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Beziehungen nach schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit

smf}3v2 hat die Diskussion gestartet


Hallo, ich habe hier schon viel gelesen und dachte mir es wäre vielleicht gut auch mein Thema einmal hier anzusprechen. Die ganze Geschichte werde ich hier nicht erzählen können, dafür müsste ich zu weit ausholen und ich bezweifle auch, dass dies viele interessieren würde.

Ich bin 18 Jahre alt, weiblich, und hatte in meiner Vergangenheit einige sehr unangenehme Begegnungen mit dem anderen Geschlecht. Zum einen wurde ich im Alter von 15 Jahren im Rahmen eines psychiatrischen Aufenthalts sowohl von einem Mitpatienten (30 Jahre alt) berührt (an intimen Stellen) und zum anderen von einer Betreuerin unter der Dusche beobachtet und eingesperrt. Meine Eltern haben mich damals auch auf mehrmaliges Bitten nicht aus dieser Einrichtung geholt.

Schon vor diesen Begegnungen hatte ich starke Angst mich mit Hiv zu infizieren, als Kind hatte ich immer sehr stark dass Gefühl irgendwie schmutzig zu sein. Nun, das Leben ging weiter, ich war noch mehrere Male in der Psychiatrie, was nun immer mit starken Ängsten verbunden war, aber niemand nahm mich wirklich Ernst, zumal ich viele Dinge auch einfach nicht gerne in Worte fasse.

Vor einigen Monaten habe ich einen Mann kennengelernt, zu welchem ich sofort sehr offen sein konnte. Ich habe ihm über meine Vergangenheit berichtet und auch viel über ihn erfahren. Als es mir sehr schlecht ging ist er mit dem Auto einige Stunden zu mir gefahren und hat bei mir übernachtet, das war für mich zunächst nicht unangenehm, es war auch in Ordnung für mich, dass wir uns küssten und es war sogar okay dass er mit mir in einem Bett schlief.

Im Oktober feierte mein Bruder seine Hochzeit und am Wochenende davor hatte er Junggesellenabschied und ich wusste nicht wie mir geschah als Nachts ein fremder (betrunkener) Mann in mein Zimmer kam als ich schlief und die Tür hinter sich schloss. Ich stand natürlich sofort auf öffnete die Tür wieder und schickte ihn raus, war aber zu diesem Zeitpunkt schon wie versteinert. Ich legte mich wieder hin und wenige Minuten später kam dieser Mann wieder herein, ich war eigentlich sehr wütend und hätte schreien können, aber es ging nicht. Ich ging ins Wohnzimmer und schaute etwas fern bis dieser Typ dann wieder kam, nur in Unterhose. Ich war angeekelt und als er sich dann zu mir setze und anfing mich zu berühren war dann Schluss. Ich überwand mich etwas deutlicher zu werden und verließ dann mitten in der Nacht das Haus, ging spazieren und kam erst morgens wieder. Ich war irgendwie enttäuscht und wütend auf jeden, meine beiden Brüder, diesen Typen und meine Eltern die alle im Haus gewesen waren als das geschah, und mich nicht beschützen konnten.

Ich nahm Kontakt zu dem Mann auf den ich kennengelernt hatte, er war sehr betroffen, und nach der Hochzeit meines Bruders fuhr ich dann alleine mit dem Zug zu diesem Mann. Es war eine sehr schöne Zeit, und ich konnte es irgendwie genießen, mich sehr vertrauensvoll in die Arme dieses Menschen begeben. Es geschah nicht wirklich viel, außer dass wir uns küssten und er mich berührte, alles geschah mit sehr viel Gefühl. Einige Wochen später machte sich dann wieder die Angst vor Hiv bei mir breit, wer das kennt weiss, dass man plötzlich totale Filme im Kopf hat, und denkt man gehört vielleicht zu den Leuten die sich durchs küssen mit Hiv infizieren usw.

Als ich die Angst trotz mehrmaligen Hiv Test nicht aushielt wendete ich mich an den Mann, erzählte ihm von den Ängsten, er sagte mir das alles in Ordnung sei, dass man sich auf dem Weg nicht infizieren könnte, aber ich sprach ihn jeden Tag darauf an, unterstellte ihm dass er mich absichtlich infiziert haben könnte. Er blieb immer ruhig, war verständnisvoll.

So. Ein langer Text, ich wende mich an euch weil ich mir nur, aus gegebenem Anlass große Sorgen mache, dass ich diesen einzigen sozialen Kontakt den ich noch habe dadurch zerstöre, dass ich ihn mit meinen Ängsten konfrontiere, denn so wie ich, hat auch er ein sehr großes Päckchen zu tragen.

Danke schon im Vorhinein für eure Antworten.

Antworten
p lac>es


Hallo sf :-)

Tut mir leid, dass du so viele schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht hast. Darf ich fragen, wie kam es denn dazu, dass du in die Psychiatrie gegangen bist? Es scheint, als wären die Männer nicht der Anfang deiner Problematik.

Ich kann dir nur raten, suche dir eine einfühlsame Therapeutin, die sich mit Missbrauch auskennt. Es wird ein längerer Weg werden, aber es kann sich nur lohnen.

Vielleicht hängt deine HIV-Angst mit diesen schlechten Erfahrungen zusammen - Männer sind gefährlich und bedrohlich. ":/ bis auf diesen einen Mann scheinst du ja kaum gute Erfahrungen zu haben.

:)_

sOf32


Mein allererster Aufenthalt war aufgrund von Magersucht, der Aufenthalt um den es hier geht aufgrund einer Borderline Persönlichkeitsstörung und all dem was die meisten noch drum herum haben.

aSnfanEgmit?fre;ude


Als ich die Angst trotz mehrmaligen Hiv Test nicht aushielt wendete ich mich an den Mann, erzählte ihm von den Ängsten, er sagte mir das alles in Ordnung sei, dass man sich auf dem Weg nicht infizieren könnte, aber ich sprach ihn jeden Tag darauf an, unterstellte ihm dass er mich absichtlich infiziert haben könnte. Er blieb immer ruhig, war verständnisvoll.

das klingt doch schon mal nach einer sehr guten basis: du vertraust ihm und kannst mit ihm über alles reden und er vertraut dir und hat verständnis für dein "päckchen". :)^

wenn du wirklich angst hast, ihn wegen solcher aktionen zu verlieren oder das bei dir in deinem leben eine art krankhaftes muster ist könntest du ja versuchen dem ganzen mal auf den grund zu gehen. wenn du durch solches handeln beziehungen aufs spiel setzt, warum tust du es dann? warum hast du ängste oder sorgen, die dir schaden und dein sozialleben stark beeinträchtigen? solche fragen könntest du dir stellen und versuchen eine antwort zu finden. ggf. verbunden mit einer (guten!) therapie. wenn du aber sagst, du vertraust therapeute nicht wegen dem, was dir passiert ist würde ich das auch verstehen. ;-)

ansonsten würde ich versuchen erstmal die bälle flach zu halten. du bist noch relativ jung und hast trotzdem schon einige schlimme erfahrungen im leben machen müssen. das braucht seine zeit, um verarbeitet zu werden. wenn du jemanden an deiner seite hast, der dich da unterstützt, ist das doch schonmal super!

natürlich kann es theoretisch vorkommen, denjenigen dadurch zu verlieren, aber du bist nunmal wie du bist. und solange dein verhalten nun nicht irgendwo psychologisch bedenklich oder pathologisch ist, ist es auch ganz normal und verständlich dass jemand mit so einem päckchen eben dieses auch gern mal teilt. geteiltes leid ist eben halbes leid.

wenn er auch sein päckchen zu tragen hat, könntest du ja als gegenleistung auch mal für ihn versuchen da zu sein, wenn er es braucht. einfach, damit alles fair bleibt. ;-)

s|f32


Das tue ich auf jeden Fall, allerdings habe ich Angst dass er denkt für seine Probleme wäre kein Platz.

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