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Privatsphäre innerhalb der Partnerschaft

s\u{b dixvo hat die Diskussion gestartet


Ich bin seit ein paar Monaten hin- und hergerissen, ob ich an mir arbeiten oder mein Bedürfnis nach Privatsphäre innerhalb der Partnerschaft verteidigen sollte. Es geht z.B. darum, dass meine Partnerin ganz selbstverständlich meinen Terminplaner durchblättert, wenn ich ihn auf dem Tisch liegen lasse. Das stört mich, dabei habe ich an sich keine Geheimnisse vor ihr, also in meinem Kalender sind keine heimlichen Dates verzeichnet oder so, aber ich nutze ihn in gewisse Weise als Tagebuch, in dem ich bestimmte Stichpunkte, Gedanken und auch mal Gesprächsnotizen festhalte. Das möchte ich unbefangen und nicht mit Schere im Kopf tun, weil es für mich eine private Angelegenheit ist. Vielleicht notiere ich darin auch mal eine Überraschung, die ich plane (Reisen, Konzerte) oder ja, auch etwas, was sie für meine Begriffe einfach nichts angeht, wie z.B. einen Arzttermin von jemand anderem, zu dem nur ich einen Bezug habe. Sie hat also nicht ganz Unrecht, wenn sie sagt, dass ich offenbar doch Geheimnisse vor ihr habe oder haben möchte... sonst wäre es ja kein Problem, wenn sie alles darin lesen kann %-|

Anderer Vorfall: Ich bekam von einem Kollegen eine Urlaubskarte mit ein paar netten Worten. Ich fand es nicht weiter erwähnenswert, es ist auch überhaupt nichts Geheimes gewesen, aber ich war trotzdem irritiert, als mich meine Partnerin einen Tag später darauf ansprach. Sie hatte die Karte in meiner Tasche liegen sehen (diese war tatsächlich offen), sie herausgenommen und gelesen :-/

Mich stört das, weil ich das Gefühl habe, mich langsam als eigenständige Person "aufzulösen". Es gibt keine Grenzen mehr zwischen mir und ihr. Aber richtig begründen kann ich mein Gefühl auch nicht, weil ich an sich wirklich keine Geheimnisse vor ihr habe. Ich finde das Wir-Gefühl auch schön, aber trotzdem möchte ich, dass solche Dinge wie die Urlaubskarte in meiner Tasche bleiben und mein Kalender mein Kalender ist, den ich ihr zeigen kann, aber den sie nicht selbstverständlich zur Lektüre durchblättert.

Wie seht ihr das?

Zusammen sind wir übrigens, ihr werdet lachen, über 10 Jahre. Berufsbedingt sind wir aber erst vor einem Jahr zusammengezogen und seitdem kommt es zu diesen Irritationen.

Antworten
Muisxs_G


Ich bin eventuell kein Maßstab (bin eher ein eigenständiger Mensch und lieber ein "Ich" als ein Superkleber-"Wir") aber was solls: Für mich ginge das gar nicht.

Was ist, wenn du sie drauf ansprichst??

K7ul)tur\schaffe@ndexr


Versuch das schnell in einem guten Moment zu klären, ehe sich da was verfestigt, gleich mit einem Vorschlag verbunden. Meine Partnerin handhabt das übrigens genauso, sie führt ihren Terminplaner auch als eine Art Tagebuch, das sie abends vervollständigt. Nie würde ich darauf kommen, darin herumzulesen.

Der Vorschlag könnte sein, dass neben den persönlichen Kalendern eine Art "Familienkalender" geschaffen wird, in dem die Urlaubsplanung, Dienstreisen, Geburtstagsfeiern von Freunden usw. vermerkt sind, eben alle Sachen, die für die gemeinsame Zeitplanung wichtig sind.

Seltsamerweise ist das Herumstöbern im Smartphone des Partners heute fast der größte Vertrauensbruch, den man begehen kann; für mich ist das egal, weil ich es lediglich als störanfälliges technisches Hilfsmittel sehe und SocialMedia fast nicht nutze.

*:)

s2ub) d'ixvo


Was ist, wenn du sie drauf ansprichst??

Sie versteht nicht, warum es mich stört, weil wir keine Geheimnisse voreinander haben sollten... Ich habe sogar den Eindruck, je mehr mich etwas stört, desto "interessanter" wird es für sie, wie bei der Sache mit dem Terminplaner zum Beispiel. Seit sie weiß, dass es mich gestört hat, dass sie ihn durchblätterte, schaut sie mir mit Argusaugen über die Schulter, sobald ich das Ding in der Hand habe. Ihr Misstrauen ist geweckt.

s>ubG d%ivo


Der Vorschlag könnte sein, dass neben den persönlichen Kalendern eine Art "Familienkalender" geschaffen wird, in dem die Urlaubsplanung, Dienstreisen, Geburtstagsfeiern von Freunden usw. vermerkt sind, eben alle Sachen, die für die gemeinsame Zeitplanung wichtig sind.

Den haben wir sowieso, digital wie analog. Alles was uns inkl. Familie betrifft, wird in der Küche am Wandkalender notiert und auch digital gegenseitig geteilt. Es gibt also keinen Grund, in meinem persönlichen Terminplaner herumzublättern... außer Neugier eben ;-)

Seltsamerweise ist das Herumstöbern im Smartphone des Partners heute fast der größte Vertrauensbruch, den man begehen kann; für mich ist das egal, weil ich es lediglich als störanfälliges technisches Hilfsmittel sehe und SocialMedia fast nicht nutze.

Auch ein Thema hier, weil ich nicht möchte, dass sie meine Chatverläufe mit anderen liest.

jOuset_loowkiwng?


Wenn ich in einer Beziehung kein ich mehr sein könnte würde ich auch wahnsinnig werden. Verstehe dich daher sehr gut und auch ich müsste da eine ganz klare Linie ziehen. Ich meine beim meisten wäre es kein Problem, aber alles, das muss mein Partner wirklich nicht wissen

Teilt sie wirklich alles mit dir? Also ich nehme an du hast kein Interesse an ihren WhatsApp, aber wäre es theoretisch ok wenn du da drin blättern würdest?

Eshemalig;er Nutzer (j#598c213)


Ich bin seit langem mit derselben Frau verheiratet. (Oder ist es die gleiche Frau? Ich kann das immer nicht unterscheiden.) Vor dem Standesbeamten haben wir versprochen, dass wir Tisch und Bett miteinander teilen wollen. Es war aber von Anfang an so, dass wir auch gemeinsames Konto haben und wir wechselseitig die Post öffnen. Als wir heirateten gab es noch keinen Handys und keinen Chat, ja es gab noch nicht einmal ein Wort dafür. Nun benutzen wir auch jeder das Handy des anderen und wenn ich meinen Autoschlüssel nicht finde, dann krame ich in ihrer Handtasche. Sollte ich dabei Kondome finden, würde ich denken: "Na immerhin macht sie Safer Sex." ]:D

Und die Moral von der Geschicht'? Das Bedürfnis nach Privatsphäre ist sehr unterschiedlich.

sXubn divxo


Teilt sie wirklich alles mit dir? Also ich nehme an du hast kein Interesse an ihren WhatsApp, aber wäre es theoretisch ok wenn du da drin blättern würdest?

Ja, ich denke schon, dass das tatsächlich kein Problem für sie wäre. Vielleicht also wirklich Typsache :-/ Aber mir geht es echt nicht gut damit. Ich merke, dass das richtige Beklemmung bei mir auslöst, obwohl ich nichts zu verstecken habe für meine Begriffe. Aber es gibt für mich eben so etwas wie Privatsphäre innerhalb einer Beziehung. Ich will noch ein eigenständiger Mensch sein mit Bereichen, die nur mir gehören.

KAultuersch)af8fender


Das ist blöd. Wenn dann der andere sagt: "Aber natüüüürlich kanst du das lesen / in mein Handy schauen usw." Da steht derjenige, der ein wenig Privates behalten möchte, enorm im Zick mit seinen Argumenten. Da kann man dann nur noch nach schlechten Erlebnissen in der Vergangenheit fragen, um dann zu beruhigen.

*:)

jsusto_rlookicng?


Und Mal die Überraschungskarte ziehen (im Falle des Falles dass es wirklich gelegentlich eine gibt). Dass man nicht will dass das raus kommt sollte hoffentlich irgendwo klar sein. Außer es stachelt die Neugierde noch mehr an. ":/

d%anaex87


Mh, ich finde das es verschiedene Bedürfnisse nach Privatheit gibt es ganz natürlich, aber was mir hier aufstößt ist das es keinen konkreten Anlass gibt um dein Bedürfnis nicht zu respektieren, ausser Misstrauen ihrerseits oder? Also sie guckt nicht in den Kalender weil es da eine wichtige Information gibt, weil du beispielsweise immer wieder vergisst Daten in den gemeinsamen Kalender zu tragen oder ähnliches sondern angeblich "einfach so". Wenn das aber für sie kein Bedürfnis befriedigt, wie Kontrolle, wieso ist es dann so schwer das einfach zu respektieren und damit deinem Bedürfnis zu entsprechen?

Mich würde also dies unausgesprochene und verschleierte Bedürfnis stören und diese Art von Verantwortungsverschiebung "du musst ja Geheimnisse haben". Also Rechtfertigungszwang für dein Bedürfnis bei gleichzeitiger Verweigerung auch nur ein eigenes Bedürfnis zuzugeben. Das riecht nach Ungleichgewicht.

Grriessp+uzddxing


An Deiner Stelle würde ich es Ihr erklären, daß es mich stört und auf meine Privatsphäre bestehen. Das sollte sie akzeptieren.

Tatsächlich private Dinge dokumentiere ich ausschließlich digital und verschlüsselt. Mit Truecrypt kein Problem.

sNub dxivo


was mir hier aufstößt ist das es keinen konkreten Anlass gibt um dein Bedürfnis nicht zu respektieren, ausser Misstrauen ihrerseits oder? Also sie guckt nicht in den Kalender weil es da eine wichtige Information gibt, weil du beispielsweise immer wieder vergisst Daten in den gemeinsamen Kalender zu tragen oder ähnliches sondern angeblich "einfach so".

Genau. Sie saß einfach eines Morgens da und blätterte den Terminplaner durch, als ich noch schlief. Ich kam dann dazu und sagte: "Äh, was machst du da?", sie "Nix. Nur ma gucken was du da so aufschreibst". Ich antworte: "Na ja, weißt du, das ist eigentlich nur für mich, quasi mein kleines Tagebuch. Ist mir jetzt ehrlich gesagt nicht so recht, dass du das durchliest". Sie: "Ach so? Was darf ich denn nicht wissen, was da drin steht?", ich: "An sich nix. Nix besonderes. Aber halt meine ganz privaten Gedanken zu manchen Terminen und vielleicht auch mal ein Termin, von dem du JETZT noch nichts wissen sollst, weil es eine Überraschung sein soll, wie das Konzert letztens".

Dann entspann sich eine Grundsatzdiskussion und sie beharrt darauf: Wenn man nichts zu verheimlichen hat...

jZu'st_lTookinxg?


Wenn man nichts zu verheimlichen hat...

Das ist ja schon das falsche Vokabular. Denn eigene Gedanken zu haben ist kein verheimlichen. Nicht in meinen Verständnis.

MFis\s_G


Sie versteht nicht, warum es mich stört

Na und?

Muss sie ja auch nicht verstehen. Stören tut es dich trotzdem.

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