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Streitsituation mit einem Freund, brauche mal Input

kblein_s>chlum_p6fine


1. Deine Reaktion war angemessen. Damit hast du eine wahrscheinliche Eskalation vermieden, denn zwei Betrunkene sind als Mediatoren unbrauchbar.

Ich fühlte mich in die enge getrieben und mir fällt es dann schwer ruhig und sachlich darauf zu reagieren. Ich reagiere dann wie so ein Wildtier entweder mit Angriff oder mit Flucht.

Ich hätte vll auch ruhig darlegen können, dass ich kein Interesse an dem Gespräch habe und einfach das Thema wechseln können. Das wäre wohl reifer gewesen.

2. Das Verhalten von Tom und Klaus war übergriffig und unreif, gut gemeint aber schlecht gemacht. Abgesehen vom Alkohol hatten sie eine Situation hergestellt, in der du allein und unvorbereitet gegen drei gut vorbereitete Freunde gestanden hättest. Das kann man so klarstellen und dann gehen. Das hätte ich sicher auch getan.

Klaus hat damit gar nichts zu tun. Tom hat es vermutlich tatsächlich gut gemeint, deswegen finde ich es auch übertrieben

deine Definition von Freundschaft mal überdenken

Es hat mich geärgert aber er ist ja nicht mein Partner, von dem ich etwas mehr Empathie erwarten würde, sondern nur ein Freund.

3. Die Bemerkung, dass es "typisch für dich ist wegzulaufen" hat dich getriggert. Sie hat bewirkt, dass du dich damit beschäftigtest, ob das stimmt. Es ist zunächst gut und sinnvoll sich damit zu beschäftigen. Denn Weglaufen ist oft nur ein Vertagen des Problems, es erzeugt Vermeidung und hat nichts mit Lösung zu tun. Es kann aber – wie im speziellen Fall – Raum und Zeit generieren, um sich mit der Problemlösung in Ruhe zu beschäftigen. Schau dir also ruhig an, ob das stimmt, was gesagt wurde. Und wenn es stimmt, versuche herauszufinden, was du auf Dauer besser machen kannst.

Ja, weil ich mein eigenes Streitverhalten nicht einschätzen kann. Ich streite nicht oft. Wenn dann halt zB in Beziehungen. Klar habe ich auch mit Freunden und Kollegen mal Meinungsverschiedenheiten aber das bekomme ich sachlich geklärt oder man motzt sich mal kurz an und verträgt sich 5 Minuten später. Wirklich streiten tue ich mit wenigen Menschen und Feedback dazu bekam ich bisher nur von meinem Ex. Das ist natürlich sehr subjektives Feedback. Objektives Feedback gibt es dazu halt nicht.

4. Toms aktuelles Verhalten ist nicht leicht zu erklären, da kommt man schnell in die Spekulation. Ich versuche es trotzdem:

Tom wollte eine Woche später in den Urlaub. Ich schrieb ihm, dass ich das Bedürfnis hätte, den Abend nochmal zu besprechen und fragte, ob wir etwas essen gehen könnten, bevor er weg fährt. Er meldete sich aber leider nicht. Das empfand ich wiederum als doof. Auch auf Nachfrage bekam ich keine Antwort und beließ es dann dabei.

Das spricht dafür, dass er sich einer Klärung unter vier Augen nicht gewachsen fühlte. Bei der Schlüsselsituation war er ja nicht allein, nun aber wäre er allein gewesen und hätte sich mit seinem Verhalten und seiner Übergriffigkeit auseinandersetzen müssen. Das wollte er nicht oder er konnte es nicht. Also macht er genau das, was er dir vorwirft: Er läuft weg, bzw. geht in die Vermeidung.

Tom ist eh nicht so der Typ für die Gefühle anderer. Ich glaube er hat einfach gar keine Lust auf solche Gespräche. Er ist eher so der egoistische Typ.

Das klingt jetzt fies aber ich mag das ganz gerne. Ich fahre zB sehr gerne mit ihm in Urlaub, weil ich mir da nicht ständig überlegen muss "möchte er das auch? Ist das ok für ihn? Sollte ich nicht auch mal Brötchen holen?"

Insgesamt komme ich mit Leuten die sehr klar und deutlich ihre eigenen Interessen vertreten grundsätzlich gut klar. Ich kann das nämlich auch ganz gut und so weiß ich dass beide zufrieden sind.

Hat aber halt den Nachteil, dass Situationen in denen ich etwas emotionales zu besprechen habe dann schwierig sind.

Das könnte also ein Grund für seine Fotoaktion sein: Er möchte sich in eine Position bringen, aus der er weiter mit dir kommunizieren kann, aber eben nicht auf "Problemlösungsniveau", sondern im Smalltalk. Wenn dir das reicht und du ebenfalls die Brücken nicht abbrechen willst, kannst du darauf eingehen. Dann ist ein Lösungsgespräch immer noch irgendwann möglich, aber nicht zwingend.

Also es ist so... Ich bin ihm überhaupt nicht mehr böse. Ich fand das doof aber für mich ist das nun auch keine Staatskrise. Ich fand das Vermeidungsverhalten auch doof. Insgesamt belastet es mich nun aber nicht.

Das mag egoistisch klingen aber mein Verhalten interessiert mich mehr als seins. Ich will ihn ja nicht heiraten.

Wenn ich einfach wieder auf den Smalltalk eingehe, dann habe ich das Gefühl, dass ich damit langfristig bewirke, dass man mich sieht als "Ach lass sie motzen, dauert zwei Tage dann hat sie sich beruhigt und alles ist gut".

Wenn ich jetzt erneut um ein Gespräch bitte ist das ziemlich Dramaqueen, oder?

Wenn du das aber nicht willst, kannst du jetzt die Distanz beibehalten (und nicht antworten) oder vergrößern, indem du beispielsweise klärst, dass dich die Fotos nicht interessieren und er sich das sparen kann. Dazu würde dann aber auch die klare Ansage gehören, die Freundschaft nur dann beibehalten zu wollen, wenn ein klärendes Gespräch möglich ist, weil sonst zu viel Unausgesprochenes zwischen euch stünde. Dazu gehört viel Mut und Konfliktbereitschaft. Und das wäre genau das Gegenteil vom "Weglaufen". Du musst wissen, ob du das wirklich willst und kannst.

Es gibt also zwei Möglichkeiten. Entweder du reagierst gar nicht und wartest ab, was nach seiner Heimkehr von ihm kommt. Oder du gehst in die Klarheit und schreibst: "Schöne Fotos. Aber die lösen das Problem zwischen uns nicht. Melde dich, wenn du wieder da bist, ob du das lösen willst oder nicht". Beides ist möglich. Und es liegt bei dir, was du willst oder kannst.

Im Moment ist alles offen. Das Handeln liegt bei ihm und du hast alle Freiheiten und stehst nicht unter Zugzwang.

Ich finde übrigens, dass du reif und angemessen mit all dem umgegangen bist und umgehst.

O"ldi]ed49


Also es ist so... Ich bin ihm überhaupt nicht mehr böse. Ich fand das doof aber für mich ist das nun auch keine Staatskrise. Ich fand das Vermeidungsverhalten auch doof. Insgesamt belastet es mich nun aber nicht.

Interessant. Ich hatte eher das Gefühl, dass dich das doch ziemlich belastet. Wenn du ihm also "nicht mehr böse bist", wo ist dann genau noch dein Problem?

Das mag egoistisch klingen aber mein Verhalten interessiert mich mehr als seins.

Das ist OK. Ändern kannst du eh nur DEIN Verhalten, auf seines hast du keinen Einfluss.

Wenn ich einfach wieder auf den Smalltalk eingehe, dann habe ich das Gefühl, dass ich damit langfristig bewirke, dass man mich sieht als "Ach lass sie motzen, dauert zwei Tage dann hat sie sich beruhigt und alles ist gut".

Ja, das stimmt. Entscheidend ist, ob du in diese Schublade hinein willst oder nicht. Wenn es dich nicht stört, so what? Mich würde es stören, weil ich Dinge gern kläre, um nicht in die Vermeidung zu geraten.

Wenn ich jetzt erneut um ein Gespräch bitte ist das ziemlich Dramaqueen, oder?

Das liegt vor allem daran, wie du das formulierst. "Ihn um ein wichtiges Gespräch zu bitten" ist die eine Möglichkeit. Das könnte als Dramaqueen interpretiert werden. Die andere ist sinngemäß zu sagen: "Hey, du kneifst. Dann lassen wir das erst mal. Aber ganz erledigt ist die Nummer für mich noch nicht!"

k]leinT_schVlumpfixne


Interessant. Ich hatte eher das Gefühl, dass dich das doch ziemlich belastet. Wenn du ihm also "nicht mehr böse bist", wo ist dann genau noch dein Problem?

Mich "belastet" dass ich finde ich habe mich nicht so verhalten wie ich mich gerne verhalten würde und mich "kneift" tatsächlich, dass ich nicht genau weiß wie ich mich verhalten soll.

Also ich bin nicht zufrieden mit meinem Verhalten und das mag ich nicht. ;-D

Ich fand mich unsouverän und das stört mich. Auch vor Max.

"Hey, du kneifst. Dann lassen wir das erst mal. Aber ganz erledigt ist die Nummer für mich noch nicht!"

Find ich gut.

Opldi}e49


Mich "belastet" dass ich finde ich habe mich nicht so verhalten wie ich mich gerne verhalten würde und mich "kneift" tatsächlich, dass ich nicht genau weiß wie ich mich verhalten soll.

Okay. Das ist bis dahin leicht. Denn du redest ja von Dingen, die bei dir und in dir stattfinden. Dazu brauchst du weder Max noch Tom. Die haben ihr Bild von dir sowieso gemalt, und um das zu verändern, müsstest du schon ziemlich viel unternehmen.

Wenn es aber nur darum geht, dich mit deinem eigenen bisherigen Verhalten zu versöhnen, ist das relativ einfach. Du müsstest dich "verstehen", deine Gründe akzeptieren und dein bisheriges Verhalten in dieser Sache als Fakt nehmen, der nicht mehr zu verändern ist. Das schließt nicht aus, dich demnächst in ähnlichen Situationen anders zu verhalten, denn du bist ja jung und lernfähig. Unterscheide also zwischen dem, was geschehen ist (unveränderlicher Fakt) und dem, was du demnächst anders machen würdest (Lernprozess und Veränderungswille).

Dazu würde der Satz (den anderen gegenüber) ausreichen: "Ich würde das heute nicht noch mal so machen!"

Also ich bin nicht zufrieden mit meinem Verhalten und das mag ich nicht. Ich fand mich unsouverän und das stört mich. Auch vor Max.

"Unsouverän" ist eine Beurteilung, die in dir vor deinem eigenen Background entstanden ist. Andere sehen das von außen anders, vielleicht auch noch weniger schmeichelhaft. Auf deren Beurteilung hast du aber sehr wenig Einfluss, auch wenn du das Thema noch mehrfach hoch kochst. Ich rate in solchen Fällen gern dazu, kein großes Gespräch mehr daraus zu machen, sondern eher eine Art "Statement", das nicht auf Erwiderung angewiesen ist. Also keine Fragen, sondern eine kurze Schilderung deiner Sichtweise, die wiederum die Sichtweise und das Verhalten der anderen nicht verurteilt. Dann kann ein Statement stehen bleiben und muss nicht zwingend zur Gesprächsgrundlage werden. In welcher Form du das dann an den Mann oder die Männer bringst, musst du selber entscheiden. Schriftlich ist leichter als mündlich, weil es mündlich meist nicht beim Statement bleibt, sondern doch ein Dialog oder Streit daraus wird.

Zum Schluss noch mal meine Feststellung, dass ich dein Verhalten nicht als unsouverän empfunden habe, sondern konsequent und angemessen. Aber das hilft dir wenig, wenn du selber so streng mit dir sein möchtest.

CCote5Sbasuxvage


Wenn ich einfach wieder auf den Smalltalk eingehe, dann habe ich das Gefühl, dass ich damit langfristig bewirke, dass man mich sieht als "Ach lass sie motzen, dauert zwei Tage dann hat sie sich beruhigt und alles ist gut".

Aber genau so ist es doch? Du hast ihm eine klare Ansage gemacht, bist aus der Situation rausgegangen (was hättest du mit einem Betrunkenen auch diskutieren sollen? Das wäre nicht souverän gewesen) und bist ihm nicht mehr böse. Auch ok.

"Hey, du kneifst. Dann lassen wir das erst mal. Aber ganz erledigt ist die Nummer für mich noch nicht!"

Bringt mE gar nichts, das ist nur noch ein halbherziges Nachtreten. Die Nr ist, wie du geschrieben hast, für dich erledigt, du wirst das doch auch nicht in einem späteren ernsten Gespräch aufgreifen, wenn sich eh keiner mehr an den "Vorfall" erinnert.

kOleinf_schl_umpfinxe


Hm, ja, hm.

Ich bin immer noch nicht sicher, ob ich rausgehen gut finde aber es erleichtert mich, dass es hier nicht als völlig irre Reaktion gesehen wird.

Wir sehen uns erst in einigen Wochen wieder. Da ist es vermutlich echt Quatsch das nochmal zu diskutieren.

c3leasan -texine


deine Definition von Freundschaft mal überdenken

Es hat mich geärgert aber er ist ja nicht mein Partner, von dem ich etwas mehr Empathie erwarten würde, sondern nur ein Freund.

Wenn du in einer Freundschaft also keine Empathie erwartest, warum dann dieser Faden hier? Dann ist das Problem doch gelöst bzw. war nie da.

Da du aber hier schreibst, erwartest du ja offensichtlich doch mehr von Tom als Freund als er dir gegenüber gezeigt hat.

Jetzt kannst du also entweder tatsächlich von Freunden weniger Empathie erwarten und daher nicht mehr verärgert sein, wenn sie sich wie Tom verhalten, oder du kannst, wie gesagt, deine Definition von Freundschaft überdenken und Tom von nun an als Bekannten einordnen.

Erst von Tom als Freund Empathie zu fordern und dann damit zu kommen, dass du von Freunden keine Empathie erwartest, ist irgendwie verwirrend ":/ . Daher schrieb ich ja, dass du mal schauen solltest, ab wann du jemanden "Freund" nennst und was für Erwartungen dann damit einhergehen.

c:leas,ani-teiYne


Ich fand mich unsouverän und das stört mich. Auch vor Max.

Dich stört, dass du dich vor zwei Betrunkenen, die dich (ob nun böswillig oder nicht) bloßstellen wollten, nicht perfekt verhalten hast ":/ ? Und das, wo die beiden sich doch voll daneben benommen haben? Glaubst du, die stört ihr Verhalten ;-) ?

Ich denke, man kann immer alles noch besser machen, aber überraschend doofe Situationen sind halt überraschend doofe Situationen und sich deshalb so zu stressen ist doch Quatsch.

Ich wüsste zumindest nicht, wie und warum ich auf betrunkene Idioten (und das waren die beiden in dem Moment, abgesehen von ihren guten Seiten) souverän reagieren können sollte.

Was versprichst du dir davon?

Mal ein Gedankenspiel:

Hätten die beiden dir jeweils am nächsten Tag ne SMS geschrieben mit: "Sorry, war voll doof von uns gestern." Würdest du dich selbst und deine Reaktion dann auch so kritisch sehen? Oder geht es mehr darum, dass dir ihre Reaktion auf dein Verhalten nicht gefallen hat, und du daher gerne eine andere Reaktion gezeigt hättest?

k%lein_Asch2lummpfine


Wenn du in einer Freundschaft also keine Empathie erwartest, warum dann dieser Faden hier? Dann ist das Problem doch gelöst bzw. war nie da.

Es geht nicht darum, dass ich gar keine Empathie erwarte. Es ging darum, dass eine Situation eingetreten ist, die zu Reaktionen meinerseits geführt hat. Diesbezüglich wollte ich gerne Einschätzungen hinsichtlich meines Verhaltens. Da ich mir unsicher war, wie meine Reaktion von anderen eingeordnet wird.

Da du aber hier schreibst, erwartest du ja offensichtlich doch mehr von Tom als Freund als er dir gegenüber gezeigt hat.

Ich fand seine Aktion ärgerlich aber nicht schrecklich.

Jetzt kannst du also entweder tatsächlich von Freunden weniger Empathie erwarten und daher nicht mehr verärgert sein, wenn sie sich wie Tom verhalten, oder du kannst, wie gesagt, deine Definition von Freundschaft überdenken und Tom von nun an als Bekannten einordnen.

Ich finde man kann sich auch mal über Freunde ärgern und trotzdem weiterhin befreundet sein. Ich habe auch Freunde die unpünktlich sind oder schusselig oder sich selten von sich aus melden oder was weiß ich. Das ärgert mich gelegentlich auch aber deswegen sind sie mir trotzdem ganz tolle Freunde.

Erst von Tom als Freund Empathie zu fordern und dann damit zu kommen, dass du von Freunden keine Empathie erwartest, ist irgendwie verwirrend ":/ . Daher schrieb ich ja, dass du mal schauen solltest, ab wann du jemanden "Freund" nennst und was für Erwartungen dann damit einhergehen.

Ich erwarte keine Perfektion und Fehlerfreiheit.

Es ist wichtig, dass der jeweilige Freund in wesentlichen Punkten zu mir passt. Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit ist mir zB sehr wichtig. Ein unterlässiger Freund der mir nicht ehrlich seine Meinung sagt wäre dann nicht mehr mein Freund.

Andere Dinge sind mir nicht so wichtig, als dass sie die Freundschaft bedrohen, das heißt aber nicht, dass ich mich nie ärgere.

c3leapsa$n-tsei5ne


Es geht nicht darum, dass ich gar keine Empathie erwarte. Es ging darum, dass eine Situation eingetreten ist, die zu Reaktionen meinerseits geführt hat. Diesbezüglich wollte ich gerne Einschätzungen hinsichtlich meines Verhaltens. Da ich mir unsicher war, wie meine Reaktion von anderen eingeordnet wird.

Achso. Ja, wie gesagt, dein Verhalten war völlig angemessen und auch nicht unsouverän, besieht man sich die Gesamtsituation. Auf sowas gibt es keine Patentreaktion.

Da es ja aber in deinen Schilderungen auch darum zu gehen schien, wie es mit euch beiden weitergehen soll, bin ich darauf eingegangen. Wenn du das nicht willst, ist das aber auch okay.

Vielleicht geht mir an der Stelle auch ein bisschen das Verständnis dafür ab, dass du den Fehler jetzt bei dir suchst. Natürlich ist es gut, sich erstmal selbst zu reflektieren, aber an der Stelle sehe ich den Fehler nicht bei dir. Das Einzige, was du meiner Meinung nach verbessern könntest, ist es eben deine Sicht auf die Dinge. Du bist recht gnädig mit anderen, aber nicht zu dir selbst. Max und Tom scheinen da genau umgekehrt gestrickt zu sein. Ich finde es gut, wenn man ähnliche Maßstäbe an sich selbst und andere setzt.

Da du aber hier schreibst, erwartest du ja offensichtlich doch mehr von Tom als Freund als er dir gegenüber gezeigt hat.

Ich fand seine Aktion ärgerlich aber nicht schrecklich.

Dann ist ja alles wieder in Ordnung, oder? Vielleicht verstehe ich dein Problem gerade nicht ganz, denn bei mir gibt es da zwei Kategorien: Dinge, die banal sind und ein bisschen ärgerlich, die vergesse ich aber auch schnell wieder und da rede ich dann auch nicht groß drüber, und Dinge, die mich wirklich ärgern, und bei Nicht-Klärung auch die Freundschaft belasten.

Ich finde man kann sich auch mal über Freunde ärgern und trotzdem weiterhin befreundet sein. Ich habe auch Freunde die unpünktlich sind oder schusselig oder sich selten von sich aus melden oder was weiß ich. Das ärgert mich gelegentlich auch aber deswegen sind sie mir trotzdem ganz tolle Freunde.

Selbstverständlich kann man das. Wenn für dich mangelnde Empathie jetzt nicht so schlimm ist, ist es doch in Ordnung. Ich verstehe dann halt nur nicht, warum es dich so beschäftigt. Es geht dir wirklich darum, dass du deine Reaktion doof findest? Dazu habe ich dann ja auch noch was geschrieben.

Ich erwarte keine Perfektion und Fehlerfreiheit.

Von anderen offensichtlich nicht. Und von dir selbst?

Es ist wichtig, dass der jeweilige Freund in wesentlichen Punkten zu mir passt. Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit ist mir zB sehr wichtig. Ein unterlässiger Freund der mir nicht ehrlich seine Meinung sagt wäre dann nicht mehr mein Freund.

Andere Dinge sind mir nicht so wichtig, als dass sie die Freundschaft bedrohen, das heißt aber nicht, dass ich mich nie ärgere.

Klar ärgert einen mal was. Aus deinen Beiträgen kam halt heraus, dass dich das Ganze sehr beschäftigt, aber wenn dem nicht so ist, ist es doch gut.

CLoteHSauuvage


Ich glaube ich habe schon verstanden worum es dir hier geht - einfach um die Überprüfung deines Verhaltens, weil du in/ kurz nach der Situation das Gefühl hattest, du hättest dich souveräner verhalten können.

Ich bin immer noch nicht sicher, ob ich rausgehen gut finde

Aber dann sag doch mal welche Alternativen es aus deiner heutigen Sicht für dich gegeben hätte.

Hättest du es aus heutiger Sicht besser = souveräner gefunden, wenn du sitzen geblieben wärst und angefangen hättest, mit einem Betrunkenen und einem der dich "ankotzt" eine Diskussion darüber zu führen, oder diesen sachlich zu erläutern, warum du jetzt keine Diskussion mit ihnen führen möchtest??

CnoteSavu)v.axge


Das Einzige, was du meiner Meinung nach verbessern könntest, ist es eben deine Sicht auf die Dinge. Du bist recht gnädig mit anderen, aber nicht zu dir selbst. Max und Tom scheinen da genau umgekehrt gestrickt zu sein.

Sehr guter Hinweis, wie ich finde :)^

kElein_s'chlu7mpfi.ne


Aber dann sag doch mal welche Alternativen es aus deiner heutigen Sicht für dich gegeben hätte.

Ja, gute Frage. Evtl. durch einen kurzen Satz... "Ich denke nicht, dass es Sinn ergibt dies jetzt zu besprechen, lass uns lieber mal über xy reden... Du fährst doch nächste Woche in den Urlaub?"

Oder "Ich kläre das bei Gelegenheit mit Max und nicht hier".

Das Einzige, was du meiner Meinung nach verbessern könntest, ist es eben deine Sicht auf die Dinge. Du bist recht gnädig mit anderen, aber nicht zu dir selbst. Max und Tom scheinen da genau umgekehrt gestrickt zu sein.

Das Ganze sehe ich zweigeteilt.

Zum einen erinnert mich die Szene eben an meine ehemalige Beziehung. Dort traten solche Situationen in ähnlicher Weise gerne mal auf. Auch da bin ich dann häufig gegangen. Das fand mein Ex schlimm. Noch schlimmer fand er, dass ich die Dinge dann nicht im Nachgang nochmal besprochen habe. Ich wiederum konnte das nicht verstehen. Ich habe mich geärgert, habe das gesagt. Bin dann gegangen um mich abzukühlen. Habe beschlossen, dass ich mich ausreichend geärgert habe und bin dann zurück und war nicht mehr sauer und hatte auch keinen Klärungsbedarf.

Da hier eben eine Situation aufgetreten ist, die in ihrer Struktur extrem ähnlich ist, mich aber weniger emotional betrifft, da es nicht um eine Beziehung geht sondern nur um eine Freundschaft... Habe ich die Situation mal genutzt, um das zu durchleuchten.

Zum anderen stimmt es, dass ich bei mir höhere Maßstäbe ansetze. Warum auch nicht. Immerhin kann ich andere nicht ändern und mich selbst schon. Außerdem verbringe ich ziemlich viel Zeit mit mir und nicht so viel mit den anderen.

Ich kann mir auch Verzeihen, wenn ich finde ich Habe Fehler gemacht. Genauso kann ich anderen verzeihen.

O>ld-ie4x9


Ja, gute Frage. Evtl. durch einen kurzen Satz... "Ich denke nicht, dass es Sinn ergibt dies jetzt zu besprechen, lass uns lieber mal über xy reden... Du fährst doch nächste Woche in den Urlaub?" Oder "Ich kläre das bei Gelegenheit mit Max und nicht hier".

Ja, klingt gut und HÄTTE man machen können. Und was bringt nun diese Erkenntnis? Bestenfalls die Schlussfolgerung, dass du das in einer Parallelsituation anders machen kannst, mehr nicht. Ich halte wenig von "Hätte-Sätzen", die bringen nur Ärger. Mir fallen Stunden und Tage nach schwierigen Situationen auch die tollsten Sätze ein, dich ich HÄTTE sagen können. Ich merke mir den dann für das nächste Mal. Und das kann dann wirklich funktionieren.

Zum einen erinnert mich die Szene eben an meine ehemalige Beziehung. Dort traten solche Situationen in ähnlicher Weise gerne mal auf. Auch da bin ich dann häufig gegangen. Das fand mein Ex schlimm.

Das ist sein gutes Recht. Und du kannst daraus lernen, wenn du das willst.

Noch schlimmer fand er, dass ich die Dinge dann nicht im Nachgang nochmal besprochen habe. Ich wiederum konnte das nicht verstehen. Ich habe mich geärgert, habe das gesagt. Bin dann gegangen um mich abzukühlen. Habe beschlossen, dass ich mich ausreichend geärgert habe und bin dann zurück und war nicht mehr sauer und hatte auch keinen Klärungsbedarf.

Schön für dich. Wenn der andere aber noch Klärungsbedarf hat, sollte er das ansprechen und es wäre sinnvoll, wenn du dann auch bereit wärest, das Gespräch darüber weiter zu führen. Denn mit dem Herausgehen klärst du nicht, sondern du gibst dir selber Raum zum Nachdenken. Das schadet nie. Was aber schadet, wenn du dem Klärungsbedarf deines Gegenübers – egal ob Freund oder Partner – nicht nachkommen willst. Da schadet der Freundschaft oder der Beziehung. Nur war es hier anders herum, wenn ich mich recht erinnere. DU wolltest klären und Tom nicht, oder?

Da hier eben eine Situation aufgetreten ist, die in ihrer Struktur extrem ähnlich ist, mich aber weniger emotional betrifft, da es nicht um eine Beziehung geht sondern nur um eine Freundschaft... Habe ich die Situation mal genutzt, um das zu durchleuchten.

Das war klug, ist aber jetzt weitgehend für dich geklärt, oder? Ob es auch in Bezug auf Tom geklärt ist, kann ich nicht beurteilen. Ich mag es nicht, wenn Unausgesprochenes zwischen mir und jedem steht, der mir wichtig ist. daraus muss kein Zweistundengespräch werden, das kann man mit zwei Sätzen regeln. Ich habe das gerade noch in meinem persönlichen Umfeld getan, ist noch keine Stunde her, und es fühlt sich gut an.

k:leinN_schlJumpfxine


Wenn der andere aber noch Klärungsbedarf hat, sollte er das ansprechen und es wäre sinnvoll, wenn du dann auch bereit wärest, das Gespräch darüber weiter zu führen.

Das ist doch selbstverständlich. ;-)

Der Mann beschwerte sich aber, dass immer er das ansprechen müsste.

Nunja, ich reflektiere ja auch bloß so ein bisschen herum.

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