann es sein, dass es für Dich aktuell keine größere Priorität gibt, als seine Zuwendung und Aufmerksamkeit "einfangen" und lenken zu können? Wie sehen Deine Interessen über den Beruf hinaus in Deiner Freizeit aus? Gibt es noch Treffen mit anderen Menschen aus der sozialen Umgebung? Welche Hobbies pflegst Du?

Auch frisch verliebt, bedeutet es nicht, dass man plötzlich für nichts anderes mehr Zeit und Muße hat, und alles beiseite schiebt in seinem Leben. Redet darüber, was ihr euch an Kontaktbedürfnis geben und zeigen könnt. Ich sehe auf seiner Seite einiges als Einschränkung durch den neuen Jobaufbau. Ich stelle es mir schwer vor, unter den gegebenen Umständen zeitnah und regelmäßig eine Handykommunikation zu betreiben. Zumal, was sollen sich zwei Partner am Abend noch zu erzählen haben, wenn bereits den ganzen Tag über schon Kontakt mit Informationsaustausch bestanden hat?

Hea5nc a


ich bin verliebt, aber fühle, dass ich ständig auf ihn warte und viel mehr will, als er mir geben kann/möchte?

ich fühle dass ich ständig Bestätigung brauche und da eine Distanz zwischen uns ist...

ich habe irgendwie wirklich Bedarf nach viel Kommunikation und Bestätigung,

. ich hab große Angst, sehr verletzt zu werden.

Ich habe in letzter Zeit wieder vermehrt mit Angst/Panik zu kämpfen und hatte (bevor wir offiziell ein Paar wurden) sogar fast 'ne Panikattacke mit ihm im Bett, weil ich mich so unsicher im Bezug auf seine Gefühle gefühlt habe.

baDKitten lies dir bitte mal diese Aussagen durch.

Versuche mal, die Aussagen von außen zu betrachten. Lies sie so, als hätte sie ein fremder Mensch geschrieben.

Wie würdest du die Persönlichkeit dieses Menschen einschätzen nach dem Lesen der Aussagen?

b8aDKiottexn


Versuche mal, die Aussagen von außen zu betrachten. Lies sie so, als hätte sie ein fremder Mensch geschrieben.

Wie würdest du die Persönlichkeit dieses Menschen einschätzen nach dem Lesen der Aussagen?

Keine Ahnung, das ist schwer. Ich schreibe ja deutlich, dass ich unsicher bin, das sage ich auch offen. Ich denke aber, dass es der Situation geschuldet ist. Ich bin nicht unsicher, dass ich ein toller, liebenswerter Mensch bin. Aber wenn wenig positives Feedback kommt vom geliebten Menschen, kann man sich dessen Gefühle ja unsicher werden?

Ich weiß nicht, was du mir damit sagen/wie du mir damit helfen möchtest/worauf du hinaus möchtest?

Ich versuche ja gerade hier in der Diskussion mit euch herauszufinden, ob ich einen Grund für die Unsicherheit habe, oder ob ihr glaubt, dass es keine Grundlage gibt.

Womit hängt es zusammen, dass Du mal in der Heimatregion bist und zu anderen Zeiten nicht? Wie sehen, die Rhythmen dies bezüglich aus?

Ich mache eine Ausbildung und bin da an einer Berufsschule, zu Hause arbeite ich Vollzeit in einem Betrieb. Zwei Mal jährlich bin ich für ca. einen Monat unterwegs.

Das bedeutet auch, dass sich spontane Verabredungen verzögern oder schrieben können.

Du hast Recht. Was du schreibst, klingt wirklich vernünftig und beruhigt mich. Ich beziehe das alles wahrscheinlich viel zu sehr auf mich. Es schreiben ja aber auch andere User, dass er offensichtlich gar nicht in mich verliebt ist, also die Unsicherheit kommt nicht ganz von ungefähr? s.o.:

Oder dem Mann fehlt schlicht die Leidenschaft, weil er selber nicht verliebt ist.

Und irgendwie tippt mein Bauchgefühl halt darauf. Ich kenne das halt anders mit Leidenschaft. Ich hab auch viel zu tun, will dem anderen aber trotzdem meine Zuneigung zeigen, und das dauert nicht Mal ne Minute.

Kann es sein, dass es für Dich aktuell keine größere Priorität gibt, als seine Zuwendung und Aufmerksamkeit "einfangen" und lenken zu können? Wie sehen Deine Interessen über den Beruf hinaus in Deiner Freizeit aus? Gibt es noch Treffen mit anderen Menschen aus der sozialen Umgebung? Welche Hobbies pflegst Du?

Das stimmt, v.a. je weniger ich von ihm höre, desto merh kreisen meine Gedanken um ihn und unsere Beziehung. Wenn bei uns alles rund läuft und sich ausgewogen anfühlt, kann ich mich auch entspannen.

Ich tue viel für meinen Job, treffe meine Freunde, habe Abende mit meinen Mitbewohnern und pflege Hobbies ohne ihn. Wir haben auch ein zeitinsensives und wichtiges Hobby zusammen, was wir an einem der Abende pflegen, an denen wir uns sehen.

Zumal, was sollen sich zwei Partner am Abend noch zu erzählen haben, wenn bereits den ganzen Tag über schon Kontakt mit Informationsaustausch bestanden hat?

Klar. Aber zur Zeit sehen wir uns ja abends nicht mal.

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