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Bindungsunfähigkeit bzw. Unfähigkeit, sich einzulassen

pqelKzt=ier86


Anders ausgedrückt: auch unter den Borderline-Betroffenen gibt es Menschen mit inhärentem, nicht der Störung geschuldetem "Arschloch-Charakter", die ihre Störung z.T. noch zum eigenen Vorteil zu nutzen wissen, und nicht jedes Arschloch-Verhalten hat ihren Ursprung zwingenderweise in der Störung.

Es gibt auch durchaus grundsätzlich empathische, das Gegenüber und seine Bedürfnisse wahrnehmende/respektierende sowie nicht manipulative Menschen mit Borderline, die sich, wenn überhaupt, nur situationsbedingt und transient gänzlich entgegen dieser positiven Charaktereigenschaften verhalten, und die alles versuchen, mit ihrer Störung gut umzugehen..

pMelzxtiexr86


Und ich dachte bei dem erwähnten Beitrag auch an das, was mir besagte zwei Betroffene erzählten:

Nämlich dass viele Borderliner, die anders sind, mit genau diesen Vorurteilen und Clichés, mit denen hier meinem Empfinden nach kokettiert wird, zu kämpfen haben, weil die entsprechenden Charaktereigenschaften und v.a. Verhaltensweisen fälschlicherweise der Störung als zwingenderweise inhärent gesehen werden.

d%ana'e87


pelztier

Reizende hat erst in den letzten Monaten realisiert, dass etwas nicht stimmt, mit ihrem Verhalten. Was du da beschreibst erfordert lange und harte Arbeit und natürlich gibt es Borderline in unterschiedlichen Ausprägungen. Geduld. Sowas ist ein Prozess und die wenigsten erschrecken und die die es tun, tun das selten auf die nette Weise sondern instrumentalisieren das "mea maxima culpa" auf ihre Weise auch nicht weniger als andere die Schnitte. Wer es schafft den Rest der Welt nicht mit reinzuziehen ist schon ein ganzes Stück weiter auf dem Wege mit sich selbst umgehen zu lernen.

Das was sie da geschrieben hat hätte vor 10 Jahren ich sein können und ich komm doch heute nicht mehr so rüber oder? ;-)

p'elztaierx86


Ich glaube aber nach meinen Erfahrungen nicht, dass dieses von Reizende hier im Faden gezeigte Verhalten mit besonders schwerer Ausprägung der Borderline-Störung zu tun hat, sondern eher noch mit Narzissmus oder einfach mit nicht der Borderline-Störung zuschreibender Charaktereigenschaft.

Es gibt umgekehrt durchaus Menschen mit schwer ausgeprägter Borderline-Störung und starkem Leidensdruck, die auch noch untherapiert und in der Anfangsphase ihrer persönlichen Auseinandersetzung mit sich selbst nicht (komplett) egozentrisch, provokativ, und ins Selbstmitleid in einem grotesken Ausmaß verfallen, und einen im Grunde eigentlich liebenswerten Menschen abgeben.

p4elztqier8x6


Das was sie da geschrieben hat hätte vor 10 Jahren ich sein können und ich komm doch heute nicht mehr so rüber oder?

Wie du vor 10 Jahren warst, kann ich natürlich nicht beurteilen, auch nicht, ob deine Selbsteinschätzung in der Hinsicht stimmt.

Ich kann dir nur sagen, dass du heute ganz und gar nicht so wirkst, als ob du jemals so wie Reizende dich hättest verhalten können, und dass ich deine Beiträge meistens (sehr) schätze.

r#r'201M7


Ich vermute, dass danae nicht so narzisstisch drauf war sondern eher die metallene Klinge gegen sich geführt hat.. also schon eine etwas andere Ausprägung. Aber von der Intensität her sicher vergleichbar.

Ob die TE bereit ist, diese etwas verrückt-glanzvoll-narzisstische Sache komplett los zu lassen und wirklich konstruktiv an sich arbeiten will, wird sich zeigen. Ich hab allerdings schon diesen Eindruck. Ich denke schon, der Leidensdruck ist ausreichend groß.

rBr20x17


(also, meine damit, aggressionen eher nach innen als nach aussen gerichtet)

d*anaNe87


Eure Einschätzung ehrt mich, aber ich muss gestehen: der Aufstand hätte ganz ähnlich von mir stammen können. Ich hätte allerdings mehr die emotionale Erpressernummer durchgezogen als Fremdgehen, aber ansonsten, selbes Theater.

Natürlich sind Borderliner Individuen, wenig überraschend bei Menschen, aber nur weil andere Borderliner irgendwo sypathischer scheinen finde ich nicht, dass man der Reizenden hier so massive grundlegende Charakterfehler unterstellen muss. ich verstehe auch die Botschaft dahinter nicht. Soll das bedeuten sie sei halt einfach ein Ekel und wird auch immer eines bleiben, Therapie hin oder her?

Ich kenen Leute mit verschiedenen Störungen und alle sind auf ihre Weise egozentrisch und instrumentalisieren ihre Umwelt, die einen verpacken es besser und in Altruismus als die anderen, aber das ist einfach nur ein anderes System zum Einspannen und an-die-Leine-nehmen. Das Gegenüber als Mensch sehen die wenigsten Menschen ab einem gewissen Grad psychischer Probleme.

pmeluztuie|r8x6


ss. ich verstehe auch die Botschaft dahinter nicht. Soll das bedeuten sie sei halt einfach ein Ekel und wird auch immer eines bleiben, Therapie hin oder her?

Nein. An negativen Charaktereigenschaften und vor allem an damit einhergehenden Verhaltensweisen kann man, gerade wenn sie nicht primär durch eine Störung bedingt sind, bis zu einem gewissen Grad arbeiten. Wenn der Betroffene alles auf die Störung schiebt, kann das kontraproduktiv sein.

d.anVae8x7


Na, aber was da nun was ist, dass aufzudröseln erfordert jahrelange Arbeit in der Therapie. Ich glaub da können wir hier wenig zu schreiben. :-)

r<r2T0x17


Ich finde eine gewisse Nachsicht und Weichheit auch sinnvoll bei jemandem, der ja lediglich in dem Faden von willgesundsein vor ein paar Monaten einen kleinen harmlosen Beitrag gepostet hat, und all das hier ist dann daraus geworden, inkl Therapeutenbesuch und nun wohl ernsthaften Therapieambitionen.. dank liebevoller Bemühung der med1 community :D.

Hier im Forum hat man ja auch des öfteren mutmaßliche borderliner die nicht so laut-plakativ-aggressiv sind, sondern viel mehr alles still und leise tun, dabei viel manipulativer zu Werke gehen.. da empfinde ich bedeutend schlechtere Vibes als hier. Zumal da auch null Krankheitseinsicht zu verspüren ist.

man wird einfach sehen (hoffentlich), wie es weitergeht.

LRichtAmEHori|zont


@ Reizende

Was Du da erlebst ist ja so eine Art Existenzangst, wo Du im Kämpfen- oder Sterben-Modus bist. Jemand entzieht Dir Zuwendung und das fühlt sich für Dich gleichbedeutend an mit im Stich gelassen werden von jemandem, an dem Deine Existenz hängt. Die Angst wird in Wut umgewandelt und schon geht es rund. Und eigentlich projizierst Du in Deinen Freund nur schmerzhafte Kindheitserfahrungen, er soll Dir die zuverlässige Bezugsperson ersetzen, die Du als Kind anscheinend nicht hattest.

Aber evtl. erzähle ich Dir da jetzt gar nichts Neues.

@ rr2017

"Dienen" ist immer besser. Nutze lieber den anderen bei ihren Bedürfnissen und stelle die eigenen hinten an. So entsteht Größe.

Dienen ist nicht immer besser! Es sei denn man strebt in dieser Beziehung eine Rollenumkehr an... Wer sich auf die Fahnen schreibt lieber anderen zu dienen, kommt auf Dauer unter die Räder.

rLr20x17


Dienen im Sinne von "Unterwerfung" natürlich nicht. Gemeint ist aber das Konzept "ich habe so eine innere Größe und Stärke, dass ich es nicht nötig habe, meine Bedürfnisse nach vorne zu stellen, sondern mich den Bedürfnissen der anderen widmen kann". Je mehr man sich an vermeintliche Bedürfnisse wie hier geäussert (Bestätigung, Zuwendung..) klammert, umso kleiner wird besagte innere Größe. Umgekehrt kann sie wachsen, wenn man damit anfängt, mal nicht so sehr nur um sich zu kreisen.

Das Konzept der Ich-Distanz im Zen.

Wenn man sich mal überlegt, was wahre, tatsächliche Bedürfnisse sind, bleibt eigentlich auch gar nicht so viel über, finde ich.

R/eiNzendxe


rr2017

Hier im Forum hat man ja auch des öfteren mutmaßliche borderliner die nicht so laut-plakativ-aggressiv sind, sondern viel mehr alles still und leise tun, dabei viel manipulativer zu Werke gehen.. da empfinde ich bedeutend schlechtere Vibes als hier. Zumal da auch null Krankheitseinsicht zu verspüren ist.

Stimmt, ich bin da relativ offen aggressiv. Ich kann pasisvaggressive Leute auch nicht leiden. Manipulieren tu ich nur selten bewusst. Meist wohl unterbewusst.

Licht

Was Du da erlebst ist ja so eine Art Existenzangst, wo Du im Kämpfen- oder Sterben-Modus bist. Jemand entzieht Dir Zuwendung und das fühlt sich für Dich gleichbedeutend an mit im Stich gelassen werden von jemandem, an dem Deine Existenz hängt. Die Angst wird in Wut umgewandelt und schon geht es rund. Und eigentlich projizierst Du in Deinen Freund nur schmerzhafte Kindheitserfahrungen, er soll Dir die zuverlässige Bezugsperson ersetzen, die Du als Kind anscheinend nicht hattest.

Ja, so ist es.

danae

Das Gegenüber als Mensch sehen die wenigsten Menschen ab einem gewissen Grad psychischer Probleme.

Deckt sich mit meinen Erfahrungen mit "schwierigen" Menschen. Und ich dachte mir schon, dass ich dich an dich früher erinnere, sagtest du sowas nicht auch? Du scheinst mich extrem gut zu verstehen. Merke ich daran, dass du Lösungen schreibst, die exakt passen und die ich als hilfreich erachte. Allein daher will ich gern andere Betroffene finden. Andererseits hab ich Angst, dass sie mich runterziehen. Ich z.B. wieder Lust auf neue Männer bekomme oder schlimmeres. Weil mich deren Erzählungen anfixen.

Pelztier

Ich glaube aber nach meinen Erfahrungen nicht, dass dieses von Reizende hier im Faden gezeigte Verhalten mit besonders schwerer Ausprägung der Borderline-Störung zu tun hat, sondern eher noch mit Narzissmus oder einfach mit nicht der Borderline-Störung zuschreibender Charaktereigenschaft.

Es gibt umgekehrt durchaus Menschen mit schwer ausgeprägter Borderline-Störung und starkem Leidensdruck, die auch noch untherapiert und in der Anfangsphase ihrer persönlichen Auseinandersetzung mit sich selbst nicht (komplett) egozentrisch, provokativ, und ins Selbstmitleid in einem grotesken Ausmaß verfallen, und einen im Grunde eigentlich liebenswerten Menschen abgeben.

Äh ja. Wie Danae schon schrieb, was soll mir das sagen? Dass ich von Natur aus scheiße bin? Das denke ich durchaus nicht. Ich finde mich auch liebenswert. Aber sehr anstrengend. ;-D

Leider werden sie und die Schwere ihres Leidens gerade deshalb öfters übersehen.

Vielleicht leiden sie auch nicht so stark wie ich. Wer weiß das schon? Und ich bin von Natur aus wohl temperamentvoll. Verstehe jetzt auch nicht ganz, was du von mir willst.

Er hat den Brief sehr gerührt rezipiert und sagte, er will auch eine Zukunft mit mir. :-) interessanterweise hatte ich ihm ja vorher geschrieben,dass er den Brief bekommt und als wir zuhause waren hat er fast geweint weil er solche Ängste hatte dass das ein Trennungsbrief sei. Weil er keine anderen Briefe kennt. Jedenfalls bin ich ihm offenbar wichtig. Das freut mich.

pVelJzti[er8x6


@ reizende

ss. ich verstehe auch die Botschaft dahinter nicht. Soll das bedeuten sie sei halt einfach ein Ekel und wird auch immer eines bleiben, Therapie hin oder her?

Nein. An negativen Charaktereigenschaften und vor allem an damit einhergehenden Verhaltensweisen kann man, gerade wenn sie nicht primär durch eine Störung bedingt sind, bis zu einem gewissen Grad arbeiten. Wenn der Betroffene alles auf die Störung schiebt, kann das kontraproduktiv sein.

Vielleicht leiden sie auch nicht so stark wie ich.

Wenn du meinst...

Manipulieren tu ich nur selten bewusst. Meist wohl unterbewusst.

Wenn du meinst...

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