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Bindungsunfähigkeit bzw. Unfähigkeit, sich einzulassen

a+sdfg1h123


Ich bin ja mit meinem Partner zusammen, weil er er ist, mitsamt seinen Wünschen, Bedürfnissen, Träumen, die letztendlich seinen Charakter ausmachen und wegen dem ich mich verliebt habe.

Sehe ich anders. Es ist doch eher das Handeln, das jemanden ausmacht. Wünschen kann man sich ja viel, aber bringen tut es nichts, wenn man nicht auch danach handelt oder gar konträr dazu, z.B. wenn man sich Unabhängigkeit wünscht, aber sich in großem Maße abhängig verhält.

Und wie du eigentlich selbst festgestellt hast, macht das nach Bedürfnissen handeln nur Sinn, wenn man die 'richtigen' Bedürfnisse hat. Deshalb ist eine übergeordnete Instanz notwendig, der Verstand, der darüber entscheidet, ob man Handeln im Einklang mit meinen Werten und nachgeordnet mit meinen Bedürfnissen und Emotionen steht.

SxhMojxo


Japp. Genau so destruktiv. In einer gesunden Beziehung geht es im Wesentlichen darum, dass zwei Menschen miteinander mehr vom Leben haben als ohne einander. Alles andere ist ... also, kann man so machen, ich wüsste aber nicht, wozu das gut sein soll.

S0hojxo


(Ging an Licht.)

r<r2x017


Shojo, sei nicht beleidigend nur weil jemand anderer Meinung ist als Du!

@ mittelgrobröhrig

Wenn du deine eigenen Bedürfnisse nicht kennst bzw. nicht äußerst, schiebst du alle Verantwortung für dein Glück, deine Zufriedenheit deinem Partner zu.

Genau das soll man damit ja aufgeben. "Da ich nicht abhängig bin von meinem Partner, kann er tun und lassen was er will und sein Leben so gestalten wie es ihm gut tut und ich will ihm dabei helfen. Wenn es ihm gut geht, freut mich das".

"Größe" bedeutet ja auch tatsächlich "groß sein" und damit ein Verlassen der ständigen Bedürftigkeit.

Wenn ich auf meine Bedürfnisse fixiert bleibe halte ich diese aufrecht und mich selber klein und schwach. Je mehr ich das verlasse, umso größer (freier, unabhängiger etc) kann ich werden.

Das Extrem ist, wie gesagt, Jesus.. das einzige Bedürfnis ist "Gott liebt mich". Wenn dies erfüllt ist, spielt nicht sonst eine Rolle, mit der Folge extremer Freiheit und Unabhängigkeit. Das ist natürlich nicht alltagstauglich, aber ein guter Richtungsweiser.

Was reizende betrifft, könnte man über das Bedürfnis "mein Partner soll (abends) bei mir sein" diskutieren. Wenn dieses Bedürfnis nicht besteht, weil sie frei und unabhängig und selbständig ist, geht es ihr besser. Natürlich kann man es trotzdem "sich wünschen", aber das ist was anderes als ein Bedürfnis. Man freut sich dann über den anderen aber kann auch gut alleine klarkommen und freut sich dann für ihn, wenn erwas anderes schönes macht. Das wäre m.M. nach ein erstrebenswertes Ziel in so einer Konstellation.-

S)h5ojKo


Shojo, sei nicht beleidigend nur weil jemand anderer Meinung ist als Du!

Ich war ehrlich verblüfft, nicht beleidigend. Ich hatte es anfangs so verstanden, dass Du vielleicht meinst, man solle sich mal testweise in so eine gedankliche Position begeben. Diese Haltung wirklich als Beziehungsgrundlage zu empfehlen find ich schon echt sehr strange.

SWhojxo


Ist das was Praktiziertes oder was Theoretisches, rr? Also - findest Du, es klingt überzeugend, oder lebst Du es so mit jemandem, und das schon längere Zeit und auch über Schwierigkeiten hinweg?

a'sd#fgh1H23


Wenn ich auf meine Bedürfnisse fixiert bleibe halte ich diese aufrecht und mich selber klein und schwach. Je mehr ich das verlasse, umso größer (freier, unabhängiger etc) kann ich werden.

Mit Jesus muss man gar nicht argumentieren.

Letztlich muss oder sollte man nach Unabhängigkeit streben, d.h. seine Handlungen dem Ziel der Unabhängigkeit ausrichten, indem man seinen Verstand nutzt und sich nicht nur von vermeintlichen Bedürfnissen und Emotionen leiten lässt. So einfach ist das eigentlich.

mPitte9lMgrobröshrixg


Genau das soll man damit ja aufgeben. "Da ich nicht abhängig bin von meinem Partner, kann er tun und lassen was er will und sein Leben so gestalten wie es ihm gut tut und ich will ihm dabei helfen. Wenn es ihm gut geht, freut mich das". "Größe" bedeutet ja auch tatsächlich "groß sein" und damit ein Verlassen der ständigen Bedürftigkeit.

Hm. Offenbar verstehen wir unter "Bedürfnissen" verschiedene Dinge, kann das sein? Ich "brauche" meinen Partner in dem Sinne nicht, weil meine Beziehung auf dieser Ebene hier läuft:

In einer gesunden Beziehung geht es im Wesentlichen darum, dass zwei Menschen miteinander mehr vom Leben haben als ohne einander.

Allerdings habe ich natürlich Bedürfnisse, da wir ja unter anderem zusammenleben (und nicht: in derselben Wohnung aneinander vorbeileben) und ich beispielsweise, als blödes Beispiel, ein Problem damit hätte, ließe er Tag und Nacht irgendwelche Medien auf einer extremen Lautstärke laufen, da ich recht lärmempfindlich bin. Würde er die Wohnung über unser normales Maß an Chaos hinaus vermüllen, hätte ich ein Problem, da ich das Bedürfnis habe, meine Leben ohne Gestank und Ungeziefer zu verbringen. Dieses Ideal der kompletten Bedürfnislosigkeit halte ich daher für nicht sehr lebensnah bzw. für recht theoretisch, aber praktisch irrelevant. Optimalerweise decken sich die Bedürfnisse in grundlegenden Dingen (Sauberkeit, Sex, Geselligkeit) und man nimmt sie deswegen nicht als solche war, weil der andere sowieso genauso tickt, aber eine hunderprozentige Deckungsgleichheit ist wohl relativ unwahrscheinlich und - in meinen Augen - auch gar nicht erstrebenswert, daher wird es immer Bereiche geben, wo man eine Lösung finden muss, die für beide passt. Die einzige für mich denkbare Alternative wäre völliges Egal-Sein, und das wiederum bringe ich irgendwie nicht damit in Einklang, Gefühle für den anderen zu haben.

rkr20x17


@ Shojo

Ich bin der reizenden, was diese Dinge angeht, nicht gerade unähnlich, und habe über lange Zeit immer wieder die Erfahrung gemacht, dass es mir umso schlechter geht, je mehr ich mich vom Partner abhängig machen (d.h. es ein Bedürfnis von mir ist, dass er dieses und jenes tut oder lässt oder bei mir ist oder auch nicht bei mir ist). Je mehr ich diese Dinge unterordne und mir sage "wenn sie dieses und jenes gerne tun möchte, unterstütze ich sie dabei" dann ist das insgesamt gut für die Beziehung (ist dann eher ein miteinander als ein gegeneinander) und ausserdem ordne ich ja wie gesagt mein eigenes Bedürfnis unter, sprich, ich habe die Chance zu lernen, dass es nicht wirklich ein Bedürfnis ist, sondern vielleicht einfach eine Angst, alleine zu sein etc. und kann neue Strategien lernen, damit klarzukommen, die dann aber von der Partnerin unabhängig sind.

Das führt alles in allem deutlich nach oben.

Und ansonsten ist es auch einfach klare Logik. Je mehr Bedürfnisse ich habe, umso größer ist die Chance, dass eine Vielzahl davon nicht erfüllt wird, und umso schlechter geht es einem. Je weniger man braucht, umso weniger kann man auch nicht-haben/nicht-bekommen.

r2r20"17


@ mittelgrobröhrig

Genau darum gehts doch. Es bleiben wenige, wirkliche Bedürfnisse übrig (kein Lärm -> vermutlich war das sogar bei Jesus so, auch der musste schlafen, kein Ungeziefer). Alles andere ist eher destruktiv und kann (sollte) weg.

"Größe zeigen" bedeutet ja nicht die völlige Selbstaufgabe. sondern eher eine sehr klare Unterscheidung, was WIRKLICH wichtig ist und was nicht, denke ich.

SYho(jo


Sorry, aber für mich klingt das eher nach Augenwischerei als nach einer gesunden Strategie. Aber wenn es für euch funktioniert, ist ja alles gut, dann drücke ich die Daumen, dass es langfristig hinhaut.

r%r2,01b7


was wäre denn eine gesunde Strategie Deiner Meinung nach in so einem Fall? Möglichst bitte mit Beispiel und nicht theoretisch, sonst redet man schnell aneinander vorbei.

rFr_2017


hm und wieso eigentlich? Wenn die Situation ist "Partner kann sich abends nicht mit Freunden treffen weil ich nicht alleine sein kann" ist das für ihn scheisse und damit auch für die Bezeihung und auch für mich. Für den Partner ist es aus naheliegenden Gründen doof, für mich auch (da ich a) etwas tun muss was für ihn doof ist und damit die Beziehung zu beschädigen drohe und b) mein nicht-alleine-sein-können kultiviere).

Wenn ich lerne, auch alleine klarzukommen, gehts beiden besser.

Was ist daran denn Augenwischerei? Das ist doch extrem simpel.

a.sdfgxh123


Und ansonsten ist es auch einfach klare Logik. Je mehr Bedürfnisse ich habe, umso größer ist die Chance, dass eine Vielzahl davon nicht erfüllt wird, und umso schlechter geht es einem. Je weniger man braucht, umso weniger kann man auch nicht-haben/nicht-bekommen.

Ich fände es sinnvoller, es nicht quantitativ zu sehen, sondern sich lieber auf einige wenige, aber besonders wichtige Bedürfnisse (Respekt, Achtsamkeit usw.) zu konzententieren und gewissermaßen gar einzufordern, da es die Beziehungsgrundlage ist.

S*hoyjxo


Wenn ich lerne, auch alleine klarzukommen, gehts beiden besser.

Was ist daran denn Augenwischerei? Das ist doch extrem simpel.

Du schreibst, man solle seine eigenen Bedürfnisse denen des Partners unterordnen. Das ist doch nichts weiter als schon wieder eine Hierarchie, nur halt andersrum und "freiwillig". Und es kommt mir nur sehr bedingt krisen- und alltagstauglich vor. Und auch nicht authentisch. Das ist ... weiß nicht. Als würde man mit einem gestaltgewordenen Prinzip zusammensein und nicht mit einem Menschen.

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