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Als nachdenklicher Mensch seine erste Beziehung haben...

GVraóg/ram(áxn


Also das ganze etikettieren bringt, meiner Meinung nach, sehr wenig. Dann hat man zwar verschiedene Schubladen, aber die wenigsten Menschen passen exakt in eine dieser Schubladen hinein. Es gibt ja nicht nur Schwarz und Weiß, sondern auch ganz viele verschiedene Grautöne.

Ich glaube zum Beispiel, dass die allerwenigsten Menschen rein hetero- oder homosexuell sind. Das sind zwei Extreme. Die meisten sind irgendwas dazwischen. Viele halte ich für ziemlich hetero- oder homosexuell, aber eben nicht für 100%. So verhält sich das wahrscheinlich auch mit sexuellen und asexuellen Menschen. Bei manchen ist Sex die Hauptmotivation in ihrem Leben, bei anderen spielt Sexualität gar keine Rolle. Bei den meisten ist es wahrscheinlich irgendwas dazwischen. Und das ist vollkommen normal.

Selbst würde ich mich als einigermaßen sexuellen Menschen beschreiben, aber das wechselt auch immer ein bisschen. Je nachdem in welcher Zyklusphase ich bin, welche Uhrzeit es ist, ob es Sommer oder Winter ist oder wie viel Stress ich gerade habe. Selbst bei meinem Partner ist die Libido nicht immer gleich stark ausgeprägt. Das ist normal!

Und auch was das Küssen angeht.. Zu Beginn einer Beziehung küsse ich persönlich sehr gerne und viel, das flaut bei mir aber mit der Dauer der Beziehung ab. Sind die ersten krassen Hormonwallungen (die beim Kennenlernen auftreten können - aber nicht notwendigerweise müssen!) wieder abgeflaut, küsse ich "nur noch" situationsbezogen gerne. Während der zweiten Zyklushälfte, also nach dem Eisprung, kann ich mit leidenschaftlichen Zungenküssen nichts anfangen. Gibt mir nichts und ist mir teilweise sogar eher unangenehm. In der ersten Zyklushälfte ist das anders, ganz anders. Nichts davon ist richtig oder falsch, es ist einfach, wie es ist. Und das kann man, finde ich, auch hinnehmen, ohne es werten oder schubladisieren zu müssen.

Für Yuna, die ja selbst sehr unsicher zu sein scheint, sind Etiketten oder Schubladen jetzt kaum hilfreich, glaube ich. Eher im Gegenteil. Man kann im zwischenmenschlichen Bereich so gut wie nichts in Schablonen pressen. Könnte man es, würde es auch zuverlässige Bedienungsanleitungen für den zwischenmenschlichen Bereich geben. So funktionieren Menschen aber nicht.

So ähnlich verhält es sich auch mit Diagnosen. Unter'm Strich ist es herzlich egal, ob man irgendwas "Generalisierte Angststörung", "Grübelzwang", "Depression" oder "Zwägen" oder wie auch immer nennt. Die Psyche ist vielschichtig und selbst wenn zwei Individuen die gleiche Diagnose erhalten haben, gleichen sich diese Individuen dennoch nicht.

Nicht mal Schnupfen ist bei jedem gleich. Meistens hat man ja nicht nur eine Infektion, sondern verschiedene. Dazu reagiert noch jeder Körper anders. Der eine bekommt vielleicht nur ein Kratzen im Hals und muss sich hin und wieder schnäuzen, bei einem anderen sind vielleicht die Nebenhöhlen komplett dicht und die Lunge rasselt bei jedem Ein- und Ausatmen. Und die Psyche ist, glaube ich, noch weit vielschichtiger, als der Körper. Und Körper und Geist stehen ja auch nochmal im Wechselspiel.

Wie gesagt, ich halte das Leben für unglaublich komplex. Und halte deswegen nichts von Schuladen. Wenn man es schafft seine "Baustellen" in Schubladen einzuordnen, hat man zwar vielleicht ein bisschen Ordnung reingebracht. Aber das ändert noch rein gar nichts an den Ursachen des eigentlichen Problems.

Mir selbst ist es angenehmer mich weniger auf das Problem zu fokussieren, sondern mehr auf die Lösung.

Und ich glaube echt nicht, dass es Yuna hilft, hier immer wieder ihre Probleme durchzukauen. Im Gegenteil, je mehr sie sich und je mehr sich andere Menschen damit beschäftigen, desto mehr Raum gibt man dem Problem.

Yuna

Mir geht es gerade eh nicht gut. Die Arbeit zu überstehen ist eine Qual. Diese Gedanken... Ich muss mich zusammenreißen, um nicht zu weinen.

Jetzt hätte ich das hier vermutlich nicht in der Pause lesen sollen.

Super, dass es dir gelingt dich zusammenzureißen. Ich glaube, die Ablenkung und die Normalität fühlen sich zwar gerade scheiße an, tun dir aber wahrscheinlich gut.

Wenn dich der Thread hier zu sehr aufwühlt, lese nicht mehr mit. Ich kenne das von mir selbst, dass mir Socialmedia-Kram manchmal nicht gut tut. Ich mache dann quasi ne Art Social-Media- bzw Internet-Fasten. Um mich selbst zu schützen und Abstand zu gewinnen. Du darfst ruhig auch auf dich und dein Wohlbefinden achten.

Ich glaube, ein Therapeut kann dir in deiner Situation weit besser weiterhelfen, als Internetforen. Oder google. Oder Blogs. Wie kommst du mit deiner Therapeutensuche voran?

H.anc>a


Morwena

Okay, ich gebe zu, ich kenne das Buch nicht und halte von "Hilfe durch Bücher" sowieso sehr wenig, weil Leute nunmal selbstverständlich aus Büchern nur das ziehen, was sie ziehen wollen und ich das gerade bei Yuna ziemlich fatal fände.

Dann hast du wahrscheinlich auch nicht viele Bücher in der Richtung gelesen und kannst dir kein Urteil erlauben.

Yuna hingegen liest sehr viel, fast schon zu viel.

Und bevor sie Bücher über Bindungsangst liest oder ein Buch "jeder ist beziehungsunfähig", soll sie lieber etwas hilfreiches lesen.

Jein. Mir ist zwar klar, dass sie damit auch ihren Affen füttern kann, aber ich selbst halte es für wichtig, dass Yuna alle Optionen offen hat und nicht in eine Richtung gedrängt wird.

Yuna hat keine Optionen (Wahlmöglichkeiten). Gar keine. Dafür ist die Krise zu schwer.

Sie wird auch in keine Richtung gedrängt. Es wird ihr lediglich geraten, keine Entscheidung in der jetzigen Situation zu treffen, die sie noch mehr in die Krise stürzen könnte.

Und ganz ehrlich: Ich bin nicht überzeugt davon, dass es - ganz unabhängig davon, ob sie jetzt verliebt ist oder nicht - das richtige und überhaupt möglich ist, dass sie ihre "Therapiearbeit" mit der Beziehungssache beginnt.

Fast alle langjährigen Mitleser wissen, dass Yuna weitaus mehr Probleme hat als die Beziehung. Sie hatte diese Probleme in allen Lebenslagen. Es wäre ein Wunder gewesen, wenn Yuna sich problemlos auf eine Beziehung einlassen könnte.

Jeder gute Therapeut wird Yunas Grundproblem erkennen.

Das Zwangsgrübeln hat ja immer eine Ursache. Darum bin ich mir sicher, dass der Therapeut den Ursprung mit Yuna suchen wird.

Bei jemandem mit so massiven Problemen wie Yuna fände ich vielleicht sogar eine stationäre Therapie nicht verkehrt,..

Das sehe ich auch so und habe ich ihr auch mehrmals vorgeschlagen.

Aber auch das ist noch ein großes Hindernis.

daher tendiere ich persönlich in eine andere Richtung als du, nämlich in die, dass es für Yuna besser wäre, sich zu trennen.

Selbst, wenn sie wirklich verliebt sein sollte (wovon ich nicht überzeugt bin), so ist Yuna für mich im Moment beziehungsunfähig.

Manchmal denke ich, der Faden sollte geschlossen werden, weil er Yuna eher schadet.

Deine Betrachtungsweise ist sehr oberflächlich.

Yuna und ihr Freund gehen sehr liebevoll miteinander um. Die Beziehung ist nach meinem Ermessen gesünder als die Beziehung vieler anderer Menschen (wenn man Yunas Zweifel mal außen vor lässt).

Sie ist frei von jeglicher Erwartungshaltung und geprägt von sehr viel Rücksicht, Verständnis und Akzeptanz.

Immer wieder beschreibt Yuna kleine kurze Glücksmomente, wenn sie mit all ihren Zweifeln angenommen wird. Das ist etwas, was sie bisher noch nicht erlebt hat.

Und sie fühlt sich sicher in seinen Armen (auch wenn sie Angst hat, ihn zu sehen).

Sowohl Yuna als auch ihr Freund profitieren nach meiner Ansicht von dieser Beziehung.

MYorwxena


@ Graógramán

Also prinzipiell stimme ich dir zu. Es gibt im Zwischenmenschlichen zu viele Grauzonen und zwar in allen (A)Sexualitäten und ja auch was das Emotionale angeht - manche Menschen möchten ihren Partner jeden Tag sehen, weil sie sonst traurig sind, andere hingegen sind in Fernbeziehungen, wenn man sich vermissen kann, am glücklichsten. Und dann gibt es den großen Bereich dazwischen. Und das ist gut so und ganz individuell und es muss nur zwischen den Partnern passen.

Das Problem bei Yuna ist doch leider nur, dass Yuna sich nicht selbst als "normal" ansehen kann. Yuna hat in ihrem Kopf ein Bild, was "normal" in einer Beziehung ist - nämlich Küsse genießen, sich total vermissen, wie auch immer. Und da sie selbst jetzt nicht in dieses Bild passt zweifelt sie alles an. Und zumindest bei solchen Sachen können zumindest grobe Schubladen meiner Meinung nach helfen.

Bei mir war es nie so schlimm wie bei Yuna - ich fand mich immer "okay, wie ich bin", auch wenn mir klar war, dass ich nicht so ticke wie der Großteil der Menschen, aber für mich waren meine Gefühle eben für mich selbst stimmig. Nur hat meine Umwelt mir eben das Gefühl gegeben, nicht normal zu sein und doch X oder Y machen zu müssen oder es zumindest mal zu versuchen. Für mich war es extrem erleichternd, dann für mich eine (grobe) Schublade zu finden. Nicht, weil ich damit jetzt hausieren kann - ich habe das bis heute keinem aus meinem Umfeld erzählt - sondern einfach, weil es mir den Druck von außen genommen hat. Yuna hat den Druck vor allem von innen, von sich selbst. Für sie wäre es wichtig - wie ElafRemich es schon sagte - den Ist-Zustand einfach mal als okay zu akzeptieren und ihre Empfindungen nicht zu werten, sondern als "So bin ich, ich mag X und Y nicht" erstmal als für sie normal hinzunehmen und über sich neutral zu lernen. Und ich denke, dass zumindest eine grobe Schublade ihr helfen würde. Dass sie nicht (ihrer) Vorstellung X entspricht, aber das trotzdem ganz normal ist. Das ihre (Nicht-)Empfindungen normal sind - normal für sie. Aber sie fühlt sich abnormal und grübelt deshalb. Wenn sie wüsste und annehmen könnte, dass es ganz viele Menschen gibt, die so sind wie sie, dann könnte ihr das etwas bringen (natürlich in Verbindung mit einer Therapie).

HEa:nca


Im Grunde denke ich, dass für Yuna eine Entscheidung egal in welche Richtung das Beste ist.

Und das wäre für Yuna, denke ich, wichtig. Irgendeine Sicherheit, eine Gewissheit irgendwelcher Art.

Morwena, du schließt von dir auf andere. Das ist dein Denkfehler.

Du kennst diesen Zwang zum Zweifeln nicht.

Es ist ja gerade Yunas Problem, dass sie mit keiner Entscheidung glücklich wird.

Weil der Affe in ihrem Kopf auch nach einer Entscheidung nicht still ist und sich verzieht.

Sie wird wahrscheinlich noch unglücklicher werden.

MJorQwexna


@ Hanca

Unsere Beiträge haben sich überschnitten, ich wollte dich nicht ignorieren. @:)

Dann hast du wahrscheinlich auch nicht viele Bücher in der Richtung gelesen und kannst dir kein Urteil erlauben.

Ich habe leider schon viel zu viele Bücher in dieser Richtung gelesen. :-/

Und bevor sie Bücher über Bindungsangst liest oder ein Buch "jeder ist beziehungsunfähig", soll sie lieber etwas hilfreiches lesen.

Da stimme ich allerdings zu! :)z

Sie wird auch in keine Richtung gedrängt. Es wird ihr lediglich geraten, keine Entscheidung in der jetzigen Situation zu treffen, die sie noch mehr in die Krise stürzen könnte.

Ich persönlich sehe den Status-Quo als sich immer weiter verschimmernde Krise, ehrlich gesagt. Gerade die momentane Entwicklung, dass sie eben Dinge, die sie früher mochte, jetzt nicht mehr mag, finde ich bedenklich.

Das Zwangsgrübeln hat ja immer eine Ursache. Darum bin ich mir sicher, dass der Therapeut den Ursprung mit Yuna suchen wird.

Auch da stimme ich dir zu, nur halte ich das eben für so massiv, dass ich nicht sehe, wie in einer für Yunas Krise im Status-Quo in einem zeitlich akzeptablen Rahmen diese Hilfe passieren kann. Selbst, wenn sie jetzt sofort einen Therapeuten findet, mit dem sie super klarkommt.

Das sehe ich auch so und habe ich ihr auch mehrmals vorgeschlagen.

Aber auch das ist noch ein großes Hindernis.

Ja, das war es bei mir auch. Das verstehe ich auch. Aber auch deshalb finde ich den Status-Quo im Grunde "bedrohlich". Die Krise ist - wie du sagtest - so massiv, dass Yuna im Grunde keine Wahl hat. Dass sie, wie sie ja gerade schrieb, im Grunde selbst auf der Arbeit kaum noch funktionieren kann. Aber sie ist auch noch nicht so am Boden, dass sie es schafft, stationär zu gehen bzw. sich von jemandem helfen zu lassen, stationär zu gehen. Für mich war genau das die schlimmste aller Zeiten. Ich habe selbst meine Zwangsstörung, aber eben mit Zwangshandlungen, nicht Grübeleien. In dieser schlimmsten Zeit ohne Ausweg war ich 20 Stunden am Tag mit Zwängen beschäftigt, hatte kaum Zeit zum Schlafen, bin aber noch nicht zusammengeklappt. Und es war der Horror. Erst, als meine Eltern mich dann in die Psychiatrie gekarrt haben und ich aus dem Hamsterrad rauskam und Unterstützung hatte, die mehr war als 1x wöchentliche Therapie (ich hatte eine ambulante Therapeutin, ja), ging es mir deutlich besser. Nicht, weil stationär alles superduperklasse war - im Gegenteil - aber ich hatte zum ersten Mal eine Chance, die ich im Status Quo nicht hatte. Du kennst Yuna offenbar schon von vielen anderen Fäden und gerade wenn du sagst, dass sie im Moment keine Wahl hat... dann klingeln bei mir die Alarmglocken noch viel lauter.

Sowohl Yuna als auch ihr Freund profitieren nach meiner Ansicht von dieser Beziehung.

Wenn die Wirklichkeit so ist, wie du sie beschreibst, dann stimme ich dir 100% zu, dass sie sich nicht trennen soll! :)z

Bei mir kommen ihre Texte nur leider so überhaupt nicht an wie das, was du schreibst. :-( Ich denke, deshalb sind wir so anderer Meinung, obwohl wir in vielen Dingen bezüglich dem, was Yuna generell mit ihrem Grübelproblem guttun würde, ja übereinstimmen.

H*anxca


Bei mir kommen ihre Texte nur leider so überhaupt nicht an wie das, was du schreibst.

Ich lese seit 2013 mit und "kenne" Yuna daher in allen Lebenslagen, in denen sie Hilfe gesucht hat.

Wenn Yuna einen Glücksmoment hat, dann macht der in ihrem Beitrag einen halben Satz aus - zwischen 50 Sätzen voller Zweifel.

Man muss also sehr zwischen den Zeilen lesen.

Yuna hat sogar schon mal eine längere Liebeserklärung über ihren Freund geschrieben, das hat sie nur selbst nicht erkannt. :-D

Die Liebeserklärung war versteckt in einem ellenlangen Beitrag, in dem sie alles Positive gleichzeitig wieder mit Zweifeln relativiert hat.

GiraóQgravxn


Ich lese auch schon seit 2012 mit, aber ich "kenne" Yuna dadurch nicht, sondern nur das Bild, das sie hier im Forum abgibt. Aufgrund dieses Bildes kann man zwar Beiträge schreiben, die für Yuna dann vielleicht hilfreich sind - oder auch nicht.

Aber durch das Schreiben im Forum lernt man Menschen nicht allumfassend kennen, sondern nur die Teilaspekte, die sie von sich preisgeben. Das reicht, meiner bescheidenen Meinung nach, keinesfalls aus, um jemanden wirklich einschätzen zu können und sein Verhalten und seine Persönlichkeit beurteilen zu können.

Ich glaube, würde man eine Art med1-Treffen im realen Leben machen, würde das Bild, das man von einigen Usern hat, zwar mit der Realität übereinstimmen, bei vielen aber auch gar nicht ;-D

JVe_ssSlIytherxin


Ich lese seit 2013 mit und "kenne" Yuna daher in allen Lebenslagen, in denen sie Hilfe gesucht hat.

Jo, ich auch, dennoch kann ich das

Bei mir kommen ihre Texte nur leider so überhaupt nicht an wie das, was du schreibst. :-(

voll und ganz unterschreiben.

Anstatt zu fordern, dass der Faden geschlossen wird, sobald eine Meinung von deiner abweicht Hanca, könnte man vielleicht zur Abwechslung mal offen sein für andere Möglichkeiten. Es ist faszinierend, wie überzeugt du von dir selbst bist. Aber vielleicht könntest du mal in Erwägung ziehen, dass du nicht zu 100% wissen kannst was Yuna hat und braucht. Dass auch andere mögliche Ansätze haben, die Yuna ausprobieren kann.

Und anstatt gegeneinander könnte man ja mal miteinander alle möglichen Alternativen zusammentragen (brainstorming) und diese dann ausgearbeitet Yuna anbieten.

H]ancxa


Darum habe ich das Wort "kenne" auch in Anführungszeichen gesetzt.

Aber durch das Schreiben im Forum lernt man Menschen nicht allumfassend kennen, sondern nur die Teilaspekte, die sie von sich preisgeben. Das reicht, meiner bescheidenen Meinung nach, keinesfalls aus, um jemanden wirklich einschätzen zu können und sein Verhalten und seine Persönlichkeit beurteilen zu können.

Das ist unterschiedlich, wie du auch schreibst.

Es ist oft einfacher in Foren über seine Probleme zu schreiben als real mit anderen Menschen zu sprechen.

C`aram|alSa x3


Yuna hat uns allen einige sehr private PNs geschickt, Morwena. Deshalb sehen wir hier mehr, wie sie zu ihrem Freund steht. Und ich stimme Hanca hier zu, dass sie aus dem Gefühl der Angst heraus, keine Entscheidung treffen kann.

Auch wenn ich deine Beiträge nicht zu hundert Prozent unterschreibe, Morwena, weil ja jeder eine unterschiedliche Sicht auf die Sache hat, wegen eigener Erfahrungen, aber man findet auch immer wieder gemeinsame Schnittmengen, woraus dann gegenseitiges Verständnis entstehen kann. Deshalb unterschreibe ich das hier auch so.

Yuna hat den Druck vor allem von innen, von sich selbst. Für sie wäre es wichtig - wie ElafRemich es schon sagte - den Ist-Zustand einfach mal als okay zu akzeptieren und ihre Empfindungen nicht zu werten, sondern als "So bin ich, ich mag X und Y nicht" erstmal als für sie normal hinzunehmen und über sich neutral zu lernen. Und ich denke, dass zumindest eine grobe Schublade ihr helfen würde. Dass sie nicht (ihrer) Vorstellung X entspricht, aber das trotzdem ganz normal ist. Das ihre (Nicht-)Empfindungen normal sind - normal für SIE. Aber sie fühlt sich abnormal und grübelt deshalb. Wenn sie wüsste und annehmen könnte, dass es ganz viele Menschen gibt, die so sind wie sie, dann könnte ihr das etwas bringen (natürlich in Verbindung mit einer Therapie).

Ich selbst habe bei meinen ersten Freundschaften auch negative Eigenschaften, Sachen bemerkt, aber natürlich auch positive. Ich habe aber deshalb nicht die Beziehung in Frage gestellt, sondern abgewartet, was aus dem Gesamtbild dann wird. Aber sobald bei Yuna etwas ihrer perfektionistischen Erwartungshaltung nicht entspricht, dann bekommt sie einen Schreck, dass sie das ja gar nicht sehen darf, denn eine perfekte Liebe sieht ja über jeden Fehler hinweg. Habe ich nie und ich bin auch nicht romantisch veranlagt. War ich aber mal gewesen in meiner Jugend. Ich kenne also beide Seiten. ;-)

Ich empfinde mich da eher als jemand, der nicht von einer Liebelei in die andere fällt, weil der andere irgendwelche Eigenschaften hat, die ich an mir selbst vermisse. Um der Romantik entgegenzuwirken, dafür kann man die Biographien von Schauspielern lesen, die solche Rollen verkörpern und dann wird einem im besten Falle klar, eine solche Art Liebe, ist eher eine Erfindung. Der Philosoph Richard David Precht erklärt das ganz gut, wie die Romantik entstanden ist. Das ist wie eine Art Religion, an die man sich klammern kann, um eigene Mängel oder die eigene gefühlte Langeweile zu übertünchen. Trotz der fehlenden Romantik kann ich aber das Leben und meinen Partner sehr wohl genießen. Es ist nur nicht so verklärt und der Partner muss auch nicht die Eier legende Wollmilchsau sein, sondern er darf sein wie er ist, mit Stärken, Fehlern und Schwächen.

Und auch die Sexualität sehe ich bei weitem nicht übertragbar auf jeden. Da habe ich für manch großes Gefühl ewig gebraucht, manchmal Jahre und am Anfang war sie auch eher verzichtbar bis dann mehr daraus hat werden können. Aber sie ist auch nicht der Dreh- und Angelpunkt meines Lebens, aber durchaus schön. Aber bis es mal schön gewesen ist, da war da alles, von mal was fühlen oder aber auch nichts fühlen und manches hat dann irgendwann funktioniert und anderes noch nicht. Und da kenne ich viele Frauen, bei denen das so ist. Und einige vergessen auch gerne ihre eigenen holprigen Anfänge und prahlen dann eher.

Aber all das wird Yuna nicht genügen und es wird sie auch nicht erreichen, denn sie hat sich vorgenommen alles sofort richtig zu fühlen und sie macht ihre ganze Beziehung davon abhängig. Schlimm für sie. Was dahinter liegt, das kann alles Mögliche sein.

x{YTunax


Wow. Hier stehen so viele tolle Dinge. Ich komm mit dem lesen gar nicht hinterher. Es ist sehr interessant. Vielen Dank. Ich kann da gerade nicht drauf eingehen.

Das Problem ist auch, dass ich so einen massiven Druck spüre. Nicht von meinem Freund, der hat wirklich eine bewundernswerte Weise, mit allem umzugehen. Von mir selbst. Ich hab das Gefühl, mein Freund ist das einzig Gute in meinem Leben. Ich hab sonst kaum jemanden und gerade geht mein Leben (gefühlt) sehr den Bach runter. Wäre er auch nicht mehr da, ich würde wohl nicht klar kommen. Ist das Codependency? Naja. Ich weiß, es ist ungesund, sein Leben so abhängig von einer Person zu machen, aber den Hang dazu hatte ich auch schon immer.

Gleichzeitig übernehme ich aber auch irgendwie die Verantwortung für das Leben meines Freundes. Sein Leben ist auch ziemlich scheiße und ich hab das Gefühl, ich verbessere seines enorm. Ohne mich hätte ich Angst, dass es ihm zu schlecht geht, weil mir sein Wohlergehen so sehr am Herzen liegt. Ich hab Angst, dass er dann in ein Loch fällt, wenn ich mich trennen müsste.

Dieser Druck ist einfach so massiv ... :(

Nach wie vor gibt es auch einige Dinge, die sehr irrational sind. Ich glaub, ich hatte mich schon mal gefragt, wenn ich nicht wüsste, wie bei anderen Beziehungen laufen, ich keine Filme gesehen hätte usw., ob ich dann glücklich wäre.

Sexuelle Anziehung ist auch erst seit diesem Jahr ein Thema für mich, seit irgendwer davon redete und ich alles mögliche dazu gegoogelt habe. Vorher? War nicht Bestandteil meines Lebens. Ich habe auch mal andere Asexuelle gefragt, ob "das" danach klingt und die meinten schon. Ich sollte mich damit mal näher auseinandersetzen.

Dann fühle ich mich erschlagen von all den Dingen, die an/mit mir nicht normal sind. :(

EjlafR!emich"081x5


Dann fühle ich mich erschlagen von all den Dingen, die an/mit mir nicht normal sind.

Ich glaube du hast nur wenige, dafür stark ausgeprägte Grundprobleme und alles andere sind nur Symphome. Diese ziehen sich nicht nur durch deine Beziehung, sondern durch beinahe jeden Aspekt deines Lebens. Die Beziehung ist da nur das momentan auffälligste weil vordergründigste. Statt sich nur diese Symtome vorzunehmen und diese isoliert zu betrachten und Lösungen/Gründe für sie zu suchen, kann eine nachhaltige Verbesserung nur stattfinden, wenn diese Grundprobleme angegangen werden. Das kann aber nicht hier im Forum passieren. Danach werden sich, vermutlich zu deiner eigenen Verwunderung, viele Folgeprobleme in Luft auflösen oder weit in den Hintergrund treten. Du sollst dadurch kein völlig neuer, anderer Mensch werden. Aber deine Sicht auf dich selber und die Welt, die dich umgibt dürfte sich dadurch deutlich ändern. (Sicher ist dies nur meine individuelle, laienhafte Einzelmeinung.)

J5ecssSllytherixn


Ist das Codependency?

Nei, eine Beziehung.

Huancxa


JessSlytherin

Anstatt zu fordern, dass der Faden geschlossen wird, sobald eine Meinung von deiner abweicht Hanca, könnte man vielleicht zur Abwechslung mal offen sein für andere Möglichkeiten. Es ist faszinierend, wie überzeugt du von dir selbst bist. Aber vielleicht könntest du mal in Erwägung ziehen, dass du nicht zu 100% wissen kannst was Yuna hat und braucht. Dass auch andere mögliche Ansätze haben, die Yuna ausprobieren kann.

Und anstatt gegeneinander könnte man ja mal miteinander alle möglichen Alternativen zusammentragen (brainstorming) und diese dann ausgearbeitet Yuna anbieten.

Du kannst gerne meine Meinung anzweifeln und sachlich mit mir diskutieren.

Du unterstellst mir allerdings gleich mal, ich könne andere Meinungen nicht akzeptieren, was schlicht falsch ist.

Ich habe die ersten 2 Monate in diesem Faden fast nur direkt an Yuna geschrieben.

Erst Anfang März habe ich mich an alle User gewandt und geschrieben, dass wir so mit Yuna nicht vorankommen.

Darauf sind nur wenige User eingegangen.

mnef hat mir dann unterstellt, ich wolle den Faden abwürgen.

Dabei hat sie selbst in einem anderen Faden das Gleiche geschrieben:

"aber wer Yuna hier helfen will, sollte mMn auch sehen, dass Hilfe nicht automatisch bedeutet, auf alles intensiv einzugehen."

Das wäre eine Möglichkeit für ein Brainstorming gewesen. Allerdings sollte man das vielleicht über PN machen um Yuna nicht noch mehr zu beunruhigen.

Außerdem habe ich mich mit Caramala und Elaf über PN ausgetauscht, damit wir eine gemeinsame Linie finden.

Ich habe nie behauptet, dass ich 100 % die Probleme von Yuna kenne.

Aber ich habe vielleicht einen anderen Blick auf das ganze, weil ich seit ca. 20 Jahren beruflich mit psychisch kranken Menschen und Menschen in schwierigen Lebenslagen zu tun habe.

Mir fällt auf, wie Yuna auf die Antworten reagiert - wenn sie denn reagiert.

Meistens haben die Antworten die Sorgen eher vergrößert als vermindert.

Ich sehe auch, dass Yuna immer tiefer in die Krise rutscht und das macht mir Sorgen.

Früher hatte sie auch immer Lichtblicke. Die werden immer weniger.

Darum habe ich schon Sorge, wenn hier unbedacht (und unbeabsichtigt) Yunas Ängste noch geschürt werden.

C&aramagla J3


Nach wie vor gibt es auch einige Dinge, die sehr irrational sind. Ich glaub, ich hatte mich schon mal gefragt, wenn ich nicht wüsste, wie bei anderen Beziehungen laufen, ich keine Filme gesehen hätte usw., ob ich dann glücklich wäre.

Das kann sein.

Sexuelle Anziehung ist auch erst seit diesem Jahr ein Thema für mich, seit irgendwer davon redete und ich alles mögliche dazu gegoogelt habe. Vorher? War nicht Bestandteil meines Lebens. Ich habe auch mal andere Asexuelle gefragt, ob "das" danach klingt und die meinten schon. Ich sollte mich damit mal näher auseinandersetzen.

Das ist ein so individuelles Thema und eine Antwort darauf nicht so eindeutig. Ich sehe das mitnichten schwarz oder weiß, wo andere immer genau wissen wollen, wo es da lang geht. ;-D

Dann fühle ich mich erschlagen von all den Dingen, die an/mit mir nicht normal sind. :(

Das geht vielen so. Einerseits lernt man erst einmal über die Erfahrungen anderer, bis man dann eigene Wege einschlägt. Und das macht das Ganze, an der Masse von Möglichkeiten, die es heutzutage gibt, nicht unbedingt einfacher. Deshalb sollte man nur das machen, was jetzt für einen selbst stimmig ist und nicht, wovon man glaubt, dass das bei der Allgemeinheit so üblich ist. Man kann ausprobieren und es auf sich wirken lassen und sich selbst viel Zeit geben, um eigene Erfahrungen zu sammeln. Manches wird gefallen, anderes nicht, anderes braucht Zeit. Man wird dann sagen können, war ganz nett, habe nicht viel oder nichts gefühlt, aber das hat mir gefallen, auch ohne großes Brimborium. Und dann wird man einfach weitersehen. Bei mir ist das so gewesen. ;-) Meine Normalität oder Nichtnormalität habe ich deshalb nie in Frage gestellt.

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