» »

Bindungsunfähigkeit bzw. Unfähigkeit, sich einzulassen

r}r201x7


Meine Eltern bilden ja auch so ein System. und in der Tat ist mein Vater leer. Er ist nicht mehr da. Er ist nicht mehr in der Lage, eine Mail mit "ich" zu schreiben. Dinge wie "mir geht es so und so, ich denke das und das". Er benutzt immer "wir" (also er+meine Mutter). in der Symbiose aufgelöst und verschwunden. Es ist absolut bitter.

d>anRae8x7


Aber das kann ja durchaus seinem Bedürfnis entsprechen. Ich finde es immer schwierig solche Zustände von aussen zu beurteilen, weil man meist bei einem Part gar nicht sehen kann, was der oder die davon hat. Man kennt ja die Alternative nicht und es gibt Leute für die ist sie-selbst-sein, eigenverantwortliche Entscheidungen treffen und so, ein solcher Horror, dass sie dankbar sind, wenn jemand da alles übernimmt.

Ich möchte am Ende keine der beiden Rollen haben (und ich hab beide mal ausprobiert, ich bin da ja gründlich. %-| ). Die eine Rolle nimmt einem das ich, die andere Rolle halst einem die Verantwortung für zwei Leben aus und nimmt einem jede Chance sich selbst mal anzulehnen und fallen zu lassen. Aber es gibt Leute die damit gut fahren. Meine Schwiegereltern beispielsweise sind so sehr glücklich. ":/

Kaletterpf[lanzCe8x0


Da hast du allerdings recht.

Ganz vergessen auf deinen Kommentar von Seite 11 zu reagieren: Also was machst du mit dieser Feststellung? Also mir recht zu geben ist natürlich immer schön, aber die Frage ist halt was man mit Erkenntnissen macht.

Hm. Aber ich hab überhaupt keine Lust, meine Bedürfnisse hinten an zu stellen. Warst du schon immer so vernünftig in Bezug auf Erziehung oder kam das erst mit allgemeiner Entwicklung und Stabilität?

Klar wer hat das schon, die Frage ist aber nicht ob du Lust hast, sondern ob du es einsiehst bzw. können willst. Also erstmal generell, ob du ein Mensch sein möchtest der nicht nur sich sieht und ganz konkret auf deinen Freund, ob du auch willst, dass seine Bedürfnisse nicht immer hinten anstehen, auch wenn es dir nichts bringt.

Das kann man sich aber auch ganz einfach egozentrisch erklären, wenn es einem das leichter macht. Wenn die zufrieden sind, in ihrem Leben, dann kann ich meine Bedürfnisse ohne großes Drama befriedigen, darunter das Bedürfnis danach nicht in einem haushalt zu leben in dem rumgebrüllt wird. ;-)

Diesen Ansatz halte ich übrigens für schwierig bzw. möglicherweise kontraproduktiv. Es hilft damit das System weiter funktioniert, aber er ist mehr eine Krücke und sorgt dann dafür, dass das Grundproblem nicht angegangen wird. Also dann bleibt man schnell bei ich will nur das dene Bedürfnisse erfüllt werden, damit du meine Bedürfnisse erfüllen kannst und wird nicht zu einem ich möchte wirklich auch ganz uneigennützig, dass es dir gut geht, weil du mir wichtig bist. Es ist dann auch herrlich einfach, weil es viel schwerer ist, wirklich daran zu arbeiten die Bedürfnisse andere zu sehen und sie nicht nur als Vorraussetzung der eigenen bedürfnisse zu sehen. Ich halte das aber für die Grundbedingung von Liebe, dass man überhaupt in der Lage ist, den anderen nicht nur als Verlängerung von sich selber bzw. Bedürfnissbefriediger zu sehen. Das andere ist dann eher brauchen und nicht lieben.

d3anaHe87


Das seh ich anders, Kletterpflanze. Könnte allerdings daran liegen, dass ich echten Altruismus, also selbstlose Taten von denen man wirklich rein gar nichts hat, für eine absolute Ausnahmeerscheinung halte. Ansonsten tut man Dinge weil sie irgendwie eine positive Rückkopplung auf einen haben und seien es nur, dass die Spiegelneuronen dafür sorgen, dass man sich freut weil man Freude im Gesicht des Gegenübers erkennt. Und ich find das gar nicht schlimm. :-)

ich möchte wirklich auch ganz uneigennützig, dass es dir gut geht, weil du mir wichtig bist

Damit ist es aber schon nicht mehr uneigennützig. Ich finde es nicht schön wenn mein Mann unglücklich ist, selbst wenn er sich gerade im Meer des Selbstmitleides gefällt. Das zieht die Stimmung runter und mein Hirn sorgt dafür, dass ich dann ebenfalls leide, weil Empathie und so. Das kann ich für eine gewisse Zeit aussitzen und aushalten, mich abgrenzen, aber dann fordere ich ihn durchaus auf seinen Hintern hochzubekommen und wahlweise die Umstände oder seine Einstellung zu ändern, damit das Leben für alle wieder erträglicher wird.

Und ansonsten sind Krücken auch in der Psychotherapie erlaubt. Nicht nur Leute mit Beinverletzungen können das Laufen manchmal nur mit Hilfsmitteln wieder lernen. ;-)

E2voleuzxzer


@ danae87

Dieses defizitäre Urvertrauen als Erwachsener nachträglich für sich selbst herzustellen ist womöglich eine übermenschliche Leistung.

Ach wat. Das geht schon. Ist kein Spaziergang, aber geht. ;-)

Das klingt zumindest optimistisch. Hast du dafür vielleicht ein paar griffige Handreichungen oder Goldene Regeln?

d/ankae/87


Ich hab nur meine persönliche Erfahrung. Meiner begrenzten Erfahrung nach ist das Hauptproblem nicht, dass man nicht vollständig vertrauen kann. Das tut eigentlich niemand jenseits der Pubertät mehr. Man geht damit ja auch zuverlässig auf die Klappe weil Liebe eben nicht garantiert ist und wackelt und soweiter. Wenn man sich total verlässt, innerhalb einer Beziehung, kann das ja sogar deren Tod sein, Stichwort: den anderen für selbstverständlich halten.

Das Problem scheint mir eher zu sein, dass man in der Kindheit keine Gelegenheit bekommen hat dies Urvertrauen in sich selbst aufzubauen. Das Vertrauen darauf das man Probleme lösen kann, auch die großen und die Liebe zu sich selbst, weil man halt, mag man auch so seine Schwächen haben, ganz in Ordnung ist.

Aber das kann man ja auch durch andere Erfahrungen erreichen. Also, man kann sich selbst als lösungsorientiert und stark wahrnehmen, in dem man seine großen Probleme angeht, statt sie zu verdrängen und die Lösung nach aussen zu verlagern und jemand anderem aufzubürden. Also wenn Reizende das Gefühl hat er muss jetzt sofort und ganz dringend "ich liebe dich" sagen, damit das schwarze Loch sie nicht verschluckt gucken was sie sich selbst geben kann, damit es nicht übermächtig wird.

Muss man natürlich rumprobieren und vielleicht auch rumfragen, was andere denn so machen. Ich denke die meisten Leute haben Strategien dafür sich selbst zu trösten, beispielsweise. Einige gucken Actionfilme, andere machen Fotos draussen in der Natur, die nächsten nehmen ein Bad und lesen ein Buch. Muss man testen. Das wichtige ist halt, es unabhängig von anderen tun zu können.

Wenn man erstmal ein paar mal tief was in die Eier bekommen hat und erlebt hat wie man wieder aufsteht, wie man sich selbst neu aufbaut, dann füllt da ganz viel vertrauen in einen selbst das Loch. Aber das lässt sich nicht herbeisabbeln, dass muss man tun und die entsprechenden Strukturen im gehirn wieder und wieder angehen und festigen. Und manchmal hängt man im alten Muster so drinne, dass beispielsweise antidepressiva eine gute Alternative sein können um einen in den Stand zu versetzen, diese Wege zu gehen und Kräfte zu mobilisieren.

Eevolu`zzexr


@ danae87

Vielen Dank für deine Ausführung und deine vielen Beiträge ich immer mit Interesse lese.. Wenn ich dich richtig verstehe, dann ist es das Beste, sich zuerst selbst Boden unten den Füßen zu schaffen. Heißt, nicht so sehr den Partner in der Interaktion als Zugpferd zu benutzen, sondern selber machen, mit Betonung auf selber und machen. Richtig? Ich denke, so kann man es empfehlen.

d$anaXe8h7


Genau. Das hast du gut kurz zusammengefasst. :-D :-D Ich bin manchmal furchtbar langatmig. ;-D ;-D Wichtig ist sich selbst erstmal die eigenen Bedürfnisse zu erfüllen. Solange man das Gefühl hat selbst um das Überleben zu kämpfen ist man selten großzgig oder hat einen Blick für das Gegenüber.

Ist halt ein wenig so als gäbe es genau eine Nahrungsquelle und wenn die weg ist, dann muss man sterben. Das bindet stark an die Person und macht natürlich Angst, sobald die weg ist. Man ist auf ständige versicherung angewiesen, wie ein Baby. Aber wenn man erwachsen ist und zugleich ein Bewusstsein für die endlichkeit von allem hat, ist das doof und macht Beziehung schwer.

Kann man sich selbst ernähren kann sich so eine Beziehung wesentlich anders gestalten.

Und danke für dein Kompliment. @:)

L'icht(AmHor!izoxnt


Das seh ich anders, Kletterpflanze. Könnte allerdings daran liegen, dass ich echten Altruismus, also selbstlose Taten von denen man wirklich rein gar nichts hat, für eine absolute Ausnahmeerscheinung halte. Ansonsten tut man Dinge weil sie irgendwie eine positive Rückkopplung auf einen haben und seien es nur, dass die Spiegelneuronen dafür sorgen, dass man sich freut weil man Freude im Gesicht des Gegenübers erkennt.

(danae)

:)z

TAapxs


Er ist nicht mehr da. Er ist nicht mehr in der Lage, eine Mail mit "ich" zu schreiben. Dinge wie "mir geht es so und so, ich denke das und das". Er benutzt immer "wir" (also er+meine Mutter). in der Symbiose aufgelöst und verschwunden. Es ist absolut bitter.

Also ohne jetzt die genauen Hintergründe zu kennen, ich würde das "wir" nicht unbedingt überbewerten.

Bei der Erziehung unserer Kinder sind wir (ganz einfach, um keine gegenteiligen Signale zu senden und uns nicht gegeneinander ausspielen zu lassen – Kinder sind da sehr einfallsreich) als Einheit aufgetreten. Das legt man nicht von heute auf morgen ab, obwohl natürlich jeder seine eigenen Bedürfnisse ausspricht.

Und manchmal übernimmt ein Part einfach die Kommunikation für beide nach außen. Oft hat man sich ja vorher abgesprochen. Manche Informationen wären sonst auch doppelt gemoppelt. Oder man könnte (nicht ernst gemeint) schlussfolgern, wir reden nicht mehr miteinander.

rLr201x7


Doch, das ist schon krass in dem Fall. Er ist immer nur Anwalt meiner Mutter (die ihn beleidigt und demütigt). Er hat anscheinend keine eigenen Gedanken und Gefühle mehr. Unterwerfung und Selbstaufgabe.

TPaxps


Puh, dann ist das wirklich fies und eine ganz andere Situation, als bei uns.

Rreizenxde


Ich koche vor Wut. Seit ca. drei Stunden. Er hätte heut frei gehabt mit mir zusammen, aber dann hat ein Kollege angerufen dessen Mutter im Krankenhaus liegt und der es wohl schlechter geht. Daher hat mein allerliebster Knecht von Freund seinen freien Tag abgegeben damit der Kollege Muttern die Hand beim Sterben halten kann %-| >:( statt dass wir einen freien Tag verbringen. Also ich geh davon aus, dass sie nicht stirbt. Ist auch egal. Ich bin jedenfalls unfassbar wütend und hasserfüllt und zittere vor Zorn. Seitdem ist auch Funkstille. Hab ihm ne ordentliche Szene gemacht. Weil ich ihm offenbar völlig egal bin. Überlege jetzt fremdzugehen. Er verdient es, wenn er mich nicht schätzt und ich ihm egal bin.

Ich überlege, aus Prinzip zu schneiden damit er sich schuldig fühlt, was er mir antut. Verdammter Wichser.

rar20x17


meinst Du das jetzt ernst oder ironisch?

Rle-izendxe


Ernst natürlich.

Er hat sich nicht mal entschuldigt dass er unseren Tag geopfert hat für so n Scheiß!

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beziehungen oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Psychologie · Erziehung · Sexualität · Homo, Hetero, Bi


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH