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Bindungsunfähigkeit bzw. Unfähigkeit, sich einzulassen

RTeiDzen@dce


Ich war jetzt auf der Homepage von der Klinik, die sie mir empfohlen hat... es hat mir Angst gemacht. Aber andererseits...vielleicht ist es doch das richtige. Betreuung und jemand wäre für mich da. Ich muss intensiv darüber nachdenken.

Hinzu kommt leider, dass ich sehr sehr gern im Mittelpunkt stehe, und es nicht ertrage, wenn jemand anders das tut, und wenn ich dann Therapiegruppen habe, wo schwerere oder sonstige Fälle sind, ich bewältige meinen Alltag ja, auch beruflich, daraus ziehen viele fälschlicherweise den Schluss, dass es mir sehr gut geht, weil das Leid weniger offensichtlich ist als bei jemand, der erwerbsunfähig ist, und diese dann mehr Aufmerksamkeit bekommen, werde ich aggressiv und wütend. Ich bin da leider sehr egozentrisch und auch narzisstisch angehaucht, also das wird noch zum Problem in einer eventuellen stationären Behandlung. Ich gehe manchmal zu so einer Art Selbsthilfegruppe, und wenn jemand anders erzählt, obwohl ich die Gruppe im Gespräch durchaus dominiere, werde ich wütend. Ich kann das nicht ab. Wie ein kleines verzogenes Gör %-| es soll sich alles um mich drehen. Allein um mich. Das ist aber nicht BPS typisch, oder?

dhana]e8x7


Och ich würde sagen: doch kommt im Spektrum schon gehäuft vor, so narzisstische Tendenzen. Aber das auszuhalten ist ja Teil der Therapie. Man muss zum Lernen vorallem erfahren. Man muss erleben, dass man mal nicht im Vordergrund steht und das dabei nichts schlimmes passiert, dass man sich nicht auflöst, nicht vergessen wird, ja, dass man sogar davon profitieren kann anderen zu zuhören und sich auf deren Geschichten einzulassen. Das tut weh, richtig weh, aber anders lernt man so eingefahrene Muster nicht um. Ich weiß nicht wie oft ich halb explodiert und eskaliert bin oder mich verletzt und übergeben habe, weil ich dachte meine Haut schält sich um mich rum sonst ab.

Ich bin aber auch scheißungeduldig und habe den Vorschlaghammer genommen um mich und mein Selbstkonstrukt zusammenzuprügeln. Hatte zum Glück die richtige Klinik und da die richtige Einzeltherapeutin dafür. Die hat mich echt zerlegt und da war ordentlich Kontra und für selbtmitleidiges Gejammer hatte sie recht wenig Nerven. |-o |-o Und Spielchen konnte man mit der auch keine Spielen. Dafür war sie zulange dabei. :=o :=o

Ich war immer mal wieder vollstationär, in Kriesenintervention und einmal drei Monate vollstationär, da bin ich dann wegen meines Fehlverhaltens rausgeflogen. Angedacht war eigentlich ein Jahr. :=o

R2eize#nde


Man muss erleben, dass man mal nicht im Vordergrund steht und das dabei nichts schlimmes passiert, dass man sich nicht auflöst, nicht vergessen wird, ja, dass man sogar davon profitieren kann anderen zu zuhören und sich auf deren Geschichten einzulassen. Das tut weh, richtig weh, aber anders lernt man so eingefahrene Muster nicht um.

Ja, das tut sogar beim Lesen schon weh. Und spontan denke ich, was soll ich mit Geschichten von andren? Die interessieren mich kaum und alles um mich ist drängender als deren Gejammer. Vor allem, wenn sie weniger intelligent sind und es auf einem niedrigen Niveau brauchen...wenn sich die Therapie dann auf diesem bewegen würde, würde es mich arg ärgern, meine Zeit für sowas zu vergeuden.

Scheißungeduldig bin ich übrigens auch. Daher ist ja die Idee, sich zurückzunehmen und anderen zuzuhören so verstörend. Aber ich schätze, das ist dann der richtige Weg.

dzan`ae8x7


Erstens ist diese Sichtweise der Anderen als weniger intelligent ist ja bereits Teil des Problems. Es wäre durchaus möglich, dass die Anwesenden intelligenter sind als du, du das aber aufgrund deiner Störung gar nicht bemerken kannst, weil dich das in deiner Selbstdefinition so umwerfen würde. ;-)

Zweitens ist der Zugriff auf Emotionen und ein guter Umgang damit kaum an Intelligenz gekoppelt. Es gibt Behinderte die das besser können als ich das damals konnte. Die waren also in Punkto emotionaler Intelligenz weit weiter als ich und ich konnte (und kann) viel von ihnen lernen. Es ist also niemals Zeitverschwendung anderen Menschen zuzuhören und sie zu beobachten. Einfach weil die immer eine andere Perspektive haben und andere Strategien, einfach aufgrund ihrer einzigartigen Geschichte.

Und das kann man nur lernen, also im Sinne von begreifen und verinnerlichen, wenn man es wieder und wieder erlebt.

K)lettUerpflanzex80


Ja, aber ihm ist das nicht so wichtig laut eigener Aussage. Er weiß wohl auch so, dass ich ihn liebe.

Seine Bedürfnisse, nun, ganz ehrlich, die interessieren mich eher sekundär.

Dann stellt sich aber die Frage, ob du ihn wirklich liebst, wenn dir seine Bedürfnisse nicht ansatzweise so wichtig sind wie deine, das klingt dann viel eher danach, dass du ihn brauchst und ihn willst, aber lieben ist dann doch was anderes. Bzw. wenn du ihn liebst solltest du zumindest ein Interesse daran haben, dass seine Bedürfnisse dauerhaft nicht mehr sekundär für dich sind, sondern lernst seine Bedürfnisse zu berücksichtigen und nicht mehr nur dich zu sehen und ihn als deinen Bedürfnissbefriediger, sondern das es für dich auch wichtig ist das nicht nur du, sondern auch er so glücklich wie möglich ist. Sollte aber bei dir auch nicht der Wunsch bestehen, dass es anders wäre, also das du auch mehr seine Bedürfnisse sehen könntest und es dir egal ist, ob er unter dir leidet oder nicht bzw. wie es ihm geht, hauptsache du kriegst was du willst, dann wäre das sehr ungut.

Oder mal ganz platt gefragt, wenn es ihm schlecht geht, bedrückt dich das und wenn nur, weil er dann nicht so funktioniert wie sonst und es von dir ablenkt oder aus wirklicher Anteilnahme, weil du es aus prinzip schlecht findest, wenn es ihm nicht gut geht bzw. du mitleidest.

RFeixzendxe


Erstens ist diese Sichtweise der Anderen als weniger intelligent ist ja bereits Teil des Problems. Es wäre durchaus möglich, dass die Anwesenden intelligenter sind als du, du das aber aufgrund deiner Störung gar nicht bemerken kannst, weil dich das in deiner Selbstdefinition so umwerfen würde. ;-)

Ja, leider neige ich auch dazu, emotionale Intelligenz zu unterschätzen. Laut IQ Test beim Arzt in meiner Jugend bin ich nämlich durchaus sehr intelligent, also ist es schon so, dass ich insoweit schlauer bin als die meisten. Gaußkurve. Aber gut. Es nervt mich eben, wenn Leute auf nem primitiven Niveau ihre Probleme berichten, da es mich langweilt, siehe auch die SHG. Da geht's um was anderes, aber wenn da Teilnehmer sind, die mit ihrem tiefen Niveau alles aufhalten, weil man denen Tivialitäten erklären muss, werde ich sehr genervt und ungeduldig. Aber andererseits muss man mir ja auch vieles xmal erklären. Schwierig.

begreifen und verinnerlichen, wenn man es wieder und wieder erlebt.

Ja, leider auch das. Rational ist mir auch klar, dass mein Freund nicht verschwindet, wenn wir uns ne Weile nicht sehen. Aber emotional macht mir das grauenhafte Panik.

Dann stellt sich aber die Frage, ob du ihn wirklich liebst, wenn dir seine Bedürfnisse nicht ansatzweise so wichtig sind wie deine, das klingt dann viel eher danach, dass du ihn brauchst und ihn willst, aber lieben ist dann doch was anderes. Bzw. wenn du ihn liebst solltest du zumindest ein Interesse daran haben, dass seine Bedürfnisse dauerhaft nicht mehr sekundär für dich sind, sondern lernst seine Bedürfnisse zu berücksichtigen und nicht mehr nur dich zu sehen und ihn als deinen Bedürfnissbefriediger, sondern das es für dich auch wichtig ist das nicht nur du, sondern auch er so glücklich wie möglich ist. Sollte aber bei dir auch nicht der Wunsch bestehen, dass es anders wäre, also das du auch mehr seine Bedürfnisse sehen könntest und es dir egal ist, ob er unter dir leidet oder nicht bzw. wie es ihm geht, hauptsache du kriegst was du willst, dann wäre das sehr ungut.

Oder mal ganz platt gefragt, wenn es ihm schlecht geht, bedrückt dich das und wenn nur, weil er dann nicht so funktioniert wie sonst und es von dir ablenkt oder aus wirklicher Anteilnahme, weil du es aus prinzip schlecht findest, wenn es ihm nicht gut geht bzw. du mitleidest.

Sehr gute Frage... leider ist es oft so, dass ich genervt bin, wenn es ihm schlecht geht, da er dann mir als Trost nicht zur Verfügung steht, ich empfänglich bin für seine Laune und es mich auch runterzieht, und es mir Angst macht iBa die Beziehung. Natürlich soll es ihm gut gehen...aber aus welcher meiner Motivation heraus ist in der Tat die Frage. 😶

Leider sehe ich eigentlich nur meine Bedürfnisse. Ich weiß nicht, ob das daran liegt, dass es mir so schlecht geht und ich dann keine Kapazität habe für was anderes. Oder ob ich einfach wahnsinnig egozentrisch bin.

Danae, du hast doch Kinder? Wie ist das mit deren Bedürfnissen? Oder denen deines Partners? Sind die für dich wirklich gleichwertig zu deinen?

RAeizKendxe


In der Tat interessieren mich die Bedürfnisse von anderen so gut wie gar nicht. Solange sie weiterhin meine befriedigen, ist es mir relativ egal. Leiden sollen sie nicht unter mir, da das das Risiko erhöht, dass sie mich verlassen.

LqichtASmH'orizonxt


Aber ausreizen, zu wieviel Leid der andere bereit ist für Dich, tust Du dann doch, so mein Eindruck, oder?

RYe|izenxde


Ja, das schrieb ich doch schon. An dem Maßstab des Leides entnehme ich die Stärke der Gefühle. Insbesondere wenn er sie nicht von sich aus verbalisiert muss ich es so machen, um zu wissen, dass ich ihm wichtig bin. Ich kann ihn ja schlecht dauernd fragen, ob er mich (noch) liebt. Das ist erbärmlich.

Liebe spürt man durch Schmerz. Daher drohe ich ihm auch mit Trennung, oft unbewusst, und er hat ständig Angst deswegen. Dass das falsch und schädlich ist habe ich aber inzwischen begriffen. Ich weiß nur nicht, wie ich das jetzt noch kitten soll, dass er mir insoweit vertraut und weiß dass ich ihn nicht einfach verlasse.

Ein Freund sagte mir, ich müsse ihm das versprechen. Aber ich kann das doch nicht versprechen, da ich es nicht weiß!

V<erhureter


An dem Maßstab des Leides entnehme ich die Stärke der Gefühle. Insbesondere wenn er sie nicht von sich aus verbalisiert muss ich es so machen, um zu wissen, dass ich ihm wichtig bin.

Sag ihm das mal bitte.

R9eVizenxde


Nö.

E~voMluzzxer


Hast du ihm eigentlich schon von deiner BPS erzählt?

R`eizsendxe


Ja. Gestern direkt. Er hat etwas trairig reagiert, aber ansonsten hat sich nichts geändert. Zumal er ja auch so mitbekommen hat, wie kompliziert es mit mir ist.

KPletteyrpflxanze80


Sehr gute Frage... leider ist es oft so, dass ich genervt bin, wenn es ihm schlecht geht, da er dann mir als Trost nicht zur Verfügung steht, ich empfänglich bin für seine Laune und es mich auch runterzieht, und es mir Angst macht iBa die Beziehung. Natürlich soll es ihm gut gehen...aber aus welcher meiner Motivation heraus ist in der Tat die Frage. 😶

Leider sehe ich eigentlich nur meine Bedürfnisse. Ich weiß nicht, ob das daran liegt, dass es mir so schlecht geht und ich dann keine Kapazität habe für was anderes. Oder ob ich einfach wahnsinnig egozentrisch bin.

Nun das hängt miteinander zusammen, bzw. das eine verstärkt das andere, aber die Egozentrik und der Egoismus verschwinden dann nicht einfach bzw. wären ohne wenig energie nicht einfach nicht da. Von daher solltest du das gerade nicht auf deine doofe Situation schieben, das wäre dann wieder genau das, die Situation ist schuld, ich selber bin perfekt und muss nichts ändern und es soll sich alles um mich drehen. Du wirst dir eingestehen müssen, dass du so egozentrisch bist und halt ken netter, symphatischer Mensch. Die nächste Frage ist dann wie gehst du damit um. Also ob du das so gut findest, ob du dich so magst und ob du es als hilfreich ansiehst, glückliche Beziehungen oder ein glückliches Leben zu führen. Wenn sich nämlich alles nur um dich dreht und es nur dich gibt, ist das ein sehr einsames Leben. Dein Problem wird sein, auch erstmal mit dir selber alleine klar zu kommen, also um zu merken was man will und wen man wirklich mag, muss man eventuell erstmal alleine sein. Was dir nicht gefallen wird. Jetzt ist da beispielsweise immer ein Mann, den du dann aber anscheinend nie wirklich magst, aber dir auch nicht die Zeit und den Raum nimmst um zu merken, ob es da nicht doch Menschen gibt die du wirklich magst.

Ja, das schrieb ich doch schon. An dem Maßstab des Leides entnehme ich die Stärke der Gefühle. Insbesondere wenn er sie nicht von sich aus verbalisiert muss ich es so machen, um zu wissen, dass ich ihm wichtig bin. Ich kann ihn ja schlecht dauernd fragen, ob er mich (noch) liebt. Das ist erbärmlich.

Schwäche zuzugeben und sie zu thematisieren erfordert Stärke, da man sich angreifbar und verletzlich macht. Die eigene Schwäche und Bedürftigkeit aber weder zugeben zu können noch ertragen und aushalten zu können, sondern an dem anderen auszulassen und das eigene Problem zum Problem des anderen zu machen und ihn aufgrund der eigenen doppelten Schwäche (es nicht ansprechen zu können einerseits und andererseits es nicht auszuhalten und es ihm aufzuladen) leiden zu lassen ist erbärmlich. Vor allem auch weil man sich selber in die Tasche lügt, in dem man so tut als wäre man nicht schwach in dem man den anderen verletzt, was aber wahres Schwäche zeigen ist, auch wenn der andere es nicht merkt.

R5eizesnxde


Du wirst dir eingestehen müssen, dass du so egozentrisch bist und halt ken netter, symphatischer Mensch.

Nur weil ich egozentrisch bin heißt das nicht dass ich unsympathisch oder nicht nett wäre.

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