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Ich erkenne meinen Freund nicht wieder!

Fyreurdent+anz198.4


Ich glaube, jegliche Tipps, dass Kinder Traglinge sind und Babys bitte nicht schreien gelassen werden, nimmst Du Dir ja bereits zu Herzen, weißt das instinktiv selbst und machst alles richtig.

Wenn ich Dich richtig verstanden habe, suchst Du nach Strategien und Möglichkeiten, wie Du die anstengende Zeit zusammen mit Deinem Partner überstehst, ohne dass Ihr als Individuen und Eure Beziehung drauf geht.

Eins mag ich hier aber noch sagen:

und er hat es anscheinend verpasst von Beginn an eine Bezugsperson für den kleinen zu sein.

Puuuh, ich glaube, ich weiß, was Ihr meint.... aber ich sehe das ein bisschen anders.

Es ist einfach ganz oft so, dass die Papas einen schwereren Stand haben, mit den ganz Kleinen eine innige Beziehung aufzubauen. Sie sind oft den ganzen Tag in der Arbeit, die Mama ist immer da, füttert fast immer (vor allem, wenn sie stillt) und ist von Geburt an die Hauptbezugsperson. Bei manchen Familien läuft es anders. Ist mir auch klar.

Aber ein Papa, der viel in der Arbeit ist, sorgt finanziell für seine Familie und ist dann eben weniger präsent - so ist das eben einmal.

Bei jedem Baby gestaltet sich die Beziehungsfindung wieder neu, und dies mal ist es eben anders als beim ersten Mal, wo es noch einfacher war.

Der Papa hat aber immer wieder eine neue Chance, eine wichtige Bezugsperson zu sein. Das muss man nicht auf Dauer "verpasst" haben.

Bei uns ist das auch oft so... alles soll am liebsten die Mama machen, der Papa darf nicht mal das Butterbrot schmieren. Die Phasen gibt es.

Mein Mann zieht sich aber durch diese erst mal gefühlte "Ablehnung" nicht zurück, er bietet sich immer wieder an. Ich weiß auch schon heute, dass der Zeitpunkt kommt, wo der Papa viel spannender sein wird als ich und dann am liebsten alles der Papa machen soll.

Wenn die Jungs größer sind, gibt es Aktivitäten, die der Papa viel toller macht als die Mama, mein Mann kann viel besser im Dreck buddeln als ich zum Beispiel, aber Buch vorlesen kann ich viel besser. Das akzeptieren wir auch so - keiner kann alles gleich gut.

Wenn Dein Partner es schafft, das nicht persönlich zu nehmen und zu signalisieren "ich weiß, die Mama ist die Beste, aber ich bin auch für Dich da", dann hat er gar nichts verpasst, sondern muss nur geduldig sein und drauf vertrauen, dass das schon noch kommt.

Rückzug und gekränkt sein ist verständlich, aber kontraproduktiv.

Ihr müsst über solche Dinge einfach ganz ganz dringend sprechen - da helfen keine Allgemeinplätze.

Ich habe Dir eine PN geschickt, antworte mir doch einfach gerne darauf, dann können wir ein bisschen genauer darüber reden, was wir getan haben, wenn Du möchtest.

TMheLifeAq-uatic


Vielen herzlichen Dank für die hilfreichen Antworten!

Es war auch sehr interessant, dass Ralph seine (männliche) Sicht der Dinge geschildert hat, ich kann das jetzt besser nachvollziehen, wie sich ein Mann da fühlt. Im chaotischen Alltag vergisst man dann schnell, dass der andere ganz anders darüber denkt. Mein Freund ist da auch nicht grade sehr auskunftswillig, wenn man ihn fragt, wie er sich da fühlt, er schweigt sich da eher aus und explodiert dann von Zeit zu Zeit. Ja, das Stillen war schon oft Streitthema hier, mein Freund hat oft gemeint, ich solle abstillen, dann wäre diese Fixiertheit des Kleinen auf mich endlich Geschichte. Flasche geben klappt gut, nur dass der Kleine dann oft nach einer Flasche stundenlang erbricht und spuckt, das nervt dann halt ...

stimmt, das Wohlwollen kann ich nicht erzwingen. Das kommt, wie‘s kommt ... da muss ich mich eben in Geduld üben!

Zitronenkopf

Aber könnte es sein, dass die Sicht deines Mannes dann so sein könnte, dass er sich nur noch unbrauchbarer und unfähiger fühlt als ohnehin schon?!

Ja, da könntest du recht haben! Mir tut es auch leid, dass es so ist, das sage ich ihm auch - und dass er nicht denken soll, dass er nur bei ihm weint und bei mir nicht. Natürlich weint mein Sohn auch bei mir, ich versuche dann halt einfach, die Ruhe zu bewahren und geduldig zu sein. Ich bemühe mich da schon sehr, dass er sich nicht gekränkt oder unerwünscht füht. Aber mein Freund ist dann schnell mal eine Mimose, sagt "Na, hier braucht mich doch eh keiner!" und rauscht beleidigt ab.

Gemeinsam zu beruhigen wird eher schwer - denn sobald mich der Zwerg sieht oder meine Stimme nur hört, wird er ganz nervös und "giert" richtig nach mir. Der reißt die Arme hoch und die Augen auf, da gibt es dann nur noch mich ;-)

Eine Nanny oder Tagesmutter wäre auch eine gute Idee, danke :-) die wäre auch eine große Entlastung ...

Freudentanz1984

Bei jedem Baby gestaltet sich die Beziehungsfindung wieder neu, und dies mal ist es eben anders als beim ersten Mal, wo es noch einfacher war.

Ja, das ist ein Punkt! Es ist halt wirklich jedes Mal anders und beim ersten Mal ist vieles leichter, weil niemand zweites da ist, der auch noch Aufmerksamkeit braucht. Es ist auch gut zu wissen, dass da auf Dauer nichts "verpasst" werden kann, sondern dass wohl alles noch im Bereich des Möglichen ist.

Mein Freund sollte sich aber nicht zurückziehen und mit Ungeduld und gekränkter Eitelkeit reagieren. Eben, das Ganze nicht persönlich zu sehen und sehen, dass die Zeiten besser werden und sich ändern. Er eines Tages auch mal der tolle Papa sein wird!

Wir haben also noch ein großes Stück Arbeit vor uns ... @:) Danke für eure vielen Anregungen und Ideen :)=

A[n~difrxeak


wenn der Kleine auf der Krabbeldecke quengelt und leise zu weinen beginnt, macht mein Freund dann oft Sachen, dass man denkt, der hat zum ersten Mal ein Baby gesehen - er scheppert mit einer lauten Glocke vor seinem Gesicht herum, pustet ihm ins Gesicht oder lässt das Feuerwehrauto von Sohn1 laut tatütata machen, ewig lang. Naja, dass der dann halt noch mehr brüllt... er meint halt, das lenke ihn vom Schreien ab ... er müsste ihn halt aufnehmen, ein wenig "bekuscheln" (finde ich!) aber wenn ich (dezent!) was sage, dann heißt es, ich solle mich da raushalten

Entschuldige, wenn ich das so schreibe, aber Dein Freund hat keine Ahnung, wie man mit Babys umgeht. Er verschlimmert nur no9ch die Situation. Es könnte sogar noch weiter kommen. Wiederholt Dein Freund solche Verhaltensweise, kann sich daraus eine Angst entwickeln, die im späteren Leben groß werden könnte, z.B. vor dem Klang der Glocken.

Ein Baby braucht sehr viel Körperkontakt, um Urvertrauen entwickeln zu können. Wenn Dein freund das Baby nicht in den Arm nehmen will, wird sich keine gesunde Beziehung zwischen Beiden entwickeln können.

Es liegt nun an Dir, inwieweit Du Fehlentwicklungen des Babys zulassen willst oder Deinem Freund ins Gewissen redest. Setz Dich durch und finde klare Worte, es geht hier um Deine Kinder.

Ich habe meinen Sohn schon vor der Geburt liebevoll zugeredet und hatte sehr viel Kontakt von Geburt an zu ihm. Heute ist er vier und wir haben das beste Verhältnis und ich kann eine gesunde Entwicklung beobachten. Vater sein kann so toll sein! Ich habe mir immer viel Zeit genommen und würde alles wieder so machen.

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