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Mein Vater, seine Affäre und die Unmöglichkeit der Abgrenzung

sstepapo2x5


Übergriffigkeit ist etwas ganz anderes. Mit Worten oder Taten über-greifen. Das ist hier nicht. Dein Vater versucht es jedem recht zu machen. Und dass er als faktischer sogenannter Ehebrecher so nen religiösen Sendungsfimmel hat, das ist schon total skurril. Ich kann das fast nicht glauben. Das fatale ist Deine möglicher weise nur GEDACHTE Abhängigkeit von Deinem Vater. Da muss doch was dran zu machen sein, damit Du diese bizarre Situation nicht mehr länger ertragen mussst. Dein Vater und seine Freundin sind ÄUSSERST sonderbar, während Deine Mutter eine gaaanz raffinierte, sehr schlaue Strategin ist.

M+orwenxa


@ Hanca

Morwena, was ist daran übergriffig, wenn dein Vater z. B. die Frau im Auto dabei hat?

Okay, "respektlos" wäre vielleicht das bessere Wort gewesen. Und klar ist es seine Entscheidung. Ich empfinde es aber als übergriffig, wenn ich ungefragt und ohen Ankündigung mit etwas konfrontiert werde, von dem bekannt ist, dass es mir persönlich schadet. "Übergriffig" ist vielleicht eher passend für die Aktionen der Frau, als sie ungewollt bei meiner Mutter aufgetaucht ist. Ich verbinde "übergriffig" irgendwie mit "greift in eine Sphäre meines (Privat-)Lebens ein, in der ich kein Eindringen dieser Art haben möchte". Vielleicht ein Missverstädnis meinerseits des Begriffes.

Ich würde erwarten, dass du mich und meine Entscheidungen respektierst.

Und das ist eine einseitige Sache? Wenn ich entscheide, dass ich für mich diese Frau nicht in meinem Leben haben will, muss mein Vater das nicht respektieren?

@ steppo25

Übergriffigkeit ist etwas ganz anderes. Mit Worten oder Taten über-greifen. Das ist hier nicht.

Okay, anscheinend ist wirklich der Begriff das Problem - habe da wohl das falsche Wort gewählt, habs auch oben schon versucht, bei Hanca zu erklären.

Das fatale ist Deine möglicher weise nur GEDACHTE Abhängigkeit von Deinem Vater.

Hmm, es ist natürlich möglich, sich aus der Abhängigkeit zu lösen - indem ich in ein Wohnheim gehe und dadurch den Kontakt zu meinem Wohl reduzieren kann, auch wenn es ebenso eine Reduzierung des Kontaktes zu meiner Mutter bedeutet - aber meine Lebensqualität würde sich dadurch absolut erheblich verschlechtern. (Naja, das ist halt, was Abhängigkeit bedeutet...) Warum das wirklich nur gedacht sein soll verstehe ich aber nicht ganz.

Dass das alles bei mir in der Familie sehr skurril, sonderbar und wahrscheinlich auch von mehreren Seiten ein strategisches Ding ist, da stimme ich dir zu. Ich denke übrigens, mein Vater sieht seinen religiösen Eifer trotz des "Ehebrechens" nicht verletzt, weil er ja die Erlaubnis meiner Mutter hat (die er sich vor jeder Affäre auch immer eingeholt hat) und es deshalb vielleicht kein Ehebruch ist oder so (das sind die Überlegungen des Rests der Familie). Ob das in der Bibel auch so erläutert wird weiß ich nun nicht, weil ich nichtmal eine Bibel besitze - ich möchte es bezweifeln, aber das Ding kann man ja eh interpretieren, wie man will. :=o

H%ancxa


Ich empfinde es aber als übergriffig, wenn ich ungefragt und ohen Ankündigung mit etwas konfrontiert werde, von dem bekannt ist, dass es mir persönlich schadet.

Morwena, wenn du ehrlich bist, dann müsstest du schreiben:

"von dem bekannt ist, dass ich es als persönlichen Schaden betrachten möchte."

Objektiv gesehen schadet dir eine Frau nicht, die einfach nur eine Partnerin deines Vaters ist.

Oder wo geht von dieser Frau ein tatsächlicher Schaden aus?

m_nexf


Morwena, wenn du ehrlich bist, dann müsstest du schreiben:

"von dem bekannt ist, dass ich es als persönlichen Schaden betrachten möchte."

Objektiv gesehen schadet dir eine Frau nicht, die einfach nur eine Partnerin deines Vaters ist.

Oder wo geht von dieser Frau ein tatsächlicher Schaden aus?

Dann ist es vielleicht nicht übergriffig, sondern taktlos. Oder sonstwas. Ich denke man muss sich da begrifflich nicht dran festbeißen.

Objektiv schaden tun viele Dinge nicht, subjektiv tun sie das aber eben doch. Muss man sie dann absichtlich tun, aus Prinzip, als Erziehungsmaßnahme, andere Gründe...? "Ich füge dir subjektiven Schaden zu und das ist mein gutes Recht, weil es objektiv keiner ist!" - ist in meiner Welt absolut nicht normal innerhalb einer Familie. Auch wenn ich die Wünsche oder Störenpunkte einer Person absolut dämlich und unverständlich finde, unterlasse ich diese Störenpunkte nach Möglichkeit (und einfach mal n Reizthema auszuklammern ist ja eine ziemlich leicht umzusetzende Sache).

Würde meine Familie z.B. meinen Partner nicht ausstehen können, wäre das sehr schade. Und höchstwahrscheinlich könnte ichs nicht verstehen. Oder es würde mich aufregen. Aber deshalb trotzdem ständig von ihm reden - wozu? Um es allen zu zeigen, was eh klar ist ("ich kann machen was ich will"?); das ist für mich das einzig kindische.

Auch höchst subjektives und irrationales Unbehagen einer Person muss man nicht bauerntrampelhaft übergehen, der Ausgangspunkt ist erstmal, dass es vorhanden ist. Ob das gut so ist und so bleiben muss, ist ne andere Sache. Daran kann Morwena vielleicht arbeiten. Aber bestimmt nicht mit der Hauruck-Methode.

M!orwxena


@ Hanca

Ich sehe eine diagnostizierte Depression als tatsächlichen Schaden an. Natürlich darf da die Meinung eines jeden abweichen.

Und noch einmal: Ich sehe nicht die Frau als mein Problem (sie ist eine Außenstehende), sondern das Verhalten meines Vaters. Die Frau ist für mich eine Außenstehende, die von mir und dem Rest der Familie sicherlich aus Erzählungen meines Vaters weiß, aber nicht abschätzen kann oder muss, da sie keinen persönlichen Bezug zu irgendwem außer meinem Vater hat, was ihr Verhalten auslöst. Ihr Verhalten ist zwar in meinen Augen unhöflich, aber wenn es in ihren Augen angemessen ist, dann hat sie keinerlei Grund, warum sie sich nicht so verhalten soll, wie sie möchte. Mein Vater ist der, der auf beiden Hochzeiten tanzen möchte und damit sehe ich ihn in der Pflicht, die Grenzen zu ziehen. Und wenn er das nicht tut (wie er es früher, bei den anderen Affären gemacht hat, wo es dann keine Berührungspunkte gab), egal ob er es nicht möchte oder nicht kann, weil die Frau trotz Ansage weiter ums Haus schleicht und er das dann so hinnimmt, dann knallt es eben - bei jedem, der seine Grenze übertreten fühlt, auf andere Weise. Ich bin die, die einfach nur nichts wissen möchte und depressiv wird, meine Schwester wird laut und direkt und für meine Mutter ist das meiste okay, nur eben dieses in-der-Wohnung-auftauchen und rumschleichen nicht, aber sie hat da keine Energie für, irgendwas zu sagen und hat sich daher auch mit dieser Sache so halb arrangiert.

Hkancxa


Ich sehe eine diagnostizierte Depression als tatsächlichen Schaden an.

Die ist ja nicht durch die Frau entstanden, sondern dadurch, dass du dich entschieden hast, die Frau als schädlich anzusehen.

Da du nicht zu Hause wohnst, weißt du doch gar nicht, ob sie um das Haus schleicht.

Ich finde deine Beschreibungen und Erwartungen auf jeden Fall haarsträubend.

Du möchtest einen Tipp, wie du damit umgehen kannst.

Mein Tipp ist es, deine Einstellung zu ändern.

M;orwenna


@ mnef

Da haben wir uns überschnitten.

Du scheinst mich echt gut zu verstehen. @:)

Ich persönlich verstehe nicht so ganz, wieso es für viele so komisch/unhöflich scheint, dass ich mit der Frau nichts zu tun haben möchte. Es gibt viele Leute, die Kontakt zu den eigenen Eltern abbrechen, wenn diese ihnen nicht guttun, was hier auch oft im Forum befürwortet wird. Oder die den Partner alleine zu den Schwiegereltern schicken, weil es da zu viel Terror gibt. Warum ich mich gegen meinen Willen mit einer fremden Frau, die mir gegenüber auch noch unhöflich war (hat sich nicht vorgestellt, mich aber direkt geduzt...), beschäftigen soll, erschließt sich mir einfach nicht.

Meine Meinung darüber werde ich also auch zumindest in der jetzigen Situation nicht ändern. Meinen Umgang würde ich gerne ändern, damit es mir besser geht. Allerdings scheinen die meisten zu meinen, dass eine Umgangsänderung in meinem Fall mit einer Meinungsänderung (bzw. Änderung meiner Ansichten) einher gehen muss. Was logisch ist und Dinge vereinfachen würde, aber nicht der Fall sein wird.

Würde meine Familie z.B. meinen Partner nicht ausstehen können, wäre das sehr schade. Und höchstwahrscheinlich könnte ichs nicht verstehen. Oder es würde mich aufregen. Aber deshalb trotzdem ständig von ihm reden - wozu? Um es allen zu zeigen, was eh klar ist ("ich kann machen was ich will"?); das ist für mich das einzig kindische.

Ich finde es nicht einmal kindisch, sondern irgendwie einfach nur kontraproduktiv. Ich weiß nicht, was mein Vater denkt, aber ich könnte es verstehen, wenn er es schade finden würde, dass ich mit ihm nicht gut über dieses für ihn wichtige Thema sprechen kann. Das ist legitim, nachvollziehbar, und in Ordnung. Es dann aber trotzdem immer wieder auf den Tisch zu bringen macht es nicht besser - mir geht es nur immer schlechter und die Beziehung zwischen uns nimmt immer weiteren Schaden, ohne dass es etwas an dem Ausgangsproblem (dass ich nicht darüber reden möchte und das für ihn schade ist) ändert.

Was ich noch anmerken könnte, ganz unabhängig von irgendeinem Beitrag: Vielleicht liegt ein Teil des Problems auch in der Tatsache, dass ich aromantisch und asexuell bin. Ich lese ja hier viel im Forum mit und merke immer nur, dass es für mich total nicht nachvollziehbar ist, wie manche Leute in Beziehungen bleiben, wo sie niedergemacht werden, anstatt Schluss zu machen. Oder warum jemand fremdgeht, nur weil es in der Beziehung zu wenig Sex gibt, man aber den Partner sehr liebt. Dadurch, dass ich weder das Bedürfnis, mit jemandem Sex haben zu wollen kenne, noch jemals in jemanden verliebt war, fehlt mir da vielleicht einfach ein Stück etwas, um meinen Vater besser verstehen zu könne. Da aromantisch aber nicht heißt, dass man gar nicht liebt, sondern einfach nur keine romantische Liebe zu anderen Menschen empfindet, liebe ich natürlich meine Familie und insbesondere meine Mutter sehr - und daraus resultiert vielleicht meine, in den Augen von einigen extreme, Position.

HEaYnca


Ich würde eine Frau, die mein Vater anschleppt und die ich dumm finde, auch hochkant bei mir rauswerfen, egal ob er machen kann was er will oder nicht.

mnef das unterscheidet uns.

Ich würde niemanden rauswerfen, der von meinem Vater als Partnerin gesehen wird.

Das hat auch etwas mit Achtung und Respekt gegenüber dem Vater zu tun.

Von den Eltern erwartet man auch, dass sie solche Entscheidungen respektieren und einen Partner nicht ablehnen, den sie kaum kennen.

MrorRwe(nDa


@ Hanca

Die ist ja nicht durch die Frau entstanden, sondern dadurch, dass du dich entschieden hast, die Frau als schädlich anzusehen.

Ich kann mich nicht daran erinnern, mich dafür entschieden zu haben.

Da du nicht zu Hause wohnst, weißt du doch gar nicht, ob sie um das Haus schleicht.

Ich weiß nicht, wie oft ich jetzt schon erwähnt habe, dass ich das aus Erzählungen meiner Mutter weiß.

Mein Tipp ist es, deine Einstellung zu ändern.

Das kommt für mich nicht in Frage. Ich bin zufrieden mit meinem Wertekompass. Ich möchte meinen Umgang mit der Situation ändern, nicht meine Einstellung, die ich in Ordnung finde.

H0anxca


Das kommt für mich nicht in Frage. Ich bin zufrieden mit meinem Wertekompass.

Na dann.....

Diese Frau ist die erste Frau, die dein Vater "Freundin" nennt und nicht "Affäre".

Sie bedeutet ihm offenbar mehr als die vorigen Frauen.

Du nimmst seine Hilfe an, aber willst, dass er über diesen Teil seines Lebens ein dunkles Tuch hüllt, damit du ihn nicht siehst.

Damit bin ich auch raus.

Du bekommst sicher noch die Antworten, die du lesen möchtest.

Msorbwexna


@ Hanca

Du nimmst seine Hilfe an, aber willst, dass er über diesen Teil seines Lebens ein dunkles Tuch hüllt, damit du ihn nicht siehst.

So, wie ich es auch mit Dingen von mir mache, von denen er nichts hören will.

Damit bin ich auch raus.

Ich bedanke mich für deine Zeit und Mühe. Deine Beiträge sind trotz der unterschiedlichen Meinungen wertvoll für mich gewesen. @:)

m\neef


mnef** das unterscheidet uns.

Ich würde niemanden rauswerfen, der von meinem Vater als Partnerin gesehen wird.

Das hat auch etwas mit Achtung und Respekt gegenüber dem Vater zu tun.

Völlig unabhängig von der Person? Das hat dann eher was mit (wenig) Respekt vor sich selbst zu tun. Noch sucht sich seine Kontakte jeder selbst aus. Wen man einfach nicht riechen kann, mit dem kann man die äußere Form wahren und fertig. Jemand, der das nicht tut, der wird auch nicht nett reingebeten.

mPnef


Von den Eltern erwartet man auch, dass sie solche Entscheidungen respektieren und einen Partner nicht ablehnen, den sie kaum kennen.

Ja, bestenfalls. Aber vom Optimalfall kann man hier nicht mehr ausgehen. Es ist momentan erstmal so.

Würde es bei mir so kommen, dass meine Eltern meinen Partner nicht leiden können, er dann aber bei denen ums Haus schleichen oder auf der Arbeit meiner Geschwister aufkreuzen würde, dann würde ich allerdings die (sorry:) Arschkarte nicht meiner Familie zustecken, sondern mich fragen, was für einen aufdringlichen Freak ich da an meiner Seite habe.

RXaWlphx_HH


Ich betrachte die Frau als dazugehörig zu seinem Leben, aber ich möchte sie (momentan) nicht als Teil meines Lebens haben. Das ist ein Unterschied.

Du willst das unmögliche...

Die Frau ist Teil seines Lebens. Ein wichtiger Teil, den er nicht ausklammern kann und will. Nun willst Du zu ihm Kontakt, aber zu ihr nicht. Das ist nur in Teilen machbar. Du wirst ihn nicht später mal in irgendeiner Wohnung besuchen können, ohne dass sie da ist. Du wirst nicht von Deinem Vater verlangen können, dass er so tut, als gäbe es die Frau nicht. Du bist Herr über Deine eigenen vier Wände im Krankenhaus, wo Du ihren Besuch nicht dulden musst. Genauso wie Deine Mutter Herr über die vier Wände zu Hause ist und die Frau nicht ins Haus lassen muss. Aber ich nehme mal an, dass die Frau Dich eh nicht besuchen kommt, oder? Worin besteht denn ganz konkret diese Übergriffigkeit?

Um mal das Beispiel mit dem Auto aufzugreifen - DU bist in das Auto Deines Vaters gestiegen, sein Auto, seine Regeln. Es ist nicht so, dass Du Deinen Vater in Deinem Auto mitgenommen hättest und er ungefragt sine Freundin mitgenommen hätte.

H3axnca


Würde es bei mir so kommen, dass meine Eltern meinen Partner nicht leiden können, er dann aber bei denen ums Haus schleichen oder auf der Arbeit meiner Geschwister aufkreuzen würde, dann würde ich allerdings die (sorry:) Arschkarte nicht meiner Familie zustecken, sondern mich fragen, was für einen aufdringlichen Freak ich da an meiner Seite habe.

mnef die Schilderungen sind so überdramatisiert, dass ich darauf nicht viel gebe.

- Kennenlernen "durfte" ich die Dame, weil sie drei Euro Busgebühr sparen wollte und meinen Vater solange zugelabert hat, bis er zustimmte, sie und mich - die von nichts wusste - im gleichen Auto zu befördern.

Das ist eine absolut kindliche Schilderung.

Mehr schreibe ich dazu auch nicht.

Mir tut der Vater unendlich leid, der einfach zwischen allen Stühlen sitzt.

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