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Tinder in einer Beziehung

DEaDu


Ich bin ein wahnsinnig monogamer Mensch, ich hatte nie Sex außerhalb von Beziehungen. Ich habe gerne Sex, aber brauche dazu diese emotionale Bindung. Das hat ihm an mir gefallen. Auch, dass ich nicht (wie alle anderen) gleich mit ihm ins Bett bin, sondern es mehrere Wochen gedauert hat. Gleichzeitig bin ich - zumindest in meiner eigenen Wahrnehmung - relativ offen (was er nicht so sieht). Somit konnte ich ihm nur sagen, dass wir es mal probieren. Damals stand ich dem ganzen auch noch positiver gegenüber, weil er mir mehr das Gefühl gegeben hat "genug" für ihn zu sein und weil ich die Beziehung auch einfach noch nicht so ernst genommen habe...

Versprechen, dass wir immer 3er-Beziehung führen, hätte ich ihm alleine deshalb nicht geben können, weil ich es für mich nie erlebt hatte. Bei einer offenen Beziehung hätte ich allerdings gleich abgelehnt. Das ist für mich aus o.g. Gründen null interessant. Ebenso wenig wie sein Wunsch, dass ich mich mal alleine mit einem Mädel "vergnüge".

Einmal, für zwei Monate, habe ich einer offenen Beziehung zugestimmt. Das war - vor zwei Jahren und nach einem Streit, den ich verbockt hatte - seine Kondition, um an der Beziehung weiter zu arbeiten. Angeblich hat er diese "Möglichkeit" aber damals nicht wahrgenommen.

Ich habe zuletzt viel Drama gemacht, auch beim Sex. Er steht auch beim Sex auf Gewalt und er fantasiert gerne von anderen Damen. Prinzipiell mag ich es auch gerne härter - aber gerade zuletzt konnte ich nicht mehr, hätte von ihm einfach mal "Vanilla Sex" benötigt, ein Zeichen von Intimität. Das kam nie. Daher auch bei Sex viel Verweigerung, Streit, Druck. Geht das jetzt zu weit, dass hier zu schreiben?

F;uriwous


Hallo Dadu,

in den Situationen, die Du hier schilderst, hast Du Dich teilweise wohl falsch verhalten.

ABER: wer kann es Dir verdenken?

Sieh mal... er hat Dich angelogen, betrogen, Deine Wünsche nicht respektiert, DICH nicht respektiert... irgendwann hast Du wohl zugemacht und Dich quasi nur noch verteidigt. Meistens sicherlich völlig zu Recht, manchmal vielleicht nicht. Sei daher bitte nicht so streng mit Dir. Du bist ganz bestimmt nicht an allem Schuld.

Ja, es gehören immer zwei dazu, eine gute Beziehung zu führen und es gehören auch immer zwei dazu, wenn eine Beziehung scheitert. Allerdings sehe ich aus Deinen Schilderungen den weitaus größeren Anteil am Scheitern bei Deinem Ex.

Er scheint von seinem Wunsch nach einer offenen Beziehung so sehr getrieben gewesen zu sein, dass er nur noch sich und diesen Wunsch gesehen hat. Du warst wohl nur noch am Rande wichtig bzw. unwichtig.

Vielleicht findet er eine Partnerin, mit der er das Ganze von vornherein klar kommuniziert und die das genau so leben möchte, wie er. Das wird aber bestimmt sehr schwierig werden.

Dir wünsche ich, dass Du einen Partner findest, der Dich respektiert und mit dem Du eine Beziehung auf Augenhöhe führen kannst. @:)

D8ieMDosxismac[htdasGifxt


Geht das jetzt zu weit, dass hier zu schreiben?

Nein, wenn Du die ganze Situation für Dich aufarbeiten und verarbeiten willst, ist es wichtig die Stationen eurer Beziehung zu beleuchten. Aber ich sehe zwischen euch nachdem, was Du beschreibst, wenig Übereinstimmung was die Basis eurer Beziehung angeht. Du hast gegen Deine eigenen Bedürfnisse falsche Kompromisse gelebt und dennoch führte es in stetig neue Eskalationsstufen zwischen euch.

Wie soll das langfristig zusammenpassen? Ein Mann, der für sich große Freiräume einfordert, sexuell und emotional instabil reagiert und Du, die gern monogam lebt, mit anderen Werten und Vorstellungen?

Eure Beziehung hat sich schon seit längerem auseinander entwickelt, zunehmend größere Belastungsgrenzen hinnehmend, ohne dafür adäquat eine Bereicherung zu erlangen. Bei so unterschiedlichen Empfindungen und Grenzüberschreitungen ist kaum vorstellbar, dass Du an seiner Seite glücklich geworden wärst.

D^aDxu


Sieh mal... er hat Dich angelogen, betrogen, Deine Wünsche nicht respektiert, DICH nicht respektiert... irgendwann hast Du wohl zugemacht und Dich quasi nur noch verteidigt. Meistens sicherlich völlig zu Recht, manchmal vielleicht nicht. Sei daher bitte nicht so streng mit Dir. Du bist ganz bestimmt nicht an allem Schuld.

Ich habe ihm - vor unserem großen Streit letzten Sommer - vorgeworfen, sich nach einem 3er mit seinem Tinderdate ihr noch einmal angenähert zu haben als sie zu besuch war (und ich im Büro). Ich habe kein wahnsinniges Drama gemacht, aber war in meiner Annahme sehr überzeugt. Hier hatte ich mich geirrt, er hatte nichts versucht (weiß ich von ihr). Vielleicht habe ich ihm öfter Sachen vorgeworfen, die nicht stimmen. z.B., dass es ihm bei seinen Tinderdates nicht um Sex (mit oder ohne mich geht). Vielleicht stimmt, was er sagt... dass ich ihm reiche.

Wie soll das langfristig zusammenpassen? Ein Mann, der für sich große Freiräume einfordert, sexuell und emotional instabil reagiert und Du, die gern monogam lebt, mit anderen Werten und Vorstellungen?

Und was ist, wenn diese unterschiedlichen Vorstellungen nur in meinem Kopf existieren? Er hat sich diesbezüglich ja immer pro Monogamie geäußert (außer wenn er genervt war. Aber vielleicht war er dann wirklich nur von meinem Misstrauen genervt).

Ich bin sehr verwirrt, weil sein Leben ja auf einmal zu laufen scheint, er offensichtlich weniger trinkt und er irgendwie an sich arbeitet. Habe ich ihn wirklich so runter gezogen? Hat er diesen Schritt schon vorher vorbereitet?

Er hat oft von Trennung gesprochen, aber ich habe es immer als Manipulation eingestuft, hätte nie gedacht, dass er das durchzieht.

Er hat nicht bei seinen Eltern von der Trennung erzählt (ich bin sehr eng mit ihnen) oder nach Geld gefragt. Warum? Wie kommt er klar?

Und nochmal: Ich fühle mich wahnsinnig schuldig ihn raus geworfen zu haben - wobei mein rationaler Teil auch eher nicht denkt, dass ich das habe. Trotzdem.. alleine die Aussage, dass er gehen kann und dass es "mein Geld" ist...

Ich verstehe nicht wieso er immer und immer wieder Dinge sagt, die nicht stimmen: Eigene Wohnung, er hat mich betrogen... wie kann er davon ausgehen, dass das nicht zum Streit führt (und zum Beziehungsende). Oder wollte er genau das?

"Darf" er das sagen, nur weil er von meiner wiederholten Fragerei (ob ich mir Gedanken machen muss etc) genervt war?

Ist es nur so, weil ich gesagt habe, dass ich (emotional) unerfüllt bin und ich selbst merke, Interesse an anderen zu entwickeln (wenn auch mit der Qualifikation, dass ich niemals etwas in die Richtung tun würde)? Wieso habe ich das überhaupt gesagt... ich glaube, ich wollte verständnisvoll sein und ihn zum Reden bringen. Aber was, wenn er dieses Interesse nicht hatte und ich ihn mit meiner Aussage nur verletzt habe?

D7ieDosiksmach"tdasGi'ft


Mit einem magst Du recht haben. Eure Streitigkeiten waren beidseits. Aber ich denke, wenn eure Beziehung emotional gesund gewesen wäre, hätten viele Streitigkeiten, Beleidigungen, Verletzungen nicht in dieser Schärfe und destruktiven Ausmaß stattgefunden.

Ich bin sehr verwirrt, weil sein Leben ja auf einmal zu laufen scheint, er offensichtlich weniger trinkt und er irgendwie an sich arbeitet. Habe ich ihn wirklich so runter gezogen? Hat er diesen Schritt schon vorher vorbereitet?

Wenn er eine regelmäßige Unterkunft, sein materielles Auskommen und weniger maßloses Verhalten aktuell sein Leben bestimmen, scheint es schon so zu sein, dass er den Absprung über längere Zeit geplant hatte. Ehrlich, ständiger Streit und wiederkehrendes Misstrauen führen nicht dazu, dass die Liebe enger und beständiger wird.

Er hat sich diesbezüglich ja immer pro Monogamie geäußert (außer wenn er genervt war. Aber vielleicht war er dann wirklich nur von meinem Misstrauen genervt).

So hat er sich nach Deinen Schilderungen aber nicht verhalten und widersprüchliche Aussagen zu eurem Beziehungsmodell gemacht. Zudem gab es Lügen und Verstöße gegen eure Rahmenbedingungen innerhalb der Beziehung. Darauf wird Deine Eifersucht und die Vorwürfe beruht haben. Welche Deiner Aussagen einen objektiven Hintergrund hatten oder nicht, kann ich nicht einschätzen. Wertschätzend seid ihr allerdings beide nicht mehr zueinander gewesen.

Eure Streitphasen wurden zum Ende der Beziehung hin stetig eskalierender. Ich kann mir nicht vorstellen, dass auf so einem Fundament eine Beziehung weiter existieren kann. Sicher macht Liebe möglich, über einige Macken des Partners hinweg zusehen, aber bei euch hat es Grundzüge der eigenen Persönlichkeit ausgemacht. Warum fällt es Dir so schwer zu erkennen, dass zwischen euch zu wenig Harmonie und Verstehen bestanden hat?

M5ariel27


Egal, was war, DaDu - ihr habt euch gegenseitig runtergezogen und eure Beziehung nachhaltig beide geschädigt, so dass da am Ende keine Basis mehr war.

Ist besser so für euch beide.

Schau nach vorn, kümmere Dich um Dich, atme durch, der Frühling kommt bald... :)

D+aDxu


Wenn er eine regelmäßige Unterkunft, sein materielles Auskommen und weniger maßloses Verhalten aktuell sein Leben bestimmen, scheint es schon so zu sein, dass er den Absprung über längere Zeit geplant hatte. Ehrlich, ständiger Streit und wiederkehrendes Misstrauen führen nicht dazu, dass die Liebe enger und beständiger wird.

So fühlt es sich für mich - aber auch hier weiß ich natürlich nicht, was von dem, dass er mir derzeit an Infos gibt, eigentlich stimmt. Dann verstehe ich aber nicht, wieso er Neujahr einen Neuanfang in Aussicht gestellt habe - den ich dann wiederum mit Verweis auf seine Aussage vom Vortag ("Du wirst Blut und Wasser heulen") in Frage gestellt habe. Und überhaupt, warum hätte er denn die Feiertage bei mir verbringen sollen...

Welche Deiner Aussagen einen objektiven Hintergrund hatten oder nicht, kann ich nicht einschätzen.

Ich auch nicht.

Warum fällt es Dir so schwer zu erkennen, dass zwischen euch zu wenig Harmonie und Verstehen bestanden hat?

Das verstehe ich bzw würde ich so unterschreiben. Aber ich würde so gerne wissen, ob diese fehlende Harmonie durch meine unbegründete Eifersucht/ Paranoia bestanden hat und ich, wie er sagt, das Problem bin (und eine Therapie benötige) oder ob ich eben nicht verrückt bin bzw. zumindest meine Wahrnehmung und Reaktion nicht total krankhaft sind.

DkieDDosis>machMtdasGirfxt


Du bewältigst doch einen Alltag, kannst derzeit ohne ihn leben. Das Deine Eifersucht komplett unbegründet war, scheint, nachdem was Du hier über euch geschrieben hast, weniger der Fall zu sein. Es gab Vorfälle, die dazu beigetragen haben, dass Dein Vertrauen in ihm als Partner beschädigt wurde. Das war umgekehrt in seine Richtung sicher auch so.

Derzeit scheint Dein Selbstbewusstsein sehr am Boden zu liegen und dagegen solltest Du zwingend etwas tun, weil Du ansonsten in diesen Gedankenschleifen bleibst ...was, wäre wenn ...

Das führt zu nichts. Dein Ex hat seine Konsequenzen aus eurem Desaster gezogen. Möglich, dass er seine Unterkunft erst Tage nach den Feiertagen beziehen konnte. Wichtig ist, dass Du jetzt an Dich denkst, Dir wieder eine Wohlfühloase schaffst, um nach vorn zu schauen. Hast Du die Möglichkeit Dich mit Bekannten oder Kollegen zu treffen, um nicht daheim allein in Grübelei zu verfallen?

D7aoDu


Ich bewältige meinen Tag und halte mich über Wasser. Es geht mir auch nicht so schlecht, wie es mir sonst ging, wenn er weg ist. Ein wenig beginne ich zu akzeptieren, dass es wohl besser ist.

Es geht mir auch nicht unbedingt darum die Schuldfrage zu klären. Mehr: Wieso ist das so besser für ihn? Mal abgesehen davon, dass er es ja recht bequem hatte.

Ich meine eher: Er will sich mehr auf sich fokussieren (Job-Suche) und weniger trinken, gesünder leben. Okay. Aber wo habe ich ihm da je im Weg gestanden? Ich trinke nur noch selten. Ja, ich habe mich im Spaß über sein neu-gefundenes Vegetariertum lustig gemacht, aber ihn doch unterstützt. Ich war früher selbst lange Vegetarierin. Wenn er mehr Zeit für seine Bewerbungen und co benötigt hätte - er hätte es doch sagen können? Es ging mir nie um die Tatsache, dass er Zeit mit mir verbringen muss. Ich wollte lediglich gerne wissen, wann wir uns nach der Arbeit sehen (damit ich weiß, ob ich koche oder unterwegs esse, ob ich länger im Büro bleiben kann oder auch Termine machen...). Einfach für Planbarkeit und ja, klar hat mich auch interessiert, was er macht. Ich verstehe bis jetzt nicht wieso das zu viel Kontrolle war (wenn er denn wirklich nichts zu verheimlichen hatte).

Wenn er keine offene Beziehung wollte - wo waren unsere Probleme dann nicht irgendwo lösbar (Kommunikation mal vorausgesetzt). Und: wenn sie lösbar waren... dann hat er mich nicht genug geliebt? Sex mit irgendwem ist ihm wichtiger als ich?

Er ist sooft nachts wach geworden und hat mir gesagt, dass er mich liebt. Wie kann er dann diese Entscheidung treffen?

Gerade in den letzten Streits ging es doch eigentlich um nichts...

D*ieDqos/isma+chtdasGxift


Ab einer gewissen Phase, vor allem, wenn Streits sich häufen und verbale Entgleisungen zunehmen, sind die Gründe nicht mehr das wichtige. Es ist, wenn die Gefühle innerlich abstumpfen eine Spirale von Machtspielen, Deutungshoheit wer hat mehr Recht usw.

Das führt dazu, dass Gefühle binnen kurzer Zeit ins Gegenteil umschlagen. Es scheint, zwischen euch ist im Laufe der Zeit die gemeinsame Augenhöhe verloren gegangen und jeder hat beim Gegenüber nach Anlässen und Fehlern gesucht, die eure Probleme verstärkt haben. Möglich, dass er deswegen nicht mehr Willens war sein Verhalten Dir gegenüber zu ändern.

Nach Deiner Schilderung im Thread, habt ihr euch zum Schluss nur noch aneinander abgearbeitet und sollte nicht der Kernpunkt einer Lebensgemeinschaft sein.

s2en<sibTelmanUn99


Er ist sooft nachts wach geworden und hat mir gesagt, dass er mich liebt.

Schwafler.

D#orfnmixe


Wenn er keine offene Beziehung wollte - wo waren unsere Probleme dann nicht irgendwo lösbar (Kommunikation mal vorausgesetzt).

So gesehen - Kommunikation vorausgesetzt - sind alle zwischenmenschlichen Probleme (theoretisch) lösbar. Die Frage ist aber doch, ob alle Beteiligten auch tatsächlich an einer echten Lösung interessiert sind, kompromissbereit, fair und offen. Und all das scheint bei deinem Ex ja eher weniger zuzutreffen.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft. Und: ganz bestimmt bist du nicht "verrückt" :)_

DBaDu


Er hat meine Vermieterin kontaktiert und nach einer Wohnungsgeberbestätigung gefragt (bislang sind wir in einer anderen Stadt gemeldet und angeblich will er ein neues Bankkonto eröffnen). Ihr kam das merkwürdig vor, deshalb hat sie mich kontaktiert.

Ich finde es ebenfalls merkwürdig. Also hat er (entgegen seiner Aussage) zum Einen keine eigene Wohnung hier, zum Anderen... ich weiß nicht, ich finde es merkwürdig. Vor allem auch, dass von ihm 0 Info diesbezüglich kommt. Irgendwie würde ich das ja erwarten.

L0illGienx84


Find ich nicht so merkwürdig. Er muss ja wo gemeldet sein um gewisse Dinge abschließen zu können. Würde mir nicht so viel Gedanken darüber machen

LZi/lliDen8x4


Ps. Die würde ich ihm nicht geben. Bzw darf sie deine Vermieterin nicht geben wenn nur du die Wohnung gemietet hast. Sonst meldet er sich mit deiner Wohnung an!

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