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Wie umgehen mit Arbeitskollegen?

K`aro_on hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen

Ich arbeite für ein 4-Jahres-Projekt in einem Team. Wir sind 2 Untergebene und 2 Vorgesetzte. Ich bin einer der Untergebenen und habe mit meinem Arbeitskollegen (der 2. Untergebene) ein Problem. Ich denke, er mag mich nicht leiden. Er schikaniert mich und stellt mich bloss, das ist zumindest mein Empfinden.

Beispielsweise versucht er ständig, mich an Sitzungen zu übertrumpfen. Er sagt dann Negatives über meine Arbeitsleistung oder stellt sich sehr stark in den Vordergrund. Oder wenn andere Leute anwesend sind (von anderen Abteilungen), macht er spitze Kommentare über mich. Dann schleimt er sich bei den Vorgesetzten ein, geht z.B. mit ihnen Mittagessen. Auch kopierte er richtiggehend mein Verhalten. Beispielsweise nahm ich eine Handcreme mit ins Büro, am nächsten Tag nahm er auch eine mit. Oder ich brauchte gewisse Ausdrücke, er übernahm sie dann. Oder ich kaufte neue Schuhe, und er kaufte buchstäblich die gleichen! Wir waren auch schon an Konferenzen. Ich habe dort mit Leuten gesprochen, die ich vorher schon kannte oder neu kennenlernte. Mein Arbeitskollege kam dann jeweils dazu (er kannte niemanden), hörte zu, mischte sich ein und zog das Gespräch irgendeinmal gewissermassen auf seine Person. Daneben hat er auch schon Ideen geklaut von mir und sie in seine Arbeit integriert. Oder er sagt wortwörtlich Dinge in einer Sitzung, die wir vorgängig zusammen besprochen haben. Es kommt dann so raus, als seien dies seine Gedanken. Er saugte mich in den letzten drei Jahren, die das Projekt bereits läuft, richtiggehend aus. Wenn wir dann jeweils zu zweit sind, macht er total auf "nett", tut kollegial und wie nichts wäre. Es ist so, dass er in unserer Gruppe wirklich der hellste Kopf ist. D.h. seine Arbeitsleistung ist besser als meine. Er kriegt für seine Arbeit bessere Rückmeldungen als ich für meine kriege. Mit dem kann ich leben. Ich habe aber grosse Mühe, dass er sich zusätzlich noch über mich zu stellen versucht. Wir haben nie darüber gesprochen. Ich dachte, da wir nur befristet zusammen arbeiten und uns dann später (hoffentlich) nie mehr sehen, ist eine Aussprache nicht notwendig. Zudem ist der Konkurrenzdruck bei unserer Arbeit sehr hoch und wird von den Vorgesetzten sogar geschürt, um uns zu höheren Leistungen anzutreiben (ich möchte nicht sagen, wo/was ich arbeite).

Ich habe deshalb begonnen, einen grossen Hass auf ihn zu entwickeln. Der Hass ist wirklich tief und anhaltend. Ich versuche, dem Arbeitskollegen so gut es geht aus dem Weg zu gehen. Ich habe sogar den Arbeitsplatz verlassen und mich an einem anderen Ort niedergelassen (Ich konnte das für meine Vorgesetzten anderweitig begründen. Für sie geht das i.O.). Am neuen Ort, an dem ich seit letztem Herbst bin, kann ich mich viel besser konzentrieren und ich komme weit besser voran, als dies der Fall war, wo ich noch mit meinem Arbeitskollegen im gleichen Büro war.

So weit, so gut, kann man sagen. Ich sehe ihn wirklich noch kaum, und das tut mir gut. Ich bin dann auch froh, wenn das Projekt vorbei ist, und wir wieder unseres Wegs gehen können. Dennoch ist es so, dass ich eine grosse Wut habe. Diese kommt teilweise in Wellenform ich werde richtiggehend zornig, wenn ich so an meiner Arbeit sitze. Ich weiss jetzt nicht, wie ich mit diesem Zorn/Hass umgehen soll. Ich möchte mich wirklich für seine Aktionen rächen. Denn einiges, was er tat, ging über das "normale" Konkurrenzverhalten hinaus. Zudem fühle ich mich von ihm vorgeführt und ausgenutzt. Meiner Empfindung nach konnte er mehr von mir profitieren als umgekehrt (vgl. Beispiel oben mit den Konferenzen). Auch ärgere ich mich, dass ich das nicht früher gecheckt habe, dass er eine hinterhältige Persönlichkeit ist. Viele Male habe ich ihm Tipps gegeben oder ihm sonst geholfen. Ich nachhinein könnte ich mich ohrfeigen, da ich das einfach nicht kenne, dass jemand so egoistisch und falsch ist. Die beiden Vorgesetzten scheint das wenig zu kümmern, von ihnen werde ich auch keine Unterstützung erhalten. Im Grunde ist es ihnen auch recht (wie ich es einschätze), denn sie können höhere Leistungen erwarten, wenn beide auf Hochtouren sind.

Jedenfalls ist jetzt die Frage, wie ich mit meinem Hass umgehen soll. Er blockiert mich teilweise richtiggehend. Ich mache Sport, um mich abzureagieren. Ich war auch schon bei der internen Arbeitsberatungsstelle. Dort hat man mir gesagt, dass ich den Arbeitsplatz wechseln (habe ich gemacht) und den Kontakt zum Arbeitskollegen auf ein Minimum einschränken soll (mache ich auch). Dennoch ist die Wut auf ihn da, auch wenn ich alleine arbeite. Mein grösster Wunsch ist es, ihn öffentlich blosszustellen oder ihn "auflaufen" zu lassen. Beispielsweise eine Präsentation von ihm sabotieren oder ähnlich. Ich möchte es ihm wirklich heimzahlen, auch wenn es wahrscheinlich nur noch wenige Gelegenheiten gibt. Das Projekt läuft Ende 2018 aus. Im Gegenzug sage ich mir wieder, Augen zu und durch. Denn es ist bald geschafft. Dennoch möchte ich das alles nicht auf mir sitzen lassen. Ich habe mir schon überlegt, ihm in seine Wasserflasche zu spucken, etwas in seinen Kaffee zu tun o.ä. Er hat es wirklich verdient!

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