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Kann meinen Freund nur teilweise ernst nehmen

L0ilxa84 hat die Diskussion gestartet


Hallo, liebe Forummitglieder,

nachdem ich nun länger etwas mit mir rumtrage und auf keinen grünen Zweig komme, erhoffe ich mir hier Rückmeldung, Anregung, evtl. Hinweise. Vielleicht hat jemand was dazu zu sagen, ich bin gespannt darauf und bedanke mich schonmal.

Es ist wie folgt: ich habe das Glück, einen lieben Partner gefunden zu haben. Wir sind seit ca. einem Jahr ein Paar.

Von Anfang an bestand das Problem, dass er nie Geld (übrig) hat. Er hat zwei sehr teure Hobbies (für die immer Geld da ist), hat aber keinen Job, der ihn glücklich macht, oder DAS finanziell abwirft, was er sich vorstellt. Im Prinzip verkauft er sich dort unter Wert (100x gehört), ist aber nicht in der Lage, sich einen Job in seinem Fachgebiet zu suchen.

Sein Bruder ist mehr als 8 Jahre jünger, ist voller Pläne, Träume + Illusionen, ich merke auch, dass er noch etwas unreif ist und Vieles nicht realistisch betrachtet.

(Damit möchte ich nicht sagen, ich hätte den Realismus mit Löffeln gegessen!)

Weil mein Freund nicht soviele Kontakte hat, unternehmen die beiden viel zusammen.

Nun entstand vor geraumer Zeit die Idee, eine eigene Firma zu gründen. Irgendwas mit Kryptozeug und Bitcoins, ich kann es schon gar nicht mehr hören.

Das Ding ist: seit nun einem geschlagenen Jahr labert er an mich hin, dass das DIE Idee sei und sie reich werden und blablabla. Faktisch hängt er immer noch auf seinem unterbezahlten Job rum und träumt in seiner Freizeit mit seinem Bruder vom großen Geld.

Bei dem Gerede und Getue werde ich schon latent aggressiv, weil einfach nichts (!) irgendwo bei rumkommt.

Ich verdiene selber Geld und bin finanziell nicht auf ihn angewiesen. Nur als Anmerkung.

Aber ich finde es lächerlich. Die vielen Stunden, die die beiden schon zusammensaßen und an *weißGottwas getüftelt haben, haben nichts ergeben. Ein anderes Projekt, dass beide bereits reich machen sollte, ist im Sommer gestartet und kläglichst (!) gescheitert.

Das "Ich hab's dir doch gleich gesagt", konnte ich mir gerade noch verkneifen. (Zum Glück)

Eigentlich ist es doch meine Aufgabe, meinen Partner zu stützen und zu fördern. Das bereitet mir manches Mal Bauchschmerzen. Wäre er nicht mein Freund, würde ich die ganzen Sachen köstlich lachend mit meinen Freundinnen bequatschen. Mittlerweile finde ich es aber nicht mehr so lustig.

Ich liebe Optimisten, aber das ist kein Optimismus mehr, das sind fadenscheinige Utopien, mit denen ich nichts anfangen kann. Weil noch NIE, NIE, NIE etwas dabei rausgekommen ist.

Was mache ich jetzt nur? Ich habe das Gefühl, wir verlieren unsere gemeinsame Basis.

Ich will keinen Freund, auf den ich "herabschaue".

Wenn eben nur dieses Gelaber nicht wäre. Und es ärgert mich, dass ich kaum was mit ihm unternehmen kann, weil er kein Geld hat (besagte Gründe s.o.).

Wie würdet Ihr Euch an meiner Stelle verhalten? Ich möchte auch nicht zu früh die Flinte in's Korn werfen.

Ich will meinem Freund auch nicht den optimistischen Zukunftsglauben nehmen, aber ich verstehe einfach nicht, wie man so naiv sein kann. Die ganze Zeit, die da schon draufgegangen ist (gehaltlos natürlich), hätte er lieber was gearbeitet, oder sich beworben, es kam doch ohnehin nichts bei rum.

Außer dass er und sein Bruder sich etliche Male danach ordentlich besoffen haben, um ihren (nicht vorhandenen) "Erfolg" zu feiern. Traurig.

Ich gehe nicht davon aus, dass mein Freund alles gut und toll findet, was ich mache, aber ich kann wenigstens auf eigenen Beinen stehen und rede nicht tagtäglich von irgendwelchen Mädchen - Boygroup Träumen. Sorry, mir ist kein besserer Vergleich eingefallen.

Fakt ist, ich würde gerne mit ihm zusammenbleiben, aber ich wünsche mir, dass er sein Leben auf die Reihe bekommt und aufhört, soviel dummes Zeug (vom reichwerden, als wäre das alles im Leben) zu reden.

Ich bin leider etwas impulsiv und er ist sehr sensibel. Bestimmt bin ich ihm auch schon zu nahe getreten. Es ist nicht meine Absicht, ihn zu verletzen, aber mit über 30 könnte man doch - nach einem Jahr erfolglosem Rumeiern - einen anderen Plan fassen.

Vielleicht bin ich auch zu selbstgerecht.

Auf Eure Meinungen bin ich gespannt..

heute fahre ich noch für drei Tage zu meiner Oma, werde also nicht immer allzu zeitnah schreiben können. Aber melden werde ich mich auf alle Fälle.

Viele Grüße + danke für's Lesen @:)

Antworten
pIarazeMllnuxss


Wenn du auf eigenen Beinen stehst, dann lass ihn doch seine Träume leben. Also mit BitCoin und Co kann man schon gut auf die Nase fallen. Solche Rig's kosten oft ein Vermögen und bringen so viel wie nix ein. Oder Die Währung crasht (was sehr wahrscheinlich ist) ins Uferlose. Aber es bleibt ein Traum...und manchmal, ja manchmal da haut so etwas auch hin. Vielleicht haben die beiden ja mal eine gute Idee, wenn das alles nix gebracht hat. Aus Fehlern lernt man. Und irgendwie wird er es schaffen. Wie die meisten eben.

mnuf1fin)ma+n85


Ich erkenn' mich da ein bisschen wieder - allerdings auf der anderen Seite.

Ich hatte das Glück, dass die Situation bei mir wohl etwas abgemilderter war. Ich war 20, gerade am Anfang des Studiums und meine damalige Freundin hat ebenfalls studiert. Mir gegenüber stand also niemand, der im Vollzeit Job stand, sondern nur ein Studentenjob.

Ich hab statt dem Job aber mein Studium für die Geschäftsidee total schleifen lassen und es gab auch nicht viel Aussicht darauf, dass das mit dem Studium noch ein gutes Ende nehmen könnte ;-) Entsprechend die gleichen Zukunftsängste hatte meine damalige Freundin - und ich war absolut überzeugt von meiner Idee und habe mir Rückhalt erhofft.

Jahrelang kam dabei nichts zählbares raus - außer einer sich konkretisierenden Utopie.

Irgendwas mit Kryptozeug und Bitcoins, ich kann es schon gar nicht mehr hören.

Bei mir war es auch die Tech-Richtung - ein Bereich, in dem für außenstehende nicht leicht zu beurteilen ist, ob das Projekt nur Quatsch ist, oder doch mehr. Der Satz hört sich aber nicht so an, als ob du dir Mühe gegeben hättest, genauer reinzuschauen. War bei mir damals genauso, sie war ziemlich überzeugt, dass es Quatsch ist - aber sich mal 'nen Tag Zeit genommen, um sich meine Vorstellung genau erklären zu lassen, hat sie nicht.

Ich will keinen Freund, auf den ich "herabschaue".

Kommt mir irgendwie bekannt vor.

Fürs Endergebnis:

10 Jahre später. Statt herab schaut sie heute - wenn wir uns zufällig über den Weg laufen - auf einmal herauf. Sie arbeitet seit Jahren in einem Job unter Vorgesetzten, träumt von der freistehenden Immobilie, sieht ihr Leben auf einmal als etwas beschränkt an.

Ich arbeite heute nur noch aus Spaß an der Sache, nicht mehr aus finanziellen Gründen. Verreise viel, bin zeitlich absolut flexibel, kann mir all meine früheren Träume erfüllen und lebe genau den Traum, der mir damals als Utopie unterstellt wurde.

- Hör lieber genauer hin, ob alles wirklich so ein Quatsch ist.

Grüße!

R4a2lph_HxH


Phantasie und Träume sind ja eigentlich etwas schönes. Aber man sollte darüber nicht den Blick dafür verlieren, was im Leben tatsächlich gerade passiert und was an Zielen realistisch ist... Du schreibst, Du möchtest nicht auf Deinen Partner herabsehen. Das beschreibt das ganze Dilemma. Eine perfekte Beziehung spielt sich auf Augenhöhe ab, mit gegenseitigem Respekt voreinander. Dieser Respekt geht Dir gerade verloren und damit ist es auch nicht weit hin, dass die Gefühle für Deinen Freund verloren gehen.

Aber das hängt normalerweise ja nicht nur am Geld und beruflichen Zielen. Wie ist er denn sonst? Ist er der patente, intelligente Mensch, mit dem Du auf einem geistigen Niveau reden, diskutieren und lachen kannst? Oder ist er Dir insgesamt nicht gewachsen?

Grrdaóg4ramáxn


So, wie ich das verstanden habe, ist das Problem wohl, dass du das Gefühl hast für deinen Partner nicht die Priorität zu haben, die du dir erwartest. Kann das sein?

So, wie ich das lese, hat dein Freund ja durchaus einen Beruf, mit dem er sein Geld verdient. Offensichtlich kann er damit sowohl seine laufenden Lebenshaltungskosten decken, also auch seine Hobbies finanzieren. Klingt für mich jetzt nicht nach absolutem Existenzminimum, sondern nach einem ganz normalen Leben mit einem ganz normalen Job.

Neben seinem Beruf tüftelt dein Freund nun mit seinem Bruder an Geschäftsideen. In seiner Freizeit. Ihm macht das offensichtlich Spaß und er hat Gefallen daran. Bis jetzt hat keine dieser Ideen den Durchbruch geschafft, aber so what? Er hat ja auch noch einen Beruf, mit dem er seinen Lebensunterhalt verdienen kann. Ihm scheint das momentan so zu reichen und er scheint da beim Grübeln über Geschäftsideen Freude zu verspüren. Ich sehe diesen Lebensstil an sich nicht als problematisch, meinem Gefühl nach bekommt er sein Leben sehr wohl auf die Reihe.

Das eigentliche Problem ist es wahrscheinlich, dass für ihn alles passt, du dir jedoch mehr von ihm erhoffst. Du wünschst dir, dass er mit seinen Tagträumereien aufhört. Du wünschst dir, dass er beruflich erfolgreicher ist und mehr Einkommen hat als jetzt. Du wünschst dir, dass er mit dir gemeinsam Dinge unternimmt, die Geld kosten.

Wenn eben nur dieses Gelaber nicht wäre. Und es ärgert mich, dass ich kaum was mit ihm unternehmen kann, weil er kein Geld hat (besagte Gründe s.o.).

Was genau stört dich denn an seinem Gelaber, warum treibt dich das so zur Weißglut?

Und dass du kaum mit ihm etwas unternehmen kannst, weil er kein Geld hat, das glaube ich so nicht. Erstens kann man ziemlich viele Dinge gemeinsam unternehmen, die kein oder kaum Geld kosten und zweitens hat dein Freund ja Geld. Er gibt es halt für seine Hobbies und nicht für Unternehmungen mit dir aus. 

Kann es sein, dass das der eigentliche Punkt ist, der dich stört? Wie er seine Prioritäten setzt?

Ein anderes Problem ist meiner Meinung nach, dass du bei ihm deine Maßstäbe ansetzt, um zu bewerten, ob er erfolgreich ist. Er scheint da aber, so wie ich das lese, einen ganz anderen Lebensstil zu pflegen wie du.

Darf ich fragen, warum du deine Art deinen Lebensweg zurückzulegen als "besser" empfindest, als die Art und Weise, auf die er seinen Lebensweg zurücklegt?

Und glaubst du, dass eine Beziehung langfristig stabil und glücklich sein kann, wenn es einem nicht gelingt, seinen Partner so anzunehmen, wie er ist? Auf mich wirkt es, als könntest du nur glücklich sein, wenn er deine Erwartungen erfüllen kann und sich so verändert, dass er für dich passt. Beugt er sich deinen Vorstellungen von dem, was gut und richtig ist, nicht, blickst du auf ihn herab und begegnest ihm, denke ich, durchaus mit einer Art Verachtung.

Selbst glaube ich nicht daran, dass man sich Partner passend machen kann. Entweder es passt in den wesentlichen Dingen – oder eben nicht.

d~ombau=mei{stexrin


Werd nicht schwanger.

Steck kein eigens Geld rein.

Geh keine Bürgschaft ein.

C^omrtan


Das Planen von Projekten ist immer toller als die Durchführung selbst. Das hat vermutlich schon jeder erlebt, dass man in der Planungsphase enthusiastisch war und die tollsten Dinge ausmalte, aber dann in der Durchführung eben rasch merkte, dass es Arbeit ist und man lieber etwas Neues plant.

Ein bisschen kindliche Naivität darf man sich ruhig bewahren. Darin sehe ich nichts Schlimmes. Schlimm wird es nur, wenn man durch Naivität seine Existenz aufs Spiel setzt.

Dass du das voller Skepsis betrachtest, kann unterschiedliche Gründe haben. Entweder verlierst du deine Achtung vor deinem Partner, weil er in deinen Augen ein Träumer ist. Oder du hast Sorgen, dass du irgendwann finanziell immer den größten Teil zu eurer Beziehung beisteuern musst. Oder die Themen, mit denen er sich beschäftigt, findest du strunzlangweilig.

Ich möchte nicht bewerten, wie gut oder schlecht seine Geschäftsideen sind. Das wird erst wichtig, wenn er tatsächliche Risiken eingeht. Aber du solltest für dich herausfinden, warum du so negative Gefühle deswegen hast. Wenn er nur harmlose Pläne spinnt und nicht eure zukünftige Wohnung dafür auf's Spiel setzt, solltest du ihm diesen Spaß lassen. Auch in Partnerschaften gibt es Hobbies und Visionen, die man nicht zwingend teilen muss. Wenn dich die Themen nicht reizen, dann ist es halt so. Wenn du aber die Gefahr siehst, dass er nur noch seinen Träumen hinterherhängt und keinen Fuß auf den Boden bekommt (oder gar eure finanziellen Pläne gefährdet), dann musst du mit ihm reden und vielleicht klare Limits vereinbaren (wie lange man etwas probiert, wieviel Geld man maximal investiert, welche Reißleine gezogen werden kann). Vor allem halte dich aus seinen Konstruktionen raus und mache ihm klar, dass dies sein eigenes Risiko ist.

LTil3a84


Vielen Dank für Eure bisherigen Nachrichten @:) habe sie aufmerksam gelesen und werde sie, so bald ich kann, beantworten!

CgoteSeauvaxge


Mich erinnert das (bis hin zu der Geschäftsidee mit den Bitcoins) spontan an einen konkreten Teenager ;-D . Ich (bin selber schon immer sehr weit entfernt gewesen von der "naiven Träumerin") wäre da ebenso genervt wie du und sehe da keine Augenhöhe. Allerdings würde ich so einen Mann nicht so lange aushalten, dass sich daraus eine Partnerschaft ergibt.

Auch ich kenne einen Fall, da ist aus einer Spinnerei (auch hier im Alter unter 20) eine interessante, lukrative, gesellschaftlich repräsentative usw berufliche Existenz geworden. Das ist sicher der sehr viel seltenere Fall, aber von mir aus gerne. Ich würde zu so einem Mann dann auch nicht "aufschauen" oder mich ärgern dass ich das nicht abgewartet habe. Ich bin mit meinem eigenen Leben auch zufrieden, also was solls. Hat halt nicht gepasst.

Ihr beide seid offenbar völlig unterschiedliche Typen und habt in wesentlichen Punkten völlig unterschiedliche Vorstellungen. Das wird nach meiner Erfahrung höchstwahrscheinlich nichts einigermaßen Dauerhaftes werden.

L)ilax84


Vielen Dank für Eure Antworten, Hinweise und Gedanken @:)

Wenn du auf eigenen Beinen stehst, dann lass ihn doch seine Träume leben. Also mit BitCoin und Co kann man schon gut auf die Nase fallen. [...] Und irgendwie wird er es schaffen. Wie die meisten eben. (parazelnuss)

Danke für Deinen Beitrag, parazelnuss. Vielleicht unterschätze ich ihn und seinen Bruder in ihrem Können.

Das habe ich aber in den jeweiligen Momenten aber nicht so gesehen, oder sehen wollen. Wahrscheinlich war es meine eigene Ignoranz dem Thema gegenüber. Oder eben das rein pragmatische Denken. Wenn man soviel arbeitet, dann sollte ja auch irgendwann etwas bei rumkommen.

Der Satz hört sich aber nicht so an, als ob du dir Mühe gegeben hättest, genauer reinzuschauen. [...] - aber sich mal 'nen Tag Zeit genommen, um sich meine Vorstellung genau erklären zu lassen, hat sie nicht. [...]- Hör lieber genauer hin, ob alles wirklich so ein Quatsch ist. (Muffinman85)

Das stimmt schon ein bisschen, was Du geschrieben hast, Muffinman! Ich war, als ich den Faden eröffnet habe, ziemlich verärgert, weil er mich den ganzen vorherigen Abend mit seiner Internet - Währungsgeschichte zugetextet hat und mein Interesse eher in andere Bereiche geht. Und weil er sich von mir Geld leihen wollte. Aber das ist für mich wirklich ein No Go, mit sowas habe ich nur schlechte Erfahrungen gemacht.

Dieses BitCoinProjekt kommt eben seit gefühlten Ewigkeiten nicht weiter.

Kennst Du das, wenn Dich gewisse Dinge einfach überhaupt nicht interessieren? Es kann aber auch gut sein, dass ich diesbezüglich einfach stur bin, und es gar nicht verstehen will.

Das ist schön, dass Du es gut hast und Deine Träume verwirklichen kannst :)^

"herabschauen" war vielleicht auch etwas hart ausgedrückt. Geduld ist einfach nicht meine Stärke, aber statt durch sowas an mir selber zu arbeiten, rege ich mich auf. Ich habe ihn durch meine Impulsivität glaube ich manches mal überfahren. Weißt Du, es geht mir nicht darum, ein tolles Haus zu haben, viel reisen zu können, oder andere materielle Dinge. Ich hatte es aber mein Leben lang "gut", meine Eltern haben mich immer finanziell unterstützt, wenn es vonnöten war. Das ist bei ihm anders. Er erfuhr so gut wie keinen Rückhalt daheim. Aber dass ich nicht in die Geld-Geber- Rolle schlüpfen möchte, ist denke ich, verständlich.

Eine perfekte Beziehung spielt sich auf Augenhöhe ab, mit gegenseitigem Respekt voreinander. [...]

Aber das hängt normalerweise ja nicht nur am Geld und beruflichen Zielen. [...] Ist er der patente, intelligente Mensch, mit dem Du auf einem geistigen Niveau reden, diskutieren und lachen kannst? Oder ist er Dir insgesamt nicht gewachsen? (Ralph_HH)

Das ist es ja. Er ist sehr intelligent und wir haben einen sehr ähnlichen Humor. Mein Vertrauen zu ihm (nicht unbedingt in beruflicher Hinsicht ;-) ) ist riesengroß.

Ich hatte unsere Beziehung im vergangenen Juni mal für kurze Zeit beendet. Während dieser Zeit habe ich ihn aber nur vermisst. Er hat mir noch eine Chance gegeben. Ich habe das Gefühl, dass er mich versteht und ich bin leider nicht so unbedingt der einfache Typ Frau.

Vielleicht konfrontiert er mich dadurch auch mit eigenen Ängsten. Dieses berufliche Nicht-ankommen kenne ich selbst und habe es damals als furchtbar erlebt. Das ist seit zwei Jahren völlig anders und eben dies wünsche ich ihm auch. Aber er sucht nicht und klagt.

So, wie ich das verstanden habe, ist das Problem wohl, dass du das Gefühl hast für deinen Partner nicht die Priorität zu haben, die du dir erwartest. [...]So, wie ich das lese, hat dein Freund ja durchaus einen Beruf, mit dem er sein Geld verdient. [...] Neben seinem Beruf tüftelt dein Freund nun mit seinem Bruder an Geschäftsideen. In seiner Freizeit. [...]

Das eigentliche Problem ist es wahrscheinlich, dass für ihn alles passt, du dir jedoch mehr von ihm erhoffst. [...] Du wünschst dir, dass er mit dir gemeinsam Dinge unternimmt, die Geld kosten. (Graógramán)

Danke auch für Deine Gedanken, Graógramán.

Ganz so möchte ich das nicht stehen lassen. Ich erwecke scheinbar den Eindruck, als sei ich auf große Reisen, Unternehmungen, Materielles aus. Dem ist ganz und gar nicht so, mein Freund und ich können uns gut ohne einen Cent beschäftigen. Ich habe das Gefühl, dass er mich liebt und sich die Zukunft mit mir vorstellen kann, genau so wie ich mir meine mit ihm. Nur wünsche ich mir ein gewisses Fundament für ihn. Dass auch er sicher im Leben stehen kann. Das lässige Studentenleben ist halt bei uns beiden schon länger vorbei.

Seine Prioritäten stören mich nicht, im Gegenteil. Ich arbeite ohnehin im Schichtdienst und bin froh, dass er seine Hobbies und Leidenschaften hat. Umso bereichernder wirkt sich das auf unsere Beziehung aus.

Und glaubst du, dass eine Beziehung langfristig stabil und glücklich sein kann, wenn es einem nicht gelingt, seinen Partner so anzunehmen, wie er ist?

Da muss ich Dir recht geben. Obwohl ich, seit ich denken kann immer Freunde und Bekannte um mich herum habe, kommt vielleicht manchmal das Einzelkind in mir durch ]:D ich will aber, dass du jetzt so bist...

Nein, ich glaube nicht, dass eine Beziehung auf die Art langfristig stabil ist. Der andere gleicht ja irgendwie immer einem Spiegel seiner Selbst und es kann durchaus sein, dass er mich in mancher Hinsicht widerspiegelt, in der ich mich selbst gerne anders gehabt hätte (von dem Krypto-Themengebiet abgesehen).

Darf ich fragen, warum du deine Art deinen Lebensweg zurückzulegen als "besser" empfindest, als die Art und Weise, auf die er seinen Lebensweg zurücklegt?

Das ist eine gute Frage. Bisher habe ich es gar nicht so gesehen.. Ich finde meinen Lebensweg nicht "besser". Manchmal vergesse ich das Glück, das ich mittlerweile habe und mich in die Rolle des anderen hineinzuversetzen. Keine Ahnung, warum ich so geworden bin.. vielleicht weil ich sehr oft meinen eigenen "Mann" stehen und mich alleine durchboxen musste.

Entweder es passt in den wesentlichen Dingen – oder eben nicht.

Word.

Das Gefühl, dass es passt, habe ich. Er meinte mal, dass er sich wünscht, irgendwann mit mir ein Kind zu bekommen.

Und nicht nur dafür wünsche ich mir einfach, dass er etwas sicherer im Leben steht.

Werd nicht schwanger.

Steck kein eigens Geld rein.

Geh keine Bürgschaft ein. (dombaumeisterin)

Haha, das erstere habe ich in der nächsten Zeit nicht vor ;-) und die beiden anderen beiden Punkte schließe ich ohnehin völlig aus :)^

Oder du hast Sorgen, dass du irgendwann finanziell immer den größten Teil zu eurer Beziehung beisteuern musst. [...] ]Wenn du aber die Gefahr siehst, dass er nur noch seinen Träumen hinterherhängt und keinen Fuß auf den Boden bekommt (oder gar eure finanziellen Pläne gefährdet), dann musst du mit ihm reden [...].Vor allem halte dich aus seinen Konstruktionen raus und mache ihm klar, dass dies sein eigenes Risiko ist. (comran)

Ein bisschen habe ich die Sorge schon. Andererseits bin ich wohl auch ein Menschentyp der sich manchmal viel zuviele Sorgen macht. Vielleicht fehlt es mir da an Zuversicht.

Durch Deine Zeilen comran fällt mir auch auf, dass ich gar nicht so tolerant bin, ich wie ich immer zu sein erachte. Klar interessiert mich sein Krypto - Thema nur begrenzt, auf der anderen Seite stimme ich Dir zu, dass unterschiedliche Interessensgebiete eher positiv für eine Partnerschaft sind.

Manchmal wünsche ich mir, er wäre ein bisschen taffer, mehr so der Macher - Typ. Wie ich weiter oben schon anklingen ließ, rührt das vielleicht daher, weil ich selbst gerne mehr davon hätte.

Auch ich kenne einen Fall, da ist aus einer Spinnerei (auch hier im Alter unter 20) eine interessante, lukrative, gesellschaftlich repräsentative usw berufliche Existenz geworden. [...] Ich bin mit meinem eigenen Leben auch zufrieden, also was solls. Hat halt nicht gepasst. [...] Das wird nach meiner Erfahrung höchstwahrscheinlich nichts einigermaßen Dauerhaftes werden. (CoteSauvage)

Also ich stand ja früher schon Aktiengeschäften skeptisch gegenüber, weil es für mich übersetzt ein Pokern mit unbeeinflussbaren Mechanismen ist..

Mit dem eigenen Leben zufrieden zu sein, ist denke ich der Schlüssel zu allem. Ich bin sehr froh, mich mit dem Thema an Euch gewandt zu haben/ zu wenden, weil es mich darauf aufmerksam macht, dass ich wohl selbst mit etwas an mir unzufrieden bin. Schlussendlich ist es sein Geld.

Mir ist der Geduldsfaden gerissen, weil sich einfach nie etwas bewegt und er mir vor einem Jahr genau das gleiche erzählt hat.. 8-(

Naja, also dass es nicht dauerhaft sein wird, das weiß ich nicht. Ich wünsche mir, dass das andere der Fall ist. Und ich appelliere innerlich an seine Vernunft. Bisher kam er einigermaßen klar.

Merci für Euren Input!!

Habt alle einen guten Tag :)*

P.S. Der Abstand bei meiner Oma tut mir sehr gut. Hier bin ich einfach ein bisschen abgeschotteter, als sonst.

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