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Wie würdet ihr mit Eurer als Mutter überforderten Frau umgehen?

s7ens~ib]elmeann9x9


Ob man das nun Instinkt nennt oder Intention oder Erfahrung ist doch Wurst.

Naja, Instinkte wirken dadurch, dass sie genetisch mitgegeben werden, ziemlich starr, und müssen auch nicht erlernt werden. Offenbar sind sich aber viele Neurologen mittlerweile einig, dass gerade beim Menschen die individuelle Erfahrungswelt von klein auf an (schon im Mutterleib) verbunden mit Lerneffekten ziemlich prägend ist. Die Wirkung sogenannter Instinkte ist beim Menschen eher schwach ausgeprägt.

Cxhe


ja freilich. Ralph_HH schrieb ja auch

weil er intuitiv richtig handelt.

und ging auf den Lerneffekt ein.

Den "Vaterinstinkt" sehe ich ja auch so.

Das Beschützen, die Sensibilität für bedrohliche Situationen mag Instinkt sein, der liebevolle Umgang mit dem Nachwuchs hat aber sicher auch Wurzeln in der eigenen Erfahrungswelt.

Die eigenen Erfahrungen können andererseits ja auch Instinkte unterdrücken, das kann gut oder schlecht sein.

g5ato


Und als Begründung, warum viele das nicht schaffen mit dem Zulassen (Loslassen), wird ja eben gern dieser ominöse Mutterinstinkt angeführt

Ich kann verstehen, wenn es einer Mutter schwer fällt, ihr Kind loszulassen, aber was ich nicht verstehe, warum sie überhaupt nicht will, dass zumindest der Vater eine ausreichend fundierten Umgang mit seinem Kind erlernt.

Für mich war es eine Horrorvorstellung, dass mit mir etwas passiert und mein Mann keine Ahnung von seinem Kind hat. Deswegen wurde er von Anfang an mit eingebunden und ich konnte mir immer sicher, dass er weiß, was er zu tun hat. MEIN Mutterinstinkt hat mir gesagt, dass er als Vater genauso in der Lage sein sollte sich um unser Baby zu kümmern wie ich als Mutter.

Ich finde es sehr schade, wenn sich Männer da etwas weg nehmen lassen, nur weil ihre Frauen ihnen nichts zutrauen. Am Ende können nämlich nur alle profitieren. Keiner muss nur Eltern sein, wenn man das Kind auch von anderen betreuen lässt.

Aber manche Frauen wollen nur das sein: Mutter. Dafür ist ihnen jedes Mittel und jede Ausrede recht.

Cfhe


Ich hatte einen Arbeitskollegen, der vor einigen Jahren, als er Vater wurde, einen Teil der Elternzeit und- parallel mit der Mutter auch noch unbezahlte Freistellung nahm. Begründung: das Kind solle nicht durch die enge Bindung an die Mutter dem Vater "entfremdet werden". Fand ich ziemlich extrem. Gut, der war eh etwas special, Nerd.

sgensibexlmannx99


wenn es einer Mutter schwer fällt, ihr Kind loszulassen

Ich sehe das nicht selten schwerwiegender schädigend für das Kind, da das Kind nicht als eigenständige Person gesehen und behandelt wird, sondern als persönliches Eigentum der Mutter. Mit Liebe für das Kind hat das eher wenig zu tun. 8-(

CJhe


Mit Liebe für das Kind hat das eher wenig zu tun.

Ich denke, daß kann man so pauschal nicht sagen.

Das kommt ja immer auch auf das Verhalten des Vaters an, und das Verhältnis der Eltern zueinander. Sicher ist da in bestimmten Fällen eine gewisse Vorsicht und auch Misstrauen seitens der Mutter angebracht.

SFüntxje


Ich bin eine Glucke, hatte aber auf keinen Fall von Anfang an einen "Mutterinstinkt".

Ich war total gern schwanger, besonders beim ersten Mal, liebte das Baby in meinem Bauch schon ganz schön doll und wusste wann es schläft, wann es turnt und wann es besonders empfindsam für Streicheleinheiten war.

Das Baby, was man mir dann in den Arm gelegt hat, war mir völlig fremd. Ich konnte die erste Zeit nicht stillen, sie lehnte die Brust komplett ab, ich konnte sie kaum trösten wenn sie schrie und das Band, von dem ich sicher war, es in der Schwangerschaft geknüpft zu haben, war weg. Ich musste sie tatsächlich irgendwie lieben lernen, das nur zum Mutterinstinkt.

C.hxe


Aber Du hast Deine Tochter trotzdem nicht abgelehnt, sie nicht in die Babyklappe geschafft. ;-)

SPhojxo


Ich glaube, dass biologische und erlernte Aspekte so eng ineinandergreifen, dass man sie nicht auseinanderdröseln kann. Steht ja auch alles in Wechselwirkung zueinander, und ein neugeborenes Kind ist kein unbeschriebenes Blatt, auf das man dann seine Erziehung draufschreibt, die es vollkommen definiert. Ganz viele Anlagen sind schon da, und dazu kommen bei jedem Menschen - sogar innerhalb derselben Familie - ganz unterschiedliche Rahmenbedingungen.

Der Kinderwunsch, wie ich ihn erfahren habe, scheint mir schon eine starke biologische Komponente zu haben, das war obsessiv, obwohl ich weder den Wunsch noch zu dem Zeitpunkt wirklich ein Kind haben wollte. Vieles funktioniert über biologische Mechanismen, und seien es nur Wehentätigkeit und Milcheinschuss. Meine Schwester ekelt sich vor Babys und leidet unter Tokophobie (Schwangerschaftsphobie). Ich fand die Schwangerschaft großartig, finde Babys ein bisschen rührend, aber eher langweilig (Hundewelpen dafür großartig) und Kleinkinder lustig und prima. Ich bin recht sicher, dass meine Schwester auch als Erstgeborene anders geworden wäre als ich und ich als Zweitgeborene anders als sie, wir waren schon als Babys extrem unterschiedlich, die Tokophobie ... hm. Weiß nicht. Ein biologisch angelegtes Phänomen oder vor allem psychologisch? Keine Ahnung. Ob sie, wenn sie ganz anders aufgewachsen wäre, Kinder hätte haben wollen? Schwer vorstellbar für mich, aber auch tatsächlich nicht zu beantworten.

gEatxo


Das kommt ja immer auch auf das Verhalten des Vaters an, und das Verhältnis der Eltern zueinander. Sicher ist da in bestimmten Fällen eine gewisse Vorsicht und auch Misstrauen seitens der Mutter angebracht.

Um diese Fälle geht es doch gar nicht. Das wird auch gar nicht als Argument genommen, sondern, dass ein Baby die ersten Monaten an der Mutter kleben muss und deswegen der Papa nicht mit dem Kind alleine spazieren darf. Und wickeln macht er auch falsch.

Aber Du hast Deine Tochter trotzdem nicht abgelehnt, sie nicht in die Babyklappe geschafft.

Das nennt man Verantwortung übernehmen.

Cxhe


Um diese Fälle geht es doch gar nicht.

sensibelmann hatte sich auf diesen Satz von Dir bezogen:

Ich kann verstehen, wenn es einer Mutter schwer fällt, ihr Kind loszulassen...

und geschrieben

...da das Kind nicht als eigenständige Person gesehen und behandelt wird, sondern als persönliches Eigentum der Mutter. Mit Liebe für das Kind hat das eher wenig zu tun.

Das war dann schon eher allgemein und nicht mehr auf den hier diskutierten Fall bezogen.

Für diesen stimme ich Dir voll zu. *:)

s/en#sibelRmannx99


Steht ja auch alles in Wechselwirkung zueinander, und ein neugeborenes Kind ist kein unbeschriebenes Blatt, auf das man dann seine Erziehung draufschreibt, die es vollkommen definiert. Ganz viele Anlagen sind schon da, und dazu kommen bei jedem Menschen

Es sind offenbar weniger Anlagen dar, als man ahnt (das wurde auch in meinem Link von Prof. Hüther beschrieben).

Viele Forschungsergebnisse sind auch erst jüngeren Datums. Die Ansicht, dass Vieles der Entwicklung von Menschen schon in genetisch bedingten Anlagen steckt, musste offenbar korrigiert werden. Und da ist die Neurologie offenbar genauer als die (Entwicklungs)psychologie.

Sehr Vieles ist tatsächlich unbeschrieben. Eltern geben es nicht gerne zu, dass sie (bzw. Betreuungspersonen) ganz entscheidend für die Entwicklung des Kindes verantwortlich sind (abgesehen von tatsächlichen gehirnorganischen Schäden), vor allem, wenn die Entwicklung des Kindes etwas schief läuft.

S hojxo


Redest Du jetzt von Persönlichkeitsentwicklung oder von biologisch determinierten Reaktionsmustern?

D&er_1Dude


Ich wollte Euch mal auf dem Laufenden halten. Es bleibt natürlich ein Auf und Ab. Aber es gibt schon Tage, an denen es besser klappt. Viele Anregungen hier helfen mir dabei, mein Verhalten so anzupassen, dass es auch für die Mutter leichter wird :)

Trotzdem bleibt das Kernproblem: Die extrem hohen Ansprüche der Mutter werden auch auf alle anderen übertragen.

Manche Sachen will ich gar nicht erfüllen, wie z.B. extreme Vorsicht oder Angst. Vieles sehe ich locker und entscheide mich bewusst zu Gelassenheit um meinem Kind nicht das Gefühl zu geben, dass die Situation gerade eben nicht locker ist. Das bedeutet leider, dass meine Frau und ich in manchen Punkten unterschiedlicher Meinung sind, was die Kindererziehung betrifft. Ich kann damit leben, meine Frau aber nicht. Sie erwartet quasi eine Kopie von sich selbst. Das führt immer wieder zu Problemen. Die Lösung lautet meistens: Dann hau doch ab, alleine kann ich dann alles so machen wie ich will oder, wenn Du alles besser weißt, dann kümmer Dich ums Kind anstatt um die Arbeit.

Ich glaube trotzdem nach wie vor, dass es vermutlich meine Aufgabe ist, dies irgendwie solange auszuhalten, bis sich alles eingespielt hat, weil ich derjeniege bin, der zumindest etwas Sachlichkeit zulässt.

gQato


mein Verhalten so anzupassen, dass es auch für die Mutter leichter wird

Ich halte das für einen Fehler. Genau damit hilfst du ihr, dass sie sich im Recht sieht und alle anderen das machen müssen, was sie will. Dein Kind wirst du damit am meisten schaden. Willst du das?

Ich glaube trotzdem nach wie vor, dass es vermutlich meine Aufgabe ist, dies irgendwie solange auszuhalten, bis sich alles eingespielt hat, weil ich derjeniege bin, der zumindest etwas Sachlichkeit zulässt.

Nein, deine Aufgabe ist, dafür zu sorgen, einen Ausgleich zu schaffen. Es ist gut, dass du es anders machst (solange es nicht schädlich für das Kind ist). Dann lernt dein Kind, dass es auch andere Wege gibt etwas zu machen. Ich sehe das als Bereicherung. Du musst deiner Frau dringend klar machen, dass das was sie tut niemandem hilft. Ganz im Gegenteil, sie schadet ihrem Kind, sie schadet ihrer Ehe. Will sie das? Wenn sie "spinnt", solltest du "Stop" sagen und ihr mal die Meinung sagen, anstatt dich zurückzuziehen. Wenn du sie weitermachen lässt, wird es nur schlimmer, das einzige was sich einspielt sind ungesunde Muster und Verhaltensweisen, die eurem Kind und eurer Familie langfristig schaden. Gibt es niemanden in der Familie, der mal mit ihr reden kann? Jemand, der sieht, das was sie tut nicht gut ist?

Hat sie nun endlich Kontakt mit anderen Müttern?

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