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Umgang mit unzufriedenen Kollegen - Staffing

PflaRtxypus hat die Diskussion gestartet


Hallo liebe Med1-User @:)

Ich wechsle zum 15. Januar meinen Tätigkeitsbereich innerhalb des Konzerns (andere Niederlassung).

Ich kenne bereits meinen zukünftigen Chef und auch einige direkte und entferntere Kollegen. Ich war auch schon bei einigen Gelegenheiten zu Besuch und habe nun auf informellem Weg einige Geschichten aus der Vergangenheit gehört, die mir ein wenig Bauchschmerzen bereiten.

Im neuen Team gibt es drei Kollegen mit denen ich in Zukunft eng zusammenarbeiten werde. Diese drei Herren haben mich bisher sehr herzlich empfangen, das freut mich natürlich. Das eine oder andere zukünftige gemeinsame Projekt wurde auch schon besprochen. Allerdings mündeten alle Gespräche in umfassenden Schilderungen zum Thema: Der Chef ist unfähig und muss "erzogen" werden und ich solle mir Verhalten X bloß nicht von ihm gefallen lassen ":/ Alle geschilderten "Macken" vom neuen Chef, empfinde ich jedoch entweder als nicht schlimm oder sogar gut, weil ich einen ähnlichen Arbeitsstil (oder ähnliche Macken ;-) ) habe X-\

Den Chef kenne ich bereits ein wenig länger als die besagten Kollegen (aber auch nur über die Arbeit) und ich habe das Gefühl, dass wir vom Arbeitstyp gut harmonieren. Da er selbst bei einem Gespräch unter vier Augen Differenzen im Team erwähnte, gehe ich davon aus, dass er von den "Lästereien" Kenntnis hat.

Ich hielt mich bisher bewusst mit meinen Reaktionen gegenüber den Kollegen zurück. Ich äußere zwar Verständnis, aber ich versuche dabei keine Position zu beziehen. Ich finde die Kollegen allgemein sympathisch, aber ihre Arbeitseinstellung ist doch teilweise sehr fraglich.

Mir graut es nun vor meinen ersten Arbeitstagen, da mir meine zukünftigen Kollegen ihr Herz nun schon bei jeder Gelegenheit so ausgiebig ausgeschüttet haben, dass ich noch mehr Der-Chef-ist-unfähig-Stories nicht mehr hören mag und ich auch davon ausgehe, dass ich mit zunehmender Vertrautheit und räumlicher Nähe eher noch mehr in Anspruch genommen werde.

Ich befürchte auch, dass die Arbeitsergebnisse unter der Unzufriedenheit der Kollegen leiden werden und spätestens dann stecke ich mittendrin %:|

Wart ihr auch schon mal in so einer Situation? Wie kann ich es schaffen meinen Kollegen und auch meinem Chef gegenüber loyal zu bleiben ohne dabei eine Partei zu ergreifen?

Ich werde natürlich erstmal versuchen unvoreingenommen allen beteiligten Personen gegenüber zu treten, aber ich schätze, dass es nicht schaden kann, vorbereitet zu sein, falls mein "erster Eindruck" zutreffen sollte.


(Titel auf Wunsch des FS ergänzt.)

Antworten
fDelias ma3rgarxita


Wart ihr auch schon mal in so einer Situation?

Nicht in der selben, aber in ähnlicher Situation. Sag ihnen klar von Anfang an, dass du neu bist und dir gerne deine Meinung selbst bilden möchtest.

VWerschw*-prHakti1kxer


Deine Zwickmühle ist typisch für Sekretärinnen. Einerseits sind sie dem Chef sehr nahe und erfahren Zusammenhänge, die (noch) nicht an die große Glocke gehören.

Andererseits sind sie Kollegin auf der (Gehalts-) Ebene der anderen Angestellten.

Dass die Welt voller unfähiger Chefs ist, ist ganz normal. Da kann z.B. einer gut verkaufen, geht gerne zu Interessenten und Kunden, der Umsatz stimmt. Deshalb wird er Verkaufsleiter. Nun muss er andere Menschen motivieren und trainieren, womöglich Kampagnen und Werbematerial (mit)entwickeln. Eine vollkommen neue Aufgabe, die mit der alten nur wenig zu tun hat.

V_erscqhyw-pr\aktikxer


Dass die Welt voller unfähiger Chefs ist, ist ganz normal.

Informiere dich mal zum Peter-Prinzip.

Das Peter-Prinzip ist eine These von Laurence J. Peter, die besagt, dass "in einer Hierarchie […] jeder Beschäftigte dazu [neigt], bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit aufzusteigen"[1] (englisch "In a hierarchy every employee tends to rise to his level of incompetence.”). Sie wurde mit eigenen Notizen zusammen mit Raymond Hull in The Peter Principle, das 1969 bei William Morrow in New York erschien, formuliert. Das Buch zählt zu den Klassikern der nordamerikanischen Managementliteratur.

mxond+wsterxne


Sag ihnen klar von Anfang an, dass du neu bist und dir gerne deine Meinung selbst bilden möchtest.

:)^

B+rodertick


Wart ihr auch schon mal in so einer Situation? Wie kann ich es schaffen meinen Kollegen und auch meinem Chef gegenüber loyal zu bleiben ohne dabei eine Partei zu ergreifen?

Ja. Und ich kann dir sagen, dass die Situation sehr gefährlich ist.

Es ist zwar kein großes Problem, dich neutral zu verhalten, aber Neutralität ist nicht das, was diese Kollegen von dir erwarten.

Sie sehen dich als Neuling in einer schwachen Position und wollen dies ausnutzen, um dich auf ihre Seite zu ziehen. Sobald sie merken, dass es nicht klappt, verkehrt sich ihr momentanes Verhalten ins genaue Gegenteil.

Besonders gefährlich wird es, wenn sie dir etwas "anvertrauen". Block jedes Gespräch ab, dass darauf abzielt gegen irgendjemanden zu hetzen. Sonst werden sie irgendwann Angst haben, du könntest diese "vertraulichen Informationen" weitergeben und gegen sie verwenden.

Verhalte dich selber vertrauenswürdig, traue aber selber niemandem, solange du dir nicht sehr sicher bist.

Sag auch niemals etwas auch nur annähernd Kritisches über andere, egal ob Chef oder Kollegen, was dann sinnverfälscht weitergegeben werden könnte. Das ist nämlich auch so ein fieser Trick im Intrigenkrieg.

Du erwähnst vielleicht ganz harmlos, dass Kollege X, oder auch der Chef, evtl. einen kleinen Fehler gemacht haben könnte- und weitergegeben wird dann an diesen: "Platypus hat sich darüber aufgeregt, dass du Mist gebaut hast". Und schon hast du einen Feind in der Firma.

Schaff dir Verbündete, aber nicht durch Anbiedern, sondern durch korrektes Verhalten und Hilfsbereitschaft.

Und stärke deine Position, indem du dein Aufgabengebiet baldmöglichst gut in den Griff bekommst.

JEohnCnrossaxint


Kenne ich auch, nur das ich nicht neu bin :)

Den größten Fehler den du machen kannst, ist nicht zu deiner Meinung zu stehen. Du wirst sonst als inkongruent angesehen. Bei mir bedeutet das, dass ich viele Dinge, Frotzeleien und Co. gar nicht mitbekomme. Angestellte sind Menschen und die neigen dazu die Schuld bei anderen zu suchen. Ich äußere meine Meinung, gegenüber dem Chef, gegenüber meinen Kolleginnen und Kollegen. Ich persönlich finde nichts schlimmer als Menschen, die sich sofort mit dem Strom mitreißen lassen. Mit denen gewinnst du keinen Krieg. Auf der anderen Seite musst du dich bei Projekten natürlich auf deren Loyalität verlassen. Viele haben die Überzeugung anderer eben nur übernommen und verwechseln persönliche Befindlichkeiten mit wirtschaftlichen Normalzuständen.

Über kurz oder lang lösen sich solche Probleme aber von selbst, da derartige Mitarbeiter gegangen werden oder selbst gehen, zu mindestens wenn der Chef das tut, wofür er in erster Linie da ist. Die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens sicherstellen.

B4elafoxnte


Ich finde die Kollegen allgemein sympathisch, aber ihre Arbeitseinstellung ist doch teilweise sehr fraglich.

und

Wie kann ich es schaffen meinen Kollegen und auch meinem Chef gegenüber loyal zu bleiben ohne dabei eine Partei zu ergreifen?

In der Rolle der Minimalistin! Verbandle dich mit den Leuten in deinem neuen Umfeld nur soviel, wie es gerade nötig ist. Von einer "fraglichen Arbeitseinstellung" darfst du dich nicht anstecken lassen. Du trittst mit dem Aufttrag an, eine Aufgabe zu erfüllen. Das sollte dein zentrales Anliegen sein. Es kann ja sein, dass der Chef eine Lusche ist, und es kann sein, dass sich die Kollegen für die besseren Chefs halten. Dein Aufgabenfeld berührt das nicht.

PplatyTpuxs


Sag ihnen klar von Anfang an, dass du neu bist und dir gerne deine Meinung selbst bilden möchtest

Dies habe ich bereits getan und auch bei einigen Schilderungen aus der Vergangenheit angedeutet, dass ich das Chef-Verhalten in dieser und jener Situation für angemessen halten würde. Aber das änderte bisher nichts am Gesprächsverlauf.

@ Verschw-praktiker

Zum Peter-Prinzip werde ich mich mal schlau machen.

Ich glaube, ein Teil des Problems ist meine aktuelle Tätigkeit. Hier hatte ich viele Berührungspunkte mit dem neuen Chef, da ich in einer Stabstelle tätig war. Die neue Tätigkeit ist mehr operativer Natur und die neuen Kollegen sehen vorrangig nur diesen Part und belächeln alle anderen Aufgaben, die eine Führungskraft sonst noch erledigen muss und lassen dabei häufig außer acht, dass ihr Chef auch noch einen Chef hat, der wiederum Anweisungen von weiter oben erhält. Der Vergleich mit einer Sekretärin ist also gar nicht so verkehrt. Mit dem Unterschied, dass ich keine Sekretärin bin und den Stellenwechsel als Zwischenstation sehe, um perspektivisch auch eine Führungsposition zu erreichen, d.h. mir liegt tendenziell mehr an der Gunst des Chefs, als an einer Freundschaft mit den Kollegen. Das liegt allerdings auch am großen Altersunterschied zwischen mir und meinem neuen Team, der vielleicht auch eine Rolle bei dem Ganzen spielen könnte.

Ich bin sehr gespannt auf meine ersten Tage ...

P"lathypuxs


Ich habe den ersten Tag überstanden :)^

Der neue Chef war sehr bemüht und nahm sich viel Zeit für meine Begrüßung, meine offizielle Vorstellung und auch für Erklärungen zu ersten Arbeitsaufträgen.

Auch meine neuen Kollegen empfingen mich sehr offen und ich durfte einem Kollegen über die Schulter schauen. Er zeigte mir einige Arbeitsabläufe, aber leider nutzte er die Gelegenheit wieder zum Lästern %:| Ich reagierte erneut neutral, wies wieder darauf hin, dass ich mir ein eigenes Bild machen möchte. Das hat allerdings nur zu noch mehr Geschichten geführt und den Mund verbieten konnte/wollte ich ihm in dem Moment auch nicht ...

Das erste Meeting mit den neuen Kollegen und dem Chef verlief ziemlich schräg. Allein die Sitzordnung sprach Bände. Meine Kollegen, die sonst offensichtlich sehr gesprächig sind, waren wie ausgewechselt, nämlich sehr einsilbig. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass inhaltlich nicht viel in der Besprechung geklärt wurde. Stattdessen suchten die Kollegen hinterher das Gespräch mit mir und schlugen vor, dass wir die offenen Fragen einfach unter uns klären, da der Chef uns da nicht reinreden sollte %-| Ich war natürlich nicht einverstanden. Meine Kollegen belächelten mich zwar, willigten aber dann doch ein, erneut ein klärendes Gespräch zu suchen.

Fortsetzung folgt ... X-\

P[latxypus


Über kurz oder lang lösen sich solche Probleme aber von selbst, da derartige Mitarbeiter gegangen werden oder selbst gehen, zu mindestens wenn der Chef das tut, wofür er in erster Linie da ist. Die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens sicherstellen.

Das glaube ich leider nicht, die besagten Kollegen sind schon seit Jahrzehnten im Unternehmen und teilweise auch seit vielen Jahren in diesem Team tätig.

Den größten Fehler den du machen kannst, ist nicht zu deiner Meinung zu stehen. Du wirst sonst als inkongruent angesehen.

Ich stehe zu meiner Meinung. Allerdings halte ich es für wichtig, gerade zu Beginn einer neuen Tätigkeit, nicht bei jeder Gelegenheit mit der Tür ins Haus zu fallen. Bisher bin ich damit gut gefahren und hatte bei keinem Jobwechsel Probleme mich zu integrieren und einzuarbeiten und hier waren ebenfalls Teams dabei, in denen nicht alles rund lief. Allerdings wurde ich damals nicht so direkt und "unprofessionell" damit konfrontiert.

Der erste Eindruck meines neuen Arbeitsumfeldes hat sich leider nun auch am zweiten und dritten Tag bestätigt. Ich habe die Hoffnung, dass meinen Kollegen irgendwann das Pulver ausgeht oder sie die Lust am Erzählen verlieren, wenn ich nicht auf die Geschichten anspringe. Die Zusammenarbeit funktioniert jedoch bisher ganz gut (zumindest wenn es nichts mit dem Chef zu klären gibt).

Mit dem Chef verstehe ich mich bisher sehr gut. Das Bild, das meine Kollegen von ihm vermitteln, passt so gar nicht zu meinem ersten Eindruck. Menschlich scheine ich - im Gegensatz zum Rest des Teams ??? - gut mit ihm arbeiten zu können. Er ist weiterhin bemüht und hier und da plaudern wir auch ein bisschen privat. Ich merke allerdings nun auch, dass ich aufpassen muss, nicht in die Schublade des Chef-Lieblings gesteckt zu werden, da bereits jetzt, jede separate Besprechung zwischen dem Chef und mir von meinen Kollegen zur Kenntnis genommen und kommentiert wird %:|

Mir bleibt nichts anderes übrig, als weiterhin abzuwarten und zu schauen, wie sich die Sache entwickelt. Ich bin jedoch trotzdem dankbar für jeden Ratschlag oder Erfahrungsbericht bei ähnlichen Situationen! @:)

V'erschw-pmraktixker


da bereits jetzt, jede separate Besprechung zwischen dem Chef und mir von meinen Kollegen zur Kenntnis genommen und kommentiert wird

Du bist Mitglied eines Teams (oder willst es werden) und hast "separate" Besprechungen, die anderen Team-Mitgliedern nicht gewährt werden?

Kannst du das näher erläutern? Das riecht nach Konflikt.

P"lqatyxpus


Es gibt Aufgaben/Projekte, die aufgrund des Umfangs arbeitsteilig im Team erledigt werden. Darüber hinaus hat aber jeder von uns einen eigenen Bereich mit Aufgaben, die mehr operativer Natur sind. Die anderen müssen auch hin und wieder "allein" etwas mit dem Chef für ihren Bereich abstimmen. Ich hatte jetzt also keine exklusiven Meetings. Jedoch habe ich die letzten Tage natürlich aufgrund meines fehlenden Know-hows in Bezug auf die neuen Themen deutlich häufiger und länger beim Chef gesessen als meine Kollegen. Zudem möchte mein Chef meinen Status als die "Neue" gerne dazu nutzen, Prozesse in meinem Bereich zu optimieren.

P+laty puxs


Ich bin jetzt auf den Begriff Staffing gestoßen, d.h. Mobbing des Chefs durch seine Mitarbeiter. Dieses Phänomen beschreibt meine bisherigen Eindrücke ganz gut.

Ich frage mich nun, ob ich als neuer Mitarbeiter im Team etwas zur Verbesserung der Situation beitragen kann. Ich finde die Situation nämlich so wie sie ist äußerst unangenehm. Es belastet mich persönlich, wenn jedes Wort vom Chef hinter seinem Rücken verdreht wird und seine Aufgaben zerpflückt und schlecht geredet werden ":/ Klar, ich mache nicht mit und habe heute auf die Frage hin "Findest du nicht auch?" tatsächlich geantwortet "Nein, finde ich nicht.", da der Chef meines Erachtens nach freundlich nach einem Vorgang gefragt hat und mein Kollege aus dem selben Wortlaut Motzerei und Vorwürfe rausgehört hat %:|

Ich wünschte, mich würde das komplett kalt lassen, aber dem ist leider nicht so :-(

B/r*odeGrixck


Platypus

Ich frage mich nun, ob ich als neuer Mitarbeiter im Team etwas zur Verbesserung der Situation beitragen kann.

Du tust schon viel mehr als Dir wahrscheinlich bewusst ist. Ganz einfach indem Du beim Mobbing nicht mitmachst.

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